1873 / 100 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 26 Apr 1873 18:00:01 GMT) scan diff

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den Wappenfeldern befindet sich ein in freien Arabes- ken ornamentirter Krönungsfries, in welchen die Wappen der Landestheile hineinragen und welche mit diesem harmonisch ver- bunden find. An den über den Trennungslifieren der Wand- felder emalten Kandelabern ziehen |ck) reiche Blumen- und ObftgeJänge bis zu einer über den Wappen aufgestellten Obst- schale hin; in dezi quchtschalen befinden fick) diejenigen Früchte, welcbe vorzugSweise m den betreffenden Landestheilen gebaut werden. Der Fries ist noch durch Vögel, welche um das Obst flattern, belebt. Getrennt wird der Fries durch die im griechischen Styl gehaltenen, reich in Stuck gearbeiteten Krö- nungen der beiden Ofennischen und der Eingangsthür, über deren Mitte ein preußischer Adler zwei Wappenschilder häkt.

Die in reicber Stuckarbei1 verzierte Decke im griechischen Styl ist der Eintheilung dss Zimmers entsprechend in acbx Feldcx' getheilt, welcbe durcb gegliedertes mit dem Netzbande ornamentirtes Sta'bwerk von einander getrennt sind und in der Mitte einen runden Spiegel mit Acantbusblättern, zur Seite zwei raufeniörmige Viereéke 'mit Palmettcn aufnehmen. Jede dieser Figuren cntbäli in der Mitte einen Pinienzapfcn, durcb Welchen die Gasbslcuchtungsröbren Versteckt sind.

Dadurch, das; die einzelnen Territorien des jetzigen Regie- runngezirks “Frankfurt mit den darin belegenen Städten durch deren Wappenbczeicbnet find, ist der landwirtbichaftlicbe Cha- rakter, sowie die Judastricberbälfniffe der einzelnen Land1chaftcn in entiprechenden Bildern iymbolisirt.

derselben Zeit ebenfalls in seiner Gestalt das „Achteck“), nnd der Parts er Play (m gleicher Weise das „Viereck“ oder „Quarré“ genannt) srmnern mit der später entstandenen Bellealliance- Straße, dem Waterloo-Ufer, der Gr'oßgörsck]en-, (_Hroßbeeren-, Möckern-, Dennewiß- und Kaßbach- 1tr'aße, hem Wahlstaliplaß M. an die Zeit der Be- fre1u11gskrie§e. In gleicher Weise smd den Schlachten der spä- terexi Feldzuge diz? NamenAlsen-, Königgräßer-, Gij- sch1ner-, Sbalzßerstraße entnommen und mit der Irie: densstraße m ]üpgstcr Zeit zum Abschluß gebracht worden. Nach dxr Königsburg, den der Kunst, der Wissenschaft und Waffen geividmcten Gebäude fiihren ihre Namen: _die Burg: straße,„w8che_noch im 14. Jahrhundert daS flache Ufer der Spree bildete; 1hre Bebauung begann zu Anfang des 17. Jahr- hunderks. PLL. Kleine Burgstraße, ursprünglich ein Kana1 1111ch dem stadtisckxn Kaufhausc an der Spandauerftraße, fiihrte bit.“, 1840 den Namen „Sprcegaffe“; der Schloßplaß, welcher beiden Schwesterstädten zuerst das Ansehen einer Fürstlichen Re- fidenz gab. Am 31. Juli 1443 legte Kurfürst Friedrich 11. hier den Grundstein 'zu seiner Burg, die dann im Laufe der Jahr- hund_erte_ zu einer Königsburg fick) umgestaltete in den Pha1en ihrbs WackWthumH ein Bild des Staates. Nach.dem zunx Domstist crhbbenen Kloster der Dominikaner, zwischeii der Bruder: und Vrerte:_ (bis zu Anfang des vorigen Jahrhunderts „Großez“) Siraße, hieß dcr'Sch[oßp1aHfriilz-:r, „Domplaß“. Die Schkoßfreihcit, Uacl) Emschränkung des Müh1cngrabens als „Gang am neuen Wasser“, dann die „Freiheit hinter der Wasser- kunst“ nach derselben beim Münzthurm benannt, wurde im Jahrs 1672 angelegt. Durch die Schloßfreiheik wird der Schkoßplaxz mit dem LustgngeJi verbunden, der als ursprünglich müfter any, nach schritttyeiscr Umwandlung in eine seines Namens .wurdtge Gestakt die allmähliche Entwickelung der Haupt: und RZstdenzstadt. Yon ihm führt die Schloßbrücke, welcbe friiher als eme Zolzerne Briicke das alte KöUn mit dem Frie- drtchSrocrder ver cmd, nach dem Plaß am Zeughause, me1:

als Kurfürß Friedrich Wilhelm Brandenburg eine erhöhte Bedeu- iung auf der See verschaffen wollte; die Dersflingerstraße, im Jahre 1870 entstanden und nach dem General-Fekdmarschall von Derfflinger benannt, welcher das Eckhaus am KöUnischen Fisch- markt Nr. 4 besaß. Der ZieTben- und Dönhofsplaß, letzterer ursprünglich eine ESplanade und der große Markt ge- nannt, erhielt seinen Namen zum Andenken des Generals, Grafen von Dönhof; der Haake'schc Markt, nach dem General-Licutenant Grafen von Haake, damaligen Kommandanten von Berlin, welcher 1751 den Anbau dieser Gcgend leitete. Die Kommandantenstraße, im Jahre 1658 als Kommunikation außerhalb doc.“; Walles am neuen Festungs- graben enkstcmdcn, fühvte von den später dorthin verlegten Scheunen den Namen „Schcunßngaff-s“, hierauf nac!) dem Befißcr ch Minister Ercußschen Gartens „Inannengaffe“ (im Volksmundc „Schwanengaffc“), und demnächst nach dem Generakmqjor und Kommandanten, Grafen v. quich und Lot- tum ihre ]eßige Bkncnnung. Die KMUM- und K'reußstraße erhielten ihre"Namen von den Staaks - Ministern v. Kraut und Creutz. Bcilaufig 191.1)in bemerkt, daß die frühere Ros en- und R of 2 n qu c 1' 9 as 1 e (]eßigc Markns: und Kleine Markusftraßc) bis zumIahrc 1862 ihre Benennung nach dem großsn Garten des Schweizcr-Obersten du Rosen fiihrten. Hieran schließen fick) die B1üchcr-, Bülow:,dicKörner-, Schar11horst-, Schill- und Yorkstraßc, die Bi31narck-, Herwarth-, Hinder- s1n:, Molfk.e-, Noon: und Wrangelstraße. Fekner die Bor]en-, Etchl)orn-, Flottwe[[-, v. d. Hex)dt-, Lot- Nini-,Ma1iteuffel-, Nosti : und Puttkammerstraßs. Die beiden Präsidentenstraézen schreiben ihre Bencmnmg nach der um 1764 erfolgten Bebauung von dem Stadt-Präft: denten Kircheisen her.

Nack) den einzelnen Trnppengattungen smd benanni: die Artillcriestraße (bis 1827 „Waffergaffe“), die Dragoner- ftraße,'we1chret' Yre ZYNMUUUJ voii den im Jahre 1683 hier _ "211111019611 r "'

I)er TMZ degi MeiZTbriverke der thdqer- und Bagkunst fick) aus- FFft1861q„ErsTe ScheunTYYsrx“),erlZvlieeltÉrTltei KYYZZZ ckißn: "LFZ ,de 1112311129?“ U; WF) „MY Nermgs GkUUdNffk-U ÖGZMULU- vorigen Jahrhunderf „VerloreUe Straße“); die Hus arenstraßc, Johann de B dt? WKL drtlmé LTJ fskZZLsLHk U1_1d Mdlxck] von im vorigen Jahrhundert enrstanden, heißt jeßt Hollmannstraße;

0 W en 0 wurde, um rend die Verzrerungen die Kanonier- und Kürassierstraße, [eßtere seit Anfang

Hofrajh Kqck) (Cochius) benannt, zur Regultrung der IunkerftraZe seine umfangreiche Meierei ein- gxhezi [WHZ bie Koppenstra e und der gleichnamige Platz, dW thre ezetchnung zu Ehren des Raths: und Stadt-Haupt- manns Koppe tragen, auf dessen Acker- und Wiesenländern die Straße entstand, und welcher gleichzeitig als Armen-Deputirter m der Spqndauec Vorstadt einen Armenkirchhof (Koppenpla ) anlegte; dre Krausnick-, Liescn-, Ließmann-, Me? ner-, Nauny11-,"Neander-, Otto:, Rock;- und Rücker: straße. L_eßtere, langs dem Garnisonkirchhofe hinlaufend, hieß ebedem „Kirck)hofS-“, auck) „Trommelgaffe“, weil hier zwischen Kirchhof xmd ben ehemaligen Scheunen die Trommelsthläger _der Garnison chre__ Uebun sstätte batten. Demnächst „Wüste Gasse“ genannt, tragx ste i ren Namen seit 1862 zu Ehren des um das Wohl der armeren Schuljugend fick) vielfach verdient gemachten Rathmannes Stanislaus Rücker. Ferner die Schu- m'ann- und Sommerstaße, als ehemalige „Kasernenstraße“ seit 1859 nach dem Stadtrath Sommer benannt; die Splitt- gerbergasse, . nach dem Bankier Splittgerber benannt, wexcher namentlicb auch den heutigen Logengarten ver- schonerte, deffer'i altere Baumpflanzungen aus jener Zeit (1748 bis 1793)"herryk)ren. Die Wadzeckstraße, früher „Mudricks- gaffe“, tragi lhre Benerinung seit 1823 nach dem Professor Wadzeck, welcher hrer_ die gleichnamige Anstalt für verlassene Knider der Stadt errichtete. Die Weydingerftraße“ endlich xrhielt als ehemalige „Vierte Scheunengaffe“ im Jahre 1862 ihren Namen ngeh de„m 1837 verstorbenen Kaufmann Weydin- ger, dessen gleichnamige Stiftung in der Großen Frankfurter- ftraße Nr. 25 nqck) besteht.

. So ist das m aUgemeinen Zügen geschilderte Entstehen und die Benennung der Straßen Berlins mit der Geschichte deffekben,

von der ä11esten Zeit bis zum heutigen Tage auf das Innigfte verbunden.

welcher zur An1egun'g dies er und

=

Die Straßennamen Berlins. 11. (Vgl. Bes. Beil. Nr. 16 vom 19. April.)

'Nach preußischen Regentinnen und Mitgliedern der Königs- familie sinduferner folgendc Siraßen benannt: die Kaiharinen- stUraße, friihere Kleine Georgenkirchgaffe (Gemahlin des Kur- fixrstcn Joachim Friedrich); die Charlottenstraße, anfäng- lich von der Dorbtheenstraße bis zu den Linden die Benennung „SiaUstraße“ fahrend (Königin Sophie Charloitc); dic:

. . Die Rolandgsäuleii“). Lntsenstraße, Lmscn-Plaß und User (Köiiigin Luise); *

11.

die Elisabeth: (frühere Baum:) Straße und das gleich- namxge Ufer (verwiüwete Königin, und die Königin- Augusta-Strqße „(ehemalige Grabeustraße).

. Sodann: _dte A(brecht-, Marien:: und Karlstraße; die A„lexandr1nen=, Victoria: und Amalienstraße; die Mariannenstraße, :Plaß und Ufer; dieAdalbert: und Admtralftraße; das Kronprinzcn- und Friedrich: Karl-Ufer. Allgemein gehalien find die Benennungen: Prin- zxnstraße“) *und :Allec, Prinzessinnen-, JÜrsten-, . ohcnzolkern- und. Regentenftraße; dagegen führt die vor? ÉZZZ nstrda Ze Yen Namen von dcm Markgrafen Philipp

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a1Te11DKurfLÜlistendamm. f s nftraße den ihrtgen von dem

* ie lexanderstraßc und :Pla (frii er „Confro- EHcarpe“), dW Kaiserstraße (zuvor Sanßdgaffe)? und später die Kle'tne Akexander- (ehemalige Jakobs-) Straße cr: 141911211 ihre Namen am 2. November 1805 zu Ehren des Ranch Alexander 1, von Rußland, nach dessen Einzngc durch das Frankfurter Thor, am „25. Oktober desselben JahreH: dic FranzstraßeUUUd der Kaiser-Franz-Grenadierplaxz nach1 dem_ Kmier von Oesterreich. Der Großfiirstenplaß schxeibt seine Entstehung und Benennung von der im Jahre 1776 dem Gxoßfursten Pank Petrowitscl) von Rußland zu ssiner Verlobungsfeter uqter prachtvoüen 3911211 vcranftalieten Festlich- ke1t her, wonach die dortigen „Zeltcn“ als eine Nachahmung entstaLnldY'd b d

u ie e entenden Ereigni e der vaterländi enG ' reden in den Straßennamen derffHanptstndt zusYen [WKÖ Geschlechkerw Die König biH zur Spandauerstraße „An dcr Laiigenbrücke“, und von dark bis zum alten FestungstFor „Am Oderberger“-, später „Nm Georgenthore“ genannt, er ixlt miT dem Königs: (Fcftnnch-) Graben ihren heutigen Namen von dcm Ereigniß dcr Kröüunq de-Z “Kurfürsten Friedrich 11]. zum König von Preußen 1111 Jahre 1701. Die Neue Königsstraße, bis zum März 1810 „Bernauerftraße“ genannt, mit we1chcr die (1116 Landßraße nqck) Bertigii begann, trägt ihren Namen zum Andenken an den Einzug'Komgs Friedrich Wilhelm 111. nach Abschluß des Tik- fiter Frxedexzs. Der Bellealliance-Plaß (bis zum 15.Sep= tember 1815 das „Rondeel“), der Leipziger Plaxz (bis zu

*) Die Prinzen asse beim Schinkelpla 'ül rt na dem r “[ 15011 Prinzen ibrcn Vßamen, welcher das G&Jdssück Ré, 3 ['LH-112011

Sstraßc, Ursprünglich von der Burg- -

aus der Hand Schlüters [)ervorge an en sind. Der [a am Opernhaus 6, welches Freihkrr UYU gKnobclHdorf imPDezYMber 1742 voücndetx), nachdem der Grundstein zu dem Gebäude mit der von Kiimg Friedrich 11. verfaßken Inschrift: „1766860115 116); Jp0111111 6111111515“ am 5. Scptembsr 1741 gelegt wordyn 1var__. Dre Universitätsstraße, zwischen dem Akademic: Jebaube und dexn bon Voumami dem Vater für den Prinzen Heinrich 1754 bis 64 erbauten Pa1ast, der im Jahr? 1809 der damals. gestxstejen Universität überwiesen wurde. Von dem ?lkademxegebaude, dem früheren Königlichen MarstaUc, bicß dic Stmßc voxdxm „Stallstraßc“. ' , In d'texer "Gegend, welche bis zum Brandenburger Thore 11111 der Stegesgottm einer KUUststraße glsicbt, dehntcn fick) früher nickte Strecken sandigen Ackerkcmch (ms, (11:3 dessen erste Anläqe bie STMßL „Unter den Linden“ Lnkstcmd, zu der die KU1“: surftm Sopw? Dorothea im Jabra 1680 den ersten Banm pflanzte. Zunachst war es die nördlichc (rechte) Seits der Lin- dcnaUee bis znr Sckzadmvstraße oder die „Erste Rcihe“, wckcbc bc: bciut wurde. 'Leßtere Benennung schrieb sick] von den Banm: reihen her, die zuerst vierfach, seit dem Jahre 1699 aber eine sechsZ1chedwa€É _ 11 „en 171110117361“ Wissenschaft ehört erncr dic Köni : [[ck]? (PMW 11111 der nach derselben benchnntcnfCharitSstraßge, Ursprungbch „rm Jahre 1710 [116 ein Pesthaus errichtet, das mit dem Ver1chmtndcxr dicses Ucbech zu einem Hospital und Arbeits: hause nmgcsthaffen wnrde, verwandelic König Friedrich Wi!- 1)€1m [. dasselbe 1726 in ein allgcmcinch Krankenhaus und eine Schztle für angehende Aerzte iinwr dem obigenNamcn. Der Thtßrarzneischnl : Play, Ursprünglich gebildet durch die Vexcmigimg zweier VkrbilldUUgSWLgL, von Monbijon und der Yetdcudkrmmcrbrücke nacl) dom Keinen Thiergartcn nnd der szmdauer Heerstraße durch den heutigen Thierarzncistbnkgartcn 121913 „vordem „Scbönfiiijbcrp1ciß“, nach dem Schönfärber'Panl «cbcrbc,_ welchcr fick) hier 1722 zncrst (mbantc. Mit Stistnnq der Thisrarzneisckulc in dem ehemaligen Griiflicl) Rsnszsckicfi Garten, 1790, er)ielt der Platz seincii chigen Namen, _ LION dyn Männern, Welch? anf dcm Schlachtfclde wie im 1n1»tciatsbielist, im (536111616 der Kunst und Wissenschaft Linen 111wchaiigltchcii Namen sick) Erworbén, haben folgende Straßen nnd'Plezßc TC. ihren Namen erhaltcn: Raulé's Hof , wosclbst Vchgmm Rank» als Direktor dcr MMM? 1678 das Haus, Akte LerpzigxrstraßenNr. 1, erbauen ließ, und das UUf jenem Hofe befi11d11che Gebaude zum Marine-Ministcrium in der Zeit bestimmte,

des 17 . Jahr underis bis 1836 die „Todtengaffe“ xxenannt, und endlich die Pionierstraße. "

Zur Katxgorie der Straßen, welche nach Künstlern und Gelehrten 26. ihre Benennung tragen, gehören: die Behren- straße, seit 1712 auf dem zugesclzütteten Festungsgraben ent- standen und nach dem bei Anlegung der Friedricbsstadt thätig gewesenen Baumeister Behr benannt; die Büschingstraße, zn Ehren dex; um die Wissenschaft sehr verdienten, 1793 ver- storbenen Direktor?- des Berlinischen Gymnasiums; dic Can- tianstraße, als ehemalige Kommunikation odcr „Weiden: damm“, nach dem Königlichen Bauratl) Cantian; die Corrie: lins: und Drakeitraße; dcr Enke-Pkaß (nach dem Di- rektor der Königlichen Sternwarte); die Hegelstraßc, zuerst seit 1696 „Schloßbauplaßk Und demnächst bis Februar1872 dcr „Bauhos“ genannt; die Hißigstraße; dcr Humboldts- hafen_(9[_lexander- und Wilhelms-Ufcr); die 8211116- und Lmkstrqße, erstere seit 1839 nach dem Königlichen Ge- uerai-GartendwekWr Lenné, letztere seit 1845 nach dem Geheimen MedxzmalMatl) und Dircktor dcs boTanifthen Gartens benannt; dre Nean_der-_, Rauck)-, Raupach- und Schadomftraße. LeYtere hieß bis 1836 „Kleine Wallstraße“ und erhielt ihren 163th Namen nach dem Direktor der Akademie Schadow, wel- cher das Haus Nr. 10 besaß. Der Schinkclplaß hieß bis 1869 „Maß an dex chakademie“ und zuvor nach dem alten Packhof oder her Niederlage die „Niederlagstmße“. Dcr Schil- leiylaß erhielt 111111) der_ am 10.91111161111191“ 1871 erfolgten Aufftellung dcs Dichterdcnkmaks unterm 9. Dezember dkffclben Jahres seine _Vexicnnung. Er bildet den zwischen der Jäger- und Taubenstraße" gc1egencn Thei1 VLS Gensd'armennmrktcs, welcher 1316 ursprungbck)? ESpwtiade der „Lindenmarkt“, nach dem Enkstshcn des WilhelmSplchs der „Mitte'l“:, später der „?11628'1M111*kt*k„ 111111, nachdem 1381“ König im Jahre 1773 bier d1e_©talls 1ntt_eincr_Wach)s für das Gensd'armorrie-nginicnt errichtet. [)aite, _]eme ]eßtge Benennung erhielt, Die Stüler- nnd T1xch11raße (nach dem Dichter Tieck beannnt) bilden den 01phab811sck)811 Schluß diescr Straßen.

, Nrcht 1113111191“ reichhaltig ist die Anzahl derjenigcn Straßen die nach Mannern be'nannt find, Wckck]? fick] um das W061 der, Stth verdlknt gemacht haben. Davin gkl)ören: dic Borsiq- Feilncr:, Gormann: (früher Hascubeger:); die (53911; 11111_vftraße (nach dcm Stadivcrordnetcn Gollnow benannt); die Griebenow:, Hollmann; Keidel: (ehemalige Schießgaffe)

(Vergl. Bes. Veil, Nr. 16 vom 19. April.)

Der Rokand ist schon im ersten Theil dieses Aufsatzes bemerkt wbrden, hervorgegangen aus dem alten Gerichts: baum, Dieser aber wurde aufgerichtet zu Ehren des Licht- und Sonnengottes, welcher als allsehender schwertführender Gott auch das Blutgericht hütete und dem .cere in der Schlacht voranschritt. Dieser Gerichtsbaum so te jedenfalls em rohes Abbüd des Gottes sein. Die Sonne wurde näm- lick) dargesteUt als ein Rad, eine Scheibe, eine Kuqel. Da der _Sonnenbakl aus einem gewaltigen Woskcnbauu'i empor: zustetgen schien, so war ihm ein säulenfbrmiger Baum heilig, auf dem eme Kugel ruhte, also eine “Figur, wie fie noch heute ber Ro[and zu Brakel in Westfalen zeigt, und wie fie fick] noch 19151 mii den Pfosten der nzcisten Bauernhäuser am Süntel in der Große- von mehreren Fuß angemalt findet. Der Name dieses 6301195, 8111 odex Tru, lebt noch fort in dem Namen des Dienstags, dcs alstéjten Gertcbtéiages,“ friiher Tiesdag genannt, englisch Kock) [)eute'11195637,.dariisch Tirsdag, schwedisch Tisdag, französisch 11131111 ;? 1113111315 (119.8, W;) also nur die kriegerische Seite seines Weseiis _bcrvorgchoben Wird. Auch heißt er Er, wonaob in Bayern der Dienstag noch heute Ertag genannt wird. Ein Beinaine von ihm Ear Hruodo oder Hurod'o, „der Berühmte“, der in Franken und in Zachsen besonders ublick) gewesen und auch an Stelle des eigent- lichen Narxiens gebraucht worden ist. So soll Karl der Große m_:f der_dxarzburg ein Gößcnbild Namens Krodo, das in der LmkM em Rgd (das Symbol der Sonne) getragen, um cworfen haben, und m Salzwedel und Gardelegen soll cr da elbe ge- than haben, obgleich er diese Orte schwerlich je betreten hat. So 1011 auf der Schaumburg unweit der Weser bei Rinteln cin Götze Krcntbo verehrt worden sein. So wird von dem Angel- sachsen Veda (um 700) der dem KriegSgotte cheiligte März- monat (111011818 116111115) durch Hch-mönadh ji erscßt, indc1n das angelsächsische é- dcm althochdeutschen 110 und dem nicd-ar: deutschen 0 entspricht. So redet cin Interlakencr Weisthum von einem Rcdt-monet, und eine Appenzeller Chronik von einem Redi - monet, und aus dem Hennegau wird dis Form Roydack) für Dienstag berichtet.

Es wird von diesem Krodo besonders hervorgehoben, daß

*) Nach cincr

Untcriuchung Von Ludwi 635 c „Urkundlichcn g L

_ _ in dcr Gestbrchtc dcr Stadt Stendal“

(Stendal

undKoblankstraße; die Kockzstraße, nach dem damaligen

1371, Dani und

Verlag von Franzen und Große),