1873 / 55 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 03 Mar 1873 18:00:01 GMT) scan diff

Königliche Schauspiele.

Dienstag, den 4. März. Im Opernhause. _(54. Vor- ftellung.) Der Prophet. Oper in 5 Akten nach Scrtbe. Musik von Meyerbeer. Ballet von Hoguet. Fides: Frl. Brandt. Bertha: Frl. Grosfi. Johann von Leyden: _ _ Oberthal: Hr. Beh. Anfang halb 7 Uhr. Mtttel-Pretse.

Im Schauspielhause. (62. Abonnmunts-Vorstellung.) König

Hr. Niemann. *

Richard 11. Trauerspiel in 5 Aufzügen voir Shakespeare, über- *

seßt von Schlegel. Für die deutsche Bühne _bearbeüet von Oechelhäuser. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Pretse.

Mittwoch, den 5. März. Opernhaus. Keine Vorftellung. Sschste Sinfonie-Soirée der Königlichen „Kapelle.

Im Schauspielhause. (63. Abonnements - Vorstellung.) Maria und Ma dakena. Schauspiel in 4 Akten von Paul Lin- dau." Anfang Fall) 7 Uhr. Mittel-Preise.

!

Die in den Königli en Theatern gefundenen Gegenékänhe können von den' Gigent ümern infrerhalb 4 Wochen ber den HaUSpolizei-Inspektoren Schewe (Opernhauö) und offmeißer (SchausprelhauS) in Empfan genomnietz werden. rfolgt dk Zurückforderung der betreffen en Sachen xnder angegebenen Riß Zieht, so werden dieselben den Findern ohne Weiteres auSge- ändigt.

.Die Einkreihung der Zionskirche.

Gestern, Sonntag, den 2. März, am ziveiten Jahrestage der Unterzeichnung des Friedensvertrages Von 1871, wurde auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs, AUcr- höchstihres Patronatsherrn, die Zionskirche vor dem Rosen- thaler Thore Vormittags 10 Uhr eingeweiht, nachdem nach Ueber- windung mancher Hemmnisse ihr Bau seine Vollendung gefunden hat. Bekanntlich Wurde dieselbe als Dankeskirche der Provinz Bran- denburg für die gnädige Errettung Sr. Majestät des KatserH und Königs bei dem Attentate in Baden-Baden vom 14. __Jult 1860 gestiftet; das Andenken an die Einnahme von Drzppel spendete ihr 1864 die Mittel für die Aufführung des schonert, schlanken Thurmes, und am 16. Oktober 1866 erfolgte tm Ber- sein Sr. Majestät des Kaisers und Königs, des Kronprinzen, Königlicher Prin en, Generäle und Minister die feierliche Grund- steinlegung. Hin?ichtlich des Bauplancs, der Architektonik u. s. w. siehe die „Besondere Beilage“ Nr. 9 vom 1. März 1). J._

Bald nach 10 Uhr erschienen in der gedrängt angefüllten Kirche Ihre Kaiserlichen und Königlichen Majestäten, Ihre Königlichen Hoheiten der Prinz und die Prinzeffm Carl, der Prinz Adalbert und andere Höchste und Hohe Herrschasten__und nahmen auf der Empore links, der Kanzel schräg gegenuber, Plaß. Der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten ])r. Falk War in Begleitung des Ministerial-Direktors ])r. Sydow er- schienen. Um den Altar hatte fick) die evangelische Geistlichkeit Berlins, auf der Empore rechts die Magistrats-Deputation ver- sammelt.

Beim Eintritt Jhrcr Majestäten präludirte unter Glocken- geläut die. volltönende Orgel, der Chor intonirte das 8311012118, 53110615 und auf den Gemeindegefang: „O heil'ger Geist,. kehr bei uns ein“, hielt der General- SUperintendent und Propst Von Berlin, Professor ])r, Brückner, unter Assistenz der beiden ältesten Geistlichen Berlins, Vom marmorncn Altars aus die kraftvoll? Weihrede über Iesaias 40, 9: „Zion, du Predi- gerin, steige an einsn Hohen Berg. Jerumlem, du Predigerin, hebe doine Stimme auf mit Macht, hebe auf und fürchte dick) nicht; sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott.“ In derselben führte er aus, daß unserer Zeit in allen ihren Ver- hältnissen Eines vor Allem Noth thut, das da Wenig scheint und doch viel ist: Rückkehr und ernste Erfüllung des ersten Gebotes. Darin liege der Keim des gesammten christlickyen Glaubens, dessen hrilsame Gnade in Christo Jesu erschienen sei, Welcher für fich nur Eines fordert, unser ganzes Herz. Darauf hin und dazu weihte er sodann den Altar mit seinen 1). Gerätben, den Taufstein, die Kanzel, die Orgel, alles was die Kirche befilzt zum 1). Dienste, sowie die Kirche selbst und hielt das Weihegebet. ,

Auf den von Posaunen begleiteten Gesang: „Dringe ein, dringe ein, Zion“ hielt der Superintendent Strauß die Liturgie und verlas die Kirchweihperikopen Epiftel 1. Petri

2, 1_10 und Evangelium Lukas 19, 1-11. Nack) abermali em.

Gemeindegesange: „Nun preiset Alle Gortes Barmherzigkeit“ )ielt Prediger Kraft, 1. Prediger an der Zio11skirche, über denselben Text wie oben Jes. 40, 9 die Predigt. In derselben forderte er die Gemeinde auf, an der Hand des Textes mit ihm unter Rück- blick auf die von Sr. Majestät gestifteten 5 CHorfenster dankend und finnend in den Vorhof zu treten, dann zurück in das Schiff der Kirche zu treten und schließlich hinauf auf die Thurmeshöhe zu steigen, dort Umschau zu halten. In diesen drei Theélen gab er nicht sowohl eine Geschichte, als eine. erbauliche Symbolik aller einzelnen Theile der Zionskirche: Zu den zarten und dock) starken Pfeilern des Glaubens, zu den weitgespannten Bögen der Liebe, zu der reichgegliederten Wölbung der Hoffnung tritt hinzu der Altar mirseinem flehenden Glauben, seiner fürbitten- den Liebe, seiner lebendigen Hoffnung und das von oben auf ihn hereinfallende farbige Licht stammt vom Vater des Lichtes, dessen Gnade und [). Geist das Opfer des glaubenden, liebenden, hoffenden Herzens entzündet. Dazu ertönt das HaÜelujah der Orgel mit thren Harmonien, und die Glocken rufen in die Welt hinaus das Wort des Iesaias.

Die Schlußliturgie hielt der Hof: und Domprediger, Ober- Konstftorial-Ratl) ])r. Kögel, und nach dem Schlußverse: „Lob, Ehr und Preis sei Gott“ verließen die Allerhöchsten und Höck)- ften Herrschasten das GotteSHauH gegen 1271 Uhr, während die Orge volltönend intonirte.

Die äuser in der hügeligen Straße vom Rosenthaler Thore bis zur ZtonHkirche hatten zur Festfeier geflaggt, und besonders strahlte im Banner: und Dekorationsschmucke das Nationaltheater. Vor der Kirche hatten die Knaben der 16. und 25. Gemeinde- schule mit vielen Bannern und Fahnen Chains gezogen und empfingen die Höchsten Herrschaften mit [autschallendem Hurrah. Das schönste Wetter begünstigte diese Kirchweih, an welcher sah die Bevölkerung der Refidenz zahlreich bekheiligte. '

Die Eroberung Preußens durch die Deutschen.

Seitdem vor beinghe einem halben Jahrhundert Johannes Voigt die bisher so gut Une unbekcznnte Geschichte Preußens unter dem Deutschen Orden aus den Scbxtftczn des Kömgsberger MYM erfchloß und in einem großen, neunbandtgen Werke zum Gegxn fande einge-

ender_ arstellung machte, hat sich nicht blos der Standpunkt der isiorisben Wissenschaft jo durchgus verandert, sondern“ auch die _Fülle des zu benußenden Quellenmatertalö_ so gewalttg vermehrt, daß aus beiden Rückfixhten eine neue_ Begrbectung der preußischen Landeöge- Zchicbtc als em höchst verdtenxtltches und zeitgemäßes Unternehmen egrüÉ Werden muß. _ migstcns der Anfang zur mxg_ der damit esteÜten Aufgabe ist nach eme_m Referat in der ilttar-Ltteratur- eitung durch die kürzlich crschrenxne Schrift von Ewald uber dre Eroberung Preußens dur die DeutxchenéHalle, Wai1enhausbu handlung) emacht worden. Wi" dasselbe unä tau? nur die Geschi te der _Ero_erung reußens durch denDeut?chen rden ehandeln uudschlteßtesdtespatere, o neFrage interessantere und gehaltvollere Zeitder Ordensherrschaft yon vornherein aus, so kann man eine solche Beschränkung iYofern nur btÜtgen, als gerade diese erste _ eriode der preußtschchn Geschi te an vielerler Unklarheiten leidet und is auf diesen_Tag m mancher Hinficht sehr kontrovers geblieben Zst. Dem entsprtcht es demz auch, daß die (_Ewaldsche Arbeit zunächst alles Gewicht let auf dre kritische Prüfung der Quellen und die Gewinnung wirkli sicherer Resultate. Doch ist die fließender Anschaulichkeit und _Fri che nicht entbßhrende Darsteüung dem gelehrten Apparat gegenüber m i rer Kraft geblieben. _Auxh das verdient hervor- gehoben zu werden, daß der Verfasser sich der nattonalen und polttischen

Bedeutung, Welche die von ihm behgndelten Exeignisse_auch_ für unfxre Zeit noch haben„ durchaus bewußt 1s_t und dt clben m senzex Erzab- lung mit Nachdruck und doch „ohne em gewalt ames_ Herberzrrhcn zur Geltunq u bringen weiß: fe_in Buch crschexnt_ zu [etch als eine “* Fethabe zu dem n_n leßten Herbst cgangenen

YYUYÜFFWM Gedenktage der Wredererwerbuuxz Westpreußens durcb te eu en.

Die „Geschichte der Eroberung Preußens durch d_ie Deutschen“ wird eingeleitet durch eine in großen, aber treffenden Zugen gehaltene Uebcrficbt über die Christianixirung der Ost eelande uberhaupt, v_on denen Preußen vor Beginn des 13. Jahr _underts axlem noch rm Heidentbum verharrte. Dann werden dre fru_l)eren Misswnsversuche, von Adczlbcrt bis auf Chrisrtan von_ Oltva uz_1d die manmg- fach Wech1e1nden, preußisch -poln1fchen_ Kampfe erzahlt. Neue Er- gebnisse von allgemeinem Interesse dtetxt zuerst der dritte Abfébmtt in reicherer FüÜe; na einem Ueberbltck uber dj_e Geschichtedes dkut- schen Ordens seit einer Stiftung und emer an eme sum- marisch Darlegung der OrdenSregel angeschlossene Schtl- derung der damaligen Zustände desselben, Werden auf Grund der auf uns gekommenen reichen Fülle von Urkunden und _Brrefcn, derxn mannigfach abweichende Angaben von ficberen Bearbettern mcht m Uebereinstimmung hatten gebracht Werden können m_1d von_ denendahcr, je nach dcn verschiedenen Standpunkten, von dexn emxn dress, m_)n dem andern jene für unecht" erklärt wvrden waren, 1ehr etnEhend dle Vor- handlungen dargestellt, We1che_zwischen Polen und. dem Y_eutfchen Orde_n Wegen deSYZuges gcgen die Preußkn geführt worden s'rnd und m denen __ nne Ewald zeigt _ der Orden durch seine geschickte Haltgng Polen zu rmmxr größeren Zugeständnissen zu drängen und sich so die glanzendsten Voxtherlc zu schaffen wußte, auf deren Vcsiß nachher de_r Ordensstaar m Prcuxzen so schnekl und kraftig erblühctc. Mit dem vierter; Abschnitt wendet sch die Darsteklung, auck) hier auf Schritt und_Trttt das Qneklxntxmterral kritisch fichtend und im einzelnen die bishrrxzqulnnahmcn vtelsach bc- richtigend, der eigentlichcn EroberungÉn, _bcr 1velcher der Orden_von richtigen fxrategischen und politischen rWa ungen ausgehend, zunachst die Weich1cl und Nogat hinab an das eer vorzudrmgen vxrsucht; so unterwirft sich derselbe zunächst Kulmerland, dann PomZsaxncrrund Poßesanicn. Der Bericht über die Aufnahme de_s lrvlandrnben Schwertbrüder-Ordens in den Deut1chen Orden und die letzten Jahre des großen He'rmann von Salza 'und des_ um Preußen besonders ver- dienten Hermann Balk bilden den Schluß dieses ersten Bandes.

Welt-ausstellunxé 1873 in Wien. ]

Gruppen und Sektionen der Jury. _ ' 1. Gruppe. Bergbau und_HüttenWesen. 1. Sckttdn. Bergbau. 2. Sektion. Eifenlckütten1ve1em 3. Scktion. Andere ZWSlgL

des Hüttchsens. _ 11. Gruppe, Land- und Forstwirtbschaft. 1. Sektxon. YeldWirtHschaft. 2. Sektion. Produkte der Tbierzucht. 3. (_Sektton. ;orstwirthschaft. 4. Sektion. Wein- und“ Obstbau. Gemuse und Gartenbau, 5. Sektion. Landwirthschaftliche Maschine:). _ 111.Gruppe. Chemische Industrie. 1. Sektron. Chemxsche Produkte für terbnische Zwecke. 2. Sektion. Pharmaceutische Prada- rafe, ätHerische Oele, Parfümerie, Drogugn und andere Rybmatermltcn für die Pharmacie und chemi1che Industrie. 3. Sektton Fett-Jn- dustrie. 4. Sektion Produkte der trocksner: DestiÜation. 5. Sektton Zündwaarsn, Farbwaaren, Firnisfe und anderxveitige Produkte der

chemischen Industrie.

117. Gruppe. Nahrungs- und Genußmittel als__Er- zeugnifse der Industrie. 1. Sektion. Meb[ und Meblfabrtfgtc. 2. Sektion. Zucker, Zuckerbäckcrei-Waaren und Chokolade. 3. Sektwn. Wein- und Wein-Surrogafe, Bier und andrre grgolsene Flüsügkeiten, Effig, _ 4. Sektion. Konserven, Extrakte und Flctsckßvaaren. 5. Sektion. Tabakfabrikate. , - _

17. Gruppe. Textil- ULD Bekleidungs - Jndustrre. 1. Sektion. Schafonwaaren; 2. Scktion. Baum1vollwaaren. 3. Sek- tion. Leinenwaarcn. 4. Sektion. Seidenwaarcn. 5. Sektion. Posa- mentirarbeitexl, Gold- und Silbergespinnste, Spitzen und gcneßte Waaren, Stickereien, Schn'mrksedc'rn _und künstliche Blumen aus Stoff, Papier, Leder 20 6._Scktion. Wä1che, Bckleidnngsstücke, Kür1chner- waaren, Hüte, Handsthuhc. 7. Sektion. Schubwaaren. 8. Sektion.

Tapezierarbeiten _ 171. Gruppe. Leder- und Kaut1chuk-Jndustrie. 1.Sek- tion. Leder, Raubwaarm. 2. Sektion. Lederwaaren. 3. Sektion. 1. Sektion. Gold- und

Kautschuk- und Guktaverchawaaren. 2. Sektion. Eisen- und Skahh

» 711. Gruppe. Metall-Jndustri-e. SilberWaaren, Juwrlierarbeiten. _

Waaren. 3. Scktron; _Waffen, mrt Außnahme der KriegöWaffen. 4, Sektion. AnderWerttge Metallwaaren.

7111. Grupp e. Ho_lz_-Jndust__rie. ]. Sektion. Bau- und Möbelti]ch_ler-Arbetten„Fourmere, gxfräxte und gedrechselte, gestochene und geschmßte .Waaren. 2. Sektton. Erzeugnisse aus gespaltenem Zolze, Holzdrcxht, Korkwaaren, Korbfsechterarbetten. 3. Sekrion. Farb- 5 nstriche, gebetzte und vergoldete Holzwaaren.

111. _Gruppe. Stein-, Thon- und GlaSWaaren. ]. Sek- tion. Stem- und Cementwaarsn. 2. Sektion. Thonwaaren. 3. Sek- tion. Gladwaaren.

)(. Gruppe. „Kyrzwaaren-Jndustrie. 1. Sektion. Arbeiten aus Mxerscbaum, Schxldpatt, Horn, Knoch0n, Elfenbein, Perlmutter, Ystbbcth. 2. Sektion. Sprelwaarcn, Wachsarbeiten. 3. Sektion.

alantertcwaaren aus Leder und Bronz€,-Lackarbeitcn. 4. Sektion. Stöcke, Pettschen, Regen- u_nd Sonnenschirme.

. Gryppe. Papr_er-Jndustrie. ], Sektion.§ckapierxeng, appe, Papier. 2. S_ektton. Buntpapier, Tapeten, pielkarten, artonpgprer. 3. Sektion. Schretb-, Zcichen- und Malerrequifiten.

4. Sektwn. Buchbmder-, Kartonnage-, Portefeuille- uud Papiermaché-

Arbeiten.

TU. Grup e. Graphische Künste und geWerbkicbes Zeichnen. _1. ektion. Buchdruck, Kupfer- und Stahlstichdruck, Notendruck, thbographie, Cbromogra hie. 2.- Sekkion. Graveur- und Guillochirardcttxn Xylographie. 3. ektion. Photographie. 4, Sek- tion. Musterzetcönungen und_DekorationSmaleret.

FUL. Gruppe. Maschinenwesen und Transportmittel.

1. Sektiop. Motoren, Kraftübertragungs-Maschinen Maschinen- bestandthezle. _2. Sektion. _Arbeits-Maschinen (mit Äusfcbluß der landwrrtb1chaftlrchcn Maschinen, Welche für die Beurtheilung in Gruppe 11. _eingereiht werden. 3. Sektion. TranSportmittel und anderes Bekrrcbömaterial für _ ifenl'ahnen. 4. Sektion. Straßenfahr- werke und andere Trans ortmttiel. . _ FU. Grupxe. issenschaftliche In trumente. 1. Sek- tron._ Mathematt che, astronomische und phyfi aliscbe Instrumente, “cbemrsche Ap arate. 2. Sektion. Uhren. 3.Sekt1on. Cbirurgiséhe Techmk und nstrumente.

117. Gruppe. Musikalische Instrumenfx. 1. Sektion. Tastßn-Jnstrumente (Klaviere, Orgeln, armoniums). 2. Sektion. Stretch-Instr_umente und besaitete S [ag-Jnstrumente (Harfm, Gurtarreu, Ztthern). 3. Sektion. Blas-Jnstrumente, Lärm- und Sclez-Jnstrumente, SpielWerke. .

11._Gruppe. Heereöjvesen. 1.Sektion.Trup enauSrüstung und _Beklerdung. 2. Sektion. Aksgcmeiue Bewaffnung, rtillerie- und Gerzmvesen. 3. Sektion. SanitatSwesen. 4. Sektion. Militärisches Erzaebungs- und Unterrichtswesen, Kartographie und Historiographie.

)(711. nyppe. MarineWesen. 1. Sektion. S i sb Ynd SprffsaUSrmtung. 2. Sektion. Bauten für die SchiffaFrtf,f HY rogra tt- - W711]. Gruppe. Bau- und Civil- ni 1. Sektion. Hochbau. 2.Sektion. Wasserbau. ZIÉZketionéurSthasßF;

und FWHFHHUHM' D __ ck . ruppe. as ürgerli eW )()l. Gruppe. Dcxs Bauernhaus. ohnhaus LTH GÖupLeH DZ na_xic_)_nale Höausindustrie. „rue. areun ers“ ' Musé-ZUFÜFHKunstgeYerbchzl ck ; Wtrksémkert der , .. ruppe, ir i e unst.“ Die ind UF )()T, ?()(1, LFU und K_UÜ auSnestellkcn GegenstIdéZYYF YrÉpSpFerl-ZYNW FuÉejltZ_auÖ__M_i_tgliedern der Juries jener r en 1e,zuecn1e 'eevo' ' . punkte aus betrachtet oder als Ganzes glehören.m mdustrteslen Stand

)()(17. Gruppe. Exposition des Amateurs. (Keine Be-

urfheilung.) )()(7. Grup e. Bildende Kunst der © w Zur. 2. Sektion. Skulptur. 3. Sektioenx.J eÖachrrex:

1. Sektiox. Archite 4. Sektion. Zeichnende Künste.

)()(71. Gruppe. Erziehung», Unterri ts-und " - dqngSWesen. ]. Sektion. Pläno, Einrichtung ckLehrmittelthtxd Lezstungen der_Volksschule. _2. Sektion. Pläne, Einrichtung, Lehr- mrttel und Leistungen de_r Mttteljchulen. 3. Sektion. Pläne, Einri - tung, Lehrmtttel nnd Letstungen der achschule't, der technischen HoJ

schulen und der Universttäten. 4. Se t' . " ' " ' “"“ bildung der Erwachsenen. ton HnlfWrttel fur die sort

-

_ Wien, 27.Februar. Die Ministerial-Kommi sion nut Bezug aus dre Weltcxuxstellung die_Wol)nungs-, sApprdvifi-ZYT rungs-, Verkehrs- und Sanrtats-Poltzeimaßregeln in kurzem Wege zu berathen bat, i_rat gesxern zum ersten Male zusammen. Der Sektions- Chcf v._ Wehlr begrußte dre Versammlung und gab in kurzen Um.- rrssxxx dlc: Llyfgabe kund,__We1che die Kommission zu lösen hat. Die Jmtmttve _ser vom Mxntjtertum auSgrgangen. Welches fick) mit dem IZTTINISJFFF? _Ba_ron _SMWarz iLö Einvernehmen gesetzt Hatte.

r cge em emoran um 1) r . " - rathungen berückfichtigt Werden wird. , o , MWM bet den Be

_ _ _ ge ,? )andklk

_ Baron Schwarz hegt in dieser Vezie ung ni t die Be ürcbtun daß es tn_Wt_cn an Wohnungen fehlen wirhd; alleié dennoch fmüsse dJ Nothwndquett anerkannt Werden, eine Kon"krivtion sämmtlichcr ver- fugbarxu Yanmg vorzunehmen. _Sektionßchef1 Wehli wies darauf hin, da]; dre _Bolkszak)lt_1ng_ pon Sktxe der Polizei in kürzéster Frist und nut großer Genaytxxkett angeßuhrt wurde; fie könne also ams) die Wohnungs-Koxiskrtptwn_ durchfuhren. Der Polizei-Direktor erklärte srck) bereit, [*mnen dreter_T_age exne solche Zählung zu" veranstalten. Der Vorschlag fand aÜfePge Zu1timmung. Die Bevölkerung wird _demn_ach xrsucht jve'rdcn, dre Zettel, die durch Sichcrlxeitswachmänner U) dre Hauser Werder gstragen Werden, derart aUSzu"ul]en, das; darin Zu; verZYrZleYen P_x_€ce_n n_n_t_ d§m L_)Zelegraum verzeickßnet werden, wo-

e_ au ru _t crwam Wir , a amit eine ' 57 - mrcthung nicht begründet wird. ß Verpfltckytung zur Jer

Dr_e kommunale_Welfauöstcüungskommisfion wird mit den auf diLHotel- qyartrcre und aufdie Massenquarktere bezüglichanrhebungc-n betraut. Was dre Yeßtercn betrifft- 10 wurde auf die Benüßung der Kasernen hingewiesen, a_Ü-:m_dem_ stßch der Umstand entgegen, das; der Präsenzstand der (Harmfon rm Qgßre 1873 erhöht Werden wird. Man wird fich den- noch an das Krtcgs-Mmtstermm Wynden: ferner will man jene Per- sonen, Welche scrt Jahren _schon _größere Einquartierungen übernommen Haben, aufsordcrn,_Qun_rtwre fur Arbeiter zu besorgen. Von Seite dFrHVertreth ÖUBGOMUUÖLYZUFN darauf hingewiesen, daf; die Be- 1u ungen, en au_von (1 en uartieren dur Ge'ell a ten erzrelcn, fast ganz rcmltlos bliebenq. ck ] fck f zu

Den_zr1)cixenGegcnstand dcr Verathung bildete die Verkr rs ra ?. Dcr Bezirksimpektor Wgchlcr, der vom Polizei-Dircktor LemonerieIj UJZK de_r Lertung und Orgamstrung des Verkehrswcstns- innerhalb Wiens Wahrend_ der Weltausstellung betraut wvrden ist, gab ein längeres Exrzosé uber _den Stand der VcrkehrSmitkel, den er als durchaus un- genugend bezexchnetc. .

Weder die Omnibusse noch die Tramway, noch die anderen Lo n- ftxhrwerke gcnugxn der ZalZl 1_1ach, da heute 13106 492 Omnibussehin FLF??? YZ, wahrekZd 931J)__Lt?_enzen adus egeben wurden. Es fehlt so-

0 agen a an er en un cute it ma ' ' ' der Lage, das Material zu beschaffen. s 11 nicht einmal m

Die als alliakivmittel vorgeschlagene Vermekrun der Wa en zahl durch GeYattUtxg von anlßkatwagen an jeden,LizegnzinHaber ghat fich als zwecklos erwiesen, da k_em Lizenzbesi er ein Duplikat anmel- dete. Es_wurdcn Lizenzen ertherlt, ohne da am? eine Verpflichtung ur Außnußdung gegeben wurde; ferner wurden izcnzen ertheilt an erfonen, encn_ dle Ggldmrttel fehltxn und die xomit auch nichts uyternahxnen. Wien hat ]xßt _1300 Einspänner und 100 Fiaker, aÜein drese drangen“ FZH nur m dre mnere Stadt und in den Vorstädten nzangelt es an hrWerk. _Jedetxfaus werde es-nothjvendi, sein, um eme Vermehrung der Betrtebstmttel zu erzielen, eine ErZöhung des Fahrpreises zu belvrlltgen. Ueber diesen Gegenstand fand eine län ere Debatte statt, deren Resultat 1chlteßlrch war, da[; mit den VorarFeiten ein Subkomite be- traut Wurde. Um 9 Uhr wurde dre Sißung geschlossen.

Heute Vormittags nm 11 Uhr fand die Weite Si un der Kommrffion _statt, in Welcher die Approvisionirungsßrage zurßSPgrache Yam. Magrstrats-Ratb Wenzl erstattete ein ausführliches" Referat uber den Stand der ?lpprov_ifionirunq und schlug eine Reihe von Maßregeln vor, um eme crgtcbigere Zufuhr, eine strenge Beaufsichti- gung und raschen lesaß zu erzielen.

_ Berlin, 3. März. Am 28. ebruar ist hier in dem m derKommandantenstraße gelegenen ndustrie-Gebäude die erste große Geflügel-Nusstellung eröffnet wvrden, Welche der Ge- flügel-Vcrein ._Cypria“ unter d_emCProtektorat Ihrer König- lichen Hohert der Nrinz_ess1n _ arl veranstaltet hat. Der Aus- steÜungs-Katalog, der dre drcr Ahtherlungen: „Tauben, Hühner, Sing- und_Schmuckvögel“ umfaßt bat tm Ganzen 672 Nummern aufzu- Wel en.

&

Redaktion und Rendantur: Schwieger.

Berlin, Verlag der Expedition (Kessel). Druck: H. Heiders-

Drei Beilagen (einschließlich der Börsen-Veilage).

zum Deutschen “Reichs-Anz

M. 55.

Deutsches Reich.

V e r o r d n u n g , betreffend das Verfahren vor dem Kaiserlichen Rat!) in Elfaß-Lothringen. Vom 22. Februar 1873.

Auf Grund des 5. 8 des Gesetzes vom 30. De el_nker 1871, He- tre end die Einrichtr'n'g der Verwaltung in Elsaß-Lot rmgen (Geseßbl. 18 2 S. 49), wird verordnek, was folgt: *

Titel 1. Allgemeine Bestimmungen.

§. 1. Der Vorsiß im Kaifxrlichen Rath kann [zom Obcr-Präfi- denterz sowohl allgemein für gew1sse Arten von Geschaffen, une auch für emzelne Verhandlungen einem der Mitglieder übertragen werden.

Ja Ermangelmxg solcher Uebertragung führt im Falle der Behxn- derung des Ober-Prafidentcn der VizeZPrätdent und in dessen Behmx derung das nach dem Dienstaltcr älteste itglied den Vorfiß.

. . HcrOber-Präfident ernennt einen _der Sekretariatsbearxtten des Scx-Prafidmms zum Sekretär des Kai1erlichen Rathes, emen andern zu dessen _Stelhoertreter.

_ Dem _Sekretär liegt die VerWaltung der Registratur- und Sekre-

tarratögxscbafte und die Protokollführung bei den Verhandlungrn od.

Ber kqmmiffarifcben VerhandlmÉ-Zn kann der Kommissar, wenn

der Sekretär beztehungswei1e_defsen tellvertreter nicht zur Hand find,

eine anderwette geeignete Perwn, nach voraUSgegangener eidlicher Ver- pflichtung derselben, “als Protokoüführer zuziehen. _ _

. 3 _Der Sekretär hat die _für den Kaiserltcben Rail) emge- henden Stuck? wfort mit dem Präßntationsvexmerk zu versehen und Fux _Ucberbrmscr auf Verlangen den Empfang derselben zu be-

emtgen. _ ZH AUM bei dem Kaiserlixbcn Rath eingereichten Anträgen und rklarungrn find so viele Ab1chriften beizufügen, als Parteien mtr gesonderten Interessen dem Einrxichenden „negenüberstehen. _ Urkunden uyd Schriftstücke, aus welche Bezug genommen w:r_d, smd mxt den erforderlichen Abschriften beizufügen, fonstige Beweis;

mittel genau zu bezeichnen. „_. «* «,L-c

_ Dre Abschriften find stempelfrei. Die Mittheilung derselben an

dre Gegenpartei erfolgt von Amts Wegen. _ _

Ist die Einreichung der erforderl1chen Abstbristen unterbliebsn, x) kam_1_ dre Anfertigung derselben auf Kosten des Einreichenden veranlat wer en. '

_ Vßi [_xesonderk» umfangreichen Urkunden und Schriftstücken kann dre Berbrmgung der Abschrtsten nachgelassen und die Auslegung auf dem Sekretariat drs Karserltchen Rathes zur Einficht für die Gegen- partei-cn vcrfüg'c Werden. -

Oeffentliche Behördsn können die Urschriften ihrer Anträge und,

Erklärungen in Aktenform Vorlegen. Jm Uebrigen gelten die vor-

stehenden Bestimmungen auch fiir fie. . _ . _ Für jede eingehende Sache wxrd von dem Vorfißenden ein ertchterstatter ernannk, welcher die Instruktion der Sache bis zur mundlrcben Hauptvorhandlung zu leiten hat. §. 6. Vorladungcn xmd Zustellungen erfolgen durch die Post oder

durch Beamte; der Verwaltungs- und Gerichtsbebörden gegen Empfangs- und Jqfinyatwnsbescheinigung.

_ _Dte_ tm Verfahren vor dem Bezirksrat!) erklärte Wahl Links Do- mrztls gtlt, F:) [91192 sie mcht widerrufen ist, auch für das Verfahren vor dem Katserlrchcn Rath.

Vorladungen und Zustellungen an Parteien, welche im Jnlandex

weder ein _Domizil noch“ einen bekannten AufenthaltSort aden, erfolkzsn

m der eetgne't scheinenden Weise. Ob dieselben als ge)örig eschwen zu era ten_ sind, entschxtdet der Kaiserliche Rath nach freiem rmessen.

_Parteten, Welche m' Eljaß-Lothritxgen nicht Wohnen, smd von dem Bcrtchtrrstattcr zur Wahl emes Dom1zils innerhalb des Landes auf- zUFordern, und War auch dann, wenn die nämliche Aufforderung be- retts tm Verfthen vor dem Bezirksrat!) fruchtlos an sie ergangen ist. Kommen ste_dreser Aufforderung nicht nach, so können fernere Zu tel- lunZen _an dteselben durch öffentlichen Anschlag an einer dem Publi um ZuggngltÖen Stelle des StßungSgebäuch der"; Kaiserlichen Rathes eWtrkt _ Werden. '

_ L_Ote Androhung _dieses R'echfsnachthcils muß in der betreffenden Brrfugung enthalten 1ein.

_ .. _Die Sitzungen des Kaiserlicben Mathes und die in den emzelnen St_ßungcn zu verhandelnden Geschäfte werden durch den Vor- fißendcn besttmmt. _ _

__§. 8. Entscbetdungetx dcs Kaiserlichen Rat es find in der Ur- schrift vor: aüen _ortSaanenden Mitgliedern, We che an der Entschei- dung thetlgenommen haben, Zwi chenbefckyeide, sowie Ausfertigungen 1cder Art vo_n dem VorstJenden a ein zu- voÜzieben.

Dze S_tßungsprotoko _e werden von dem Vorfißenden und dem Sekretar, dre Protokolle uber_Verhandlungcn Vor emem Kommissar von dxm letzteren, und, Wenn em Protokollführer zugezogen war, auch von diesem vollzogen.

Tits) 11. Bestimmungen über das Verfahren im Einzelnen.

§. 9. Die Entscheidurxg des Kaiserlichen Ratbes über die Be- vaerde gegen den Bescheid emrs BezirkSraths, durch welchen ein ekurs als verspatet oder formwrdrig zurückgewiesen it (§. 32 der Verordnung, betre end das Ver uhren vor den Bezir Eräthen, vom 1; September 187" ), erfolgt m athskammer-Sißung ohne vorgän- gtge kontradtktortsche Verhaydlung. . 10. Wenn _die Enncbeidung des Bezirkörathes der provisori- schen VoÜstreckbarkctt entbehrt_ (§§„"33, 34 der Verordnung, betreffend das Verfa ren vor den.._Beztrksräthen, Vom 1. September 1872), so kcznn der _ ekursbeklagte m jeder- Lage der Sache beantragen, daß ihr dxefelbe betgelegt Werde.

Ebensy kann der Rekurskläger in "eder Lage der Sache beantra- gen, daß dre von_Re_chts Wegen statthaxte oder vom Vezirköratl) aus- gesprochene provtsomscbe Vollstreckbarkeit der angefochtenc'n Entschei- dung aufgehoben werde. *

Das Gesuch tst de_r Gxgenpgrtei mitzutheilen. Ueber dasselbe kann besonders _oder gletch*et_ttg n_nt der Hauptsache verhandelt Werden,

§. 1]._ Dte RekurssÖrtft 11)le dem Rekursbeklagten zur Beant- wdrtung_ binnen einer vom Bertchterstatter zu bestimmenden Frist mtthdxrlkB _ rtu _ck __ _ __ F __

xe ean wv ngo ri , owie ie in eeigneten ä en dur den erichterft§rtter erfrzrderten Weiteren Schrift?äße müssen, wenn f?? v_on ck_ner Prwatparxet ausgehen, bei Strafe der Richtigkeit von emem m Elsaß-Lothxmgen angestellten Advokaten unterschrieben [ein. Aus enommen von dreser Porschnft find die Schriftfäße in denjenigen Sa en, Welche Wahlstrettigketten oder Reklamationen gegen direkte Steuern oder denselben_ gleichFehende Wagen betreffen.

5. 12. PteBerfaumung der für die Einreichung eines Schrifti saßes oder fur eme andere prozessualischo Handlung festgefeßten Frtt bat “den "Verlust des Rechts zur Vornahme der betreffenden Proze - handlußg Zur Folge. _

Dre hrdrohung dieses. Rechtönachtheils muß in der Verfügung enthaHtm-Éekn. Tha axhen und Beweismi_ttel vo en und die in erster Instanz unter _lteb_enen oder vechÉrten Erklarungen über atsa en und BxMtömrttel nachholen. ne Aenderung der Klage rst se st mit Emw§illi1gung des Gegners nnstatthaft.

In der Rekursüftxiz können die" Parteien neue nmz

4._ *Der Rekursbeklagte _katm fich in der Rekursbeantwor- kungssSchr1ft dem Rekurs der Gegenpartei anschließen, selbst wenn er

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Erste Beilage

Montag, den 3. März

auf den Rekurs verzixbtet hat, oder wenn die Frist zur Einlegung desselbext verßricbgn Ut. _ _

Dre Amchließung hat die rechtliche _Wrrkung Wie der chbständig eingelc'gte Rekurs, verliert jedoch rhre Wtrkung, wenn der Rekurs zu- rückgenommen oder als unzuläsfig venyorfen wrrd. _

H. 15. Nach beendigter ' nstruktton verwikxst der Bertehterstatter die ache zur Hauptverband ung und veranlaßt, sobald der Termin für dieselbe bestimmt ist, die Vorladung der Parteren. _

. 16. Beschwerden über die Prozeßleitung des Berichterstatters sind an den Kaiserlichen Rath zu rtcbten, wxlcher iq Rathskammer- fitzun_g darüber entscheidet oder die Entscheidung bts zur Hauptver- band ung aus etzt. _ _ _

§. 17. ei der Hauptverhandlung mussen dre Parteien persön- lich oder durch einen gehörig legitimirten Vcrtretgr erjchemen.

Die in Elsaß-Lothringen angesteÜtcn AnWalte und Advykaten find a-ls Beistände und Vertreter der P.;rteien zu ulcxss-tz. Dre Zu- fosulananderer Personen bleibt dem (Ermessen des ai1erltchen Rathes u 21 a en.

D_cr Kaiserliche Rath ist zu jeder Zeit befugr, das Persönliche Erschemen der Parteien u verfügen.

§. 18. Die gcseßli en Bestimmungen über die Aufrechthalturxg der Ordnung in den Sitzungen der Civilgerichte finden auch auf dre Sißuugen des Kaiserlichen Rathes Blutvendung. _

§. 19. Die Hauptverhandlung beginnt nut der Darstellung der Suche durch den Berichterstatter.

Demnächjt Werden die Parteien gehört. » _

5. 20. Die Einreiéhung von Schriftsäßeu m der Hauptver- handlungxist“unzulässig. _ _

Ne_ue tbatsachlicbe Anführungen in der Hauptverhandluxg durfen nur in1OWeit berücksichtigt werden, als fie eine Gk'gsnerk1arung auf die letzte noch unbeantwortete Erklarung der anderrn_Parter enthalten.

_ .Die Berufung auf BeWeTSmittel, deren rechtzeitige Bezetcbnung ver1äumt worden, ist in der Hauptverhandlung n_ur statthaft, wenn glaubhaft dargexban wird, das; die elben ncu ausgeßnrdcn find; _

. 21. Er1chcint dcr Rekurs läger im Termin zur mundlrchen ;)“)auptverlwndlung night, so gilt der Rekurs ais z1rrückgenommen;_ er- -ch6int der Rekursdeklagte nichr, so Werden die von dem Rekursklager Dorgetragenen Thatsaéhen, insoweit ste nicht nach §. 20 Absaß 2 un- berückfichtigt bleiben müßen, für zugestanden erachrct.

Die Androhung die er Rechtsnachtherle muß m den „Vorladungen enthakten scin. _ _

§._ 22. Der Kaiserliche Raik) kann_ vor Abgabx der Endent1cher- dung Beweisaufnahmxn anordnen. Er tft befztgt, dre Vornahme kost- spieliger Verveisverlwndlungcn davon abhängig zu machen, daß von der Partei, Wcche die Veweiönufnahzue beantragt hat, oder in deren Interesse dieselbe stattfinden soll, em entsprechender Kostenvorschuß hinterlegt wi_rd. _ _

§. 23. Die BeWeisaufnahme Ward von Amks wegen _betrre_bcn. Mit derselben kann ein Mitglied des Kaiserlichen Rathes, cm Hulfs- arbeiter des Ober-Yräsidiums oder eine Unterbehörde brauffragt Werden.

Erfolgt die ' eWeißaufnahmZ in chr Sißung des Kaiserlichen Rathes, so veranlaßtdßr Berichterstatter dre erforderlichen Vorladungen zu derselben, Die Parteien Werden zu den BeweiSausnabmr-Terminen nur vorgeladen, wenn sie es beantragxn oder wenn es dem Kaiserlichen Raths, beziehmxgöWeise dem Kommxffar aus sachlichen Gründen cr- foxderlicl) erscbemt. _ * _ _

§. 24? Zeugen und Sachberständtge [ei1ten dcnselbcn__E1d_ und erhalten dieselben Gebühren, wie in bürgerlichen Rr tsstrxrttgkrrten.

Jm Uebrigen find für die Förmluhkeiten der 5 eWetsaufnahme, für die Entschädigung der Zeugen und Sachverständigen und für die tm alle ungeborsamen Ans_bleibens zu treffenden Maßregeln die Vor- schri ten, betreffend das Verfahren in Strafsachem maßgebend.

§. 25. Acndert der Kaiserliche R_atl) dle Ent_1chctdung des Be- zirksrathcs, so hat er die Sache, insofern eine_Wertere Verhandlung derselben erforderlich ist, an den BezirkSrafk) zur1rchzuverWetsen:_

1) Wenn in erster Instanz nur über prozeßhindernde Emréden entschieden ist, _ . _ _

2) wenn im Falle emos nach Grund und Betrag strettrgen An- ZFUW ir; erster Instanz über den Grund des Anwruchs vorab ent-

ieden ik,

3) Wenn das Verfahren erster Instanz an "einem Wefenflichen Mangel leidet. _ _ _

In dem unter Nr. 1 bezerchneten Kalk find jedoch dre sammt- lichen prozeßhindernden Einreden durcb dsn atserlichen Ruf!) zu erledigen.

§. 26. Die Publikation dcr Entstheidung des Karserlichen Ratheö erfolgt_ entjveder sofort nach_ geschlossener Haxuptvcrhandlung oder in Yer wäteren, nicht über vierzehn Tage hinaus anzuberaumenden

: ung.

ßVorsadungrn zu dem Publikatidnstermin finden nicht statt.

§. 27. Die auf stattgehab'te Hauvtverhaydlung_ erroffencn_Ent- sYeidungcn des Kaiserlichxn Rat[)es_ smd m_tt Ent1 :rduangrunden )' riftlich abzufasHen und den Betherltgten, mfofern dtesel en mcht darauf verzichtet aden, in Ausfertigung_zuzuste[len.

Die Zustellung wird _durch den Berrchterstaxter veranlaßt.

Die Vollmacht zur Vertretung elner Parker m den AudienzVer- handlungen schließt, Wenn nicht das GegentZexl auögefprochen ist, die Vollmacht zur Empfanqnahme der Endents etduna_m sich.

Im Fal]? einer Streitgenossrnfchast erfolgt dre _Zustellung der Endentscheidun an den gemeinschaftltchen Bepollnzachttgten. _

Ist ein olcber nicht vorhanden, so wrrd eme AuÄertxgung der Entsckridung mit den EntscheidungSgründen _emem der Gtrertgenossexn ugesteUt, die übrigen erhalten nur 3Y_usferttgrzngen des Tcnors mrt Benachrichtigung, Wem die Entf L_rduygsZrunde _ zugegangen_ find. Oeffentliéhen Behörden find stets voll tandxge_ .[usfexttgungen_zuzustellen.

§. 28. In der Endentscheidung muß uber die Verpflichtung zur Kostentragung ennchieden Werden. _

Die Kosten der Rekursmstanz könnon der obfieYnden Pgrtec ganz oder theilweise auferlegt werden, wem) sie auf rund e1n_e_s treuen Vorbringens obsie 1, Welches fie nacb fretem _Ermeffen des Kanerlrchen Ratbes m erster Znstanz geltend zu mache!) 1m Stande War. _

Wenn der Betrag der der Gegrn artet zu erstaftenden Kosten_ 111 der Endentscbeidnng noch nicht festgesxe t werden kann, so erfolgt dtefe Feststellun durcb nachträgliche Verxuguyg. -

Bei egelung des Kostenpun tes rst von_ dem anndsaß auSzu- geben, daß die zur Kostentragung verur_the1[te Partet/der Gegen- _y_at_t_er FUF nothwendig oder nühlick) aufgewendeten Kosten zu er-

a en a.

§. 29. Diäten und Reisekosten dcr Kommissarien für Lokal- termine, Zeugen- und Sachverständigcngebßbren un_d a_lle übrigen von Amts wegen veranlaßten Kosten Werden gletch de_n drmgltchen Kriminal- justizkostetz auf die Enregi trementskaffe atzgew1esen_.

Die 10 verauslagten osten, so_wte die geseßlrchen Stempel- und Enregtstrirungögebühren werden der Regelung des Kostenpunktes zx: Gunsten des Staates in Rechnung gestellt, wem; und msoWett nicht eme Staatsbebörde zur Kostentragun veruxthxtlt rst.

Die Beitreibung der der Staats asse gebuhrend-n Kosten und der vmp Kaiserlichen Raths verhängten Geldstrafen_ ersylgt dzmh die En- re tremezttsverwcütung in denselben Forwen, wre dte_Bettre1bung der Kn malmstiz-Kosten und der von den Krnnmalgertchten verhängten Geldstrafen. "6 ,

§. 30. Eine Partei, gegen wel e arzf Ausbleiben verfahren ist, kann die Restitution erlangen, wenn e bnmen Zhu Tagen nach Ab- lauf des Tages, an wclchem die Zustellung der ntscheidung erfolgte, eine gerechte Ursache ihres Ausbletbens beschemrgt.

*

riger uud“ Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

1873.

_Ueber Gewähng oder Ablehnun des Restitutionögesuchs ent- scheidet der Ka_tser_[tche Rath in Raths ammer-Si ung endgültig.

_ * Das Restzmttonssesu _hält die VoÜstreckbar eit der Ca Yeidung nxcht auf. W_trd aber Re tttution gewährt, so gilt die En eidung bis zu der Werder erfolgenden Entscheidun als mcht ergangen.

§. 31. Dre Yollsrrecktzng der EuTcheidungen des Kaiserlichen

RaZhW x_st, sofern xte mcßt m den Berei der Verwaltungst ätigkeit

FHM, _m derselbetx Werse, w:e die Vollstreckung der Urt eile der wxlgerrchte zu brtmrken.

_Ueber die dabei entstehenden Sfreifigkeiten, sie mögen die Art und Werse der Vollstreckrxng, oder den durch die Entscheidung festgellten Anspruch selbst betreffen, ent1_cheidet der Bezirksrath, welcher mit der Sache in erst_er Instanz befaßt gewesen ist. vorbehaltlich des Rekurses an den K_mserltchen Rat . Der Rekurs kann in diesem Falle ohne vorgän- gtgen Schriftwe sel zur Hauptverhandlung verwiesen werden,

Tita! 111. Bestimmungen über das Verfahren in Rechnungsabnahme-Sachen.

§._ 32. In RechnungSabn-„the-Sachen findet der Rekurs und die Anschließung _an dcnfxlben nur statt wegen Verletzung odcr unrichtiger Yuwmduyg emos Ge1elzes oder RechtZgrundsaßes ode'r Wegcn Westuf- ltcher Mangel des Verfahrkns.

§. 33. Dre RekurFxchrifx und im Falle der Anschkießung die Rekursbeantwortungézscbrrst mussen ersichtlich macben, ob und mwiefcrn das RechtSmrttck aus Verleßung oder unrichtige Anwsndung eines Ge- seß_es oder Rechtsgrundsaßes odc'r auf Mängel dcs Verfahrens ge- grundet wtrd;_

Der _Prusung des_ Kaiserlichen Rather": unterliegen nur die von den Parteten m der_t S_chrthäßen erhobenen Bestbwerden.

5. 34. Fur dte Entscheidung des Kaiserlichen Rakhcs sind die in erster Jnstay; festgestelchn Thatxachen maßgebend. NUßer dcnsclbcn konnen nur jo[chc_Tl)at1achen berück1icht_igf werden, auf welche die Be- hauptung wesentlicher Mängel des _Versahrcns gegründet wird,

§. 35. Ergqben die _EnUchcQungßgründe zwar eine Gsseßss- verleßung, stxÜt dle Erxschecdung 1e1bst abxr aus anderen Gründsn fich als NÖN?) dar, so rst dcr Rekurs zurückzuweisen.

§. 36. Jnsywezt dcr Rekurs für begründet erachtet wird, ist die angefochtene Ent] etdung aufzuheben.

__ Erfdlgt dre * ufhcbung chcn einxs Mangels des Vérfabrens, so' 11t zugleich das Verfahren msmveit auxzuhc-be'n, als es durch drn Man- gel betroffen wird. _

§. 37. _Jm Falle der Altsßchung der Entscheidung ist die Sache gn den BeztrkSrqth, Welcher damrt in erster Instanz befaßt grwéen ts_t, zur a_nderw«tcn Ent1che1dur1g zurück zu vcrweisen. Derselbe Zar dre rechtstche Beurthctlgmg, Miche dsr Aufhebung zu Grunde gslcgt ist, auch ferner Ent1chexdung zu Grunde zu lcgen.

§. 38. Im Uebrtgßn _sind für das Verfahren in Rekhnungs- abnabme-Sachen dle Vor1chrtften des 11. Titels maßgebend.

Bcrkm, den 22. Februar 1873.

_Der Reichskanzler. Furst vvv BiSmarck.

Königreich Preußen.

_ Könßgliche Uniper_sität Göttingen. Vorlemugkn ftir das landwrrtlck1chaftlich3 Studium im Sommer-

Semester 1873. _ _ _ a. In der_Fachwissenschaft,

Emlertung m das_[andwwtbfchaftliche Studium: Prof. Drechsler. _ Ackerbayleluc: dcr]. __ Thsortc der Organisation der Landgüter: Zrof. Gmepenerk. _ Dre landw. Thierproduktionslelxe: ders. _

[e Ackérbausysteme: ders. _ Ueber .Heuwcrth und Futtermischung: Prof; Henneberg. _ LandWrrthsch. Praktikum; Uebungen im Anfc'r- tlgen landw. Berechnungsn; Ml Gebrauch des Mikroskops: Prof. Drechsler. _ Demonstrationen und Exkursionen: Amtsrath Grieffen- hagen, Proff. Grtepenksrl, Drechsler, cnnsberg.

- b. In _den Grund_- und Hulfs-Wissenschaften.

qulogre m aÜgem. uberfichtl. Behandlung: Prof. Claus. _- Zoolngche Uedungen: _dcrs. _ Allgemeine und spéziclle Botanik in Verbindung nut (_Éxkumioyen und YMMstrakioxUU: Proff. Bartling, Grüebach. _ Mrnerakogre: Prof. Sartorius von Waltershauscn. _ Geognofic», Verbunden nnr Exkursxonen: Prof. von Seeback)._ Phyfik: Prof. beer. _ Cl)é1me:__Pros. Wöhker. _ Organische Chemie: Prof._ Hubner. _ Orgamsth-texhnifthe Chemic: ])r. ToÜcns. _ Prakkrfch-Öemxsckye Uebungen; Proff. Wöhler, Hübner, ])r. TOÜLUS, ])r. Jannasch._ VolYSW1rtb1chaftslehre; kame'ralistisc'beDisputationen und Exkurfionenx Pros. Hanssen. _ Kameralistische Usbung-xn: Prof, Soetbccr. _ Drc Lehre vor) dcn_ Krankheiten der Hausthicre* klinische Demonstrationen tm Threrhowitale: ])1'. Lülfin . _ Praktische Geometrie m_i_t Uebungen auf denz Felds: Prof. Ulrich. , 0. In Rück1rcht aus_a11gemcrne Bildung insbesondere für

E _ _(lSku_d1_re_ndePl)_öx)e_rer (FemZester:

pertmenap7y1oogte_;_ )yto og1e_ er eu ua ; Arbeiten im

phys. nftitute; Prof. Mexßnkr. _ Logik: ProsZ. LZaumann Pcip. Allgem. Geschrchte ch _Mrttclalters:_ Prof. Pauli. _ Deutsche (He- schtchte seit 1806; Poltttk: Prof. Watß. _ Einleitung in das Sta- drum de_r allgetnemen Erdkunde: YroftWaPpäus. _ Ueber öffentliche Armen slege: Prof. Hanssxn. _ qglrfche _und franzöfissbe Sprache: PYVf- [). Muller, _ thcbxnunterrrcht: Zeichenlehrer Peters. _ Die Smgakgdemre lettet Mufikdrrektor HiÜe.

_ _ ä. KörperliÖe Uebungen:

_ Reitunterrxcht: Un1ver_fitäts-Sta11meister Rittmeister ScHweppe. _ Fecytkunst: Umv.-Fechtmei ter Grüneklee.

Beginn des Semesters am 15. April; 21, April. _

Nähere L_lquunft uber das Studium der Landwirthschaft an bic- figer Umverfitat m der durch 1ede Buchhandlung zu kveÉehrnden Schrift: Drxcbsler, das landw. Studium an der Univerfität ( öttingcn (Deuer- 1ick1che Y_uchh) _und durch den Unterzeichneten.

Göttingen, xm März 1873.

1)r,(Hustav Dre slér,

ordenfl. Professor und Dire or des landw. Instituts der Universität Göttingen.

der Vorlesungen am

Landtags - Angelegenheiten.

Berlin, 3. März. In der am 1. d. M. im'Hause der Abgeordneten stattgehabten dritten Berathung des Geseßent- wurfs, betreffend die Abänderwng der Art. 15 und 18 der Yerfaf s__1_xng_s -1__1r_kun_k;e,Fna_h_m dx: Klinifter der geistli-

en 2c. ngee en eren r. a na em Ab . Fret erm v. SKorlemer-LZ! das Wort: g h eine Herren. Es giebt gewisse Dinge, auf die man nicht ant-

/wortet, weil man glaubt, seine ergene Würde etwas zu beschränken.

_ Dazu gehört der _leßte Theil der Rexde des Herrn Vorredners. Es gxebt ab_er auch gxwffse Dmge, auf dre man nicht antwortet, wch - d_te L_lusftzhrungen, mdym sie gesprocberx Werden, schon ihre ganze Nich- tjgkett zergen. I_)a_ö_gtlt von dem Bltcke, den der Herr Abgeordnete auf etwa; 8 zukunfttge_Aenderungen_ der _VeFrffung geworfen hat.

Es rt uns de_mnachst noch wetter em iderstand in Ausi t ge- Lteüt worden. Meme Herren! D1e_ Regierung War sich, wie i bnen as_ oft e_1agt habe, des Ernstes rhrer Aufchbe von vorn herein be- wußt. _re Werden damm m_cht glauben, daß sie um solche: Erklä- rungen MUM den Mut!; verltert _ fie wird abwarten.