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halten hatte, C9mmandeur_ der preußischen und deutschen Bundestruppexi m Sckzleswrg Holstein“; er fiegte 23. April mit diesen bet Schkeswrg, drang in* Jütland ein, legte aber schon Anxaiigs September dresen Oberbefehl nieder, um den- jenigen uber die Truppen m den Marken u übernehmen, welcher nunmehr glerchfalls seit fast 25 Ja ren (24 Jah- ren 6 Monaten) in densekben Händen ru t. 1849 bereits mit dem Hohen Orden vom Schwarzen Adler ekorirt, deffen Kanz- 1er General von Wrangel ist und zu dem er 1861 die Brillan- ten erhielt, wurde er unterm 3. November 1849 speziell noch mit dem General-Kommando des lll. Armee-Corps betraut, dessen Führung er 1857 mit der Stellung als Gouverneur von Berlin vertauschte. *
Schon im Jahre 1856 beging Freiherr „ von Wrangel die Feier seines sechszigjährigen Dienft-Iubiläums. bei welcher Gele- genheit ihm die Ernennung zum General-Feldmarschall durch Allerhöchste KabinetH-Ordre vom'15. August 1856 331 Theil wurde. Es war dem Feldmarschall vergönnt, (zuck), 111 dieser höchsten militärischen Ehrenstellung dem Heere bts ]eht' schon länger als anderthalb Jahrzehnte anzuge ören urid m ihr be- deutende Siege in den [ehten Feldzügen zu erkampfen. Am 15. Dezember 1863 wurde der General-Feldmarschal[ zum Ober- befehlshaber der zur Ausführung der Bundes-Exekution m Holstein zusammengezogenen verbündeten Truppen ernannt, an deren Spitze er die Operation gegen Dänemark bis nach “der Erstürmung der Düppeler Schanzen leitete. Von Seiner Majestät dem Könige in den Grafenstand erhoben, durch Se. Majestät den Kaiser von Oesterreich zum Inhaber des 1th seinen Namen tragenden 2. Küraffier- (jeht Dragoner-) Regiments ernannt und mit dem Commandeurkreuze des militärischen Maria- TherefienS-Ordens aUSgezeichnet, iraiGraf Wrangel seines hohen Alters wegen von dem Verhältniß als Oberkommandirender der Armee in Schleswig-«Holstein wie von dem als Gouverneur in Berlin zurück. Er übernahm wieder das Oberkommando in den Marken, wohnte noch 1866, jedoch ohne ein Kommando zu führen, einem Theile des Feldzuges bei und lebt seitdem in seltener, erst unmittelbar vor der bevorstehenden seltenen Jubel- feier vorübergehend angegriffenen Rüstigkeit in Berlin.
_ Das Staats-Minifterium irat heute zu einer Sitzung zusammen.
_ Die vereinigten Ausschüffe des Bundeßraths für Zoll- und Steuerwesen und für Elsaß-Lothringen, sowie für das Seewesen und für RechnungSwesen _ und der Ausschuß des- selben für 3011: und Steuerwesen hielten heute Sißungen ab.
_ Auf den Bericht der Ausschüsse für Zoll- und Steuer- wesen, sowie für Rechnungswesen, hat derBundeSrath in der Sihnng vom 18. d. M. beschlossen, daß von dem in dem ange- sehloffenen Altonaer Stadtgebiete zur Nackgverfteuerung gezo- genen Branntwein in Flaschen mit Rücksicht auf die Ge- ringfügigkeit der in Frage stehenden Abgabenbeträge ein Rabatt von 75 Prozent gewährr und von dem nach weiterem Abzuge der Erhebungskoften und der bewilligten Steuernachlaffe verblei- benden Reinertrage der erhobenen Nachsteuer 40 Prozent der Königlich preußischen Regierung überwiesen, die übrigen 60 Pro- zent aber zu den Einnahmen des Reichs verrechnet werden.
Ferner ist von dem Bundesrat? in derselben Sihung auf den Antrag der genannien Ausschüsse be chloffen worden, daß von dem schließlithen Rein-Erirage der Nachsteuer, welche in dem an- geschlossenen Gebietsiheile des Freihafenbezirks Brake erhoben wurde, 60 Prozent zu den Einnahmen des Reichs verreiYnet und 40 Prozenr zur Verfügung der Großherzoglich olden ur- gischen Regierung gestellt werden.
_ Dem Antrage des Präsidiums gemäß hat der Bundesrath in der Sihung vom 18. d. M. naoh Anhörung des Ausschusses für das Landheer und die Festun en beschlossen: 1) die Wirk,- samkeit der auf Grund des BestZluffes des Bundesraths des vormaligen Norddeutschen Bundes vom 21. Dezember 1868 er- richteten, zufolge Beschlusses des BundeSraihs vom 16. Novem- ber 1871 erweiterten Bundes =Schulkommission auf Bayern auszudehnen und der Königlich bayerischen Regierung die Berechtigung zuzngeftehen, der gedarhten Kommission ein stimmberecksigteéz Mitglied beizrwrdnen; 2) der Bundes-Srhul- koanisfion die Bezeichnung: „Reichs - Schulkommisfion“ zu ge cn.
_ Vor dem Bundes-Amte fiir das Heimathwesen stehen zum 31. d. Mis. fokgende Termine an: 1) Ortsarmen- verband Jetenburg contra Ort-ZUrmenverband Altona. 2) Land: armenverband der Provinz Posen aontra Ortsarmenverband Inowraclaw. 3) Ortsarmenverband Habe a. S. conira Land- armenverband der Provinz Sachsen. 4) Landarmenverband des Kreises Stallnpbnen contra Ortsarmenverband Trakehnen. 5) Ortsarmenverband Gilgenburg courra Orisarmenverband Neumark Westpr. 6) OrtHarmenverband Barmen aontra Laird- armenverband der Rheinprovinz. 7) Ortsarmenverband Char- lottenburg contra Ortsarmenverband Posen. 8) Ortsarmenver- band Parchim 001153 OricZarmenverband Wittstock. 9) Orts- armenverband Lübben 00711575 Ortsarmenverband Briesen. 10) Orts- armenverband Melle oovtka Ort;;armenverband Buer. 11) Orrs- armenverband Folgowo (30111171 Ortsarmenverband Culm. 12) Orts- armenverband Frankfurt a. O. 00nrr8 OrtSarmenverband Lebus.
_ Das Bundesamt für das Heimathwesen hat in einem Spezialfall die in dem Termin zur mündlichen Verhand- lung von einer “Partei vorgebrachten neuen Thatsachen
11th berücksichtigt.?I DIMZM' » UTM :?. ***3."““""1'-.:'
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_ Im ferneren Verlaufe der gestrigen Si ung des Reichsrages gab der Abg. Dr. Bamberger der Rei Hreaierung über die Fortschritte in der Einführung der Goldwährung in längerer Rede seine Befriedigung zu erkennen und sprach den Wunsch aus, es möchte auch Privaten die Genehmigung zur Errichtung von Münzstätten eriheilt werden. Nachdem dann noch Abg. Mohl einige Bedenken gegen die Einführung der reinen Goldwä rung geäußert hatte, wurde um 4§ Uhr die Dis- kussion vertagt. M
' Der heutigen (11.) Sißung des Reichstages wohnten am Tische des BundeSraths der Präsident Delbrück und andere Mitglieder des Bundeßrarhs bei. Zunächst erhielt das Wort der Nbg". Polk zur Be ründung folgender Interpellation:
Bezugltcl) der vom_ eichstage am 19. Juni 1872 gefaßten Re- solution ayf Vorlage emos GeseJZntwurfs über Ordnung der Civil- stands-Regtster „rst m der dem . eichstage am 14. März d. J. mit- getheilten Ueberiicht der vvm BundeSrathe auf Beschlüße des Reichs- taßs aus der Session 1872'gefaYen Entschließungen ie Eröffnung enthalten: „_Der Cniwuxf eines eießes, betrcFend die Beurkundung des Personenstapdes. tft mz Rerchkanzler-Amie auSgearbeitet.“
Da nun diese Mittheilung Weder über Zwecke und Plan des Eni- wurfs, noch uber dre Absichten der RcichEregierung bezüglich des
hält so erlauben fick) die Unierzeichneten an den Herrn Reichskanzler dre Änfrqge 11 stellen: . *.
„ Worm estebt nacb „Ziveck und Plan der nähere Inhalt des frag- lichen CniwurfSÄ-F Wird derselbe demnächst, und zwar no in der gerxeuFartl'tthn Sitzungsperiode, dem Reichstage zur Beschlu fassung an er ret e
Der Präsident Delbrück lehnte es ab, über den Inhalt der Vor- lage schon 1eßt Mittheilungen zu machen, da dieselbe" zur Zeit noch mcht dte Genehmigung Sr. Majestät des Kaisers erhalten habe. _ Der Reichstag nahm dann die gestern abgebrochene Debatte uber den Entwurf eines Münzgese es Wieder arif. Per Ab eordnete „Wilmanns war im 21 ge- znemen fur die Berat ung" der Vorlage im Plenum, was ]edoch nicht ausschließe, daß einzelne Bestimmungen derselben Gegenstand von Kommisfionsherathungen werdenkönnten, wäh- rend der Abg. Schön die Verweisung der ganzen Vorlang eme Kommission befürwortete, welchem Vorschlage der g.
GoZpeb beitrat. Bei Schluß des Blattes sprach Abg. Freiherr 1). Oz.
_ Se. Maieftär der Kaiser und König haben un- term 13. d. M. eme anderweite Organisation des Ingenieur- Corps befohlen. Nach derselben werden vom 1. Mai d. I. ab die Jngemeur-Inspektionen wie folgt vertheilt: ]. (Berlin): 1. Je- stungszInspektion (Königsberg) 1. Armee-C-orps, 2. Festungs- "Insp'ektwn (Drmzig) 1. und 11. Armee-Cyrps, 1. Pionier-Jn- spektwn (Berlin). _ 11. (Berlin): 3. Festungs-Inspektion (Po- sen) 7. und 171. Nrmee-Corps, 4. Festungs-Inspektion (Berlin) 111. und 17. „Armee-Corps, 2. Pionier-Inspektion (Magdeburg). _ 111. (Mainz): 5. Festungs-Jnspektion (Mainz) Kl., )(111., FUT, )(7. Armee-Corps, 6. Festun_s-Inspektion (Meß) 11111, 1117; Armee-Corps, 3. Pionier-Inspe tion (Straßburg). _ 117. (Coln): 7. Festungs-Inspektion (Cöln) 1711, 17111. Armee-Corps, 8._ Festungs-Inspektion (Altona) [F., )( Armee-Corps, 4. Pio- mer-Inspektion (Goblenz).
Das Ingenieur-Komite wird aus einem General-Major oder General-Lieutenant als Präses und 2 Abtheilungen unter Obersten bestehen, jede Abtheilung aus 2 Sektionen mit 2 aupt- leuten oder Premier-Lieutenants. Der einen Sektion ste t der Oberst, der anderen ein Stabsoffizier vor.
_ Se. Majestät der Kaiser und König haben die Wid- mung der von der Schriftsteüerin Emilie Schroeder hierselbst herausgegebenen Ueberseßung des Gedichts„1„'arr (13 la guerre“ von König Friedrich dem Großen anzunehmen geruht.
_ Am Sonntag Lätare, d. i. 27. März 1873, bestätigte Markgraf Otto den Gänsen Edlen Herren zu Putlih das erb- liche Ober-Marschallamt in der MarkBrandenburg. Nachdem dies Amt 500 Jahre lang ununterbrochen von der Familie Putlih aUSJeübt worden ist, haben Se. Majestät der Kais er und König, wie bereits amtlich gemeldet, den gegen- wärtigen ErbmarschaU der Kurmark Brandenburg, Eduard Gans Edlen Herrn“ zu Putliß, Mitglied des Herrenhauses, Domherrn zu Halberstadi, Hauptmann a. D., einen Veteranen von 1806 und 1813_1815, zum Wirklichen Geheimen Rath mit dem Prä- dikaie Excellenz ernannt.
Jhre Majestät die Kaiserin-Köiiigin hat diesem Gnadenbeweise das Geschenk einer großen Porzellanvase mit dem Portrait Sr. Majestät des Kaisers und Königs hinzugefügt.
_ Bis zum 8. März d.-I. waren in den Münzstätten des Deutschen Reichs in Zwänzigmarkftücken 392,196,000 Mark und in Zehnmarkstiicken 124,899,270 Mark aUSgeprägt worden; In der Woehe vom 9. bis 15. d. M. smd ferner ge- prägt m Zwanzigmarkftücken: in Berlin 4,804,420 Mark, in Hannover 2,498,780 Mark, in Frankfurt a_. M. 2,859,220 Mark, in München 1,598,260 Mark, in Dresden 747,920 Yarx, in Stuttgart 1,205,280 Mark und in Karlsruhe 399,120
ar.
Die Gesammtausprägung steÜt fich daher bis 15. März d. I. auf 531,208,270 Mark, wovon 406,309,000 Mark in Fixlaßizigmarkstücken Und 124,899,270 Mark in Zehnmarkstücken e 6 en.
_ Bei dem Reichskanzler Fürsten von Bismarck findet herzte Abend eine Reichstags-Soirée statt, zu weleher die Mit [ieder des BundeSrathes und des Reichstags, sowie die RaLLe und HülfSUrbeiter des Reichskanzler-Amts und des Aus- wärtigen Amtes eingeladen smd.
_ Nach §. 107 des Militär-Penfionsgesehos vom 27.Iuni 1871 (Reichsgeseßblatt Nr. 31 Seite 275) wird den im Civil- d1e_nste angesteüten Militär-Pensionären bei ihrem Aus- scheiden aus, diesem Dienste, wenn fie in demselben entweder gar keine oder eme geringere oder eine dem Betrage der Invaliden- Pension _nur gkeiche Civil-Penfion erdient haben, an Stelle der- selben die gesehliche Invaliden-Penfion aus Militär-Fonds wieder gewahrt und wenn dieselben in den von ihnen bekleideten Civil: steUen den Anspruch auf eine höhere. Penfion erworben haben, der Betrag der Invaliden = Pension hierauf in Anrechnung ge- bracht, Und mir der Mehrbetrag aus dem Civilfonds bestritten. Aus Veranlassung eines Spezialfälle? smd die Regierungen Seriens des F111a113=Ministers veranlaßt worden, in Zukunft bei deriYntragen arif Penfioniruug von im Civildienfte angestellten Militar-Penstonären hiernach zu verfahren, in den betreffenden Fallen den Betrag der Invaliden-Penfiou, welchen der zu Pen- siomren'de beim Eintritte in den Civildienft bezogen hat, genau zu ermrtteln rind in den dem Finanz-Ministerium einzureichendcn Pensions-Vor1ch[ags-Nachweisrmgen zu vermerken.
_ DerOberst und Abiheilungs-Chef im Kriegs-Ministerium vowCaprivi ist von seiner, Mitte dieses Monats nach dem wekftkhchen Tram =Depots angekretenen Dienstreise hierher zurück- ge e r.
_ _ Der General=Major und Commandeur der 14. KavaUerie- Brigade Prrn_z Heinrich - von Hessen und bei Rhein, Gr oßherzo gliche Ho h eit, ist von Düsseldorf hier eingetroffen.
, Bayern." Miinchen. 27. März.-*-- Heute Nachmittag hat bei Sr. Majestat wieder eine größere Hoftafek von vierzig Gedecken stattgefunden. Außer der Königin-Mutter waren die Prinzessin Elisabeth 'von Hessen, Prinz Otto mit Gefolge, die Hofchargen, der Minister des Aeußern v. Pfretzschner, ein großer. Theil der hießgen Generalität, mehrere ReichSräthe und Georgt-Rttter geladen,
_ Das Finanz-Ministerium hat dur En ollie un vom. 20. d. arif Grund der Bestimmung des (J.H'YesejzesffZMF3 283. April 1). I._die Kündigung des 5proz. Eisenbahn-Anlehens von 1866 „im Betrage von 5,007,400 fl. und Aufnahme eines 41proz; „E1senbahn-Anlehens im gleichen Betrage beschlossen. Den Glaubigern bleibt es freigestellt, die baare Heimzah1ung der
Zeitpunktes der Vorlage desselben an den Reichstag, Aufklärung ent-
fick] die Königliche Staats chuldentilgungs-«Kommis n die S - rung der Umwerhölung j _' zeit vorbehalten. fio M _ 28. März. (W. T. B.) General-Lieutenant Ritter
von Walther, CommandeUr der 3. Bayrischen Division, ift ,
in Genehmi urig seines Abschiedögesuchs zur DiSposition gestellt und vom K'mge unter Anerkennung seiner lang ähri en, mit Treue und Hingebung geleisteten Dienste durch erlei ung des Großkreuzes des Militär-Verdienstordens auSgezeichnet worden.
Nürnberg, 24. März. Der Königlich bayerische Kämmerer und, General-Lieutenant a. D. Karl Freiherr v. Lindenfels- Retslas ist heute hier verstorben.
. Sachsen. Dresden, 28. März. Der Erbprinz und dre Grbprtnzessin zu Hohenzollern find heute Nachmit- tag 21 Uhr nach Dessau abgereist.
Württemberg.. Stuttgart, 26. März. Der König hat sich heute a'uf einige Tage nach Bebenhausen begeben.
_ 27, Miirz. Das heute ausgegebene „Regierungs-Blatt“ Nr. 8 promrzlgtrt das Geseß über die Ausübung und Ablö- juiig ,der Weiderechre auf landwirthschaftlichen Grundstücken; so- Wie uber dre Ablösung der Waldweide-, Waldgräserei- und Waldstreu-Rechte, vom 26. März 1873. „
_ 28. Miirz. (W. T. B.) Der heutige Abend verlief vollkommen ruhig und dürften die bedauerlichen Vorgänge der letzter? Tage rhre Beendigung gefunden haben. Vorfichtshalber War indessen der Marktplatz von einer Abt eilung der Feuer- wehr und Militär heute noch besetzt. _ ie in Folge der ]eßtgen Eruuttelungen festgestellt ist, waren bei den Unruhen am 26. d. nur einzelne Arbeiter von auswärts zugegen; die Arbeiter aus. den Maschinenfabriken von Berg und Kanstatt haben fich bei denselben ar nicht betheiligt, Wonach die frühere betreffende Meldung zu erichtigen ist.
_Heffezt. Darmstadt, 27. März. (Fr. I.) Der in der gestrigen Sißuxrg der Landessynode gestellte Antrag des Mit- Zzlretdé Kraft uber das Verhältniß zwischen Staat und Kirche an e :
* „Inhaltlich des YUerhöchsten Ediktö vom 11, Juli 1870 die Berfqssung der eyangelqchen Kirche des Großherzogtbums betreskend, 1911 eine presbyieriale und synodale Verfassung dieser Kirche auf Grund kirchlicher Selbstarjdtgkeir herbeigeführt werden. Diese Selbständig- keit wurde aber. eme sehr geringe und äußerst unsichere sein, so lange mcht auf gesetzlichem Wegegiäber als bis xeßt fixirt ist, wie Weit die Grenzer! der Stagiögewalt tn kirchlichen Dingen ge en. Diese Grenzen 1an die Kirche nicht dem Staate ziehen, ste mü en durch Ge eß be- stmxmi Werden, da Das, rvas die Artikel 39 -44 der Ver assung daruber exrthalten, aÜzu unbestimmt ist* insbesondere fehlt es ganz an der ge1eßltchen Re elung dcr OberaufsiÉiIrechte des Staates über die Berwalinng des rrchenverznögens. Sol] daher die Verfasuug der evangelr1chexz Kirche el_ne feste, selbständige Bafis er alten, o bedarf es glLLÖZLZ'Ug einer genhlrchewRegelung der Staats oheitSrechte, um deren Beforderung zu bxiien dre Synode czlle. Veranlassung hat.“
Der unt der Prufung des Verfajsungs-EntWMfs betraute Ansichuß der Landessynode trat heute zum ersten Male zu- sammen.
_ Der Abg. Dumont hat den Antrag gestellt, das Geseß vom 22. November 1872, die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des Gemerndevoranschlags betreffend, aufzu- heben, oder doch einer Revision zu- unterziehen.
Braunsthlveig, 26. März. In der heutigen Sißung ,der Landesversammlung motivirte der Abg. Seyfertl) den von ihm gestellten selbständi en Antrag:
Die Lahdesrcgierung zr: er ucbext, bei dem _Ministerium des Han- dels rn Berlin dahm„zu Wirken, daß in Braunjchweig eine Filiale der preußiscbexi Brink errichtet Werde,_und der LandeSversammlung noch in dieser „“T-"tat, die geseßltchen Regelungen zur Vereinbarung vor ulegen, welche fiir Zu1assung der prxgßi (herr Bank im brauriichiveigiscsen Ge- bxete crsorderl1ch"1verden. “So te jedoch die rechtzeitige Einbringung dieser Vorlage wahrerid der Dauer der jetzigen Sißungen der Landes- versammlung unthunltch sem: den Ausschuß zu beauftragen, diese Be-
“stimmungen mit der Landeöregicrung zu vereinbaren.
" Der Antrag warde gehörig unterstüßt. Der Präsident er- klarte, daß er bei der muthmaizlick) nur noch kurzen Dauer der Verhandlungen den Antrag nichr erst einer Kommission iibcr- WLqen, sondern sofort im Plenum zur Verhandlung bringen werde und ernannte zum Referenten den Abg. Grafen v. Görß- WriSberg, zum Korreferenten den Abg. Reuter. '
Oesterreich-Ungarn. Wien, 27. März. Jm Abge- ordnetenhaus e legte der Handels-Minister die Gesehentwürfe, betreffend die Herstellung einer Eisenbahn von Rakoniß über Jechmß an emen geeigneten Pimkt der Pilsen-Priesener Bahn, ferner, Falkenczu (böhmisck)-iächfisck)e Grenze) bei Grasliß vor, der Fmrmz-Mmistrr einen Gesehentwurf iiber die den Erwerbs- rmd Wirthichaftsgenoffenschaften zukommenden Begünstigungen m- Aniehung der Stempel- und unmittelbaren Gebii ren. Die Geseßvorlage, betreffend die Einrichtung der .politi?chen VerWaltungsbehörden Wurde in zweiter und dritter Lesung an- geiwmmen. Die Regierungsrorlirge, betreffend die Eisenbahn Dwazzg-Pola mit den Zniatzanträgen Herbft's (zu §. 3) und Brestels, (zu §. .8) nebst der vom Ausschuffe beantragten Reso- lutwn m zweiter und dritter Lesung genehmigt. Der Gejeßentwuri über die Geschäftsordnung Wurde gleich- falls mit einigen Abänderungen angenommen. §. 4 des- se1ben [„unter über Antrag des Abg. Fux: „Im JaÜe der Un- grzlrtgkeitserklärung der Wahl einrs Abgeordneten, sowie in den Fallen des ? 18 des StaatSJrundgeseßes hat sofort eine Neu- wahl [tattzu inden. Ebenso hat eine Neuwahl einzutreten, wenn em Mitglied durch acht Tage entweder seinen Eintritt verzögert, oder ohne Urlaub, oder über die Urlaubszeit den Sitzungen des
Hauses fern bleibt, und der.,sofort nach Ablauf von acht Tagen
vom Präsidenten zu erlaffenden Aufforderung, binnen 14 Tagen zu erscheinen, oder seine Abwesenhert zu rechtfertigen, widrigen- falls' dasselbe als auszgetreten betrachtet würde, keine Folge leistet.“ Schlteßlich wurden Aussehußtvahlen vorgenommen.
7.28“ März. (W.T.B.), Das Abgeordnetenhaus hat dre Geseßvorlage über Bewrlkrgung einer neuen Lotterie- Anleihe für die Stadt Wien, sowie einer Anlelhe für den Donau- Oder-Kanal angenommenß
Pesth, _27. März., _Jm Abgeordnetenhause interpellirte Stepharr Majores den Minister des Innern wegen der Vorfälle im Nattomxltheater. Felix Lukfich überreichte einen Gesehentmurf wegen GYohung der Dtaten der Abgeordneten, Koloman Szell legte Berr te der Fmanz-Kommisfion vor. Bezüglich des Budget- geseßentwurfes wurde beschldffen, daß derselbe morgen Vormit- tags 10 Uhr von den Sektionen in Vorberathung gezogen wer- den soll. Das Haus Frhritt hierauf zur TageSordnung, nahm
gekündigten Kapitalien oder Obligationen 3a porteur des 43 ro . Eisenbahn-Anlehens von 1856 entgegen zu nehmen, .ddrk)p heckt
!
den Gesetzentwurf über “die Verlängerung der Indemmtät an, verwarf den Antrag des Immunitäts-Ausschusses in Betreff der
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[iefmmg Blasius Örbans an den Udvarhelyer Gerichtshof : Zuni? acceprxrte nach langer Debatte den Antrag Hoffmanns, b- treffs einer Untersuchung der rechtlichen Natur der unter der- Bmvaltung des Kultus-Minifters stehenden Fonds und Fun-
Die in dem heute vorgelegten Budgetgesehe enthaltenen Hauptsummen sind folgende: Ordentliche NuSgaben 207 ,186,57 2 fl., ordentliche Einnahmen 203,169,405 fl., ordentliches Defizit 3,717,167 fl., außerordentliches Defizit und AuSgaben für Kredit- operationen 56,572,398 fl. Die außerordentlichen und durch Kreditoperationen erfolgenden Einnahmen, mit dem Reste des 30-Millionen-Anlehens und mit 'enem Theile des Restes des 54-Millionen - Anlehcns vom Iadre 1872, welcher nach der Deckung der unbezahlten Schulden vom Jahre 1871 und des Defizits von 1872 verbleibt, betragen 45.488,948 fl., daher das noch unbedeckte Defizit fich mit 11,083,450 fl. und das gesammte Defizit mit 14,800,617 fl. beziffert.
Schweiz. Genf, 28. März. (W. T. B.) Mermillod hat von Ferney aus einen abermaligen Protest gegen das neue KultuSgeseh an den hiesigen Regierungsrarh gerichtet; er be- hauptet in demselben, daß die 6000 Bürger, wel e fich der Abstimmung über dieses Geseß enthalten hätten, dur ihn repra- sentirt würden.
Großbritannien und Irland. London, 27. März. Die Königin wird am nächsten Dienstag der Hauptstadi mix der einen mehrtägigen Besuch abstatten und dann nach Wtridsor zurückkehren. Am 9. April wird der Hof nach Osborne uber-
edeln.
ß _ Der Herzog von Teck ist gestern von Siuttgart zu- rückgekehrt, nachdem er auf der Heimreise dem König und der Königin der Niederlande einen Besuch abgestattet hatte.
_ Die Prinzessin Amalie von Württemberg'kam gestern von Calais in Dover an und wurde vom Prinzen Arthur am Ausschiffung-Zplahe empfangen. Später sehie Ihre Königliche Hoheit die Reise nach London forX. _
_ Der türkische Batsrhafter, Musurus Pascha, ift nebst Familie von Konstantinopel nach London zurückgekehrt und hat seine diplomatischen Funktionen wieder aufgenommen.
_ Der Lord-Mayor Sir Sydney Waterlow gab gestern Abend in der prachtvokl geschmückten ägyptischen Halle des Manfion-House 200 Provinzial-Mahors, darunter der'Lord- Provost von Edinburgh und der Lord-Mahor von 'D„ub[m, em großes Bankett. Außer diesen städtischen Würdentragern wa- ren der Premier-Minister, der Lord-Kanzler, der SchaH-Kanzler, mehrere andere Mitglieder des Kabinetts, und von Sexten des eingeladenen diplomatischen Corps der französische Botschaxter, Graf d'Harcourt, und die Gesandten Amerikas, Italiens, Dane- marks, Schwedens, Spaniens, Japans und der Niederlande zu- gegen. Einen politischen Charakter trug die Festversammlung nicht, und nur der Premier - Minister Gladstone, wekcher den Trinkspruch auf das Wohl der Kabinets-Minifter beantwortete, lenkte in einigen mit großem Beifal! aufgenommenen Worten die Aufmerisamkeit auf die jüngste Ministerkrifis. '
_ Ein Telegramm aus Calcutta vom 25. d. meldet: In heutiger Sitzung des legislativen Rathes kündigte der Vize- König an, daß die Regierung beschlossen hätte, die Einkommen- steuer nicht wieder aufzuerlegen, _
_ 28. März. (W. T. B.) Im Unterhaus e erklarte hegte auf eine Anfrage Denisons der Staats-Sekrerär „des Auskocnr- iigen, Viscount Enfield, die Regierung sei noch 111 fortgesehter Verhandlung mit den Seemächien über die Frage der Suez- Kanalzblle begriffen und habe den englischen Botschafter in Konstantinopel angewiesen, während dessen der Interessen der englischen Rheder fich aufs Eifrigste anzunehmen.
Frankreich. Paris, 27. März. Das „Journal officie1“ veröffentlicht die Ernennung des Bischof von Nevers, Idr- cade, zum Erzbischof von Aix und die des General-Vicar von Saint Pierre und Port de France (MartiniqUe), Abbe B(anger, zum Bischof von Baffelerre (Guadeloupe). '
_ Der oberste Kriegsrath hat fich heute, wie „Avenir National“ meldet, versammelt, um über die Befestigungeöarberten längs der neuen Greiize zu konferiren. Der Rath har fich haupi- sächlich mit einem bei Bekfort zu errichtenden befestigten Lager beschäftigt. , _
_ Aus Rivefaltes, 27. März, wird telegraphnr: „Die Operationen bei der Ziehung der Militärpflichiigeri wurden gestern durch einige Ruhestörungen unterbrochen. Die Gensd'armen wurden mit Steinwürfeu empfangen und der Hauptmann der- sekben "leicht verwundet. Die Gensd'armen machten darauf Ge- brauch von ihren Waffen, was einen Todien und mehrere Ver- wundete znr Folge hatte. Eine gewisse Aufregung herrsrht unter der Bevölkerung. Truppen find aus Perpignan angelangt und eine Untersuchung ist eingeleitet. Mehrere Verhaftungen fanden statt. Die Pomyiers wurden entwaffnet.“ '
_ 28. März. (W. T. B.) Der Rücktritt des hiesigen spanischen Gesandten Olozaga von seinenr Posten wird von dem ,Moniteur“ mit dem Hinzufügen bestätigt, ' daß 'der- sekbe nur so lange seine Funktionen fortzuführen, eizigewrlligt gehabr habe, aks die spanische Republik 81116 umtarrsche und konservative sein würde. Die spanische Regierung habe vergeb- lich Versuche gemacht, ihn von seinem Ruckrrtttsentsch1uffe abzrr- bringen und sei in großer Verlegenheit, emen NZchfolger fur denselben zu finden. Dieselbe habe bei dem Prafidentennder Republik sondirrn (affen, ob ihm Orense genehnz sem wurde, derselbe sei aber einer Erklärung darüber arrsgewichen. . “
Versaikles, 28. März. (W. T. B.) DLL Patronat- versammlung hal heute beschlossen, vom 6. April d. I. _ab bis zum 19. Mai Ferien eintreten zu laffen._ Der Yepunrte Gavini meldete eine Anfrage an das Ministerium cin, uber das Verbot des Verkaufs einer bonapartiftischen Zeitung m MarsetUe.
“ Italien. Rom, 24. März. Die Kommii1ion fur das Geieß über die religiösen Genossenschaftewhat am 22. die Berathung der einzelnen Artikel zu Ende gefiihrt. _ BeiErneuerung des Vorstandes des Privat-„Komrtes der Kamm er find bisher der Präsident und zwei Sekretäre aus der Rechten gewählt. „ _ „ , _ 25. März, Die Kaiserin von Rußland, die vorgestern m Sorrent eingetroffen ist, hat die ihr zugedachte Ehreziwache abgelehnt. Die Jacht Ihrer Majestät liegt im Militarhafen von Neapel vor Anker. „
_ Der Geschäftsträger der Republik Monte- Video, Perez Gemar, ist hier eingetroffen, um die Unter- bandlungen über die bekanntlich seit mehreren Jahren zwtschen Italien und der südamerikanischen Republik schwebenden Streit- fragen wieder aufzunehmen. *
_ Der brrtisch=italienische Auslieferungsver-
hatten ihre7 Veranlassung in den hohen Kommunalsteuern, welche die dortige Gemeindeverrvaltung" der Bevölkerung des Municipiums auferlegt hatte. Es sind uber 40 Personen ver- haftet worden, darunter der zweite Burgerizzet'ster. . ' _ 20,000 Arbeiter find am Po beschaftigt, um dre beschä- digten Einfriedigungen herzustellen. 'Der letzte Dammbruch hat einen Schaden von mehreren MiÜtonen Lire angerichtet.
Türkei. Konstantinopel, 28. März. Die Prinzen Arnulf und Leopold von Bayern sind uber Odessa nach Wien abgereist. _ ,
' _ Die „Banque Imperiale“ hat, wie officrell verlautet, die neue Anleihe von 50 Millionen rznter der Bedingrxng übernommen, daß dieselbe in 5 Jahren m getrennten Serien zur Einzahlung gelangt und daß von der Bank auf Anweiszmg der Regierung Zahlungen für die Eisenbahnbarzten gelerstet Werden. Die Bank hat die erste Serre von Z Mixlionen, ruck- zahlbar in 12 MonatSraten zum Course von 63 ubernommen.
Dänemark. Kopenhagen, 26. März. erterm18.März ist ein Königliches Patent über eine am 20. Iult in Kopenhagen zwischen dem dänischen Minister des Aeußerrr, Lehnsbaron Rosenörn-Lehn und dem Gesandten der Vereinigten Staaten, Dr. phil. M. I. Cramer, ab eschloffene und bestätigte Kon- vention erschienen, welche ie |aatsbürgerliche Steklung be- stimmt, die den dänischen Unterthemen angewxesen wird, wenn sie nach den Vereinigten Staaten von Amerika ausgewandert find oder in Zukunft dorthin auswandern werden, sowie auch der Bürger dieser Staaten, welche nach Dänemark auswandern oder auszgewandert find. Die Konvention bestimmt, daß dänische Unterthanen, welche als amerikanische Bürger naturalifiri wor- den smd, von der dänischen Regierung in jeder Bezie- hung als solche angesehen werden sollen und umgekehrt. Nimmt ein dänischer Unterthan, welcher in den Ver- einigten Staaten naturalistrt worden ist, wieder Aufent- hakt in Dänemark, dann kann die dänische Regierung auf seiFVerlangerr hin ihm die Eigenschaft als dänischen Bür- ger wiedergeben, und nimmt er in Dänemark Aufenthalt, ohne die Absicht zu hegen, nach den Vereinigten Staaten zurückzu- kehren, soll es anzusehen sein, als habe er seine dort erworbene Naturalisation aufgegeben. Dieselben Bestimmungen gelten für frühere amerikanische Bürger in Dänemark. Die Abstchk, nicht wieder zurückzukehren, so!] als vorhanden betrachtetwerden, wenn eine Person, welche dem einen Lande naturalifirt worden ist, fich länger als 2 Jahre in dem anderen aufhält. Die Konvention be ält ihre Giiltigkeit in 10 Jahren und zwar bei sechsmonat- li er Kündigung. ' _ Der Ges ehvors chlag wegen Abhaltung eines Uebungs- [agers im Finanzjahre 1873_74 wurde in der heutigen Folkx thingsfihung bei dritter Behandlung ohne Diskussion mit 72 Stimmen gegen 4 angenommen. _ 28. März. (W. T. B.) Die Linke des Folke- things, welche die Berathung verschiedener Gesehvorlagen durch den Antrag auf Annahme einer Tagesordnung beseitigt hatke, wekche die Unmöglichkeit eines Zusammenwirkenszmir dem gegen- wärtigen Ministerium geradezu aussprach, beabsichtigt, demnächst den Antrag auf Erlaß einer förmlichen Mißtrauensadreffe gegen das Ministerium einzubringen.
_ Ein zweites Telegramm von demsekben Tage melder: Im Folkethizrg ist heute der Entwurf einer Mißtrauensadreffe ge en das Ministerium eingebracht worden, in welcher nament- lich1 hervorgehoben wird, dn.ß als das geeignetste Mittel zur Kräftigung des nationalen Bandes eine kräftige Entwickelung der inneren Verhältnisse angesehen werden miiffe und daß da- durch auch die Aufgabe der dänischen Regierung in Bezug (UZ eine befriedigende Lösung der schleswigschen Frage wesentli erleichtert werden würde. Das jehige Ministerium harmonire aber in seinen Ansichten nicht mit denjenigen der Mehrheit des Folkething; es sei daher die Pflicht des Lehteren, diese Thatsache dem Könige zur Kenniniß zu bringen.
Kunst und Wissenschaft. Berlin,.29. März. Die hiesige Historische Gesellschaft
ist vor einem Jahre von einigen Lehrern an höheren Schulen_zu dern
wecke gegründet Werden, ihre Mitgliedcr durch Vyrtrage “uber die . orischritte auf den verschiedenen Gebieten der Gesch1chte orteniiri zu halten. Die Vorträge finden monatlich emmch stati und_betreffen theils eigene orschungen des Vortragenden, „theils fi_nd sic reserirender NatUr. Jm [nschluß hieran ericheint demnachst bei N. Gartner eme Zeitschrift in vierteljäbr'lichen Heften unter dem Titel: Mittheilungen aus der historisthen Literatur, welche durch Referate, Jnhaltöauszch'e und vergleichende Zu1atnmensiellungcn dcr Wichtigsten neuen Erstber- nungen auch Weiteren Kreisen die immer. schwrertgrr Werdende Ueber- ficht über die geschichtliche Literatur „erleichtern Will.“ Die Redaktion derselben liegf in den bewährien Hunderx dcs Profe sor Foß. Ueber weitere Veröffentlichungeri des Vereins qt die.,BejulußfaffunZ „noch Vorbehalten Worden. Gäste, durch Mitglieder eingefuhrt, find er den Sißungen willkommen. '
_ Der Verein der Kunsifreunde im p'reußiichßxrz Staate bringt der [eßixvikligcrx Bestimmung des Stifters gemax; zur öffentlichen Kenntni , daß _cr m feiner _Generalver1amm. lung vom 19. März an den Vorichwg des Vorstandes und Aus- schusses beschlossen hat, folgenden Kiznstlern: „dem Professor _Gude 11) Karlsruhe, in Anerkennung seiner Letst_ungen it] der Landirbastsmalcrecu und namentlich seines auf der voriährrgen großsn Ausstellung befindlich gewesenen Bildes „Norivcghcber ijrd“; der_n Bildhauer Henze in DreZden, in Anerkennung seiner auf der groZen _Yusxtellung von _1870 befindlich geroesenen schönen Figur „Arina, ursurstm v_0n Sach1en“; dem Kupferstecher Sachse in Verla), M Anerkennung seines trefflichen Stichs in Linienmanier nach dem Bilde Von G. Spangenberg „m de_r Dämmerung“, die Preise aus dem Legat der von Seydlrßsrhen Strk- tung zu ertheilcn.
London, 26. März. Die Londoner Ge1e1ljcbaft zur Er- forschung von Y_lkerkbümern (Zomeby 0FÜUk1qU81'1é-JJ) wandte fich unlängst in Versolg eines in ihrer leßten Versammlung angenom- menen Beschlusses durch ihren Praßdenien, Lord Stanhope, an_ den Schatzkanler mit dem Gesuche, die Erforschung der Graber beilTr02a FUT: ?StaFtsFFsxen Zornkélxllé zu lasjen. Der Schaßkanz- ler )at daran ogen e .n wo er )ct : „ ,
„11, DoWning-streei, Whitehall, 10. Marz 1873. Mylord! Ich bestätige den Empfang eines Briefes, rn Welchem Ew. Lordsrbaft als_ Präfident der Society of Ünbiquarjeß die Erforschung der Graber _aus und in der Umrunde der Ebenen des Tread quf Stagtskosten emyselp len. Der Zweck dieses Unternehmens folk, ww es heißt, die Erlaujie- rung der noch immer ehr zwerfelhgfiext Geqcyden sem. Byr mehr als 1800 Jahren chrieb em wchher Dichter vpn Troxa „121513111 ])eriers minus“, EW. LordsÖÜft Cltirt al? emen einschlagen- den Jau die Erforschung des Textipels von Ephe]us. Dieses Werk wurde von den Kuratoren des Brittfh-Mufeums mcht zum Zwecke der Ermittelung der Lage oder der Form des Tempels„_ Zwecke ganz außerhalb des Bereiches der Pflichten derKuratorew- sondern wegen solcher Reliquien antiker Kunst, dre unter den Ruinen vergraben ge- funden werden durften, unternommen. Die Ermittel'ung der Lage war ein bloßer Zufal]; der Hauptzweck war dre Erwerbung
trag ist dieser Ta e ratificirt worden. _ Die in esta Arunca ausgebrochenen Unruhen
antiker Statuen und architektonischer Gcgenst"nde. Dasselbe znag von den Audgrabungen in Vudrum, Prrene, hodos und Halrcar-
nassus gesagt werden. Was den Fall in Betreff des Troad anbe- trifft, so zst wenig oder keine Chance vorhanden, tr end welches Be- fißthum fur das Publisum, das die Mühe der Nach2ucbung veraelteu würde, zu erwerben und der Fall mu demnach nacb seinen eigenen Verdiensten und, ohne Bezugnahme (zu die Nachforschungen der Ku- ratoren des British-Museums beurthetlt Werden. Es fragt ich dann, ob Außgrabungen, die zu dem Behufe unternßmmen werden, um ie Jliade zn illustriren, ein geeigneter Gegenstand fur die_VcrauSgabung öffent- liéber Gelder sind. Es_tbut mir leid, zusagen, dax; dies memes Erachtens nach nieht der all ist. Es ist ein neuer Quell von Unkosten. Es hat keinen prakti chen_ Zweck, sondern zielt auf die Befriedigung der Neugierde Solcher hm, welche gxauben, daß die Erzählung Homers eine Wahre Geschrcbte und _mcht dre Schöpfung einer dichteriychen Cin- bildunaskraft ist. Aber wahrend [ck bedauere, außer Stande zu sein, Ew. Lordscbaft Vorschlagen stattzugeben, erlaube ich mir, einen Weg vorzuschlagen, durck) welchen das Geld beychafft werden mag. Man sagt, daß der" Schulkuaben-Cnthufiquus Europas Griechenland von der Turker befreite.- _ Ist mcht _der litera- rische Enthusiaömus Englands dem Uniernehmen gewachien, Schau- pläße zu erforschen, die der Phaniafie emes Jeden, der eM'klasfis e Erziehung gegossen hat, stets wreder beisaUen? Der , ily Te -
“Lravlst erforstht mit meiner her lichen Zustimmung ohne jeden Zu-
cbu“ aus dem Staatsfäckel „die ebeimnisse,_ die unter dert Wällen von eiopotamien vergraben liegen. Soll es ge1ägtwerden, daß eme An- zahl reicher englischer CdeÜeute und Herren kein besseres AuskunftStnittek für die Befriedigung einer liberalen Neugierde finden kann, als den Schatz- kanzler u ermchen, zu ihrer Genugthuung Gelder zy verwmden, die den Verdienéten der AermFten des Gememwe1ens erpreßt wurden: Jeb bx- dauere aufrichtig, daß der Geist des erodas Atticus mcht-auf_d_re Neuzeit [)erniederaesiiegen ist und bin ü erzeugt, daß, wenn die Halfte der Energie, die Versuche, Hülfe von der Regierung zu erzxelcn,' ge- widnzet wird,_dazu hergege en würde, um einen Geist der Privat- mum"z_enz zu ichaffen, die_1e und viele ähnliche Zwecke mit der äußer- sten etcbiigkeit und Vollständigkeit erreicht Werden dürften. Ich yer- bleibe, Mylord, Jhr gehoriamer Diener Robert LOWe.“ An den Carl von Stanhope.“
_ Nachrichten von „der Westküste Afrikas zufolge soÜte die uc? Aufsuchung ])r. Livingstone's auSgesandte Expeditiowunier Züwung des Lieutenants Young am 10. Februar vom Kengo m das
nnere aufbrechen.“
Landtvirthfchaft.
Leipzig, 28.Mär. Von heute ab hat der biefigeGef'lügek- züchter-Verein eine is mit dem 31. d. M. andauernde Ausstel- lung von Geflügeln aller Art im Triatzon des Schüseuhauses er- öffnet, Dcr gedruckte Katalog zählt aklem 670 Nummern auf, von welchen 131 auf vorschiedene Hühner, 39 aufZier-, Wasser- und Sing- vögel und 483 Nummern (zus Tauben kornmen. „Daneben wird eine in voller Thätigkeit befindlcche Brutmascbme gezeigt.
Kopenhagen, 29. März. (W. T. B.) Die Maßregeln gegen die Einschleppung der Rinderpest sind Großbritannien gegen- über heute aufgehoben Worden.
. GeWerbe und Handel. _ Der AufsichtSratb der Deutsch en Grund kredit-Bank zu Gotha wird die Verrl eilung_von 9Z Prozent Dividende der Ge- neralversammlung in Vors lag bringen.
Verkehrs = Anstalten.
_ Der Mastenkrahn neben der neuen_ BerLiner Verbindun s- bahn bei Treptow wird wegen einer nothwendtgen _Reparatrxr fur ie Zeit vom 1. "bis ei111chließlich 10. April d. J. außer Diemt gesteÜk.
_ Die Eisenbahn zwischen Halberstadt und Blanken- burg wird am 1. 1. M. eröffnet.
Altenburg, 27. März. Die von der Herzochben SiaaPregie- rung einem durch die Herren Oetingshausen und Kubwin Berlin ver- tretenen Komite unter dem 28. November v. J. _ertherlte Erlaubnis; zur Vornahme von Vorarbeiten für den" Bau einer. von Berkxn über Torgau nach Altenburg fnhrenden Eisenbahn ist wieder zurückgezogen worden.
Aus dem Wolff'schen Telegraphen-Bureau.
Braunschweig, Freitag, 28. März. (Verspätet ein- getroffen.) In Folge der zwischen Regierung und Landes- versammlung früher in vertraulichen Verhandlungen erfolgten Vereinbarung ist heute der Landesversammlung in öffent- [icher Sißung folgender Gesehentwurf mit Kommiffions- bericht vorgelegt worden: Von Gottes Gnaden, Wir, Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg rc. erlassen mir Zustimmung der Landesversammlung das nachfolgende Gesetz. Um Vorsorge zu treffen, daß im Falle der Erledigung des Thrones des Herzogthums die in der durch die ReichSVer- fassung verbirrgten Selbständigkeit des Landes einbegriffene ver- faffungSmäßige Verwaltung selbst dann keine Störung erleide, wenn etwa und so lange dem Regiemngsantritte des erbbercch- tigten regierungsfähigen Thronfolgers Hindernisse entgegen- stehen, wird unter Garantie Sr. Majestät des Deuijchen Kaisers verfügt wie folgt: €;. 1. Ist bei erfolgter Erledtgun des Thrones der berechtigte, regierungsfähige Thrdnerbe na übereinstimmender Ansicht des Staats-Miniftermms Und der Landesversammlung oder deren Ausschusses behindert, die Regierung des Landes unmittelbar zu übernehmen, so tritt eine Regentschaft durch einen Regenten ein, wel- cher die Regierung mit allen einer Regierungsvormund- schaft zustehenden Rechien und obliegenden Pflichten bis zurn Regierunchantritfe des Thronfolgers zu führen har §. 2, Fur den im 1 bezeichneten Fall wollen Wir im Einver- ständniffe mir der Landesversammlung Se. Königliche Hoheit, deu jest regierenden Großherzog von Oldenbnrg track; eingeholter desfallfiger Zustimmung zum Regenteri hier- durch ernennen. . 3 Wenn bei noch nicht, emgetrete- ner Thron - Erledigung der ernannte Regenr dte Regent- Ychaft aussthlägt oder aus irgend einem „anderen Grunde
ie stattgehabte Ernennung unwirksam nnrd, so werden Wir im Einverständniffe mit der Landesversammlung deri Zile- genten anderweit ernennen und zwar aus den regierenden Furjten der zum Deutschen Reiche gehörenden Staaten. §. 4, Im FaUe dagegen nach bereits eingetretener Thronerledtgung eme neue RegentenWahl unter der im §. 3 gedachten Vorausseßung nöthig wird, wählt die Landesversammlung auf _Vorschlag des Staats-Minifteriums den Regenten “Zug den regierenden Fur- sten der zum Deutsrhen Reiche gehdrendcn Staaten., In die- sem Falle wird die Wahl durch eme gememschafthche Pera- thung der stimmführenden Mitglieder des Staats-Mmrfteriums' und einer von der Landesversammlqu zu entsendenden Depu- tation vorbereitet." Eine im vorbezetchneien Fglle etwg noth- wendige Wiederholung der Wahl findet in Zletcher Weise statt. . 5. Dem Regenten ift unbenommen, mrt den Re rerun s- geschäften einen Statthalter widerruflich zu beauftrageti. Z. 6. re zur Zeit der Eröffnung der Thronfolge trn Amte befixidlichexr stimm- sührenden Mitglteder dcs Staats-Mimsteriums (uhren ihre Ge- schäfte fort, bis der Regent eine Aenderun beschließt. §. 7. Für den Be- darf des Regenten in dem durch die §. 169 und 170 der zierten LandschaftSordnung von 1832 beiäimmten Umfange wird. dre zur Bestreitung der Bedürfnisse des Landesfürsten vom Remertrage des Kammergutes verfassungömäßig vorbehaltene Summe dem
Regenten für die Dauer der Regentschaft zur Diezposition gestellt.