1873 / 59 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 07 Mar 1873 18:00:01 GMT) scan diff

Elsch-Loxhüngen zn Kinzheim im Ober-Elsaß und zu Montigny bei eß. * „. .

10) Schnlscbivestern. Kongregationen derselben bestehen in Bayern, Heffen und Elsaß-Lothringen.

11) Marianische Kongregationen an verschiedenen Orten in Preußen, Bayern und Hessen.

Die Prüfung der Frage, ob diese Genossenschaften dem Orden der Geseüschafi Jesu verWandt eien, ist in der Sißung des Bundeörathes vom 22. v. . dem Ausschusse für Justizivesen übertragen worden. _

_ Der Bestimmung in dem Gesetze vom 23. März 1868, durch welche die Anerkennung der nach dem Wiener Frieden,?- vertrage vom 30. Oktober 1864 von den Elbherzogthu- mern an Dänemark zu entrichtenden Summe von 21,750,000 Thlr. als Schuld der preußi1chen Monarchie erfolgte, Wurde bekanntlich, in Folge „bezfiiglicber LandtagWes'cblüffe, die aus- drückliche Maßgabe bergefugt, " .

daß das Herzogthum Lauenburg fur den nach dem Wiener Friedensvertrage auf daffelbe fallenden Anibeck an jener Schuld nach wie Vor verhaftet und daß die Regelung dieser Ver- pflichtung, sowie der Anspruch der preußischen Staatskasse auf einen Beitrag zur Verzinsung und Tilgung jener Schuld Seitens des Herzogthums Lauenburg, entsprechend seiner Ein- wohnerzahl zur Eintvolmerzahi der Herzogthumer Holstein und Schleswig, vorbehalten bleiben solle.

Lauenburgiicherseits Wurde eine Mitverhaftung des Herzog- tbums Lauenburg fiir diese Schuld fortdauernd in Abrede ge- stellt; indessen erklärte sich die lauenburgiicbe Regisrung bereit, sich einem Schiedsrichterspruckie zu unterwerfen und Wurde dem- gemäß, nachdem in Betreff des einzuschlagenden Verfahrens eine Einigung zwischen dem Minister für Lauenburg und dem Finanz- Minifter er ielt War, das Ober-Appellationsgericht zu Berlin, Welches an für Lauenburg als höchster Gerichtshof fungirt, yon Sr. Majestät dem Könige zum Schiedögericht in der Sache be ellt. | Das am 12. Februar d. J. publizirte Erkenntnis; des Ober-AppellationSgerichts. lautet auf Abweisung der. von dem preußischen Fiskus, verireien durch das Königliche Finanz-Mi- nisterium, wider den lanenburgiscben Fiskus, vertreten durch das Ministerium für Lauenburg, erhobenen Klage unter Ver- urtbeilung des Klägers in die Kosten. _ . .

In den GU'inden des sehr umfangxetchen Erkenntnisses lst namentlich bervvrgehobcn, daß Lauenburg nack) seinen Ver- faffun s: und Finanzverbältmffen und seiner Stellung zur dänis en Monarchie für die Stnaté-schulden dieser Leßteren nie- mals mitverhaftet gewesen sei; 1118 Souverane von Preußen und Oesterreich hätten _ da Lauenburg, wekches als deutscher Bun- desstaat nach dem damals geltendenbeutschen BundeSrechte fiir ste nicht Gegenstand der Eroberung sern konnte, nicht durch Erobe- rung, sondern im Wege des Vertragxs von dem König von Däne- mark als Herzog von Lauenburg von thnen erworben worden sei _ nicht das Recht gehabt, durch den ohne Mitwirkung Lauenburg?- abgeschloffenen Wiener Frieden dem Herzogihnnx, ohne die im vorliegenden Falle nicht erfolgte yscfaffung-Hmaßtge Zustimmung der Stände, einen Antheik an ]ener demselben völlig fremden Schuld aufzuerlegen; denn ein s9lches Recht habe der König von Dänemark nicht gehabt und sonnt auch bet der vertragSmäßigen Abtretun des Landes auf die Souveräne von Preußen und OesterreicJ nicht mit übertragen können.

_ Im weiteren Verlauf der gestrigen Sitzung des Hauses der Abgeordneten nahm nach dem Abg. Berger (Witten) der Abg. Dr. Windtborst (Meppen) ?Ts Wort, um für die Auf- hebung des eitunJSstempxls _zu plqtdtren. Nack) aklen Seiten hin seien in olge der gunstrgxn Finanzlage “des Staates Er- leichterungen eingetreten, nur fur die Presse in nichts geschehen. Sie sei gerade im eminentßsten Stnne d_te Lehrerin des Volks und nur, wenn sie gcznz ikst ißt, sEW dle Gegensäße im poli- tisckxen Leben auSzugletchen. Die Revision" des Preßgeseßes werde Aufgabe des Reichstags sem. Vquanftg mqge man hier die Steuer aufheben, welche aus finanziellen _Grunden entstanden sei, die nicht mehr vorliegen. _Aus politischen oder Gründen der Konkurrenz dürfe diz: Regierung dre Sterner nicht bestehen laffen. Diesen Ausfuhrungen trat der Minister des Innern Graf zu Eulenburg entgegen. (S. unter Landtags-Angelegen- heiten). Der Abg. Dr. Reichensperger (Coblenz) hob hervor, daß die Kalender- und Zextungssteuer besonders schWer auf den unteren Klassen des Vblkes laste; und Abg. 01“. Braun (Wal- denburg) wies auf die schx gunstige Finanzlage des Staates bin, Welche die Aufhebung diesenStenYr _fordere, zumal ja auck) der Minister des Innern fick) nicbt fnr immer gegen die Auf- hebung aus esprochen habe. Die Leistungen der preußischen Preffe seien ?elbst im Auslnnd rubmend anerkannt worden und seit Friedrich dem Gr'oßen set ,es Prinzip in Preußen eweien, die Zeitungen nicbt zu gfemren. Der Finanz-Minister prack) fick) unter den gegenwärtigen Verhältnissen noch.gegen die Aufhebung der Steuer ans (S. unter Landtags-Angelegen- heiten), während der Abg. Richter (Hagen) aus der Finanzlage die Mögliöbkeit dcs FortfaÜs derselben folgerte. Damit schloß die erste Lesung. In der zweiten nahm nur der Abgeordnete v. Gottberg das Wort egen die Aufhebung der qu. Steuer. Darauf zog der Abg. erger (Witten) seinen Antrag, die Steuer schon vom 1. April c. ab fortfallcn zu lassen, uriick, und Wurdeber Antrag des Abgeordneten Bernards m namentlicher Abstrmnmng mit 202 gegen 123 Stimmen an- genommen. _ Die Stßung schloß um 4 Uhr. Bei Bestim- mung der TageSordnung für die heutige Sißung sprack; fich Abg. Dr, Windihorft (Meppen) dagegen aus, daß die zweite Berathung des Entwurfs, betrxffend die Vorbildung und An- stellung der Geistliohen nuf dW heutige TageSordnung geseyt werde und beantragte die Absetzung dieses Gegenstandes, bis die VerfaffungSUeränderung durch S&Majestät den König publi- zirt sei. Dieser Antrag wurde abgelehnt, nachdem sich der StaatH-Minister Dr. Falk (S. unter Landta, Sangelegenheiten) und der Abg. v. Kardorff dagegen auSgespro en hatten.

_ In der heutigen (59) Sißung des Hauses der Abgeordneten, wel er am Minifiertisck) der Finanz-Minifter C a m p 13 au s en mit me eren Regierungs-Kommiffarien beiwohnte, Leilte der Prasident von Forckenbeck mit, daß vom Abg. von

randt em _Antrag auf Annahme einesx Geseßentwurss einßegangen sLT, betreffend die Aufhebung der Allerhöchsten Ka inets-Ordre vom 11. Juni 1825 über die Vergütigung für die von Grundbefißern aus ihren Feldmarken zum Chauffeebau hergegebenen Feldsteine, Sand und Kies. (S. unter LandtagsAngelegenheiten.) Das Haus trat darauf in die dritte Berathung des Entwurfs eines Gesetzes wegen Abänderung des Geseßes vom 1. Mai 1851, betr. die Einfiihrung einer Klas sen- und kiassifi irten Einkommensteuer. In der General- diskusfion erklärte der Abg. v. Gottberg, daß er und seine Partei entschieden eine Steuérerleichterung der unteren Klassen

*, lieber mit der Kontingentirung an. fand nur bei

wünsche, daß er jedoch der Ansicht sei, durch dieses Geseß würde eine solche für diese Volksschichién nicht eintreten, und sei dieser Grund ebenso wie die Kontingentirnn für ihn maßgebend gegen das Geseß zu stimmen. Der A geordnete von Liebermann erklärte, mit seinen Freunden für die Vorlage zu stimmen. Wenn er auch gegen die Kontingentirung sei, so stände er jeßt, wo dieselbein zweiter Lesung beschlossen sei, nur vor der Alternative, dieselbe aannehmen, oder auf die Steuerreform überhaupt zu verzichten. In dieser Lage nehme er das Geseß In der Spezialdiskusfion . 95, welchen der Regierungs-Kommiffar Gehei- mer Ober-Regterungs-Rath Ribbeck, und bei L. 15, welchen der Finanz-Minister zu streichen bat, eine kurze ebatte statt. In- deß wurden diese beiden Paragraphen wie alLe übrigen unver- ändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen. Ueber das ganze Geseß fand auf den Antrag des Abgeordneten Dr. Virchow namentliche Nbftimmung statt, in welcher dasselbe mit 257 Zegen 51 Stimmen angenommen wurde. _ ES folgte die ritte Berathung des Antrags “der Ab- geordneten ElSUer von Gronow und Rickert auf Annahme eines Geseßentwurfs, betreffend die Aufhebung der Mahl- und Schlachtsteuer. Eine Generaldiskusfion fand nicht statt. In der Spezialdiskussion nahm zu §. 1 der Abg. Dr. Reichen- sperger (Gablenz) gegen die Vorlage das Wort. Die indirekten Steuern würden am wenigsten empfunden und erregten am we- nigsten Unzufriedenheit; darum sei er für Beibehaltung der Mahl- nnd Schlachtfteuer und gegen Einführung einer direkten Steuer an 1 rer Stelle. Der Abg. ])r. Virchow hob hervor, daß die Mahl- und

chlachtsteuer das niedere Volk am meisten bedrücke und Wegen ihrer Ungerechtigkeit aufhören müsse. Der Abg. ElSner v. Gronow hielt dre Steuer für die beste, Welche fick) am fichersten vorher be- rechnen lasse. Dies sei bei einer indirekten Steuer unmöglich. _- Darauf Wurde §. 1 angenommen. _ §. 2 gelangte mit einem nur redaktionellen Amendemeni des Abg. Scharaner zur An- nahme, nachdem ein Antrag deffelben Abgeordneten, die Fort- erbebnng der qu. Steuer nur für den „engsrén“ Bezirk zuzu- lassen, abgelehnt War. Die §§. 3 und 4 wurden ohne Dis- kuxfion angenommen. §. 5 beantragte Abg. Miquel zu streichen. Dieser Redner hatte bei Schluß des Blattes das Wort.

_ Dix Sißungen des Ansicbusses des Landes- Oekonomre-Kolleginms find am 5. d. M. von dem Vor- sißenden des Kollegiums, Geheimen Ober-Regiemngs-Ratb von Ziatbnsms, eroffnet wordsn; sie Werden bis zum 8. d. Mis.

auern.

_ De'm Ober-Tribunals-Rath von Ohlen und Adler?- kron ist d1e_nachgefuchte Entlassung mit Pension vom 1. April 5. I. an erthetlt worden, ebenso dem Ober-StaatSamvalt Ro choll m Hamm vom 1. Inni d. I. ab.

. _ Die Stabjtverqrdnetenveriammlung hat gestern die Bcratb_ungen uber dW Kanalisation beendet. Sie be- ichlo§3)z513na st:f

„_ „ie er axnmlnn erachtet die allgemeine und s siemaii'Öe Kanalnaiion Berlins beZufs der Entwässerung und ReiYigung 1der Stadt als noibchdig; sie erklärt fick) demgemäß mit dsr Ausführung

d'er Kanalisation nach den Vorschlägen der Deputation im Allgemeinen einverstanden ; “'

_ 2) unter der Bedingung: 3. daß die Expropriaiionsberechtigung fux die Beschaffung der RieselFelder und Legung der Rohrleitung so Weii'als'notHWendtg herbergefuhri wird, 1). daß der Königliche Fiskus Zéjliiisitemer angemessenen Höhe an den Kosten der Kanalisation bx-

Hierauf genehznigie die-Versammlung nach dem Antrage des Refer'enten ])r.-Vtr_chvw, daß der Anschluß der Hausleitungen an 'die Kanalke'ttungé und die Beseitigung der Abtritthruben obl1gatorzsch sem und daß die Einrichtung von Waterklosets oder Tonnen nn Wege der Verordnung geregekt werde.

In namentlicher Abstimmung wurde darauf mit 83 gegen 19 Stinimen der Magistratsantrag angenommen: sich mit der Inangriffnahme der Ausführung des Radialsystems Nr. 3 nach dern Proxkte des Bauraths Hobrecht einverstanden zu erklären. Bei dieser GelegencllZeit ersucht die Versammlung dem Magistrat Vorschlqge zn mn en, wie in einem der Stadttheile, die vorans- s1_ck)t[rck) m den'nachsten Iahren nicht zur Kanalisation gelangen, em Versuch um einer geregelten Abfuhr (Tonnensystem) bewerk- stekligi werden kann.

SckJließiick) wurde noch der Antrag angenommen: Ueber die Deckung d_er Angelegenheit, sowie über die Abgabe für Benußnng der Kanalisation ersucht die Versammbmg den Magistrat um eine besondere Vorlage.

_ Jm Negierunngezirk Frankfurt find im Jahre 1872 an 30 Gemstnden in_14 Kreisen 4363 Thlr. Beihiilfe aus Staatsfonds zur Aquührnng von Wege- und Brückenbauten bewiÜigt Worden.

, Bayern. München, 5. März. Der Königliche Justiz- Mmister ])r. von Faustle reist in den nächsten Tagen nach Berlin, um an den Verhandlungen des Bundesrathes und des Reichstages persbnlichen Llntbeü zu nehmen.

_ Zur Klärung der sozialen Frage, insbesondere zur Prü- fung, rnelcheGefahren aus den Arbeiter-Ngitationen der deutschen Inbustrte erwachsen find oder noch zu erwachsen drohen, hat der bieibende Ansfthuß des dentschen Handelstags eine Kommisfion niedergeseßt, weich; fick) zunachst mit der Sammlung statistischen Maintal? beschaftigt, um daran geeigneien Falls praktische Vor- schlage'fur dre Geseßgebung und Verwaltung zu knüpfen. Das Königliche _Staats-Minifterium des Innern, Abtheilung für Landwwthschast, Fandel und Gewerbe, hat nun die Han- dxls- und Gerner ekammern der Kreise ersucht, durch Hinansgabe non Fragebogen an sämmtliche Fabrikbestßer und Arbeitgeber uberhaupt das betreffende Material zu sammeln. Die Zusammenstellung und Uebermittelnng desselben an obige Kommission hat das „genannte Ministerium übernommen.

1 _ Mit'Cntlnffung dez."- Jahrganges 1870 in die Reserve Wird gleichzeitig em Uebertritt der Reservisten des Jahrganges 1866 in die Landwehr iftattfinden, wodurch es, da die Ein- stellungen im Jahre 1866 besonders stark waren, mögkick] wird, dnnn 32 volle Landwehrbataiüone, wie diese durch das Kriegs- d1enstgeseß vorgesehen ßnd, aufzustellen.

_ Sachsen._ Dresden, 6. "März. Beide Kammern hie'ltßn beute Stßungen, in denen ein Schreiben des Gesammt- Ministeriums zum Vortrag gelangte, wonach der feierliche „Schluß Hes Landtags Montag, den 10. d. M., Mittags 12 Uhr, 1m Komglichen Schlosse stattfinden wird. In der Ersten Kammer beantwortete Staats-Minister Freiherr von Friesen die Interpeilation Hrn. Meinholds wegen der Sicherstel1ung des Museums gegen Feuersgefahr dahin, daß alle zu diesem Zwecke nach dem Theaxerbrande in Ausficht genommenen Maßregeln, zu deren Ausfuhrung damals der Regierung ein Pauschquan-

tum yon 9200 Thalern bewillit worden, theils bereits aUSgefuhrt, theils m der AusfüJrung begriffen seien, mit

einziger AUSnahme der Telegraphenleitung, deren HersteUung noch Gegenstand der Erwägung sei. Weiter trat die Kammer den Beschlü en der Zweiten Kammer auf das, den Nachweis über die bis erige Verwendung des Kasernenbau-Vorschußfonds betreffende Dekret und dem von der Zweiien Kammer bereits angenommenen Vereinigungsvorschlage zu dem einzigen Diffe- renzpunkte bei, der zwischen den Beschlüssen beider Kammern zu

den auf Grund von §. 88 der VerfaffungSiirkunde zn Ausfüh-

rung des Reichsstrafgeseßbuchs ec. erlassenen Verordnungen übrig gebbeben war. Ferner bestätigte die Kammer die am Schluffe des vorigen Landtags von ihr gewählten Herren: Wirklichen Gehei- , men Rath Professor 1)r. von Wächter in Leipzi und Finanz- prokurator Advokat Beschorner hier, als Mitglie er, Finanzpro- kurator Abvokat Steinhäußer zu Planen und Hofrath Advokat v; Könneriß hier, als stellvertretende Mitglieder des Siaat9ge- richtshofes und wählte zum Mitglieds desselben an SteUe des verstorbenen Staats-Ministers a. D. Dr. U. Behr den Lan- deH'bestnllten und- Stiftsverweser Grafen zur Lippe auf Teichmy'mit 33 von 40 Stimmen. Graf v. Hohenthal erstat- tete Bericht über das Resultat des VereinigungSverfahrens hin- sichtltch des Geseßentwurfs wegen einiger Abänderungen der Verfaffungsuxkunde. Ein vom Prästdenten ])1". Schaffrath ge- machter Vermtttclungsvorschlag ist von der Deputation der Er- sten'Kammer nicht acceptirt worden; fie empfiehlt der Kammer, ber 1hrem frühem ablehnenden Votum stehen zu bleiben, Graf v. Hohenthal nahm die Majorität der Kammer gegen die An- schuldigungen in Schuh, welche fie fick) durch ihren Beschluß zuge- zogen habe. Sekretär Bürgermeister Löhr motivirie seinen Ent- schluß, fick) heute von der Majorität der Deputation zu trennen und gegen die Aufrechterhnltung des friiheren Beschlusses zu stimmen : nachdem die Kammer das vorige Mal nicht prinzipiekl, sondern nour'zur „Zeit die Vorlage abgelehnt habe, halte er nicht für richtig, dre durch den Vorsch[ag des Präsidenten, 0x. Schaffrath gebotene Hand zux Verständigung abzulehnen. Staats-Minister von Nostrz-Waäwxb verwandte fick) nochmals für die Annahme der Vorlage, ex schloß seine Rede mit dem Hinweise, daß man fiel) am besten m die Lage setze, unberechtigten Ansprüchen ent- gegen zu Freten, wenn man berechtigten rechtzeitig entgegen Yomme. Dl? Kammer beschloß mit 22 gegen 18 Stimmen, bei ibrem nblehnenben Beschluss stehen zu bleiben. Unter der aus sammiltchen Bürgermeistern und geistlichen, sowie fünf ritter- schaftl1chen Mitgliedern bestehenden Minorität befanden sich auch der Kronprinz und der Prinz Georg.

_ Dre waite Kammer nahm auf Antrag ihrer SchulgeseH-Deputation einige Berichtigungen in der bezüg- lich des Yokksschulgesexies zn erlaffenden ständischen Schrift vor und beschaftrgte fick) hierauf mit etitionen. Eine längere Dis- knsfion „veranltaßten mehrere Petinonen um Aufhebung der Über bre Thetkbarkeit des ländlichen Grundbefißes bestehenden gesen- lrchen Vorschrtften. Die 3. Deputation beantragte, die Regierung nm Vornahme emer Revifion des Geseßes vom 30. November 1843 zu crsnchen, wogegen der Abg. Krause dem nächstenLand= tag emen die Aufhebung des gedachten Geseßes bezweckenden Geseßentwurf vorgelegt wissen woÜte. Die Kammer entschied sick) fux den Deputationsantrag, nachdem Staats-Minifter v; NostrH-Waliwrß den Krause'schen Antrag bekämpft, dagegen dre Anstellung von Erörterungen Behnfs einer Revifion zuge-

sagt hatte. Die übrigen Petitionen waren von minderem Bekang. ' * Württemberg. Stuttgari, 6. März. Das heutige

Bulletin iiber dns Befinden dcr Königin-Mutter lautet:

_ „Die vcrfboswnc Nacht verlief sehr unruhig' große thbemnotb bei ziemlich ungetrnviem Bewußtsein dauerte von Abend bis frühen Mor- gen fort. . ' ])1". Gärtner.“

" _ Die Spezral-Kommisfion der Abgeoxdnetenkammer fm: bas Retabliffementsgeseß beantragte Retabltffementskoften im weitern Sinne, soweitfie die neuen" Gewehre „und Geschüße betreffen, um nicht den Beschlussxn des knnftigen Landtags und der Reich-Zregiernng voxzugretfen. Bezuglicl) des Retabliffements irn engem Sinne, Wreberherftellnng des durck) den Krieg abgegangenen Materials Le., verhielt fick) dre Kommisfion im Wesentlichen zustimmend.

_ (W. T. B.) Die Königin-Mutter hat eine bessere Nacht gehabt und langere Zeit ruhig geschlafen.

,Baden "Karlgxruhe, 5. März, Die heutige „KarkSr. Ztg.“ enthalt uber dre Erkrankung des Erbgroßberzogs Folgendes:

Se. Kontgltche Hoheit der Erbgroßberzog ist seit Mitte voriger Woche an einem akuicn Gelenkrbyumatismus Erkrankt. Wenn auch das Fieber besondexs m dcn'Nachmüiagsstnnden als lebhaft bezeichnet Werben _muß, 10 _zctgt dock) die Erkrankung, was die Zahl und Schmerz- bafttgksit der bcsaÜensnGclenke „betrifft, einen Verkäliniszmäßig milden Chgrakiex, und fshlen namentlich _bis chi alle omplikitionen von SZiien mncrer _Organy. Demgemäß er1cheint auch das AÜgemein- beßnben des Prmzxn nicht M der heftigen Weise „glterirt, wie es sonst bei diescr Krankheit der Fail zu sein pflegt.

H„effen. ,Dar'mstadt, 6. März. Die Erste Kammer der Stande bxrteth tn ihrer gestrigen Siyung den ihr zur Be- rathung vorliegenden Entwurf xiner landständischen Geschäfts- ordnung. Es ergab fick] bei Art. 19, deffkn zweiter Absatz nb- Jelehnx wurde, ein Diffens mit dem anderen Hause. Diese Alinea nbertragt den Mitgliedern der Kammer die legislawrische Initia- twe nnb es, „gehören auch Geseßentwürfe, welche von wenigstens zehn Mttgltedern eingebracht werden“, zu dem Wirkungskreis: der „Kammern. Der Ausschuß der Ersten Kammer steht, wie fich aus _dem vom Grafen Görß erstatteten Bericht ergiebt, aus dieser Bestimmung die Gefahr einer einseitigen übereikten Vorlage von Gxseßentwurfen, entspxtngen, gegen welche die geforderte Unter- Ltußung von zehn Mitgliedern kein Korrektiv biete. Die Groß-

erzogl1che Regternng sprach steh für diese Minen, deren Ableh-

nnng gegen 2 Stimmen (Pnnz Ludwig und Minister von Dal- wrgk) erfolgte, aus, Ber Nrttkek 33 wurde das von der Zweiten Kammer angenommxne Amendement des Abg. Büchner abge- lehnt," demzufolge die Reg„el„gelten oll, „daß alle vorliegenden Anfrage vor dem regelmaßigen S luß des Landtags zur Er- ledigung gebraxbt werchn sollen.“ Weitere wichtige Meinungs- unterschtede zwrschen beiden Kammern find nicht hervorzuheben.

_, W. T B.) Der Prinz Ludwig von Hessen nebst Gemahlin trcxten am 18. d. M. eine Reise nach Italien gn. _ Zum Kommrffarius des Großberzogtbums Hessen für die in' Berlin zusammentretende Kommission zur Berathung der sCtvxlt- Prozeß -Ordnung ist der StaatSrail) Zentgraf de- tgnrr.

Mecklenburg. 'S chm erin, 6. März. Ge ern be in der Großhexzogliche Hof den Geburtstag des Herzsbgs B? il? he'lm. Ber der Großherzogin Mutter fand ein größeres Diner statt. -

_ Wie die „Neustrelißer Zeitung“ unter dem 2. d. M. meldet, sind der Großherzog und die Großherzogin von

.

Ablehnung der .

Mecklenburg-Streliß am 1. d. M. Abends in Neustreltß eingetroffen.

Sachsen-Weimar-Eisenach. Weimar, 5. März. Der Schluß des dieSmaligen außerordentlichen _Landtags rst, nach dem „Fr. I.“, für den 11. d. M. in Ausneht genommxn..Mor- gen kommen im Landta e die Regierungsvorlagen bezuglich der den Beamten zu gewäkérenden TheuerungS-Zulnge, ber Zuiage für die Lehrer und Geistlichen, sowie der Kosten fur die Landes- synode zur Beschlußfaffung. . ' ,

_ In Gemäßheit des von dem Landtage in ferner Sxßung am 24. Februar d. I. angenommenen Antrags „des Abg. Brüger: „die Vorlage der Großherzoglichen StaatHregterung nn den Ausschuß zurückzuweisen, um zunächst festzustellen, xme vtek erforderlich sei, um die TheuernngSzulage „den Mit bis 750 Thaler besoldeten Staatsbeamten zu gewahren, und "welche Beamtenkategorien - dann von dieser Zulage betroffen-wu'rden“, hat der Finanzausschnß, nachdem ihm ein Verzeichnis; der betreffenden Beamten und ihrer Besokdungen mngethetlt wor- den, die Vorlage einer anderweiten Berathung unterzbchn, und nunmehr einstimmig beschlossen, zu beantragen (bezuglich wiederholt) „der Landtag wolle lediglich dievon der Großherzog- lichen StaatSregierung mittelst des erwähnten Dekretcxz vom 23. Januar d. I. nachgesuchte Zustimmung zu der darm vor- geschkagenen Maßregel ertheilen.“ Aus dem erwähnten Bue- soldxingsverzeichniffe [)at sick) nämlich in den beiden im Bru- gerschen Anfrage angedeuteten Beziehungen ergeben, daß„ wenn die Theuerungszznlage auch „den mit über 650 Thlr. br?- em- schließlich 750 Thlr. besoldeten Beamten zu Theil werden soUte: :x) hierzu außer der von Großherzoglioher SinatSregiesrung bean- spruchten Summe noch etwa 4900 Thlr. jährlich erforderlich sem, und 5) dabei besonders solche Kategorien von Beamten betroxfen werden würden, das; wenn es sich jth bkos um eine hauptsach- lich für niedrig besoldete Snbalternbeamte berechnete Theuerungs- zusage, nicht aber um eine akigemeine Erhöhung der Besoldun- gen handelt, die von Großherzoglicizer Staat-Zregierung fiir dte zu gewährende Besoldungszulage angenommene Grenze ach ben in dem vorigen betreffenden Berichte angedeuteten Gründen nicht

überschritten werden dürfe , obwohl auch die erwähn- ien Beamten wenigstens zum Theil von der aÜge- meinen Theuernn'g der Lebensbedürfniffe hart betroffen

werden mögen. _ Was die verlangte TheuerungSzulage für die Volksschullehrer betrifft, so hat der Finanzauösthuß in Anerken- nung der in dem Ministerial-Dekrete angegebenen Gründe und unter Rückbezug auf die früheren Landtagsbesrhlüsse über diesen Gegenstand, die ihm auch gegen die Anwendung der in dem Ministerial-Dekrete aUSJesprochenen Grundsäße für die Be- rechnung der dermalen zn gewährénden Theuerungszulagen er- hebliche Bedenken nicht beigingen, einstimmig beschlossen, dem Landtage zu empfehlen: seine verfaffungsmäßige Zustimmung zu der von Großherzoglicher Staatsregierung vorgeschlagenen Maß- regel, in soweit fie die VolksschnUehrer betrifft, zn eriheilen.

Oesterreich-Ungann. Wien, 6. März. (WTB) Im Ab eordne-tenhans e wurde bei der heutigen Debatte über den WaJlre-formentwurf von dem Abgeordneten Grocholski im Namen der Polen die Erklärung abgegeben, daß fiesich nicht für berechtigt hie[ten, an den Verhandlungen Über diese Vorlage mitzuwirken, und nicht einmal indirekt durch ihre bloße Anwesenheit dazu beitragen wollten. Nachdem hierauf sämmtkiche Polen und außerdem der Abgeordnete Cerne den Sißungssaal verlassen hatten, nahm Herbst als Berichterstatter das Wort zur Vertheidigung der Vorlage und schloß unter dem stürmischen Beifall des Hauses mit dem Ausdrucke des Danke?- für den erhabenen Monarchen, welcher als dritter in der Reihe der großen ö terreichischen Re: genten die Macht des Vaterlandes gehoben abe. Schließlich wurde der Entwurf bei namentlicher Abstimmung, an welckger ßck) 122 Abgeordnete betbeiligten, mit 120 Stimmen angenom- men. Es stimmten für den Wahkreformentwurf außer der Ver- faffungSpartei auck) sämmtliche dalmatinische und isirianis : Abgeordnete, mit Lkusnahme Morpurgo's, ferner sämmtli e

Ruthenen. Die Abgeordneten der Verfaffungspnrtei waren Bix AuSnahme einiger erkrankter Mitglieder vollständig er- tenen.

Pestl), 6. März. (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Unterhauses erklärte der Minister für Landesvertheidigung, Bela Szendi, auf eine an die Regierung gerichtete bezügliche Interpellation, daß die rasche Aue.":rüstung der Honoed-Trnppen im Falle einer Mobilisirung in jeder Beziehung gesichert sei und daß die Eintheilung des Territoriums aÜen in Bezug auf schneÜe Mobilifirnng zn stellenden Anforderungen entspreche. Dns Reich§=Krich=Ministerium habe (111223 zu Erreichung dieses Zwecks Erforderliche vorgesehen, auch die Artillerie und die übrigen tech- nischen Truppen, die berufen seien, in Gemeinschaft mii den Honved-Truppen in den Kampf zu gehen, seien zum Voraus defignirt.

Niederlande. Haag, 3. März. Einer nacb Groningen gelangten Meldung zufolge hat der König nunmehr bestimmt seine Absicht kundgcgcben, die Provinz Groningen in der loizten Woche des Monats Mai zu besuchen und einige Tage dort Aufenthalt zu nehmen. In der Provinz Werden daher groß- artige Festlichkeiten zur Feier der AnMssnbeii des Königs ver- anstaltet werden, Welcher seit seinem Regierungsantritte diesen Theil des Landes nicht besuchte.

_ Nack) Mittheilnnézen aus dem Haag ist eine neue Ein- tbeilung des nieder ändiichen Heeres in dem Kriegs- Ministerium in der AuZarbeitung begriffen. Der Plan soll dahin festgestellt sein, daß das Heer in drei Divisionen, deren jede aus drei Brigaden bestünde. nebst zivei Reserve-Brigadsn eingetbeilt Werden wiirde; jede Brigade wiirde aus vier Batail- lonen Infanterie mit der erforderlichen Artillerie und Kavaile- rie, jede “Reserve-Brigade aus fünf Bataillonen zusammengesetzt Werden, so daß die Gesammtzabl der Jnfanterie-Bataillonk 46

wäre.

Belgien. Brüssel, 6. März. (W. T. B.) Bei "der heute fortgesetzten Beratbung der Deputirtenkammer ubcr den Wiederankauf der Eisenbahn des Grand Luxembourg empfahl der Finanz-Minister Malou die Annahme -der einge- brachten bezüglicben Geseßesvorlage und hob namentlich hervor, daß unter alien Umständen _ wie er bestimmt behaupten zu können glaube _ die Ueberlaffung der bezüglichenKonzeifion an eine auch'irtige Geieklsckwft den Anlaß zu größeren Schwierig- keiten geben könne, als *die im Jahre 1869 wegen des Ver- suchtcn Ankaufs der luxemburgischen Linien durch die franzö- sische Ostbahn entstandenen gewesen seien. '

Großbritannien und Irland. London, 5. "März. Der Prinz von Wales hat fiel) zu einem Besuche des Her- zogs von Rutland nach Belvoir begeben. Auf der Reise dahin lTiibeersrseiclße ihm der Gemeinderatl) von Grantham eine Loyalitäts-

r e.

*)

_ Das Befinden des deutschen Botschafters, Grafen Bernstorff, bessert fick) mit jedem Tage. Das eftern Abend aus egebene Bulletin lautet: „Graf Bernswrff at eine gute Na tverbracht. Der Kräftezuftand ist besser als bei unserer leßten Konsultation.“

_ Großbritanniens Staats-Einnnhmen während der am 1. d. beendeten elf Monate des Finanzjahres betraßen laut amtlichem Ausweise, 68,214,314 Lstr. und die AuSga en in demselben Zeitraum 63,407,539 Lstr. Die Bilanz dxs Sckxaßamtes in der Bank von England übersteigt zehn Mtl- lionen Lstr.

_ 7. März. Das Unterhaus seßte in seiner Heutigen Sißung die Beratbung über das irländische Univerfitätsgeseß fort. _ Der frühere Marine-Minister im Ministerium DiSraeli, Mr. Corrr], ist heute gestorben.

Frankreich. Paris, 5. März. Das heutige „Journal officiel“ enthält Ges e e, betreffend den Steuerzaschlag auf Ge- tränke an den Zollste en der Gemeinden: 1) Corbeil (Seine und Oise), 2) Martigues (Rhone-Mündungen), 3) La Roche (Ober- Savonen), 4) Sizu (Finisterraen). '

_ Das amtlick]e Blatt veröffentlicht ferner die Ernennung des Sekretärs im Geheimen Raths für Cochinchina, Montjon, zum Direktor des Innern dieser Kolonie.

_ 6. März. (W. T. B.) Die vollständige Wieder- genesung des Präsidenten der- Republik wird bcftätigt; derselbe hat heute der Ministerkonferenz präsidirt und“ mehrere Audienzen ertbeilt; auch wird er heute Abend den gewöhnlichen Empfang abhalten. *

_ Dar; „Journal officiel“ zeigt an, daß die japanische Regierung alle seither gegen dre christliche Religion und deren fAuxzi'ébnng erlassenen Edikte aufgehoben und außer Kraft ge- eßt )at.

Versailles, 6. März. (W. T. B.) In der Heutigen Sißung der Nationalversammlung wurde der zweite Nr- tikel des GeseHentwurfs der Dreißiger-Kommisswn in Beireff “des suSpenswen Veto mit 480 gegen 142 Stimmen angenommen und ein auf die Beschränkung dieset; Veto abzielendes Amende- ment mit demselben Stimmenverhältniß abgelehnt. Der Präfi- dent der Republik wohnte der heutigen Sihung nicht bei.

Spanien. Madrid, 5. März. (W. T. B.) In San Roche bei Gibraltar soil eine Abtheilung von 200 Cam- biniers sich fiir Don Carlos erklärt und ihre Offiziere sich der Erhebung angeschlossen haben.

_ Von der „Libcrtéz“ wird, wie man aus Paris unter dem 6. März meldet, ein Telegramm aus Madrid varbffentlicbt, nacb Welchsm ein Zusammenstoß der Biirgerbevölkernng Von Madrid und der Freiwilligen der Republik sehr Wahrscheinlich ist.

_ 6. März. (W. T. B.) Nack) der „Gaceta“ find die durch Carliften erregien Ruhestörungen in Velez-Malaga durch das Einschreiten von Karabiniers und Freiwiiligen unter- drückt worden.

_DieKommission der Nationaiversammlnng, welche mit der Vorberathung ch Geseßenimnrfs Über die SUSpension der Sißungen bis zUM'Zusammenireten der neuen konstitniren- den Versammlung betraut ist, sollte heute eine Besprechung mit dem Ministerium haben und wird dann möglicherweise noch _an diesem Tage der Versammlung ihren Bericht vorlegen können.

_ Dem Vernehmen nach sollen „behufs Anbahnung einer Versöhnnng zwischen der republikanischen und radikalen Par- tei Figuewlas, Rivero, Moriones und Pcrales als Minister ohne Portefeuille in die Regiernng eintreten.

Italien. Rom, 6. März.. (W. T. B.) Den hiesigen Behörden ist die Nachrichi zugegangen, daß der Herzog von Aosta mit der Mont-Cenis-Vahn ankommen und mit seiner Familie morgen hier eintreffen wird. Es werden Vorberei- tungen zu seinem Empfange getroffen. -

Rußland und Polen. St. Petersburg, 5. März. An Stelle des Herrn Büßow, der nac!) Psking bestimmt ist, soll der „R. St. P. J.“ zufolge Herr Von Sirnve, bis- her Lcitsr der diplomatischen Angelegcnbeitcn im General-Gon- Verncment Turkestan, zum russischen (Heicbäftöträger in Japan eknannt sein.

_ Das Projekt des ncncn AdreßbillEt-Reglements, Welches die besondere mit der Bearbeitnng der Frage von der Reform des Paßsifftems betraute Konnniifion ausgsarbeitßt Hat, ist, wi? der „Gol.“ meidet, dem Rciibsratl) znr Durchsicht vor- gelegt Worden. ,

Odejia, ]. März. Der GEnernl-Gouvernenr von Neu- rußlandundBeffarabien,Ge:1€1'al-AdjutantVOnKoßcbne, bat die Leitung der Geschäfte dem General-Lieutenant Ssemska übergeben und die ihm AÜerbbcbst bewilligte UrlaubSreiie ins Anstand angetreten.

Dänemark. Kopenhagen, 4. März. In der gestrigen SitzunZ des Folkethings Wurden Krabbe mit 56 Von 57 abgegé enen Stimmen, J. A. Hansen und B. Christensen mit je 46 und 44 Stimmsn zu Vizc-Präfidénten wiedererwählt. _ Das Thing gensbmigte u. A. eine Interpellation mehrerer Ab- geordneten an den Minister dcs Innern und den Finanz-Mi- nister, betreffend die yon der Sturmftuib beschädigten Distrikte.

_ Der Finanzausschuß forderte den Fmanz-Minister auf, in Erwägung zu ziehen, ob es nick)t zweckmäßig sein würde, die Dampfschiffswnte Korsör-Kiel, dnrch welche man, besonders nach Einführung von Nachtzügen auf den jiitisck) - fiihnenschcn Eisenbahnen, eine Konkurrenz mit dem Betrieb der genannten Bahnen unterhielte, einzustellen. _ Im Finanzgeseßvorscksage für 1873_74 hat der Minister des Neußern vorgeschlagen, die Tafelgclder der Gesandten mit im Ganzen 6000 Rdl. zu er- höhen. Mehrere Mitglieder des Finanzausschuffes meinten, daß die dänische Repräsentation im Auslande» in sparsamerer Weise geordnet werden könnte, ohne daß der Zweck dadurch geschädigt würde. Inzwischen hat fick) jedoch der Lluéoschuß dahin geeinigt, „dem Minister in der angegebenen Richtung ein Entgegenkom- men dadurch. zu zeigen, daß er vorschlägt, dem Gesandten in Berlin eine jährliche Zulage von 2000 Rdl. und dem Gesand- ten in Wien eine ähnliche Summe ein Mak für aÜe Mal in Veranlassung der Weltausstellung zu bewilligen.

_ LandWirthschaft. .,

Berlin, 7. März. Verzeichnis Her BerathungSgegen- stände für das Plenum des Königliclen Landes-Oekono- mic-Kollegiums in_desfen Versamm ungen am 10. (i_rz- 1873 und den folgenden Tagen im Stände )anic, Spandancrstraße 59: _ , , . ' T1. Verschiedene amtiicbe und ge1cbaftliche Mittheilungen des Vor- 1 en en.

11. _Veratbungsgegeustände: 4. Am“; _der )(7111. Sißungövcriodc dem Aus1chusse zur Vorberathung Übcrivie_1cne Gxgxnstände: 1) Antrgg des Herrn Knauer, betreffend dieobligatorischeEinführung von Fortbil-

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dungöschulen. Referent : _Hr. von Natbnsius-Königsborn. 2) Anixag dex? Hrn. Sterneborg, bctr.die Be1chl unigung des Ganges der Gemeinheitsthetlung. Referent: (Wird vom Vorfißenden eingexlxitet.) 13. Neue Vorlagen und Anträ e, welche vom Ausschusse in ietner 3, Sitzungsperiode be- reits bsrat en find. 3) Antrag des Herrn Grafcn v. Byrries, Excellenz, betreffend die von _Anttswc-gen zu ergreifenden Maßregeln zur Ver- tilgung der Feldmäuse. Referent: „Herr ElSUer v. Gronow. 4) Antrag des Herrn Weygold, betreffen die Bild_ung einer Prüfung?;- Kommisfion auch für die angekauften Thiere der Gestüte, _ ni i nur für die aus den éauptgestuten zu entnehmsnden. Re erent: Herr v. Hagen-Premsla . 5) Antrag des Hkrrn Grafen v. Borries, Excelle'nz, betreffend den Erlaß eines Geseß'es, dnrch Welches dem mittleren (bäue'rlichen) Grundbefiße die Möglicbkcit gewnhrk wird, durch freiwillige Verfügung für einigc', Höchstens 3, Erbggnge Geschlossenheit des Grundbesitzes festzustellen. Referent: Herr Freiherr v. Schorlemer. 6) Antrag des Herrn Capnun-Karlywa, betreffend _die Abänderung des §, 55 des Strafgesetzbuchs für das Deutickye Reich vom 15. Mai 1871, nach tvsichsm Kinder unikr 12 Jahren strafrechtlich nicbt Verfolgt Werden können. Referent: Hsrr v, Natbu- fius-Königsborn. 7) Antrag des, Horrn Vifscring, betrcffsnd den Ex- laß einev Reichögescßcs, bebns Abmehr nnd Unterdrichnng der Lan- genseuche beim Rindviek). Referent: Herr Lol mann-Nit_1che. 0. _Vor- lagen und Anträge, welche yon dem Ausf usst in ]LiUSk aus dcn 5. März c. ?'anbcraumien 4, Sißungsperiode noc!) tn Bcrnibnng gc.- nommc'n Werden sollen. 8) Vorlage des_ Herrn MiniitKcm fur die landwirtl)schaftlichen ?lngelcgcnhkiien, beiresxend dcn Anixngbes Herrn v. Ditfurth bkziiglich d.?!" Abwehr und Bekampsung . „dsr Mau[- und Klauenssnch. Rcfsrcnt: Horx _Lexbmgnn - Nii1che. 9) Vorlage des Herrn Yiinistch fiir die landwir]l)1chaii_li([);*n Ange- legenheiten, betreffend die Maßregeln “nr HSÖUUJ dcr Rmdvxcbzncbi. Rexexent: err Von Nakbnsins-Königsborn. 10) V0r[age dcs Hörrn Ministers ür die *landwirtl)1chafilichen Angelegendeiten, bsireffcnd die Kopve-Stifmng. a. Urtbeil der Preis*richier-Kommiffion uber ins eingsgangencn _Konkuranzichrificn. b. Vorschläge zn 11611th PME aufgabcn. Rsscre'nt: (Wird vom Vorfißendsn cingcl'eitct.) 11. L_[nirag bes Hsrrn von Lcnibe vom 23. Oktober 1872, bctrcffcud die Ususr- [iche Ucberbürdnng des Grundbesitzes. Rcfercni; (Wird vvxn Byr- fißendcn eingkleitet) 12) Antrag" des Canirai-Llusichuffes "dsr König- lichen LandwirtbschafiS-(Hcicllfchaft zu CCM vom 3. Dczcmbor 1872, betreffend die Ueberbürdung ch Grundbesißcs sowohl bsi dcn stant- lichen Sienkrn als in der Llusdclmung auf alle Kommunal- und Ver- bandlastcn. Refexkni: (Wird Vom Vorfißendkn eingslc'isi.) 13) Antrag des Herrn von Leuthe vom 23. Okwbkr 1872, beireffcnd die Zulassung von Ver- iretkrn der landwiril)ichaftlichen Fnchprcss€ zu den Bcci)andlnngcn des LnndeS-Oekonoxnic-Kollcgiums, Welche nicbt werlranlicbcr Nam: fink). Referent: (Wird Vom Vorsißendsn eingcle'itgi.)_ 14) Antrag des Dr- rektors der Königlichen Landwirtlnckyafis - G€1ellicbaft zn CLÜL, _bitref- fend die Aufbesserung dcr Gkbälter der Landgcftiitöwärtcr. Yiessxcni: Hcrr von Hagen-Prcmslaff. 15) Antrag der DirektionFés [andwxrilx- schaftlichen Csntralvcreins aus der Provinz Sachsen, bkiresssnd dcn vnn de'); Staatsregikrung in AussickxigknommknsnVkrkauf dsr Saline Sirayzinrt. Referent: Herr El-Zner v. (Hrouow. ]). Durch Uchrgnng _zur T_ach- ordnung, rem). durch Ablehnung xc. sind von dem AuIsthnsic in 161116: dritten Sitzungsperiode cxledigi; worden: 3. Antrgg dx?» Hsrrn W919- gold, bcircffcnd die Uebkrweiiung Links verkyälinißmäßigen Romont:- rungstitels für “ech dcr Gestüte. Rcscrcnt: Herr v. Hagcn-Premslaff. 1). Antrag di's HMM Cawannanrlowa, betreffend die Erwcitcrang des Instituts cr landwirtick1chaftlichcn Wanderlc'lncr dnrch reich- lichcra Geidbewillignngen. Referent: Herr Richier- Schreiiwcke'n. 0. Antrag des Herrn Gerpott, betreffend die Bsurlaubung von Ml- liiär-Per1onen behufs Hülfelcistung in der Landwirtincbaft während der Erntezeit. Re'fcri'nt: Herr v. Rnth. (1, Antrag des Hkrrn Woy- gold, betreffend die baldige Einberufung des Landes-Oekoncmie-Kolle- giums, um übar die Stcuerangclcgenbeiikn in eine näbcre Beratbung

einzutreten. Referent: (der Vorsißends), Gemerbe und Handel. Halle 61. S., 6. März. (W. T. B.) Die G€neralvcrsamm-

lung des fäck)sisch-tl)iiringisch8n Buchdruckcrvereins bar heute den einstimmigen Bcsck)luß gefaßt, iätnmtiicknn, 06111 erbandc angebörigkn GLHiilfcn, Welche in den VereinSdrnck-rrcxien arbZiikn, fiir den Fall, daß der Leipziger Strike noch länger fortdancrn wllia, zu kündigen. _ *

Haag, 3. März. Bci Wiebach, in dcr Proninz Limburg, hat dieser Tage eine zweite Bohrung nach Steinkoblcn stattgkfnndcn mit günstigsten: Erfolgs; man ist da auf Lins mächtige Adcr Von dsr besten Sorte Steiniohlcxn _ gkstoch-n. Di? bis jcßi in jcncm Bczirk überbanpbgkwscknncnkn Rc1ultai€bcr cbtigsn zu großen Hoffnungen

Brü1sel, 6. März. (W. T. V.) Der [)xcfige lepellgcricknsbof bai beute der „Banque de l'Union“ Jakob fréres das von deren Aktionären“ nnchgeincbte Myratorinm cribcilf.

Paris, 7. März. (W. T. B,) Nach dem „Journal officixl“ ist der Zinsfuß der Schaizbonds nm 1 Prozent eri)ö[3i worden.

Aus dem Wollff'schen Telegraphen-Burean.

Dresden, Freitag, 7. März. In der [)cntigcn Sißung der Zweiten Kammer, welcknr sämmtiiche Minister beiwohnten,

gab die Berathnng über die eingegangenen Petitionen gegen den Erlaß des Volksschnlgesolzes zu einer [cb- hasten Debatte Veraniaffnng. Der Minister : Präsident

von Friesen gab die Erklärung ab, daß das Ministerium, bevor es dem Könige seinen Rath ertheile, alle Einschla- enden GefichtSpnnkie erwägen werde und hob insbesondere )ervor, daß das SchulgeseH von den politiscknn Reformgeseßen nicht getrennt werden könne. Schließlich wurde der Antrag des Ausschusses für das Volksschulgeseß die Petitionen der Regie- rung znr Kenntnißnahme zu überweisen mit 36 gegen 32 an- genommen.

Stuttgart, Freitag, 7. März. bergischen Wahlkreise ist der frühere

Im zweiten württem- Minister von Varn- Sem

biiler zum Reichstags - Abgeordneten gewählt. Gegen - Kandidat, Professor Mack , in Lndmigsbnrg, der nach dem Resultate, der Wahlen in Kannstatt

und Ludwigsburg beträchtlioh im Vorsprung war, ist in Folge deH Ausfalls der Wahlen im Marbacher Bezirk Untersegen. _ Nach dem heutigen Bnlletin über das Befinden der Königin- Mutter verlief die [SHW Nacht ohne Bennruhigungen. DLX: Kriiftezustand ist befriedigend.

Straßburg, Freitag 7. März. Der zwischen den SÖL'ift- ießern und Prinzipalen anZgobchochcne_Knnfiikk ist als gehoben anzusehen. Nachdem mit Riicksicht auf die Hier geltende 0391213- gebung die Gehilfsn den Gnuvcrband nnsg-cibst haben und ans gleichem Grunde das Ultimatum der Prmzipale hinfäilig gcwor- den ist, wird die Arbeit rnbig fortgcie t.

Wien, Freitag, 7.Mä1'3._ Nack) eendigung der gestxigen Sitzung des Abgeordnetenbann-s hat der Ministcr-Pxäsident, Graf Auersperg, dcm Kaner übsr das Resultat der über die Wahlrcform stattg-cfnndenen" Debaite Bsricht erstattet. Der Kaiser bat den.MmtsterZPrasidenten aufs Herzliéhsts empfangen und seine Befriedigung uber den Verlauf und das Ergebnis; der Sitzung angespxochen.

Pestb, Freitag, 8. Marz. Das amtliche Blatt veröffentlicht ein Kaiserliches Handschre'iben, durch welches der ungarisch? Mi- nister des Innern von Toth unter Verleihnng des Großkreuzes dcs Leopoldordens und unter Ernennung zum wirklichen Ge- heimen Rath von seinem Amte enthoben und der Graf Szapary an seiner Stelle zum Minister des Innern ernannt wird.

Solothurn, Freitag, 7. März Dic kniholiichcn Geist-

lichen des Kantons Solothurn, weichc nnr Lachat als'Bijckwf

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