103
Kreise. - Koeslin. Die Sterblichkeit unter den Menschen hat während des Monats December v. Z. keine ungewöhnliche Erscheinungen geliefert. Rd:l)e1n, Masern und Scharlachfieber herrschen in verschiedenen Ortschaften des Belgardschen, Fürstenthumschen,“ Neu stextßnschon uno Dramburgschen Kreises. _Zedkxh zeigen diese Ausschlagskrankheicen keinen bÖSartigen Charqxcer. Hie und da, und namentlich auch am hiesigen Oxte, grassrt unter den Kindern und Halberwachsenen eine katharrhalische Halsbräune. Das Ncrvenfieber hac steh iu Dresar, Scolpschen, und in Pustanim uud Penne- kow, Schlawascven Kreises, geäußert, wogegen es in Sault", Lauenburgschen Kreises, im Sch*vinden ist. ""x“ Die natürlichen Mcnschenpocken smd tn Pinnow, Neu» |ettiüschen-*u:1d in Gljsnikz Stolpschen Kreises, zum Ausbruch gekommen. -- Stralsund. Die rheuma- tisch-katharrhalisch:entzündlictzen Krankheiten nahmen _auch im Decembermonac V. I. ihren Fortgang Und waren, besonverß Halöentzündungen (anZina-Z c0115i18r6§ sc uyu1ar65) häufig, seltener wie in dem vorhergegan- genen traten Wechsel; und Sehaxlacbfieder e_in. Doch hat fiel) letzteres wieder in Güßkow eingeskelltund gleich- falls in Gcimmen eingefunden, in beiden Städten aber nich? bedeutend. Unter den besonders im Glimmer Kreise grasficenden hitzigen Hautausschlägen kamen die Röcheln am meisten vor und diese smd auch an einigen andern Orten einzeln bemerkt worden. Alle in diesem Monate vorgewesenen Krankheiten haben aber keine. außergewöhnlickw Sterblichkeit hsrbeigefübrt, obgleich im Anfange desselben die Kcankenzahl sehr groß war. 7. Schlesien. - Breslau. Der im Monat Decambcr v. Z. vorwrrschende Krankheitscharakcer war rheutnattsch-e1*-tzündlicl). Die am häufigsten vorgekom- meneu Krankheiten Waren besonders im Anfange des Pkonats, katharrlwliscl):ryemnaiischeerber mit entzünd- licher Neigung, örtliche “Rheumatismcn und entzünd- lich-rh211Matisches Hüfcwek). Gestänsrose, katl)é1rcl)ali- 1che EntZändungen des Halses, des Brust- und Bauch- felles waren anch nicht selten. AU?!) Koliken, Darcy- fälle und Cholera stellten sich ein. Der Magenkrampf- zeigte sich bei Personen von ganz verschiedener Konsti- tueion “und Alter, so auch. di.: unregelmäßige Gtcht, Milzbexsclpverdén und Wechselfieber. “Bet Den Kindern wurden hier keine herrschenden Krankheiten bemerkt, am häufigsten gingen unrxr ihnen, so wie Unter den Cr-wachsenen, durch cis Witterung bedingt, Huscn Jud Wechsetfieber herum. Zu Würden, O;;lauschmr Krcjjes, so „wie zu Sandewalée Und T1"c1)iscey, Guhrau]chcn Kréises, waren einige Personen am ITervea1fishcr er- krankt. Zu Polntsck) Peterwikz, M:“msterdergxcl)“: KM- ses',» war der Schmtdt am Typhus gsstorbcn; Za. Wär; ben, Ohlauschen Kreijes, hatten fick) die *))Tsuschenvlacx ternx'gezeigr, desgleichen, jcdocl) modifictrtcc Arc, zu Neudorf, Habelschw-xrdter Kreises, bcT zwei qejmpfcen
Kinder". Das Scharlachfiebcr war zu Herrnsiakt, Au ras und hie und da im *))?üustorbergcr, Screhlener, Oxlsener und Breslatler Kreise ansgcvrochcn. - Dse Masern git'gen eprdemisct), jedoä) gutartiq im Nm- markrscben, sporadi'z'ä) irn Scr-el)lex:.er, OeLSener und Trebnißer Kreise, ale) in der Stadt TracUeW-crq her. um.“ .--_ An den Röcheln waren zu Krcixewrlz, Brieg schen" Kreises, drei" Kinder erkrankt. - L eegnilz- Der allgemeine Gssundheitözustand während des Mo- nats Dezember war im Betrachc der Zahkeszext, im Ganzen recht günséig. Der allgemeine Krankycitzx Cngakcer“entwickelte sci) nicht zu den höheren Graden des *Emzündkichxn oder Nervöse", der Verlauf der Krank- heiten neigte sich zur Gukarrégkeir, dabei fanden alias- mxßn "dur'ch'grexfende Epidemien: oder Komagionen nicht
statt und die Sterblichkeit übe . e - Verhältniß nicht. Beiweitesz“ WWII," tßarrhalijche, Affektionen und . * * “m Fieser lage, reinentzündliche Affek-ciou'eü waren"'fe*lt-en. J ' tzem Dare des Liegnißer KMUs wur-den einige sonen, unxec Einwirkung d 7 irender Einflüsse" Typ'hus befallen, der-miZ En; ickxlung eines Kom“ ums verbunden zu sem »]chieu, aber unter Beschränku des Ansteckungsmoments durcb angemessene polizei“ Vorkehrungen, 1th schon beseitigt iß. -- In ein: Dorfe, Hoyerswerdaer Kreises, in Liegniß, in MW: ]mecen oxs Bolkeuhainer und in drei Ortschafcens Sproccauftheu Kreises, brach das Scharlachfieber a Der Verlauf der Krankeic war im Ganzen gutart' egxigemal wurde dieselbe tödlich, uud zwar in denerß Stadtken theils durch Hicneutzündung, unter ungünß' g-ex Emwirkung der überheizcen Stuben der Lankleur vet unterhiiebener ärztlichec Hülfe, theils in den spät Len chdten der Krankheit durch Nachkrankhciceu, ' Folge emes unangemessenen Verhaltens. Zn cini wemgen Fällen trat die Krankheit gleich als Hirn zaxzdung auf, und nachdem diese durch ein antiphl 12714)“ Verfahren und hauptsächlich durch kalte Ueb gtesungm des Kopfes beseitigt war,„ verriethen wieder holte Av|chuppungen der Haut des scarlatinösex GW lage. EinzaügeMeine Verbreitung des Scharlachsf unter Bejetcigung des Ansteckungsmoments und wendung der Belladonna alxs Prophylakcikon nirge jkatt. - Oppeln. Der Hauptcharakter der Kran cen unter den Menschen während des Monats Deze b.er v. I. war katharrhalijch.rheumatisch, von Weeds fiebern, Hals:, Lungen; Und Augenemzündungen bea ret; auch lttcen mehrere Erwachsene-an Gelb- und ' serjucht. Kinder wurden vorzüglich vom Ketchhu Witngesucbt. -- ZU'Chrosczinna. .und Sackrau-Tura U11 Oppeln.“ Kruse, so wie zu Gr. Peterwjkz im:)lac' borer Kreis und Gr. Koschmieder i_m Ludlinikzcr KUW erkrankte]! auch einige Personen am Nervenfjeber. Toster, 10 wie im Oppelner, Kreise zeiqcen sccb dien e_ljxlichen Pocken, gegen deren weitere Verbreitung a ]oforc Maaßregelu ergrtffen wurden.
Königliche Schauspiele.
Die11|ag,.30.Zan. Jm Schauspielhause. ?! Begehren: „Der Jude,“ Schauspiel in 5 “Abcheélu gen, uncl) dem Engl dcs R:“chard Cumberland. Vo vor: „Der Parka,“ Truuerspiel in 1 Aufzug, v Miäwel Beer.
Jm Opkrnhause: „ RedWéc. “* Einlaß - Bi“ zu ? Thlr. für jede Person, smd bis Dienstag Ra
mittag 5 Uhr bei „dem Kastellan Herrn Sattleri _
Opexnhausc, bei dem Kastellan Herrn Adler im Sch ;pi*l()ause, und Abends nach Eröffnung des Hauses Beiden Kassen zu haben. Es finoen zu dieser Reds dw bei Nn tägljch)en. Schauspielvorskellungen gewöh chen zwei Eingänge statt; der eine dem Universtcä bände, und der andere dem Btbliochekgebäude gegen:?“ Es werden auch Zusck)auerbillecs“zu den Logen des och Ranges verkauft, und find daher diese Billers g-j Bozahlunq von ;; Tvll. für das Stück, WU Dient?“ Morgen 9 Uhr bis Nachmittag 5 Uhr, bei den M genannten Kastellanen zu haben. Während des AUM [)aiccs in den Logen steht es einem Jewen frei, [UT) demaskiren; jedoch njébc während der Anwesenheic Saale. Dia Kass“- wird um 9 Uhr geöffnet. Ende Rudoute um 5 Uhr.
“___“-"""""
Gedruckt bei Feister und Eiscrsdorff.
Nedacteur 3 ob“
** k
n P .
A [*lgz
meine.
reußjxschc'Skaats - Zeitung.
„KH 26.
r* “**:-“"*“ .
„*
AKMt-liche Nachrichten. “_K'ronoildes Tagxs.
"Neun und zwanzigster Bericht.
Das Befinden Seiner Majestät ist gut. Die Hei,- ng des Fußes ist* so weit gediehen“, daß der frühere erband gegen einen leichtern hac verwechselt werden nnen. * '
Berlin, _den 30. Januar 1827.
“Hafelanv. “Michel., Büttner. v; Graefe.
. .
Seine Majestät der König haben dem General der WWU: Grafen von Liusjngen und dem General rJnfanrerie Grafen von Alten, beide in Königl. anndverschen Diensten, den rothen Adler-Orden erster tasse zu verleihen geruher.
Seine "Majestät der König haben dem General- a?,or und' Kommandeur der 4een Kavallerie-[Brigade, OnSohr, den St. Zohanuiter-Orden zu verleihen ruhex. “ * '
Des Königs Majestät haben den Dr. moäicinae,"
"arcie'nsen in Stralsund zum Regterungs- Und Me- cinalRathébei der dortigen Regierung allergnädjgsr ernennen ger'uhet.
Des Königs “Majestät haben den bisherigen außer- rdentlichen Professor in der philosophischen Fakultät
Universität zu Bonn, ])r. d'Alton, zum ordent- che51 Professor in dec'gedachcen Fakuljäc zu ernennen Mt.
Der! bisherige Direktor der höhern Stadtschule Linz, Jacob ONeyer, ist* zum Direktor des Gym- “sli in Düren ernannt worden.
Zeitungs-Nacbrichten.
Ausland.
Paris, 24. Januar". Gestern haben S. M. in “kgleitung des Dauphins im Forst von agr.
Der Minister der geistlichen Angelegenheiten sa'gte Bicafchrifc des
“seinem ueunchen Vortrage über die
'daß einzelne Mitglieder
Vincennes ge-
!
Berlin, Miéc_woch, den Aten Januar 1827.
Grafen“ Montlofier: die Feinde, wie die Freunde derx Jesuiten wären rücksebtlicv derselben über drei Punkte ganz einig, nämlich über ihre außerordentlichen Fähig- keiten“in Betreff des Unterrichts der Jugend, übey die bcwunderungswürdigen Erfolge ihrer Thätigkeit als Mis- fionarixn, Und über die große Strenge ihrer Sitten. Der Minister räumte ein, daß viele der'ihnen gemach- ten Vorwürfe wenigstens in so weit gegründet seien, dieser Gesellschaft davon 'mit Recht betroffen würden, er. behauptete aber, und stützte sich in d'ieser Beziehung auf die Anstehc eines unserer eksten Sch'riftstoLUer (Hrn. von Chateaubriand), daß das Gute, was sie geschaffen hätten, die Nachtheile, welche ihnen zugeschrieben werden könnten, bei weitem" über- steige. Zn Betreff ihrer'recwlichen Existenz äußerte zwar der Minister, daß sie nach den bestehendetiGeseßen in keiner Art befugt" sein würden, als Corporation'zu bestehen; als Privatleute Und als einzelne Personen, die nur_durch Bands einer geistigen Verbrüderunq an- einander eknüpfc wären, könnte gegegen ihr Bestehen kein recht jeher Einwand“ vorgebracht werden. -- Dieser » „einung ist die Commission nicbx gewese'n und bat ckn- ter andern eine Ordo_mianz Königs Ludwigs )(UX. vom I. 1777 angeführt, wodurch er „allen seinen der Gesell- schaft Jesu verpfiichtexen Unterthanen verbietet, slch zu vereinigen, um, unter welchem Vorwande es auch sein möge, ein gemeinsames Leben zu führen, auch ihnen ausdrücklich verbietet, irgend einen Verkehr oder Corresvondeuz mec Fremden zu unterhalten, welche Mitglieder der gedachten Gesellschaft, und besonders mit solchen, welche einen hdhern_Rang in' derselben ge- habt haben möchten.
Folgende Notizen über den Hrn. von Maubreuil, der den Fürstcn TaUeyrand angegriffen hat, wxrdén nach diesem Eretgniß nicht ohne Interesse sein. 'Gu'ery de Mqubreuik wurde ums Jahr 1780 in der Bretagne ge- boren. .Er machte mehrere Feldzüge unter den “französ- Wen Heeren, und trat hierauf in Dienste des damali- qen Kömas von Westphalen. Im Augenblick,“ als im Jahr 1814 die Alltirtsn in Paris einzogen, befand er sach daselbst. Er behauptet, mit einer Masston beauftragt qewesen zu sein, um die von der ,Famxlie Bonaparte cntweudeten Krondiamancen zurückzunehmen.“ "Auf der Straße von Fontainebleay„begegnete er der Königén'von Wcßvlmlen, hielt den Wagen an, und bemächtigte such mehrrrer Kasten mit kostharen Effekten. DéeimNamen ces Kdniqs bestehende Regieruvg befahl, jolcbe'dek Für- stin zu-ück zu geben, allein es mangelte ein Scljrcibzeug von großem“ Wet'th. Taubk'euil wurde verhaftet, ' das Tribunal von Paris erklärte sei) jedoch itcompetent. Er wurde in Freiheit gesetzt, ajver m den 100 Tagen wieder verhaftet. Nun scl réeb er ein Höchst belejdxgen-
des Pamphlet gegen den König, das ihm seine" Frerheic