1873 / 89 p. 9 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 12 Apr 1873 18:00:01 GMT) scan diff

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Samstag, den 10. Mai 3. (ck., Nachmittags 3 Uhr, e Gesche":

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cbebene Hinterlegung bescheinigt; die Wiederauöli

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[; §. 32 der Statuten.

RechnungSadschlusses und Entlastung der Direktion und des Auffichts

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Carl Simens.

Der Vorstand.

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[are der vor- Hier folgt die besondere Beilage-

(Nr. 457), Pieter van der Werff (Nr. 511), Bartholo- mäus de Bruun (Nr. 612). Die „Auferstehung“ ist im Berliner Museum vertreten durch FranceSco Bissolo (Nr. 43), Ghirlandajo (Nr, 75), Raphael (Nr. 144), „Christus bei den Jüngern zu EmmauH“, endlich durch Marco Marcone (Nr. 1).

Die deutschen Volksbücher.

Als im 15. Jahrhundert die ältere deutsche epische Poefie mehr zurück:, die Prosa dagegen selYständiger aufzutreten begann "und troß der immerhin noch mangelhaften Ausbildung der Sprache doch schon vor Beginn des 16. Jahrhundert?- einen höheren Grad von Gefügigkeit erreichte, fing man an, auch für epische Stoffe fick) der Prosa zu bedienen. Theils löste man die Verse der älteren Heldengedichte in Prosa auf, und es entstc:11den die Erzählungen yam gehömten Siegfried, Wigalois, Herzog Ernft 11.1. m., thetls Überseßtc man profaisthe Er- zählungen aus fremden Sprachen fret in's Deutsche, wie die Romane: Die Haimonskinder, Melufine, Fortunatus u. A. und machte fie in selbständ1ger Bearbeitung zum Ekgenthum des deutschen Volkes. " *

Solche Prosa-Erzahlungen bilden die Anfänge dex spätern sogenannten „Volksbü er“, die ihren Namen indessen nicht da- her erhaljen haben, wetl ße für die niedere Klaffe bestimmt ge- wesen wären, sondern weil sie in Wahrheit Gemeingut des ganzen deu1schen Volkes waren und find. Allerdings bildeten sie in ältester Zeit vorzugSweise die Lektüre der eren und höchsten Stande, weil nnr diese fick) Bücher versclzaern, selbst lesen oder s1ch vorlesen lassen konnten. Als aber seit Erfindung der Buchdruckerkunft bei größerer Wohlfeilheit der Literatur-Er- zeugniffe auch die Bildung der niederen Stände mehr und mehr zunahm, waren es besonders die „Volksbücher“, die nun nicht minder auch in diesen Klassen freudig willkommen ge- Yeißen wurden und Jahrhunderte händurch wie, außer

er Bibel, kaum ein anderes Buch durch ihren gediegenen Gehalt fick)*von Geschlecht zu Geschlecht bis auf die Gegenwark in der Werthschäßung des deutschen Volks erhalten haben. Joseph Görres sagt in einer Schrift über die deutschen Volksbückwy **)-: - Diese Bücher leben ein unsterbkick), unverwüstlich Leben“; viele Jahrhunderte hindurch haben fie Hunderttausende, ein un- gemeffenes ublikum beschäftiFt; nie veraltend, smd fie tansend- und taufen mal wiederkehren , stets wiUkommen; unermüdlich durch alle Stände durchzoulfirend und von unzähligen Geistern auf enommen und an eerYnet, smd fie immer gletck) belustigend, glei erquicklick), glei elehrend geblieben,. für so viele, viele

Sinne, die unbefangen ihrem inwohnenden Geixt fich geöffnek.

So bilden 1? gewissermaßen den stammhaftestenT eil der ganzen- Literatur, en Kern ihres eigenthümlichen Lebens, das innerste Fundament ihres ganzen körperlichen Bestandes, während ihr höheres Leben bei den höheren Ständen wohnt.

Als die Volköbücher mehr und mehr Gegenstand der 11111111- haltung auch der weniger bemittelten Stände wurden, 1suchkc man dem immer größer werdenden Bedürfniß dnrck) möglichst wohlfeile AuGgaben entgegen zu kommen. Diese Wohlfcilheit aber konnte nur auf Kosten des Inhalts erreicht werden, der durch Kürzung und mangelhafte oder ganz fehlende Sorgfalt in Bezug auf die EmmdirunZ) sehr, in Verfall gerietl). Wenn schon die ersten Ausgaben ruckfehler enthalten hatten, so gingen nicht nur diese 111 M neuen Auflagen, welche ohne Datum die ständige Auf- schrift “hatten: „Gedruckt in diesem Jahr“, über, sondern was noch_verderblicher - man suchte die veralteten, zum Theil un- verftm1d11ch ervordenen Ausdrücke durch neuere zu ersetzen, ent- Jüte dadxtr den Sinn und häufte Versehen auf Versehen.

1ch1 wemger,aber hatten die Volksbücher unter tendenziösen Struhen zu [Adem welche ihnen an verschiedenen Orten wieder- fuhren 11nd fie zukaheil fgft unkenntlich machten.

Gle1chwohl genugten dtese billigen Publikationen auch 111 der zerftorten Form _Iahrhunderte lang dem Bedarf, wie Lr sich auf Messen Und Markxem geltend machte, wo fie in den Kram- läden und von den Buchertrödlem verkauft wurden. Aber die Art dieses Vertrtebes, der bet dem Mangel jeden Verlagsrechts die Konkurrenz herauskordxrte, brachte es schließlich dahin, daß kaum das AUernothdurft1gjte aus die- Ausstattung verwandt wurde. „Auf fließendem Loschpaprer“, sagt Simrock, „in kaum leSbarem Druck, mit Holzschmttßn verunziert, die an eine Zeit vor dem Beginn aller Kunst ermnern, oder wenn fie noch aus

*) „Die deutschen Volksbückxer. _Nähere Würdigung der schönen Utori-kn- Wetter- und Aczncibuchlem, welche M11“? innerer Werth, t ls „3 all Jahrhunderte hmdurck) bis auf unsererK erhalte'n Hat.“ on J. Görres, Professor der Physik an der Sckondärsckulc zu

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n Brake bei unserer Filiale,

bei unserer eigenen Kaffe, Thornde.

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unserer Filiale, n Leer bei der Oftfriefifchen Bank.

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guter alter Zeit [)errühren, ganz verschlissen und ohne 1111311 Bezug auf den Inhalt find, den fie hervorheben sollen « in dieser Gestalt mußten sie freilich bei dem größten und edelsten Theile des Volkes die Liebe und Achtung verlieren, die fie in so hoßem Maße verdienen. Um auch dem eringften und Aermsten zngänglich zu werden, haben sie sich bescheiden in das Bettler- gewand gehülü, um deHWillen die Wohlhabenden fich ihres Um- gang?- schämten. Umso mehr verdienen 113 den Lohn der De- muth, die Zurückführung 11 ihrer alten Herrlichkeit, in welcher fie allen Ständen des Vo ks gleick) lieb und wiUkommen waren und wieder sein werden.“ .

Nuck) ein Urtheil Goethe's in „Wahrheit und Dichtung“ über den Werth der Volksbiichcr und den verwahrlosten Zustand, in welchem er ihnen an't alsKnabe begegnete, mag hier Plaß finden. Er sagt:

„Nun sollte mir auc!) noch ci11creichlichere ErntebevorstsFen, indem ich an eine Muffe Schriften gerietl), dic zwar in i rer gegenwärtigen Gestalt nicht vortrefflich genannt werden können, deren Inhalt jedoch uns manches Verdienst voriger Zeiten in einer unschuldigen Weise näher bringt. Der Verlag oder viel: mehr die Fabrik jener Bücher, wekche 111 der folgenden Zeit unter dem Titek: Volksschriftcn, Volkaücher, bekannt und sogar berühmt geworden, war 111 Frankfnrk selbst, Und sie wurden wegen des großenAbganch mik stehenden Lettern auf das schreck- lichfte Löschpapicr “fast unleserlich gedruckt. Wir Kinder hatten also das Glück, diesc schäßbaren Ueberrestc der Mitkclzett auf einem Tischclxn vor der Hausthüre cines Bücherwödlers täglich zu finden und ste uns für ein aar Kreuzer zuzueignen. Der Enlenspicgcl, die vier Haimonskmder, dic sthöne Mewsine, der Kaiser Oktavian, die schöne Magelone, Fortunatus mit der ganzen Sippschast bis auf den ewigen Inden, ach stand 1th zuDien- sten, sobald uns gelüftete, nach diesen Werken, anstatk narf) irgend einer Näscherei zu greifen, Der größte Vortheil dabei war, daß, wenn wir ein solches Heft zerlesen oder sonst be- schädigt haüen, es bald wieder angeschafft Und aufs Neue ver- schlungen werden konnte.“ -

Der Anstoß dazu, daß die VolkHbücher durch Reinigung von Druckfehlern nnd entstellcnden Zuthaten wieder genießbar gemacht wmrden, gab die romantische Schule vom Ende des vorigen und Anfang dieses Jahrhunderts. Einerseits suchte Ludwig Tieck, das Haupt dersclben, die alten Märchen und Erzählungsstoffe der Volksbückzer wieder hervor, um fie episck) oder dramatisch frei zu bearbeiten und im „Phankasus“ zu einem Ganzen zu vereinigen. Auf diess Weise entstanden: „Leben und Tod der heiligen Genoveva“ (1799), „Kaiser Okta- vian“ (1804),' „Fortunat“ (1815). Andererseits abcr Mar 66 neben den Gebrüdern August Wilhelm und Friedrich Schlegel namentlich deroben angeführt? Jos eph Görres, 1velch9ri11seiner sckwn genannten Schrift: „Die Kutschen V01k§bücher“ mit Be- geisterung für die Sache und großem Nachdruck anf die Pfiick)t [3111- wies, diesen aktehrtvürdigen Erstlingswerkcn dcutscher Literatur dnrch gründliche Emendation wieder zu dM gebührenden Ehren zu verhelfen.

Joseph Görrecs'“) (geb. zu (50512113 1776, seit 1827 Professor an der Univerfitäk München), bespricht in der Vorrede zu dem angeführten Epoche machenden Werke zunächst das Wesen der Bücher. Es find die Schriften, sagt er, an denen fick) die ganze Muffe des Volks seitIahrhundsrten erfreut. Die wichtigsten und ältesten unter den Volksbi1chern find die erzählenden. Die in- nere, im Volke wach gewordene Poefie hat s1ck) auf zmiefack) ver: schiedsne WLise im V01ke selbst geäußert, einmal im Volkslied, besonders aber in den Volkssagen. In den früheßen Zeiten ent- standen die meisten dieser Sagen da, wo die Nationen, kkare frische Brunnen dsr quellenreichen, jungen Erde eben erst ent: sprudelt waren; da wo der Mensch [eichjugendlick] wie die Natur mit Enthufiaswus und liebender egeisterung sie anschautc und von ihr wieder die gleiche Liebe und die gleiche Begeisterung «fuhr; wo beide noch nicht alltäglich fick) geworden, Großes übten und Große?- crka11n1en: 111 dieser Periode, wo der Geist noch keine Ansprüche (mf die Umgebung machte, sondern alXein die Empfindung, wo es daher nur eine Naturpoeße und keine Naturgeschichte gab, “mußten nothwendig in diesem lebendigen Naturgcfühle die vielfältig verschikdenen Traditionen der man- ck)cr[ei Nationen hervorgehen, die kein chloses anerkannten und Überall ein Heldcnleben, große gigantis e Kraft in (111611 Wesen sahen, Überall 11111 großes, heroischcs T 1111 in allen Erscheinun- gen erblickten nnd die ganze Geschichte zur großen Legende machten.

*) Vgl. übsc Joseph Görres die „Geschichte der (Herumniscben Philologie vorzugöweis? in_ Deuthhland von Rudolf von Naumer. („Dcr Goscbichtc der Wixscmchasteu m Dsutschland lx. Band).)

Coblenz, Heidelberg 1807. Mohr und Zimmermann.

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auf unsere Aktien mit 25112 Bevliu, den 7. April 1873. Die Dividende für das Geschäftsjahr

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in den Stunden von 9-12 Uhr, ynd 3-6 U?

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Unter Bezugnahme auf ß. 7 unseres Statuts dringkn wir Hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß dl Zimcn vom 1. Ap

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Verloosung, Amortisation, ZinSzahlung u. s. m. von öffentlichen Papieren.

bis 24.

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In alter Zeit wandelien diese Sagen lebendig als Gesänge im Leben um. Mit der Erfindung der Schreibk1mt und später ,der Buchdruckerei aber büßten fie die äußere poctis 6 Form ein, die man 111?- 111073913 HülmeiTtel des chächtniffeéx 'th 111111113 ge- worden wähnte und daher mit der gemeinen prosais cn verwechselte. So se1en aus jenen Sagen die meisten Volkaücher hervor-

gegangen. Von viel geringean Werth smd die [ehrsnden unter *

den Vqlkaüchern, die eben ihres inneren reflektirenden Charak- ters we en durchaus modern find. Der Verfasser charakterifirt darauf ie einzelnen Volksbüaher, mio sw ihm Elémens Bren- tano's reiche Privatbibliotlxlek darbot.

Die ersten, aber unvo ständigen S am mln ngen der Volks- bücher rühren bereits aus dem 16. Jahrhundert her. Sie wur- den von dem Buchdrucker Feyerabend in Frankfurt a. M. unter dem Titel „Buch der Liebe“ in den Jahren 1578 und 1587 in Folio veranstaltet und durch Büsching und von der Hagen (Berlin 1809) erneut, leßteres UnternehmcU aber schon nach dem Erscheinen des ersten Bandes wieder aufgegeben. Auch von der Hagens „Narrenbuch“, eine Zusammenstellung der Volks- bücher humoristischen Charakters und der Schwänke, fand bei dem verderbten Zustande dss Textes nur eine [aue Anfnahme. Ein Theil der Volksbüeher wurde ferner in Reichards Bibliothek der Romane in den Jahren 1782-1794 veröffentlicht, während Solbrig 111 Leipzig in den vierziger Jahren dicses Iahrhnnderts 61118 Reihe einzelner Bücher wie Oktayianuév, Melufina, Diokle- tmnch, Kleopatra u. a. 111 der verstümmeltcn Form der alten Texte Und mit alten Holzschnitten ausgestatch erscheinen ließ.

Die Ersten, wclche daran gingen, die 5211911 und schönsten Volkaücher 111 wohlanständigom Gcwande wieder beim Volke einzuführen, waren G. A. Marbach und Gustav Schmal“). So vexöffsntlichte der Leßtere im INKU 1836 zu Skuktgart zunächst fem „Buch der schönsten Gos )ichtcn und Sagen“ (Stnttg. 1836, 2. Aufl., 1843), neben welchem ungefähr gleichzeitg Mar- bachs AUSgabe der „Volksbücher“ in die Ocffentlichkeit trat (Leipzig, Otto Wigand, 1838 u. f1gdc).

Den reichen „versunkenen Nationalscha der Vokksbijchcr aber Zehoben und kein Opfer gcschent zu 1111 en, um seine Klei- node em gesammten Volke echt und in besserer Fassung zurück- zugeben“ » dieses Verdienst gebührt Kar[ Simrock.

Karl Simrock, geboren zu Bonn am 28. August 1802, studirte seit 1818 auf der Universität seiner Vaterstadt, später zu Berlin die Rechte, widmete sich aber daneben mit Vorliebe an der [eZteren Univerfität untcr Lachmann dem Studium der älteren deutschen Literajur. Nachdem 21: der RechtSwiffenschaft anz entsagt, [ébte er längere Zeit als Privatmann, habilitirte 1ck) aber spätér in Bonn und wurde im Jahre 1850 ordenklickxr

rofeffor der altdeutschen Literatur. Seitdem beschäftigte sick) Simrock namentlich einerseits mit der Uebsrseßung älterer deutschen Dichtungen, andererseits mit der Erforschung der deutschen Mythologie. Selbst Dichter, verstand er so völl1g fick) in die Stimn'mng und den Ton des» Nibekungcnlicdes zn ver- seßen, daß seine im Jahre 1827 vcröffcnt1ichte Uebertragung in das Neuhochdentsche sogleich epochemachond war und sei1dem in zahlreichen Auflagen Lrs ch1e11e11 ift. Darauf besorgte er in Gemcinschnft mit W. Wackernagel dic Ueberscßung des Wa(ther von dyr Vogelweide (1833). Im Iaßre 1842 folgte „Parzival nnd Titurel“ von Wolfram von Eschenback], 1843 „GUdrun“, 1852 Gottfrieds von Straßbnrg „Tristan“, 1858 der „Sängerkricg auf der Wartburg“, 1867 „Freidank“. Daneben seßtc er aber namentlich stine Studien über das Nibelungenlied fort, 1111d eine Frucht derselben war die im Jahre 1858 1101161111919 Schrift über die Nibekungenstrophe. Gehören die genannten Dichtungen der mittelhochdeutscken Periode an, so suchte Simrock nicht min: der auch die (: iterircnden Dichtungen der älteren Zeit, dem Verständniß der neueren Zeit näher zu rücken. Narhdcm er schon 1851 die „Edda“ hatte in der Uederseßung erscheinen lassen, folgte 1856 der „Heliand“, 1859 der „Bcownlf“. Be- sonders aber zog ihn die volksthün1lichc Erzähkung 1111, wie fie fick) 111 den Märchen Und Sagen und vor Allem 111 den „Volks: büchern“ ausspricht. Diesem seinem Lieblingsstudium verdanken i ren Ursprung: die „Rheinsageu“ (1837) ,die „deutschen Mär-

en“ (1864), die „Qusüen des Shakespeare in Novellen, Mär-

en und Sagen“ (1831), sein „Handbuch der deutschen Mythologie, besonders dsr nordischen“ (1855, dvtte vertnshrtcNuflagc 1869) MW namentlich die hier zu besprechende AUSJabe der „Volksbückxr“.

„Die deutschen Volksbückwr, gesammelt und in ihrer ursprünglichen Echthkit wicdc-r Hergestellt von Karl Simrock, erschienen nach [ängvrcr Vorbereitung zuerst von 1839-1843 in Berlin (Vereinsbnchl1andl1111g), vom Jahre 1845“»67 bei Christian Winter in Frankfurt a/M. und umfassen jexzt in 13 Bänden 55 Bücher.

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Forschungen der Gebrüder Grimm Vortheile gezogen, welche [eßtere der Marbachschen Llquabe noch fehlen und enthält auch solche Sammlungen, welche nicht eigentliche VoUSbücher, sondern mehr Volksüberlieferun en find, die fiel) bis auf die Gegenmart-er alten haben, wie Volks ieder, Handwerkswime, Kinderreime, Räth?e[ 2c.

Die zahlrei en der Simrockschen Volksbüchersamml1mg bei- gegebenen Hokzs nitte sind genau nach den ältesten Abbildungen, wenn auch mit vorfichtigcr Anlehnung an den Kunstgeschmack der Gegenwart hergestellt und wohl geeignet, den Leser in die richtige Stimmung für die Aufnahme des schlichten urwüchstgen Stoffes zu verseßen.

Simrock selbst sagt in der Vorrede des ersten Bandes: „Die größten Hoffnungen hege ich von der egenwärtigen Ge- sammtaUSJabe, welche die deutschen VolksbücZer, wo nicht alle, doch die besten derselben in sorgfältig nach den ältesten AuSgaben, zuweilen sogar nach der Quelle derselben berickztigten Texten, mit Holzschnitten geziert, die dem Geist des Inhalts entsprechen, üborhaupk in sehr anständiger Ausstattung zu mäßigen Pretsen zu liefern verspricht.“ ,

Und diese Hoffnungen haben fick) inzwischen erfüllt. Sim- rocks 2111391156 hat Nicht nur bei den Gelehrten wegen der kriti- schen Rcviswn des Inhalts, sondern durch die damit wieder erlangte Anziehungskraft beim deutschen Volke wiUkommene Aufnahme gefunden und so den Zweck des HerauSgcberH erreicht.

Zum Schluß möge hier eine track) dem Charakter des In- [111113 geordnete Zusammenstellung der in der Simrockschen Aus- gabe Mthalkenen bedeutenderen Volksbüeher Play finden:

3. Volksbürher roma11tisch=heroischen Inhaltes: Der gehörntc Siegfried, die Heimonskinder, Melufina, der Schwa- nenritter.

d. Vokköbücher romantisch-aSzctischen Inhalts: Genovcfa, die schöne Magelone.

«. Volksbücher rein romantischen Inhalts: Der arme «Heinrich, Markgraf Walther, die stehen weisen Meister, Ritter Galmr], Kaiser Ockavianus.

(1. Mehr historisch-dcutsche Volksbücher: Herzog Ernst, Friedrich Barbarossa, zwölf Sibyllen-Weiffagun en.

6. Volksbücher von theologischem Chara ter: Die heiligen drei Könige, A[)a5verus, Meister Lucidarius.

f. Lebensbeschreibungender Zaub erer: Zauberer Virgilius, 01. Johannes Fan?, Fortunatus.

g. HumoristischeVol Sbücher: Aesops Leben undFa- beln, Till Eulenspiegel, dcr märkische Eulenspiegel.

Das anllengcbiet der Donau.“) 1

Das Quellengcbiet dcs zweitgrößten Stromes Europas, der Donau, umgeben von den Wiegen des Neckars und zahlreicher anderer, mchr oder wenigcr namhafter Zuflüsse des Oberrheins, bildet sowohl in topographischer wie in geologischer Hinficht einen intoreffanth Theik dcs Großherzogthums Baden.

Im südlicZHU und mestlichsn Theile des Schwarzwaldes finden wir dio äche 11011] in 11111101" Arbeit, das bedeutende Ge: fälle ihres Laufes auSzuglcichen. Nock] hat die Zeit nicht hinge- reicht, um alle Unebenheiten des Bettes zu beseitigen und so befindsn fiel) 111111) die Thalwändc noch in jenem Unfertigen Zustande, der die Elemente einer wilden und düsteren landschaftlichen Romantik in fick) birgt. Eine solche bietet das Qucllcngcbict der Donau, soweit es dcm östlichen Schwarz- wakdc angehört,.nicht ; treu dcmCHarachr dikscchbirgsthe-iles, seht es fick] aus einem monotonen Wechsel xvaldiger Bßrgrückxn Und sanft aus- gehöhlter Wiesenthälcr zusammen, dercn 11111181", 111chtseltcntorfiger Thalgrund nur hin und wieder von vcxc111zclten mederen Fels- köpfen und TrümmerhaWen eingefaßt, m schwachem gleichmäßi: gem Falle dic Gewässer in die beiden Hauptthälcr dcr Brcg und Brigack) abfülzch, die in ihrer Vcschaffcnhei1 fich kaum von ihren Scitcnthälcrn unterschetden.

Ein breites, sanft gegcnOstcn abgebuchtes Sandsteinplatcau, mit dichten Waidnngcn und sumpfigen Moosen bedeckt, schließt den eigentlichen Sch1varzwald ab. Tief schneiden die Gewässer in dieses Plateau ein und rufen, indem fie die meist aus Gra- nit bestehenden Gru11*g€virge bloßlegcn, la11dschaf11icheReize her- vor, wekchc in angenehmer Weise gegen die Emförmigkeit der östlichen Schwarzwaldtl)älcr absterben. _ . '

Wo die beiden Hauptquellen der Donau 1111 W111111ge11 und

*) Nucl) cinem Anffaß „in de Bciträgcn ur Statistik der inne- ren Verwaltung des Grozlxrzogtbmns Bach. . eJrausYgxbcndon dem Handcls-Ministorium. rcißtgstes Heß. Gcolog1sche *“,e1chrctbung der Umgebungcn von Triberg und Donaue1chiugetz, 11111 cht ?eolog.Karten und zwci Prostitafeln, CarlSruhc, Chr.Fr.Mullcr1che Ho buckh. 1872“