1873 / 28 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 30 Jan 1873 18:00:01 GMT) scan diff

die Übertriebene Strenge der Deklaratiomöpflicht des Entwurfs erklärte fick) der Redner, und endlich rügte er, daß derselbe_ den schwer empfundenen UebeYstand des Nichtabzugs der PasfivzinFn für alle Grundbefißer bei der Ertrczgssteuer fortbeftehen la 13, sodaß die Ungleichheit 311111011911 der) einzelnen Grundbxfißern, die Hauptklage derselben, nicht be1eitigt werde. Geh. Fmanz-Raxh von Nostiß-Wallwiß erkannte die unabweisbare Nothwendtgkeit derI'Refdrm um 11) mehr an, als er die finanzielle Zuk11_nftSach: sen?- nicht in so günstigem Lichte qnsehen körmr, Wie 999 ge- wöhnlich geschehe. Er erklärte fick) m1t dem_Prmz1pe der Debu- tation: Ertragsfteuer mit supplemeniarer Einkommensteuer, eiii- verftanden, hob aber die großen Schwierigkeiteii, auf welche die Ausführungen stoßen, die große Unzufriedenbxit, welche fie im Lande hervorrufen werde, hervor: denn dk.? bisherigen Steuern hätten nicht blos den Vorzug, „eingelebt 131118111, es habe (1111!) die Weise ihrer Veranlagung die Steuerpflickzttgeir sehr wenig belästigt. Den Entwurf zum Gcseß zwerheben, breit der Red- ner fiir bedenkiick), besser, sich über die _Grundznge zu einigen und die Regierung zu ersuchen, dem nachsten LandtaZe eine neuc Vorlage zu machen. Handelskammer-Präfident Rulfs be- tonte namentlich die Nothwcndigkeit, endlich etwas zu Stande zu bringen; man müffc daher durchaus den Standpunkt der Nega- tion verlassen, einzelne Bedenken opfern, damrt endlich _Etwcr-Z geschaffen werde, was zur Einführung ins Volk reif sei. Seiler bezeichnete es als die Tendenz des Entwurfs, die neu erwachsenen Mächte des (_Hrdßkapztals und der Großindustrie der tbcichiicn Steuerfreiheu, die fie sich unter der Herrschaft der bisherigen Stcuergeseßgebmig zu sichern ge- nmßt, zu entkleiden. Nachdem der Referent_ 1_c_men 151111111111 ge- gcn dic Ausstellungen 131". Kochs U11d_Ma1“rims _berthetdigi, 11a- mcntlick) aber den Gedanken 587611111111 baiie, sick) bon Neuem nur über allgemeine Prinzipien 1chlujsig zu machen, unter_de_nen fick) erfahrungsmäßig dic divergircndstxn Ansichten verewigen ließen, um sofort, Wenn es die AuBfubrung 1111Deta1l_gelte, wieder nack) allen Richtungen außeinanderzugehen, ergriff der Finanz-Minister Freiherr von Frie_1en das Wbrt. Er sprach seine Befriedigung darüber aus, daß die Depgtation mit der Regi?- 111ng fick) in dem Gedanken bogegnet habe, die Frage durck) ein Kompromiß zum Abschluß zu bringrn. Drr Entwmf der De- putation trage voÜstc'indig den Charakter des Kompro- misses. Als die Vorzüge, die denselben bow Standpunkte der Regierung aus empfehlen, hob der Minister berbor, daß er die bcftchenden Steuern nicht vollstaiidig aufhebe, sdndern der: bessere, indem er sie auf mdglichst_ratwn§lle _Grmidsaxze zuruck- führe; daß er einen gleichen Maßstab fur die Vertheilung der Steuern darbiete; daß er den streitigen Punkt des SchUldNchb= zugs ausgleiche, indem er, wie es dir Natur des Kompromisses sei, die Sache miiten durchschneide; daß er an die Stelle der Progression das schon in der Regierungsvorlgge enthalterie rich- tige Prinzip der Regression seße; daß er ck1de Gelegenheit gebe, einmal mit der Einkommensteuer einen Versu zu maxhen, und zwar in nicht absolut bindender Weise. _ Nack) Beendigyng der allgemeinen Debatte beschloß die Kammer, dowDeputatwncZ-ent- wurf als Grundlage ihrer Berathung und Abstimmwig zu be- nutzen, in die Spezialberathung jedoch erst morgen einzutreten.

_ Ein Artikel des heutigen „Dresdener_ Journals“ führt aus, daß das Schulgescß in Gemäßhe_11 der Be- stimmungen der Werfaffung publizirt werdeii musse. Denn nach dem Inhalt der Verfasungcöurkunde sei zur Verwerfizng einer Geseße-Zvorlage eine Majoriiät von zwei Driktein der SUMF men einer Kammer erforderlich; gegen das Schulge16ß_aber_habe die zweite Kammer nicht mit einer Majorität von zwei Drittelii, sondern, wenigstens in den Hauptpunkten der Vorkage, nur 1111t einer Mehrheit von 4 Stimmen ihr Votum abgegeben. Das Schulgeseß sei also nicht verworfen, sondern angenommen und die Staatsrcgecrung nichi nur bcrechtigt, sondern auch verfas- sung-Zmäßig verpfiickztet, daffelbe zu pubsiziwn. Wenn dagegey ein Theil der Preffe als angeblich konstüutwnellcn Brauch die Anflbsung der Kammer verlange, so sei dem entgegxnzustellen, daß die Verfassung nicht durch Gebrauche modifizirt werden könne, sondern vielmehr die konstitutionellM Gebrauche sick) nach der Verfassung richten müßten. Bei dem SchukgeseYlwndle es sick] übrigens in der Hauptsache um Erhaltuiig bewahrter 311- ftände, nicht um Einführung neuer Prinzipien, Die einzige wesentliche Differenz sei die von der Zweiten Kammer verlangte konfessionell indifferente Gemeindeschule, fast alle _anderen Ab- weichungen seien nur Konsequenzen diescr Hagptdiffereiiz; aber gerade in dissem Hauptpunkte werde durcb die GeseßeSvorlage Nichts geändert, der bisherige Zustand vielmehr aufrecht er- halten.

Württemberg. „Si. A. 1. W.“ meldet: - Se. Majestät der König haben die erfreuliche Nachricht er- Zalfen, daß die Durchlauchtigste Gemahlin Sr. Königlichen Ho-

Stuttgart, 27. Januar. Der heutige

eit des Herzogs Philipp von Würiiemberg, geborene Erz- erzogin von Oesterreich, am 14. d. M. zu Meran in Tirol von einem Sohne glücklich entbunden worden ist, wekcher in der Taufe die Namen Robert Maria Clemens Philipp Josef er- halten hat. _

_ 28. Januar. (Fr. I.) Gestern erledigte die Kammer der Standeshcrren die beiden Geseßentwürfe Über die Auf- hebung der Vorrechte des Fiskus, nachdem darüber Uebereiw'tim- mung zwischen beiden Kammern erzieit ist, in der Endab'tim- mung mit allen Stimmen. Ebenso wurde der Gesetzentwurf über die Todescrklärung der in dem Feldzuge von 1870/71 ver- mißten Militärpersonen wie im anderen Hause und in der End- abftimmung mit allen Stimmen angenommen. Heute begann die Berathung über das Steuerreform-Geseß und wird einige

Tage in Anspruch nehmen.

Baden. KarlSruhe," 27. Januar. Das heutige Geseßes- und Verordnungsblatt Nr. 3 enthiili Verordnungen und Bekanntmachungen: 1) des M1n1ster1u1113 des Großherzog- lichen] Hauses, der Justiz und des Nuswciriigeiix die Kosten des Verbafts in den Kreis- und AWSgFfangmffen betreffend; das Diensteinkommen der Gefangenwxirier betreffend; die Gebühren für Verhaftungen und Begleitung Verhafteter be.- treffend; die Kommandozulagen “der (Hend archn m Strafsachen betreffend; die Bezahlung der Telegraphen-Gebuhren in Straf= sachen betreffend; die Aufnahme von Beurkundungen de;?- bürgerlichen Standes der Ausländer betreffend. 2) Des_M_1111- fterium5- es Innern: die unfrankirte Absendung portopflichtiger Dienftsa en mittelst der Post bestreffend.

Hessen. Darmstadt, 29. Januar. Das gestern aris- gegebene Großherzogliche Regierungsblaü Nr. 4 enthalt eme Bekanntmachung des Großh. Ministerium?- des Großherz. Hauses und des Aeußern und des Kriegs-Ministeriums, _die_Er[e- digung der Abwickeliingsgeschäfte der Großherzoglichen Militarver- waltung betreffend. Dieselbe lauter:

Mit Bezug auf die einschlä igexi Bestimmungen der Milirär- Konvention (1. 11. 13. Juni 1871 ( egrerungöblatt Nr._32_), dcr Bcr- ordnung vom 23. Dezember 1871, die in Folge der_M_1l11arkonvent1_on (1. 11, 13. Juni 1871 in der Organisation der Militarbehörden enz- tretenden Veränderungen betreffend (Regierungsblatt Nr._43), saune der Verordnung vom 30. Januar _1872, die Ausfuhrung der Militärkonvention vom 13. Juni 1871 _ betreffend (Regie; rungsblatf Nr. 6), wird hiermit zur_ yffentbchen Kemxtwß gebracht, dai; zufolge Allerhöchster Enficbließupg Sr. Konig- lichen Hoheit des Großherzogs vom 11. l; M., _m1t_ dem 1_. Februar [. I. das Großhcr ogliche Kriegs-Minqtcmxm die 1[)m bisher noch vrrbliebene Thatig eit cinstcilen wrrd. D_1e aus der “Zezt bis (_Énde 1871 herrührenden Geschäfte, dercn Erledigung dem Großherzoglichen Kriegs-Minisberium nach den oben- erwahnten Bestimmungen i_wck) yblag, gehen, 1oweit sie _bis 1. Frbruar], J. m_cbt_zt_1 Ende gefuhrt 1ein wcrden, zufolge der1elben_?lilerböchÉcn_Ent1chl_1Fung arxf eme, dem Gryßberzoglichen Ministerium des_ roßherzoglr en Hau 68 und des Acußern unterstellte, aus dem Gro*i)erzog[1chc11 Ober-Rc )nungs- Rat He als Vorsißenden und dem roßi)erzogli_chen Jutendaniur- Rai i. - . Dauber als Mitglied bestehende Ko111m11fio11 uber, wcklcke die Bezeichnung „Kommiffwn zur Abwwkelung__der Großherzoglich hessischen Militär-Verwaltungs-Augelegenheiicn“ 1uhren wird.

Mecklenburg. Schwerin, 29. Januar. Heute begeht der Großherzogliche Hof den Geburistag der Großher- zogin, welche an diesem Tage das dreiundzwanzigste Lebensjahr vollendet. Die Stadt Schwerin bezeugte ihre herzliche Betheili- gung an der Feier des Tages durch den reichen Flaggenschmuck ihrer Häuser. Der Hoffestlichkeiien wegen ist laut Bekannt- machung des Hofmarsclwll-Amis vom gestrigen Datum die Hof- trauer bis zum Ende dieses Monats abgelegt. _ Heute früh ertönte die Festreveille. Die vereinigten Militär-Mufikcorps zogen vom Arsenak nach dem Schlosse und brachten Ihrer Königlichen Hoheit eine Morgenmusik.

_ Die „Meckl. Anz.“ veröffentlichen unter dem 24. d. M.

einen Artikel, bezüglich der durch den Landtags-Abschied erfolgten ,

Vertagung der Verhandlungen über die“ proponirtmr Abän- derungen der Landes-Verfassung, _in welchem es heißt:

Nachdem die Regierungen _11"1r ?Weckmäßig erachtet [)then, die Ver- handlungen bei ihrer nach den_Wei „machts- und Nixujalwfestragen statt- gehabtcn Wiederaufnahme zunachst _an den finanzieilen W211 _der Vor- lagen zu beschränken, bat bekanntlich eme Annaherizng ver1ch1edener Meinungen insofern stattgefunden, als das gewöbtxlick) als „Budget- Forderung“ bezeichnete Vérlangen der Laydschaft, daß eme Konkurrenz der Stände bei der Feststellung der Egmabxnetz und AUSg-aben des Staatshaushalts staiifinde, von eimgen emskußreicben Mitgliedern der Riiiericbafi, freilich aus abWLichendcxi Motiven, nämlich als nothwen- dige Konsequenz der Trenrxung des fur1_tlichen Hausguts _von dem der Staatsberwalfuug überwicwnxii quamum, 1ebhaftunter1tüßt wvrden ist. Diesem «Zerlangen 11t die _leßtc Regierungsvorlagix (vom 13. Januar) in noch höherem Maße, als bereits in den 1rüberen Vorlagen gcscheyen war, entgrgcngxkommen, und wcnng_[eich dieses wei- tere Enigegekommen aus der Mitte der Landtagsverwmnilun, und zwar von den verschiedcnstcn Standpuukirn ans, icbixafte Yner ennung gefundsn Hat so ist doch in dcr bejreffendep Ko_mmi_1fion „1owol)1 von ritterscbaftliÉer wie von landschaftl1_cher_Se1te die Bitte a11§ge1prochcn, daß die Verhandlung _ _ zur_Z61t m_cht _ _ vielmehr erst aus dem nächsten Landtage Weiter gesulwt Wurde, und zwar weil die Zeit zu kurz sei für die folgenscbwrren Verhandlungen, wclche ciner grüzid- lichen Erörterungen bedürftén, _ _das Lanchwvhl mcrde nicht ge1ör- deri Werden, wenn die Verhandlungen unter dem Drucke der Ermü- dung fortgeführt würdexxi“ (Registratur vom_13._d. M. über die Ver- bandlungen der Kommusion 11111 den Komnnffarxen). _

Bei der mündlichen Erörterung dieser Registratur 111 der Plenar- sitzung vom 4. d. M. ist insbesxndere noch aus der _Miiie der Land- 1chaft auf den Drang der _Ges_ch_afte des nahe bcdorßebexidxn Ankom- Termins hingewiesen, und 1cl)lie1311ch folgender Vcsch1uß gefaßt worden: „Nachdem von den * Zörhöchst _verordneten Schwerinschen Herren Landtags-Kommis arien , f dux _uxrtgetheiltcn B81ch111sfe beider Stände aufs Neue Bors läge_ zur BULMJUUJ der _stanr 1115611 Bedenken vor- gelegt ivorden find, können Stände, Weiche die landesvaterliche Absicht, eine Einigung 3wischen_Landcsherrn und Standen, zunächst über das Finanzkapitel, 11erbeizu1iibren, daukbarlichst anerkennen, darin nur xiye ernc'uie Aufforderung finden, ayf das v_on al1_en Theilxn gleichmäßig erwünschte Ziel einer Verständigung u__nt glexckxem Eifer wie bis )er hinzuarbeii'en. Je erxistlicher abcr_S_iande d1e1e_ _AUsgabc auffassen, um so dringender muß der Wunsch in ihnen rege__1em, daß zur gründ- lich€n Würdigung 11nd_Prü1ung der landesherrlichen Vorlage ihnen ausreicblichc Zeit gewahrt werde. _ _ _

Ritter- und Landschaft _wosie_ daher unter Bezugnabmr (1111 die von Miigljedern der Kommi1fion in de_r Kdnferenz wit den _ .Herren Konimiffarien am gestrigen Tage mundl1ch_ entMckelten und in der über die dabei gepslogencn Berathungen ansgenommencn Registxatur wiedergegebenen Gründe, “welche zur För_derun_g ei_ner Vexr1tän- digung über die dritte Allerl). Landtags-Propyfiiwn die Aus_1eß11ng der Verhandlung wiinicheuSWLrtl) _er1che1nen 11111811, an beide AUerdurchlauchiigste Landesherren d1e_untertbänigste Bitte um Vertagung der weiteren Berathung bis zum nachsten Landtage richten 2c.

Es hat also über die le_ßte_Mod1fikakion_ der landesherrliiben «Jorlagcn und über dieFrage, iniviefern etwa dadurch die bisberigen ständischen Bedenken gehoben sind, eme Berathung _der Landtagsver- sammlung noch gar nicQHZ 1t_attgefunden,_ und wenn bei dieser Sachlage die Landesherren dem un1che_der Stande _nacb Vertagung der Ver- handlungen im Hinblick auf den_ alicrdmgs nahe bedorftchenden Antoni-Termin nachgegben Haben, 1o__kann von 6111er Hoffnungslyfig- keit der Weiteren Verhandlungen gewq; 11m 111 wxmger die Rede 19111, nachdem der ernstliche Wumch nacb _emer Verständigung über _den Gegenstand der Verhandlungen von beiden Seiten einen so lebhaften Ausdruck gefunden hat. _ _ _ _ _

Wel er Grad von Wabrsckpemlichkeit fur den Erxolg der 11261- teren Verwudsungen _in Anspruch 'zu nebmcn ist, darü er mögen die Ansichten verschieden 1cin: die Einen Werdenboffen, was die Aziderrn fürchten, auch mag hier und _da das Urtb_eil nicht ganz iznbeemftgßt 1'cin von dem, was man wümcht. _Aber fur _alle Fglle Wird es uns- [ich sein,“ bei Beurtheilung der wetteren Yhawn un1cr_cr Verfassungs- Angclegenbeit die im Vorstehenden angefuhrten Tbatmrben nicht aus dem Auge zu verlieren,

Bremen, 29. Januar. In der heutigen Sißung der B ür g er- schaft, welchcr 131“. Meinerßhagen präfidirte, kam das _Verkqppx- (ungsgeseß zur Berathung und wurde mit einigen 131111 der 11m- stischen Kommission vorgeschlc_1genen, zum Theil redaktioneklen Ab- änderungs-Anträgen, genehmigt.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 29. Januar. Das „Reich;?- Geseßblati“ und die „Wien. Z.“ publiziren den Freundschafts-, Handels- und SchiffahrtSvertrag zwischen der österreichisch-unga- rischen Monarchie und dem Königreiche Siam vom 8. Mai 1871. Abgeschlossen zu Bangkok am 17. Mai 1869, von Sr. Kaiser- lichen und Königlichen Apostolischen Majestät ratifizirt zu Wien am 8. Mai 1871 und in den beiderseitigen Ratifikationen aus- gewechselt zu Bangkok am 30. April 1872.

_ Der große Ministerrath, der am Sonntag unter dem Vorsiße des Kaisers stattfand und dem der gemeinsame Kriegs- Minister Freiherr v. Kuhn, so wie _das ganze ungarisckze Mini- sterium und F.-M.-L. v. Mollinary beiwohnten, währte von 10 Uhr Vorman 3 bis halb drei Uhr Nachmittags, und wurde dann, nachdem si Se. Majestät zurückgezogen hatte, bis 5 Uhr weiier fortgeseßt. In demselben wurde, wie wir der „Prag. Ztg.“ entnehmen, endgiltig festgesetzt, was mit dem Erlös für die Grenz-

wälder zu geschehen habe und wurde mit der Ausführung der

Bestimmungen F.:M.-L. Mollinary betraut.

_ Die verwittweteKaiserin Karolina Augufta, geb. Prinzessin von Bayern, ist seit mehreren Tagen an einem gastristh = biliösen Fieber erkrankt, welches bis jeßt einen mäßig intensiven Verlauf genommen hat.

_ Im Abgeordnetenhause brachte die Regierung ge- stern folgende Vorlagen ein: Geseßentwurf, betreffend die zollfreie Behandlung der zum Baue und Ausrüstung von Schif- fen erforderlichen Gegenstände; Geseyentwurf über die Ver- äußerung von unbeweglichem Staatseigenthum (Baugrunde in der Nähe des Molo del Sale in Triest); eine Nachtragskredits- forderung für das Ministerium für Kultus und Unterricht; eine Ergänzungskreditforderung von 25,000 fl. für den Titel: „Finanz- Landcs-, Finanz-Bezirksdirektwn, Finanzinspekwren und Gebüh- renbemcffungsämter in Galizien“, eine Nachtragskreditforderung von 80,000 11. zUm Präliminare der Salzerzeugung für das Jahr' 1873; Geseßentwurf , betreffend die Organisation der technischen Hochschule'in Brünn.

Hierauf wurde zur TageSordnung übergegangen und die Regierunchvorlage, betreffend die Geseyentwürfe: &. über das Mahnverfahren, 1). über das Bagatellverfahren und 0. womit für Civi[streitsachen die Einschränkung der Gerichtsbarkeit der Bezirksgerichts verfügt wird, einem aus dem ganzen Hause zu wählenden Ausschusse von neun Mitgliedern zugewiesen, dessen Wahl später stattfand.

Der Geseßentwurf über Verwerthung des Fleisches und der Häute von bei Rinderpestgefabr geschlachteten gesunden Thieren wurde einem aus den Abtheilungeii zu wählenden Aussthuffe zur Vorberathung übergeben.

Es folgte nunmehr der Bcrickxtr des Finanzausschußes, be- treffend den Central-Rechnung3abscl) über den Staats aushalt für das Jahr 1871.

Abg. Or. Brestel verlas den diesbezüglichen Bericht, und wurde folgender Antrag des Ausschusses ohne Debatte ange- nommen.

Das Hohe Abgeordnetenhaus wo_[[e beschließen: _

1) Der Centralrcchnungsabsck11uß Über dyn Staatshaushalt der im Reichsraibe vertretcnen Königreiche und Länder für das Jahr 1871, Welcher als Gesammtcrfolg der reellen Staatsausgaben des Jaßrcs 1871 bei den ordentlichen AUZgaben eine Summe von 294,359,290 fl., bei den anßsrordcnkiichcn AUZgabcn eine Summe von 48,689,046 fl, und bei den AUSgaben für „Rechnung von auf den Voranschlag des Jahres 1871 Mertragencn Kreditrsstég dss Jahres 1870 2,597,084 ff., zusammen also einGesammterfordcrniß von 345,645,431 1[., dann 1116 Gesammterfolg dcr reellen Staatseinnahmxn und zivar: an ordentli- chen Einnahmen 327,816,995 fl., an außerordentlichen Exnnahmen 28,479,989 fl., zusammen 356,296,984 st., 1omit einen Uaber1chu13_von 10,651,553 fl. nacbwcist, wird genehmigt und der Regierung dieZ'saÜs das Absoluiorium im verfassungsmäßigen Wege eribeilt. 2) Das Ministerium wird aufgefordcri, in Hinkunft mit jedem Rechnungs- abschlussc einen Nachweis iiber den Werth der am Schlusse des Jah- res Vorhanden gewesenen Bestände dsr Tabakwerwaltung: Rohstoffe, Halb- und Ganzfabrikate, zum Kostenprcise berechnet, vorzulegen.;-

SrhWeiz. Bern, 29. Januar. Der Bundesratl) bak die auf die Ligne d'Italie be iigliche Note der franzöfischen Regierung dahin beantwortet, da?; durch die getroffenen Maß- regeln sämmtliche in Frage kommendeIntereffen bestnxbglichft ge- schüßt seien: die betreffenden Bundesbeschlüffe müßten jedoch unter jeder Bedingung aitsgeführi werden. Auf die italienische Note erwiderte der BundeSrath, daß gedachte Bundesbeschkiiffe die von der Gesellschaft der Ligne d'Italie gegenüber der italienischen Re- gierung eingegangenen Verpflichtungen selbstverständlick) unbe- rührt ließen.

Solothurn, 29. Januar. (W. T. B.) Die hier Lagende Diözesankonferenz des Visthums Basel nahm in ihrer heutigen Sißung mit fünf gegen zwei Stimmen (Zug und Luzern) die bekannten Anträge der Regierung des Kanton:; Bern an, darunter auch den auf Amth-entseßung des Bischofs von Basel. Die Konferenz wird das Resultat ihrer Berathungen durch cine Proklamation zur Kenntnis; des Volkes bringen.

Niederlande. Haag, 24. Januar. Die Erste Kammer der Generalstaaten hat ihre Arbeiten von neuem eingestelXt. Vorher aber erledigte fie sämmtliche bis dahin noch nicht rati- ficirte Abschnitte der 187Zer EtatSerage, und zwar die des Inneren, der Marine, der Finanzen, der Kolonien und des Kriegs. Die Annahme derselben erfolgte entweder mit Stimmen- einhelligkeit oder'mit geringer Opposition. _ Die Bevölkerung Amsterdams“ beabstchtigi im Monat Mai nächsten Jahres den 25. Jahresrag des Regierunchantriits des regierenden Landesherrn festlich zu begehen.

Großbritannien und Irland. London, 27. Januar. Zur Unterstüßung der Schiffbrüchigen der „No»rthfleet“ und der Hinterbliebenen der Ertrunkenen hat fick) hier ein einflußreickzes Hükfskomite gebildet, an dessen Spiize der Lordmayor der

Stadt steht.

_ Einer Meldung aus Dublin zufolge wird der Prozeß gegen die an den Wahlumtrieben in Gakw ay betheiligt ge- wesenen katholischen Priester und Laien am nächsten Sonnabend, den 1. Februar, seinen Anfang nehmen.

_ Heute fand hier die jährliche Generalversammlung der Gouverneure des deutschen Hospitals in Dalston statt. Aus dem vom Ehrensekretär der Ani'talt, Pastor Walkbanm, verlesenen Rechenschaftsberick)! erheklt, daß das abgelaufene Jahr ein sehr günstiges füt": das Hospital war. Die Gesammtemnahmen de_- 1iefen fick) auf 7,262 Lftr., die AuSgaben auf 6,225 Lstr. Die Zahl der Paiicnien, die während de_s Jahres im Hospital be- handelt wurden, betrug 1,129, und die der Yußen-Patienten, d.h. Sokclxr, denen ärztlicher Rat!; und Medizin unentgeltlich außer- halb der Anstalt verabreicht wurdc, 15,805. Außerdem wurden 2,403 Personen zahnärztlick] behandelt. Die Mehrzahl der Außen- Patieiuen waren Engländer. _ ailein, ihre zahlreichen Patientrn arztlick) zu behandelt, sondern versuch1e auch, die Lage dsr ärmeren Kranken zu beffern und Brodlosen zur Beschäftigung zu verhelfen.

Frankreich. Paris, 28. Januar. „Avenir national“ meldet: „Außer dem Lager von Avor, wel es in Kurzem voll- ständig eingerichtei sein wird, und dem von khalons, an deffexi Inftandseßung rüstig gearbeitet wird, beabsichtigt der KriegséMt- nister, noch zwei andere ausgedehnte Lager in der UYebung von Marseille und 11011 Lyon zu errichten. Der Krie, 3: inistex trifft außerdem seine Anstalten, daß Frankreich sten April vier gro e Armeen von WF bis 110,000 Mann zum mindesten zur Verfügunghabe. des Centrums heißen.

Jede würde aus drei Corps bestehen und

jedes Corps aus drei Divisionen Infanterie und einer Division"

Kavallerie.“ Dem „Stephanois“ zufolge herrscht in der Waffen- fabrik von St. Eiisniie in Folge von bedeutenden Bestellungen dcs Siaates eine große Thätigkeit. Man fabrizirt im Augen-

Iapan hat der König

Die Anstalt begnügte sich nicht,

Sie würden Ost:, West- und SÜd-Armee

blicke hauptsächlich“Karabiner für die Kavallerie, System Chaffepot. Die Zahl der Läglick) verfertigten Stücke beträgt 600 bis 650, und man hofft, die Zahl bald bis auf 700 zu bringen.

_ Die großen Frühjahrs-Mauöver der Paris-Versailler Armee beginnen schon dieser Tage.

_ 29. Januar. (W. T. B.) Der Prozeß des Prinzen Napoleon widrr den vormaiigen Minister des Innern, Le- franc, ist heute zur Verhandlung gekommen. Leftanc Übernahm die volie VerantWortlichkeit fiir- die AuZWeisung des Prinzen, indem er seine Untergebenen außer Verantwortlicbkeit seßte. Der Generalproknrator war dersslben Ansicht, Die Angelegen- heit warde hieran auf vierzehn Tage vertagt. -

_ Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, de Re- musat, hat dem Handels: Minister die Bildung einer inter- nationalen Kommission vorg11chlagen, zusammengsießt aus Delegirten der Vertrameächte von 1860, um dadurcbkünftige kommerzielle Unterbandlungen zu erleichtern.

_ De Remusat und Lord Lyons haben, der „Agence Havas“ _znfolge, heute das Protokoll bezüglich der Regelung der Tari1e deSHandchdertrages mit Großbritannien unter- zeichnet. Daffrlbc wird, nachdem es der Nationalversammlung unterbreitct worden, Von dem Präsidenten der Repyblik ratifizirt wcrden.

Italien. Rom, 26. Januar. Wie das „Journal de Rome“ berichtet, wird nächstens Mirza-Malcom-Nasi- mulmulk Khan, der außerordentliche Gesandte und [WVOU- mächtigte Minister des Schuh von Pers ien in Rom eintreffen, nm die Ankunft seines Herrn vorzubereiten.

_ Von den drei vom Kriegs-Minifter dekretirten A l p e n j ä g er- Kompagnien wird die eine ihr HauptquarÉier in Bormio, die andere in Varese und die dritte in Tireno haben.

_ Aus der von dem Finanz-Minister S ella der Kammer vorgelegten Schaßabrechnung für 1872 geht hervor, daß im Jahre 1872 an Steuern, 3511811, Gefällen 11.1“.w. eingeiwmmen wurden Lire 1,296,598,880, während im Jahre 1871 die Ein- nahmen Lire 1,193,548,034 betragen Hatten, was also einen Ueberschuß von Lire103,058,845 für 1872 ergiebt. Die einzelnen Mehrerträge fallen auf die Grundsteuer (233 Millionen), Ein- kommensteuer (44 MM.), Gcschästsstener (19 Mill.), Mahlsteuer (14 MW.), 813119 (63 Mill.) 11. s. w. Dagegen find AusfäUe zu verzeichnen in de_n außerordenllicben Einnahmen (481 MM.), in Lotto (9 Mill.), im Oktrdi (3 M19. U. 1. 111. Die AUEgaben bekrugen in dem abgelaufenen Jahre Lire 1,366,984,648, van welchen 931 Millionen auf das Finanz-Minifterium, 503 auf das Innere, 1613 auf die Armee, 313 auf die Marine 11 s. w. kommen.

_ 29. Januar. (W. T. B.) Die von mebreren Journalen gemeldete Nachricht, daß der Papst dcn itakienischen Bischöfen gestattet habe bei der italienischen Regierung das Exequatur nacbzusuclzen, wird von dem „Observatore Romano“ aks unbe- gründet bezeichnet.

_ Einer „Mittheilung des „Giornale di Roma“ zufolge wird die Subkommisfton derZ Deputirtenkammer den Be- richt über den Geseßentwurf bezüglich der reiigibsen Körperschaften demnächst voüendcn und diirfte derselbe noch vor den Karnevalsferien der Kammer vorgelegt werden.

Schroeden und NorWegeu. Stockholm, 25. Januar. Die Reise des Königs und der Königin von hier nach Chri- stiania, wo fick) Ihre Majsftäten etwa 3 Monate aufhalten wer- den, soll, wie von Christiania berichtet wird, am 31. mit Extra- zug und die Ankunft in Christiania am 1. Jebrnar stattfinden.

_ Zum 1chwedisch=norwegischen Ministerresidenten in am 28. Dezember den Königl. nieder- ländiYchen Ministerrcfidenten daselbst, W. F. H. von Weckhcrlin, veror net.

Amerika. New-York, 29. Januar. Die Subskrip- tion auf dic: neue Anleibr Von 300 Millionen Dokiars wird !vabrftbrinlick) am 4. Febrnar eröffnek werdrn. _ Im Westen _ist die K_älte bis auf 20 Grad (Fahrenheit) gestiegen. _ Nach eingetroffenen Nachrichten aus Honolulu ist der den Veréinigten Staaten zugeneigte Prinz Lunalilo dnrch allgcmeine VolkSabstimmung zum König der Sandwich - Inseln gewählt. Die Bestätigung der Wahl durch die gesetzgebendc Versammlung wird mit Sicherhsii errvartet.

Statistische Nachrichten.

_ Im Jahre 1872 sind ckBremen 3638 Secscbiffe von 567,764 Last, (zu 4000Pfu11d)cinge[a1_11911 9191113237 Schiffe und 577,342 Last im Fabre 1871. Von drn1clbcn Waren beladen 3543 Sch. von 546,547 L. (1871: 3098 _Sch. von 560,300 L.), wäHrend die Übrigen 111 Bgliast oder ieer erngmgcn. Auf die ei1izclne11_Staiionen vertbeilen ch d1e1e Sch1ffe der-Hauptsacbe nach folgendermaßcn: Deutsch Schiffe

741 von 426,035 8. (1871: 2324 von 392,192 L.), großbritannische 397 von 82,258 L. (1871: 470 von 104,740„L,),_ niederländische 312 von 17,343 9. (1871: 207 von 14,794 L.), italicni1chc 27 von 9714 L. (1871: 4 von 1013 L.), norwegi1chc 45 von 8794 L. (1871: 64 von 13,975 L.), Wivedische 37 von 6875 L. (1871: 39 von 6420 L.) nordamerikanische 6 von 4812 L. (1871:_47 bon 25,712 L.), russiche 9 von 2462 L. (1871: 16 von 7061 L.), 111711111152 15 von 2160 L. (1871: 8von12388.),belgischc12von 21008. (1871: 19 von 3695 L.),dänische 21 von 1944 L. (1871: 24 von _3330 L.), französiche 8 von 1409 L. (1871: 8 von 1527 L.), österreichi1ch€ 3 von 820 L. (1871: 2 von 632 L.). Von Europa kamen 3122 Sch. von 255,640 L. (1871: 2616 von 239,763 L.), von den Vereinigten Staatkn 294 Sch. von 232,318 L. (1871: 336 von 252,449 L,), von dem übrigen Nordamcrika 3 Sch. von 453 L. (1871: 2 von 322 L.), von Mitteiamrrika 21 Sch. von 5634 L. (1871: 29 von 6537 L.), von Südamerika 68 Sci). von 28,789 L. (1871: 103 von 23,337 L.), vo_11 Westindien 39 Sci“). von 6823 L, (1871: 45 vpn 6676 L,), von Afrika 13 Sci). von 2491 L, (1871: ,18 von 2920 L.), von Asien 77 Scb. VM 35,293 L. (1871: 85 von 44,483 L.), von den Sandwichinwln ] Sck). von 323 L. (1871: 3 von 855 L,). Von dem Verkehr der europäischen Häfen entfallen u. a. auf: Preußen 1244 Sch. von 28,244 L. (1871: 696 von 18,182 L.), Oldenburg 96 Sch; von 1869 L. (1871: 96 bon 2082 L.), Niederlande 110 SÖ. von 9232 L. (1871: 109 von _9713 L.), Belgien 27 Sch. von 5880 L. (1871: 21 von 4331 L. , „Ham- burg 239 Sch. von 16,327 L. (1871: 184 von 10,967 L.), cbweden 94 Sch. von 6639 L. (1871: 62 von 4191 L.), _Nor1veg1'n 235 Scl). von 15,396 9. (1871: 202 von 12,309 L.), Rußland 120 SÖ. von 18,195 L., (1871: 184 Sch. von 24,697 L,), Großbritannien und Irland 688 Sch. don 138,756 L. (1871: 734 von 135,035 L.), Fank- reich 2] Sch. von 3267 L. (1871: 32 von 6468 L.), S 1anie1119_§9ch. von 3039 L. (1871: 13 von 1926 L.), Portugal 14 S . von 16169. (1871: 13 von 1474 L.). .

Aus elaufen sind von Bremen im Jahre 1872: 3568 Sci). von 543,937 3. (1871: 3241 von 559,028 L.), darunter mit Ladung 2070 Sch. von 402,367 L. (1871: 1910 von 258,470 L.). Es Waren hiervon bestimmt nach: Europa 3204 Sch. von 289,007 L. (1871: 2875 von 311,966 L.), dt'n Vereinigten Staaten 243 Scb. von 212,092 L. (1871: 230 von 202,883 L.), dcm übrigen Nordamrrika 12 S iffc von _ 3882 L. (1871: 10 von 2857 L.), Mittelameri a 2 Schiffe von 719 L. (1871: 7 von 1237 L.), Südamerika 36 Sch. von 21,893 L. (1871: 38 von 19,221L.),

Westindien 39 "SÖ. von 6317 L. (1871: 50 von 8406 L.), Afrika 9 Sch. von 1262 L, (1871: 11 von 1464 L.), Afictx 20 Sch. von 7956 L. (1871: 17 von 10,034 L.),_den Sandwicbsimrln 3 Sch. von 809 L. (1871: 3_ von 960 L.). Bei dem Verkehr, Welcher nach euro- pa11ch_en Hgsen stattgefunden hat, kommen namentlich in Betracht: Yrcußen 11111 936 “Sch. von 20,352 L. (1871: 616 Sch. von 15,680?.), !dcnburg mit 175 Sch. von 3722 L. (1871: 101 von 1758 L.), Ntedrrlaner mit 177 Sch. von 9364 L. (1871: 179 von 9800 L.), Belgtetimlt 31 Sch. von 5837 L. (1871: 30 119114809 L.), Ham- burg mit 386 Sch. von 23,307 L. (1871: 371 von 19,028 L.), Däne- mgrk nat 54 Sch. von 2531 L. (1871: 45 von 2566 L.), Schweden mit 113 Sci). bon 10,808 8. (1871: 100 von 11,126 L.), Normegen 11111 236 Sch. von 16,083 L. (1871: 196 von 14,536 L.), Rußland m1t 81 Scl). yon 7014 L. (1871: 137 von 13,867 L.), Großbritmmien und Irland mit 802 Sch. bon 182,965 9. (1871: 829 Von 205,723 L.). Wic_1ich der Schiffsvcrkehr Bremens während der _leßfen fünf Jahre gc faltet bat, 161151 nachstehende Uebersicht näbcr er1eben: („FJ :* -- “***:J-ZHREingang. Z“ _ Ausgang. __ Schiffszahl. LastenzahbSchisfszabl. Lastenzabl. 1812 3638 567 764 ' 3568 54 * 1871 3237 1870 2350

577,342 ,; 3241 559,028 356,063 , 2368 349,894 186.) 3032 436,423 3176 446,95?) 1868 3182 423,811 '; 3277 420,678 D_urch1chnitt 1 fur 1668/72 3088 472,281 3126 464,098 _ _ DJS imJaHre1872 in großbritanniscben Häfen sincla- r1riczi Scknffc [11111111 eincn Tonnengehalf von 17,902,783, gegen das VVUUÖT 1,447,441 Tons mehr. Dir Schiffe unter groszbritaniiifchcr Flagge ergaben davon 12,141,269 Tons gegen1871 891,149 Tons Zunahme, die Schiffe unter andérer Flagge 5,761,514 Tons gsgen 1871 556,292 Tons Zunahme.

Dcr Tonyengebalt der ausgehenden Schiffe beirug_ 19,245,_185, gegen das Vorjahr 197,730 Tons mehr, darum untcr großbritanni1cher Klagge _13,_571,794 Tons, Zunahme 175,211 Tons, unter anderer 7319199?_0,6É,391_TW,_Z11_1131)me 22,519 TMS,! *

_ 319111, 25. Januar. Jm Stndicn1ahre 1861.62 gab es im Kl)UiJk_€l(1)_JkÜllM 18 teckynische Unierrichtö-Anstalten 11_nd Spezialmbixien; im Jahre 1871172 sind sie auf 66 tccbni1chc Unterrichis-An1ialten mit: einer oder mehreren ?lbthcilungrn, 3 231111- bau-Schulcn und 25Ha11deisinarine-Schulcn angewachsen, (die'hödcrcn Handel?, Ackerbau- und Marine-Schulen nicht eingcr€chnet.) Was dm Beiucb der technischem Unterrichts : Anstalten betrifft, 10 ist der- 1elbe innerhalb der letzten zehn Jahre vvn 908 auf 4857 Schüler gc-

1tiegsn.

_ S_t, Petersburg, 24. Jgnuar. Nack) dem offiziellen Bc- ricbi 1111er de_n Hande1Ru1zlands m_itAsicnfiir1871belief 11_c[1 der allgemein? WcrtH dcr exportiricn Waaren auf 8,904,026 R. (524,792 R. mehr als 1870) und der der importirien Waarni auf 15,929,94_6 R. (4,580,065 R. weniger als 1870). Gold und Silber wurde_n_ 1111 Bekrage von 1,339,156 R. (337,008 R. mrbr als 1870“) ausgefiihrt zmd im Betrage bon 252,557 R. (158,024 R. weniger als 1870) eingefiihrt. _ _

_ Dxe Hauyx1äch11ch1ten Gegenstände des Cxportbandcls waren Wol- [cn1abr1kaie (1111 2,116,798 R.), Seide (1,763,780 R.), rohe Schaf- wvlle (979,788 R,), BaunnvoÜenfabrikate (745,719 R.), RauchWaarcn (662959 P.), (Sietxxidc (633,605 R.) u. 1“. w.; importirt wurden )a1iptiac_i)licb T[)ec*'(1ur 6,322416 R.), Ba11m1vollenfabrikate (3,484,561 91), Frucbie und Gemmc (864 859 R.), Rohbmnnwoüe (696,058 R.), Metalixabrikaie (665,800 R.), Wollenfabrikaie (491,185 R.) 11.111). _ F11r_d1e ver1ch1ed§xien Lokalitäten gestaltete fick) die 21113- und Ein- 111111 111 folgender Wct1e: _

1) In Trauskaukasten wurdcn Waarcn im Wrrtbx? 11011 4,810,167 R. (882,833 R. mchr als 1870) außgcfiibrt und im Wcrtbe von 8,443,045_ . (3018339 _R. Weniger als 1870) eingeführt. Die Haupiexportarti cl warrn: Se1de (fiir 1,763,780 R.), rohe Schafwoil'c (979,788 _R.), Getreide (597,654"R.),É'Robbaumwokle (470,108 R.) u. 1, w.; die Haupinnportartikcl: Baumwoücnfabrikate (3,216,408 N.). Fruche 111117 Gemüse (712,881 N.), Mstallfabrikate (_?61246 N.), Woiiensabrikare (464,473 R.), Seidcnfabrikate (462,302

. U. 1. w.

_ Aus die transkaukafi1chen Häfen des SchWarzen Merres kommi em Export 1111 WWW? voxi 3,689,843_R._u11d cin Import im Werthe von 4,816,199 R., auf die transkaukasich Häfen dcs Kasviscbrn Merres einc Ausfuhr von 619,696 91. und eine Einfuhr von1,378,396 R. und auf die Landgrenze ein Export von 500,628 R. und ein Im- port ron 2,248,456 R.

2) Der Hafcn von_2[_strachan bat eine Ausfuhr im Werthe von 611,882 R. und eine Emsnhr im Werthe von 962,580 R.

_ 3) Ueber Kiachia und den Amur betrug der Werth drr expor- iirten Wanken 3,481,977 R., Wozu noc!) 640,100 R. in Edclnieiaslcn kamen und der Werts) dcs Imports 6,524,321 R, (darunter Thge für 6,045,526 R.). _ _

Dcr Werth der 1111 Tran1ifkckandel durcb “Transkaukasicn narf) Persien gcgangsnenen Waaren wird mit 1,348,462 R. und der nach Europa grfüsxrtcn mit 441,506 R. berechnet.

131111131111; der Schifffahrt ist zu bemerken, da[“; 2208 Jahr- zcuge (1221 init Waarx'n und 987 mit Ballast) angekommen und da- von_ 1456 (661 mit W. und 795 mit V.) in dis transkaukasicbcn «Zeiser de_s Schwarze11_Meeres und 752 (560 mit W. und 192 mit

.) in Öl?..dks Kaöpmchxn Meeres “eingelaufen sind. Abgegangen sind 2196 Schl _c (1665 mit W. urid 531 mit B.) und davvn aus drn transkauka i1che11 Häfen dcs Schwarzen Meeres 1500 1072 mii W. und 428 11111 V.) und 696 (593 mit W. und 103 mit 5 ,) ach denen des KJÖPÜÖYU Mcchs. Unter _dcn angrkommcncn Schiffen führtcn 952 die ru1fi1che, 1099 die türki1che, 130 die persische Flagge und 24 die anderer Nationen.

,Die Zolieinnabmcn habkn 2,858,914 R. (260,67? R. weniger als 1870) bftragen,

_ _Was die Staaten anbckrifft, die bei dem asiatischen Handel be- ibeiligr sind, 1o_komm1'n von dem Werthe dcr exportirten Waarcu 3,481,977 R. aus China, 3,469,414 R. auf die Türkei, 1,429,368 R. auf Pcrficn, 487,376 R. auf Frankreich, 32,925 R. auf England und 296431. an" CHiwa. An dem WertHe der importirtcn Waaren sind bethciligt: China mit 6,524,328 R„ die Türkei mit 5,446210 R.,

- Persien mit 3,948,972 R., Frankreich mit 8800 R., Preußen mit

1013 N. und Cyiwa mit 623 R. „_

_ In New-York kamen im Jahre 1872 5510 “Schiffe an, darunfer 902 Dampfer, 438 Vollsrbiffe, 1624 Barken, 1416 Brigxxs und 1139 Schoonc'r. Dcr Nationalität 1111-11 waren von diesen SÖis- fen 2078 oder 38 Prozent nordamerika1111che 111133432 0er 62 Pro- zent fre'inde_,_ Unirr den letzten führtcn die gro britanni_1_che Flagge 2117 S_chlsß, also mehr als an nordamerikanis en Sebi _en 111 den Hafen eiiil1esen. Die deutsche Flagge War_dnr_ch 406 S iffe bcrtr-e- ten, darunter 147 Dampfer, eine verhälxnigmäßig große Anzahl, da den Vereinigten Staaten nur 201 (Großbritannien _dagegcn 506) der m NewYork angekommenen Dampfer angehörten. Nach Ncrwegxn JÖorten 315 der einlaufenden Schiffe, nach Italien 258, Oesterreich 67, Frankreich 51, Dänemark 38, Schweden 36, den Niederlanden 35, Spanien 30, Rußland 30, Portugal 16 :c._ _

__ Ueber die Goldentwerthung 12111848 sagt der „Eco- UMZUL“: Die SÖäßungen einzelner Natwiialökonomen, zur Ze1t der 111013211 Goldenidcckungen um die Mitte dicses Jal)rb_1mderts, waren iibcrtticbcn, sofern sie eine Jahresiiusbeuic an Gold fur_den L;_111_1 dcr MUMM Jahrzehnte annahmen, Welche durch die That1a_chcn 1eitdcm ke111e6wegs bestätigt worden ist. Der franzö111che_ Natwnaxökonom Mlcbkl „Chevalier schätzte dieselbe auf 35__42 Millionen Psd. St.; der LYRA e Nationalökonom Macculkock) auf _39 Millwpen Pfd. St.; 1n Qbirkli keit aber bat die jährliche Produktwn 1eßt fiir eine R€1hc von Jahren nur etwa 20 Miliioncn Psd._ Si. bctragcn,_ d. l). Wenig MWT Ils Chevaliers Schätzung der jährlichen Gold-Komumkion (ca. 18 Millionen Pfd. St.). Da [)icrnack) die Hauptgrundlage dcr erwar- teten GoldentWerthung, nämlich die Goldprodukiivn, 11) bedeutend

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hinter_der SchäZung zurückgeblieben, so ist 111116 die Hinfäiligkeii der daraus basirteu clgerung klar, mit anderezi Worten: die Annahme sm_e'rd Goldentwerkhung um 50 Prozcnt 111 eine vokikvmmen unbe- grnn ste.

Kunst und Wissenschaft.

_ Das Januar-Heftj der! Zeitschrift für Preu'is e Ge_1chi i_e und" Landeskundr, [)erausxzegebcn von CotxzistaYQ Rßßlcr, *r1ngt 5111191116 61116 Abhandlung vom Hcrausgeber anker dem T11_el „Dkr deutich-franzö1i1che Krirg,“ worin derselbe von den allge- meinen Bedmgungm und eigentlichen Ursacben dicscö Kricges, sowie von den Bedingungen des abermaligen “Sieges Deutschlands im Fall __der_ Wiederkehr der militärischen Waffenmsssung, u'4d von don Zustandcn Frankrexchsz und dem _Ciwrakicr seiner Vrvölkerung handelt. Daraus _ be1pricht dcr HerauSgebrr ausfiihrlich den Inhalt des 24. BMW.? von L*:odold VM Rankc's sämmtlichen Wcrkeii, in welchem sich mehrere '.)l'bbandlungen auf die preußi"che (_He]ch1chte_ brziehen. Zuletzt [*cricbtet W. Picrson über den Jn6alt Zineß __aus der 3 erzogl1chrn Bibliothrk zu Gotha befindlichen hand- 1ch_r_11111ch_en Ko cfturcnbucHZ Kaspar Hennenbcrgcrs. * Jn demsslben bxzmider 116) U;. A. der ericht cineß ')[ugenzcugrn über des Markgrafrn Georg Fricdrickx ;vdn Anwach Rein», nach Warschau 5111 Belehnung, und nach Prcumm znr Huldigung im Fabre 1578:

_ _ S1) eben ist in Breslau im Verlage bon Wilh. Gotti. Korn xme _Scbrist unter dem Titei „Die Hassenz Buch- und Regi- pxersnbrung der Preußischen s,)aupt-Zdll- und Haupt- “Steueramter, 1owie der denselben untergeordneten 5391181169811, [1,61- au_§g_egcbcn von L_ldaleKaterne, Königl. Provinzial-stue'rftkrstär, 8111111611911. Da 1cit dem Jahre 1838, in welchem bskanutlicl) Sckyön- brodt_e1n Handbuch über das Rechnungswsscn [)(-ranSgegcben 17111, *nur noch 111 Schimmrlfennigs Wérke über die Preußischcn indirekten Sleu- ern 11. J. __1856 cin Abdruck dcr damals gültigen, 1681 brrai- teten Llnw-equng zur_Rechnung-Z[Lg1111g und Buchführung sick) findot, io [mt MZternc _durch Heraußgabc des von ihm zusmnmengestcilthand- b_uchs_ abcr d1e Kassean Bnch- und chistcrfübrung eincm 111 Wirk- 11chkoit borbandsnep Bedürfnisse abgkbrlfen. Dieses Handbuä) Enthält 1_1U1;€r__ dem SOWIE, betreffend die Einrichtung und die Be- 11111111110 der Königlichen Ober-§)Technungska111mer eins 2111- kve11ung zur _Re_chnung§1€gung über _die indirekten Steuern fiir die Ha11pizoÜ-_ _und H)»)11Pisicuxr-Ae111t1'r, 1cr11er einc 101che zur Kassen- 11nd__Buch1i1[)rung__1iir dieselben 216111161, sodann (*in? Anweisung zur Ka11e11- und Buchfkbrugg für die den_HanPtämtern untergeordnctcn Hebestcklcn, Line_'.'lnwei11111g zur Prozeß-Buwfübrung für die Haupt- 3011- und_.Haupt1tc111'rermter, die Instruktion znr Ausfiihrung der ailmonatbch und au1_;srgcwök)nlich vorzunehmsnden Kassenrevisioncn, 91111? Buch; und Regittcrfiibrung aus dem Zollgcscß, cine Anleiiung zur Buckxxiihrizng bei der 0117811111113 dcr thränkcstcncrn, einc BW")- und Regmtersuhrung aus _dcm 0501613 11er dic Tabakstrurr und aus dem Mahl- und Schlachisteucrgrscß, die Instruktion für die Steuer- behörden 3111 Ausführung der Verordnung dom 7. August 1846, di:“ Brstenxrung des im Julande (“1311191611Riib-Zuzuckcrs betrrffend, rin: Aanimng _ das Stempel-Rcchnu1111611981611 betreffend, eine Dienik- anws1sung 1111 die Chaussecgcld-Cmofiingcr U, A.

_ Elbing, 27. Januar. Am 16. Februar fi drt 5111 eine Gensrai- der1a111mlung der Sängrrv_er_cinc_ Ost- und Westbreußens 1111th _E3 1911 darübrr Beschluß gefaßt wcrdcn, ob das nächste Pro- v1nz1al1ängersc1t in Danzig oder in Königsbcrg abzuhalten sri,

Münchc11,26. Januar. Das Hoftheatcr [1.11 vor einigen Tagen Slyakcsyeare's „SonnncrnnÖtIiramn“ mit der Mendelssohnschen Musik ncn 136117131 und in 111611111811? neuer Ausstattung, nachdem das genannte: 9111011121 mcixrxrc Jabre gcrubi, wieder zur Aufführung gr- bracbf. _ Das deut1che Sängcrfcst, Welches im August d. J. bier 11110 zwarim Glaspglast, abgclmltén morden soiltc, wird, wie nun bestimmt 111, fiir dic1es Jahr unterbleiben, weil die umfassenden Reparaturen dss (Hebi'indes längere Zeit in 21111" *rucl) xiedtnen. Die Abhaltung des Festes im Späfsommcr des 11511 sten Jabrcs isi da- grgcn in fichcrs Aussichi genommen.

Stockholm, 22. Januar. Der Verein für die Heraus- gabe von Handschriften, Welche dic Gc1chicbie Skandinaricns be- treffen, hai 1111) in eincm Schreibc11 an die 'SiadtbcvrllmäMigtrn Stockholms crbotcn, fiir einen jährliibcn 2111111111111 von 1000 R11). auf 6 Jahre _dic für die Geschichte drs Mitislaltrrs wiwtigen Siockholmcr Stadtbüchcr in 6 Bänden zu 30 Bogen zu veröffrnfiirben.

Kop_enbagen, 24. Jammr, Bei eincr in der Nähe drr Stadt Slagrl1e aus Seeland borgcnovmicncn A11Sgrabung ist 111.111 auf das Fundament cines, aslcm ?lnscbcinc 111111) 111,11: 1111611 Gebäudes gcstdszcn. Die Steine find von der in Däncumrk bekannten Sortc, ivclcde den Namen „Möncsystciiir“ tragen und welcbe gewöhnlich in (ZöcdäMkn ans drm Mittelalter angefroffcn werdcn. Unter dicscn Stsincn befindrn sick) Einige, 111111112 mii bcsondrrcr Sorgfalt gebrannt und mit Ornaiiisnten 1191116611 sind und da man auch Nrsie Lincs mik Steinfliesen [*eicgienFquodens vorgcfunden hat, 10 steht 311 Vcrmutben, das; dcis Gcbäudc seiner Zrit als Kirche oder Klostér [181111131 wvrden ist. Sowohl von Seite der Bebördcn als amd drs EigcntHümcrs find Vrransialtungcu zur Sicherung rinrr sorgfältigen ?[usgrabung getroffen

worden. LandWirthfchaft.

Berlin, 30. Januar. Wie die ,Congordia“_ 111111116111, i_and Hier am 7. d. M. cin_e Sigimg des ge1ci)ä11931übrcnden Nus- “chusses der Berliner Konsxrenz ländlicher Arbeitgeber statt. «311 derscibcn wurde 11. 21. 5811171011611, dic 1rag11chr Kopfercnz als förm- lichen Verein 311 konstitniren. Der Vorsiizende _(Proseffor v. d. Golß) hatte zu diesem Zweck bersiis cinen Statuten-Cntwurs ausgearbeitet, 111211581 nach eingehender Bcratlwng und mit einigen Abänderungen angcnommcn1vurde._ Die Bcrö_1se_ntlichung desselben wird demnächst erfolgen. Dcr Liuö1chu13 [101151013 icriier, die 1151ch1tc Generalvkrsamm- lung dcr Konferenz resp. des zu konstituirendewVereins am 16. und 17. Mai 1. J in Berlin abzuhaltcix. Auf derwlbrn soil vcrbandelf Werden iiber: 1) die Auswanderungssrage; 21 die Schulfragc; 3) die im landwirtdfwafilickyen Gewerbe ur Anwendung kommenden Lokm- arten ((Heldiohn, Naiura[[ö[)n11ng,„ antikzme n. 1". 111.) Zu dieser Ge- ncralvsrsammlung sollen die landl1chcn Arbeitgeber und sonstige Sach- -- Vorständige aus ganz Dcut1ch1and eingeladen wcrdrn.

München, 25; Januar. Aus den Kreisxn wrrdcn drm „Korr.- B1.v.u. s'. D.“ 1olgende landwirtdschastliche Nachrichten mitgetheiltx Der Regen, welchcr cine Zeit lang, 4._11. szexnber, andausrte, hat den Saaten sehr Wohlgctlwn, _docf) ivcnig Ciusluß auf die 11911) 1el)i Häufig vorkommenden Feldmän1c_ „118111111. Wyniger guk bekam den Saaten die sehr schöns, von Na 1 röstcn beglcitcie Wikix- rung in der letzten Woche des 3„Nonaixk; dcr rdboden war sebr naß, und darum sprengte der Frost virle Würchchrn und ganze St_ö_cke_ der Kornpflänzcbcn ab, Ueber die Mäuchage wird «__116 aslen _D11trikten geklagt. Hier und da haben die Möwe den K[c_cachchrt1, W1e11'n und Saaten schon 1 arf zugesetzt; im Y_kaint'lwic [191 Kißmgetx hat 1113111 schon Getreidesaa en umpflügsn 1111111211, WU[_ 111" von dexzielben 11111 gänzlich zerstört waren. Wenn nicht vor Brgnxn dcs Frul)l1_ngs_un- günstige Witterung, Glatteis mit Regcn, _eiiitritt,_ gehen 11911 einer großen Kalamiiäi entgegen, 15 111 dcnn, dax; 111 Zeiten 311611111che 1111d durchgreifende Maßregrln dagcgcn _grtroffen werden, Im Hoxbgebtrge erschWert der Mangel an Schnce „]ciyr d1_',11 Transport dsr Holzer von den Bergen herab, weil die Schmirn 1111111 gebraixcht Werden können. Aus dem All äu schreibk man, daß dcr Zentner Peu dort mit 2 “1, 12 kr. bis 221. 24 kr. bezahlt werde; Grummxt mit 3 f[. bis 313 12 kr. Kälber werden mit 15 bis 1711“. das Pfund iskcnch (Hewi bczahlt.

Stockholm, 25. Jc1_1111a_r. Dic Schafpockcn-Epjdemie in Schoucn bat nunmehr ganzltch aufgclwrt,

GeWerbe und Handel.

Wien, 25. Januar. (W. A. C.) Vorgxstcrn ist das Mitglied der japanisäxn AusstZÜungs-K0_111111111"_w11 Sexijarva Akekigs, lier eingetroffen, 11111 1c1n1: Funktion 1113 Kommissar dcr japa1111chen [usstcilung 111 WW anzufrricn. -

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