Die Kreis-Obligationen in Preußen“)
Die Kreis-Obligationen kommen nur in Preußen vor und auch da nur in den acht alten Provinzen. Die Anzahl der solchergestalt verschuldeten „Kreise ist in diesen einzelnen Provinzen sehr verschieden. Abgesehen von den kreiseximirten Städten“)
finden wir (Dezember 1872) mit ohne Summader
„ Oblig. Oblig. Schulden
111 Prenßen von 55 «Kreisen 52 3 10,431,275
„ Posen . . . „ 26 „ 21 5 2,870,625
„ Schlefien . . 58 „ 23 35 3299225
„ Brandenburg . 30 16 14 2,628,200
„ Pommern. . 26 „ 16 10 2,125,450
„ Sachsen . . 39 7 32 1,229,500 _ „ Westfalen . . 34 „ 8 26 1,228,300 111 der Rheinprovinz. „ 60 „ 2 58 123,000
Die Kreise haben im Jahre 1843 angefangen, Privilegien zur AuSgabe von Obligationen auf den In aber zu erhalten. Von da an bis einschließlich 1871 und mit Weglaffung der später wieder aufgehobenen oder nicht benuyten Privilegien find für nahe Thlr. 24,000,000 Kreis : Obligationen privilegirt und zwar wie folgende Ueberficht zeigt bis Ende 1871:
1843 Thlr. 200,000 1857 „ 1,243,125 1844 „ _ 1858 547,500 1845 „ _ 1859 319,000 1846 „ 89 000 1860 240,000 1847 275,000 1861 420,050 1848 260,000 1862 513,700 1849 145,000 1863 766,000 1850 _ 1864 1,529,300 1851 _ 1865 1,312,600 1852 270,000 1866 2,170,000 1853 439,600 1867 866600 1854 1,375,565 1868 3,768,850 1855 608,300 1869 1,820,800 1856 856,000 1870 2,596,550 “ 45184657 1871 „ 699-000
Thlr. 23,331,540
Die Linlcihen wurden fast immer zu Chauffeebauzwecken aufgenommen, haben also die Steuerfäbigkcit der betreffenden Kreise erhöht. EiUigc Anleihen smd auf behufs unentgektlicber Hergebung von Land für den Kreis durcbschneidendc Eisenbah- nen oder zur Uebernahme 13011 Eisenbahnakticn kontrahirt wor- den, nur verschwindend wenige zu nicht produktiven Zwecken. Aus diesen Gründen, und weil die Kreisstencr *den Vorrang hat vor der Zi1iszahl11ng an die Landschaft smd anch Kreis- O11igationen eigentlich beffcr fundirt als Pfandbriefe und ge- hören zu den sichersten Kapitalanlagen, obwohl fie sämmtlich, mit Au-Fmahme der am 15. Mai 1843 privilegirten Obligationen Zesd Kreises Allenstein, ausdrückkick) vom Staate nicht garantirt 11 .
_ Der Bstrag der einzelnen Anleihen schwankt z1vischen Thlr. 400,000 (Cakbe und Marienburg) und 9,600 Thkr. (Kreis Guben), der der einzelnen Obligationen zwischen 1000 Thlr. Und 10 Thlr. (letztere nur bei den Kreisen Rybnik und Wanzleben).
Der Zinsfuß beträgt 31, 4, 41 oder 5 PronT. Zu 3.1 Pro- zent smd noch im Umlauf dic Obligationcn des Kreises Groß- Strcliß (von 1855). In letzterer 3811 11115 besonders in dcr östlichen Hälfte des Staates war der Zinsfuß fast nie unter 5 Prozsnt; seit 1872 kommt auch 11110081: 41 Prozent vor.
Sämmtlicbe Kreise bezahlen ihre Zinsen halbjährlick).
Die Verjährungsfrist der Coupons beträgt immer vier Jahre (auszgenommen beim Kreise Saarburg, 1110 fie fünf Jahre beträgt). Sie wird 61er bei dcn einzelnen Kreisen, so- gar bei demselben Kreise verschieden bercchnet. Selten vom FäUigkeitstage ab, häufiger (gemäß den meisten der bis Ende 1863 ertheiltcn Privilegien) vom Schlusse des Halbjahres, in welchem fie säUig gemorden, bei den seit 1864 erthciltcn Privilegien mcistentheilcs und in Uebereinstimmung mit der 21112113. Kabinetsordrc vom 31. März 1838 (G. S. p. 249) vom Schlusse des betreffenden Kalenderjahres. Lcßtere ist in diesem Buche mit dem Ansdruck „nor-male Verjährungsfrist“ be- zeichnet worden. Ueberbaupt muß der Termin der Verjährung auf jeden Coupon angezeigt sein.
Vom Ablaufs des Halbjahres dcr FäUigkeit wird diese Verjährungsfrist berechnet bei den Obligationen der Kreise Menstein (110111 16. April 1868), Bomst (1), Borken, Bütow, Coniy (1), Crossen (1. und 11), Dramburg, Falkenberg (1), Fürstenthunt (l_7), Grandenz (1_]11), Greiffenbcrg, Greiffen- hagen (1847 11. 1857), Grottkau (1863), Jerichow er'ftcr Kreis (1863), Iobannisburg (1853), Königsberg Landkreis (1864), Königsberg i. d. Neumark, Kulm (l_111.), Laucnbnrg, Löbau W. P. (1_111.), Lößen (l.), Lubliniß (li.), Mansfelder See- kreis, Marienwerder (1. und 11.), Memel, Meseritz, Oleßko (].), Pilkaüen (l.), Prenzlau, Preuß. Holland (1. und 11.), Prenß. Stargardt (1. und 11.), Rosenberg in Westpreußen (1. und 11.), Schivelbein, Schlawe, Schleiden, Sch10chau(1.), Schroda (1.), Schubin, Stolp, Strasburg in Westpreußen (1._111.), Teltow (l_111.), Tilsit (1. und U.), Usedom-WoUiu, Wanzleben (1. und 11), Wirfiß, Wreschen (l.) ZüÜichau-Schwiebus.
Die Verjährungsfrist der Obligationen belrägt normal 30 Jahre vom Tage ÖGS FäUigkeitstermins an gerechnet. Nur wenn fie davon abweicht, ist es speziell bemerkt worden. Es ist dies der Fall bei den Kreisen Flatow, Königsberg in der Neumark (vom 3. Mai 1848) und Neu-Ruppin, wo fie nur 4, und Arnswalde, wo fie 10 Jahre bekrägt. Wenn sowohl die Coupons als auch die Obligationen normal verjähren, ist es nicht weiter bemerkt worden.
Die Achloosnng der Nummern der zurückzuzahlenden Obli- gationen findet bei den Kreisen jährlich stakt, ausgenommen beim Kreise Anklam.
Die Mortifikation (gerichtliche Ungültigkeits - Erklärung) verlorener oder vernickzteter Kreis: Obligationen erfolgt nach Vorschrift der Allgemeinen GerichtSordnung, Theil ], MM 51, §. 120 ff. Coupons können weder aufgeboten nock) morti- fizirt werden, doch soll demjenigen, welcher den VerluYt von Coupons vor Ablauf der Verjährungsfrist anmeldet un den ftattgehabten Befiß der Coupons durch Vorzeigung der Obli- gation oder sonß in glaubhafter Weise darthnt, nach Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis
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_ *) Aux“) dem __Buche „Die deutschen Werthpapiere auf dem Ge- b1e1e_des Korporations- und des Staatskredits, von W. L. Hettslet, Berlin 1873, Verlag von Rudolph Gärtner.
_ **) D1e1exfind: Aachen, Barmen, Berlin, Breslau, Crefeld Dan- zig, Elberfeld, Frankfurt a. _O. Halle (1. S.,_ Kassel Köin, Königs- berg 1. Pr., ngdebuxg (mtr Vitckatx und Ncixstadt), Münster, Poscn, Potsdatzx, S_tettm, Wirsbapcn. Die1e sind 0110 für die Obligationcn der Kreme, m we1chen fie liegen, nicht haftbar.
dahin nicht vorgekommenen Coupons gegen Quittung aUSgezahlt werden. _ Beim Verluste des Talons erfolgt die Aushändi- gung der neuen Coupon-Serie an den Inhaber der Obliga- tion, sofern deren Vorzeigung rechtzeitig geschehen ist.
Börsenort für sämmtliche Kreis-Obligationen der Provinz Preußen ist Königsberg i. 17. Von den anderen werden mit- unter in Berlin notirt prozentige Schlesische, 4§prozentige Schlesische, 5prozentige Posensche, 5prozentige Brandenburgische und in Stettin die Obligationen der Kreise Greiffenhagen und Usedom-Wollin.
Die Kreis-Obligationen werden sämmtlich von der Preußi- schen Bank in der ersten Klasse belieben, d. h. mit 4/5 des jedeSmaliqen Courswerths, höchstens mit 80 Prozent des Nennwertbs.
Die Provinz «Hannover hat keine Kreis-Obligationen; es entsprechen denselben dort dem Wesen, aber nicht der Form nach, die Wegeverband-Obligationen.
Die Erdbeben im Rheingebiet.')
Sowchit die gefchich11ichen Ueberliefcrungkn reichen, findet 1111111 Erdbebcn_1n den Rheinlanden verzeichnet. Bis zum Jahre" 1858 find nicht weniger als zweihundertneununddreißig Erdbeben aufgézäblt, von dcncn allein zweiundneunzig unserm Jahrhundert angehören. Bei der mgngcl[)astey_Ausbildung der St_atijtik in früheren Zeitsn ist es dabcr beinahe chiß, das; die Zahl derjenigen Erdbeben, wclche in früheren Jahrhixndxrtcn sicb ereigneten, als eine die geschichtlichen Aufzeichnun- gen weit ubsrragende bétracbtci worden kann. Dies kann um so mehr Ziscbebc'n, als noch in neuester Zeit einzeln? Erdbeben unbeachtet vor- 11bergc'g_angen sind.
Bt_el übxrzcugendcr als die vorbcmdenen historischen Daken' spricht aber bie gestimmte Formgtion des Rbeintbals für die Anschauung, daß hier c[)-5de_m _vulkanistbe Kräfxe ibätig Waren, die von Zeit zu Zeit, ob1yyhl 111 schwächcre1n_M-F.ßc, von Neuem wicdcr aufleben. Qiese Krafte find_als die Uriacbcn dcr Rheinisiben Erdbeben zu be- trachikn. ?_er diejmigcn Erdbeben übexbaupt, Welche fich über einen 111013011 Theil der Erdobcrfläcbe verbrcitcn, 1110111)? in synchroni- sti_fch_e11 Bezie'bxmgcn zu einandxr siebén und Wclcbc mit einer 9611611191“th Tbatigkeik dsr Vulkane_ zusammen fallkn, auf 11111- k0n11che Ursach_cn zurückfübrsn. Oftmals _ geben nach der Vor- 11cgc:1dcn Schrift aucb Einsiürze _ vvn Doblräumcn im Erd- xnncrn zu e_rdbebenartigcn Bodknsr1chüiierung€n Veranlassimg; dic- ikibcn sind jedoch böchstcns eine Meile Weit bemerkbar, während die
Vcrbreitungsgebicte der eigentlichpn Erdbeben viele Hundcrte, ja T0u-*
jcndc 11011 V)1x_ilcn_einn€[1n1011. In Bezug auf das Gebiet der rbsiui- 110011 (3;bc1_1e 111 bisher in kcinsm Falle 01111) nur eine leise Scnknng dks Terrginsbcobachtet worden, _vbjyobl xncm, naniknilich i11 Gros;- Gera11,_ 1n dte1_1r Bczicbxmg die iorgsäitigstsn Bsobacktungcn anstellts.
Die T_batiache, daß 1_nit 9110311061116 "einiger Weniger Erdkrjckyüt- foruxigbn, xammtltche rbsiniick)? Erdbeben in das Gebict zwischen Rbc'in, Mam und Ncckar, oder 311111111111 dic Gebirgskettcn dss V0gclb1*rgs, Taunus_und Odenwalds failcn, findet ihr? Erklärung in dcr geologi- 1ch€11 Bildbng des WWW. Man befindet sich dort unmittklviir anf odcr 111 _uacl)ste_r Nähe von Plutoniskben Bildungcn. Man 11011112- snch Weil Groß-Gerau imNÜuvinm l_icgi, durcb uxiterirdisch Wasssr- s_tr_o1nungczi und daduxch bervorgcrusens Einstürze «USJUVÜsÖMCL .Hwblen seine Erdbeben zu'erklärkn; cin? Erkiämng, die abc'r einen starken Glauben vorausfcßt, 1001111 man Weiß, wie Wasscrarm disse Göglnd ist. *
_Von dcn verstbicdenen Brcnnpnnkien der Erdbeben befindet fick) Groß-Gerau, obwohl es mittkn_1'1n ?llluvium liegt, vulkanischkn Bil- du11_g_1'n 110120 _11_enug, um die Urmcbe seiner Erdbeben auf Platonische Kpasts zurucksnlwen 311 können. Von de'r Grenze W nach Osten bin- Zwbcnden Yrgebirgss liegt es nur drei Stunden enifcrnt, vier Stnndkn 1111101110160161";_Ricbtung liggt dic beiße Quclle Wtesbadcns, vier Stunden nordöitlicb von Groß Gerau dia Basaltkuppe des Roßberges und noch drci Stundc'n _wciter befinkek fick) diejenige dcs Oß- bergcs. __Reich_e'nbach, ebenfalls eine Zeii dcr Focus der Erk- beben tit fu_ns Stunden von Groß-Gcrau entf-érnt und liegt 111111611 1:11_Urgebirge. _Dcr Fechbe*g, an desskn Fus; dsrsslbe [1106311166111 Pbgiwmen, daß sich am "besten und einfachstén aus WlkanUcben Vbrgangcn erklären läßt. 111"er den ganzen südwsstlichen Bergabbang, 111113310111 Fuß bis zum Gipfel auf cine- Längc von cincr 60111111 Stunde “_Syemtblöckc dcr verschiedcnsten 6516132, oft zwanzig Jus; lang, misgkxtrsut und im bunten Durcsxciuandkr nus- und über- einander gxivorsen. Sie liegrn_fo dicht, da;; fi? vislfack) ani breite Sircckcn d1e_Crdol*crf1äch)e vollständig bedecken, viele qncr iibsreinandcr, andere auf_1k)re'r schmalsten Fläche"rubend und senkrecht in die: Höhe stehend, _wic n_1cnn sie in _dem aligemeinen Gedrängk und Geschiebe dcr (1111110115 stu_k_zsndcn Mason unterst zu oberst geksbrt wordsn fcikn. Denguimtx Uidliche Odenwald bestkls jedoch 11116 (55110113, 10 daß die mcrkwuxdrgs Er]cheinung dureh die Annahme erklärt wcrdm kann, "eine y1tlkai111cheKrast habe an _dieser _Stclls des Gebirges gewaltsam ein Spczutlagér cmporgeboben, 10 da[; es nunmehr zcrborsten und in __TFuYndcn unter und ubsreinandsr gerolltcn Trümmern dcn Bcrgabbang
ec .
Ein unbestreitbar vulkaniscbks Gepräge bcsißi sowohl die Um- gebung von Eberbach, wie auch das _in der Nähe der Basalt- kuppc ch Oyberges gclcgcns Mümlingtbal. Das VlÜiivium, 1116111206 1)1er__ das Urgcbirge berührt, legt in merkwürdiger chx Zeugmi; ab von, 11011) seiner Entstehung noch stattgehabten vul' kannchsn chungcn. Wie find in dcr Gkgend bor Rimborn die zum Theil kcgklsörnztg emporgebobc'nen Höh?" 3811111801! Die Sandstein- platten des bier vorkommendkn rothen Sandsteins smd an vielen Steücn zcrborstcn. oder vcreinzelt findet 1n§111111gchcure Sandstein- blöcke_0us dcn_Be_1"_gabhängen zerstreut. Dies 1owie das Auftreten von S_yenxtz 11110 GnePlagcrn, _wcklche dcn Sandstcin durchbrechen. läßt kcxmcn ZweMl _Harubkr, daß noch in einer ipätsrcn Epoche der Erd- biidung vulk_am1che Kräfte 1111 Odenwaldgxbiete thätig waren.
Abch m_cht aklcin die geologische Beichaffexibeit dcs Flußgebiets des Rl)1_'1ns, 1ondern auch der synchronistische Zuimninenbang, welcher sich zimschcn_ dm Erdbebcn anx Rhein und anderen Erdbeben und Vulkanauöbrucben_nachweiscn läßt, spricht für ihren vulkanischen Cha- rakter. Die Gxoß-Gerauer Erdstöße waren beinahe immer mit vor- 111el)rtcr_J11tcmttqt wahrnehmbar, 1v1-1111 anderwärts, sei es in den Trqpcnlandern, 1n Griechenland, Kleinafien oder dem Kaukasus, große Erdbcbcn Furcht und _Schrcekcn vcrbrcitcten, oder wenn der Vesuv, den man gewissxwmaßcn als den Indikator für die Zu un_d_ Abnahme der vulkaniz'ckyenTbätigkeit Europa's betrachten kann, krgftigere Dampfwvlken ausstieß. Keine einzige der größeren vulka- ni1ch_en Pertodxn der letzten Jahre ging vorüber, an welcher das Rheingebict nicht tbeilgenommcn hättx, das wir glcick) der Gegend von Karlsbab _und Eger, dem böhmi1ch mähri1chcn Gebirge bci Jo- septhhgl, _C111cbau und Plan, den Umgebungen von Komorn und Chcmmiz 111 _111117arn und der Gcgcnd von Kronstadt in Siebenbürgen Y_Y_dcn habitucucn StoßgcbWten Mittei-Europa's zählen dürfen.
ahrxnd der_Monate November und Dezember 1869, während Wel- chen m Groß-Gz'rau auch kein Tag ohne Erschütterungen vorüber- ning, wuchs da1clbst beinahe jedesmal die Zahl und Intensität der Stöße,_ sobalb _andcrwärts gewalxige Erdbebkn statthaften, so das; 111011 die r1)e_1n1sch111 Erdbeben wvhl am richtigsxen als den Reflex einer anderwarts, m ihrer vollen Macht fich äußernden vulkanischen Kraft bctrackgtet.
Die größte Anzahl von_Beobcxchtungen vulkgnischer Eruptionen und Erdbeben hat erkennen las1e1_1, daß zwi1chen dicxc11beidenErscheinungen die 1nn1gstenB_cziel)ungen bestehen. Man kann Yogar mit Bestimmtheit bebauptxn, das_durch _die Lavaergüsfe der Vulkane die _plutoniscbe Kraft e1n_e Ableitung erfährt, die, Wem] fie nicht erfolgt ware, sich in dem Gebiete des Vulkans durch die Erxchcinung des Erdbebens äußern
_ *) Beaxbeitet nach der Schrift: „PlutoniSmus und VulkaniSmUS“ m der_ Period? v01_1 1868-1872 und ihre Beziehungen zu d1*n Erd- bebcu tm Viheingebtet von Ferd. Dieffenbacb.
w_ürde. Dem gro en Ausbruch des Vesnvs voni 6. Dezember 1631 ung am 20. Auaut desselben Jahres ein heftiges Erdbeben in Deubscb- land und ganz Eurypa vyraus; auch ist es eine bekannte Thatsache, dgß vo_r dem großcn Lissaboner Erdbeben vom 1. November 1755 sammtltchc umliegenden Vulkaxie ruhten. .
Die vulkanijchetx Kraftäußcrungsn babewin den loßten Jahrm in Europa, auch wenn man allein_ die Vulkane ins Auge faßk, eine Stei- gerung erfahren. Der Santorin erumpirt beinahe seit 8 Jahren, der Stromboli seit 4 Jahren, der Actna hafte in den letzten Jahren wie- derbolie Ausbrüche. Seit dem 10. Februar 1865 war auch der VFW in einen Zustand erregter Thätigkeit getreten, welcher bis zum 12. 5 o- vember 1867 dauerte, von Wo an heftigen, bis in den März 1868 dauernde Eruptionen erfolgten. '
Verfolgt man die versch1edenen Phasen der Vesuv-Eruptioneu, Welche s_eit dem 12. Nov mbar 1867 bis ziim 26. April 1872 erfolg- ten, so 1st eine gewisje Coincidenz mit dcn 1eitdem stattgehabtcn „Erd- beben unverkennbar.
_ Ferncr stellt sich hierbei heraus, das; die Erdbeben vor dem Be- ginn der_ Er_upiionen am Häufigstszt sind. Mit-dkm Beginn derjel- ÖM V€_kichW!Udc'n sie und treten crit zur 3211 16cm Maximumswic- der aus, "?ck Welchem sie eine merkliche Abnahme zeigm.
JuFalletx, _wo dec_ Vulkan dcm Heerde dcs Erdbebens nabe liegt, n_amcntlich be: icbrbestigen E:scbüttcrungen pftcgt die Vulkan-Erup- 110n_ unmittelbayaus das Erdbeben zu folgen. Wcsch'zal)1reichcinnige Beziehungm zivisxhen Vulkanaußbrüchen und Erdbeben vorausgxseßt Wcrdcn können, 39191011 bcsondsrs deutlich die vergleichcndm tcsbcllarijchen Zusammcnstcklimgen dkr Erdbeben der 3 Jahre 1869 bis 17.71, in B_chz_ug aus die Thätigksit dcs Vesuvs und die Erdbeben des eury- pa11chekn _Fstla_11des. _ Die Vulkane lassen sick) demnach als große Sicherheitsthtilc Unicrer Erde bktracbtcn; die Erdbeben verschwmdcn mit_dcn Eruytioncn der Vulkane, nur wenn ein Maximum der 11111- toni1chcu Tbatigkpiten eintritt, Wenn die Ausbrüche dcr Vulkane ihren Höhebant erreicht haben, begleiten sie dieselben 311111011811.
Die Erdbeben verickzwindcn auch noch längsrc Zcit nacb den vul- kanisch-xn Aithrücbkn und tauchen wieder auf, sobald eine längkre 1111- 1crbrecbnng in denselben eintritt. .
Dic vulkanische Natur der Erdbeben des Rbeingebicts tkitt noch- mals hervor, 11101111 man das Gcbiet, auf Welchcs fick) diefe v-"rfchicdc- 11811 (Erdbeben und andere Neußkrungxn vulkanischer Thätigkeit sr- ]ixccken, 11c"1_lxsr ins Aug? fafzt. Man findet dann südwärts, der italie- ni1ch1n Ku;te_e11tlang, in Mittel- und Oberitalien, bis nordwärts, vom Oberrhein bis zur Eifkl, eine ganze, nur von den Alpen dUkch= brochcnc Dccke von Vulkancn aus verschiedenen Epockyen der C'rdbil- dung, dercn (Hkbicik mehr oder weniger an dcn Llcnßßrungcn des Plu- 101116312116 theilncbmcn, sobald die Thätigkeit dcs Exdinnmn wieder ctwa .*.
J11_ der Umgegend von 811011“) bcfindcn sicb ciniga vierzig 2311110111“, 001" W?!k€r1W-ld_€nil)älf zahlreich? Basultkuppen, dcr chclsberg bilde? eine einzige Baml'rmasss, Hieran rcibsn sich der Odcnw.1ld, Kaijcrstuhl und di? in dcr RÜUÖM Alp zcrstrcuten Kuppen. Aae die1c Vulkane sind jedoch 10811 älteren Urspruygs, als die crl'oscbkncn Vulkane Jta- [icns, wo wir 11sbc11 don crloichcnc11Vulkancn Rocca M011fina und Monte Vulture „111 0011 Solfatarcn von Puzzuoii, dcn borfänrebalti- gkn Fumarolen in den Mnrcmmsn von Toskana und den bcim'n Quel- 1011 der Campagna noch ÖM lsbendigcn Zeugen eincr kräftigx-n vulka- 1ii1chen Tbc'ithksit bsgcgncn._ Dxm cxntiyrcckzend sind 01111) diE Erd- bi'bi'n ix1 Jtalicn_unverbältnißmäßig häufiger 7.111“ intensiver als in den vulkaniicbsn Distrikten “SÜD- 11110 9)111[k[d01111(1)[111106; 011€ Zsichcn, namentlich aber die vorbcrrichsndc südwestliche Richtung 10100111, wie die Fortpflatizmigsxxescbwindigksit, Welche (]:-lf einm offcnbarcn Zusam- 1111116111111ziviscbcxtvericbiedvnm 1'11L_lnieritalisnznérst1vx11rg01101n1112110n11nd einige Stunden wätcr 111S1"1d_d€ut]ck1011d brobackytctkn Erdstößkn schlicßen 111111, deutc'n darauf hin, da[; das Ckntrum dicser vulkaui1chen Kraft- äußexungcn in_Unicritalicn 311 suchen ist. Fernerc Anzeichn cinsr gc- 11111'1110111011 Urmcbc dkr Groß-Gchnkr Erdbeben mit andern gleich- zeitig_andcr1värts beobachtetenBcwi'gUngen, liefi'rt die Natur derselben, insbc10ndcrc aber die Richnxng der cinzclncn Stöße. Die Beobach- tung bikrübcr, welcbe fast 1ämmtlich 11011 zuvarläxsigcn Per10ncn gc- macbt wurdcn, babön ein )“cbr bcstim111tcs Rcsulfat ergeben. S0 ging 3. V. dis Rich1ung Yes niit dem Erdbcbcn vvn Kalkukta am 12. Ja- nuar 1869 synchronisiiscben Erdstoßxs, welcher am 13.Januar 31 Uh): Morgens in Darmitadt stati [)att-x, von Südosten nach Nordwesten. 91111 _16. November 1869 war dic Richtung der_ 011 diesxm Tags in (5.510 'Gcran beobachteten, schr häufigkn Erdskötze eine 1ÜleLstiichk. Die ;Ylbe Ricbiung nahmen _die an diesem Tage in dcr ProvinzBiscra in Algier [*sobacbtetcn Sköße.
Zn einm" Periode", in Mkcbsr dic: masft'nbaftcn Ablagcrimgc'n, die Erdbeben und Vulkanausbrücbe bewuders 6511 g waren, befanden wir uns wäbrknd der Fabre 1868 bis 1872. “ br Beginn fällt in aus erstere Jabr, ibr Maximmn in das Ende dss Jabrcs 1869 und den Anfang 006 Jahres 1870; 110111 Jaßrc 1871 an zeigt sich bereits eine dc'utliibe A'bnnbme dsr pluionixcbcn Kraft.
Ju mebrcrcn Gcgcudcn ist dcr Glaube mr_brcitei, das; die'. Erx- bcbc'n an gewisse Zeiten des Jahres gebunden 1eicn. Die statistischen Emniitelungcn haben dies bcstätigt, ebcnjo ist durch diese nachgcwieien, daß in einzi-lncn 650119110111 die Erscheinung dcs _Erdbcbcns_vorwikgen5 häufig ist; 5ic Statistik 1301 f?rm'r ergeben, daß eine größere Anzahl Erdbeben auf die Acquinokticn als auf die Solstiticn fällt. Es läßt s1ch einc Psriodizität Der Erdbcbkn nicht allein je nach den Jahres-
zeifc'n, sondsrn auch beilängsren Erdbebcnbcriodcn. wie in Groß-Gerau, __
eine tägliche Pckiodizitäk, ('in täglilsU's Maximugu de;." Ec1ch1*in11ng 110ch100is1-11. Was die JahreSZ-eit anlangt, 1o herrsibcn im Rbcingebict die Erschüttkrnng€n dcs Herbstcs und WWW vor. Die ailgem-xine Vcrtbsilung dsr Erdbebcn botrsffcnd, haben sich vim: Gruppen ergeben, nämlich: z1vci zoitlicbc', dic Erdbi'bsn der warme'n und der kaltcn Mo- nate umfasse'nd und ferner zwei räumliche in BSZUJ auf dix Erdbeben. Welche zwiicbcn dem 40. Grad nördl. und dem 40. Grad südl. Breite einerscits und 11161150 auf dem ganzen Übrigkn Theile der Erde andcrek- seits austreten. Die Z..1[)11'11, welché fich für diese v'e_r_Gr11pp0n_er- Fkbcn, _find jcdchmal ungefähr gleich groß. Die eine Hälsxe_allcr _(xtd- cbi'n 1älit1cc.csmal aus den beißen Gürtel, die andxre Hälfte auf Dl“: kalten Zom'n, ebenso fällt 1111.1-fä'0r Die glciche Zahl ans die warmen und auf die kaltcn Monako, allein _05 ergiebt sich bci eincr Vergleichung bis 11:0rkwiirdig0 T(Mtsaibs, da[; in "den Warmen Monaten die E11- bebcn 1196 bezeichneten warmen Gürtcls i11 auffallender Weiic zunehmen und kicjenigkn dcr gcmäßigtm Zonen abnehmen, wäbrcnd umgekobxt in den Wintermonaten die ersteren dcn leßtercn gegenüber eme auf- fallende Zunahme nacbWeiscn. _ _ _ Cs ergiebt sich fsrner in Groß-Gcran und Rcichen_bacb_ein Wl- dcntes Vorwicgen und eine Zunahme der Heftigkeit der Erscheim'mg um, die Zeit 003 Ncumonkes und des Perig_äums. Auch die von Palmiori am Veiuv gemachten Bcoabchtuzmen xtimmcn bier- mi_1 übcr-in. Durch das Zurückfübren der Beranlasxupg dcs Erdbebens aus fiderischs Einflüsse erklären fick) auch dix Analogien, die zwqehen dkn an den Meeresküsten licgknden Tropcnlandcrn das Erdbeben öfter begleitenden Flutbv*rsch:inu:tgc11 und der durch den Mond ereugien Flath bestehen Es werden dadurch ferner eine M-suge yon *sich-:i- nungen verstäri'dlich, für welche wix bishcr keincn_Erklarungs11„rnnd fanden, so z. B. die Thatsache, daß Erdbeben in 1chr vielen Fällcn
. von bedeutenden chegungsu der Atmosphäre und von elcktriiiben Er-
scheinungen begleitet find._ Alle diese Fragqn finden auch in rem 1301-- bandcnen reichcn statisti1chcn Material ihren Beleg. Es ergiebt sich dkmnach, das; 'eweilcn um die 3111 des Nexumcudes un_d Peri- gäums oder des Vo mondeö, die plutoniicb n Er1cheinungcn eine Zu- nahme zeigen und ausgebreitefcre.heftigere Erdbebcn 1111d_Vuklanaus- brücbe stattfinden, mit_ denen gewöhnlich ein Wiederaustauckzen _der Gro'-Gecauer und _Reichcnbacbcr Erdbcben, überhaupt der Erdbeben des heingebieis, zu1ammcnfäUi.
Redaktion und Rmdankr: S (bw i eg e r.
Berlin, Berka] du: Expedition (Kessel). Druck: H. Heiberg. Vier Beilagen (e*ixfcbjicßlich der Börschcilage).
-- Anzeiger
öniglich Preußischer
R “ ' ck ; Bax Jbounrment beträgt 1 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. ('
L für da:"- Uiecteljalßr.
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YKYZLIE).
Se. Majestät der König haben *Allergnädigft geruht: demGeheimen Justiz- und AppeUa1ioiisgerichts-Rath H irs chfe [ 11 zu Marienwerder den Rothen Adler : Orden zwciker Klasse mit Eichenlaub zu verleihen.
Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: Dem General-Major 3. D. von Schmeling, bisher Comman- deur der 4.311fa11tcrie-Brigade, den Rothen Ndler-Orden zwciter Klasse mit Eichenlaub; dem Major von Wißmann im 4. Garde-Grenadier-Regiment Königin den Königlichen Kronen- Orden vierter Klasse; dem Seconde-Lieutenant Toepfer im 6. Brandenburgischen Jnfanterie-chiment Nr. 52, den Seconds- Lieutenants von Lehmann und Wenzel im 2. Magde- burgischen Infanterie-Regimcnt Nr. 27, dem Gefreitcn Eduard Marquardt im 7. Pommerschen Infanterie-Regiment Nr. 54, dem Unter - Lazarethgehülfen Wikhelm Kleinschmidt im 5. Westfälischen Infanterie = Regiment Nr. 53, dem Husaren Friedrich Urbanke im 2. Schlcfischen Husaren-chiment Nr. 6 und dem Kanonier Bruno Valoie; im Ostpreußischen Fuß:Artillerie-Regiment Nr.1 die Rettitngs:Medaille am Bande zn verleihen.
Sc. Majestät der Kö'nig haben Allcrgnädigst geruht: Den nachbenannten Personen die Erlanbniß zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußisthen Ordens-Dekorationcn zu er- theilen, und zwar: „ des Kaiserlich russischen Si. Stanislaus-Ordens zweiter Klasse mit dem Stern: Dem Geheimen RégierungTS-Rath und Profeffor 131“. Bern- hardx) zu Halle 0. S.;, ' der zro'eiten Klasse mit der Krone desselben Ordens: dem preußischen Unterthan, Professor Dr. Nauck, Direktor I-r-pOWW-xn Schule,» Rich"- - * * desé'skttterireuzes' dés sper-uxichan Ordens IsgbeUas “ “ bet Kathoxis'chen: * ' “
dem Klavier-Virkuosen und Komponisten, Professor 3111514
Sachs zu Frankfurt a. M.; _ deS Commandeurkreuzcs der;; Königlich 130171111312- sischen Ordens von San Thiago- für wissenschaft- liches 2c. Verdienst: dem Professor 1)1'. E. Hübner zu Berlin; _ de-Z- Königlich bayerischen Maximilian-Irdcns für Wissenschaft und Kunst: - dem Geheimen RegierungeZ-Rath Und Professor 01". Neu- mann zu Königsberg 1. Pr.; __ des Ritterkreuzes der?: Königlich belg11chenLeop015= 7 Ordens: _ dem emeritirten Taubstnmmen-Lchrer O. F. Kruse zu SchleSwig; _ _ _ _ des Comthnrkreuze-Z zweiter Klasse des Konigltck) sächsischen 2l1brcchtS-Ordens_: _ dem Geheimen Ober-Regieru11gH-Rath 01“. Wies ? zu Berlin; des Ritterkreuzes desselben Ordxns: dem Profcffor und Lehrer cm der Akadkmw der _Kuiiste Hermann Weiß 311 Berlin und dem Kupferstecher anvier Steifensand zu Düsseldorf; . _ _ _ des Ritterkreuzes erster K1asse des Konigltck) mürttembergiscbenFriedrichs-Ord_ens: _ dem Professor und Lehrer cm der Akadenne der Kunste Hermann Weiß 311 Berlin; _ _ _ des Comtburkreuzes des Großherzogltck) sachs1schen *aus-Ordens vom weißen Falken: _ dem Geheimen Ober-Finanz=Ratb Grolig zu Ersuxt, Ge- neral-Inspektor des Thüringischen 3011: 1md_Handel§veremS und des Ritterkreuzes erster Klas1_e des1clben Ordens: dem Gymnaßak-Dircktor 01“. Herne zu Bceslau.
Deutsches Reich. __ Dcr Gro er 0 lick) badische Refsrc11dar_ Adolph _Le1_ er von Mosbachß_histzz?1m Advokaten im Byztrk des ._Kmserbchqn NppellationSgerichts zu Colmar Und zum Anwalt bet dexn Kai- serlichen Landgerichte in Straßburg ernannt.
Königreich Preußen._ __ Se. Ma'c ät der König haben AUergnädigt gexu :" Dem oédeßtlichen Professor der Rechte an der Universitat zu Bonn Dr. Johann Friedrick) Rttter 11011 Schulte den Charakter als Geheimen Iustiz-Ratk) zu verleihen; _ _ __ Den zeitigen Bürgermsister B aumann zu Gcmund tm Kr_e_11e Schleiden, der von der Stadtverordneten-Persammeg zu Vxe11e11 getroffeneb Wahl gemäß, als Bürgermeister de_r Stadt Viersen für die geseßliche zwölfjährige Amtsdauer; sonne Den seitherigen Beigeordneten Peters zu Nnkkam, der von der dortigen Stadtverordneten:Versammlung gxtroffenen Wg [ gemäß, als Bürgermeister der Stadt Anklam fur die gefehlt e zwölfjährige Amtsdauer zu bestätigen. Minifterium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. * - _ Der Köni li e Bau-Inspekwr Warsow, frühex in Witten- berg, sowie di? cXYisberigen Königlichen L_andbaumeister Bab- ftübner zu Potsdam und Doubbexck hterselbft und der Ko-
Berlin,
._. __
Sonnabend,
Ju: poß-Anßalteu des In- und Auxlaudcs
.“ den 12.201111, Abends.
»“ Staats-Anzeiger.
nehmen Srßeünug an,
für Berlin die Expedition: Wilbekmstr. Nr. 32.
1.873.
*_ _
nigliche Kreis-Baumeister"Meixnreis ““MS _Leobschüß _ s1_nd gls Königliche Bau-Inspektoxen* bet dem Koingltchen Poltzm-Prasi- dium zu Berlin an esteUt-woxden. _ _
Der bisheri e öniglichesLand-Baum_e1ster Y_ugu _ T1_cd e iß zum Kötüglikßen Bau-Inspektor ernannt und_ ihm _1e_se_11her kommiffarisä] verwaltete Bau-Inspektbr-Stxlle bet der Komglicben Ministerial:Vau-Kommiffion htc_r_selb1t verliehen worden. _
Der bisherige Königliche Enenba 11:7, Bau- u_nd_ Betriebs-
Inspektor Steegmann in “Breslau st zum_Kö111g11chen _Ober: Betriebs-InspekWr bei der Oberschlesischen Eisenbahn bcfbrdort woxden. „ Der bisherige Königliche Eisenbahn-BaumeisxebWilhelm Hermann Burkhard in Elberfeld 171 zum Königlichen Eiseri- bahn-, Bau: und Vetriebs-Inspektor erkannt_ und demselben die Stelle eines solchen bei der Oberschlefis'chen E1se11bahn zu Pres- lau, untcr Ucbextcagung der Funktionen als staubiger Aspstent und Ver1reter des dortigen Ober-Bctri'e'bs-I11spektors, verliebsn worden. _ ,.
Der bei der KöniglichonYiTpektion der Oftbabn beschäftigte bis- herige Gerichts-Affeffor Max, _;öp ell ist in Folge seiner desmitivi'n Uebernahme in die Staaisé isenbahn-chwaltung zum Regie- rungs-Nffeffor ernannt worden. ' _ _
Der Polizei-Kommiffar Biektnsky zu Aachen ist zum Fa- briken-Insp-cktor ernannt worden. _ _ _
Der Lehrer 01“. Otto Haußknecht zu Glenmß 1st 311111 Gewerbeschullehrer ernannt und an der Gewerbeschule zu Glei- wiß angestellt worden. _ _
Der bisherige Geheimexxpedrrxndé Sekretar uxid Kalkulator OHcar Utermann rst zum Königlichen Ober-GUter-Verwalter der Main-Weserbahn ernannt worden. _
Dem Ingenieur G. Hövelmann zu Barmen 1st unter dem 7. April 1873 ein. atent „ _ _
“ auf eine dur _ _ „_-e1_bu11g nachgennese11e Momprxs ;-,._* anden m Anwen- - «»MW ., ' , ;kenX' _ auf bse? Jaht?- von 1 «MEW x_md fur den um- fang des preußischen Staates erthmlt morden. '“ *
Haus der Abgordneten. _ _ _ Die Stmopraphen'Or. Simmerlein und Stembrink sind als Stenographen bei dem Hause der Abgeordneten ange- stellt worden.
3 ro enti es Anlcben der vormalsFreien St_adt Frank- ZP flzlrt a.IM. von fl. 5,000,000 c].11„_12.M1111846._
Bei der am 26. vorigen Monats stattgemndenxn 20. Verlooiung dcs 52111161)an der vormals Frxicn Stadt Frankfurt a. 'M. (1.11. 12. Mai 1846 wurden nachvsrze1chneie_Nummern gezogen:
.4. Zur Rückzahlung ausden_1.Jul118_73.
1.11). 151.5. fl. 1000. Nr. 7. 73. 146. 214. 327. 385. 464. 547. 620. 922. 923. 956. 1004. 1196. 1223. 1335. 1426. 1543 und 1781. 19 „Stiick zu fs. 19,000. : Thlr. 10,857. 4 S r. 3 Pf.
1.11. 1). 5. ff. 500. Nr, 1858. 1891. 1899. 19 9. 2058. 2144. 2164. 2205. 2224. 2476. 2567. 2661 und 2742. _
13 Stiick zu f[. 6500. : Thlr. 3714. 8 Sgr. 7 Ps __
1.11, 11. 21 st. 300. Nr. 2853. 2904, 2931. 2966. 3040, 3160. 3190. 3249 und 3300. _ _
9 Stück zu fl. 2700. : Thlr. 1542. 25 Sgr. 9 Pk. 1.115. Z. 5. "[. 100. Nr. 3353. 3396. 3576. 3625 und _3632. 5 Stiick zu fl. 500. = T()lr_. 285. 21 «?r. 5 Ps. 1.111. 12. Summa 46 Stück 31111. 28,700. T)ir. 16,400. 13. Zur Rückzahlung aus den 1. Januar 1874.
1.11, 14". 5. fl. 1000. Nr. 219. 288. 295. 324. 328. 387. 411. 647. 704. 781. 807. 816, 893. 973. 1098. 1155. 1324. 1389 und 1626. 19 Stück zu fl. 19 000. :. Thlr. 10,807. Sgr. 4 ng. 3 Pf.
211, 11. :; 500. Vir. 1804. 181125015526. 2128. 2220. 2245. 2322. 2337. 2400, 2573. 2599. 2606 und “ .
13 Stück zu fl 6500. = Thlr. 3714. 8 Sgr. 7 Pf. __ __
1.11.1125. fl. 300. Nr. 280“. 2838. 2963. 3105. 3114. 0185. 3210 und 3287. _
8 Siück zufl. 2400. = Thlr. 1371. 12 Sgr. 10 Yk.
1.11. D'. 2 fl. 100. Nr. 3387. 3466. 3521. 3527. 3040. 3704. 3724 und 3784. _
8 Stück zu f( 800. _ «bfr. 457. 4 Sgr. 4 Ps. 1.11. 1.4“. Summa 48 St11ch_zu fl. 28,700. Thlr. 16,400.
Die Inhaber dieser Obligationcxi Herden _htervon m11_dcjxi Be- merken benachrichtigt, daß fie die Kayitaibctrage, deren Yerzmsugg nur bis zum betreffenden Rückzahlungstermm stattfindet, bei der_ Ko- niglichen Kreiskasse i11Jrankf11rt__a, M. bef_ der Kbnig- [ichenStaatsschuldcn-Ttlgungska_1_1€i_nBerlin,be11_ed_er Königlichen Regierungs-Hau_ptkame, www bei den Konig- lichen Bezirks-Hauptkas1cn 111H_a11novcr, Lunebnrß _und OSnabrück gegen Rückgabe der Obligationqn 11111) der bazu gebortgeq nicht verfallxnen ZinScoupons (b91 den Obligationxn 1.11. 11._dte_ drci Coupons yr, ]. Juli 1874 bis inkl. 1876 und bex den Obligationen bib. l". die zunki Coupons pr. 1. Januar 1875 NÖ 1876) nebst den Talons erheben können. _ _ _ _
Der Geldbetrag der cha fehlenden, uncutgeldltcb m_tt zuruck- zugebenden Zinscoupons wird yon dem zu zahlenden Nommalbetrag der betreffenden Obligation YruÉbebaZteY.
e an e . . ' : 1.11. 11). Nr. 12, 1363. 2822. 2893 und 3206. Aus der 15 Verloomug Bit. 14". Nr. 1634. 1889. 2588. 2722. 3299 . und 3358. _ Aus der 16. Verloosung: 1.11. 12. Nr. YZF, 2652. 310.3. 3607 nnd 1.161! Nr. 3000. 3201. 3263. 3284 und
3441 .
, 1846. 1941, 2084. 3018. 3186, 3511. 3544. 3614. 3729 Und 3798.
. 1439. 2083. 2164 und 2304.
„2071044. 1208. 1450, 2119. 3039 und 3534.
* „300, 828. 1177. 1178. 1213. „1516. 1960. 2278. 2311, 2507. 2654. 2656. 2890. 2978. 2984- 3086, 3168. 3257. 3285. 3475. 3498 und 3619.
Aus dsr 19. Verloosimg: 1.11. 15. Nr, 1016. 1526. 2618. 2708. 2746.
2832. 3025. 3216. 3225. 3323. 3338. 3575 und 3704; 1.11 1“, Sämmtiiche zur Rückzablung „11111011 1. Januar 1873 vcrlyoste Obliga- tionen. _ Die anaber dicsc'r Ob1igakionen wcrden biermir wiederbbii 511 dercn Einlösung aufgefordert. Wiesbaden, den 4. März 1873. Der chienings-Präsidsni. von Wurmb.
Yiäjtamlliches. Deutsches Reich.
Preußen. Bcr1i11, 12.21pri1. Sc. Majestät 091“ Kais er und König hörten [)LUTL dic Vorträgc dcr Hofmar- scbällc», nahmen militärische Meldungen im Beisein des Kom- mandanten, General der Infanterie 11011 Schwarxzkoppsn, 0111: gegen, empfingen den Chef der Admiralität, General-Lientcnmü von Stosch, den' Geheimen Oer-Banratl) Strack und den Gk- beimen Hofrath Schneider und arbeiteten mit dem Staats-Mi- nister, General-Lieutenant 0011 Kamekc, dem Chef des Militär- Kabinets, General-Major von Illbedyll und dem Cl)9f de?» Ci- vil-Kabincts, Geheimen Kabinets-Ratl) von Wi1mowski.
_ Beide Kaiserlichen Majestäten wohnten gestern, am C arfreitag, dem Gottesdienste im Dom und lecnch dem geistli en Oratorium in der Sing:leademie bei. _ Heute dinir- ten LkUerhöchstdieselben bei Ihren Kaiserlichen und König- lichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprin- zessin. _ Ihre Majestät die'. Kaiserin-Kbnigin wohnte: der liturgischen ?lbeudandacht im Dom bci.
_ Ihre Kaiserlichen 11110 Kbt1ig1iche11 Hoheiten der Kronprinz nnd die Kronprinzessin bcgabenSics) gestern Vormittag nach Potsdam "und wohnten daselbst dkm Gottesdienste in der Friedenskirckic boi. Nach111ittags 31/2 Uhr empfing Se.. Kaissrlichc nnd Königliche Hoheit dcn chn- 1i011-Z-Ratl) Graftn Andreas 11011 Vernstorff Und besuchte 211121103 7 Uhr mit Ihren Königlickxn Hoheitsn dem Prinzen Wilhelm Und der Prinzosfin Charkotte die' Niiffiihrnng des Oratoriums „TEO Tod Jesu“ in der Simg-Akadcmic.
Aus der 17. Vsrloofung:
Aus dcr 18. Verivosnng:
_ Bis 311111 22. März d. IH. 11101011 111 den Münz- stättcn des Deutschen Rcichs in Zwanzigmarkftiickcn 418,349,180 Mark und in Zehnmarkftücken 125,277,770 Mark anchprägt worden. In der Woche vom 23. bis 29. Mär,",- find “skrner geprägt ,in Zwanzigmarkstückcn: in Berlin 5,710,540 Mark, 111 Hannover 3,160,540 Mark, in Frankfurt 11. M. 2,946,020 Mark, in Miinchen 1,374,820 Mark, in Dresden 660,540 Mark, in Stuttgart 1.430,300 Mark und in Karlsruhe 483,620 Mark; ferUer 111 Zehnxnarkstiiikm: in Darmstndt 284,770 Mark.
Die Gssammt-Ausprägnng stellt fick] dabvr bis 29. Mär.; d. Is. auf 559,678,100 Mark, 111011011 434,115,560 Mark in Zwanzigmar'kstiickcn und 125562540 Mark in Zehnmarkstiickcn beftcßen. .
_ Dem Königlich prenßisibcn Ncbenonamtc ]. zu R a p i c 11011 im Verwaltungsbczirkc Ost-Prenßcn ift_dic Befugnis; znr Erle- digung von Begleitscheincn ]. iibcr Hermge und Salz beigelegt worden.
_ Rückfich11ich der Straßengewcxbc hat der Minister des Innern cincr Bezirksregierung nachstehende Vcrfügnng zn- gehen lassen: _ _ _ _
Dsr xc. erwidere ick) aux den Vkricbt vom 25. 11. MW., Wie bei Veratbung des Entwurfs der Gc;ycrbe-O_rd111111g_ vom 21. Juni 1869 im Reichstage anerkannt _wordcn 111, _ daß die iogßnanxiten Skraßxn- gcwerbc besonderen RÜÉUÖFM 1111127099611 31111; _Yat; diesc _Ruckßcißen nach dcn örtlichen Verhaltnisstn verich1€_dcn 10111 101111111. DM,? ()'rwii- gung führte dazu, in Betrkff der fraglichen Gcwcrbc, von 211101: 111.1- tcricllcn Regclung durch 016 (_HWerbe - Orbxnmg ganz abzuikbcn und statt dessen ihre Ordnung 1111101111 111 018 Kompetenz der_Octs ;ckst- Behörden zu verweiscn. DWZ 1111111 §. 37 des gedachten escßcs
L en. gescthas leßtere bat der Von ihm staiuirfen ortspolizeilicbcn Regelung Weder positive n0_ch negative Schrazxkxn _gczogen. FÜr Art und Umfang detFelbe'n smd ledigl_1ch Zweckgiaxziglcitsxzrunbe_maßgebcnd,
Disselbe Auffassung ist demnacht auch bei Erlaß der Aus- fübrungs - Anwéisung zur GeWerbe - Ordnung leitxnd gx- wcfen. Gerade die Absicht den erweiterten Befugnissen der Ort:?- polizcibebördsn in Hinsicht der Straßengeiverbe Ausdruck zu gebcxx, bat zu der Bestimmung unter Nr. 14 der 011. Anweisung geführt, in Mlcbc'r bevorgelwben wird, „daS die polizeiliche Regelung diescr GeWerbe fortan lediglich in das Ermesscn dsr Ortsbehérben gcstelli sci, daf; dieselbe nicht einmal mehr an diejenigen Einschränkungxn
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