schäftliche Behandlung der Vorlagen, betreffend den Entwurf eines Reichs-Militärgeseßes, die Fahr: und Frachtko ten für Benußung der Eisenbahnen in Frankreich durch die deuts e Armee, die Ent- werthung der Wcohselstempel-Marken und eines Antrags Preu- ßens, betreffend den Zollausschluß des Terrains für den Quai: ban bei Altona, Beschluß gefaßt war, wurden Ausschußberichte erstattet über 3) den Etat der Verwaltung des Reichsheere-Z für 1874, b. die Kosten der Verwaltung der Kaiserlichen Marine, 0. den Etat des Auswäriigen Amts für 1874 nebst dem Nach: trage zum Etat für 1873, (1. die Vorlagen wegen Erbauung eines deutschen Krankenhauses in Konstantinopel, 0. den Etat der Einnahmen an Zöllen für 1874 neb dem Nachfrage zum Etat für 1873, f. den Etat der Reichs-Po erwaltung' fur 1874, 8- den Beschluß des Reichsrags wegen Aufstellung eines Orga- nisationé-planes zur Vermehrung der Telegraphen-Verbmdungen. Endlich wurden mehrere Eingaben vorgelegt.4___ch- „...,. !?; ??4;ZT“7_ Die vereinigicn Ausschüsse des Bundesraths für 3011- nnd Steuerwesen und für Rechnnngswesen, sowie der Ansichuß für Zoll- nnd Steuerwesen htelten_ heute Stßungen.
„ * -- «*.-WCW» . _ Der BundeSrath at in seiner Sihunngom 28. Je- bruar d. I. sich mit einem orschlage Preußens einverstanden erklärt, nach welchem fortan die in den einzelnen Bundesstaaten rechtHgültig ausgestellten Gesindcdiicher in _dem gesammten Reicthebiete zur Eintragung von Dienstzeugmffen fortbennht werden dürfen.
_ Tic Sixznngen der von dem Bunchrath berufenen Ko m- mission znr Bcrathung des Entwurfes einer deut- schen Strafprozeß : Ordnung wurden gestern im Reichs- kanzler-Ami durch den Präfidenten dcs [ehterem StaaTH-Minifter Delbrück, eröffnet. Wie bereits früher mitgetheilt worden, be- steht die Kommission aus folgenden Mitgliedern: dem Königlich preußischen Präsidenten, Wirklichen Geheimen Ober-Inftiz-Raih Dr. Friedberg, dcm Königlich preußischen Geheimen Ober-Justiz- Rath und vortragenden Rath im Justiz-Ministerium Or. Förster, dem Königlich preußischen Llppeklationsgerichts-Vize-Präfidenien, Geheimen Ober:Juftiz-Rath Mager, dem Königlich preußischen ordentlichen Professor der Rcchte,Staatk-Rath 1)r. Zacharin, dem Königlich preußischen RechtH-Anwalt, Iustiz-Rath Wiener, dem Kö- niglich bayerischen AppellationSgerichts-Rath und Referenten im Staats-Ministerinm der Justiz 1)r. Staudinger, dem Königkich s ächfi- schen General-StaatH-Anwalt ])r. Schwarze, dem Königlich württem- bergischen Ober-Tribnnals-Rath von Binder, dem Großherzog- lich badischen Ministerial-Rath 1)r. Bingner, dem Großherzog- lich hessischen Ober-NppellationsgerichtS-Rath ])r. Zentgraf und dem hamburgischen Ober-StaatSawalt Or. Mitjelftädt. WH Schriftführer der Kommisfion fungiren der Königlich preußische Appellationsgerichts=Raih Löwe und der Königlich preußische Kreisrichter Polenz.
Staats-Minifter Delbrück begrüßte die Kommission Namens des znr Zeit von Berlin . abwesenden Herrn Reichskanzlers nnd sprarh, unter Hinweis auf den gesehgeberischen Vorgang bei dem Zustandekommen des Strafgeseßbuchs die Hoffnung aus, daß es auch der jeht zusammentretendenKommisfion gelingen werde, ihre Arbeiten derart zu fördern, daß auch diese von einem gkeick] raschen Erfolge begleitet sein würden. Der Minister ersuchte so- dann den Präfidenten 1)r. Friedberg, welcher von dem Fürsten Reichskanzler in Gemäßheii des BundeSraths-Besthluffes vom 13. März d. I. znm Vorfiizcnden der Kommission ernannt wor- Nachdem dies geschehen
den ist, die Berathungen zu eröffnen. war, brachte der Vorsißende auf Grund der ihm durch ]enen Beschluß beigelegten Befugniß den Präsidenten Mager zum Be- richterstatter m Vorschlag, womit die Kommisswn sick) einstimmig
einverstanden erklärte. Hierauf wurden die hinsichtlich des Gx schäfthanges zu beobachtenden Grundsähe vereinbart und dem- nächst alsbald in die Beraihnng des Entwurfs selbst ein- getreten.
_ Des „Königs Majestäthaben mittelst Ailerhörhften (Er- lasses vom 17. d. Mis. genehmigt, daß die bei der städtischen Polizci-Verwaltnng in Halle angestellten, zum Tragrn von Epauletts, bercchtigten Exekutiv-Beamten, statt der Epcntletts, Llchselstücke von goldenen Treffen auf karmoifinroihem Tuche, und zwar die Polizei-Inspekwren mit einem in Form zweier Sterne links vom Adler anzubringenden besonderen Abzeichen, tragen dürfen, sowie, daß allen Übrigen städtischen Polizei-Ver- waltungen, welche eine gleiche Erlanbniß znr Aenderung in der Uniformirung ihrer Exekutiv-Beamten nachsnchen, solche ertheilt werde.
_ Cc. Hoheit dcr Herzog Elimar vonOldenburg, Major und rtaichäßiger Stabsoffizier im 1. Garde-Dragoncr- Regiment, ist von Oldenburg hierher zurückgekehrt, wohin fich derselbe mit Urlaub auf kurze Zeit brgebcn hatte.
_ Der General-Major von der Armee von Barby ist zum Commandeur der 27. Infanterie-Brigade und aus diesem An- laß zur Abstattung persönlicher Meldungen hierselbft eingetroffen.
_ Zu den Vermählungsfeierkichkeiten Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Albrecht smd Deputationen der 20. Di- yifion, deren Commandeur Se. Königliche Hoheit ift, einge- troffen.
_ Der Minister des Innern hat sich in einem Spezialfall damit einverstanden erklärt, daß die noch nicht ancdehändig-
ten Ueberverdienftgelder eines Grfängnißgefangenen
zur Strafanstaltskaffe vereinnahmt werden, wenn der betreffende Gefangene gleich nack) seiner Entlaffung ans dcm Strafgefäng- niffc fich abermals eines Verbrechens schuldig macht.
Bayern. München, 15. April. Der in den Pensions- stand getretene General 1). Stephan hat das Kommando der ersten Armee-Divifion heute niedergelegt und dasselbe ist von dem Brigadier GenerabMajor v. Dietl interimiftisch Übernommen worden. _ Der Commandeur des 1. Ulanen-Regiments, Oberst Moriz Graf v. Ysenbnrg-Philippseich ist, seiner ach Geinndheit-Zrückfichten gesteilten Bitte entsprechend, mit Penfion verabschiedet worden.
_ Der oberste Schnlrath wird im August oder Sep- tember wieder zusammentreten und fich dann mit der Berathung einer Gymnafial-Schulordnung beschäftigen.
_ Der Iustiz-Minifter Ur. v. Fäuftlc wird fich erst in einigen Wochen Wieder na Berlin begeben, dagegen der Finanz- Minister Berr bereits nä sten Freitag, spätestens Sonnabend, dorthin abreisen. *
_ 17. April. (W. T. B.) Die von einem hiesigen Blank gebrachte Nachricht, daß der Kriegs :Minister Prankh nach Wien gereist sei, entbehrt der Begründung. Derselbe hat fick) auf seine Villa bei Salzburg begeben, von wo er schon nach einigen Tagen hierher zurückkehren wird.
Sachsen. Dresden, 17. April. Unter T eilnahme des Kronprinzen und des Prinzen Georg hat eute Vormit-
tag 9 Uhr die Beerdigung des am 14. d. M. verstorbenen Generals der Infanterie und Staats-Ministers a. D. Bernhard 13. Rabznhorft mit militärischen Ehren auf dem alten Neu- ßädter GotteSacker stattgefunden. Als Leichenparade waren un- ter dem Kommando des General-Majors v. Carlowiß aUSge- rückt: 2 Bataillone" Jnfantérie (vom 2. Grenadier-Regiment Nr. 101 „Kaiser Wilhelm, König von Preußen“), 3 EHcadrons vom Garderciter-Regiment und 9 Geschüße des Feldar- tillerie - Regiments und hatten beim (HotteSacker Aufstel- lung genommen, während die Generalität und die Offiziere der Garnison vollzählig innerhalb desselben anwesend waren, um an der Begräbnißfeier Theil zu nehmen. Im Trauerzuge befan- den fich außer den Königlichen Prinzen der Ober-Stallmeifter und der diensthabende General-Adjutant des Königs, General- Lieutenant von Thielau-Rüsfing und General-Major Krug von Nidda, der Ober-Hofmeifter der Königin Marie, Maximilian von Minckwiß, die Staats-Minister General der Kavallerie von Fa- brice und von Noftixi-Wallwih, der Minister des Königlichen Hauses, StaatS-Mi11i“'ter a. D. Freiherr von Falkenstein, der Stadt-Kommandant General-Lieutenant Freiherr von Hausen, die gesammte Generalität und das Offizier-Corps, hohe Civil- Staatsdiener, sowie der Ober-Bürgermeister Pfotenhauer und mehrere Privatpersonen.- ...-15.555983 41T?“ 1“
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s.... Baden. Mannheim, 17.2[p (W.T.B.) Bei den in vergangener Nachr hier ftattgehabten Unruhen erfolgte ein Ein- schreiten des Militärs; erst dann, als bereits drei große Bier- brauereien zerstört waren und das Einschreiten der Polizei gegen die Tumultuanten, wc1chc das Zerstörungswerk an der vierten Brauerei begannen, fich ohnmächtig erwies. Es wird für heute Abend eine Fortsehung der Unruhen befürchtet und find deshalb die geeigneten Vorkehrungen dagegen getroffen worden. Eine aufb heute anbcraumte Volksversammlung wurde von der Polizei ver dien.
Sachsen-Altenburg. Altenburg, 17. Aprik. Nach einer Mittheilung der „Alt. Ztg.“ ist die Landschaft des Herzogthums auf den 28. d. M. zu einer kurzenDiät behufs Erledigung einiger dringlichen Vorlagen einberufen worden.
_ In der unzwcideutigsten Weise giebt sich in Stadt nnd Land die allgemeine Thrilnahme an der bevorstehenden Ver- mählung Ihrer Ho eit der Prinzessin Marie und die Liebe nnd Anhängli keit an unser Fürstenhaus kund. Ans aUen Theilen des Landes und aus den verschiedensten Ständen der Bevölkerung werden der scheidenden Fürstentochter Beweise aufrichtiger Verehrung nnd treuer Anhänglichkeit an den Tag gelegt. In seltenem Fests mnck aber prangte die Stadt am vorgestrigen Tage, an wel em die Bauernschaft des Ostkreises dem D11rchlauch1igs1xn Brantpaare ihre Huldigung darbrachte durch das Bauernaufreiien und Ueberreichung eines G9- schenkes. Se. Königliche Hoheit Prinz Albrecht von Preußen traf Mittags 12; Uhr hier ein und wurde von Sr. Ho- heit dem Herzog am Bahnhof empfangen. Der für diesen Tag angekündigte seltene Festzug des Bauernaufreitens hatte eine nn- absehbare Zahl Fremder nicht nur aus der nächsten Umgebung, sondern anch aus der Ferne, viekfaclz mit eigens dazu arrangir- ren Exirazügen schon vom,frühen Morgen an aus allen Rich- iungen herbeigeführt, Alle Theilnehmer am Zuge.waren in der Nationaltracht un erer weit und breit als Landwirthe riihmlichst bekannten Altenburger Bauern gekleidet; die Männer erschienen sämmtlich zu Pferd, in Kapßen, d. h. langen, schwarzen Röcken mit aufgeschlagenem “grünen Futter, begleitet von zwei gleichfalls berittenen Mufikchören, das eme Trom- peterchor m Weißen, d. h» langen weißen Tuchröcken ohne Taille und mit engen Aermeln, dem alterthümlichen Fest- kkeid der Bauern, das andere in Spensern, d. h. Sturzen, meist dunkelgrünen Jacken, akle in den bekannten weiten, bis an die Knie reichenden, schwarzen Lederhosen, hohen Stiefeln und klei- nen runden Filzhüten.„ Die Mädchen fuhren in stattlichen offe- nen Wagen, donn Frauen nehmen an solchen Aufzügen nicht Thei1, und waren sämmtlich mit dem sogenannten Hormt, dem nationalen Kopfpuh der Jungfrauen bei Hochzeiten und Gevattcr- schaften geschmückt, Das Hormt ist ein cylinderförmiger, etwa 20 Centimeter hoher Hut ,ohne Krempe, der meist mit rothem Sammet überzogen und mit Bändern, Blumen und lose hängenden silbernen, stark vergoldetsn Blät- tern geziert ift; [eßtere haben die Größe und Form kleiner Kirschlätter, gehen durch das Aneinanderschlagen einen Silber-
" Aang und besonders im Sonnenschein einen blendenden Glanz.
Tie kräftigen Pferde und zahlreichen Wagen der Hormtjnng- frauen waren mit Blumen, die durchgehendes stattlichen Reit- pferde mit Bändern, Blumen und Federn reich anfgepnßt. Der ganze lange Zug bot einen ebenso glänzenden als festlich heiteren Anblick dar; über den Markt bewegte er fich durch die Kopf an Kopf mit Zuschauern“ besehten Straßen und Plä c der Stadt unter den fröhlichen Weisen der Mufik na, dem Herzoglichen Refidenzschloß. Er wurde von drei Reitern, dem Kreishauptmann , dessen Leitung die Veranstaltung und Ordnung des Aufzuges überlassen war, und zwei Adjutanten eröffnet; hierauf folgte die (11:9o vier Vertretern des Banernstandes bestehende Deputation in offenen Wagen, be- gleiiet von zwei Adjutanten, und weiter auf einrm mit Tannen- reisern nnd Emblemen der Landwirthsrhaft reich geschmückten Wagen das für das Durchlauchtigste Brautpaar zum Hochzeits- geschenk bestimmte, von einem Berliner Künstler gefertigte „Orl- gemälde, eine Altenburger Baüernhochzeit darstellend; hieran schloß sich die Deputation der Hormtjungfrauen in offenem Wagen. Die zweite Abt eilung des Zugs eröffnete ein Zugführer mit zwei Adjutanten u das erste Mufikchor in Weiß, diesem, folgte der Fahnenträger mit schwarz-gelber Fahne mit Begleitung und dann der Wagenzug der Hormtjungfrauen. Die dritte Abtheilung bestand aus zwei Reiterzügen von zusammen gegen 150 Mann; voraus ritt das zweite Mufikchor in Spensern, so- dann vor jedem der beiden Reiterzüge Zugführer mit Adjutan- ien nnd Fahnenträger. vor den Fenstern des GoldsaaleS, von welchem aus die Höchsten Herrschaften den Festzug in Augenschein nahmen, während die Deputation und sämmtliche Hormtjungfrauen fich in den großen Saal begaben, wo dann die Uebergabe des Geschenke.? nnter entsprechender Anrede an das Durchlauchtigfte Brant- paar erfolgte. Indessen spielten die Musikchöre, fich abwechselnd, im Schloßhofe. Nach einem dreimaligen Hoch auf Se. Königliche Hoheit den Prinzen Albrecht verließ der Zug das Herzogliche Schloß. Den hierauf im Saale des Preußischen Hofs stattfindenden Festball der Bauern beehrten die Höchsten Herrschaften mit Ihrer Gegenwart und unterhielten Sich in der huldvoUften Weise mit Vielen der Anwesenden.
Abends war bei dichtgefülltem Hause FeftvorfteUung im Herzoglichen Hoftheater, eingeleitet durch einen Prolog aus be- währter ramatischer Jeder,
Jm Schloßhof bildeten die Reiter Front -
[' GeZcekn 8 Uhr reifte Se. Königliche Hoheit wieder nach Ver- m zurn .
Gestern Abend 8 Uhr fand Cour im großen Saale des Herzoglichen Refidenzschloffes statt.
Elfaß-Lothringen. Straßburg, 17.April. (W.T.B.) Die Beigeordneten (Hoguel, Hüber und Weyer haben es ab- gelehnt, von dem durch ste mitunterzeichneten Proteste gegen die LxmtSentseßung des Bürgermeisters Lauth und die kommissa- rtsche Verwaltung des Bürgermeister-letes durch den Polizei- Direktor Back zurückzutreten und darüber eine schriftliche oder auch protokollarische Erklärung abzugeben und sind deshalb heute vom Amte suSpendirt worden.
Qesterreich-ngarn. Wien, 17. April. (W. T. B.) Der Fktnanzausschnß der Reich6rath§=Delegation hat nach l_angerer Debatte heute die Vorlage der Regierung über die Rxgultrung der Gehalte der gemeinschaftlichen Beamten und Diener angenommen. «
„Schivei . Bern, 17. April. (W. T. B.) Die frei- smntgen Kat oliken der Kantone Basel tadt, Baselland, Solothurn, Bern und Aargau wer en durch öffentlichen Anfrnf ,für Sonntag den 20. d. M. zu einer Volksvers amm- [ung nach Arlesheim im Kanton Baselland eingeladen, in nwlcher iibcr die zur Abwehr von “Uebergriffen der römischen Kurie zn Treffenden Maßregeln berathen werden soll,
Großbritannien und Irland. London,-16. April. Großbritanniens Sraats-Einnahmen vom 1. bis 12. April betrugen [ant amtlichem Ausweise 2,300,273 Pfd. St. gegen 2,893,923 Pfd. St. in der entsprechenden Periode des Vorjahres, und die NUSJUben im gleichen Zeitraums 6,591,801 Pfd.St., von denen 51 Million Pfd. St. fiir die Zahlung der Zinsen der Staatssthuld verwendet wurden. Die Bilanz des Schahamtes in der Bank von England belief fich am 12. d. M. auf 6,307,630 Pfd. St.
Frankreich. Paris, 16. April. Héntr fand das Lcichrnbegängniß dcs Deputirten Dorian statt, der Minister der öffentlichen Bauten unter der Regierung der na- tionalen Vcrtheidigrmg war. Die Leidtragenden hatten fich, Un- gefähr 1500 an der Zahl, um 4 Uhr an dem Stcrbehause Rne de la Victoire versammelt. Unter denselben bemerkte man den Unicrrichtö-Minister Jules Simon, den Deputichn Baze (dcn Quästor der Nationalversammlnng), Arago, Gambetta, Carnot, Scheurer-Käftner, Carricn, Pclletan, Gent, Louis Blanc, Tn- pont de Buffac, Mariin-Bernard, Peyrat und Andere, eine große Anzahl Gemeinderäthe, Victor Hugo, Rane, Spuller (den Vertrauten von Gambetta) und eine große Anzahl von Schrift- stellern und Journalisten,
_ Der spanische Minister der auswärtigen AngelegenheiTcn, Castelar, hat an den Präsidenten der Republik ein Beglück- wünschungsschreiben zn seinem Geburtstage gerichtet. Er spricht darin seine Wünsche für die Erhaktung des Präsidenten, für das Wohlergehen Frankreich;"- und die Befestigung der Rc- pnblik aus, und fügt hinzu, daß diese Wünsrhe nicht nur die der spanischen Regierung, sondern des ganzen spanisrhrn Volkes seien.
_ „La Barrie“ schreibt: Herr Ozenne wird fich ganz ds-
.ftimmt nach Wien begeben, wo er Herrn Teifferenc de Bort
während der Ausstellung treffen wird. Er soll neue Basen zur
“Revision des österreichisch=französischen HandelSver-
trages mitbringen. _
_ Die Proklamation, weiche die gemäßigten Republi- kaner zn Gunsten de Rémnsats an die Wähler richten, lautet:
„Wir stehen am Vorabend einer Wahl Welche dic ernstesien Folgen haberrkann. Allr haben das Recht, Äkic haben die Pflichi, thre__5.)[nsicht nher das kund zu geben, was das Basis der Republik erhcncbi. Zwer Kandidaturen stehrn sich gegenüber: die des Hrrrn von stusat, dte_dcs Herrn Barodrt. Lyon War heimgesucht nwrdsn nnd mri tbm die Sache der Gcmeiude-Jnstitutionrn. In Paris tauchte _der Gedanke anf, drr Scbwcsterstadi, der zweiten Hauptstadt JrüykkélCHS, einen Beroeis dcr Sympathie zu geben und zugleich die
urnckforderung der Gemeindcfrsiheitrn zu bekräftigen. Die Parinr Wähler Waren zusammenbcruieu Worden, die von Lyon nicht., Man i_chlug vor, in Paris dcn Maire von Lyon zu wählen. Seitdem anderte fick) die La 9. Wie erledigten Wahlkoüegien Wurden znsammsn- berufen, das von yon wie alle übrigen. Ihre Crwählicn, vierzchn nJue VolkSvc-rtreter, Werden in der Versammlung die Siimmrn dsr öncnt1tchen Meinung verne'imcn lassen. Hc'rr von Rémuiat hat seine Kandidatur nicht allein _aué der Befestigung der Republik aufgerichtrk, sondern auch auf der_ ipczieilen und höchsten Fragc, von welcher alle andern abhangen: _aus der Unverleizlichkeit des allgrmrinen Stimm- rechts. Alle begr€1f8n_ dic Tra Weite einer solchrn Bekräftigung in dernMundc dcs" Ministers, wel er der geschickte und patriotische Mii- grchttcr des Prasidentrn der Republik bei dem großrn Wrrke der Be- „rrciung des Territoriyms jvar. Die moralische Wirkung der Pariirr Knndgclxnug zu „Gunsten L rns ist Erreicht; Lyon hat nicht nichr nö- thig, daß man 111 seinxm *?ame'n spricht; das Wort ist ihm zurück- gegeben; 86 wird wistcn, won es zu beauftragen hat, um für 96 zu wrechrn. Die Sprache nmcrer Gegner muß uns *dariibcr aufklären, was wir zu thun haben. Die der Republik feindlich gesinnten Blätier wünschen, um jeden Preis die Niederlage des HSW]! _v. Rémniat. Seine Niederlagegvürde der Reaktion in der Versammlung einc schr große und iehr gefährliche Kraft Verleihen; sein Sieg sichert das all- gemeine Stimmrecht und stärkt die Re ierung auf dem republikani- 1chen Wege. Das Wohl der Republik Ft klar dargelegt, die W.:hk des Herrn v. Rémmat ist nothivcndig.“
Dieser Aufruf ist unterschrieben von den republikanischen Deputirten Arago, Carnot, Duclerc, Jonrnault, Iozon, O. de Lafayette, Labézlonge, Lamy, Langlois, Lenoéél, Henri Martin, Paul Morin, Noel Parfait, Tirard, Warnier und Turquet, so wie von mehreren republikanisch gesinnten Pariser Gemeinderäthcn und ehemaligen Maires.
_ In der““neuen großen Oper ist vor Kurzem ein Bazar zu Gnnsten dcr Waisen aus dem [ehren Kriege eröffnet worden. Etwa 50 Damen, unter denen die Gemahlin des Präfidentrn, fungiren als Blumen: und Loosverkäuferinnen.
_ 17. April. Der Ertrag der indirekten Steuern und Zölle in den ersten vier Monaten des Jahres 1872 über- fteigt, gutem Vernehmen nach, den voranschlagmäßigen Betrag, welcher dafür tm Budget eingestellt worden war. _ Die Nack)- richten von bevorstehenden Veränderungen im Ministe- rium werden als unbegründet bezeichnet.
Spanien. Eine der „Agence Havas“ vom 17. Nprik zu egangene, von carliftischer Seite kommende Depesche meldet, da? Dorregarar) die Stadt Onate nach einer kurzen Be- rennung eingenommen habe.
Italien. Rom, 13. April. Wie „Fanfulla“ berichixt, hat das Kriegs-Ministeriumbeschlossen, die neue Mano.- vrirmethode, welche von einem Elitebataillon in [ehter Zexk vor den Thoren Roms erprobt worden ist, für die Infanterie anzunehmen. Sie ist von dem Komite für die Linien-Infan-
jerie vorgxschlagen worden und zuerst in Turin anf ebenem Lankde, spater vor den Thoren Roms auf unebenem probirt wor en.
_17. April. (W. T. B.) Der Papst hütet, wie die „Agsnzia Stefani meldet, andauernd das Bett. Die behandelnden Aerzte hatten gewünscht, daß derselbe das Bett verlassen möge, damn die Abnahme der Kräfte nicht dadurch gefördert werde; dcr Pnpst hnt abcr diesem Verlangen noch keine Folge gegeben. . _ Ein weiteres Telegramm meldet: Jm Befinden des Papstes ist un Laufe des Tages eine Befferung nicht eingetreten. Der „Fanfnlla“ zufolge ist gestern ein „Kurier von hier abgegangen, wekcher den drutschcn Bischöfen für den Fall des Ablebens dos Papstes nähere Instruktionen Überbringt.
_ Der französische Botschafter, Graf Bourgoing, nnd der General du Temp! e find, wie dsr „Offervatore Romano“ meldet, heute von dem Papst in Privatnndienz empfangen worden.
. Florenz, 17. April. (W. T. B.) In der Streitfrage zwischen der Rrgrerung von Tunis und der Gesellschaft fur die i_taltentsche Landwirthschaft, in weichrr im Oktober vorigen Jahres die Regiernng von Tnnis, unter Frei- sprecknng von dem Ersahe jedes indirekten Schadens, zur Sckiad1oshaltitng wegen al[cr materiellen Schäden verurtheilt und die Quantifizirung der letzteren vorbehalten wordsn war, Mit mor en das e*mgeseßte Schiedsgericht zur Frststelinng dieser Schnden-Y „ohe zusammen. Die tunesischcrseits cingeseßten SchtedHrrchtrr wollen _dem Vernehmen nach beantragen, daß den Berathungen „uber die Höhe der (»Zutfthädignngsforderung eine Augemcknchemnahme nnd Verhandlung des Schiedsgerichts an Ort und Stelle vorau-dehe.
Turkei. Konstantinopck, 17. Aprik. (W. T. B.) Der Grueral-Gouyerncur von Rnstschuk Hamdi Pascha ist zum Finanz-Mtnister ernannt worden. _ Tem „Lemmi Herald“ tft wcgen eines Artikels Über den Kabinctswrchscl cine Vcrwar: n n n g crthetlt worden.
_ Belgrad, 17. April. (W. T. B.) Zivoiin Blaznanar, dcr Nrffe des verstorbenen Konseil-Präfidcnten Bkaznavac, 1| zum Präfekten von Belgrad ernannt worden.
. Nußland_rrnd Polen. St, Petersburg, 16. April. YOU? Gesuche einiger Provinzial-Landtagc nm Befreiung der- ]entgen Bauern, welche den Kursus Liner Elementar-lek-Zsckzule beendigt haben, von der Körperstrafc, find, wie der „Golos“ meldet, von dem Minister=Komite, als ein nicht zur Kompetenz der La11dtage_gehöriges Gebiet berührend, znriickgewiesen worden.
_ In einem Befehl an die Truppen drr Garde und des St. Pctersbnrgcr Militärbezirks wird mitgetheilt, daß in diessm Jahre ander Lagerüdung bei Krassndje-Ssels die Garde, die “Lehrtruppen und die 37. Infantrric-Divifion mit ihrer Artillerie theilnehmen werden. Die 22. Infanterie-Divifion Wird im Lager von Kraffndjr-Ssclo während der zweiten Hälfte des Somniers zusammengezogen wcrden.
_ _th kaukasische Rnderfloite im Schwarzchrere, wrlche die ununterbrochene Verbindung zwischen den kaukasischen Knstenpunkten drr“, Schwarzen Meeres zn nnterhakten hat und 111 die NoworqsfirUische nnd Ssuckmmsche Abthcilnng zerfällt, besteht augenblicklmh aus 8 türkischen Barkassen, 27 Felncken Und 4 Marine-Barkaffen.
. Schweden und Norwegen. Stockholm, 12. April.
Die Prinzessin Eugenik) ist von ihrem Lcidcn noch immer nicht wiederhergestellt. K _ "Beide, Kammern des Reichstages biUigien in drr Oedaxte ubrr die Llnsgaben unter dem achten Haupttitel (Kultus und offentltchcr,Unterricht), welche am 8. in der Ersten und am 9. in der Zweiten Kammer bccndigt wurde, 11. 21. zwei Vor- schlage des Königs, von denen der eine die Bewilligung von 190,000 Rthlr. znr Aufführung eines-Hause-Z fiir die musikalische Akademre, welche von dem vorigen Reichstage abgekehni war, nnd der andere die Erhöhnng dcr Besoldung des Volksschnl- lehrer betraf, so daß jeder examinirte Volksschnüehrrr, welcher an 8 Monaten'im Jahre Unicrrioht crtheilt, mindestens cinEin- kommen von ]ährlich 500 Rthkr. außer Wohnung mit Gar- ten, Fenerung und Vichfntter erhält, und daß dazn der Sinai, wo solches norhwendig ist, mit höchstens 300 Rthlrn. beitragen soll. Nach der Mittheilung des Kultus = Mini- steerarcn bei dem König von iibrr 2000 Volksschnllchrrrn Petitionen um Gehalt-Zerhöhungcn eingegangen. Der Königliche Vorschlag wurde von der Zweiten Kammer ohne die geringste Bemerkung bewilligt, seitens der Ersten nach einer ziemlich [an- gen Debatte und nnr mit der Mehrheit von 33 Stimmen gegen 29. Es mag hier angeführr werden, daß am Ende des Jahres 1871 M ganz Schweden vorhanden waren: 10 höhere, von aka- dermsrh gebildeten Lehrern geleitete, 2540 feste nnd 1145 ambu- 1atotrrsche Volksschnlen, zu denen noch 3833 vorbrreitende odcr Kletnschulen. Examinirte, in Seminaricn gebildete Lehrer sind nur der festen Volksschulen angesteUt.
Drei andere Königliche Vorschläge, nämlich die Bewilligung von 3000 Thlr. zn Liner nenen medizinischen Adjunktur nebst Nmanncnsié-amt bci drr Klinik in Lund, 17,000 Rthlr. zu der Erwettrrnng der Veterinäre in Skara nnd 634,000 zu Neu- bXantcn fiir die Veterinär? in Stockholm wurden von der Ersten „Kammer angenommen, von der zweiten aber abgelehnt. Die bei: dyn ersteren Werden der Gegenstand einer gemeinschaftlick)en Ab- stimmung werden, der dritke aber dürfte für den chigen Reichs- tqg als verfaklcn anzusehen sein, indem keine Kammer einen be: stimmten Anschlag bewilligt hat. _,
Amerika. Per Kabel wird dem Londoner „Bureau Reuter“ ans New-York vom 15. d. M. gemeldet: Nachrichten aus Kuba melden, daß O'Kellh, der Korrespondent des „New- York Herald“ fich außer nnverzüglicher Gefahr befindet. Der Inhalt des an seiner Person gefundrnen, von dem Insurgenten- Prafidenten CcSpcdes an Mr. Bennett gerichteten Briefes, wegen dessen O'Kellr] als Spion arreiirt wurde, ist völlig harm- loser Natur. O'Kellr) schreibt ach Kuba, daß die Kubaner ihre absolute Unabhängigkeit fordern und willens find, fich dieselbe Zu erkaufen, falls die Regierung der Vereinigten Staaten die Garantie für die Zahlung übernimmt.
Afrika. Nachrichten vom Kap der guten Hoffnung melden, daß 100 Meilen von der Kapstadt entfernt ein neues Goldfeld entdeckt worden ist.
„ Nr. 16 des Justiz-Ministerial-Bsaites für die Pren-
ifche Gcseßbeung und Rechtspflege, [)erausgegedrn im 3 xtrean des Justr-Mimstertnms, enthält folgende Erkenntnisse des Komglichen Ober- ribunals: Vom 30. Januar 1873: Der Vermicther eines Hquses hat_ mcht das Recht, eine vermiethete Wohnung zum quck eincr delnnachstigcn Wiedervrrmiethung an einen Anderen nach Beheben zu beircten; er verwirkt,n*:;1n er ge en den Willen des Miethcrs eindringt, die Strafe dcs Strafgese [»qu. §. 123; Vom 21. Februar 1873: Das „Unterkommen“, wel es ein Hülfsbedürftigcr
sich zu verschaffen vcrpflicbtci ist, umfaßt nicht 5105 die Wohnung, irndcrn auch_ die noiwandi c quyrnng und Verpflegung. Ferner cm Erkenntniß des Kömglt en (HerxchtSboics zur Entscheidung der Kompetenz-Konflikte vom 19. Oktober 1872, _ betreffend die Frage, inwiefern über die Fcrpfltchiung zur Zahlung von Rückständsn der (_:uf emem Gute haftenden Kretschaussee-Bciiräge, welche von einem watcren Besißer eingezogen worden, der Rechtsweg zulässig ist.
__ Die Nr. 8 des „Marine-Vrrordnungs-Blatt“ cnihält: Gewahrung derDiemialter-nnd Seesahx-anagen. _ Vollstreckung der Kc'gcn Perionen des Soldatcnstandesx feitgcnßtcn Strafen in denjenigen 7 aslcxi, in Welchen zugleich auf Cnisrrnung aus dem Heere oder der 5- „arina, oder _an Dienstcntlassung crkanné, oder das militärische Dwnstvrrhälmiß aus einem anderen Grunde aufgelöst Worden ist, durch die bürgerlichen Behörden. _ Dte_chni. erährung der See- funkiionxézula 8 an das auszubildende Ma1chincn-Persrna[[»etrcffcm, _ Yen Achhlux? von Proviant-Liefernngs-Vrrträgen durch die “Stations- Jntendanturen betreffend. _ Einrßtchung drr jährlichen NachMisungcn von den bei der Marinc-cholkerung _rorkommendcn Geburten, Trguungen und Sterhefällrn. _ Kohlrnbcichaffung im Auslande [*e- treffend. _ Dir Urszuhrn des Unbrauchbarwcrdens drr Kaffeemühlcn 32111??de Sr. Majestat Schiffe betreffend. _ Firniß. Brzcichnung der «M a ]é'l'.
_ „gs „Beiheft zun: Marinc-Vrrordnungs-Blait“ Nr; 4 enhalt: Usher die Ausführung von Segel-Manöoern. _ Ueber Kgxtcn-Batterisp. _ Das Kruppfche 30Zom.=Geichütz Nr. ] imd drr mrt „dxmiclben im Februar d. J. ausgrfiihrte Dancrvcrsuch. _ Das Schtcßrn anf “Sec“. _ Literarische Umschau.
_ _ Die Nr. 16 drs „Preußi1ch_en HandeW-ArchivS“ hat “sqlgcndcn, Jn ait: Grscßgehung: Dcut1ches Reich: Elsaß-Loihringsn: (596168, die T cinsteurr betreffend, vom 20. März 1873._ Dänemark: Lirqlxbung dcs Einfuhrverbots von Rindvieh ans Großbritannirn. _ Belgien: Zolifreie Wiedereinfnhr von Waarsu, die im Veredelungs- verkehr aussesührt worden find. __ Argrntinischc chublik : Tarifgeseß vom 7. Oktobcr 1872, _ Statiitik: Sch1vedcn und Norwegen: Han- delszbcwrgung :c; auf der Insel Gotland im Jahre 1872. _ Jahrcs- bertchr des Krnyulats in Norrköping fÜr das Jahr 1872. _ Ruf“- 1and: Handelsdcnngung von Reval im Jahrs 1872. _ Jahrxsberi i drs ._Krnsulats kn Wiborgqfiir 1872. _ Spanien: Jahresbrricht des Koninlats anIZKaianzas fur 1872. __ Jahrcshericht dcs Konsulats zu Barce1rna_ snr 1872. _ Vereinigte ?Staaicn von Nordamerika: Jahresbericht des General-Komnjats zn Ncw-York für 1872, _ Ehrle: Ue1*erficht iiber_den Handchhilcs im Jahre 1871. _ Hayii: ;Jahrcshrricht des Konmlais zu Port au Prince für 1872. _ Mii- ihetlungcn: Rio de Janeiro. _
_ Die 'neucsten Entschsidnngcn des Reichs-Obcr- Handslsgerichis_ in Leipzig brtrcffcn: Llnslegnng eines soga- nanntcn Vessrrungsichcmß (Jrrchvanz früheren Verzichts auf die Forderung. „Couriage“ cines Psashmaklers “Börsen-Kommisfionärs] m Hinsicht_zu_Differenzvcr[ustrn.) __Bxgri shestimmung der Ge- lcgenhertöge]_cll]chaft nnd der stillen Gc!ell1chaft- Rechtliche Vcrschic- drnhcxt 'zwnchcn dicykn beiden uncig_entlichen Handelsgciellschaften. _ Verzug m der Uebergabe (nach preußischem Rrchie]. (Es steht glrich, 96 drrxSckUden durch Ver1chlechterung der “Sache oder durch Sinken ihres Vcrkaanrrihö cnistandcn ist. Bestimmungen über das Dar- lehen sind nicht aui ds_n Lcihvertrag ausdclmbar. Ainveichung Wegen des Znsnlls rom römnchen Recht. Nicht die "bloße Möglichkeit, son- dern die Abfuhr dcs Verkauf? entscheidet, wcnn auch für den Vewsis der_„lcizirrxn keine strenxzenAnsordcrnngcn zu steilen sind, vislmchr dicse Abncht xnr den kaufmannnchen Verkehr dci einrr Handelswaare als Regel anzunehmen ist.)
Statiftische Nachrichten.
* *.Yananer, 1.7.April. Der Stand der Blaiiernepidemie haf sick) m der Zeri vom 1. bis incl. 15. d. M. wiederum erhöht; es.,crkrankien m der Stadt 36, in Linden 17, zniammen 53 Pcrionrn, wahrend m der letzten Hälfte des Monais März nur 37 Erkrankungs- falle vorkamen. *"
_ __ Von der Zeitschrift des öniglich baycrischcn sta- txsttschDen Bureau, rcdthrr von desen Vorstand Dr. Georg Mayr, vierter'ZZahrgang, 1872, Ll'mchen, 1872, Komxniffionsvrrlag von C. Vl. Fleqrhmanns .IN-, Buckz- und Kdnsthandlung, ist das Heft Nr. 4 (Okithr_Dezembrr) erschienen. Dasselbe _hat folgenden Inhalt: Statistische Nachtchungcn uber das Armaneyen in Bayern für das ZZ!» 1870, von ])r.„(55. Mayr. _ Bewegung der Bevölkerung des
ontgretchs Bayern im lcßtc'n Bierteijahre drr; Kalcnderjahrss 1870 nndnn Kalenderjahre 1871 mit Riickblickcn auf die Ergebnisse der Vorxahrc, von ])r. „(H. Mayr. _, Hauptzujammensteüung der Anzahl de_rqvxrhandencn Bierbrauereirn,„Branntweinbrennereicn, Cssigfabriken, Cjngnedcrcrcn und sonstigen Amialien für Fabrikation von Spirituo- 1en, dann Maizsabrtkrn und Mühlen, deren Produktion und des Wer- thcs der beirrnenden Produkte währenddes Jahres 1871 in den RL- gtsrungsbezirksn diejsrits ch Rheins, zmammrngestrllf im Königkichen Staats-Ministerium drr Finanzen. _ Die 7111. Versammlung des internationalen statisti1chen Kongresses in St. . etrrsburg vom 19. bis 30. August 1872, von ])r. (H. Mayr. _ efiniiive Ergebnisse der Voikszählung vom ]. Dezxmdcr1871 in Bayern. ]. Usbcrsichi dcs Flächeninhalts, dcr Wohnhauscr, Haushaltungen und oriöcmwr- scndén Bevölkerung der einzelncn Regieritngsbczirfe und des König- retghes. 11. Die Brvölkerung dcxx einzelncn BerwaliunngistriktL, nn- ter1chiedcn nach Grichlechi und Stagtsangehörigkeit, mit Beifügung dchlächeninhalts, der Zah1 dcr Wohnhäuser und Haushaliungcn, forme der aktiven Militärpersrncn._ 111. Die Bcvölkcrung der einzel- nrn Verwaltungsdistrikte, anSgeschisdcn nach _Geschlcchi und Religion. LF. Die Bevölkcrrmg der rinzrlncn GcrichföWrengel nach Geschlecht, YZIZZMWEHWLM und Rcligion. 17. Die Bevölkerung fämmilicher S a;. 6.
Kunst und Wissenschaft.
_ Berlin, 18. Avril. Gestern früh kurz nmh 5 Uhr Entstand aus, einc_bisher ni ,t ermrkkeiie- Art in_ dem auf dem Grundstücke Münzsiraßc 10belegrncn Königlichen Gieshanse Feuer, nnlchcs das Gebalk einer sogenannten Dammgrube zerstörte. _ Die aliarunric _Feucrivehr köjchie den Brand 111 Yurzer Zcit. _ Em 1ehr 7ch1vcr zu er- ]eßender Schaden in dadurck) cnfstarxdrn, daß die auf “dem Gebälk ruhende Form eines Theiles dcr furdie Siegessäule bestimmten Victoria (rin Theil des nuiersn erandes) in dir Dammgru'be [)xnabgestürzt und zcrtrümmcxrt ist. _Die Vollendung der fast fertigen Statue wird hierdurch jedcnsaUs bedeutend verzögert Wrrdcn.
„ _- Am 12. April starb in _GötZtingen der Professor in der juristischen Fakultät Geheimer Jmirz-Rath 1)r. W. Francke.
München, 16. April. Das Hentige BuÜciin über das Befinden des Königlichen Gcheimen Raths Freiherrn y. Liebig lautet: „Die Nacht unruhig, aber heute Morgens kein FZbe'r, ixn_llebrigcn sehr 1chwach.' Das Phantasiren, dguxrt fort.“ Se. Ma1e1tc'it der König, die Kömgin-Mutter und die „Hochsten und Hohen Herrichaficn lassen fich taglich nach dem Befindrndrs Geiehrten erkundigen, dessen Krank- heit in allen Kreifen die innigne Therlnahme erregt.
„Dresden, 13. April. ,GcsternmNathitia s starb hier der ehe- malige Direktor des Königlichen htjtornchen useums, Karl Con-
stantin Kraukling.
' Lei zig, 16. April. Der zahlreick) aus München, Magdeburg, Berlin redden, Leipzig, Cijln, Brcs1au, Hamburg, Jena, auch aus Amerika, Schchen und Rußland bejuchte deut1che Mufikertag hat 111 den Sißungen vom 13, 14. und 15. April unter dem Vorfiß des Prof. Alslcben n. A. 'die Frage croriert: „Ju Welcher Fornx er- scheint das Eingreifen des Staates der der öffentlichen Mufikpslcge
wünschenöwerth, bezüglich nothwwdig?“ und die Versammlung nach,
längerer Debatte'fol enden Antrag des ])1) Gille (Jena) an-zcno'zmnen:
Der deutsche Mui erlag ersucht dcxi Reicks'iag," der _der zurtandigen 5 ethörde die Erri tung eincr deut1chcn Umverntat fur Musik zu be- an ragen.“
'Rostock, 15. April. Gestern srarb !)iericlbst der Professor Franz Ferdinand Schulze, bekannt als türinigcr Chemiker.
Weimar, 17. April. Am Geburtstage Shakcspeare's, 23. April, Morgen?» _11 “Uhr, wird die dcuiicbe Shakespeare-Geseli- schqft hier 1111 großen Stadthausiaalr ihre dirsjährigc General- Bcrmmmlung abhaltcn. Auf der Tngeöordnung stehen die üblichen Pimkie: Jahrcsdrrichi, Rechnungsablagé, Erkheilung drr Decharge, Wahl von 4 deritandNnitgliedcrn (§- 4, der Statuten), Bestimmung des, Orts dcr nachsten (Heneral-Vcrsammlung, Monika, Anträgen. dcr Mitg'lirdcr. Danni jrdrck) die (Hrneral-Versammlung dcr Gesellschaft cms :hrcr Vcdrninng nnd ihrrm Streben entsprrchrnde literarische An- regung mrs)! blos_chrcn-_Mitg_1irdrrn, srndrrn auch dcn größeren Kreisén des PublikunixZ [TÜV, ift an.k dis Tagrsrrdnung ein öffentlicher Vor- irag dcs irrn1tchen Bearbeiters Shakespearc's, Frrihcrr vrn Vincke, nder „Shakcwmre und Garrick“ gesetzt.
, Brrn, 13. April; Am 10. d. M., Abcnds nach 8 Uhr, Wards, wir die „L'llpenrrirn“ berichten, in Bern cin [richter Erdstoß vor- syuri, wesckicr auch in Aarberg und Kirchendrrf und an andsrn Orten Wahrgcnommrn wurdc. Dir Zeit wird iibereinstimmsnd anf halb 9 Uhr Abends angrgebeén. Ju Aarkerg iP-Ürtr man den Stoß 1_2 Sekunden lang in dcr Richtung von SO. nach NW ; in Kirrh- dorf ging er mit einem rinzigen kräftigen “Stoß vrn S nach N. vrchi und ließ im Körprr das Gcfsihi cines clckiriicdrn Strdmcs znrnck. Auch aus anderkn Gegenden des Kantons Brrn und (ins “retburg nnd Ncuvevikir sind Nachirhtcn eingegangrn, Dns „Genfer Örnrnat“ vcrmuthci: ('s möchic das vxrhcrrcndc Erheben von San Sqlvndrr, ivrlrhcs am 11. d. ie[egraphisch grmchrt wurdr, „nn g1eichrn Tagx itatigcfundcn haben. Aus Freiburg brrichirt drr „Crn- iSdrrS“, daß dWc'r “Stoß,. von Norden nach 'Südcn kommend, in zwri hxrizrnialcn “Söhwmgungcn brstand ron einem starken verkikalm Siri; begleitet war und 5_6 Sekunden dauerte.
GeWerbe und Handel.
Der Jul,.rcÖbZrickn des Berliner Bankvereins cnthäli fol- gende Angaben: Wahrend der achimonailichcn Periodr, dir dcr Voriges Be;- richt bcjprack), arhritrte die Bank mii cinem cingezahlirn Kapital von 2,400,000 Thalern._ Hierzu kamrn u1tjm0 Juli 1872: 1,200,000 Thir, durch ernaerusenc 20proz€niige Einzahlung; die restlichen 40% vrn 2,400,000-Thlr. wurdcn zum 31. Oktorcr 1872 ringefordcrt. Mir dlLU'n Kapitalccn wurde im Derek nnd Krrdii ein Gesammtnmsaß von 1,540,487,183_Th[r. crzicli, 10 daß auf dcn Tag 4,279,131T[)1r. dnrchichmttltck) cnrsaÜen. De'r Reingrwinn rrrrichte inciniivx des Vor- trags_von 1871 dre Höhe von 997,870 Thlr. nnch Aßzug iämmtli-Öer 11nk911€anicrvrn7ind zu bestreitrn: statutenmä'igs 5% )x, 5, an die Ak- twnar-x xnti 170,000Tl)1r. ; yon den rcstlichcn 827,8 0 Thlr, 913130115 % an d. :: Rrserycirnds und ]c 10% an drn NufsichtSrnth und di." Dirckiéon :(., ir dax; 623,411_Tl)_lr._zur Vrrsügnng dcr Gcncralvc'rsnnnnlnng “.*licde'n und nach drmBorxchlaq der Direktion nachstehende Verwsndung fan- drn: Der Renrvrsondv jvnrdr mir fcrncrkn Thlr. 150,000 doiirt, 25,000 Thlr. sind zantiftnng eincs Beamten-Prnfionsfonds und 448,411 T_h1r. nls 13%tge Superdividench znr Vrrtdcil'nng an die “Ilk- iwnars bertmimt worden; 6411 Th1r. wurdcn auf nous Rschnung vorgetragen.
H a_nnrver, 17. April. „(W. T. B.) In der [wntigen Genc- ralvxcriammlnng der Aktionäre der „Gewerblichen Bau- k-a'ni“. wnrdr dor Jahrrsbericht vrrgcirngrn, wrchrr schrbcfrirdiqtc. Die iclil)erlgen Mitglicdcr dcs VrrwaltnngSraihes wurdcn bei “dcr «[Ednnn vorgenommencn Ncuwahl wiedergewählt.
_ Dem Vernehmrn nach ist drr Rheit:isch-Wci"ä1i'cke L1ryd in dcr Lagr, iroß des fiir die Mehrzahl der Traiissxxort-Öxr-
* fichernngsgsicllirhaficn ungünstigcn Fahrrs 1872, für daI abgelaufene
Jahr cine Dividende von 12% zn vrrthcilen. _ Die Rlsni" - Westfäl-iiche Rückversicherung?)eAkiicn-(Hrscllsrha)ft nFiéd, Wie nnr hören, 676 Dividende geben.
Wisncr-Ncustadi, 16. April. Das Militär ist gsstern Abend gui": dcr Fabrrßabgrzrgcn. Heute friih sind sämmtüchs Suhmirde cr- 1chic119n, n([r Scknnicdcchér sind in Thätigkeit, dsr Strike ist ganz beendigt, alls FakrtkE-Abtheilungen find voll beschäftigt.
Verkehrs= Anstalten.
. AuIschl. „Priv. Kaifrr - Ferdinands = Nordbahn. (80 Mctlrn.) Cmnahmen vor der (*uchhalkrrischen Richiigstellnng, Vom _1. Januar bis 31; März 1872: 5,268,234 fl., 1873: 5,343,096 sl., daher mehr 74,862 sl.; vom 1. bis 10. April 1872: 569,554 fl., 1873: 545,2864 f1., daher wenigcr 24,268 fl.; zusammen 1872: 5,837,788 ii., 1873: 5,888,382 fl., daher mehr 50,594 fl.
“_ Mährtsch-1chlc1i7che Nordbahn. (18,8 Mcilw.) Vom
1. Januar 1313 31. Marz 1872: 251396f[., 1873: 251,263 fl., daher wenxgxr_133 l,; vom 1. bis 10. Nyrji 1872: 29,887 fl., 1873: 30,478 71, da rr mehr 591 fl.; zusammen 1872: 281,283 fl., 1873: 281,741 sl., daher mrhr 458 fl.
Ncw-York, 17. April. Der Hamburger Postdatnpfsr ,'Sa 1) nia“ ist hcntr Morgen 4 Uhr hier cingc'troffcn. , x
Aus dem Wolff'schen Telegraphen-Bureau.
MÜiick)611,Freitag, 18.91pril. Im Befinden dcs Frri- herrn von Liebig ist eine Besserung nicht eingetreten; es macht fich im Gegentheile eine Abnahme dcr Kräfte bemerkbar.
Man11hcim,Freitag, 18. Aprik. Der gestrige Tag ist ohne weitere Störung der Ruhr verlaufen. Die Straßen warrn zwar von einer großen auf: und abwogendcn Menschenmenge gcfiith; aber zahlreiche Militärpatrouiilen, wclchedie Straßen durck]: zogen, hirlten die Ordnung aufrecht und eine p[öhlich entstandene größere Feuersbrunst gab der allgemein herrschenden Aufregung eine andere Richtung. Fernere Störnngen der Ruhe stehen vor- an*Zfichtlich nicht zu besorgen, da die Vranereidefiher den Preis- aufschlag auf das Bier herabgesexzt haben.
Straßburg, Freitag, 18. April. Dem kommissarischen Gemeindevorsteher Bark ist der Regierungs = Assessor Freiherr v. Reichlin als Hülfsarbeitrr brigcgcben worden.
Wien, Freitag, 18. April. Der zu Ehren der Vermäh- lungsfeier dcr Erzherzogin Gisela von der Stadt Wien veran- staltete Frstball hat gestern Abend stattgefunden. Die Gliedcr des Kaiserlichen Hauses, die hier anwesendrn Fürstlichkeiten und zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Corps haben an dem- selben Theil genommen. Der Kaiser und die Kaiserin erschiencn gegen 1015 Uhr und wurden von den Anwesenden mit lebhaften Hochrufen empfangen.
London, Freitag, 18. April. Nack) ciner telegraphischen MittheilunF dcs „Daily Telegraph“ aus Singapore vom 17., gelang 96 en Niederländern zwei Forts der Aichinescn zu neh- men; dcr Angriff auf das Hauptfort mißlang indessen und endete mit einer Sohlappe der Angreifer. Der Kampf war sehr heftig und hat viele Opfer gekostet. General Kohler ist gefallen. Der Gesammwerlnst der Niederländer beträgt über hundert Mann.
Perpignan, Freitag, 18. April. Nach Meldungen aus Pnhcerda vom 17. d. haben fick] die dortige Geistlichkeit und die Mitglieder der religiösen Korporationen nach Frankreich geflüchtet. Dcr Oberst Cabrinctr) war am Morgen abmarschirt und an sei- ner Stelle eine Abtheilung Regierungstruppen von 2500 Mann und 100 Pferden unter dem Befehl des Obersten Solo von Lerida als Besahung eingetroffen.
Rom, Freitag, 18. April. Die von Paris aus verbreiteten Gerüchte über die angeblich beabsichtigte AuGzahlun dcr Coupons der italienischen Rente in Papier und dic EinZÜhrnng einer
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