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von Candia, und ééne noch größere Anzahl in den Ge- “wässern des Archipelagus “ungeschmt auf alle fremden Flaggen Jagd zu machen fortfahren.“
“ Südamerika. Nachréchcen aus Buenos-Ayres (in Londoner Blättern) enthalten einige merkwürdige (Aktenstücke, die dazu beitragen können, eine genauere Anscht der Lage der Dinge. in Paraguay 'zu geben. Wir theilen solche nachstehend mit, indemwir, zu besse- rem Verständniß derselben, die Bemerkung vorausschik- ken, das; laut den neuesten Nachrichten aus Buenos- Ayres und Brasilien, die Seemachc von Paraguay ge- genwärtig zum Theil im Paranafluß vor Anker liegt, *um kein Fahrzeug von„Brasilien durchzulassen, indem sder vormals. entworfene Plan einer Vereinigung Bra- sliens mic Paraguay nichr Statt gehabt hat. Para- “guay will nun some Regierung unabhängig erhalten und um so mehr vercheidigen, als es vermöge seiner Verbin- dungen mit den neuen Provinzen, die fich an dasselbe - -angeschlossen haben, seineProdukteleichc ausführenkann. “Auf dem Pilcomayo verkehrt es mit dsn Provinzen 'Ctzarcas, Cochabamba, Potost, La Paz und Santa Cruz, und auf dem Parana mit den Ländern von Corientes, Santa FS, Cordova und Salta. Der Hafen Santa *FS war zu den Zeiten der spanischen Regierung em Freihafen für die Einfuhr der Produkte von Paraguay, als der nächste Punkt für die Anschaffungen der nöthe'. “gen Vorräche an Taback, Zucker, Reis, Branntwein, Holz und andern höchst norhwendigen Waaren für die "Völker an den beiden Ufern des Platy; dieser Hand- -"lUngsplan von“ Seiten Paraguays, wird Brastlien an “jährlicher Ausfuhr beträchtlichen Sckaden zufügen. Oben- “benannte zwei Aktenstücke fino ein Schreiben des Admi- rals der Seemachc von Brasilien“ an den Commodor 'von Paraguay", und die Antwort desleßcern jenes Schrei- bens ist folgenden Inhalts; .
* „Da der Doctov Francia einst dem Ka:]"er „DonPa- dro wiederholte Verficherungen seiner Neutraltcäc gegehen, und in dieser Absicht Commifféonen nach Madxid'gejchtckc, 'um gewisse Vorschläge zu mach-xn, aber daher dteAbfichc 'gehabt habe, im Fall sie dort ujchcangenommen werßetr "sollten, («dann die Vorschläge S. K*; K. M. von Brasilte-n anzuhören, so habe nun der Kat!“ sxsahke", dyß k!? **Commisfion nichts in Spanien ausZertOtek- MW dk? 'Commissarzen dort beschimpft worden seven.“ Der Kat *ser wisse aber auch, daß der Dokcor Frgncta den Ab- “gesandcen des brafilischen Generals, der m dem „Staate **jenseits des Placastroms kommandierx (Banhg ortentale) ““nicht zagelaffen habe; daß ein dtpjomanjcver chxzc Brasiliens genschigc worden sei, fich nact) Matta-Greoßa “zurückzuziehen, und daß-Paraguay fich zumKrtege ruste.
Er, als Befehlshaber der braßlischen Seemacht. wünsche-
uun aber, daß es zu- einem Vergleich kommen mdcl)te_, jedoch sei kürzlich eine brastlische Brick in pen Gemst- 'sern von Paraguay von einer Goelette dteser Regre- rUng verhindert worden, weiter zu gehen; daher w_ende er “fich jeßt an den Befehlshaber der paraguaytj'clwn Seemacht, und verlange von ihm die Erlaubyjß, emen Parlamencair nach der Stadt Assnmption 1chtckeu zu dürfen.“
' Hierauf antwortete der varaguayische Seebefehlsha- ber untern128. Oktober 1826: „Er müßte von dem Stande der Dinge schr Wenig unterrichtet sein, weny er in der Beförderung der Durchlassung eines brasax. schen Parlameucaixs nicht die wahre Abstcf): des brasil;-
schen „Ministeriums sähe; Brastléen habe die Revolue auf den ame-rlkauijchen Continenc gebracht, dre Ha agencen dieser Revolution in Schuh genommen, [:ck des linken User:! des Uraguay zu bemächttgen; . sllien habe die Sendung der paraguayischetrKommj aten nach Madrid durch die dortigen Zntrtken derE länder vereitelt; und endlich habe es die Revolution Portugal durch die Constitution erregt, um destoh seine Projekte in Amerika auszuführen. Wenn Pedro forcfahre, sich durch unwürdige EinßüfteruU leiten zu lassen, wodurch sogar seine ehrwürdigeMu in den tiefsten Kummer versetzt worden sei, so w auch Doktor Francia und eben so die Regierung Paraguay sich mit Brastlien nie in eine Verbind einlaffen. Zn Paraguay wisse man wohl, daß : Peoro an der Empörung des Abendanno, (welchenF cia hinrichten ließ, weil er die jetzige Verfassung Paraguay zuerst verschlug) schuldig sei. Eben da sei der braßlische Kommissai'r nicht durchgelassen den, weil man künftig nichts mehr zulaffen wolle, aus Brafilien komme. Darum rüste fich auch|1ckara jetzt zum Kriege. Don Pedro habe in Portugal Nxtio: gls Gruudgesche verletzt, wie man dann ver thenk “nne, daß er es in Paraguay besser mackm . de? Auch für die Zukunft Werde er keine weitere 1- munikationen mit den brafilischen Kaiserlichenhw das sei seinen Verhaltungsbefehlen gemäß. Auch er hiemic dem drastischen Admiral zu wissen, daß'x brafilische Schiff, das über St. Nikolas de los Arx vocdxingen werde, angehalten Und die Mannschaf schossen werden solle. Die Unterzeichnung ist: M Boumay und außerdem: auf höhern Befehl, Berta Sekrecair.“ -
I n l .a n “d.
Magdeburg, 12. Febr. Nach tm“= zusamm- skellren Uebersicht snd in der Stadt Magdeburg, Einschluß der Malscairgemeinde, im Jahre 1826 haupt getrauec 358 Paar“, Zeboren 738 Knaben 651 Mädchen, überhaupt 13 9 Kinder, worunter 59 uneheliche Knaben und 66 uneheliche Mädchen sammen 125 uneheliche Geburten befinden, welche daher zu den ehelichen, wie 1 zu 11 verhalten. Ge
ben find 635 Personen männlichen und 546 Pers -
weiblichen Gs!"chlechts, überhaupt 1181 Personen, welchen nur eine ein A'ter von 90 Jahren erreicht Setzt man von den 1389 Geborenen die todtgcbor 56 Knaben und 38 Mädchen, zusammen 94 Kin ab: so bleiben 1295 Geborene, und es smd daher haupt 114 Mehr geboren, als gestorben.
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Königliche Schauspiele.
Donnerstag, 15. Febr. Jm Schauspielhaus“- Brüder,“ Lustspiel mic Masken, in 5 Abtheilu nach Terenz. Hierauf: „Zwei Freunde und einR Lustspiel in 1 Aufzug. Und zum Erskenmalem Ehrenrettung,“ Schauspiel in 2 Abtheilungen, frei dem Franzöfischen bearbeitet von der Königl. Scha [erin F. Krickeberg.
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Gedruckt bci Feisker und Eiscrödorff.
chacceur Zo
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Allgemeine “
reußis'che Staats-Zci-tung.
M' 40.
_Berlin, Freitag, den 16cm Februar 1827.
Amtliche “Nachrichten.
Kronik des Tages.
_ B e k a n n t m a von Gr. Königl. fißenden bei dem Communal-Landca'ge für Alt- Xpommexn und dessen Stellvertreters betreffend. Sr. Königl. Majestät haben mittelst allerhöchséer jnetcordre_vom 30. v. M. die, von den gegenwärtig Provinzial-Landtage versammelten, Abgeordneten „* merus, unterm 18. v. M. getroffene Wahl des !! Landraths von Schöning zum Vorstßenden und Herrn Landraths von Gerlqoh zum Stellvertreter elben, bei dem, nach*Beendig„u„ng desProvinziab dcages, in Stettin abzuhaltenden Communal-Laud- efük Altpommern, allergnädigsi zu genehmigen sx- et; weloches ich hierdurch öffeneltch bekannt „mache. Sternmden 10. Febr. 1827. erKönigl. wirkliche Geheime,Nath _und Ober-Präfi. ** von Pommern, als König!. Landtags-Commissaréus „für“ ssi Herzogthum Pomt'mrn und Fürstenthum
Rügen., (gez.) Sack.
chung, U
Zeitungs-Rachkichten. A u s l a n d.-
Paris, 9. Febr. Unsere Zeitungen sind heute großen Theil mit dem Bericht des? Hrn. Bonnet c das Preßgesekz angefüllt; wir heben daraus fol- de Stellen hervor: Nach einer genauen Prüfung bisherigen Geseßgebung, hénsichtlich der Presse, hat Commisfion erachtet, daß zu den einer Verbesserung rfenpen Punkte hauptsächléch folgende gehören. Zu. die Befugniß der Eigenthümer von Zeitungen, ver- wortliche Herausgeber zu halten, wodurch die be- ckte Gewähr illusorisch wird und große Mißbräuche stehn. Ferner die Ohnmacht des Geselzes, hinfichtlich „großen Zahl kleiner Flug- und Schmäh-Schriften, che zum großen Aergerniß der Gesellschaft Verläum- gen und Schmähungen verbreitet haben. Die Ge, sbeit der Geldstrafen, und ihr Mtßverh'ältniß mit Wichtigkeit der Vergeben. Endlich die Gleichzeitig- der Niederlegung und der Bekanntmachung, wo- ch die Unterdrückung der Schrift und die Verhütung rer übeln Folgen vereitelt wird. Von diesen vier
auptpunkten ist Ihre Commission ausgegangen und [Ögc Ihnen Folgendes vor: Der 1. Art. des Geseßes
[Ummt eine Friki von fünf Tagen, welche zwischen
kNjederlegung aller Schriften von 20 Bogen und
Majestät bestätigte Wahl“ des.
darunter vor deren Publikation verstreichen son. Da diese Schriften gerade diejenigen smd, welche mit einer größern Strenge bewacht werden müssen, und da sie, wegen ihres kleinen Formats, und ihrer Wohlfeilheit, wenn, diesexFrisk nicht besteht, leicht allgemein verbreitet, werden können und ihren ofc boshaften Zweck erreicht haben, ehe die Behörde im Stande ist, es zu verhin- dern,_ so hat fich die Commisswn für die erwähnte Bes . stimmung des Entwurfs encfchieden. Dagegen billigt sie die' Frist von . zehn Tagen für größere"- Werke niéhc einmal,“ weil fie jene Besorgnisse nicht in demselben Maaße erregen, und zum andern, weil die Prüfung größerer Werke in einer so kurzen Zeit doch nur ober- fiächléch skactßnden könnte. Der zweite Artikel'enthälc einige Ausnahmen, rückfichtlich der vorgängigen Nieder- legung, wozu die Commisüon noch andere, wiess scheint, unbedenkliche hinzugefügt hat. Der 3. und der 4. Ar- cxksx haben unbedeutende, jedoch nothwendige und aus de_xn Wesen der Sache hervorgehende Aenperungen er- litten. „Der 5. Artikel, wonach alle Schviften von 5 Bogen uÄad darunter einer Stempelabgabe unterworfen sein sojsxen, hat eine wichtige Debatte veraßlaßk. Ihre Comtxmswn hqt sch gefragt, ob es einerseits angemessen sei, eme fiscalxsche Maaßregel und, kux'z gesagt, eine
" Abgabe durch ein Gesel; einzuführen, was die Polizei
der Presse betrifft, und ob nicht andererseits die Nach- theils davon die bezweckcen Vortheile überwiegen. Der Zweck dieser Abgabe ist nicht zu verkennen. Man will der Verbreitung einer Unzahl von unmoralischen, irre- [jgiösen und boshaftenFlugsMifcen eéneu Damm setzen. Es ist aber offenbar, daß während man dem Uebel steu- ern will, man auch das Bekanntwerden des Guten und Naßlichen hemmt. Alles reiflich erwogen, find die nulejchen "Schriften zahlreicher, wie dioschlechten, und es ist eine nur zu anerkannceThatsWs- daß es weniger Leute gseht, die gern, ein Opfer bringen“, um einen gu- ten und nützlichen Zweck zu erreichen, als solche, die es chu"- umihrer Boshgjx und Schadenfreude zu genügen“ die Folge wurde also sein, daß man mehr (Gutes al; Schädliches verhindern würde. Es wird aber, entgeg- net man, Ausnahmen geben; der Entwurf bestimmt deren eine große Zahl; “"Ein wie viele snd nicht in Ihrer Co'mmisfion erwähnt worden, die ein eben so großes Anrecht als jene haben, und wie viele smd nicht vergessen worden! Dies sind die moralischen Betrach- rungen; wozu der Artikel Anlaß giebt; betrachtet man ihn aber in commerzieller Hinsicht, so ist es unläugbar, daß er den schädlichsten Einfluß auf unsern Gewerbfieiß und unsern Handel ausüben, und daß er die Vortheile, die wir 1-th daraus ziehn. zum großen Theil in die Hände unserer alten Nebenbuhler iM'BUChhandel/ der Niederländer, spielen muß. Ihre Commisfion hat steh aus diesen Gründen bewogen gefundsn- sich 998?“ die