Dritte Beilage
zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
M 14.
Berlin, Mittwoch, den 16. IanuarJ
1889.-
(Schluß aus der Zweiten Beilage.)
Reich?;kanzler Füxst von ViSrnarck:
Der Hcrr Abgeordnete hat mir dießmal untcraeschoöcn, ich hätte ihm vorgeworfen, er hätte von England geredet. habe gar nicht gehört, das; er von England geredet bat, unh habe Es tbm aucb nicbt Vorgeworfen. Ich habe von England in kcxnem anderen Sinne ge- sprochen, als daß ich von dem Gercchtiakeitssnm und der Freundschaft Englands hoffte, daß wir diese Sache ruhig beilegen würdcn, dic cr mit unzarter Hand b::ührr Hatte, ohne fie zu kennen, und ohne davon zu wissen.
Das einzige punctum Zaliens meiner Acußarungen und „Vorwürfe, das ich fcharf acccmuixt batfe, dat _cc sorgfältiger Weise auch dikscs Mal umgangen _und ist ihm außgew1chenz das ist die Tbatsacksc, das; er dic Befißtitcl Unserer L_andsxcute nls wertHlos und zweifelhaft be- handelt und dadurcH ilxre Beweiskraß in den Verhandlungen, in denen wir mit England stkßkn- abJeschwachf, wenn uicht vollständig ver- nicbtct hat. Sie rrcxdey stmk m England sagen: Jbr Landsmann, Ihr Freund, pcrxamotxchc Abg. Bamberger . hat ja sexbst gesagt, das Papier set mchts we-tk); warum woch 'Sie das vertreten?
Warum ist der Herr Abgcordnetc ch semem dreimaligen Wieder. Wortergreifen auf dissen Vorryuxf Jar nicht zurückgekommen? Das möchje ich ihm doch zu Gemmbc fUÖrJn. ' _
Er bat außkrdem das ganze Objkkt al? cm so wcrthlosks be- handelt, das; die Engländer sagen wérdkn: nzem Gott, M"“ Sie „„, solche SandböÖse, wie Hk- Bümbkkgkk fie 1T1 k,?tmt, Um uns streiten wollen, dann ist unIßJbre Freundschaft 91157 mcht viel wertb; um solcher ganz Wertblown SWM wollen Ste von uns noch Konzcsfionm
!
“MYM außerdem énAnssiM AEsZOÜWaß Unsercxtanzcn kolonialen Unternehmungen überbauyt sl) IUÜ ch MMUWM waren, da[: wir das
iasko gemacht Hätten ?as cr voramßgesagt batte. Ja, meine Herren, Zleickzt eingeschüchkekk„isf- GM s?! Dayk, dcr keutsckoe Nationab charakter im (Ganzen mehl, daf; Lk durcb, emxelne Mißgriffe, Irrungen, Opfcr in den einmal begynncnxn Koxomalbestrebungcn fich abschrecken läßt. Abcr es ist_koch 111cht_nuß[1ch, den Engländern eimurcden, das; wir so leicht abzujchkkckcn waren, und,?)aß. wtr nun Zrmüdst und ab- geschreckt Wären dUrck) daß. was Für sxit vxer Jahren uherbaupt untcr- nommcn Haben. Ickx balje cs n1cht fux 111181111), das tn der Oeffent- 1ichkcit nnd närpcntllcb England gegenuber zu bkbcxupj'en. .
Denken SW doch an bn (Gcfckylcbjc derhoüanUsckoen Kolonien! Wie groß find die s:,kWTsM! Wc'lcbe uyxnnä 6077115 babendre gehabt! Sie haben Ost-Jnknen gibabi 08 haben _Bxafiilen'gchabt und_ babxn es Verloren; ste hab-en aucb [)(-nfs noch eme Kolonmkmacht, dtc Vill sÖrverer wich an_C1mvobnerzabl und an Ausdehnung, al? das Jayze Königrkich dcr Nndcrln-npe Ta schen Sw, das: gjcrquqscwc Zabm- keit dock) zum rich1igc:1_Z1cle komtyt, (mä) wcnn fie mzw11ch2n Ccylon, Ost-Jndicn Und Brgßlnn und W Kapstavt vsrlorcn bat; mancher ehr1ickc Hoüänder ix1 kabei ersckchen un? erscQ-lagkn wwkcn von den Wilden sowie von den «W[ändixcbkn chdcn, mit denen fir. zu kämpfen batten.
Schu muy di? Herkcn. die Gcfinnungsgcxwffcn drk? Hrn. BMU- bcracr, bei der obrkchtstkcn Natixm M::igcr Zähigkcif, Muigcr Tapfe'rkcit, wunigcr Bebarriichkcit voraus als bei dcr 11iederkcux1chew, dann haben ste ganz recht, Wenn fie nach den vier Jahren _ wie baißt es in dem Méxrckm? _ von dem Manne, dcr über Land gklyen wollte und, nachdem er wor's Torf gekommen ist, findet er es kalt vnd windig, Und er kehrt nm und kriecht wieder bei Maxtctn unter. Das ist das, was Sie dem deutschen Volk als Prognojtikon in seinen kolonialen Bestrebungen aufstellen.
Aber ich kann da nur mit Genugthuunq, meine Sichcrbcit aus- sprechen, daß die große Majorität kes Re1ch5tages vom deutszben Volk und seiner Bcbarrlicbkeif und seinen Bestrebungen _ scmcn nationalen _ eine höhere, und ich mcme, bessere Meinung hat, als die Minderkpeit, die uns gcgenübcr steht.
Abg. Richtex: Bciläufig möchte er dem Reichskanzler bemerken, daß dl?- SchnapSpolitik sick) ganz anders stoße, qt) man in Norddeutschlcmd bei kaltemKlima Hen Scht1x1ps fixr ein V-sdüxfniß erkläre odßr ob man im tropischen Kltma d1_c Außsuhr beförderß, nne es gegenwärtig de_r Fall set. SÜdwest=Afrika ""t. Hen hosländischen Kolomen zu ver: gleichen, ein , unglUckklcherxr Vergleich sei mcht dknkbar. Die hoUändxschxn Kolomen seten unter ganz anderen Bedingungen gexchaffen worden und bestünden auch heute nur MULL hakt?" KUW"; wie gegenwärtig gerade von Java und Sumatra gemeldet werde. Was woll€ das AMS awer FWS" LLJSNÜNY SÜdMÜ-Nsrika, wo nickts als Nomaden- tämmo stch befanden, der Boden absolut keinen Acker trage und des Wassers und Holzes entbehre. Es habe auf_ ihn einsn großen Emdruck gemacht, als der Reichskanzler 1885 den Aij Bambergkr wegen_feiner Bedenken beruhigt habe. Der _ bg. Batyverger memte damals, wenn gene Kaufleute Mißerfolg hatton, _werde das Haus von Rerchs- wegen aufgefordert weryen,.für fie einzutreten. Da [gabe der Neiché3kanzlsr gesagt, nne, könne man das nur „von 1hm_ an: nelmen; daß er dann 11111 der dem Deytschen 'e1gsmhi'unltchen S wersä i keit einx solche Frgge als eme nqttonale erklären werde? „Éenn Sje ]emals emen solchen Reichskanzler hätten, so müßten Sie ihn fortxagen!“ Er (Redner) führe, das an ohne jede Nebenbédeutungk Ohne jeden Nebensmn. Er wolle durchaus dem Rexchskarzzler daraus komen Vor: wurf machen, sondern mzr JLLIW daß Zr selbst solche Fragen ehe sie akut wurdkn, Vtxl xuhjgcr angesehen, als és, hLUte Der Faü sex. Jhm scheme m dex That, _ er sg 9 das ur Erklärung semes Verhalxens, _, daß der Kanzler ingdieser Krüge nicht genügend un_torr1chtet set. Das, was er als neue Önformalion vortragc„seten zu ganz altheFannW Ge-
chichten aus dem vorigen Fttthjahr. „Jene Expedxttoßen senxn Lamals durch die nenen Goldfunde hmausgelockt woxden; „ße hätten abcr alle noch keincnvErfolg gehabt, zugd zwar 1918" die “Mißerfolg? nicht wegen außerer Hmdermsw emgexretkn, sondern weik man WMW" hahe, „daß dle YUMYUM MYM): bau nicht [ohne- Das fer Zwo. ganz “bekanntg &hat- sache I" den dortigen Verhaltmffßn sei nun zn de_n leßte'n Wochen eine Neuerung . exngetreten, dte dye! anze Motivirung in dem Etat (Ztnfalltg mache Utzd_ dn: Zeshakb berechtigt? zu fragen, „auf rund welcher Motwtxung man nun den osten bemtürgen', sqlle? Wenn" cs 89115149??- bloß an gute'AbYcht€n dcs Anßwartrgey 2l1nts"sur.das )Yetch Fu glauben, dann wäre es HbßkhaUPk MHM, HUT Ms? DÜW?- ei1rPauschquanmm zn b2w1ll1gkn und der egteryng a cm die Verantwortlicbkeit für die Geldaußgabßn zu uberlaffen- Solle man einen Theil der Vermziwonkxhkett txagen, [o nzilffe man im Stande sein, sick) Aufklärupg uber dte tlxxtsachltchen Verhältnisse zu verschaffen, Es, set ganz außsr Frage, "dqß der Vertrag Kamahcreros nnt Deutschland rech1§gulng
sei; es komme nur auf die thatsächlicbe Frage ax1„ob der Box- behalt früherer Uebertragung von Bedeutung seu Es se1 );: ganz naturgemäß, daß über diese Frage der Re'tchskanzlcr Unt den Engländern in Verhandlung tretez es sex„da§ eme ern: sach€ Frage, wie sie fortgesetzt in dem dtplomcxttschun Verkehr Mstauche, eprüft und entschieden werden mass? nch) r9cht- [ichen Grun sätzen. Der Abg. Bambexger habe ck17 m (chr WOM präjudizirt. Wenn der Nezchskanzler Ytese ;xrage für so bedsutungsvoll hielte, dann hatte er erklaren sol1_en, daß, da die P.otivirung der Forderuxxg _von 80000 «Fk; nzcht m€hr passe, er aber andererskits vorlaustg Erklarungen mcht abgcbcn könne, die Bcrathung dieser Frage?, [UE an das EUR der Vudgctberathuna vertagt werden 1nogc., Dann wurde jeder bereit gewesen sein, über diese Sache zu schwe1gen. Aber Mf; das Haus, wenn plötzlich neue Geldforderungerxan dasselbe haranträtcn, nicht weitere Erklärungen solle foxdern konne, set von dem Parlamentarismus zu viel verlangt. Enz Parlament, das hierqu verzichte, * wiirde nicht merz!) Fein zu bestehezt. Der arregte Ton m der Debatte grexfe 1x1 dem Augenbbck Plaß, wo der Reichskanzler erschsine. Sema Paxterverqrge es dem Reichskanzler gar nicht, WEnn er thx sachl1ch„scht1etd18 gegenübertrete, aber daß er ihr Mangel at_1_ PaterNnuß, an Vaterlandsliebe vorwerfe und so emen'haßltchen Wa 311 die Debatte hineintrage, dafür habe man ck.." perantwortkch gemacht. Er (Redner) finde es übrigens erklarllch, xveqn der Reichskanzler nach den Vorgängen m der letzten Zxxt _m ge- wisser Erregung sich befinde. Es xnöge auch dem Nerchskanzlex ungowohnt sein, da er _den Retchsmg in dien'lesten FWR Jahren, so selten beehre, 1l1m, dem großen mächtrgen Manne, der in dsr Hauptsache mit Untergebenen zu verkehren gewohnt sei, hier im Parlament seine Ansicht vertheidigen zu sollen.
kan sähe ihm das nach, wie man dem großen verdtenten Manne Vieles nachgesehen. Was Samoa „anbetreffe, so wünsch? er (Redner? daß auch darüber ein Weißbuch vorgechgt wcrbe, nachdem () und so viel Mannschaften, dort 1191: Leben verloren hätten. Aber zusagen, daß, wenn du? Garantis damals bswiUigt worden wäre, das Gefacht nicht entstanden wäxe, sei eine willkürliche Kombination. Seitdem Deutsch- land Kolonialpolitik Ueibe, habe er so viel von fortgescßten StrsZtigksiten mit Eingeborenen und von Ver[usten gehört, wic fri'xbsr nicht in 100 Suchen in Deutschland. Und alle dikss Streitigkeiten und Verluste bsträfen zmn großen Theil die Verhält11iffe_ in den deutschen Schuß: «?bicxen. Jm Samoa sei AUCH 10 ge mmsn, mic dLL“ Abg. Bambergkr und dor Natioanieralc Axg. H. H. Meißr voxvsr- gosugt hältsn; dic GcssUschan habe in 10 Jahren L0VkiUio1*1€11 VUIWTM, die das Mic!) Mixte deckßn müssen. Dicson Vcrlusx [)xxbe Bamberger verhindcrt. Für Answandsrcr könxxken dis Schußgc'bißw kém Ziel ssw; nur eine _N11zah[ von BWUUM und Großhändlcxrn habe daran em Jnjcrkffe. Man habe schon mehr Dcntfthe am c"*iebexr verWrsn, abs sick) Deutscbs in jenen Gegenden beéänden. Der Abg. non Kardoxff meinte, auf ein Bischen Abenteuer seienDkutsche immor verxeffcn gewesen. Dio Freisinnigen wollten nicht zu den Sorgen, die man in Europa habe, noch solche in Schutz- gebisten. Gewiß, Abenteuer seien immer vorgekommen, auch in Déutschland, aber wenn man darauf ausgehen wolle, möge man sie auf eigene Gefahr und aus eigenen Taschen ein- gehen, und nicht auf Kosten des deutschen Volkes.
Reichskanzler Fürst v o n B i s m a r ck:
Der Hr. Abg. Rtchtcr bat Rch über meine Erkcgibeit gewundert und baK sie mit anderweüigen Borgßngcrx in Verbindung gebracht. Mir sind wlche nicht bekannt, dte mtch batten aufregen können: aber is.; kann dem Herrn Abgeordneten Verstcbern, daß diese chwnnderung eine vollkommen gsgenseilige ist,. Ick habe mich über Die Ecregtbeit des Hrn. Abg. Richter noch viel mxhr gewundert, und _ich glaube, mit viel mslzr Grund; denn wcnn wrr unsere _beider'scitigen Bcschäfti- gungen vexglkichen: der Hr. Abg. Richter [xai mcbtszveiter auf dcr Wolf zu thun, als die Kritik an der Regierung unh xxlemer Pcrson; mir liegen eine ganze Menge verantworjliÖer Ge1cha7te, in meinem vier- undficbzigsten Jahre 1th 26 Jahren oZ), d": mxcb wohl aufregen können, um so gewiffenbafjcr ich sie befmbx, und_ pm so mehr nxir an cinem für das Land und für meinen Ralscr gü111t1genAusfaU dicUr Gesxbäfte liegt. Der Hr. Abg. Richter ist nikmals verantwortlizh; ich begrrife nicht, warum er fich so aufregt Über eine Vcamebrungxer Polizennacbt in Südwest-Afrika. Jstdao wirklick.) der Grund_für emen so berühmten Mann, großer? Redner und Selbsthexrjcher der demokratischen Partei, fick) in eme 1ylche Aufregung zu bcmgcn, daß er sagt, und das mit einer Tonart, rxe das Maß der mneren Erregung noch mehr bekundet, als die Worte, in denen er fich auIdrückt: wenn das Paxlament das Recht nicht mehr haben soÜtc, darüber auf die unbequcmste Weise und obne Rückficvt auf auSwäctige schwabcnde Verhandlungen zu interchixen, kann _ ich weiß nicht, was er same _ daun find wn überhaupt nickxt mehr werth, zu existiren. Also so gering [äsxägt er den Reichstag an. Wenn man dem Reickzstagc zumutbet, die maßige Schonun der Regierung gegenüber xu bcobacbtenxv die selbst die schärfste Oppo jtion in andcrcn Ländern beobachtet _ tn England gcnügt es, wenn Jemand sagt: wir Vcr- handeln augenblicklich über die Sache, und ich lehne es ab, mich über die Sache auszusprechen; dann ist für den Augenblick die Sache wdt, nnd-man würde Dctijenigeu für einen Feind Englands erklärcn, wenigstens halten, der dann den Angriff, auch wenn er der irischen Oppoßtion angeböxte, fortseßte.
Wex1n_der Hr. Abg. Rtchter damit das Vcrbasten seiner Partei bier vcrglctcbt, 1o karxn er fich doch wohl darüber nicht beklagen, weurz von anderer Sette,_ und namentlich Wenn von meiner Seite, kr: 1ch iwcran1wor'1lich bm für die Ergebnisse unserer Politik, sein ngrsotlkmus; semc Reichsfreundsckyaft mindestens nicht so Hoch an- gc1chwgen wxrd, wie die der Mehrzahl seiner Koücgcn bier _ will ich sagen. Das ist ja ein sehr rclativcs Urtbcil, und kann ibn an nicht ver]et3en; denn ich chlage den Patriotismus der M* rzabl sebr boch an und den des rn. Abg. Richter nicht ganz so bock), namentlich wsnn er in Konflikt kommt mit der Abnciguwg, die cr meiner Perso", meinem Ministcrium, meiner Regierungslcitung seit 20 Jahren hier an dieser S1el1e gcwidmct hat, Dann streiten in ihm zwei dämonische Gewalten, die eine die lcidcmschaftliche Liebe zum Valeriande und die andere die Abneigung gegen den Reichs- kanzler. Da trägt die erstere doä» nicht immer den Sicg dcxvon.
In jedem andcren Lande würde die Diskusfiou über diejcn Punkt fallen gelassen worden sein; abcr seitdem ich erklärt habe, daß mich das genirt, scifdrm ick) dem Hrn. Abg. Bamberger vorgehalten babe, daß das mir unbequem war, _ da haben die Herren gcfundkn: aha, da hat die Regierung einst! wundcn Punkt, da wollen wir darauf reiben, das kann den Ausländern sebr_ günstig sein, da kann die Re- gierung Mißcrxolg haben, und das Wird uns einen unerhörtcn Spaß
machenn. . Dapn wird triumphirt in al1en sreismnigen Blättern: vqjlstgndtgc Rtedcrlage des Fürsten BiZmarck. Kurz und gut, voll- standrgnacs) der franzöfiscben Schablone, wie das in Paris und auch 111 gcwtffen_ruffischen Blättern so Mode ist. Aber ich gönne anen das Vergnugen; i_ch würde mich auch nach der Ursache der Aufregung des „Hrn. Abg. thbtkr nicbt erkundigt haben, wenn er nicht bei mir daßselbe thden vvraußgesext hätte. Ick kann ibm versichxrn, daß es bct'mir zucht vorhanden in; ich befinde mich in voI-kommener Ruhe; es ck nnr angenehm, mich mit ibm zu unterhalten.
Er ha? em Wctßb'ucky über Samoa vermißt. Za, meine Herren, dgs finkZ w:: ganz bercjt, beten vorzulegxen, wenn nur erst due Be- r1chte emgegqngen smd. Telkgrnmme bringen nur Bruchstücke von deyt, was ae1_cbeben tstz Telegramme sind sehr jhcusr IMD gehen doch tmt [)en Seefahrtxn, die, Re durchmachen müssen, Zlaukte jej), 14 Tage oder 3 Wochen. Dte_Bertchtc [*abcn wir also nicht, und sobald wir 11: babcn, Werden wxr ]agmserc Ykaßregelu jrcffen können; oueragmente von Telkarammen Hm kann man obitiscbe Entschließungen '", trxffcn. Abxr dann_sol1_cn Sie auch hr Weißbuch haben. und ann wud Hr. Richter vthU-ch noch eine hübsche Blumenlch von Kritik der Handlungen dcr Reglerung und der Koxonialbcstrevungen über- haupt daran? mcxchkn können. Jeder hat eben sein Geschäft.“
' Nun, Fux ems bin ich dem Hrn. Abg. Richtxr dankbar, als er semem polmsxben Freunde, dem Hrn. Mg Bambcrger einiger- maßen zu Halse gekommen ist. Es ist dkm ja skb: schwer e- worden, m_w qx hat deshalb nach drcimaligcm Wortergreißen n_icht daraus zuruckkommen wollen, offen zu sagen: ja, ich habe leider dlc deutschen .»)xecbtstitel, dix: in England geltér-d gemacht werden fönxnn, vollständig als zweifelhaft unp wettblos bezeichnet. Hr. Richter 1st1l)1n gcgenübergetretenynd bat gcxagt: die Titel sind rechtgültig unbedingt. Wir sind alw in der angenehmen Lnge. wenn die Eng- länker uns den Hrn Abg. Bamberger vorhalten als] Aujorilät, Hrn. Richter gegen Hrn. Bamberger geljcnd zu machen. Dr Richter ist dafür, und die Engländer werden ja entscheicen, Wer der größere Jurist ist.
Wenn es riÖtig ist, was der Hr, Abg. Richter anführt, daß Alles, was wir über die Nusficbtcn dieser Gesxllschast wissen, schou vorher bkkarmt war, ja, dann ist mir das Auftreten des Hrn, Abg. Bamberger noch vie]n;1bcgreiflicher. Wenn er das wußte", dßß es bei Uns Lmtdsleaje giebt, die Hoffnungen Haben und große Aus- wendungkn dafür machen, wenn er das icit Jahr und Tag wußte _ was ich nicht wußte; ick) habe meine andercn Geschäfte, “:ck kann nicht in alle Details cingeben, die hier zur Berathung kommen _, dann hätte der Herr Abgeordnete doch um so Mehr Anstand nehmen sollen, die Dokummte. die die Bafis der Existcns der GLFLUsÖaft und ihre Hoffnungen bilden, auf diese Weise geringschäyig vor der Oeffent- lichkeit zu behandeln. D(mn muß ick) fast sagen, dnß sein Mangel an Beißand füx Landsleute und 1ür Regierungsbemübungcn ein wohl- Überlegtcr gchen sein muß. Deyn Faß wir Angcfichrs dieser ibm bckannten Auéfiéoten dec GeseÜ1chafsex1 gegen die Expcdition L_:MS rcklamircn würden in LoMon, vas komme er sich doc!) bsi Feiner “Sagacität, die er sonst in voliti1chxn Dingen und namemücb 'm kolo- Uialcn immer bewähcfha;,€elbst1agcn. Also ia: muß dem Hrn. Abg. Banchrgcr bier Sßpuld geben, daß er _in oniüberlegter Weise die Interkuen ker Geierckzast und rie der Regisrung in ihren diplo- mati1chen Vrrßandwngcn mit England wesentlxck) gcsckyäkixxt haf.
Hr. Richtcr Hax gksagt, daß akle die Gründe, die ihn davon Hätten abhalten sollen, :'()m seit Jahr und Tag aUe bekaxmt waren, _ ja, das ist etwas ganz Anderes; dadurch erscheint mir Ir. Bamberger noch in viel weniser günstigem Lichte als friiher, ck kann übrigens hinzufügen, daß mir doch noch außer dem, was ich ver- lesen babe _ iet; kannte es nicht, eße ich es las _, noch andere und günstigere Berichte bekannt smd, noch begründeten, und auf mxffenschaftlicßen Prüfungen der höchsten Bergautoritäten in Deutschland beruhend. Ob nun Pochwerke nötbig_ smd oder nicbt, das möchte ich Hrn. Richter bitten, doch der Geseu1chastzu überlassen. Er ist aber ein Freund von Unabhängigkeit und Freiheit nur für fich selbst; sonst hat er eine gewisse Neigng, selbst Hirse harmlose Gestu- schast zu tyrannifiren, als ob sie zu semer Partel_gehörte.
Ein Antrag auf Schluß der Debatte_w1rd abgelehnt.
Ab . Simonis esklärt, daß er auf“ eme (_mdere Serre der Schußge ietangelegcnheic ginzugehen dae Nbsrcht_gehabt_habe, für heute aber daraux yerztchte; er werde „dlc Sache bei Ge- legenheit der ostafrikamschen Vorlage vorbringen.
[ Ein erneuter Schlußantrag gelangt nunmehr zm: An- na)me. _
Nack) einigen peysönlxchen Bemerkungen der Abgg. Bam- berger xmd Richter m:rd der Titel und M Rest des Extra- ordmartums des Etats der Au§wärtigen Angelegenhsiten ge: nehmigt, ebenso die Einnahmen. .
Schkuß 51/4 Uhr. Nachste Sxßung Donnerstag 1 Uhr.
Amtliche Nachrichten des Reicho-Versicberun s amts._ Nr. 2. _ Inhalt: Amtlicher Theil. UnfalWerbütunZS- vorsckr1ften der Ostdeutscbcn ancnscbiffabrtH-BcrufxT-„zenoffknsäyast. YsKLZxkanmaFungt, betprffcnd Te Ti det?)Berqucnoffenschachn an-
e e eau ragen. omx. cem cr188,_ " Beschleüffe. ff 5 8 Bejchde und * erö eptlickyungen des Kaifcrlicben (Gesxxndbeitv- gmts. Nr; 3. _ JnHalt: Gejundbeüsstaßd, Volkskrankheijen m der VerxcbtÖkyPe. _ Gefynßbcttsstand in Rußland1884 und 1885. _ Stcrbcxalle m' dcutxcben STURM von 40000 und mehr Einwohnern. _ DeSg]etchc_n m größeren Städten des Außlandes. _ Erkrankmxgen m Berliner Krankenhäuskrn. _ DeSgleichen in deutschen_ Stadx- und Laydbezirken. _ Ueber die Tbäxigkeit des brgfiltcznzschen (Hencral-Ge1undbkiW-Jnspektorais. _ Witterung. _ Zettwetltge Maßrxaeln 2c. _ 'Tbicrscucben in Italien, 2. Juli bis 2-- Septcmber 1888. _ Dchglmcben 'm der Schweiz, September und Oktober 1888. _ Vetermärpolizeiliebc Maßregeln. _ Medizinal- Geseßgeb'xzng 2c. (Prkeußcz!) Arznei-Taxe für 1889. _ Einfuhr amertkarxt1cher Schnzcmedarma _ (Berlin.) Die durÖ dus Reichs-
efey vom 35. Jun: 1887, betreffend den Vexkchr mit blei- und zink- alttgen Gkgenftändcn, betroffenen Crzcugniffe und Gewerbe. _ Ungarn,) RIeZung _dcs Veter'nvärwesens. (Jorjfe ung. _ Recht- spreckogng. ( exchsgerjcht.) Butter mit 40% Waerrgesc-lt in FOUR ungenuqenden AusknetenH des Wassers. _ (Landgericht KMM)“ Hexstellung von Kunstwcm. _ Klären und Schönen des SUNNY"?
bestimmten Weits. _ '7 t . ' . ' ** ** ' Geschenkliste. 1 Vetmtxcbes (Berlm) Gebermli