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Widerrede kühn und gefahrvoll. Der FeindeHte ohneZwei- fel achtsamer sein nach dem glüchljchen Einrücken des Gene- rals Kriesoti in die Akropolis. .Der-Oberst trägt das gefähr- liche Unternehmen den Offizieren und Soldaten vor, schildert ihnen die Schwierigkeiten der Ausführung, aber auch den Ruhm, den se sach dadurch erwerben könnten; und die Offiziere und Soldaten, statt zu fürchten, bezeigen so viel Bereitwilligkeit, daß die Zurückbleibenden sich fur Unglücklich. halten, daß fie nicht auch Theil nehmen an der Unternehmung für das berühmteAthe-r, und das gesammce Vaterland. Siehe da, eine tapfere, edle Den- kungsarc! Nachdem so viele Säoke waren bereitet wor- den, als Soldaten“ zu dem Zwecke bestimmtwaren (und es waren ihT'er nicht wenig), und die Säcke micPulver gefüllt worden, und nachdem so alkes fertig “war, bestieg der Oberst mit diesen regulären Truppen das Linienschiff des Herrn Johann N. Chadschi-Alexandri von Psara, und sie segelten gb von Methana am Abend des 10., und am 13. d. M., um die achte Stunde der Nacht landeten sie bei den drei Thürmen, Und marschirten so- gleich nach der Akropolis zu, in Ordnung, auch zum Widerstands vorbereitet, wenn der'Feind sie xbemerken sollte. Was also die Belagerten verlangt, und die Re- gierung befohlen hatte, führte die Geschickiichkeic und die Kühnhekr des Obersten Hrn. 'Fabvier aus. Oberste ist in die Akropolis eingerüxkt, und hat so eine große Menge Pulvers hineingebrachk. Nächstenswerden
wir auch die Art der ?(usführuyg dieser ruhmvolten'
Unternehmung auseinandersekzen.
Zweimal schon wird der für so geschickt und auf- merksam gehaltene Feldherr von .Kiutajeh (Reschéd-Pascha) ' überlistet, und zweimal'die Gräben und Pfähle des tür- kischen Heeres von den Griechen überseßc. Derdoppelte
Versuch.,des sepc-insalarischen Corps, mußte den Kéutax“
jer auf den Versuch des Generals Kriesroti aufmerksam, und das Gelingen desselben noch aufmerksamer auf einen andern machen. Dieses befürchteten wir alle, als der
tapfere Oberst, Hr. Fabvier, den Befehl der Regierung,
zu vollziehen beschloß. Doch der Kintajer blieb immer derHKiutajer, d. [). Türke, und nichts weiter. Wir wissen das Umständléclxe der Ausführung dieses Unter- nehmens noch nécht; doch sei es geschehen, wie es wolle, so beweist es viele türkische Ungeschicklichkeit, und große griechische Geschicklichkeit. Der Zweck ward erreicht, und sowohl von Seite des regulären Militairs, als seines
in jeder Rückstchc würdigenCommandanten, mit Ruhm.,
erreicht.“ (Fortseßung folgt-J-
Livorno, 29. „Jan. Das von hier jüngst ausge- laufene, von den Agenten des Vécekönigs von Aegypten, dem Handelshause „Viollier, Grabau und Komp. mit Kugeln und andern Kriegsbedürfniffen, für den Dienst desVicekönigs befrachtete englische Schiff; Lord Kin- naird, Kapitain Alexander, ist laut Berichten, die bei der hiesigen Gesundheitsbehörde eingelaufen sind, in der Nähe der kleinen Insel Giglio, mitLadung und Mann- schaft zu Grund gegangen. “
Madrid, 2. Februar. Der König hac Befehl er- theilt, ein besonderes Verzeichnjß aller auf unbestimmte Zeit beurlaubten oder entlassenen Offiziere, welche unter denxoyalistischen Freiwilligen dienen, anzufertigen, und dabei bestimmt, daß denselben von den Lokal; Verwal- tungsbehörden ihr Gehalt möglichst rcgelmäßig ausge- zahlt werden soll.
Zu Velez-Malaga smd mehrerePersonen, welche in Folge der vor etlichen Wochen in den benachbartenDör- “fern auögebroche'nen revolutionaicen Bewegungen ver; haftet waren, hingerichtet worden. .
Alle Landskraßen find so voll von Räubern, daß
Gedruckt bei Feister und Eisersdorff-
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man sich seit dem Bürgerkriege nichts Aehnliches encfinnen weiß. Ein Oesterreichischer Kourier csc ei halbe Stunde von hier angehalten worden. .
Z_u Alicante und zu Valencia hat die Polizei elm Haussuchungen gethan. '
Der General-PolizeiIntendant hat am 29. v. ; eine Verfügung gegen revolutionaire und verläumd sche Schriften, welche man in Spanien zu verbrei sucht, erlassen.
Nachrechcen aus Havanna!) vom 24. genoß diese Colonie völlige Ruhe. .
Lissabon, 27. Januar. Die jetzt in berProv Tras.os-Monces zusammengedrängce Insurrectjon ka die Ruhe der übrigen Provinzenvichc weiter bedroy Die letzten Briefe des Grafen von Villa-Flor wa- von Tranceso, er wird sich „bei Villa-Real miro Marquis Angeja vereinigen. Er ist nicht, wie es hj am 22. über den Duero gegangen, sondern hat fich ficheri'r wollen, daß die Znsurgenten sich nicht in sein Rücken nach Beira wärfen.
Die -von dem Madrider Kabinet gefaßten friedli Beschlüsse smd dem Grafen von“Casa-Flores durch nen spanischen Courier gemeldet worden, mit k'em 3.“ fehl, disselben den Portugiesen mitzutbeélen. -- Hk- Casa - Flores ist beurlaubt worden, der Gesandtschas Secretair bleibt als Geschäftsträger.
Drei von den im Tajo befindlich gewesenenm schen Schiffen find gestern nach England unterSe gegaitsrkgen; der Marschall ist an Bord desOcean gere .
Die Pairskamm'er hat das von der Kammer Depucirten vorgeschlagene Gesch zur Feststellung Zahl und des Gehalts der Staatsräthe verworfen; „ glaubt, das Gesetz wegen Dotation der Kkonx we ebenfalls von dieser Kammer verworfen werden.
Nov zufo
Vermischte Nachrichten,
Das Königl. Postamt in London beschäftigeea weniger als neun Dampfpacketbooce zur immerwäßt den Ueberfahrc zwischen England _und Irland, nam drei von Holyherd nach Dublin, drei vou Milford » Wateafvrd und drei von Port Patrick nach Donna dee,- Nebsk diesen" schon bestehenden, wird das Post rxoch deren Andere zur Fahrt zwischen Liverpool * Dublin nächstens einrichten. Auch das Königl. Kri bureau befitzc schon mehrere Dampfbooce, welcbee _besrhänldjge Verbindung zwischen Bristol und Cork cer a cen * '
Unzählig find die,Privaten angehörigen, auch d Dampf getriebenen Fahrzeuge in allen Gegenden ganzen Reiches! »
Auf der Akademie der Choc'taw-Indéaner in . tucky sind jetzt 53 Choccaw- und 20 weiße Studen die alle bei „einer neulichen Prüfung gute. Fortsch bewiesen. Die Creeks haben uachgesucht, 15 bis?“ rer Kinder in die nämliche Schule schicken zu dax Es smd einige blühende Missionärs-Schulen unte; Cboctaws.
Königliche Schauspiele. Freitag, 16, Febr. Jm Opernhause: „Fern Cortez,“ oder: „Die Eroberung Mexic"o's,“ Oper 3 Abtheilungen, von de Jony. Musik von SPN" Aus dem Französischen übersekzc vom Kriegsrath-U Ballets von Teile.
d_el soll nächsten Sonnabend erstattet werden. Uchterscatter ist Hr. Vicomte de Martignac.
Allge.
meine-
reußische Staats - Zeitung.
„IH 41.
Berlin, Sonnabend, den 17cen Februar 1827.
Amtliche“ Nachrichten.
, Kronik des Tages.
Im Bezirk der König!. Regierung - . Breslau ist der Candidac der Theologie G roß, sPfarrex in Postelwiß und Mühlatschüß, Oélsner .es, un „ * * ker Kaplan Z u ng in Lewin zum Curatus an der [„Kirche zu Glatz ernannt; “
&] Coblenz ist der Pfarre; G.Schellenberg zu - zum Pfarrer in Garbeuheim im Kreise, Weßlar „nt worden ; “ zu katholischen Hülsspfarrern wurden ernannt: fav xnbokn, der bisherige Vikar zu Hillesveém, „Johann phan Weber; für Wtudeshcim, Zos.Becker,- r Klaplan in Boppard, und für Grenderich, Peter che ;
d" Frankfurt a. d.__O. ist der Prediger Vo 9 el Mdbiskriege als Overprediger zu Fürstenberg beru ', der Predigtamts-Candidat Schallehn als Pre _rzu Granow, der Prediger Zehme zu GWmar 'Werprediger zu Sonncm'valde, der Candidat dcs _"Mamcs K o n o pka als Diaconus und Rector zu 's, Und der Candidac der Theologie Myliu 6 als kor der Stadtschule zu BerlmchM bestäctgc worden;- zu EU mbin neu ist die erledigte Pfarrstelle zu dwethen dem Pfarrer Ostermeyer Zu Kalleningxetq; die erledigte Pfarrstelle-zu Kalleningken, Heyde- gschen Kreises, dem zeicherigen Pfarradjunkc Leng- '* zu Lasdehnen, PLUkallenschen Kreises und _
die zweite Predigerstelle zu Ostrokollen dem Pfarrer iweck zu Manchenguc verliehén worden.
Abgereisk. Der Kaiserl.-Oe|erreichische Kabinets- :ier Liepscher, über Dressen nach Wien.
Zeitungs-Rachrichten.
Ausland.
Paris, 10. Febr. Vorgestern wurde in der Pairs-
mer über mehrere Bittschriften berichtet.
Der Bericht über das Gesetz gegen den SklaTvZn- er
Hr. Castmir Perrier hat der Deputirten-Kammer
SYorstellung der Mitglieder der Ehrenlegion in'Troyes Redacteur Ish" dem Departement de ['Aube übergeben, worin diesel;
ben um die Zahlung der ihnen seit mehreren Jahren _ auf ihren Gehalt zurückgehaltenen Gesder anstehen. Sie beziehen steh auf den Art. 1. desGeseßesxvom 15. Mai 1815, worin es heißt: „Die den Militairpersoneu jeden Grades, welche Mitglieder der Ehrenlegion snd, zuste- henden Rückstände sollen ihnen ganz ausbezahlt werden, und zwar auf den Fuß “von 1813.“ Nach dem in der Promulgationsformsl“gebrauchten Ausdruck des Königl. Willens, sollte dieses "eine feste und aufimmer bestehende
. Indessen hat man den Mitgliedern die Hälfte ihres Gehalts unter dem Vorwand der Verluste des Ordens zurückgehalten. -Hiergegen führen die Bitk- |eller an, 1) daß die Verluste von früherem Datum sind, als dié Charte und das Geseß von 1815, auf welche die Reklamation gestützt wird; 2) daß *die El)- renlegion kein Ritterorden ist, der nur durch seine Gü- ter existirt, sondern ein Institut der Nation, dessen Existenz und Vorrechte durch die Charte, ohne Bezug auf die Dotationen und besondere Einkünfte, garancirc worden “smd.
Vor drei Tagen find, wie ein dortiges Journal er- zählt, zu Lyon im Theater sonderbare Dinge vorgefallen. In einem der Zwischenakte erschien in den ersten Lo- gen ein Mann mit einem grünen Federbusche auf dem Hure, und einem Degcnx an der Seite. Er sprach zum Publikum im Parterre, und stellte das Kaffeehaus Ca- sati (wo die Kaufleute hinzuqehen pflegen") als den Auf- enthalt feix'ger Memmenund Räuber dar, und versprach, daß man ihnen in 14 Tagen Lebensart beibringen wer- de: dann warf er eine große Anzahl gedruckter Blätter ins Parterre, die man _als Nummern der im Rufe des Iesuitismus stehenden Gazette von Lyon erkannte. Diese Scene, die dem Publikum nur zur Belustigung diente, darécehrte eine Stunde, ohne“ daß di-e Polizei fich darein mi te. “
Ein junges Mädchen aus Damremont (Ober-Marne) “sollte Geld nach einem andern Dorfe bringen, und be- gegnete am Walde einem Waldwächter, dem fie unvor- fichtéger Weise anvertraute, was ste bei [ich habe, und ihre Zufriedenheit bezeugte, daß fie einen Begleiter an ihm gefunden habe. Der Waldwächter begleitete se wirklich, lockte fie aberweiter in den Wald hinein, und hier ermordete er fie. Ein Mann der gerade im Walde einen Waldfrevel beging, versteckte sch bei AnnäherUng des Wächteks, hatte aber die Mordthac gesehen. Er befürchtete, es mögce ihm eben so gehen, Wie dem Mäd- chen, wenn der Wächter auf denVerdachc geriethe, daß er ihn gesehen habe. Nun hieß er stark in einen Baum, als ob er fich für ganz allein hielte, und stellte stch an, als wäre er auf der That des Waldfrchls ertappt wor- den, hat den Waldwächter um Gnade, und ließ sich zum Maire in Damremonc von ihm fübkén- Sobald er aber vor diesem Beamten stand, erzählte er den