1873 / 73 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 24 Mar 1873 18:00:01 GMT) scan diff

"verlangt haben,“ wurden vom Regierungsstat'thalter in Begsei- tung zweier Gensd'armen die Civilstandsregrster abgenommen,

Dänemark. Kopenhagen, 19. März. Das Fol- kething seßte gestern die zweite Berathung *des StaatSbudgets fort. Auf den Voerurf, daß die Regierung die bekannte Sund- Lootienangelegenheit zu einem für die dänischen Lootsen wenig günstigen Abschluss gebracht habe, erwiderte der Minister-des Auswärtigen, Baron ijenörn-Lehn, daß er dem Finanzays- schuffe alle die Aufklämmgen gegeben habe, welche den Umstän- den nach, so “lange die Unterbandlungen 1chwebten, gegeben werden könnten. Niemand könne mehr als die Regierung bc- klagen, daß diese Sache noch nicht zu einem Abschluß gskommen sei. Man hege jedoch die feste Hoffnung, daß em sblclxx bald erfolgen Werde, da die stbwedisck)? Regierung bet fruheren ähnlichen Fäklen stets ein ivohlwollendcs Entgegcnxommexi __be- wiesen babe. - Aehnliche Erklärungen gab der Miirme:M1m|ter ab, indem er Hinzufügte, daß Seitens der Administration alles Mögliche gestbehen werde, um diese Angelegenheit zu ordnen und ekwaigen Mängeln dcr Geseßgebuug abzuhelfen, "

-- Jn dsm vom Könige approbirten Ueberschlage uber die Einnahmen und Angaben Islands M dcm Rech- nungSjahre vom 1. April bis 31. Dezember 1873 werden die Einnahmen“ auf 85,943 Rdl. 6 S1). veranschlagt, „PNF Welcher Summe 36,648 Ndl. «712? Znsckwß aus der Staatskaße zu be- trachten smd.

DKNY;bcI„Central-B[afiderAbgabeanGLWexbx-uiid Handels;Gcießg-21*u“iig 1133 Verwaltung in den Koniglich preußischen Staaten“ bat folgenden Inhalt: Aligemmxie Yßrwal- tungö-ngsnständc. Beamieti-Saiben, Bsstimmungén 11bcr_„di€ Pflichten, Rechte und sonstigen Verhältnisse der Beamten: Vcrsugungcn dcs Königlicbcn Finanz-Minist-ériums, die Annabme dcr Sixiicrsubernumcrare bcircffsub, vom 20. Januar 1873. Innere Giftbaiisveribaliung „11in Stcurrbsbördcn: Cirknlar-Verfiigung dss Königlichcii ananz-Mim- sti'riums, dic Vcrrcckmung bkn Besoldniigs-Ersbarniy1611betrksscnd, 130111 8. Fcbruar1873. Judirckte Sisucrn. NbgabM vpm Vsrkcbr" init dem AuslaUdc (Zoil- und Ucbcrgangs-Abgabsii)Z Cixklilar-Vexsn'gubg dxs Königlichen Fiimnz-Ministcrinms, dix Besugitix; dos Koiuglzch bayerischen vaénzoüamis 1. 311 Eger betri'sxc'nd, 110111 24. Janyar 18.73. Cirknlar-Vcrfiigung dss Königlicbcn _Fitmnz-Ministcriums, _dic» Errich- tung cines Königlicf) baykriichsn Ncbcnzoslamiz ]., Waswrburg am Bodenßa beiraffsnd, bom 3945611141171“ 1873. Kvmnnxnik.1timis-A1_1gab6n. Cirkular-Vcrfügnng dss Königlichen Finnixz-RäniiterinmTZ, dw Er- nctmung bon Reichs-Sck)iff9v6rmcssungs-Jn1bckixren 116118176119, pom 15. Fcbrngr1873. Snlzabgabc. Cirkular-Vcrsiigxmx; bes Koniglicbkn Finanz-Minisicriums, dic Vkrnbfolgung von Uiidxiiafxiriricin Pfannku- stcin in Stiicke'n cm Jabrikanicn und an Landwirts)? bktrbffsnb, 11.0731 14. Jan1inr1873. Cirkular-Vcrfiigung des Königlichen J1113nz-Mn1i- steriums, di? Befugnis; dcs Y_TEÖMZOUÜMWKL. „111 Kati'oibiß ['ONMWÖ- vom 9. Fkbwar 1873. Vcriiigxxnxxßdi'Z .Köntglnbcn Fiiiaiiz-Mimstc- riums, di? Tarifirung aus .)Tobr gcslßcbtsncx Waaxcn [*ktrqffxnd,_vo1n 21, Januar 1873. Bcrfügung dcs 5161691111166Finanz-Ministhiums, dic Tarifirmig bölzaxrncr Stnblgesicllx mii“ „scmxr Sck1nißarb61t ['L- trsffcnd, vom 21. Januar 1873, P€r19nal-C1)ronik.

Nr. 17 und 18 ch „Amtsblatis dcr Dcuiicbcn inchs- Postverwalfumi“ baben_ folgcudcn Inhalt: (Hensralvcrfnxzungcn vom 17. März 1873. Druck1achen und Waarsnbrobcn nacb Griechen-

Die R6ich§gescßgebung 111011 1870 bis Ende 1872.

In dM Nummern 47 und 48 der Besonderen Beilage des Jahrgangs 1870 diese?; Blattes ist eine Uebersicht der GLsLH; gebung des Norddeutschen Bundes und des Zollparlariients, nach Matcrien geordnet, gegeben, wekche ihren Abschlxxß Mit den biH zum Au-Zbruckze des KTZLJLH mit Frankreich publizirten Ge- seßen fand. . , ' ' *

Jm 2111fch1uß cm diesslbe geben nm; in gleicher Form eine weitere Uebersicht, welche die Gcseßgkbung ch Deutschen Reiche."; seit dessen Gründung und ihre Fortschritte bis zum Beginn des laufenden Jahres umfaßt. Abgesehen von M' Reichsverfassung selbst, sowie von der Ucberleitung der Ehemaligen Nordderttscheu Wixidesgestßgchng in den neuen Znstand dos RLichs und der Regslnng der gcseßlichen Verhältnisse von Elsaß-Lothiingen, be- trifft eine dsr Hanptgrnppen der legislatorisckyen Lciftungsn die VLL'WLUDUNJ der von Frankreich zu zahlenden Kriechntschädi- gung Weils zu dem Zweck, um Schäden anoZzugléickzen odcr Neu- gestaltungen zu bewirken, welche der Krieg veranlaßt hat, theils zu dem Zweck, um dem Gesammtreickienothwendige oder niißliche Eiurichtungen zu gründen und zu fördern. Mit dissem Theiss dcr Geseßgebung stcßt die Ordnung des Finanzhaushalts des Reiches im Mgften Zusammenhange und ist die Legislatur auf diesem Gebiete eine äußerst reichhaktige gewesen.

Gleichzeitig ist" es möglich getvcskn, anch die cinbeitlicbe Regelung der nach der Verfassung dem Reiche übsrtragenen Angelcgenbcitcn anzubabncn Und Weitor zu verfolgen. Es find nacb Nrjcbiedenen Ricbtungen hin unifaffsnde Gsskße, wie das Militärstrafgcseß, dic ScemmmSordnung, die Geießs iiber das Postwesen und Posttaxichen, di? Tklegraplxnordnung, das Ge- isß über die Auöprägung von,RcickWgoldmiinzcn u. s. w., sowie verschiedene Spezialgeseße privatrecl)tlic1)6n oder wirtl)jchastiichen Inhalts zu_Stande gekommkn. Durch eine REM von inter- nationalen Verträgen sind in_ nwbrfaébcr Richtung die Be- ziebnugon zwischen dem D61111ch9n Reiche und dem Anslande geordnet Wordcn. *

Die Bxfestigung und Ausbildung der durch die Reichs- vsrfaffung geschaffenen Institutionen, sowie die Ordmmg und Regelung dcr durck) denKrieg herbeigeführten außerordentlichen Vcrbäliniffe wird auch dic Thätigkeit des jklzt vsrsammsltsn Reichstages Wesentlich in Anspruch nehmen, theils fiir dsn Ab- sch1uß rex in MW Grundlagen bereits festgestCÜten, theils f6r die Schöpfung USUS? Einricksungcn. Es sind u.a. in LlnIsicbt genommen: die Regelung des Ergenthums-Verhältniffes an den mit den Verwaltungen der einzelnen Bundesstaaten an die Reictherwaltnng Übergegangenen Grundstücken, die Umgestal- tung des deutschen Festungssyftkms, die Gründung eines Reichs- Jnvalidenfonds, die anderweiÉe Organisation 'der Kriethmarine, ein allgemeines Militärgesexz, die Regelung der Kriegsleistungen, die Neugestaltung des Münzwescns, ein wesentlich vereinfachter Posttarif für Packet: und Werthsendungen, Aenderungen in der Stcuer-Geseßgebung u. s, m.

Im Nachfolgenden geben wir nunmehr eine übersichtliche Zusammensjellung der „sxit Mitte des Jahres 1870 publizirten Reictheseße xc. Hierbei 1st_zu bemerken, daß einzelne Verträge älteren Datums, welche erjt nach dieser Zeit ratifizirt wurden und deshalb in die frühcrexe Uebersicht nicht mit auf enommen werden konnten, der Vollstandigkeit wegen nachträglic? hier be- rücksichtigt worden sind: _

]. Geseßgebung zur Befreiung der wirthschaftlichen Verhältnisse. ' ]) Bewegung der Personen.

Ges. vom 4. Mai 1870, betreffend die Elzeschließung Und

die Beurkundung des Personenftan es von Bundes-

land 719 Oesterreich. renzen im Päckerxiverkehre nach dem Errichtung einer Kaiserlichen Obcr-éPostdirektion' in Hambuxg und anderiveiie Abgrenzung der Ober-Pos -Dire_ktionbeztrke Hannover, Kiel, Münster, Cassel, Braunschweig und Frankfurt am Mam. Vom 18. MärZ„1873. Verwechselung der OriEnamen Frankfurt am Main und “Jan furt an der Oder. Vom 19. März 1873. Zeitungsverkcbr.

om 16. März 1873. Gewichtporko "für Briefe mit Werthangabe nach Schweden

Vom 15. MärÄ 1873. Behandlung der Diffe- uslande. Vom 18. März 1873.

_ Kunst und Wiffeufchaft. '

„_ Frankfurt, 23. März. Jm Senckenbergischen Museum Ut gegenwärtig die ])1'. RosseUchx Sammlung von Artefakten aus dexi SchWcizcr*Pfahlbauten a119gestxÜt. EsFmd ans har- tem Gestein geschliffene Meisel und Beile'm Hwsckxgeivethfassxnig, eine Axt aus seltenem Nephrit, du*chbobrte steinerne Hammer, Psetlspißen und Messer au? Feuerstein, die Hälfte «iges Bogens aus Ebenholz, verschiedene Gerätbe zum Stechen und Naben aus Knocheii,_Korn- quetscher und Mahlsteine, verkohlter Weizen, Gcrsts, Gespinmte und GeWebe a_us Flachs, ein kaergewicht aus Thon, Scheyben vo_n ur- alter Töpferarbeit, das angebrannte, zugespißte Ende eines Pfahls. Von dsn als Nahrung vsrzehrtcn .Hmzs- un„d Jggdthiercn find vor- handen: eine große Anzahl Knochen, sammxlich eingejcblagen„um das Mark zu erhaltsn. Es eigen fich an dxnielbcn deutiiche Einschnitte von Feuersteinmesfern. lußcr Knochenrexten von„_ Hirschen, Och:en, Schweinen, Bären find anch zwei in*nschliche Schadelbeine und Hand- knöchclchcn in dieser intercssautcn Sammlung,

Verkehrs - Anstalten.

Berliix, 2]. März. Die am 24 Febru§r_d. I. zu Kopen- bagen Veröffentlichée Beilage zum Dantschcn Gewßblatte Nr. 5 von

1873 enthält eine Verordnung wcgen Erbebnng einer Leucht-_

feuerabgabe auf St. Thomas, Welche in dent1chcr Ucbkrscßung wie folgt lautet: _

Vérordmmg, betreffend die Crchung einer Feuerabgabe auf St. Thomas. '

Se. Ma'cstät der König habe:? a_Us die asicruntsrtbanigste Vor- stclluug dcs HFinanz-Ministcriums die iolgsnde vom Koloniairath für St. Thomas und St. Jan in Z.,Basmndlung am 22. Oktober 1872 angcnommene Vkrordmmg dsr _C'rvebung Einer Feusrabgabe auf St. Tliomas durä) Allsrböcbste Rewlniion vom 4. "Januar 1873 zu be- stätigcn gerubt: "

§. 1. Alle Schiffe von 50 Tons uni) darüber soklsn jedes Mal, Wenn fie den Hafen vcn St, Thomas anlqgsen, einc Fcncrabgabe von ein Vikrtsl Ccnt Westindi1cher Münze bar ngUter T_mz von der Tragfähigkeit jokes Sbiffss entrichkc'n, wäche Abgabe glLiÖZLlilg mit dsn iibriqkn dcm Schiffe oblicgendcn Abgaben an die Zongmincr auf Si.Tbo1nas zu znblcn ist, Bcfrsit von der g_edachxcn Abgabe sind Schiffe in re- gelmäßiger Fahrt zwischem dcn ivsUindiicben Jn1sln.

J 2. Diese Vcrordnung tritt vom Tage dsr Bekanntmachung,

an in “Kraft.

Aus dem Wolff'schen Tekegraphen-Buteau.

Posen, Monkag, 24. März. Die „Posener“ Und die „Ostdentsche Zeitung“, welche [)Luie Morgen nicbt erschienen find, werden von hcnte Abend ab eine gemeinschaftliche Normal:- ZcitUng achgeben, da bereits Sonnabend Abends sämmtliche Seßer bis auf etwa acht an den Offizinen aquetrcten waren. Die polnischen Zeitungen erscheinen regelmäßig 1vei1er.

angehörigen im Auslande. - Bund-GeseH-Blatt 1870, Nr. 45, S. 599-602. ,

Gss. vom 8. November 1871, betreffend die Einführung des Gesetzes des Norddeutschen Bundes vom 6. Juni 1870 über den UnterstüßUnch-wohnsiß in Württemberg und BadM. - R6ick)S:Ges.-Bl. 1871, Nr. 45, S. 391.

2) ErwerbTIfäbigkeit.

Ges. vom ]0. Novcmber 1871 Wegen Einfiihrung der (Hchrbs-Ordnung dss Norddenifthen Bundss Vom 21. Juni ISDF Württemberg und Baden. - R.-G.-V. 1871, Nr. 45,

Durck) disses Gesetz ist die norddeutsche GeWerbe-Ordmmg fiir Württcmbcrg nnd Baden zum 1. Januar 1872 in Kraft gejeßt Wordsu, mii AltölmsWle dss bffentlickxn und miiiidlichmi Ei11spruchsxierfabrens bei der Ertbcilung bon Konzsssioneu fiir «Werbliche Anlagen, das in Württemberg der erforderlichen TYo;]“.Wreitnngcn Halber bis zum ]. Juli sollte ausgsssßt bleiben ur en. , Ges. vom 12. Juni 1872 WLJLU Einfiifyrung dsr Ge- Werbe-Ordnung des Norddeutsckwn Bundes Vom 21. Juni 1869 in Bayern und Abänderung Liniger StrafbestimmungM dcr kaerbc=Ordnung. - 31.-G -B. 1872, Nr. 17, S. 170 bis 171. - In Bayern ist hierdnrck) die Gsiverbc-Ordnung mit 1. Januar 1873 in Kraft gesetzt. Indes; Jbl], solveit in Bayern die Gast- und Sclxnkwirthsckyaft und dsr Kloinhandcl mit gei- stigen Getränken sowie der Ansichank sclbsterzengtsr Getränks bisher frei von obrigkcitlicber Gsnelpnigung war, es auch zu- kiixiftig dabei sein Bevoendkn haben. Das Gesstz ändertz1igl€ich für das ganz? Reick) die StrafboU'cbriften der §§. 146-150 ab und 12131 den §. 153 mit dem seitdem erlassenen Strafgesetzbuch in Einklang.

Ges. Vom 19, Juni 1872 Wegen Einführung des §. 29 der Geiverbs-Ordnung (Vorschriften ngen der Approba- tiozien Aerzte, Zahnärzte, Thierärzfe Und Apotheker dA“ in Elwß-Lotbringen. - R.-G-B. 1872, Nr. 26, S. 350-351.

. '3) Geschäftlicher Verkehr und Rechtshülfe.

Geseß vom 19. Mai 1871, betreffend die Deklaration des §. 1 des Geseßes vom 4. Juli 1868 Über die privatrechtlicße Stellung der Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaf- ten. - R.:G.-B. 1871, Nr. 21, S. 101. - Es wird hierdurck) den eingetragenen Genossenschaften gestattet, mit Anderen als ihren Mitgliedern Geschäfte zu machen.

Ges. vom 7. Juni 1871, betreYend die Verbindlichkeit zum »Schadsncrsaß fiir die Eisenbahnen, Bergwerken :c. herbeigeführten Töd- tungen und *Körperverlelzungen. - .R.-G.-B. 1871, Nr. 25, S. 207 -209.

Ges. vom 8. Juni 1871, betreffend die Inhaberpapiere

mit Prämien. - R.-G.:B. 1871, Nr. 25, S. 210-211. -“

_ (5567110117 11. Dezember 1871, betreffend die Ausvelynung Jer Wirijnikeit des Geseßcs über die Gewährung der Rechtshulfe vom 21. Juni 1869 auf Exsaß-Lothringen.- R.-G.-B. 1871, Nr. 50, S. 445.

. Vexordnung vom 25. März 1872, betreffend den Verkehr mxt Apothek'erwaaren. - R.-G.-B.1872, Nr. 11, S. 85-89,“ - Dieselbe macht ZWei Verzeichniffe bekannt, eins vqn denjenigen Arzneien, Welche nur in Apotheken überhaupt fctlgehalten .und_ verkauft werden dürfen, und ein anderes der Droguen, die "im Kleinhandel nur von den Apothekern ver- kauft wcrden durfen. ;

. Ges. vom 16. Juni 1872, betreffend die Vcrlc'ingerun der Wirksamkeit des Gcseßcs über die Auögabébon Ban no- ten vom 27. März 1870. - R.:G.-B. 1872, Nr. 17, S. 169.

ei dem Betriebe von“

[ Genf, Montag, 24. März. Das Geseß, betreffend den katholischen Kultus wurde gestern mit 9081 gegen 151 Stim-

men durY das Volk angenommen. Die Ultramontanen ent-

“hielten | der Abstimmun '-

der Rückkehr Figueras abgehaltenen Ministerrathe ist der Be- schluß gefaßt, die energischstcn Maßregeln zur Aufrechterhaltu'ng der öffentlichen Ordnung zu treffen. Die in “einzelnen Gegenden von Estremadura aufgetretene sozialistisch?x Agitation darf Regie- nmgs-Mittheilungen zufolge als beseitigt angesehen werden. Unter den Mitgliedxrn der Permanenzkommisfion be'fanden sich die der alfonistiichen Parisi angehörigen Abgeordneten Esteban und Salveria, sowic Romero Ortez, welcher der nnionifjischen Partei angehört.

Madrid, Sonntag, 23. März. Der „Imparcial“ erwähnt einec; Gerüchts, woriack) ausländische Emiffäre in der Absicht hier angelangt seien, um den Umsturz der Gemeindeverfaffung und die Aufrichtung der Kommune herbeizuführen: - Bei dem Sißnnchgebäude der Nationalversammlu'ng fanden Volks-Lln- sammlungen statt, welche durch Truppen zerstreut wurden.

Madrid, Sonntag, 23. März. Gegen die hiesige städüsche Verwaltung war eine große Manifestation für Heute angekündigt, die indessen nicht zu Stande gekommen ist, da die Veranstakter der- selben nicht erschienen waren.

Königliche Schauspirie.

Dienstag, den 25. März. Im Opernhause. (73. Vor- stehung.) Viertes Gastspiel der italienischen Opern-Gcscllschaft dees Hrn. Pollini, unter Miéwirkung der Mad. Dézfiréze Nrtöt. Kapellmeister Sgr. Gouia. Dor Liebestrank. Komische Oper in 2 Abiheikungcn. Musik von Donizetti. Anfang 7 Uhr.

/

Hohe Prsisc.

Im Sclmnspieshanse. (83. AbonnsmentE-Vorstelkung.) Neu einftudirt: Köiiig Heinrick] der VZLÜL. (Zivciter Theik.) Schau= spiel in“ 5 Akten von Schakespearc, mit BMUHUNJ der Schicgek- Tiecksciien Uebkrstßnng „ftir die deutsche Bühne bcarbeijet von W. Occhélhänser. In Scene gcsth vom Direktor Hein. Anfang halb 7 1161“. Mitkcl-Preise'. -

Mittwoch, den 26. März. Im OkakthUse. (74. Bor- ftcllung.) SataneUa. Phantastisches Ballet in 3 Akten und 4 Bildern von P. Tagkioni. Musik von Pugni und Hertes. SatancÜa: Frl. David, Anfang 7 Uhr. Mittel-Prcise.

Im Schauspielhause. (84. AbbnnemenkH-Borstellung.) Ein Schritt vom Wege. LUstspief in 4 Akten von Ernst Wichert. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

E?- wird ersucht, die Mcldekarten (sowohl zu den Opern- haUH-, wie zu den SchauspiLlhach-VorsteUungen) in den Brief- kasten deS Opernhauses, welcher fick) am Nübau dsffelbén, gegen- über der katholischen Kirche, befindet, zu legen. Dieschriefkasten ist täglich für die Vorstcklungcn des folgenden Tages mir von 10 bis 12 Uhr Vokmittags geöffnet. Meldnngen um Thcater- BiÜetH im Bureau der General-Jntendantur oder an anderen Orten, werden als 11ich1 eingegangen angesehen und finden keine Beantwortung.

- Das Géftß Vom 27. März 1870, Welches die Verleihung neuer Privilegien zur AuSgabe bon Banknwten an ein Bun- dcög€sch knüpfte Und kündbare Privilsgien auf je einjährige Verlängerung bsicbränktc, galk-*-n11r bis zum 1. Juli 1872 und ist nnnmebr bis» 1. Juli 1873 berläxigsrt wordkn.

Jm Dicn-stgcbäude derKöniglichenStaatsdruckerei, Oranienstxaßc Nr. 94, waren am 21. und 22. März disjsnigen Erzeugnine dcs Jiistituts, Wiebe bestimmt sind, dasselbe auf der Wiemer Allgemeinkn WZLtaUsstcllung zu bsrtrctcn, zu einer pro- bijorisckxn Ausstellung znjammsngestcnt, und Hatte die Direktion Einladnngen, dieselbe in Augsnsöhcin zu nebmxxi, an vchrschiedene Perjbncn ergehen lassen. . Unter Bezugnahme auf den in Nr. 62 13. Bl. veröffentlichten ausFührlickyen Be- 1'ic1)t über die Thätigksit und den Betriebsumfang der König- lichen SiaaiSdrUcksrei sci bcmcrki“, das; die Anordnung der zur Nusstsllung gelangsndM Fabrikate in folgendcr Weise bewirkt ist. Disselben smd in fünf Gruppen eingetheilt, die in eben so viekcn Glasschränk'en aneinander gkreiht smd; diese smd oben mit einen in Holzschnißerei ornamenLirten Aufsaß versehen, dsr die Aufschrift in_goldensn Bnckstaben trägt: Königlich Preußische StaaW-Drnckcrci, unten auf einer mäßig breiten Tischplatte fußend, auf welcher probeweise einige gestähkte Kupferdruckplatten und auf photographischen! Wege herge- stellte Glasxegativc, von denen die ersteren die galva- nischen Niederschläge smd, nebst einigen werthvoklen, [and- wirthschaftlichcn Prachtwerken, die gleichfalls in der König- lichen SiaatSdrUckerei gedruckt smd, ihre Aufstellung gefunden haben. Das mittelste Jack] des Glasschrankes enthält die eigent- lichen Werthpapiere, in Art eines sogenannten Quodlibets darch- einander geworfen, von der einfachen Kaffenanweisung zu einem Thaler an bis zu den Staats: und anderen Banknoten zu den höchsten Beträgen. AÜe disse Papiere, die eine Arbeit von 25 Jahren repräscnüren, find auf Kartonpapier gezogen und mit d6m rothen Entwerthungsstempel versehen. Das nächste Fach zur rechten Seite zeigt allerlei künstliche Ornamentmuftcr der pantographisckzen und Guillochirmaschinen. Das- nächste Fach zur linken Seite enthält ei11€Kollckti0n aller hier fabrizirten Post-, Telegraphen-, Wechselstempel- und sonstigen Werthmarken. Von den beiden äußern Fächern ist das recht?- mit Drucken der General-Stach-KaÜen und wiffenschaftlichen Zwecken dienenden Karten angefüllt, das [inks aber mit Kopien von Bildwerken in einer neuen, ein Geheimnis; der Königlichen Staaksdruckcrei bildenden, Photographie und Kupfe'rdruck Utitxiiißnder verbinden- dLU MQhode. Die a119gestellten Blätter find eln litho raphisches Thierbild von Leutmann und zwei Kupferstiche: ein s [ummern- der Christusknabe, von Sandolfs, und die Madonna des Vin- cenzio von San Simignano, von Saravaglia, alle drei von den Originalen nicht zu unterscheiden. Mit Rücksicht auf noch einige nicht zu umgehende Vorarbeiten ist der Termin der Ab- sendung nach Wien noch auf kurze ZeithinauSgeschoben worden.

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Redaktion und Rendantur: Schivießer.

Berlin, Vi'rlag der Expedition (Kessel). Druck: H. Heiberg, ' Drei Beilagen (einschließlich der Hörsen-Beilagc).

Madrid, Sonntag, 23.911653, Abends. In einem nach ,

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:.

Königreich Preußen. Preußische Bank. Bekanntmachung.

Indkm ick) den nachstehcndcn Auszug aus dem Verwczl- tungöbericht dcr Preußischen Bank für .das Jahr 1872 gemaß §, 97 der Bankordnung vom 5. Oktober 1846 Hierdurch-zrir all emeinen Kenntnis; bringe, beftimme ick) zugleich, daß die

Za lung der Restdividende für das Jahr 1872 zum Betrage von „88 Thlr. 10 Sgr.“ _ gegen den betreffenden Dividendenschein vom 22. d. M?s„ab bei der Königlichen Hauptbank hierselbst, bei den Provinzial- Comtoiren zu Breslau, Ebln, Danzig, KönigHberg, Magheburg, Münster, Posen und Stettin, sowie bei den Kommanditen zu Aachen, Altona, Bielefeld, Bremen, Bromberg, Gaffel, Cobzenz, Cöslin, Crefeld, Dortmund, Düsseldorf, Elberfeld, Elbing, Em- den, Essen, Flensburg, Frankfurt a. Main., Villain, Frankfurt a. Ober, Gleiwiß, Glogau, Görliß, Graubenz, Hallea. S., Hannover, Insterburg, Kiel, Landsberg a. W., LiegniZ, Memel, Meß, Minden. Mülhausen i. E., Nordhausen, OMabrück, Siegen, Stral- sund, Straßburg i. E., Stolp, Thorn und Tilsit geleistetwerdx.

Der vollständige Bericht wird den BankentheikS-Eigüem 111 Berlin bei der Hauptbank im Archiv der Bankantbeile, in den Provinzen bei den vorgenannten Bankanstalten verabfolgt werden.

Berlin, den 21. März 1873. , _

Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Chef der Preußischmi Bank. Graf von Ißenpliß. A u s z u J aus dem Verwaltungsberichtder Preußischen Bank für das Iahr1872.

Die Geschäfts-Resultate des Jahres 1872 können im NÜJL- meinen als befriedigend bezeichnet werden. Zwar hat die In- dustrie unter der enormen Preissteigerung einiger Rohmaterialien, namentlich der Kohlen und des Eisen?- und unter den gespann- ten Arbeiter-Verhäktniffen schwer zu leiden gehabi. Indessen hat das einen weikerenAufschwmig der Geschäfte nichk gehindert, und daß die leßieren auch lohnend gewesen find, dafür liefert den besten Beweis die Thatsache, daß zahkreiche neue Fabriken ent- standen, oder die bestehenden ansehnlich erweitkrt worden find. Es haT nicht ausbleiben können, daß in einer so erregten Zeit nach eben erst erfolgter Bes2itigung der Fesseln deS Konzssßbnézwesens auch manche schwindelhafte Unternehmungen ans Tageslicht ge- treten find, denen die Preußische Bank nicht Vorschub [Listen durfte und nicht Vorschub geleistet hat. " _ .

Im Ganzen und Großen ist das Geschaft aber solid ge- blieben.. Zahlungseinstellungen von Bedeutnng sind fast nirgends vorgekommen und die Bank ist von Vexlusten völlig frei geblieben.

Der Gesammiumfaß dex Ba'nk hat fick) Lm Jahre 1872 auf 5991 Millionen und einschließlich der mit den Provinzial- Bankanstalien und anderen Behörden verrechneten Summen auf 9,284 Millionen Thaler belaufen, das find 2012 resp. 2918 Miklionen Thzler mehr als im Jahre 1871.

Der Zinsfuß betrug zu Anfang des Jahres 4 Prozent für Wechsel und 5 Prozent für Lombard-Darlehne. Am 16. Sep- tember mußte derselbe auf 5 resp. 6 Prozent erhöht werden, Die Ermäßigung auf den normalen Saß ist erst im Laufs dieses Jahres möglich gewesen. Im Durchschnitt deH ganzen Jahres bereckmet fick) der Diskont auf 4,29 Prozem, der Lombard-Zins- fuß auf 5,29 Prozent. ' . . _

An Banknoten smd durchschnittlich 2.533 Millionen Maler im Umkauf gewesen, ca. 506 Millionen Thaker mehr aks im Vorjahre. Sie waren im Durchsckgnitf des ganzen Jahres mit

. 68,28 Prozent durch Metall gedeckt.

' Der Reservefonds ist mit 6,000,000 Thlr. unverändert gebkieben. ' , _ .

An Wechseln wurden gekauft oder zur Einziehung übernommen 1,791,606 Stück über 13274 Millionen Thaler, gegen 1871 mehr in der Stückzahl, um 344,190 im Geldbe- trage um 446 MiUionen Thaler.

Der Gesammtgewinn aus dem Wechselgeschäft hat 1,606,803 Thlr. 13 Sgr. me_hr als 1871 betragen.

Von den am 31. Dezember 1872 im Bsstande gewesenen

Wechseln waren fällig: binnen 14 Tagen 58,163,000 Thkr. 91,181,000 60 144,131,000 90 180,594,000

An Lombard - Darlehneu wurden neu ertheili 275,000,000 Thlr., 86 Millionen Thaler mehr als im Vor- jahre. Am Schlusse des Jahres 1872 blieben 5078 Darlehne über 313 Millionen Thaler auSgeliehen. Die aus diesem Ge- schäft aufgekommenen Zinsen haben 116,000 Thlr. mehr als im Vorjahre betragen.

Die durchschnittliche Wechsel= 111111 Lombard:Nn- lage betrug 154,567,000 Thlr., 38 Millionen Thaler mehr als im Jahre 1871. ,

Von dem am 31. Dezember 1872 vorhandenen Vorrath an edlen Metallen in Barren und Sorten zum Beirage von

46.404,702 Thlr. 20 Sgr. 6 Pf. haben 71,174 Thlr. 11 Sgr.

6 Pf. abgeschrieben werden müffen, da die Entwerthung des Silbers noch weiferere Fortschritte gemacht hat. '

Der Rest des früheren Effekten-Bejtande's ist zu An- fang des Jahres 1872 verkauft worden. Die Bank hat daran 13,634 Thlr. gewonnen.“ Im Jahre 1871 betrug der Cfours- gewinn von verkauften Effekten 1,064,795 Thlr. und der Zinsen- gewinn 383,332 Thlr., also 1,434,493 Thlr. mehr als 1872.

Der Brutto-Gewinn pro 1872 hat betragen .................. Thlr. 7 „066,188. 8. -

Davon gehen ab: 8. dieVerwaltungs- * ' Thlr. 1,101,415.12. 6 ,

!) Zysteanit . ie epo en-

fit 623,143. 2.- 50,183.16.-

Zinsen 71,174.11. 6

ck

:. Frs Banknoten- n ertigung 41. Verlu taufSilber , 6. der eitrag zur Verzinsung der Anleihe von 1856 621,910. -. - . Thlr. 2,467 ,826. 12. -

bleibt Gewinn 3591174" ,'598,361."26.-

Zmii Deutschen Reichs-A 73. *

Montag, den 24. Mrz

Hiervon smd schon gezahlt, resp. zu reserviren: ' 1) die Zinsen vom Einschluß des Staats 2) die Zinsen vom Einschuß der Bankantheils- Eigner 3) fiir den Neubau des Dienstgebäu- des der Haupt- bank und deffen Einrichtung re- servirt 100,000 Thlr., abzügiick) der für zweifel- hafte Wechselsor- derungen weni-' ger zu reserviren- den 13,566 Thlr.

4 Sgr. bleiben Thlr.

Thlr. 66,533. 7. 6

900,000. -. -

&

86,433. 26. -

wovon die Hälfte mit . . . . ; . . . . an den Staat, dic andere Halfte zu- züglich der im vorigen Jahre unver- iheilk gebliebenen ............

7786 Thlr. bleiben für das nächste Jahr reservirt. Der Staat erhält: 3. an Zinscn von seinemEin- fck11ß-Kapital . 1). als Beitrag zur Verzinsung der Anleihe von __1856 . 6. die Hälfte des Reingewin- nes mit . . . .

66,533 Thlr. 7 Sgr.

1,772,697 Thlr. 11 Sgr. 6 überhaupt: 2,461,140 Thlr. 19 Sgr. -

ktiva.

Grundstücke . „_ .....

GrundstückH-Ankabfe zum Neubau eines Hauptbank- Gébiindes........_ , '

Wechsel=BeftärfiIZßUFw183,714,207 _ 1 ab iir wei e aste or-

LEUTUJM . . . . . 200,180 183514027, Lombard-Jordermigen. . "___ 31,669,770| Diverse Forderungen: ;

i ]

2,109,594 Thlr. 24 Sgr. ab hiervon fiir den Neubau des Haupt- bank-Gebändes und für die Eimichtung desselben 100,000 Thlr.. Zum Umlauf nicht mehr geeigneke Banknoten . . Diverse Effekten, und , zwar: ; diskontirte verloofte Ef- ; 331,588 4;-

fekten .........

„Effekten zum Course , ! 11,574 7-

277,331,419 231-

vom 31. Dezember .

Kaffenbestände ...... , Sikber in Barren 8,128,633,-i-- Gold in Barren und

Sorten '

Summa der Aktiva

? ! 3009594124-

' ! 1,086,392'15Z-

1 |

3,095,987

343,162

! : 38.204,875L: 323564948 “5"4"3",8"8""""3,820,2 „-

Passiva.

638,105120

ErsteBeilage _ * , nzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzetger.

Thlr. 1,052,967. 3. 6

und bleibt ierna ein Nein ewinn von Thkkf3,5457394. 22. 6 h ck] g 1,772,697. 1]. 6

1,755. 9. - mit Thlr. 1,774,452. 20. an die Bankantheil-Z-EiZner _fäklx. Die Bankantheil-Z = Eigner erhalten _. demgechß fur ]edxn Bank-Anthcik von 1000 Thlr. außer der; fur das erz'e und zweite Semester gezahlten 45 Thlr., als Rest-Dimdende 88 Thlr.. 10 Sgr. oder im Ganzen einen Ertrag von 131/_-.; pCt. (1871 128/10 pCt.)

6 Pf. 621,910 Thir. - Sgr. _ Pf.

Pf- Pf-

Bilanz der Preußischen Bank vom 31. Dezember 1872. '- A

** “"" “. „MF,- 1 . MM 7“ „ck “F“ „“ 1,057,820 F

161

-

2 .

!

...-_

Banknoten: . !

im Umlauf. . . . . . . . 311,531,020--

in den Bank-Kaffen . . . 135,351,000- - zum Umlauf nicht mehr | geeignet ......... 1,086,392 15

Depofiten-Kapitalien : 1 verzinsliche ........ 27 ,7 03,560, - unverzinslickze ....... 3,49012

447968412

27,707,050

Schuldige Depositen : 1 Zinsen .......... Bank-Antheils-Konto . . .

312,342

Reserve-Konto ...... Gewinn-Konto für den Staat .......... Guthaben Königlicher Kassen aus eingegange- nen Ueberschüffen . . . . Guthaben der Reichs- Haupt-Kaffe. . . '. . . . Giro-Verkehr : Guthaben der Giro-Inter- effenten ......... Unbezahlte Anweisungen. Diverse Forderungen . . . Dividenden-Konto . . . . Unverthcilte Extra - Divi- dende pro 1872 . -. . . 1,772,697, Hierzu der Rest aus 1871 1,755" Ueberbobene Zinsen und Ertrage .........

1,772,697

724,193 1,753,966 31,504,284 841,764

593,546 231 ,990

1,774,452

792.319 543,883,820

Summa der Pasfiva

20.000.000,

Staats-Aktiv-Kapital. . . 1906800,- 6,000,000-

12 23

11

9 7 16 25

20-

18.-

281“-

18 7 8. Yiehtamtliihes.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 24. März. Dem 44. KommuZnak- Landtag von A-ltpgmmern zu Stettin lag in seiner 6. Sißung vom 18. d. Mts. zunachst der Bericht des General-Direktors der Altpommerschen Land-Feuer-Sozietät vor, mit welchem derselbe unter Bezugnahme auf das 2. Alinecr des §. 6 des revidirten Reglement?- für die Feuer-Soztctät dcs platten Landes von Alt- pommern vom 17. Januar 1872 den Entwurf der Bedingungen für die Versicherung von"Mobi[ien bei der Llltpommerschen Land-Feuer-Sozietät zur Prufung und Feststeüung überreicht. - Der Referent v. d. Marwiß trug zunächst das Gutachten des Aussthuffes vor unter Bezugnahme auf den zum Protokolle überreächten abgedruckten Entwurf der Bedingungen für dieVer- sicherung von Mobilien bei dEr Altpommerschen Land-Feuer- Sozietät. Der Aussckwß hat bei den §§. 4 und 13 unwesent- liche Abänderungen und resp. Berichtigungen vorgeschlagen. Der Landtag erklärte fick) mit diesen Abänderungen einverstanden und nahm den vorgelegten gedruckten Entwurf der Bedingungen mit den Abänderungen des Ausschusses einßimmig 611 6106 an. - Dann referirte v. WedeÜ-Eremzow über ein Schreiben des Ober- Präfidenten vom 6. Juni 1872, mit welchem derselbe Abschrift eines Reskripts der Minister des Innern und der Filmnzen 1313111“ 29. Mai 3. 0. übersendet, wonach dem Concluso des 43. Kommunal - Landtages 3(] Prox). 0. 44 vom 16. April 1872, betreffend die Anfbringnng der Kosten zur Bestreitung der Bedürfnisse dss Landarmen-Ver- 11611663 von AltpomMrn auch nach dem 1. Januar 1873 nach dem bisherigen modifizirton Maßstabe der Einniobnorzafß die Ge- nebmigung nicht ertbéilt Werden kann, da die f€rner-: Bei- behaltung dieses Maßstabes dcr Absibt dcs Ausfiih- rungsaeseßes zum Bundesgsscßs über dM 1intc'rsti'1131mgs- Wohnsitz vom 8. März 1871 nicht entiprechn würde Und 50556111 auch nicht gestattet Werden könne, 1110941811 66 Der Erwägung des Kommunal-Landtages überlasscn bleibe, ob und inwieweit etwa mit Riicksicht auf besondsre Vßrbältniffe eine Modifikation des in _dcm Gescße aufgsstelltcn kegélmäßégM _VertHeilmngmaszstabes ftir wünschQnÖ-rvcrtl) zu Erachtsn iéin möchtk, WOÖLi jedoch von einer Mitbémnziebuug dsr Grund- stkuer nicbt abgesehen Werden dürfe.

Die Landstube hat bezüglich der Aufbringung der Kosten zur Bestreitung der Bedürfnisse des Landarmenerbandss bon Altpommern folgenden Vorschlag gemacht:

Die Vertheilung de_r Landarnien- und Irrenhaus : Beiträge erfolgt auf die Krci1e und die Stadk Stettin uack) Icrbältniß dsr in ihnen aufkomménden Halben G Und:, Gebäude- und GLWLWLÜEULV, der ganzen Klassen: und Ein: komincnstcuer, beziebnngsije der Mahl- und Scblacht- steuer nach Abzug des für di? Städts erhobenen Sieucr-Driitels (F". 70 des Geießes vom 8. März 1871). Bci den Städten mit Militär-Bebölkcrung ist von dsr Mahl- und Sck)lach1stener eine nach Verhältnis; der Militär-Bcvbike- rung zur Cibil-BWölkerung zu bem-eistnde Qnokc abzusetzsn. Von den Hiernach ermittélten Mahl- und Sck)lack)istCU€r-BC- trägén findet noch ein Abzug von 20 Prozent statt,“

Dieser Vorschlag, mit Welchem zuglcick) dA" Antrag der Stadt Stettin, daß sie aus dsm Landarmcnbérbands bon Alt- pommern entlassen und ihr gestattet werde, cim'n eigenen Land- armenverband zu bilden, abgelehnt Wil'd, bei'anlaßte kill? [cb- 1)aft€ Debatte.

Bei der Abstimmung wurde zuerst 1761“ Antrag der Stadt Stettin mit iibkrwiegender Majoritäi abgclkbnt. Demnächst Wurde die zweite Frage dahin xxestellrr ob DST RepartirionZ- Maßstab nach dem Vorschlage dsr Landstube angknommen Mr- den soll? Disse Frage wurde mit 28 gcgsn 10 Srimmen bs- jaht. Hieran anschließend, genehmigte dsr Landtag die Mehr- aussthreibung bon Landarmen-Beiträgcn bon 10,000 Thlr. pro 1873 und ermächtigte die Landstabe, cine gleiche Mebr-Aus- schreibung pro 1874 nach Bedürfnis; zu beschließen. -

Schließlich referirte v. Kleist - Nemiy Über ein Schreibsn dcs Ober-Präsidenten vom 6. Juni 1872, mit welchem derselbe Ab- schrift eines Erlasses des MinisterH des Innern vom 2. 951186. übersendet, betreffend:

1) mehrere Erinnerungen gegen die von dem 43. Kommu- nak-Landtage 311 Prox), 0. 45 beschissenen Reglement?- für die Landarmen-Auftalfen zu Neustettin und Ueckermünde,

2) die Herbeifüthg einer anderweitigen Beschlußfassnng Seitens des nächsten Kommunal-Landkages Und

3) die einstweilige F0r1fül)rung der Verwa[tung der Auftak- ten nach den bestehenden Reglements.

Der Landtag beschloß, die Beibehaltung der körpkrlickxn Züchti- gung in den Landarmen-Anstalten zu Neusteitin mid Uecker- münde ass eine zur Aufrechthaktung der Ordnung unentbehrliche KorrektionSmaf-„regcl aufrecht zu erhalten, da dieselbe noch in neuerer Zeit bei anderen Anstalten zugekaffcn worden sei und verblieb bei allen seinen bisherigen Vorschlägen nack] alle_n Rick): . tungen hin, soweit solche nicht von dem Minister genehmigt smd,

Bayern. München, 21. März. Prinz Ludwig und Prinzessin Alice von Hessen haben ihre Reisencxck) Italien fortgeseßt. Nack) der gestrigen Hofxafe1 hat der König de'llsék- ben, welche bei dem britischen Geschiäftsiragcr Morier abgestiegen waren, einen längeren Besuch abgestattet. . .

- Die Prinzen Leopold und Arnulf werden von der Reise in den Orient bis Ende dieses Monats hier zurücker- wariet. Am 14. d. M. wird dann die gesammte Familie Luit- pold zur Vermählungsseier Ties Prinzen Leopold mit der Erzherzogin Gisela nach Wien abreisen.

- Durch Krich-Ministeriak-Verordnung Werden für den Vortrag der inaktiven.Offiziere in den Listen und Büchern, namentlich Welche Offiziere als zur DiSpofition (3. D.) oder welche als außer Dienst (a. D.) stehend borzutrag-xn find, neue Bestimmungen erlas1_c'n, die auch für die im Offiziersrang stehenden Aerzte und Militärbeamten gleichmäßig in Anwendung zu treten haben. Der Voxtrag der Offiziere 813 511116 bleibt wie bisßer, gleichviel ob dieiclbcn in etatsnic'ißigen Stellen Dienste leisten oder nicht.

- Durch Königl. Entschließung warde der General-Major

;. D. Ph.Frhr.v.Diez mit Penswn verabschiedet.