1827 / 56 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Wed, 07 Mar 1827 18:00:01 GMT) scan diff

vom Stempel betroffen und erdrückt sein werden. Ick auch sehe Gefahr für die Religion, für den Thron, für die Gesellschaft; ich erb1iche se in dem Benehmen eines Théiles der franzöfischen Geistlichkeit; sie tritt in den Neandements', Htrtenbriefen und Predigten hervor, wor, in die Poltcik mit dem Heiltgsten vxrmischc wird. (Ge- murre.) Es exiftirc ein Plan, der gegen die Charts ge- richtet ist; die xruhigsren Männer hegen Bezorgniffe (Gemurre.) Die Kongregatton . . . . (zur Sache, zur Sache, es ist vom Stempel die Rede.) Ich bin bet der Sache; es haben einige Redner behauptet, die dro- hende Gefahr liege in dcän Unfuge der Presse, ich suche zu beweisen, daß sie anderswo, und namecnkch in dem Streben der Geistlichkeit .nach eincm gkößern Einfluss: liegt. Ick ehre uno schätzt: den Bischof von Hermopo- lis; ich kann mir aber mehr verhehlen, oaß (tes: Ge- fahr drohender geworden ist, seitdem cin Bij'chof das Unterrichtswesen leitet und in, den Nach des Fürsten eingetreten isi, Denn der Priester ist vor allem Prie- |er und kann dem Einfluss, welchem er ausgesetzt ist, nicht widerstehen. -- Dcr Redner fuhr in dicser Arc fort,

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lichen Behörden erlaubten oder befohlenen Bekannt chungen; die Mahn; und Hirtenbriefeund Constftor schreiben; die Deukschrifcen, welche im Laufe eines zesses durch einen auf dem Tableau ekngecragenen ookaten, oder einen in der Stage begriffenen Adv ten, odev durch einen zu, Schriften und Vorträgen sagten Anwalt herausgegeben werden. Die Abhandl gen der mit Genehmigung des Königs errichteten [ehrten oder literarischenGesellschaften; die dramatis- Werke, nachdem ste aufgeführt worden stud, falls da blos das Stück enthalten ist; die Journale und, pe di[.chen Schriften, welche mehr als Zweimal alle Mo exxchein und folglich zur Leistung einer „Bürgsn verpfijä)t.c sind; die Katalogen ohne Ausführurrg, lender, Berichte, Anzeigen und Bekanntmachungen, ren Verbreitung durch die Munzépaibehörde erla worden sein wird; die blos auf Privatinceressen Be haben Schriften, welche nicht zumVerkaufe besti sind; die Streitsäße und Dissertationenfür den 5? euro und die Fakulcäcsabhandlungen, welche mit *

während der Dauer der Sitzungen; die durch die öff.

bis derxPräsroenc ihn zweimal erinnert hatte, von der Frage, die vorltege, abweicöe; aus:

gen , lenübergewichc mißbraucht.

(Heftigcs Gemurre:

mäßig sem warde. (Ja, 34, ganz recht.) Dcr Fi- " nauzm'tnister, wexcyer fich“ in derselben Sißung ver- nehmen ließ, bemerkte, es seien noch den Bextcheen dér Direktion des Buchhandels im J. 1825 in Paris„5323 Schriften von 5 Bogen und darunter, ,und nur 2580 größere Werke erschienen; ein einziges größeres Werk beschäftige aber meereuce, als 100 kleine, und der Ex- trag der 2580 Werke sei viel größer als der jener 5323 Flugschriften, also seien letztere kemesweges der Haupt- zweig des Buchhandels. Aus Gewinnsucht, sagte 'der Minester, smd die ofterwä-hnten kleinen verderblichen Schriften nich; verfaßt worden. Da man se beinahe umsonst weggicbt. Daß fie schädléch smd, kann nicht bestritten werden; es fragt, [:ck also", wie wan ihrer Verbreitung Einhalt thun kann; undswir glauben, der Stempel wird ein wirksaMes Mittel sein; giebt es ein atrdere-s, so weise man es uns nach. Man hat den Tartuffe zu einem Spottpreise verkauft. Das Werk ist an stay gut,“ man hat ihm aber durch eine kleine Vor- rede einen _SMU gegeben, der jeden Bauer verleiten muß, in seinem Pfarrer einen Tancuffe zu sehn. Solche übele Folgen wollen wir zu verhüten suchen; und je- mehr nmn unsere Vorschläge angreift, jemehr überzeuge ich mich von ihrer Wirksamkeit. -

Geßern (*,ac der, Präsidenc der, Deputirtenkammer iHv von dem Tode des Grafen Girardin (eines Oppo- sitionsmitglésdes) Mittheilung gemacht.

' B)?.m schreibt von Bayonne unterm 20. Febr.: Die Tagesangelegenl)eit ist hier die Wahl, welche am Ende des nächsten Monats Statt finden soll. .""Zx. Darrépe, der ministerielle Kandidat, besuche bereits'die Wähler, Und theilt ihnenein vom Präfekten an ihn erlassenes Schreiben mit„ worin derselbe ibn veranlaßt, fi»: um ihre Stimmen zu bitten. Das ganze Wahlkollegium besteht nur noch aus 100 und einigen Mitgliedern. Manxglaubt indessen, daß wenigstens 60 Wähler ihre Stimmen dem Hrn.Laßcte geben werden, woduxch dann derselbe zum Deputirten gewählt würde,

Folgende Druckschriften sollen nach dem Vorschlage der Regierung von dem Scemp-clsaße befreit sein. (S. die Verhandlung der Deputircen-Kammer). Die Reden

daß er alsdann rief er „Da man mich nicht reden lassen will, so Werde ich die Tribüne verlassen, kann aber nicht umhin, zu sa- daß in dieser Kamnwr die MajoMäk ihk Zul)-

ur Ordnung). Der Präsident stehend: Ich muß er?!» rey, daß eine solche Acußerung, würde sw nicht von der Haze der Improvisation entschuldigt, nichr ordnungs-

durch die K. UnivWfitäcsftamcen erforderten Visa - sehen find; die Katechismen und Gebetbücher, we durch die Bischöfe oder Konsistorien der verschiede: christlichen Konfefféonen genehmigt worden findz'die den Erziehungshäusern gebräuchlichen C'lctnencacbüch die durch die Universträc“ geb'rauchten oder gut'gehel nen klafféschsn Bücher, die in den K. Kollegien u öffentlichen Erziehungsanstaltm„;?ebrauchc werden; Handlungsunxsck)reibctr,' AnzejÖW-on Geburten, rather: und Scerbefäijen, We -“ _elché in ausländis oder to*dten Sprachen geschrisk find; die einzig . Wissemchafren und Künsten gewidmeten, in Ljeferuu er]cheinenden Schriften; diejenigenIournale, Bekan machungen und Anzeigen, welche bereits einemSte pel uLüterfworf-xn finoÖT - 4,

,; n-procenti e ente 101 r. C.,- reit 69'Fr. 10 C. „S F D p London, 24. Febr. Der Minister Peel, dcr kanntlich schon in der vorigen Parlamencs-Sißung » Ubslcht, in unserer Kriminal-Geseßgebung Mehrere not wendige Verbesserungen einzuführen,. auseinandergesekzt

der Verwirrung gesprochen hatte, die in der Nkasse v Statuten Über einzelne Fälle des Diebstahls und de herrscht, hielt vorgestern im Unterhause den angekünd „cen weiteren Vortrag Über die dermal-sn zu machend Verbesserungen. Es" sollen zu dem Ende "vter „Gesetze Würfe vorgelegt werden , nämlrchr 1) über Diebsta 2) Über boshafte Beschädigung fremvem Eégcnthum 3) über die von den Grasshoften zu leistenden Entsa) Wangen und 4) über die Aufhebung aller durch d neuen Geseßentwürfe überfiüsstg werdenden Stature Herr Poel zeigte in seinem Vortrage hauptsächlich d Rothwendigkeéc, die Sprache der Geseße “zu vereinfach und die einzelnen Bestimmungen zu verallgemeiuer zugleéck) aber auch aUzustrmge Strasbcsiimmungen, d “oynedcm selten in Anwendung gebrachc werden, zu m dzrn. Zuvörderst ließ er sick) über die Geseße geg Diebstahl aus. Bis jetzt unterscheiden die englisch Gesetze einen kleinen Raub (bis zu 1 Schilling) u einen großen Raus. Abgesehen davon, daß dies auf keinem etnpfehlungswerthen Eit1thciluargsgru11de b ruhender Unterschied- ist, so hat er noch. den besonder Nachtheil, daß Un-tergerichte, die nicht Über große Rgub zu cntxcßeiden haben, eine gestohlene Sache wahr hettstvidrég zu 1 SHiUiug taxiren, um den Verbrechc mchc nach einem andern Orte vor ekn höheres Gericb vermessen zu müssen. Jener Unterschied soll daher gan aufgehoben und auf jeden Raub eine Strafe. von sie-

und Meinungen der Mixglieder der beiden Kammern

*) Vergl. Nr. 67. dicser Zeitung vom vorigen Jahre.

* _ *«Y“NW«'chPHÉFWUZ «..ka

und dabei von dem Mangel an Zujammenhang und v

;ehuns-

' k (US!“Z),

"ssen

„wann die hat,

unge

beständige

) oer bisherig kleinen Rau keiner grdßern

wogegen des ein tosstéTrl Q ck T 10 ' urii en us ru e: e 117 , rxmj | (Verbrechen; bei welchem der Geistltche der Strafe genießt). diesen ggnzen, für Fremde erZyabw 017811668“ ck der Geistliche auf die sonst in

Milderung_' . , daß er gekonuen set, ersetzbar“: Unter - : un en, wo an rg h Fgällen eingetretene Melderung der * en Anspruch hat, sondern den Tod vers“ ) auf- den, wodu'rch das Geseß fehr_ vereinfach * de. „Wenn schon wir mehr 1vtffen,„“.fuif)r Hx- Peel Geistlichkeiv dieses Prtvtlegtum bekom- hl dies Vorrecht der Gxtülxchen, )e die Tonsur empfangen, eigentljclx gar 'mchc mehr anden ist, so hat doch der Untsrstbted . heutigen Tag erhalten, aber mcc verschtedener An-

and oöwo

ndem Grundsaßex

für Verbrechen, ' ng, als bei vorhandener Baldung zu , ielmehr in'lelzccrem Falle ahndungswürdtgxr sind.“ att d'es obigen Ausyruck's, "wer zum zweit * auf“ chenszeit r ;, cafe darauf stand). es nur immer möglich„ e, da in der That auf gro e Umstände, se auf einen Diebst nbause die Todesst höhere (als M e man auch in cm stufenweise Ygehn, . Bei" dieser Gelege tschweifigkeic der Sp „daß das“ Bestreben, . *" ZVérskämdmiß fast“ unmögltci) mache. kein eigentlicher Rechtsgelehrter, und

ordentlich grauer, eine Parkamentsakce zus lesen.

langen Aufzählungen, die ekelhascex: Bezteyungxn, Wiederholen, die Aufführung von Em- trafen für die besondern Fälle zu 1men, wenn Männer, Frauen, Kinder und sonstige andte das Verbrechen begangenxum die Verwzx- , welche aus der Bejchreébung aller Artetz von C:- um entstehc,- wahrhaftig, dies bildet exnen so ab- ckenden und verwirrenden Brei, daß ich,; noch ehe gs Ende-,einer einzigen Clausel erreiche, schonvoUer | und Verwirrung bin!“ (Lachen) Diejcm sol1e allgemeine Und einfache Ausdrücke abgeholfen wer- Der Redner berührte auch den Punkt der Spor- ; es sei hohe Zeit, über die Spyrceln der Unterbe- n bei den Gerichten eine Uncerxucbung ayzusteuen, habe neulich ein von den Assejen FreigeMrochener, hren zahlen sollen, die vielleicht höher g-stvesen, als er verurtheilc worden wäre. (Hört! Hört!) Wäh- sxkner das Amt eiKcs Sheriffs jährlich 6; bis 700 St. koste, bringe das eines Untersherßffs eben je» ein. Die Todtenbeschauer verlangten [)*aufig Zulage hren Svorteln, obgleich, im Fal] eine ]olche Stelle -igc ist, um ihre Wiederbescßmxg zahllose Bewerber chcen und die Sache mit einem Exfer betrieben, als le es sich um eine Parlamentswahl. * _ 'n die Gebühren der Sehreiber bei den Gejchwor- Mehren der Friedensgerichce und der OYagiskrare

eiten. um die S

' e ortation eseßt werden. ähriger Dpa" Gesekngbung die Wiederholun ei- bes (selbst bis zum sechsten . Strafe belegt als die erstmaltge die Wiederholung des großen eh'es Verbrechen wird, oder nach MidboUQ 138118-

Jenes-Vorrechr beruht übrigens auf keitxem da es die erzogenen und unterrach- Personen von eines Strafe befreit, die gegen dre ge der Ungebildeten in Anwendung kommt, und die eher bei dem Mangel an Er-

schied der „(31

soll es nun-künfn'g hei- _';ett1et1 großen Raub begeht, '“ rcirc, (starr das; bisher To, -r, Peel bemerkte dabei, daß er,_ die Strafen zu leoern ßen Raub, ohn .- er1chwez [ten die Todesstrafe erfolge. ahl von 40 Shilling in einem cafe, es solle state jener Summe aßstad) festgesetztwevden. ' den Milderungen sach nicht Überetlen, stets an der Hand der Erfah- nheic berührte der Minister die rache in den Parlamentsakscen, alle Einzelnheicen zu erschöpfen, “Ick bi" (sagt

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Ferner ist ale)

Hr. Peel ew-

Strafe

wsrden

sch bis “auf

entschuldigen,

Ich!

Uebrigens

gestehe ,- daß

Desgleichen -

untersucht werden, obwohl hierin überbauptNiemandem Qzu nahe getreten werden solle, und man" das Betragen der Magißracsschreiber im Ganzen untadelhaft nennen Müssk- Hk- Peel fügte hinzu, daß diese Untersuchung, die zu einer guten Zustizpftege so wesentlich sei, mehx Gewicht haben werde, wenn sie in einer Adresse vom Unterhaus»: ausginge, als wenn die Krone se veranstal- tete. „Ich wetß wohl, schloß der Gegner, daß, man glänzendem Ruhm erwerben kann, wenn man einem neuen Geseszbuche seinen Namen giebt, wie dies in am d.?rn Ländern geschehen ist; allein dem Lande wird wohl, besser damit gedient sein, wenn man das Volk, welches anden alten Einrichtungen auf ldbliche Welse hängt, überzeugt, daß die Umstände, unter welchen dieseEin- richtungen geschaffen worden, nicht mebrvorhandanund jene folglich jetzt der Verbesserung fähig sind, und'daß der Rost der Zeit und die Mängel einer sorglosen Ge- setzgebung von jenen" Jnftttucéonen entfernc werden kön- nen, ohne-ihrem" Wcjen oder ihrer Dauerhaftigkeit zu schaden (hört!). Besser find wirkliche Verbesserungen- als glänzende, aber unausfüyrbare Thxorien. Auch glaube lä), daß, wenn man das Volk denFortxschrittsn von Verbesserungen geneigt“ macht, wan, seine Anhänq-i „lichkeit an alte Staatseinrichtungen mehr fichere, als durch das Fortbestehen alter MtßbrKUM-“Ä Allsaitigee rauschender Beifall folgte diesem Vortrageund dis uacb-__ Issuchte Erlaubujß"zur Einbringung der obgedachtxn Gesetzentwürfe wurde ertheilt. . __

. Wir haben nordamerakanische Blätter bis zum 17. Januar; im Kongresse wurde am 10. Januar mit 109 gegen 54 Stimmen der Antrag des Hrn. Livingston/ duk Untersiüßung' der Griechen 50,000 Dollars ,zu bewilli- gen, verworfen. _

Man hatte Nacörichten aus Laguayra vom 18._De“- zember, denen zufolge der General Paez von Valencia "QUö dem in Porto C'abello befehligenden General Bri- ceno Mendez einen Waffenstillstand bis zu Bolivars; Ankunft angeboten. _

Brüssel, 1. März. Der Generalquartiermeifies der Akmee, General-Lieucenanc Baron von Constant“- Tebecque i!? zum CHSf des Generalstabes und der Oberst- Lieutenant von Posson», so wie der Major van Omphal smd zu Adjutanten Sr. Maj. des Königs ernannt wor- den. Außerdem hac eine große Mélitair-Befdrderung in allen Graden statcgehabc, auch smd mehrere Militair- Befehlshaber VU“ Provinzen versetzt worden. Devauf. Java befeyi-igeude Geueral-Major van Seen isk Gener,al-. Lieutenant geworden.

Nach einem*Schreiben aus Vlissingen vom 17. Febr. herrschten unter den dort befindlichen Truppen, die auf““ der Diana nach Ostindien eingeschéffc werden sollten, Fieber und Blattern.

Zu Gröningen smd v'om 20. bis zum 22. v. M. 5 Gevurten Und 11 ScervesäUe erfolgt. * -

SUMMARY 20- Febr. Am 15. wurde vom Zu- siiz-Coüegium uno Vormün-der-Kammer dieser Stadl das Eudurtheil fn der Ftiénschen Ecbschaftssack)? gefällt, und smd die Kläxger, welche dem Commerzrath Filéq- (einzigem hinterlassenen Bruder des Erblassers m'De- meralry) sein Er_örecht streitig machen wollen, mit tyrm Ansprüchen als unbegründet abgewiesen. . Cheiskiania, 17. Febr. Das Storthing hat dre vorbereitenden Maaßregeln an seinen Verhandlungen fortgesetzt. An den betreffenden Ausschuß wurde unter andern ein Gesuch der Handwerker in Stavanger ver- wiesen, um Vorsorge wiäer“die Schwierigkeiten, welckze busch Aufhebung der Zünfte entstehen könnten. Sie schlagen vor, daß, wer berechtigt werden wolle, Metfte-r zu werden, erst einProbestück vorlegen solle; eine Man];- regel, “die sich, nach öffentlichen Blézrtern, Rim Herzogs thum Nassau als sehr nükzlicf) erwiesen hgbe. " Heute wurde:: im Scorthing verschxedene Gesuch?