1873 / 14 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 16 Jan 1873 18:00:01 GMT) scan diff

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die Zeit von Mitte Februar bis 20. März zu bestimmen. 'Sie wird demnächst auch die Art des TranSportes im Allgemxmen re eln. Im Einzelneni dies den Lanhxskommisfionen uber- 1 en: für Preußen hat 119 hiestge Spedtttonshaus Phaland & Dtetrick) den Traanort übemommen.

_ Der General-Lieutenant von Schulz, Jnspecte'nr der 2. Jngenieur-anektion, ist Alle'rhöcbsten Ortsz mtt Fuhrung der Geschäfte der Gencral-Jnspektton des Jngemeur-Corps und der Festungen beauftragt Worden.

_ Der französische Botschafter in St. Petersburg, General Leflö, ist heute früh hier eingetroffen und rm Hotel Royal ab- gestiegen.

_ Der vom 7. bis 9. Oktober 1872 versammth gewesene 48. Kommunal-Landtag der Altmark hat über seine Ver- handlungen einen Bericht erstartet, dem wir Folgendes ent- ne men:

h Der zum 7. Oktober 1872 zusammenberufene Kommunal- Landtag der Altmark erledigte die ihm vorliegenden Geschäfte in 4 Si ungen.

Na geschäftlichen Mittheikungen ging man zu den Berathun- gen über und zeigte der Vorfißende an, daß noch ein Antrag nach Erlaß des Konvokatorii eingegangen sei. Die Versamm- lung erklärte fich zur Berathung und Beschlußfassung bereit, Dieser Antrag betraf den vor einiger Zeit zu Stendal gebil- deten Verein für innere Mission in der Altmark, dessen Vorstand einen Zuschuß aus kommunalständisthen Mitteln zur Gründung eine-Z Rettungshauses zu Stendal für verwahrloste Kinder zu bewilligen beantragt. Der Landtag erkannte zwar den edlen Zweck an, war jedoch noch nicht in der Lage, fick) zu erklären, ob und in wie fern dem Unternehmen eine Unjerstüßung zuzu- wenden, da ein vollständiger Plan über den Bau, die erforder- lichen Mittel, die Einrichtung und Organisation des neuen In- ßitutc; noch nicht vorliege.

Es ward nun zu den Gegenständen des Konvokatorii über- gegangen und da die Wahlperiode des Vorsißenden des Kom- munal-Landtages und dessen Steüvertreters mit dem Jahre 1872 zu Ende geht, zur Neuwahl bis zum Schlusse des Jahres 1875 geschritten, und find [ant besonderen Protokolles der Landes- Direktor von der Scl)ulenburg-Probftei-Salzwede[ zum Vorfißen- den und zu dessen Stellvertreter Deichhauptmann von BiHMarck- Briest von 33 Stimmenden ein Jeder mit 32 Stimmen Wieder

ewä [t. g hBereitos in der vorigen Diät kam die Einrichtung einer Pro- vinzial-LebentZ-Verfick]ernngs-Anftalt zur Sprache. Dem dies- jährigen Altmürkischen Kommunal-Landtags ward nun durch den Ober-Präßdentender Provinz Sachsen die Angelegen- heit, beÉreffend die Gründung einer ständischen Spar- und LebenG-Verficherungs-Anstalt für die Provinz Brandenburg, welche demselben von dem Ober-Präfidenten der Provinz Branden- burg übersandt worden, znr Berathung und Veschlußnahme vorgckcgt. Die Sache war bcreits vom 17.11nd 18. Brandenbur- gischen Provinzial-Landtage berathen. Dis Kommisston des 17. Provinzial-Landtages hat nämlich die Gründung der Auftakt unter ständischer Garantie in Vorschlag gebracht. Die Kosten der ersten Einrichtung, sowie der Ver1va11ung soUtcn von den vier kommunalständischen Verbänden der Kurmark, Neumark, Niederlaufiß und Altmark hergegeben und denselben später er- stattet werden. Die Königliche StaaTsrcgierung ist Diesem nicht beigetreten und hat entschieden, daß es denKommnnal-MndKagen Überlassen blsibcn miiffe, “ob und welch? Beikrägc fie bewiUigcn wollen. Der 18. Provinzial-Landtag hat beschlossen, znnächst die Kommunal-Landtage über ihre Bcreitwilligkeit zur Bethei- ligung zu hören. Dsr Kommunal-Landtag der Aktmark hat nun beschlossen: ein Bedürfnis; zu einer öffentlichen ProvinziaL-Spar- und LebenGvUsick)erungs-Anstalt nicht anzuerkennen und den Ansthlnß der Altmark an eine desfaUfigc Anstalt der Provinz Brandenbnrg abzule nen.

In Betreff eincr Spar-Anstalt smd bereitsnicht allein in den Sfädtsn Salzwedek und Seehausen städtische Sparkassen, die anck) von Landbewohnern bcnuYt werden, mn bedeutender Frequenz vorhanden, sondern auch noch in 11 anderen O11schasten stän- dische Sparkassen, und wenn noch irgendwo ein Bedürfniß fick] ergiebt und das Nöthige znr Einrichtung zu beschaffen ist, so wird dem sofort Rechnung getragen. Hinsichts der Leben?:vcr- sicherung glaubte man, daß wer sein Leben z11119111chernn111nsche, anderweit inrcichende Gelegenheit dazu habe, indem 111618, die größte Si erheit gcwährende Privat-Anstalten, vorhanden seien.

Dann ward dEr Versammlung der auch an den Landtag vorangegangene Aufruf des Kamikes, betreffend Aufforderung zu Beiträgen zu einem zu errichtenden Nationaldenkmnle auf dem Niederwald nachrichtlich mitgetheilt.

Posen, 15. Januar. Das 1. Westpreußische Grena- dier-Regiment Nr. 6 wird hier am 1. April 1). I. sein 100jährigec5 Stiftnngsfeft feiern.

Bayern. München, 15. Januar. In dem Befinden des KriegS-Ministers General-Lieutenants Frhrn. von Pranckh ist soweit Besserung eingetreten, daß derselbe eine Ausfahrt machen konnte.

Sachsen. Dresden 15. Januar. In den Paradksälen des Königlichen Rsfiden31chlos1es hat gestern Nachmittag große Königliche Tafel stattgefunden, zu welchyr die Staats-Mi- nister und der Minister dc's KöfniglicHen Hauses, 1011216 die Direktorien und sämmtliche Mitglteder Der beiden Ständekam- mern geladenwaren.

Württemberg. Stutgart, 11. Januar. (Allg. Ztg.)

In“; der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer kam die An- gelegenheit wegen der Stellung der Geistlichkeit in den Orts- armenbehörden vollends zum Abschluß. Bisher wurde das Armenwesen nach Maßgabe des Verwaltungs-Edicts vom Stif- tung?:rathe besorgt, welcher aux": dem Gemeinderath und noch besonders dazu gezogenen Bürgern, sowie aus der Geistlichkeit des Orts bestand. Den VorfiÉ führten der Geistliche und der Ortssvorstand gemeinschaftlich. och war der Geistlicle der wirk- liche Vorfißende und erste Vorstand, der OrjsvorsteZer der erste Votant. Die Armenpflege war eine freiwiüige und wesentlich auf die Kirchen und milden Stiftungen bafirt. Durch die in den Forderungen nnd Verhäktniffen der Zeit liegende Umbildung der Bßrger- m eine Einwohner- und wirthschaftliche Gemeinde war dresses Verhältniß um so weniger mehr haltbar, als jth die Unterftußung der Bedürftigen nicht blos auf die Ortsbürger, sondern auf aUe, die auf Grund des Freizügigkeitsgescßes und des Geseßes über den Unterstüßungswohnfiy ein Re t auf Unterstnyung'erworbcn haben, von der “Gemeinde gerei “( werden um , soxmt keine freiwiUige mehr ist. Der Schwerpunkt [regt 1th also mcht mehr in den Stiftungen, sondern in der Gememde, und der Gemeinderath ist somit die Nrmenbehörde.

Das Ausführun. sgeseß zum Unterftüßungswohnfißgeseß zieht jedoch die Geistlichen _ als stimmberechtigte Mitglieder zum Orts- armenrath bei, wenn nun an naturgemäß der OrtSUorftand den Vorsiß führt. Was die settherigen Stiftungen betrifft, so

' verbleiben die Stiftungen zu rein kirchlichen Zwecken natürlich

wie bisher dem StiftungSrath unter dem Geiftlichen zur Ver- waltung. Hingegen sollen diejenigen Stiftungen, welche aus- schließlich dem Zweck der 1") entliehen Armenunterftüßung gewid- met find, der OrtSarmenbehorde zur Verwaltun übergeben wer- den. Die Kommission ift nun in ihrer MehrJeit mit der eben bezeichneten Stellung der-Geiftlichen in der OrtSarmenbehörde ein- verstanden. Domkapitular von Dannecker beantragte aber, es bei dem bisherigen Bestande der Stiftungen unangetastet zu belassen, so daß also der StiftungSrath unter dem Vorfißenden des Geist- lichen allein darüber zu verfügen hätte. Eventuell wenn die Stiftungen zur 1") entliehen Armenpflege beigezogen werden soll- ten, es dann auL bei der bisherigen Verwaltung zu belassen und für die Unterftüßungen nach Maßgabe des neuen Geseßes nur weitere Ortheinwohner beizuziehen, für die Verwaltung ein- zelner Zweige und Anstalten der Nrmenpflege eigene Kom- misfionen zu bilden und besondere Armenpfleger zu be- ftelXen. Dock) blieb er mit diesem Antrag in der Kommis- sion allein, und erß heute in der Debatte in der Kammer ver- einigte fich Prälat von Georgi, der vorher einen anders gefaßten, aber ähn1ichen Antrag gestellt hatte, mit dern Danneckers. Oesterlen stellte den Antrag: die Geistlichen in die OrtHarmen -Bek)örde nur zuzulassen, wenn sie gewählt wer- den. Hierfür erhielt er aber außer der seinigen in der Kom- misfion nur drei weitere Stimmen. Hölder beantragte: die Geistlichen zwar ohne Wahl zuzulassen, ihnen aber die Theil- nabme an den Verhandlungen der Ortsarmenbehörde frei zu lassen; es sollte also das Recht, aber nicht die Pflicht ihrer Theilnahme auSqesprochen werden, wie der RegierungsentWUrf wil], In der )ommisswn waren hierfür außer Hölder nur zwei Stimmen, von Dannecker und Von Georgii's Antrag wurde mit großer Mehrheit, der Oesterlcns mit 66 gegen 18 abgelehnt, dar Holders mit 50 gegen 34 und der der Kom- mission mit 50 gegen 34 angenommen. _ Zu Anfang der Sitzung ward (wie schon gemeldet) der Staatsvertrag mit Bayern über den Bau der Ulm-Heidenheimer Bahn mit allen abgegebenen 70 Stimmen angenommen und ebenso diex von der Regierung beschlossene Trace durch das Donauthal, Wonach es in Bayern 2 Stationen, Elchingen und Thalfingen, giebt.

_ 14. Januar. In der heutigen Si ung der Kammer der Standesherren wurde der Minderhettsantrag in Betreff des Geseßentwurfes 1. (weitere Ausdehnung des Eisenbahn- neHe-Z), welcher auf Nichteingehen in die BeratZtmg geht, mit 24 gegen 9 Stimmen abgelehnj und nach dem MchrheiteZantrag sofort auf die Berathung des Entwurfs eingeÉreten.

Hessen. Darmstadt, 13. Januar. Das gestern ausge- gegebene „Großherzogliche Regierungsblatt“ Nr. 1 enthält das Edikt, die Mitglieder des StaatSraths für 1873 betreffend. Folgende Personen werden durch den Großherzog als außer- ordentliche Mitglieder für das Jahr 1873 berufen: 1)"der Prä- sident des Ober-Konfistoriums, Geheimrat!) KriHler, 2) der Präfident des Hofgericht?) der Provinz Starkenburg 1)r. Krug, 3) der Direktor des Ober-AppellationS-und Kaffation-derick)ts, Geheim- ratl) 01". Müller, 4) der Geheimratl) Schleiermacher, 5) der Direktor der Ober-Studiendirektion, Gcheimrath von Willich, 6) der Geheimrath Fischer, 7) "de;: Ober-Appellations- und Kassations- gerichtleatl) Zenjgrafx.GkYeßOber-Appellations- Ynd Kassations- gcxichtSrth 1)1". Halbvackß.

Mecklenburg = Srhlverin. Schwerin, 15. Januar. .Der Staats-Minister von Bülow, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am Königlich preußischen Hofe, ist gestern hier eingetroffen.

Malchin, 12. Januar. In der heutigen Sißnng d'cs Landtages wurden die Berathungen über Kap. 111. (Verfas- sungSreform) begonnen und kam auf Antrag des Kammerherrn von Oerßen-Kotelom fokgender Beschlußentwurf znr Propofition: Man 1110116" darüber abstimmen, ob die neuesten in dem Prome- moria der “Landtags-Kommiffarien vom 7. d. M. enthaltenen Propofitionen der hohen Regierungen abgelehnt werden sollen, oder ob weiter darüber deliberirt werden solle. Diejenigen, 1118111)? die erste Alternative wollen, haben auf ihre Stimmzettel das Wort „Ablehnung“, diejenigen, welckze das Zweite woklen, auf die ihrigen die Worte „weitere Deliberation“ zu schreiben. _ Die Landschaft erklärte vor Weiterem untcr fich ,be- rathen zu wollen. Hierauf gab nach längerer Be- rathnng die Landschaft aller drei Kreise zu Protokoll:

Nackxhem die HohenRegierungkn es für angemessen gehalten haben, unter ein1t1veiligcr Aus1c13ung der Verhandlungen übsr die übrigen Théile der Verfassnngsvorwxxe das Finanzkapitel zur gesond€rten Ver- handlung mit den Ständcn zu bringen, um damit eine Vérständigung über das (Hanz? dcr Verfassungs-Vorlagcn vorzubereiten und nakh Möglichéit zu sördcrn, so hat auck) die Landschaft, 1ve1che die landes- väterlichxn Absichten dcs A11€rdurchlauchtigstcn Großherzogs zu keiner Zeit verkannt hat und ich des hohen Wsrthes, Welcher a1lcrscits auf eine Verständigung 311111" en den hohen ngierungen und den Ständen zu legen ist, jederzeit “bewußk geWcsen, es für ihre? Pflicks gehalten, unter Festbalfung der Vorausseßung, das; über das Ganze der Ver- fassungsreform, also auch über eine entswrechende Llcnderun, der Lan- d"e«31)crtretung, eine Vorständigung crrcichf Wkrdc', in die ZLÜerhöchst proponirten mündlichen Vcrhandlnngcn mit den Großherzoglichcn Herrc'n Landtags-Kommiffaricn einzugehen.

Nachdem nunmehr das über diese Verhandlungen geführte Diarium den Ständen zur Beschlußnahme vorgelegt ift, könne die Landschaft nur mit dem von der gesammten Kommissson in in dem Promemoria niedergelegten Bedenken gegen die in der Note der Großherzoglich Schwerinschen Kommiffarien vom 7. d. Mts. vorgeschkagenen Grundsäße für die Ordnungdes Fi- nanzwesens ihr Einverständnis; bekennen. Insbesondere vermöge sie zu der 8111) 11. der Note proponirten Trennung des Rentcrei- Etats in einen AUcrhöchst festzustellenden Etat und einen mit den Ständen zn vereinbarenden Etat fick) schon um dcswiklen nicht zustimmig zu erklären, weil auch in dem letzteren ein we- sentlicher Theil seiner Decknn Emittel, der aus dern ersteren zu Übertragende Uebersohuß, der einseitigen schließlichen Bestimmung der Regierung Unter Anschluß des ständischen Zustimmungs- rechts untersteUt sei, und folgeweise in Konsequenz des Grund- saYes, daß die zu *den Staatsbedürstiiffen erforderlichen Deckungs- mrttel von den Ständen aufgebracht werden müssen, das ständische SteuerbewiüignngsZ-rccht seinem Effekte nack) in ein rathsamcs Be- denken bei Ausschreibnng der Steuern verwandelL würde. Die Landschaft glaube vielmehr, auch jeßt noch, wie an den übrigen in dem Bencht der ständischenKommisfion üä Kap. 11]. der Aller- hochsten Landtags.:Propofitionen vom 9. Dezember 1). I. 8111) 1_4 hervorgehobenen Bedingungen und Vorausseßungen, fo anch _daran festhästen zu 1111": en, daß bei Nusschndung eines Furstlichen Hansguts tn Bett des nach der Ausscheidung dek- selben verbletbenden Domanialvermögens volles Mitbeschließungs-

und Kontrolerecht, insbesondere bei Feststellung des Etats und bei Revifion der Rechnung, den Ständen zuzugestehen sein wird,

Wegen vorgerückter Zeit wurde der Beschluß der Riüerschaft angeseßt und auf morgen ein ritterschaftlirhes Plenum an- geseßt.

_ 13. Januar. Heute wurde von der Ritterschaft'bezüg- lich der gestern vorbehaltenen Erklärung der Rittevschaft über die neue Finanzvorlage zu Protokoll ge eben:

„Nachdem die verchrliche Landschat in der gestrigen Plenarsitzung bei Bcrathung über das Von öcm Komitc 8-11 0:11). 111.„dcr beidersei- tigen Allerhöchsten Landtqgs-Pofitionen vorgelegte Diarium und dessen Anlagxn, dre von den hohen Regierungen unterm 4. d. M. erlassenen Refkrtpte und von den Herren Kmnnzissaricn weiter dem Komite ge- machten Mittheilungen bctreffend, erklan hat, vor Weiterem unter fich beratßm zu van und in Fol 8 dessen auch eine Staüdeserflärung zum Landtagsvrotokoll abgegebsn Fat, 11t die Rifjerschaft in die Noth- wendigkcit versetzt wvrden, cbxnfallß in eine Standesberatlmng einzu- treten, und 9161111115 Ergcbniß der1elben die Erklärung dahin ab:

Die Rttter1chaft eignet |ck) zwar die in dem den Herren Land- tagö-Kommissarien übergebenen Promemoria dkr Komm1fio11 (Anlage 13. des Diarii und in Nr. 10 destclben) an ercgten Bc-denkeu, besondcrs in Bcihalt der in der Note der Hcrren om1n1ffaricn vom 7. Dezkm- ber 8111) l., 1, 2,3 enthaltenen Punkte, gegen einen zwiefacben Etat, wie ibn d1e GroßHcrzoxlich, scbw-erimchcn Kommissaric'n proponirt und herausgegeben haben, seiner Konsequenzen chen an, theilt aber des- halb nicht das von dcr verehrlichcn Landschaft in ihrer Standcs-Er- klärung angesprochen-x Vsrlaugen nach einer ein vollständiges Budget- rech1 involvirendcn Theilnahmg der Stände an der Finanzverjvaltung, sondern befchränkt fich darum„ ihren in Grundlage des Majoritäts- votums dcr ritterséhaftlicben Mnglicder der Kommisfion in der Land- tags-Ve'rfammlung vom 17. Dezember v. J. gxfaßten und zur Kennt- nis; der hoh€n chierungen ge'bracbten Bcsch'lüffcn zu inhärixen.

Hierauf beschloß die Ritter- und Landschaft: Es se1en dieser heutige Beschluß der Ritterschaft und die gestern von der Land- s aft abgegebene Erklärung durch Vermittwng der Landmar- s lille nunmehr dcn beiderseitigen LandtagS-Kommiffarien mit- zntheilen und dabei zu erklären, daß Stände hiernach und nach Maßgabe der früheren Beschlüsse die Antwort 3111 ()*-111.111. 81181". 81 81161. abzugeben bcabfichtigen.

_ 14. Januar. In der heutigen Sitzung trat, nachdem von rittnsthaftlichcr Seite vielfach behauptet, daß die vorge- schlagene Fassung gänzlich unverfänglicl) sei, und noch längere Zeit über die Fassung des Beschluß-Entwurfs debattirt war, der Kammerherr von OerHen-Kotelow mit einigen anderen Mit- gliedern von Ritter- und Landschaft zusammen, und legten diese dem lenum sodann den folgenden Beschluß-Entwurf vor:

„Wachdem von den 9111611611111 Verordneicn Schwerinchcn Hexren Landtags-Kommissarien aus dic; mitgktheiltcn Beschlüsse beider Stande aufs Neue Vorschläge zur V€1eitigung der ständischen Bedenken vdr- gclegt Wordcn sind, können Stände, Welche die landesväterliche Absicht, eine Einigung F1vischc1xLandcsherrn und Ständcn, zunächst über Has Finanzkavitkl, )erbeizusül)r1n, daanarUchst ankrkcnnen, darin nur "mne ernkuexe AuJordcrung finden, aus das von aÜen Theilen gletchmaßtg 0111311111 16 161 einer Verständignng mit gleichem Eifcr 1vic_his er 1)inzuar*citcn. Je Er_nstlicher 111111" Stände diefe YUsJÜHL auffassen, um so dringender mußder Wunsch in ihnen rege scin, daß zur gründ- lichen Würdigung und“ Prüfung der l_andcsherrlichen Vorlage ihnen auIreichliche Zcit 9811111611 Werds.

Rittsr- und La11d1chast Wolle daher, unter Bezugnahme auf 1.112 von Mitglicdcrn dcr Committe in Her Konferenz 1161 den Allerhöchst verordnktkn Herrcn Landfags-Ko111U1i1saric11 am gestrigen Tage münd- lickx entwickeltcn und. in dsr iibcr die dabei gepflogcnen Vcraikyungen ausgcnommcucn Registratur wicdsrgc'gchnkn Gründe, welche zur Förde- rung cincr chrständigung 111111“ die drittc ?lilerhöchstc Landtags-Propo- sition dicLlusWung dcr Vcr'handMng 1vfin1chcnswcrth erscheinen lassen, an beide allerdurchlauchtignL LandeYHerrcn d_ie 11ntcrthänigste B1tte richten, dem-Mcnwäxtig-zn Landtage 161116 E11d1chast zu geben und die Wcitcrc Berathung dcr dritten Lanßtags-Propofition dem nächsten Land- tngc vorzubobalfcn, indcm fie [ck11'rsür die Vermiitz'lung der Allerhö, st vcrordnctcn Herrcn LandtagE-Konnnis arien in21n1pruch zu_nehnic_n ich erlauben. Dic: HMM Landmarft ("1 1' würden ersucht, dic]e11 B€1ch1uß sowie dcn aus die hcntcg'ihcrgs €nc_Nox€ dcr Sch1vcrin1chen Herren Landtags-Kommissaricn gesaßtcn Bcsthlm; zur Kenntnis; der Herren Landtags-Komniissaricn zu bringen.“

Dieser Beschlnß-Entwnrf Wird zum Beschluß erhoben.

_ 15. Januar. (W. T. B.) ,Das Ansuchen der Stände nm Ausseßung der Verfassungöverhandlungen ift durch den,Großherzog genehmigt worden.

Sachsen=Weimar=Eisenack. Weimar, 14. Januar. Ueber die Reise Sr. Königl. Hoheit dcs Erbgroßherzogs smd der „Wcim. Ztg.“ aus Kairo 130111 4. Iannar folgende Nachrich- ten eingegangen: * _

27. Dezember, SO. Königl. Hoheit dcr Erbgroßherzog haben 511116 in *All-Kairo, _dem ehemaligen Fortak, die koptisc'he St. Georgs- kirche und die Mo1chsc A1111uxbesichtigt und machten Nachmittags einc: Spazicrfabxt durch dte_S_chu_braY-A[les. 28. Dezember. Se. Königl. Hoheit haben 1n_Ge1€U1chnsk S1". Hoheit des Erbprinchn von Meiningen und mik Gefolge das Dejeunep bei S1“. Königl. Hoßcit dem Vizc-Königß eingenonnncn und darnach das Kiosk zu Schubkak) 1111111111. 29. Dczcmbsr. Dic hcntige AuSsahrk Sr. Königl. Hohkit nach Makarios) zur alten Sycxmore, untcr Welcher Maria n-xit dem Jeschkinde geruht habkn wll, führte auch_ zur nahcgclegenen Stätte des einstigen Hsliopoüs, dcm alttcjtamentarich On, wo einer der ältestcn Oßeliskc von Akgypwn st?1)k. 30. Dezsm- ber. Se.Königl.Ho1)cit [Zabcn unter Führung ch jüngsrcn Herrn Brugsch das ägypti1che Mu1cum zu Bu'lak. in A11gcn1chein gcnommsn, darnach das Atelier des P[)otogrc1p1)1'11Schac]'1't und die 111 der Azlxar- Mo1chee [1671111111168 theologische UniversitäF, wwic einige nach Zünsxen ('[1'9121111'1116 Komplsxe von Vazaren [1e1ucht. _ 31. Dezembc'x. Ge. Königl. Hoheit gerthen béuie nach dem Bequcbe Lines Geßütch in Schubral) dym Unterrichts in einer grrgßcn 1111111516111)-po1ytechmschcn L?Hranstalt beizuwvhnen, in welcher Ec. Könixxl. Hoheit vom P_ro- tektor, dcm Prmzen Hussein Pascha und vom „Herrn thltuSminister 111116119661611 wurdcn. _Nbends empfingen Se. Königl. Hohsit znr SyLVLsterfeier “Sc._.ch;)01)e1t den Erk rinzcn von Meiningen und 11112 .HYrren dcs Konsulach. _Das alte ahr haben Se. Königl. „Doxyext Wund und beiter 161111101101. 1. Januar 1873. Se. Königl. Ho)e1t begaben sich haute Morgen in die protestantische Kirche und ritten Nachmitta s zu„dkn vor den Tlxoren der Stadt gele encn Mameluckcn- gräbsrn. «1er Weg führte über einen kurzen tcnstrichzur Cita- delsc', Wo die Mosches Mehemed Ali's bssichtigt und die Aus- sicht auf die Stadt genossen wurde. 2. Januar. S2. Königl. Hoheit geruhtcn _hsute den_ Herrn Minister Scherif Pascha zu besuchen und desjen' in arabishem Style erbautcn Palast in seiner mnercn Einrichtung kennen zu_lcrnen. Na mittags beobachtc'te Se; Königl. Hoheit den Gottssdisnjt dcr „heulemen Derwischc. Daraus Wurde das Familiengrab McHemed 211111 und eine Grabmoschee der Mamelucken aufgc1ucht. „3. Januar. Se. Königl. Hoheit empfingen Morgens den Herrn ?lr'khnektxn Franz-Bey, um das am Nil gcle ene Palais des Vizc-Köm s, Gczwel), nnter der Führung des Baumci ters zu sehen. Dsr daran folgende Bs1uch [Pi cmem reichen Araber War in1ofern von hghem Jutercsw, als sämmtliéhe Räume znr eingehendxxt Befichtigung osskn standen. _ Das Befinden Sr. Königl. Hoheit 111 während der vcrflossxnen Wochc durchgehends gut gervech. Für Sonn- tag,den 5. Januar, 11t cm;?[usflug nach Saggaral) in “lussicht ZLFLUF- yon Wo Se. Hoheit dcr Erbprinz von Meiningen Höchstihre cnc sortznseßen gedenksn,

Oldenburg, 11. Januar. ““Das (Heselzblatt veröffentlicht

ein Gesetz für das Großherzogthum vom 21. Dezember 1872, bstreffend die Todeöerklärung Von Perjonen, welche an "dem

in den Jahren 1870 und 1871 gegen Frankreich geführten Kriege Theil genommen haben.

„Anhalt. Dessau,14.Januar. (Spen. Ztg.) Der Landtag berieth in 1 einer gestrigen Stßung den Hauptfinanznat. Den Antrag der Kommisfion, dre Erhebung vnn 9 Einheiten Ergänzungs- ßeuer mit 107,530 Thaler zu stretchen, gab Anlaß zu heftigen Debatten. Dieser Antrag hatte dre Annullirung des von der vorigen Kammer gefaßten Beschlusses zum Grunde, die Steuer auf die Dauer von 6 Jahren zn “bewilligen. Staats-Minister „„ Larisck) erklärte, dnß, nzenn die Kammer den Kommisfions- antrag annehme, er em MißtrauenWotum hierin erblicken müsse. Bei der Abstimmung ßel der Antrag mit 20 gegen 16 Stim- men. _ Bezüglich des Salzwerks Leopoldshall, welches im Etat einen Bruttogewinn von 1,675,000 Thlr. nachweist, beantragte die Kommisfion, die kaufmännische Leitung des Werkes baldigst in die Hände eines besonderen, mit freier Bigpofitionsbefugniß ausgestaüeten, kaufmännJck) gebildeten Dirigenten zu legen. _ Die Staatsschuld hat fi um 948,564 Thlr. vermindert und beträgt gegenwärtig noch 1,688,117 Thlr. -

Bremen; 15. Januar. In der heutigen Sitzung der Bürgerschaft wurde zunächst die Nachbcwilligung von 500 Mark für die Bureaukosten der Genexalkaffe „genehmigt. Eine Anfrage Wulsteins, ob, nicht noch em Etnzich11ngsxx1min für die Bremer Münzen angeseßt Werkxe, um. vrele Burger Vor Schaden zu bewahren, ward von Frxße dqhm beantmortet, daß darüber nichts bestimmt sei. Wulßem exklärte, er beHalte sick) einen Antrag vor. Bernhard thstlte mrt, daß xder Senat die Abhaltung eines neuen Termins nbgeleßnf habe. _ Der An- traq des Senats auf Neupublrkatto'n dßs Deputationsgeseßes in Gemäßhsit der stattgebabten Mod1s11at1onen Wurde auf An- trag Wallsteins in Rücksnht auf „Wetter?. in Folge_ der Ver- saffungSreviüonsberathung 1n AuZstch1 stehenszModefikationen an die Verfassungs-Revifions-Deputatton 119111110911, Welche zu- gleick) mit berathen soll, ob nicht vorzuschretben 181, das; bei Ausverdingungen jsde Deputation xfick) streng an den Wortlaut des Programms zu Halxen babe, 11111) f€1*ner_, daß kein Mitglied der Finanz-Deputation Rechnungssnhrer etner anderen Depu- tation sein könne.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 15.3a11u11r. Der Mini- fterial-Ratl) im Handels-Ministerium Chartvat ist zum Sektions- Chef, der Ministerial-Rath im ungarischen Landesfinanz-Ministe- rium von Madaras s 13 zum Staatssekretär-Stellvertreter er- nannt worden.

_ Der Kaiser und die Kaiserin ertheilten, wie die „Oe- fterreichisckx Korrespondenz“ erfährt, nnmittekbar uncl] dem Ein- neffen der Nachricht von dem Ableben Napoleons 111. dem Bot- schafter in London den Auftrag, der Kaiserin Engenie ihre herz- lichste Theilnahme a11szusprechen

_ Die „Wiene1 Ztg.“ vcröffentlicHt die Ueberficht über den Personalbestand des diplomatischen Corps am K. K"! Hofe Ende Januar 1873. Nach derselben sind daselbst als Gesandte zur Zeit akkreditirt:

Baiern. Otto Graf von Bray - Steinburg, außerordent- licher Gesandter nnd bevollmächtigter Minister.

Belgien. Vicomte de Jonghe d'Ardoyk, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigtel Minister.

Braunschweig. Karl Frciherr von Thiencn - lelerflycht, herzoglicher Ministérrefidcnt.

Brasilien. Varnhagen Baron de Porto Seguro, außer- ordentlicher Gesandter nnd bsvoll111ächtigter Minister.

Dänemark. Christian Fricdrich von Falbe, Gesandter in außerordentlicher Misfion, Kämmerer, Hauptmann in der Kö- niglichen dänischen AWUYL.

Deutsches Reich. Lothar 11011 Schwcidniß, Königlich preu- ßischer Gcncral-Lieutenant, außerordentlicknr nnd bcvoklmäch- tigter Botschafter des deutschen Kaisers 11111) Königs von

1111 en. P Frankreich. Le Marquis de Banneville, 11111113581160111 (16 111 1161311111111110 1131195186. Mr. Hort), Kanzler.

Griechenland. Fürst Ypfilanti, außerordentkicher Gesandter und bevollmächtigter Minister.

Großbrüannien. Sir Andrew Buchanan, nnßcrordentlicher und bevollmächtigter Botschafter. Mr. Goodcnongh- Oberst- Licntenant, Militäraktaché. Iohanniter-Ordsn: Graf Joseph Mittrowskn-Ncmischl, Gencral-Major, außerordentlicher Gesandier und bevoUmächtigter Minister.

Itakicn. Karl Graf Robillant, Gcneral-Major, außcrordent- licher Gesandter und bsvollmächkigter Minister. Georg Pozzolini, Oberst-Lieutcnant, Militärattaché.

Kirchenstaat. Monstigneur Mariano Falcinélli-Anwniacci, 111011876q116 (1711131161188, 1901103 Qy05101iq116.

Mecklenburg (Sc'hnwrin nnd Strelitz). Karl Freiherr

11111 (Hamm, außerordentlickper Gesandter und bewollmächtigt€r

Minister. Niederlands. Jakob Baron H?ckeren Van BewLWaard, außerordcntlicher Gesandter und choÜmächtigter Minister. Nordamerikanische Vcrkinigtc Staaten. Mr. John Jar),

' außerordentlécher Gesandter nnd bcvollmäcknigter Minister.

PLM. Don Pedro Jost; Caldewn; außerordentlicher Ge-

sandtcr und bcvollmächtigter Minister.“

Portugal. Joao Coelho d'Almcida, außerordentlicher (He- Landter und bcvollxnächtigtcr Minister.

Rußland. Eugen von Nowikow, Geheimer Rats), außer- ordentlicher Gesandter und “bevoümäcknigter Minister. Baron Théodor Von Tornauw, Gcneral-Licutenant. Militärattaché.

SacHsen. Karl Gustav Adolf von Bose, geheimer Rath, KMJerlxrr, außerordentlicher Gejandfcr und bevollmächtigter

tm er.

Schch111'und Norjvegcn. Graf Eduard Piper, außer- Ordentlicher Gesandter und bevvlimächtigtcr Minister.

SchWeiz, von Tschudi, außerordentlicher Gesandter und berlmäckUigter Minister.

Spanien. Don Eduardo NSquerino, außerordentlicher Ge- sandter und bevollmächtigter Minister.

otsclTüxtkcxi. Aarifr) Bey, außerordentlicher und bcvollmächtigter

]n er.

Württemberg. Kammerherr v. Banr-Breitenfeld, außer- ordentkcher Gesandter und bevollmächtigter Minister.

Pesth, 14. Januar Das Abgeordnetenhaus nahm, nachdcm verschiedene Interpellationen angemeldet worden, den .Geseßentwurf über die Verwendung ausgedienter Untekoffiziere 111 _UUM speziellen Theilen und den Geseßentwurf über die Be- UTTUUJ des Pferdebedarfes zur Mobilifirung-Zzeit im Allgemei-

an. -

SchWeiz. Bern, 15. Januar. Die Regierung des , auto_n Wallis hat eine Anfrage des schweizerischen Bundes- ["th M Betreff der 'projektirten Errichtung einer zweiten Spiek-

'Mk in Massongez dahin beantwortet, sie habe schon mehrmals

Gesuche bezüg1ick) der Errichtung von Spielbanken abgewiesen; für Errichtung einer solchen “,in Maffongez sei jedoch ein Gesuch gar nicht eingereicht worden.

_ Das von der Genfer Regierung beantragte neue ka- thollixhe Kultqueseß lautet nach der „Frankf. Presse“ wörti :

1_) Der Staat anerkennt und salarirx dcn katholisxhen Kultus nach folgenden Grundfäßen: 2) der Diözc1anbi1choß anerkannt dureh den „Staat, übt allein in den Grenzen der Gcseße das Recht der Jurtßdiktion und der bischöflichen Verwaltung. Ohne Znyttmtnung der Re iernng kann er keinsn Generalvikar ernennen. DiewZuxtim- mung, 111111 zu jeder Zcit zurückgezogen Werden. 3) Die katholi1chchn Gsmemdcn dcs Kantons können niemals einen Theil ciner Diözc1e außmachen, welche nicht schweizerisches G_€biet umfaßt. Ju kxinem Falle dnrf der Bischof seinen Silz in (Hans [);16611. 4) Die karrer und Vikare Werden Von dsn in den WahÜistcn €1ngetr_ag1ncn _ ärgern ernannt. Sie können abberufen Werden. 5) Kein geistlicher Würden- trngcr dars die_Funktionen eines Pfarrers_oder Vikars vkrrichtcn. 6) Dr? Gesetze besttmmen Anzahl und Größe der Gsmeinden, dle Art der Wal)[_ und der Abbarufung der Pfarrer und Vikare, den [)(-im Amtsantritt zu lcistcnden Eid und dieOrganisation der zeitlichcn Verwaltung dxs Kultus. Das Gcscß stellt auch die nothwkndigen Sanktionen fest; 7) che katholisch€ Gsmeinde hat einen Kirchen- ratl). „Das (5511813 regslt alles hikrauf Bezügliche. 8) Der Staats- rath 11111 das Rccht dcs Placets, betreffend die Bullen, Brwch, Re- skrtpte, Dekrete und alle andersn vom heiligen Stnhlc ausgehenden Afte', wwie_bktreffend die Verordnung der Hirtenbricse und alle ande- ren Vom Dtözesanbischof ausgehanden Akte. 9) Alle dicskm Géséßé ngkgéngkwßkcn Bestimmungen sind ausgehoben. _

_ 16. Januar, (W. T. B.) Die Regwrung des Kan- t?ns Genf hat dem Bundesrathe dic Erklärung abgegeben, dre Emmistbung des Heiligen Stuhles in die inneren Angele- genhßrten Genfs, erscbsine ihr als ein Attentat auf die Unab- häng1gkeit dar Républik und Stillschwägen als die würdigste Antwort darauf; demnach würden akle Proteste des Nunlius einfach 1111 acta gelegt Werden.

, Belgien. Brüssel, 15. Januar. In der heutigen Srßung dcr Repräsentantenkammer erklärtc der Finanz- Minister Malou in Betreff der verweigerten Genehmigung zur Cesfion der Luxemburger Eisenbahn, daß er die in Ausficht ge- stellten Aufklärnngen nock) hinanssckziebcn müsse, da die Ange- legenheit durch die Verweigerung der EesfionSgLnehmignng noch nicht beendigt sei; Anfang Februar werde er in der Lag? sein, bestimmte Aufklärungen zu geben.

Großbritannien und Irland. 'Chis (2511111, 15. In- nuar. (W. T. B.) Die Leichenfeicrlichkeiten begannen heute Vormittag um 11 Uhr, um welche Zeit der Leichenzng das Sterbshnus verließ. Gegen 111/9 Uhr kam derselbe bci der St. Marienkirche an. Die Haltung der Zuschancr, dsrcn An- zahl auf 0111111 12,000 geschäßt wird, war dnrchans ruhig und angemessen; es haben keinerlei Kundgebungen stattgefunden.

Frankreich. Paris, 14. Januar. Gcftern fand das zweiw Diner bei dem Botschafter des Deutschcn Reichs, Grafen von Axnim, statt. Demsclben wohnten bsi dcr KriegH-Minister, dsr Ministér des Innern, Kastmir Pericr, dic Botschafte'r 11011 Oesterreich, Spanien, der Türkei und mchrcrc nndcre Mitgkicder des diplomatischen Corps. ' .

_ Die „Eorresp. Havas“ meldet: „Es wnrde im Minister- rathe beschlossen, daß ,die Bezeichnung dss Kaiserlichen Prinzen mit dem Namen Napoleon 117. aks strafbar anzusehen sci. _ Die Delegirten der gemäßigten Linksn haben gcstLrn Schritte beim Minister der.“: Innern gethan, um fick) über die strengen Mnßrcgekn gegen die radikale Presse zu beklagen, wäh- rend man die Sprache der uwnarchifthen Blätter duldet.“

Versailles, 15.J11nuar. (W.T.W)Jn dcrheutigcnS1151mg der Nationaersammlung Erinnerte Belcastel an die Thak- sachkn, Welche der Entlassung VourgoingZ *vorangxgnngsn sind, und fragt, ob diese Thatsachen cine Verzicht'lcistnng anf die Politik des Schulze?» und dEr Achtung, die man dem Papstc schuldig sei, zu bcdeuten babc. Dcr Schulz, don Frankrsick) dem Vatikan angedsibcn lasse, ssi von großkr Wickptigksit fiir das Hei1 und die Befrcinng dcr W111. Dcr Justiz-Ministcr Dufanrc Erwiderts: Die den Offizicrkn des KricgöWiffss „Orinoco“ crtH-Ziltcn Instruktionen, betWffcnd dic Bcgl11ckwü11- schung des Königs von Italien, scicn cinfack) cine Sachs dcr Höflichkeit Jewsscn und schließen keineswegs ein Anchben der Beziehungen zum heiligen Stuhls 81-11; die? sei durch die Er: 1191111111151 Corcellcs bewiesen, der durch sein? 611911111 111191111211 wie katholischen G:»finnungcn jede Garantie biete. Das Pro- tsktorat 11er dic französischen rcligiöscn Institute in Rom WSWS eins der wichtigsten Sorgen sein, DiECOWcULxZ anvertrant jcien. Frankreich ermutbige keineswkgs 811113 dcm heiligen Stuhls feindlich? Politik. Der Minister wies schlisßlick.) anf dic Schwie- rigkeiten hin, .die dEr französischen Rogicrung daraus erwachjcn, daß sie (1811511)th sei, 311181 Repräsentanten in Rom 311 5115111 und bittc die Versammlung, auf diese Sck)1vierigk-:itcn R11cksicht zu 1191)111€n. Cannelong dankte dcm Minister und bcmsrkte, er 21“ erkenne diese Schwierigkeitcn an, beschwöre aber die ngic- 11111g, das Interesse Frankreichs 1111111 11011 ÖEM dks Katholizis- mus zu trennen und in dcr Bcichüßung dos Papstes, desc)" Muth und Tugenden die ganze Welt bewundere, 5313111111er Der Zwischenfall ist hicnnit erledigt.

Spanien. Madrid. 13. “Januar. Dr König ließ heute den Marjchall Scrrano in den Palast rufen und batte eine lange Untsrrcdnng mit ilmt. _ Zn Madrid warden Wer- bebureaux für die Bildung von Frcicorps errichte't, Welche gegen die Carlistsn ziehen 1vol[cn. _ Von dcr Grenze wird gemeldet, daß eine Von dem Priester Santa Cr11351fehligtc Carlisten bande den Bürgermeister 11011 Aunsta gctödtet babe, Worauf die Freiwilligsn den Pfarrer dieses Ortes als den Mit- sck)111digen der THäter erschoffe11. Uebermorgsn soll von Cadix ein Dampfer mit 500 Mann Verstärkung nach Cuba abgehen. ' _ 15. Januar. (W. T. B.) Auf eine Interpellation über den Notenaustausck) der spanischen Regierung mit Amerika, betreffend die Aufhebung der Sklaverei in Kuba, stellte der Minister des AUcZwärtigen in der heutigen Cortessißuug in Abrede, da über diesen Gegenstand zwischen den beiden Re- gierungen ver andelt sei. Die Regierung habe die Abschaffung

der Sklaverei aus eigenem Antriebe und ohne irgendwelchesPxes;

sion eincr auswärtigen Macht beantragtß „„a-„YZ;

Italien. Rom, 11, Januar. Die Kammer hat gestern ihre durch die Weihnachtsferien unterbrochenen Sihungen Wieder aufgenommen. Der Minister-Präfidcnt Lanza widmete dem 11er- ftorbenen Kaiser Napoleon, der um Italien so große Verdienste fiel] erworben, einen kurzen, mit lebhaften Zeichen der Theil- nahme begleitsten Nachruf; dann lehnte die Kammer in Aner- kennung dcr Verdienste des betagten Herzogs von Sermoneta um die nationale Sache das Entlaff1111g§gesuch désstlch ab, ge- währte ihm einen einmonatlichen Urlaub und gmg darauf zur Generaldiskusfton des Etats des Ministeriums de'r öffentlichen Arbeiten über.

_ Der Kris gs :Minister hat befohken, “daß sechs Hanptkeute des Generalstabs von der Wpographischcn Abtheilung im nächsten Frühjahr jeder in einem anderen Theile Italiens die Straßen und VerbindungSmittel aÜer Art einer genaueren Untersuchung unterwerfen sollen.

_ 15. Januar. (W. T. V,) Für Napoleon 111. wurde hier heute sine Todtcnfeier abgehalten, bei welchen" der Kardinal Bonaparte, sowie die übrigen anwesenden Angehörigen der Fa- milie Bonaparte, die Mitglieder der Aristokratie und beide Häuser des Parlamcn15nnd eine große Anzahlvon Privatpersonen zu- gegen warcn.

_ 15.Ia1111ar. (W. T. V.) In der hc ttigen SiHung des Senats wurde eine Resolution Borromso's, 1ve[ch)e dahin geht, der Trauer um den Tod Napokeons offiziellen Ausdruck zu geben, mit Einstimmigkeit angenommen. _ Nack) dem „Offer- vawre romano“ verbietet fick] eine Bethciligung der Kathokiken an der HerfteUung eines Denkmach für 9111131119011 111111 sekbst, da gerade er es gewesen, der den gegenwärtigen Stand der Ver- Zältniffe in Italien herbeigeführt habe. _ Der Papst cmpfing ente diexgesammte Pfarrgeistlichkcit Roms, 1Uk1chc cine Adreffe überreichte.

Türkei. Einem Telegramm aus Wien vom 15. d. M. zufolge ist dem GLsandten der Pforte in London 11011 dcr türki- schen Regierung telegraphisck) die Weisung crtheikt, gegen die „Times“ wegen der Veröffentlichung des angeblic119n Circular?- K (1111 Paschas über die Unifikation der tiirkisckwn Staats- s ]uld einen Prozeß einzuleiten.

Amerika. Ein den „Daily News“ aus Ncw-York znge- gangenes Telegramm vom 15. Januar bringt die Nachricht, daß die Halbinsel und Bucht von Samana gegen eine Jahres- rente von 150,000 Dollars auf 99 Jahre an eine amerikanische Gesellschaft verpachtet und daß der bezüglich? Vertrag 11011 dem Senate 11011 St. Domingo ratifizirt worden ist.

Reichstags = Angelegenheiten.

Berlin. In der (2111181131151 zuchUbskagc, 1101111 dcn v-crstorbcm'n Grafen zu Dohna 111119. ck. M. 111 Vom Wahlkreise L (11.1111- Bnnzlan statffand, 11111 der Ministor dcr 1111111111111121. Llngclsgcnbcitsn 1)r. Falk 11011 5529 nbgcgsbsnan gültigwn Stimmcn 5161 0111110611.

Vereinsthätigkeit.

Berlin. ._D-cr Kaiscr-Wi!wclttr-Stiffung für die 21111111113- rigen dcr Dcntsbcn Rcich-Postvcrwnltung ist 11011 dcm Kom- misfionI-Ratk) LiÖkEUÖLkU, O1n1111€11st111ß1173 lyicrsclbst, 311.1“)(1'11dcn dcs K11iscrlichcn Gencral-Postamis dic Smnnw von (?insnmdkrt Tlsalcrn 1116 Erste Rats cines sick) 111055111111 1111111116011115111 211112111131? „1115 den Crträgnisscn von ihm 119181101011 Kanst-JUDUstric-Wrsins „Vater- land“ nls Gcslhcnk 1166111161911 worden.

Statistische Nachrichten.

Ueber dkn SlhiffsMrkcbr im Hach von Ztstfin wäHrcnd des Jahres _1872 111011611 wir F01g€11dcs 11111: Die 31161 der cinnalaufsnkn Socxclviffc belief sicb auf 2882 Schiffc von 338,928 Last; cs [*cfandcn sick) Darunter 1592 1111111111: Skbiffe, 581 großbritannischc, 160 däninhk, 188 1101111196160, 141 111)1V8D11ch0, 164 "(11111ä11di1'1126 41 ruxsischs, 13 französisckn» 1 111ncrik.1111111)1s und 1 ita- lienisckzes. Dic Z111 dEr cingklianfmxn Damwfnbiffc 11811111] 1083 11011 198,325 Last, 1111111111 37,6 % dcr 1161111111601S1!91ff55.11)1 und 58,5 71; der gesammten 8111811311171. 2111511111111111 sind yon Stettin 2911 Ssc- scl)iffc von 342,216 Last, dnrunfcr 1086 D1111111f1'116ffc1w11 198,531 Last. _ Dic Zak)! dcr 1111JK11W 1872 Küsten- und Binnsn- fahrzc'ugc 111.11 2311 111311 38,885 Lust, die DOT abge'gnngcnyn 2343 von 39,419 Last. 2111139119111 sind 1111111 6258 Kähnc 111111 220,525 Last angskonnncn und 6284 von 220,935 8111 «(1901111119111

11111 6111811 1161161111111" 311 gcsvälncn, 111 W1'1chL11l Umfange dex Schiffsverkehr Stettin?» 311g1'11111111n611_[)111, 51111911 wir 1111-31“ dcn SÖiffs- cingang M1" letzten Jahre 111" n11111111111111de 5811116116111d8 Z11111m111c11- stellung. Es 1111111911 1111 _ _ .

1. Sscskhiffc. 2.K1"11tcn- und 3 511111118. Binncnfnbrzeng ?. 1872 2882 von 338,928 L. 2311 von 38,885 L. , 6258 von 220,525 L. 1871 2595 294,497 1981 33,834 6615 238,37?) 1870 1924 196,889 1516 24,834- 543" 186,531 1869 2810 282,874 1875 29,689 6909 229827 1868 2847 „, 244,783 1874 29,552 7031 231,397 , 1867 2214 200,487„ 1845 29,701„ 6633 210,549 1866 2043 175,954 1983 31,623 6707 201,803 1865 2078 182,543 1990 32,278 _„ 6911 209,11] 1864 1259 109,164 2091 31,412 6167 175,099 1863 2342 211,274„ 2773 „, 43, ;72„ *7543 215,951 1862 1946 185,144 3052 38,618 82:50 232,710„ SWM 111.111 die 3161111 für 1862 und 1872 9111111591“ 1161161111511", 10 zeigen 111610111111 [*Zzüglicf) dcs Bsrkclns dcr „311111911- nnd 2561111111111»- zeuge, sowic dcr 31.117118 01110 11111 111181661116621611111111111111, Wogkgkn cine bcdcntcnde Znnabme 111 dem Verkehr der 3911161118 hcrygrfrnt, die 11111“ in (2111313111011 Jabrcn, wälyrend dcrcn 111051611111)? Ercigmmc nns dexn Seeschiffsvcrkchr siörcnd 6111111111111], „111111111111111111 611. Z'nr Vcr- g1cich 3111616611 1862 11:18 1872 crgtcbf 1111) 1111005111933 31111 91112 311- nahms dcr (91111111111133111 dcr „singclnuxem'n OLOUHWO 11111 936 ODU“ 48,1 Prozenk und der LMÉMFJOL 11111 153,784 oder 83,1 Prozcnf.

Kunst und Wissenschaft.

Dresden, 15. Zammr. Dcr Königl. 111111111166 "211111- 113111nZVcrcin hielt den 1:1.Ja1111111 1111181" dem Vorsitz dzsxPrinzen Georg, 131134» 311 Hnghßn, Wine Mvmnssißnng. J11Ber.11_l1ung „»,-zogen 1111111? 161" 9111111111 «1115531011 31111111 11111111»111611110901er11d05, dock) 111111516 dxrsclby, 11.1611 Das (chnide 111111" 1111 No ©a11111111111gon des Vereins fcstgcwiztc Zcitpcripde 111161 meln“ 11111611, 11119110111111111'1- d1n. Nack) Erledigung Dcr Gc1chäftss11chcn[116111111111111111111 Frcszerr 6'B1)111 den 1111111151111111111Vortrag: 8611111516330 1315 Kö11191.11_91_n11chen und Kurf. 151511116011 Kabinktsministcrö Grafen Lngnnsco. DMW aus Jfalicn 11.1111 Sach'scn 11krübsrgckmn111c11e Edolmann 11.111111 „„zu-31119115 Militär, dann als Djpkomnt und Sfaafsmnnn 1111111" 11111 Komg August 11., dem Sinrkcn, cine 111161 1111111dc111111d1),_111 "*""ck“**1„A"Ik“ lkgcnbkiten OillflUßkSiÖL kalknng ein, war 11121 G1'1a11d11'1“_111 ;_11311911 und Wien bei vcrscssicdcnsu V:rl1a11dlungcn 11711611 11111 61111911 11111 113 zuletzt die Gunst 10111023 Königxs, dem er vor Allem rn Den 1190111111111 V?1'1)ältnissc'11 gute Dicnste 1016611". _ ' __ __ &

Straß [* 11111, 12. Januar. 2111 1. Mai des 111*1*111*111*11c11§3._113- res [wthciligtsn sich 1111? 2111151111 Ökll1111161' Damen, 0111211611 6111131 sich Ihre Königlichen Hoheityn die 631111311613911111 von [Ogden und dzc Fürstin von Hohenzollcxn bxsnnden, an 111) (Wnndnngssncr der 11111- vcrsität Straßburg, indem 1_ic dgxxclbcn 1111 (3191111151116 _ e_rxie Chronik für 11118 die 1111ivcrsitä1.b1'1ren1*11dcn 11111111111rd1gs11§01c1g1111se _ stiftcicn. Dassssbe 111111 di€1c11 Tagen von O_aWar xäxxurcn 111 Diisseldorf 111311811561, l)icr_a11g1*ko1111111n nnd („11111111 durcbwdt-„Z Da- men des Komite's, Frau 11. 5311131111111 0110111an 131.111 v. 0111111611- "011, Frau 1). Sybks, Fran Sc1111§111yaldt 11111 “23-151: 1111111119111, dcm 9111101 und Prorektor Dcr 1111111011111, dcn 51111111111011 131“. de Bart) und Dr, Bruch, 1111111111111 11111111. DJI 2111111, 1311111) 1111111111011 111111) äußere Ausstattung 11110 1111111111 „1111111110 k1111111€ki11116 Brlxandljmg dgx Ersten Blätter, wird in dcr 1111111911111115-21113111711111 verwahrt Wenden.

London, 1631111111“. 126.2..B.) 9131111311116: nus Za1131bar zufolge sind 11111 30. "111111111161 1*. 3. dort 2711611" §11§U1161111116111119 eingegangen, 11.1111 115115511 110 [**-*!*.“37911191 gancrmtctc (61116111on [Jr Livingstone (1119111151611 11_nd_k1s1cr 11151: 11111111 11111 18. AuguZt v. ;5. wieder nach 16111 Iuncrn .1111511119111011 1111. Von Livingstone sei'st 111.11“ einc 211111111111 1111111 cingkgangcu. _ _

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