1873 / 70 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 20 Mar 1873 18:00:01 GMT) scan diff

Jichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 20. März. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen gestern Vormittag um 11 Uhr die Meldung Sr. Hohe'cr des Herzog?- Wilhelm von. Mecklen- burg entgegen und ließen Sich alsdann vom Civrl-Kabtyet Vortrag haljen. Um 1 Uhr empfingen A(lerhöchftdieselben eme Deputation aus dem Herzogthum Lauenburg, bestehend aus dem Erb-Landmarschall von Bülow, Senator M1che_1son und Landsyndikus Hoffmann, nahmen hierauf aus den Handen des Prinzen A. zu Solms die Orden seines Oheims, des verstorbenen Fürsten zu Solms-Braunfels, entgegen und enupfingen alsdann den Fürsten Reuß j. L. In den Mittagsstunden machten Se. Majestät eine kurze Spazierfahrt und dinirten um _5 Uhr 11111 IhrerFMajefiät der Kaiserin, dem Fürsten und der Furftm Wted und dem Fürsten von Hohenzollern. .

Beide Kaiserliche Majestäten besichtigten gestern Abend déäPaffage-Ive „?X?.Kenzert. stasfandx...

““*HeüteWmachten Se. Majestät Ihrer Königlichen Hoherd der verwitrweren Großherzogin von Mecklenburg-Schrqerm emen Besuch, nahmen nacheinander ,die Besuche des Prmzen Herr- mann von Sachsen=Weimar mtt semem alteften Sohne, des Erbgroßherzogs, und des Herzogs Paul von. Meckllerrburg- Schwerin, und hierauf militärische Meldungen tm Bersem des;- Kommandanten entgegen und ließen AUerh9chsts1ch von dem Feldmarschall Grafen Raon, dem General-Lteutenant von Ka- meke und dem Obersten von AlbedhÜ Vortrag halten: _,"

""' eut“e'“echHfirjg"Ihr*e" Majestät die Käiserin-Königin 'die'ein- efroYenen Hohen Gäste. _ Das Familiendiner fand ber Sr. Köxziglichen Hoheir dem Prinzen Cark ftatt. HFT. TKZ

_" Se. Kaiserliche und Könichhe Hoheit der Kronprinz nahm gestern um 111 Uhr milttar'rsche Meldungen entgegen, empfing um 4-1 Uhr den Flügel-Adxutanten Grafen Finkenstein, und begab Sich um 61 Uhr zum Empfang Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogm von Sachsen-Weimar, sowie der Prinzesfinnen Marte und Eltsa- beth, nach dem Anhalter Bahnhof.

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_ Se. Durchlaucht der Fürst zu Schaumburg- Lippe und Se. Durchlaucht der Erbprtnz _treffen -m Begleitung der Adjutanten heute Abend 8 „Uhr 10 Mmuten mit der Lehrter Bahn ein und steigen im Brtthh Hotel ab.

_ Se. Durchlaucht der Fürst R euß ä.L. kommtmorgesn Abend in Begleitung seines Adjutanten, Oberst-LieufenantFrer- herr von Feilitzsch hier an und steigt im Hotel Royal ab.

_ Se. Hoheit der Herzog Paul von Mecklenburg- Schtverin traf heute früh 6 Uhr 50 Min. mit der Lehrter Bahn ein und stieg im Hotel Hohenzollern ab.

_ Se, Hoheit der Erbprinz von Hohenzollern trifft heute Abend 8 Uhr 15 Minuten mit der Lehrter Bahn ein und steigt im Königlichen Schlosse ab; zu derselben Zeit trifft Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzeffin von Hohenzollern _ und nicht, wie gemeldet, erst am 21.d. M. _ ein. Ja der Begleitung befinden fich die Hofdame Gräfin Strachwitz Und Kammerherr Major a. D. von Brauchitsch.

_ In der Vorgestern unter Vorfiß des Staats-Ministers Delbrück abgehaltenen Plenarfißung des Bundesraths Wurde die am 15. d. M. unterzrichnete Spezial-KonNntion mit Frank- reich wegen Zahlung des Restes der Kriegßkosten-Entsthädixmng vorgelegt. Hierauf Wurden Aussthußberichte erstattet Über: 3. den Entwurf eines Gesetzes, betreffend die MünzverFaffung; b. die Verwendung der in Altona aufgekommenen Nachsteuer; 0. die Vertvendung der Nachsteuer aus dem Freihafengebiete Brake; (1. die Kosten des Retabliffements des Kriegskarten- Bedarfs; e. die AuSdehnung der Wirksamkeit der Bnndes- Schulkommiffwn auf Bayern. Demnächst Wurden mehrere Ein- gaben vorgelegt. Endlich Wurde über_den Entwurf eines Ge- setzes, betreffend die Weinsteuer in Elyaß-Lothringen berathen.

_ Durch den Ausschuß des Bundesraths für Rechnungs- wesen ist die vorläufige Feftstelkung der Zölle und Verbrauchsßeuern, welche die zum Zollgebiete des Deutschen Reichs gehörigen Staaten für das Iahr 1872 an die Reichskaffe abzuführen haben, erfolgt. Nach der- selben find an Einnahmen, an welchen sämmtlickze Bundes- staaten Theil nehmen, überhaupt 42,922,809 Thlr. abzuliefern, nämkioh Ein: und AUSgangeZabgaben 31,485,937 Thlr., Rüben- zuckersteuer 2,770,056 Thlr., Salzfteuer 8,226,327 Thlr., Ta- baksfteuer 440,489 Thlr. Diejenigen Einnahmen, an welchen Bayern, Würüemberg und Baden keinen Theil haben, belaufen fich auf 12,057,811 Thlr. und zwar: Branntweinsteuer und Uebergangsabgabe von Branntwein 7,825,645 Thlr. (darunter 394,102 Thlr. Aversa), Braumalzsteuer und Uebergangsabgabe von Bier 4,232,166 Thlr. (darunter 213,201 Thlr.). Der Ge- sammtbetrag der an die Reichskaffe für 1872 abzuführenden Ein- nahmen stellt fich hiernach auf 54,980,620 Thlr., denen noch 68,587 Thlr. Beiträge zur Deckung der Freischrcibungen für privative Rechmmg der Staaten des vormaligen Norddeutschen Bundes und 3012 Thlr. Nachsteuer aus dem Jahre 1868 hinzutreten. Die Aversa für die außerhalb der Zollgrenze liegenden Bundes- gebietstheile und die vorgedachten Beiträge zur Deckung der Freis reibungen für die Norddeutschen Staaten werden besonders feftg eUT. Die einzelnen Staaten rc. haben für 1872 folgende Bercäge an die Reichskaffe abzujiefern: Preußen für die Haupt- lande 35743424 Thlr. und für Hohenzoüern 42,520 Thlr., Lauenburg 30,198 Thlr., die Kaiserlichen Haupt-Zollämter zu: Lübeck 265,940 Thkr., Bremen 347,152 Thkr. und Hamburg 856,374 Thlr.; ferner: Bayern 3,027,642 Thlr., Sachsen 4,071,806 Thlr., Würüemberg1,250,502 Thlr., Baden 1,934488

(r., effen 1,167,715 Thlr., Mecklenburg-Schwerin 367,320

sr„ ecklenburg-Strelih 55,225 Thlr., Sachsen““- Weimar „153,819 Thlr.,“ Oldenhurg 150,865 Thlr., Braunschweig 556,315 Thlr., Sachsen-Memmgen 319,943 Thlr., Sachsen-Altenburg 147,218 _ (r., Sachsen-Coburg=Gotha 158,193 Thlr., Anhalt 654,934 lr., Schwarzburg-Rudolftadt 60,770 Thlr., Schwarz- burg-Sondershausen 32,381 Thlr., Reuß ä. L. 19,978 Thlr., Reuß j. L. 100,798 Thlr., Elsaß-Lothringen 3,465,100 Thlr.

Der Betrag der am Schlussedes Jahres 1872 verbliebenen, von den BundeHregierungen erst rm Iahre 1873 cm die Reichs- kaff e einzuzahlenden Kredite beläuft fick) im Ganzen auf 22,534,495

Thaler, von welchen 8,932,465 aler im 1. Quartal und 13,602,030 Thlr. im 2. Quartal . I. fällig werden. Die

Kredite, an welchen sämmtliche Bundesstaaten Theil nehmen,"

betragen 18,361,003 Thlr., nämlich 5,299,902 Thlr. Zölle, 10,111,307 Thlr. RübenzuckerTeuer, 2,732,884 Thlr. Salzfteuer und 216,910 Thlr. Aversa fürr die außerhalb der Zolllinie [ix genden Gebiete. Die „Kredite, an welchen Bayern, Württemberg und Baden keinen Theil haben, belaufen fich auf 4,173,492 Thaler, nämlich 4,112,542 Thlr. Branntweinsteuer und 60,950 Thaler Aversa für die außerhalb der ZoUlinie liegenden Gebiete.

Wk"_ Der Reichstag beschäftigte sich in seiner gestrigen (5.) Sitzung, welche der Reichskanzler Fürst v. BiSMarck und der Präfident des Reichskanzler: Amtes Staats: Minister Delbrück mit zahlreichen Mitgliedern des BundeSrathes beiWohnten, sei- ner Praxis gemäß mit Anträgen, die aus der Mitte des Hauses hervorgegangen Waren: zuvörderst mit dem Enthrf eines Reichs-Preßgeselzes (S. unter Reichstags-Angelegenheiten), der von dem Abg. Windthorst (Berlin) '.xxrd Genossen einge- bracht ist und von dem Antragsteller, den Abgg. Bie- dermann, Ervald und Windthorst (Meppen) unbe- dingt, von den Abgg. v. Helldorf und -* v, Kardorff mit Einschränkungen zur Annahme empfohlen und vor dem Eintritt in die Weite Berathung an eine Kommisfion von 21 Mitgliedern verwiesen wurde. Dagegen wurde ein Antrag der Abgg. Schraps und Sonnemann, die Aufhebung der gegen den Abg. Bebel erkannten Haft für die Dauer der gegenwkxtt'gen Sißungsperiode zu verlangen, mit sehr starker Majorität abge- lehnt, nachdem die Nbg . Kanngießer und v. Mallinckrodt die Unverrräglichkeit dieses erlangens mit Art. 31 der Reichsver- faffung nachgewiesen hatten. Die geftrige Sißung dauerte von 3_51 Uhr; die nächste wird am Freitag 3 Uhr stattfinden.

_ Im weiteren Verlauf der gestrigen Sihung des Hauses der Abgeordneren, wurde der Gesehentwurf, betreffend die Abänderung des K. 3 des Geseßes vom 19. März 1860 wegen Revifion der ormalpreis e an die Agrarkommisfion verwiesen und darauf in erster Und zweiter Berathung die Ge- seßentwürfe über die Abänderung des §. 235 des AUgemeinen Bergges eyes vom 24. Juni 1865 und Über die Aufhebung verschiedener Gesehe und Verordnungen der ehemaligen freien Stadr Frankfurt erledigt, worausfich das Haus um 2:1 Uhr vertagte.

_ In der heutigen (69.) Süzung des Hauses der Abgeordneten, Welcher am Ministertisch der Staats-Minister 1)r. Falk mit mehreren Regierung:?-Kommiffarien beiwvhnte, begründete zunächst der Abg. v. Grand-Rh folgende von ihm gestellte Interpellation:

Es sind Mandare für das Haus der Abgeordneten erledigt: [911 dem 13. Oktober V. I. für den 4. Wahlbezirk, Reg.-Bez.Bre§1au, 1le dem 2. Dezember v. I. für den 3. Wahlbezirk, Reg.-Bez. Aachen, reit dem 16. De ember 1). Z. für den 6. Wahlbezirk, Reg.-Bez. Frank- furt a. O., Zeihdem 23. Dezember V. I. für den 2. Wahlbezirk, Reg.- Vez. Cehlenz, _1eit dem 4. Januar d. I. für den 4,Wah1bezirk,ch.- Bez. Nachrn, 1eit dem 19. Januar d. I. für den 8. Wahlzirk, Reg.- Bez. Breslau. Ich beehre mich dir Frage an die Königliche Staats- regierung zu richten: 1) ob und wann die Neuwahlen für die genannten Bezirke angeordnet wvrden sind; 2) durch welche Umstände die außer- gewöhnliche Verzögerung der Neu1vahlen herbeigeführt Worden ist?

Der Regierungs-Komniffar Geh. Regierunch- Rath Stein- mann beantwortete die' Jurerpellation dahin, daß sofort, nach- dem die erledigten Mandate der Regierung mitgetheilt worden, auch Seitens der Königlichen Staatsregierung die Neuwahlen angeordnet worden seien; die Verzögerung sei dadurch herbeigeführt, daß zahlreiche Ersaßwahlen Von Wahlmännern erfoderlich seien. _ Demnächst trat das Haus in die dritte Berathung des Gesetz- entwurfs Über die Vorbildung und Ansteklung der Geistlichen. In der Generaldiskusfion nahmen wiederum die Abgg. Reichen- sperger (Olpe), Stroffer und 01“. v. Grrlach gegen die Vorlage das Wort, während der Abg. Dr. Petri dieselbe vertheidigte. In der Spezialdeba1te wurden die §§. 1_7 ohne Diskusfion angenom- men, gegen §. 8 sprach nur der Abg. 01“. Reichensperger (Coblenz), worauf dieser §. sowie die ??. 9_13 ebenfalls zur Annahme gelangten, Beim Schluß es Blattes sprach der Abg. von Mannckrodt zu §. 14.

_ Se. Majestät der Kaiser und König haben die Widmrmg des von Dr. (5). Beyer in Eisenach als jüngste?- Produkt seiner Rückert-ForsckFungen herausgegebenen Werkes: „Kritische Gänge und neue Miüheilungen über Fr. Rückert, den Dichter und Gelehrten“ anzunehmen geruht.

_ Se. Majestät der Kaiser und König haben den Bildhauer Spies in München mit dem Auftrage beehrt, die von ihm modellirte Büste des kürzlich verstorbenen Commandeurs des 11. bayerischen Armee-Corch, Freiherrn von Hartmann _ die einzige Büste übrigens, welche von dem verdienstvoUen Ge- neral exiftirt _ für Allerhöchstdieselben in Marmor auszuführen.

_ Die Königliche Hauptverwaltung der Staatsschulden kündigt zum 1. Juli 1873 sämmtliche bisher noch nicht zur Kündigung gelangten Partial-Obligationen der nachbe- zeichneten durch Vermittelung des Bankhauses von Rothschild und Söhne zu Frankfurt a. M, aufgenommenen 41/2 prozentigen vormals Nassauischen Staats-Anleihen: Anleihen vom 28. April 1860, 15. Dezember 1860, 17. Juni 1861.

Wir werden die betreffende Bekanntmachung morgen ver- öffentlichen.

_ Der 44. Kommunal-Landtag von Altpommern wurde am 12. d. M. in Stettin durch den Wirklichen Geheimen Rath und General-Landsckzafts-Direkwr von Köller als Vorfihen- den mit einem dreifachen Lebehoch auf Se. Majestät den Kaiser und König eröffnet, zu welchem die Versammlung einstimmend, fich erhob. Der Vorfißende verlas dann die Namen der. neu eingetretenen Abgeordneten und fteUte dieselben der Ver- sammlung vor. Nach Ernennung des Abgeordneten von Putt- kamer zum Sensor und Vertheilung der eingegangenen Pro- ponenda schloß die erste Sihung.

In der zweiten Sihung am 13. d. M. ersuchte au Vorschlag des Vorstßenden die Versammlung denselben, fich einer Deputation, be hend aus dem kommandirenden General und dem Ober-Prafidenten von Münchhausen anzuschließen, wekche ßch nach Berlin begeben wird, um Se. Kaiserliche und Kömgliche Hoheit den Kronprinzen als Statthalter von Pom- mern bei Seiner Wiedergenesung und Rückkehr zu beglück- wünschen. .

Aus den hierauf gefaßten Beschlüssen über die vorgetragenen 26 Proponenden heben wir hervor:

Der Landtag nahm Kenntniß von dem Schreiben des Di- rektors der Altpommerschen Landftube vom 19. September 1872, mit welchem , derselbe die Verhandlungen wegen der Seitens der Altpommerschen Landstube im Juni 1872 bewirkten Uebernahme der Landarmen-Anftalten zu

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Ueckermünde und Neuftettin, sowie der Provin ial-Irrenanftalt zu Rügenwalde nebft Zubehör in die Vertu tung der Alt- pommerschen Stände überreicht. _ Auf den Antrag der Stän- dischen General: Direktion der Altpommerschen Land-Feuer-

“Sozietät genehmigte der Landtag den definitiven Beitritt zu dem

nunme r Merhöähft beß'ätigten Verbande der öffentlichen Feuer- Sozietaten Deutschlands. _ Das Gesuch des Kuratoriums der Waisenmädchen-Erziehungs- und Taubftummenanstalt zu Bütow um eine jährliche Unrerftühung von 300 Thlm. auf drei Jahre fand Widerspruch, indem die Landftube vorgeschlagen Beihülfe auf 200 Thlr. und auf drei Jahre zu bes ränken. Bei der Abstimmung wurde dieser Antrag zum Beschluß er- hoben. _ Auf'den Bericht der Altpommerschen Landftube vom 10. März 1873 wurde beschlossen, den Direktor für das Land- armenwesén und General-Direktor der Altpommerschen Land- Feuer-Sozietät an den Kommunal- Landtags - Verhandlungen berathender Stimme Theil nehmen zu lassen. _ Der Land- tag nahm Kenntnis; von dem Schreiben der Altpommerschen Landstube vom 2. März 1873, mit welchem derselbe die Ueber-

“sicht der sämmtlichen Einnahmen und Ausgaben des Altpommer-

schen Provinzial-Chauffeebau-Prämien onds für das Jahr 1872 übernimmt. Dieselbe weist eine So - und Ift-Einnahme von 74,398 Thlr. 7 Sgr. 7 Pf., eine Soll- und I"t-Au§gabe von 70,888 Thlr. 18 Sgr. 9 Pf., und einen am Jahresschluffe ver- bliebenen dZSponiblen haaren Kassenbestand von 3509 Thlr. 18 Sgr. 10 Ps. nach. _ Von dem Schreiben des Ober-Präst- denten vom 10. März 1873,“ nach welchem a. die Repartition und Ausschreibung der pro 1872 aufzubringenden Provinzial- Beiträge . zu den- Prämien-Chauffeebauten in Altpommern von überhaupt 55,000 Thlr. veranlaßt ist, und b. der Betrag, welchen der Saayiger Kreis von dieser Summe in Vertretung der ehe- mals märkischen Ortschaften für die Vergangenheit vorweg zu leisten hat, fick] auf 303 Thlr. 3 Sgr. 4 Pf. beläuft, so daß der Kreis nach Zahlung deffekben noch mit 9090 Thlr. 20 Sgr. ZPf. in Schuld verbleibt, nahm der Landtag Kenntniß. _

Auf das Schreiben des Ober-Präfidenfen vom 17. Januar 1873, betreffend die bereits im Jahre 1871 in Anregung ge- brachte Veröffentlichung kurzer Berichte über die jedeömaligen Tagcsfißungen der Kommunal-Landtage durch den „Reichs: und Staats-Anzeiger“, beschloß der Landtag, dem Ober-Präfidenten zu dem angegebenen ZWecke eine Abschrift der täglichen Pro- tokolle des Landtages zugehen zu lassen. _ Ferner genehmigte der Landtag Wegen des von den Ständen sämmtlicher Provinzen durch Vermittelung der Ober-Präfidenten zu bewirkenden Aus- tausches der ständischen Verwaltungsberickyte und der Einreichung je eines Exemplars dieser Berichte an den Minister des Innern, daß die über die ständische Verwaltung von dem Vorfißenden zu erstattenden Jahresberichte über die ganze ständische Ver- Waltung auf eine ZufammensteUung und Ueberficht der Jahres- berichte und Kassenabjchlüffe, welche die Vorßände der einzelnen ständischen Institute zu erstatten und beziehunngeije einzu- reichen haben, zu beschränken ist und erst nach Ablauf des Verwaltungsjahres, also zuerst Anfangs 1874 einzureichen ift. _ Auf den Antrag des Referenten Von Heyden beschloß der Landtag von Weiteren Schritten bezüglich der Grundsteuer- freiheit der Liegenschaften der Landarmen-Anftalt zu Neustettin Abstand zu nehmen.

_ Der Fürst Wilhelm von Wied ift hier eingetroffen und hat im Niederländisckzen PalaiH Wohnung genommen.

_ Der Fürst Emil E*gon vo n Fürstenberg ist heute früh aus Prag hier angekommen, und im Hotel Royal abgestiegen.

_ Der_General der Infanterie 3. D, Graf Monts ist hier eingetroffen und im Hotel Petersburg abgestiegen.

Bayern. München, 18. März. Die Kaiserin von Rußland und die Großfürstin Maria, ihre Tochter, so: wie die Königin von Württemberg mit der Großfürstin Vera find heute Morgens 8 Uhr von Salzburg abgereist und gegen 11 Uhr auf der Station Rosenheim eingetroffen, wo kurz zuvor die Königin- Mutter von Bayern mit Dem Schnellzuge aus München eingetroffen War, um die Kaiserin zu begrüßen. Nach viertelstündiaem Aufenthalt hat die Kaiserin mit ihrer Tochter die Reise über Kufstein Fdxtgejeßt, währenddie Königin- Mutter mit der Königin Olga und der Großfürstin Vera um halb 1 Uhr Mittags wieder hier anlangte. Nach gegenfeitégrnr herzlichen Abschied hat dann die Königin von Württemberg mit der genannten Großfürstin die Rückfahrt nach Stuttgart fort- geseßt.

_ Da nach §. 18 des Landtagsahsthiedes vom 28. Aprik U. I. eine Appellationsgerichts-Präsidentenstelle außer der zur Zeit nicht besehten Stelle am Appellation-derichte zu Aschaffenburg dem Einzuge, wahrscheinlich bei der am 1. Oktober Z. I. stattfindenden Verschmelzung von 4 in 2 AppeUationch- gerichte, härte-unterliegen müssen, so ist durch den Tod des Appellationcderichts:Präfidenten von Meß in Bamberg diese Reduktion von selbst eingetreten.

Bamberg, 17. März. Der Prinz und die Prinzessin Ludwig von_Bar]ern find gestern Mittag zum Besuche der verwittweten Königin von Griechenland eingetroffen und gedenken 8 Tage hier zu verweilen.

Württemberg. Stuttgarr, 17. März. Der Prinz August von Württemberg ist „heute von hier wieder ab- gereist.

_ 19. März. (W. T. B,) Die Kommission der Kammer der Standesherren beantragt, den Beschlüssen der Zweiten Kammer bezüglich des Militär-Etabliffements-Gesehes beizutreten und gleichzeitig an die StaaÉSregierung da:“- Ersuchen zu richten, erstens, daß dieselbe mit möglichster Sparsamkeit vor- gehe, und zweitens, fie möge dafür wirken, daß Südwest-Deutsch- land und der Schwarzwald durch Anlage von Reichsfesngen gefichert werden. Der Landtag wird voraussichtlich am Sonn- abend geschlossen werden.

Sachfen-Cohurg-Gotha. Gotha, 19. März. Die GeseH-Sammlung fur das Herzogthum Gotha veröffentlicht ein Geseh, die Vergnlagung der Einkommen- und Klassen- fteuer auf die Fmanzperrode vom 1. Juli 1873 bis zum leßten Juni 1877 hetreffend. Vom 10. März 1873. Nach diesem Geseß hat dre am 30. Juni 1873 bestehende Veranlagung der Einkonzmen- und Klaffenfteuer auch für die Finanzpertode vom 1. Iult 1873 hits 30. Juni 1877 Gültigkeit, jedoch unbeschadet der von den EtnschaßungS-Kommisfionen für jedes Rechnungs- 1ahr der Finanzperwde vorzunehmenden Revifionen.

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Oeserreich-Ungarn. Die „S alzburg er Ztg.“ meldet unterm 17. d.: Ihre Majestät die Königin Olga von Würt- temberg und Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Vera von Rußland find gestern Abend?- 10 Uhr 20 Mmuten mit Separatzug von Stuttgart angekommen und im Hotel Nelböck abgestiegen.

Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland und Ihre Kaiserlickzen Hoheiten Großfürst Wladimir und Großfürftin Marie trafen um eine Stunde später, nämlich um 11 Uhr 20 Minuten, mit Separathofzug von Passau am hiefigen Bahn- hofe ein und nahmen im Hotel Europe das Absteigequartier.

_ 19. März. Die „Wiener Abendpost“ s1eht sich durch den Umstand, daß Seitens militärischer Fachblätter die „Wehrzei- tung“ als kriegöminifterielles Organ bezeichnet worden ift, von Neuem veranlaßt, auf das Nachdrücklichstc zu erklären, daß die „Oesterreichisch : ungarische Wehrzeitung“ mit dem Reichs-Kriegs- Ministerium in gar keinen näheren Beziehungen stehe, daher eine Solidarität zwischen ihren Anschauungen und denen der obersten Kriegsverwaltung niemals vorausgesetzt wer- den dürfe.

Pesth, 18. März. Im Unterhaufe Überreichte Franz Desk ein Gesuch des aÜgemeinen Beamtenvereines um TheuerungSzulagen für die Staarsbeamten. Hierauf fehle Fi- nanz = Minister Kerképolhi seine gestern unterbrochene Rede zur Berathung der Vorlage über die Personalerwerbsteüer fort; wi- derlegte unter BeifaU die gegen den Gesehentwurf über die Persona1erwerbfteuer aufgetauchten Einwendungen und empfahl den Entwurf zur Annahme. Bei der Abstimmung wurde der Gesehentwurf mit 202 gegen 107 Stimmen angenommen.

ierauf wurde in die Berathung des Gesehentwurfes über die tempelfteuer eingegangen.

_ 19. März. In der heUtigen Sihung des Unter- hauses wurde das StempeLsteuergeseh angenommen, _ Wie der „Pester Lloyd“ meldet, hat nunmehr der Finanz-Minifter Kerkapolhi am gestrigen Tage die Kaiserliche Genehmigung zur Vorlegung eines Gesehentwurses erhalten, welcher die Re- gierung crmächtigen soll, die Gründung einer großen ungari- schen EScomptebank zu konzesfioniren. Derselben würden für gewisse Verpflichtungen, welche fie. als Regierungsbank dem Staate gegenüber übernimmt, auch eine Reihe besonderer Be- günstigungen gewährt werden. Bezüglich der Ansführung habe fich der Finanz-Minifter dUrch Vertragsprowkoü mit einer bedeu- tenden Finanzgruppe von vrrnherein fichergestellt; die Bestim- mungen des ltheren seien mit denjenigen des Gesehentrvurfes vollkommen übereinstimmend.

Schmeiz. Bern, 19.Mär3. (W. T. V.) Der hiefige RegierungSrath hat 3 Batailwne auch Piquet gesteUt.

Neuenburg, 19. März. (W. T. B.) Der große Rath des Kantons Neuenburg har-das neue liberale Kirchen- geseß mit 48 gegen 32 Stimmen in erster Lesung angenommen.

Belgien. Brüssel, 18. März. Die Kammer der Repräsentanten hat die Verathung. des Budgets des Innern zuEnde geführt und dasselbe mit 72 gegen 4 und eine neutrale Stimme angenommen. Herr Rogier erklärte dabei, daß seine Annahme drs Budgets nicht auch die Zustimmung zu allen Handlungen des Ministers des Innern bedeute. Bei dem Arükel “„Schöne Künste“ im Budget des Innern Ward die Summe für den Ankanf von Kmrftwerken um 20,000 Fr. und die Subfidien für die Mufikschulen außer “den Königlichen Konservatorien von 72,000 auf 90,000 Fr. erhöht. Es wurde dann ein Kredit von 200,000 Fr. fiir die Belvaffnung der Gensd'armerie votirt, bei Welcher Gelegenheit Herr Guillerh anfragte, ob die Unter- handlungen wegen der Wiederhejeßung des KriegZ=Ministe- riums, Welches icht von dem Finanz-Ministcr Herrn Malou interimistijck) verwaltet wird, bald zum Ziele führ-n würden, Worauf Herr Malou erwiderte, das; darüber bksher nichts Be- ftimmteZ Verlaufe.

Großbritannien und Irland. London, 18. März. Das Befinden res. Deutschen Botschafters Grafen von Vlernstorff fld'xt trolz der ziemlich giinstigen Bulletins noch immer Besorgniffe ein. Dem neuesten Bul1ctin nach hat der Patient wieder eine ziemliche Nacht Verbracht und seine Kräfte harren keine Abnahme erfahren. Die Königin, jowie jämmtlickze Mügliedcr der Königlichen Familie ziehen täglich Erkundigungen nach dem Befinden des Botschafters ein.

_ Aus dem Auswärtigen Amte wird das Von der franzö- fijchen Nationa[versammlung am 14. d. angenommene und von der französijchen Regierung pronmlgirte cheß, Welches den bestehenden Vertragstarif beibehält Veröffentlicht. Dasselbe lautet: „Die «egenwärtigen Tarife bleiben bis zur Anjvendung der von der Nationalversammlung votirten oder zu rotirenden nenen Tarife in Kraft.“

Frankreich. Paris, 17. März. Die Worte, Welche der Präfident Thiers an die Deputation der Nationalvcr- iammlung richtete, lauten: .

„Fiir die von mir gemachten Vemühungcn ist die beste Beldh- nung, die, welche mich am meisten rührt, der Beweis des Vertrauens, Welchen Sie im Namen des Landes und der dasselbe vortretendcn Na- tionalvrrfmnmlrmg überbringen“.

MH Martcl, der Führer der Deputation, diese Worte der Versammlung mittheilte, wnrden fie mit vielem Beifall aufge- nommen.

_ 18. März. Nach der gestrrn der Kammer vorgelegfen Darlegung *über daes Budget beträgt die LiquidationSrechnung 773 Millionen -in ?[uSgahem die dnrch 630 MiUionen Einnah- men gedeckt find. Da diese AUEgaben in fünf Jahren gemacht werden sollen, so ergiebr fich nach dieser Zeit ein Defizit von 140 MiÜionen, das der schwebenden Schuld zur Last geschrieben werden folk. Die schwebende Schuld selbst ist möglichst wenig Yk!) und gestattet, aUen Bedürfnissen gerecht zu werden. Diese

edürfniffc haben aber nur auf die Vergangenheit Bezug, da das laufende Jahr kein Tcfizit darbietet. Die Einzahlungen auf die Anleihe, welche im MonatIanuar auf 250 Millionen stiegen, tragen jetzt monatlich 100 Millionen ein. Aus der Darlegung geht im Ganzen hervor, daß das laufende Budget im Gleich- gewicht ist, daß das von 1874 im Gleichgewicht sein wird, daß die nicht gedeckten NuSgaben für die LiquidationSrechnung in 5 Jahren 140 Millionen betragen werden, endlich daß von den 1500 Millionen, welche an Deutschland noch zu bezahlen smd, sch die Hälfte in den Staatskaffen befinde und daß die zweite Hälfte durch die monatlichen Einzahlungen auf die Anleihe ge- ldeckt werden könne. Zu bemerken ist noch, daß die beiden ersten Monate dieses Jahres an Steuern 61/2 Millionen mehr einge- tragen haben, als im Budget vorauSgesehen worden ist.

Versai1les, 19. März. In der heutigen Sißung der Nationalversammlung verlas der Abgeordnete Victor Le- tranc den Bericht der Kommisfion, welcher die Prüfung des mit Deutschland abgeschlossenen Räumungsvertrages oblag. In dem Bericht wird von Neuem der Regierung des Präfidenten Thiere;

Anerkennung geont, ferner die Geschickkichkeit der Finanzverwal- tun rühmend erwähnt und schließlich die Sympathie des fran- zöfiZhen Volkes für die Stadt Verdun aUSgedrückt. Von der Versammlung wurde der Vertrag mit Einstimmigkeit bestätigt.

Italien. Rom, 15. März. Wie die ministerielle „Opi- nione“ meldet, hat der Deputirte Raftelli nunmehr seinen Be- richt über das römische Klostergeseß beendet. Vor den Ofterferien wird der Bericht indeß kaum zur Verhandlung in der Kammer kommen, zumal da auch die Kommifswn noch eini- gen Artikeln eine andere Fassung zu geben wünscht.

_ Der nig hat zur Feier seines und des Kronprinzen Gc- burtstach (König Victor Emanuel ist am 14.März 1820, Prinz Humbert am 14. März 1844 geboren), eine namhafte Zahl Offiziersbeförderungen angeordnet. _ Uebermorgen werden der König und sein jüngerer Sohn Prinz Amadeus in Florenz zusammentreffen. ' W

_Der Prinz von Hohenzolkernundseine Murter, die Fürstin von ohenzollern, smd vorgestern in Venedig angekommen, wo aquer Graf und die Gräfin von Flan- dern weilen. -'

_ Der Minister des Innern hat einen die Verbefferung der römischen Grund: und Bodenverhälfniffe betreffenden Ge: sehentwurf ausxzearbeitet und gedenkt ihn dem Parlamente nächstens zur Prüfung und Annahme vorznlegenx

_ Der Chef des Generalstabes der römischen Divifion, Oberst-Lieutenant Graf Lanz a, ift zum Militär=Attache der italienischen Gesandtschaft in Paris ernannt worden, und der Militär-Wtaché der italienischen Gesandtschaft in ParicZ, Oberst- Lieutenant Rossi, zum Chef des Generalstabs der römischen Division.

_ Die russische Kolonie in Neapel hatfich znm Empfang der Kaiserin nach Sorrent begeben. Prinz Adalbert von Bayern ist ebenfalls dahinabgereist.

_ ZU Ehamberr; ist derKardinal Erzbischof Alessio Billet im Alter von 90 Jahren" verstorben. ,»:xQ

_ In der gestrigen Sihung der Deputirtenkammer [as der Präfident das nachstehende eigenhändige Antwortschreiben des Herzogs von Aosta auf die ihm von der Kammer nach Liffabon gesandte Adresse:

Ein hoher Beruf wurde mir ertheilt. Ich nahm ihn an und brachte dabei das größte Opfer, mein theures Vatcrland. Ich nahm ihn an, um Spanien die Ruhe und den Frieden wiederzugehcn, Mehr als zwei Jahre ünd seitdem verstossen. Zu meinem Z(hmrrze muß ich sagen, ich verlasse es noch mehr getheilt, nochmchr ;errürtet, Da ich sah, das; Spanien unter meiner Regierung 1e1n Glück nicht wir- der finden konntr, so habe ich auf seine Krone vrrzicbxet, naehdem ich die von mir befckchrene Verfassung treu beobachtet hab.". Ick kehre nach Italien zurück. Es darf gewit'; sein, in mir einen Zrldatcn und Bürger zu finden, Welcher sein Vater1and liebt und [*rrrir ist, sxin Leben dafür zu laffxn. Ich bitte Sie, Herr Präüdent, fich'zum Dol- mrtscher meiner Gcfühle in der Kammer zu marbrn Und ihr meinen [ehhaffesten Dank für die Adresse au53udr11cken, Welche 116 Mr ge- 1chickr hat.

_ 19. März. In der heutigen Sißung der Deputirten= ka mm e r stand der Antrag Nicotera's, betreffend die AUIrÜstUUa der Armee zur Berathung. Der Fiuanz-Ministcr Scha trar gegen den Antrag an?, dessen Annahme eine Weitere Llusgahe von 50 Millionen erforderlich machen und die Erhöhnng sämmtlicher Steuern um 10 pCt. zur Folge haben Werde. Sella 'Zprarh zWar seine Bereitwilligkeit aus, das Kriegsbudget auf 170 Mil- lionen zu erhöhen, erklärte aber, lieber zurücktrerrn zu Wollen, als den Steuerpflichtigen neue Lasten aufzubürden, Der Minister-Präsident Lanza sthloß fich in Ungerer AnÖeinander- seßung den Erklärungen des Finanz-MinistsrÖ an, wobei er hervorhob, daß unter den Mitgliedern des Kabiners keine 1111- einigkeit in dieser Frage herrffche. Die Verathung wird morgen fortgesetzt werden.

Florenz, 19. März. (W. T. B.) DieKaiferin ron Rußland ist in Begleitung des Großfürsten W1adimir und der Großfürstin Marie Alexandroan hier einge- troffen.

Türkei. Konstantinopel, 19. März. (W. T. B.“) Nach einer Mitthcihmg der „Turquie“ handelte es sich 1cm dem schon gemeldeten Vorfalle in Bethlehem um die Vorhäxrge zUr hei:

[igen Grotte, welche im Jahre 1871 vcrbraumen und drren .

WiedrrhersteUUUg daran, um den TraditioneUen Zwistigkeiten zwischen Griechen mrd Lateinern Über das E-igenthnmörrchk an den Vorhängen ein Ende zu macherr, von der türkischen Rezir- rung in die Hand genommen muxdey Tem 1ateinischen 5711?er ist es jedoch gelungen, einen Theil der Vorhänge ohne Mir: Wirknng des griechischen Klerus 511 erncuerlr. In Folge deffen hat der griechische Patriarch von IrrUsmlem, Procopins, am 15. März auf telegraphischem Wege bei dcr Pforte prorcstärt und deren Einschreiten gegen jenen Vorgang erbcren, wrhhcr dic altea Rechte der griechischen Nation auf die Gebarxögrotte IesnChristi verlche.

Schmeden und Normegen. Christiania. Die vom Storthinge an den König erlassene Ndrrsje, betreffend die Krönung desselben als König von Norweger layret:

.Es ist die Aufgabe des Stcrthinch, die (»)-Fühle dx-I- Volk-Is ZU verdolmetsthen und in seinem Ramm xu handeln, wenn ein für drn König und sein Haus bedeutmngrvUrs Ereignis? sich zurrägt, Dcr Storchng ersueht chhalb, dns"; Ew. 9)1.1jestäf gern?:e gnädixst 31! er- kennen zu geben, inwéewrit Ew. Majestät die "2111":th har, 1164 UN“ drm Zujammentritt des nächstrn Strrthinch als König ven Norwegen krö- nen zu lassen. Insofern eZ Cn). Majestä? beliebt 521 hcstimmen, daß

die feierliche Handlung vor fick) gehen soll, ["cv-er rie Rerräsemtanécn *

der Nation sich wieder versammeln, erlauht drr Skrrxhing 1111“, (Zw. Majcstät hohe Gemahlin einzuladen, an dern Tage, an 1DT11'110111NO1*= WLgens Krone auf Ew. Majestät Oaurr 1327-8131 wird, den Segen der Kirche zu Ihrer Majestät hohen Zrellung „115 Könihin unjerrö LKUDSÖ zu empfangen.“ *

Die Antwvrr des Königs auf diexc Adresse wurde am 12. d. Vom Staatsrath Johansen dem Storthjnge übergebsn. Dirselbe lautet: _

„.Wir, OScar von Goßes Gnadrn u. 1. w. Ja der Adr-rsfc ch Skorthinges vom 1. d. sehen Wir cinen erneurrrcn Bewsis der Gefühle des Kortregischcn Volkes für dessen Königshrus. Ihre Majestät die Königin hat mit gleicher Anerkennung die an '."te gerichtete Einladung entgegen genommen. Wir geben hiermit zu_ erkennen, das; es Unsere LYbyichf 111, sofern keine nnvorhergrfehcnen 43111:- rrnisse entgegentreren, dre Krönung am 18. Juli d. J. in dcr Domkirche „_:u Drontheim vor “ich „gehen zu lassen. Bei dieser Feierlichkeit würde es Uns und Ihrer

1a1estätder Königin lieb sein. Uns von den crwählten chräsenéantch des Volkes umgeben zu sehen. Sind die Entfernungen diesem hinder- lich, so hoffen Wir, das; der Storthing 1111) von einem Theile seiner V)1i_flicder repräsentiren läßt. Wir verbleiben dcm Storchng des Re: )es Norwegen mit aller Königlichcn Hu1d und Gnade-wohlge- wwgrn. Gegeben im Palast des Erbprinzen zu Stockholm, den 8. März 1873. OScar.“

Dänemark. Kopenhagen, 19. März. (W. T, B.) Der Marine-Minister macht bekannt, daß die neuen Leucht: feuer auf Säddingsstrand und auf den Hafenmolen von Esbjerg

am 15. April 5. I. zum ersten Male angezündet und künftig das ganze Jahr hindurch von einer halben Stunde nach Sonnen- untergang an bis zum Sonnenaufgang brennen werden.

Australien. Von den S andwichÖ-Jnseln trifft die Nach- richt ein, daß die hawaiische Regierung Willens ist, cinengr oßen Landstrich mit einem guten Hafen, unmit Perl Var), an die Ver- einigten Staaten unter der Bedingung abzutreten, daß daselbst eiue Kohlenstation errichtet werde. Ein Telegramm aus San Francisco über dasselbe Thema erwähnt, daß Privatnachrichten aus Honolulu zufolge, Kapitän Carter, der Befehthxber des britischen Dampferö „Soouf,“ den hawaiischrn Minister des Innern unterrichtet habe, daß, im Falle die hawaiische Regie- rung den Vcreinigten Staaten eine Flottenftation abtrete, die britische Regierung dagegen protestiren würde und Unannehm- lichkeiten daraus entstehen dürften.

Durch die Einrichkung der großen unterseeiscben Telegrarhen- Linien, welche Eurewa icht mit allen anderen Erdtheilen verbinden, ist die Astronomie endlich in dcn Stand gcseßr worden, dem Umfas- icnden Ausblick in den HimmelsUum, welchen das Zusammenwirken von Sternwarten an den entferntesten Punkten der Erdoherfläcbe ermög- licht, durch sokortiae gegenseitige Mittheisungen die1cr Sternwarten ersr seinen vollen Werth zu verleihen. Ein glänzender Erfolg dieser erdnmfaffenden Kommunikation wissenschaftücher Wahrnehmungen ist hekatm'rlich sogleich narh dem Zrernfchnuvpen1all des 27. Novem- ber v. J. erzie1t wrrden. Dieser Strrnsckynurwenfasl, welcher über- wiegend die nörrlrckze Halbkuge1 der Erde trak, erregte die Vermu- rhung, da!"; von den entgegengeseßf liegenden Punkten der Erde, a1so im Aslgemeinen ven drr südlichen HalhkugU aus, dir an der Erde vorheigegaugeneh, nicht in der Erdntmesvhäre zerstäubten Theile jenes StermchnurremÖtvarmes unrcr dsr Gestalt eines keme'txnarrigen G:- bifdrs wahrgenommrn werden könntrn, und zwar an derjenigen ZteUe des Himmels, Welch? dem scheinbaren Au-Zgangsrunkt der Sternschnup- prnßahnen gerade grgenüber 1ieg-2n müsse.

Dureh cine trlegrarhisckye MilWeUuna, WSW: Prr7essor K*.inker- furZ in Göttingen Üher diese seine Zch1uhfr1gerang an die Sternwarte zu Madras sandte, wurde diese in den Stand gexcßt, an der angege- bencn SNK: wirk1ich einen Kemeten zu finden, drsssn Vorübergang in großer Erdnähe jeder.?“asls in einer engen Beziehung 511 den Srern- schnurvrnsckmarcn steht, 1753111): wir am Abend des 27. eremhrr Pas- sirt 13.1hen.

Dieser Krmct ist sehr bald nach der ?lräündung, [murtüÖlich in Frlhe des einrrerenden Mondsxbcins, den B11chen wieder enrschwnn- den und seitdem nick)? wiedrr 92191er Wurden, so daß 111.111 €;- tmr der telrgraphischxn BenQrichtignng zu danken hat, wenn eL Üherhanrt ge1ungen ist, jean krmetenartige Gebilde w.:hrznnehmxn.

Durch d'ie Lérerahtär sr druksch-zn Rrickksbchördcn, sowie der „Vereixxigtcn deursrhen Telxgrarhen-Gefellsxér„151" Und drr Angle-Ilme- rikanischen Trle'grUWen-G:;e111'cbakr ist nun in Andxxrarhr der in 1751- gem Beisréel er1äuterten th'senscker1ickyen Bedeuxung einer telegra- phisckxen Verbreitnng asrrrnrmésckjer Enxdecfangen, neuerdings dsr Brrlincr Ztkrnwaéce, 3ux1ächst auf den Tngrarhen-Linien Berlin- Borkum - Lchstrf - Valrnria - Washington Gehührenfreiheit gewährt worden, so das; nunmehr a11e eurrräésch.n oder jedenfallz a11e deutschen Entdeckungen von Planrten und Krmetrn, Ührrhaurt ven Phänomenen, deren sofortige w:1“c.*re erfr1gung durch die Astronomen Amrrikas wänsckzeUSWerth ist, durch ermrrtelung drr Ber1incr Ztsrnwxrke inner- halb weniger Srltndcn 11.1113 Washénqton gelangen können.

Andrrerkeits hat die Brr1iner errnwarte unter dem 14. anuar d. J. .meh von Seiten der hrkannten Smithsonian Justifukton zu WaMngton die Znsirherun-Z emrfangen, da?"; diese Jnskitukien in der- se1[*:"n Weise die Vermittslung für die telegrawhiirhr M-xldung n1ler ähn1ichen amerékanischcn Entdeckungen auch nach erlin übernchmen wird, so da!"; nunmehr zwischcn Cnrrva und Amerika cin ro1lstätxdiges Zrstrm 101cher VJZLtthxilmrgrn Organisim ist, wclrhxs 11.1) [*,chnMck) ergichig für die Wissenschafr erw.";fen wird. 19.

Entfchridungen des ReichI-Oher-Han- dc1§gerich1§ in Lrirzig Unten: Leipziger Markt- rder Bör- senrreiz für Getreide. Der V1Zarktprei§ .m den Zwischkntagen wird nicht durch dcn an den voraukgxhendsn xder nachfolgen- 13511 Börsrnmzxn nrtértcn Preis normirt. Osffcntlicher Verkauf zum 1:17rnd3n Preiss [**:i Säamnik: ch Käukrrö. Unzuläskigkeit des Prirxxrkrkxukö „1115 frrirr „Hand, 1T11'11 wxnn dadurch ein höherer (als dsr LnrchfÖnitfz-1 Preis erzielt wnrde. Tie erkanksselrsthülfe regelr 71.13 nichr narh Fru G:“Undsäß-én dcr negoxjoruru ;.?85110, (“G:WZ-Zts- érjhrUnZ.) _ CTU ZTrUd-c1 in der LKW: .11-5 [*Ihcrc waaw.

_ Nr. 5 ch Amt:?klatreé drr Drrtffchen Roickys-Tele- «rar["en-Verwalrnng [nrx 7013.19ndön FMM: erkstgnng vom 6. März 1873. Führung dsr Narnral-Sonti Über Barrerie-Bxdürüriffe.

Di: neU-xsten

Statistische Nachrichten.

Sr. Petcrshurh, 18. März. (R. 31.1 NXck dem okäzieUen Berichk 3011.11an vrn Reval sind in dcn lexzren fünf Jahren aus Vltrslande angsernmxn: 1868 98 SMM, damnrer 31 Dampfer, Waaren 1111“ 15431178 R. 1870 166 Sckxiäe, duranter 38 an*.rfer,m1Wn.1ren 111139445112 91,187] 239 SBM, drrunwr 117 „axnrker, 1'711 W.].rren für 9,916,794 R. 1872 301 Zehir'fe. darunter 174. Dxmrkyr, mik Wrach für 32,608,422 R. Drr Werth dss Er- vrrfs ist 91eichrra1l§ [*cdcutend grüicgen. EI wnrdcn 1111111111) 1869 Waaren Mr 287583211, 1870 für 856,537 R., 1871 für 286353831. und 1872 Wir 2,857,740 R ausgekührt.

Kunst und Wissenschaft.

Die Kreisordnung“ für die Provinzen Preußen, Brandcnburg :e. Vom 13. Dezemher 1872 ist jxxzt 17111) in cincr ron Dr. H. Zw!» rer.;nsraltcten Llu-nghr xBre-Zlau, erlxg voanUb. (Herr!. Kern 18731 erschicnen. Diese Ilnsqxbe ist durch Mittheilyng sämmÜickI-Jr im Terre des Gsseßcs angerührter underwxitiger G:!eße ergänzt, sowie mit au-Zführlichem Sackyregistrr rkrsrhxxrrmd durch eine Urbersicht v-crvoUständigf, welch: diejangrn Krrisc, am die die Kreis- ordnung Anwendung 1111521, mit ihrer (5353212, erölkernng. MF) Skadt Und Land gesondert, der Zahl der Stadt- Und Landgememdrn, Uwi: der Gutsbezirke nashweist.

_ Jm Vcr1age von G. Hérth in Lrirzig istorr'TÖicnrn: „D er deut- schen Hrcbfchulcn Antheil am Kampfe gegen Frankreickx. Mit Uxitcrstüßnng drr1111iversirätsbrhérdcn [*erznchgeherr von Ludwig Bauer, 5tuc1, Jur.“ Dns Wrrk enthälr eixerhrrnfaM dcr Gefällt)- ncn, einen genauen Beriäké übeeric B:111ck_111g1_mg__de_r einxrln-xn Uni- rersitätcn an drm franzöüsxhen Feldzugr, eme 113111111117.“ Tabelle und ein Personcnvcrzeickzniß. Dem Vorworte entnehmen wir felgende sta- tistische Angaben: Ven dcn 13,765 Studenten, wrlche im Sommer-

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“semester 1870 an den dsutécben Hockythnlen immatrikmirt waren,

dienten 2745 unter der Wxsfe, 914 !rxrcn als Krankenpfleger oder Feld-Diakrnen [*e1chäxtt_g1. Ven den 150.) an den dcntychen Univers?- täten wirkenden Prefrnorcn, Drcenfen, Axsistcntcn xc. „führten 15 die Waffen, 253 [*cthäftigren Fick) mit drr Pflege drr Verwundcrcn. Dcr .ermst, welchen die dcuf1chen Hockysckzmen durch dcn Feldzug erlitten haben, beläuft sich auf 4 11niverütät§1ehrer und 248 Studenten.

_ Unter dem Ti_1c1 „Karten der Kriegsgräher um Meß“ crsrheinf hci G. Scriba cin Knr1enMrk. das für Viele von Interesse sein dürfte. Von den 15 Karten im Maszsknhe von 1 : 20.000, aus denrn das Werk bcétehen wird, sind soeben die 3 ersten Blätter mit Gräberliste ausgegeben wvrden. Die Karten sind in Lithographie durch die Zeichner Gaspari und Deins ausgeführt und zwar nach den detai1lirfen Croquis, welche für da:? Brzirkö-Präfidium gemach? wur- den; die Todtexxlisten smd in Buchdruck rerviclfälrigt, und die kor- reWrndirenden Nuxmnern geben die einzelnen Gräber und Denkmälrc