1827 / 52 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Fri, 02 Mar 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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(| gewöhnlich mit falschem Gelbe, mit falschen Gold- sprten und salkchen Bijouteriewaaren versehen, womit sie allerhand Kniffe treiben; ste sind sehr schwahhafc und einschmeichelnd.

Inland.

Halle, 22. Februar. Den 11. d. M. feierten der Kossuth: Georg Andreas Schulze zu Kürten und dessen Ehefrau Anne Dorothee, _qeb. Hasse, ihre goldene Hoch- zeit. Sie smd Anno 1777 zu Weleleben im Magde- burgij'chen getrauet, wo fie ein kleines Gücchen bewirkt)- schaften". Nachdem ste seit dieser Zeit deren mehrere besessen hatten, und theils durch Fleiß und Sparsam- keit, theils durch glückliche Ein: und Verkäufe, in Wohlstand gerochen waren, gaben sie vor mehrerenZah- um ihre Wwehscyafc ab und sekzten sech in Ruhe. Aber," von Jugend auf an Thätigkeit gewöhnt, ertragen ste diese Ruhe nicht lange, sondern erkauften vor 2 Jahren“ das_Kossathengut, welchem ste jeßt noch in ihrem hohen Alter mit jugendlicher Kraft vorstehcn. Das gestrige Fest vorsammclce um ste“, außer andern Verwandten und Freunden, 5 Kinder und die meisten ihrer Enkel, deren Zahl sich, auf 22 beläuft, und in deren .Mitce sie nach beendigrem Goccstienste ein;frohcs Mahl begingen. X_Oa sie nichc nur durch "Fleiß und Wirth]'chafcltchkeir, sondern auch durch einen verständigen und christlichen“ Lebenswandel fich von jeher ausgezeichnet haben: sowa-r die Theilnahme an ihrem "Glücks aUgemein.

* Köln. Der Beamte des Personenstandes der hie- sigen Stadt hac-im lelztverflossenen Jahre 3140 Urkuw- Ocn aufgenommen, nämlich 424 Heiracys-,10.79 Geburts- nnd 1637 Sterbe-Urkuuden. Cin Vekgleich mit dem Jahre 1825 ergiebt, daß im Jahre 1826 weniger vor. gékommcn smd: 37 Hetratl)en, 79 Geburten und 25 Sterbefälle. Unter den Geborenen waren, wie auch im Jahre 1825, drei Findlinge, 101 Kinder aus der hies!- gen Gebäyr-Anstalc von Personen, die nicht in Köln ansässtg sind, 1 Kind aus dem Arccsthause und 86 Kin- der von '))Tilécacr-Personen. Unter den Gestochenen befinden sta) 24 Perwnen, welche hier :voyncen, aber an andern Orten gestorben sind; 164 verstorbene Ein- wohner hinterließen 476 minderjährige Kinder.-Durch geschlossene Even wurden 22 uneheliche Kinder legi- cnmrc.

Das Rechnungswesen sämmtlicher Gemeinden ist

nun in Ordnung. In Folge des Schu10enttlguugs- Geseßes ist der Kredit der Gemeinden linkerR-k)einsejce dergestalt gesciegen, daß die FocOerUNgen mehr mehr unter Pari Verkäufiéch find.

Berichte über den Gesundheitszustand aus dem Innern des Reichs vom Ende Januar.

. [. Ostpreußen. -- Königsberg. Der Gesund- Hettözustand unter den Menschen hat sich während des Januars im Allgemeinen gut gehalten. In Brauns- berg und- der dqrregen Gegend haben die Masern slch nichr allem bei Kindern, sondern auch bei Crwaclxsenen bemsrkdar gynx-zcht. Sieben Kinder sind im Dorse/Pot- telkau. “cm Otcjer Krankl)?“ gestorben. Zn Bartenstein und- m d'en) Doxfe_Woduhnkeim, Fcieoländer Kreises, zwe: Judtvtduen, w wie auch eine Dtcnscbocjn zu O7- relsburg von den natürlichen »))?ensctzenblarccm befaUen

worden. -- Gumbinnen. Die'Stcrblichkeic ist wäh-

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chruckt bei Feister und Eisers'dorff-

rend des Monate; Januar nicbt außergewöhnlich gewe sen, ungeachtet eine Menge von Krankheiten unter de Menschen vorgekommen „smd. - Hauptsächlich wurde beobachtet entzündliche Affektionen des Halses und de FFM, rheumatisch-katharrhalische“Fieber und Keich u en.

11. Westpreußen. *Marienwerder. J Ansehung des Gesundheitszusiandes der Menschen, i im Allgemeinen zu bemerken, daß zu dem Scharl-Hfie ver, welches an vielen Orten herrj'chc und neuerding

Allge

rc-ußifche St

meine.

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zum Ausbruch gekommen ist, auch die Masern hinzu 9,

treten fino, welche [ich schnel1 verbreitet haben. -- Ami"

derweitige Krankheiten von Bedeutung fino nicht vorg kommen, Qoch machc hiervon der Schloehauer Kreis no fortwährend eine Ausnahme, in welchem das seit me reren Monaten in verschiedenen Orcschaseen epidemis herrschende bösartige und ansteckende Nervenfieder no richt aufgehört hat. Die Anzahl der in 12 Orcschafte * avon ergriffenen Kranken ba-cce sich in der Mitte (1 Januar schon bis_auf 15 vermindert, war aber in de leßten Tagen wieder aus 31 gestiegen. Bis jetzt fin an diesem Fieber überhaupt 571 Personen erkrankt, 45 davon gene „n, 90 aber gestorben. -

11]. Brandenburg." -- Potsdam. Rheu“m “Me und Katarrhalficber, Hals und Augencntzündu gen, Brustbeschwe_rdeu, DurchfäUe :c. wären “im Lau des '))?onats Za11uaé§*dée vorherrschender: Krankheite Außerdem grassircen in einigen Gegenden "auch nervö und Wechselficver.*Das'ScharlackNeber hat im Auge mündeschen Kreise bedeutend nachgelassen, kam jedoch i Fredersdorf, Amts Granzow, von "Wem zum Ausbru und dauert im Ruppin-schen Kreise, wo sowohl Kind als Erwachsene daran |arben; so wie in einigen Or schaften des Néederbarnémschen Kreises, nannutlich i Dorfe Stoiz-enhageu, wo allein 45 “Kinder damik befa len waren, noch fort. - Röxh'eln und Masern kam in einigen Dörfern det; Wcstpks'egnilzschen Kreises ebe falls noch vor, waren jedoch durchaus gutartig und we dennoch einige kleine Kinder daran starben, so rühr die!? lediglich von Sorglofi.:keit her. In Dytokz wurde noch ein Knecht und eine Dicnftmagd von den natü lichen Blattern befalien. An denselben erkrankte an zu Rohrbeck, Jüterbogk-Luckenwaldischen Kreises, ec“

zum Besuch eines anverwandcen, während des Wei,

nachtsfeskes von Berlin dahin gekommene-r Buchbinde“ gehülse, der jedoch schon ziemlich wieder hergesteücist. Frankfurts) a. O. Im OJTotmc Januar kamen a yäufigsten rheumatisch-katharraltsche Krankheitsforme besonders Schnapfen, Husten, Zahnschmerzen, “Hal Augen; und Brust-Entzüudunqen vor. Rheumatis-

und gic1)tt!'cl)e Affektionen, theils mik, theils ohne F! '

ber, Koltken und Diarrhden beobachtete man ebenfa- nicht selten. Unter denKindern herrschen hin und wxs

der Sch)arlachßeber und die Masern, jedoch nur mitm“; njger Sterblichkeit. Im Ganzen war der Gesandheit“; zustand ziemlich gut und die Sterblichkeit überschrs nicht das gewöhnliche Verhältniß.

(Foreseßung folgt.)

„.

KöniglichX Sch-auspiele.

Do::ncrskag 1. TNärz. Jm Schauspielhause: „. Tochter der Luft,“ mythische Tragödie in 5 Abtheslu

gen V0" Raupach. , Jm Opernhause: Auf Höch

Freitag 2. Péärz. BMENLU: „Nurmahah“ oder: „Das Rosen'fest v Casc'hmir,“ lyrischeö Drama in 2 Abtheil., mtr Ta

M ustk" von Spontini.

Redaccxur J ok) 11-

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Dei- Justiz„Com,niffa„uz Müller in Lübbecke ist

Monarchie ein Patent

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Berlianreicag, den 2ten_ März 1827.

Am-kliche Nachrichten.

Kronik-des' Tages.

Des Königs Majestät haben den «bisherigen außer- ,ntlichen Professor in der theologischen Fakultät der erscäc zu Königsberg, [)r, O'lshausen, zum or- le'chen Professor i.? der gedachte.1-Fakultäc zu ernen- - _und di: für ihn ausgefertigce Bcsta'llung Aller- stjelbsi zu ,voüziehen geruht. - -

Des Königs Majestät haben den bisherigen Ober- er bei der hiestgsz. Thjévarznei-Schule, Or. Gurlc, Proxeffor bei djeser Anstal; allerguädigst zu “Wran- geru t. „,“; _

Des Königs Majestät haben geruhek, dis Geheimen _d. S_ekretairetpuno Kalkulatoren bei dem Finanz- nisterio v. Mauderode und Hoffmann zu..Rech- gsrächen zu ernennen. . Des Königs Majestät haben den Consistorial-Se- air Octo zu Magdeburg, den Charakter als Hofrath rgnädiqst zu ertyeilen, und das dessallfige Patent rhöchstSelbst *zu vollziehen geruhet-

leich zum Rocariuz yubüous im Departement des erlandesgerichcs zu Paderborn bestellt worden.

Demx Sattlermeister Heinrich ,Hkldéwerth zu Wien:, ist unterm. 29. Januar 1827 auf FÜnf-nach ander folgende Jahre und für den ganzenUmfang

auf eine Mischung zur Anfertigung des von dem Erfinder so genannten Métallpapiers, Welche in einem zu den Asten des Ministe- riums des Innern eingereichten Aufsatze näher angegeben worden, jedosl) nur, insoweit se für neu und eigenthümlicl) anerkannt wor'den, und ohne Jemand in derVerfercigu-ng dec; bekann- , ten Sceinpapiers zu behindern, ' Hetlt worden.

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' ZeitungS-Nackx-richte-n. 'A u's_l„a n d. “'

Paris, 23. Febr. Vorgestern wurd“? in der De- pucircen-Kammer die Berathungüber das Amendemeyt des Hrn. v. Bouville fortgeseßc. Hr. v. Charencey unterfiüßce es, weil es dahin ziele, das ganze System ,des Gesetzes Über den Haufen zu werfen; namentlich die präventiven Maaßregeln nicht zy gestatten. “Hr. Bonnet bemerkte zuerst, die Berathung schreit: sehr langsam vorwärts (allgemeines Gelächter), welches er dem Umstande zuschrieb, daß max:,„an'skaér sich mit den vorliegenden"Amendemenrs zu beschäftigen, die Diskus- fion auf Das Allgemeine des Gesetzes wieder zurückleite, übrigens stimmte- er gegen'das Amendement. Hr. Ri- card sprach dafür, und da er sch in seinem Vortrage sehr weitläufig in allgemeine Betrachtungen einließ, so wurde er häufig unterbrochen, und vom Präst'dsnten aufgefordert, slch auf den eigentlichen Gegenstand der; Verachung zu beschränksn. Schließlich wurde 'der Vor- -schlag d_es Hyn. v. Bouville“verworfetr, und die Amen- dements der Commission kamen “an die Reihe. Das Haupcsächlich|e„isk dasjenige, welches'verfügt, daß für Schriften von mehr als 20 Bogen keine vorgängige Frist. von zehn Tagen zwischen der Niederlegung und der Publikation zu verstreichen br_auchr. Der Justiz- . minister erklärte, die Regierung trete den Amendements der Commisßon bei. Diese AMendemen-rs wurden hier- auf, nach einer kurzen Rede, welche Hr. v. Despo- co urs dagegen hielt, mic'großerStimmenmehrheit an- genommen. Nunwurde die Berachung über den gan- zen in gedachier Arc abgeänderten ersten Artikel des Geselzes eröffnet. Hr. Human sprach zuer|“dage-gen, hauptsächlich weil die Frisk von fünf Tagen einever- kappt? Censur sei. Man wendet, sagte er", vergebens ein, daß die“vorgängigeNiederlegung nach den jeßc gel- tenden Geseizen bereits stattfand; bisher sollte ste nur dazu dienen, “den Zeitpunkt der Publikation, wegen Berechnung der Verjährungsfrisk, festzustellen. Man will Die Buchdrucker mittelbar zwingen, die Polizei erst zu fragen, ob sie, ohne eine Verfolgung zu befürchten, eine Schrift drucken können, weil die Gefahr, welche nach den vorgeschlagenen Bestimmungen für sie entstehn

ngereist. Der Königlich Baiersche Kämmerer, ehethe Rath, außerordentliche Gesandte .und"bevol1- äkhttgte Minister am hiefigen Hofe, Graf von Lux- rg, naa!) Dresden. -

würde, zu groß. ist, als daß ste von der Ausschc auf Gewinnsc aufgewogen würde. „Der Redner wiederholte am Schluß seines Vortrages, unter vielem Gemuxre, die Behauptung eines frühern Redners, daß das Mm:- skerium den vorliegenden Geseßentwurf nicht erfunden habe, und daß er ihm von einer hinter dem Thron unh dem Altar versteckten Paktes aufgsdrungen worden set. -- Um sechs Uhr ging die Versammlung auseinander

ohne einen Beschluß gefäßcUzu haben.