1827 / 64 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Fri, 16 Mar 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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rector und gegenwärtig Intendant der großhekrlichen Küche, Hadschi Eßaad-Efendi, hat die Stelle e'mes Wu- kataa-Raßri, oder Intendanten, der „jährlichen Staats- pachtungen, welche durch die neuen Reformen Wichtig- keit erlangen dürfte, erhalten. Der Z26schrie-Emini, oder Aufseher über die Tranksteuer, Ncfis Efendi, ist, mit Beibehaltung dieses Posk'ens, zum Over-Mauel)di- rector von Konstaytinopel befördert worden. , Zugleich hat die Regierung einen neuen, und zwar erhöhten, Viamhtacif für Mehrere Artikel des Verkehrs, welchem jedoch nur die türkischen Unterthanen unterworfen sein sollen, bekannt gemacht.

Der ehemalige türkische Botschafter am Londoner Hof?, Fkkkllß-Zsmail-Efcndi, welcher vor mehreren Mo- naten nach Brussa verwiesen worden war, hat kürzlich seine Begnadigung und die Cclaubniß zur Rückkehr in die Haußtstadt erhalten.

Die letzten Nachrichten aus Griechenland bringen wenig Bemerkenswerches von kriegerischen Ereignissen. C'szeigc fick) täglich mehr, daß die von den Griechen als große_Siege verkündigten Gefechte in Livadieu (bci Rachova,-V'lißa ec.) nur Streifzüge und Ueberrmupe- lungen einzslner türkischer Posten waren, und daß alle zwischen Karaiskaki, Karatasso, und andern Jusurgenten- Häuptlingen verabredeten Bewegungen ihreuZweck, den Seraskier Roschid-Pasclm von der Belagexung des Schlosses von Athen abzuziében, verfehlt haben. Die- ser hat vielmehr neuerlich eine Verßäyrkmrg von 3000 Mann an slch gezogen. Sclbsk die in den letzten Blättern der allgemeinen Zeitung von Griechenland (die bis zum 24. „Januar neuen Styls reichen) enthaltcnen, schr sparka- men Nachrichten vom Kri-egsschauplalze bestätigen dies. Dem Obersten Fabvier soll es, nebst zweien seiner phil- hellenischen Begleiter, gsluugen sein, zur Nachtzeit aus der Akropolis, unbemerkt durch die türkischen Vorposten zu entkommen. '

„Ibrahim Pascha hat die ägyptische Flotte, “„mit Ausnahme von acht im Hafen von Navarin zurüxkbe- haltenen Schiffen, nacl) Alexandrien zurückgesendet. *) Die Stärke seiner zwischen Modan, Koron und Nava- rin versammelten Streitkräfte wird (wohletwaszu hoch) auf 15,000 "Mann angegeben; er selbst soll mit 6000 Mann dieser Truppcn nach Karitenä aufgebrochen kein.

- Zu dem Blatt vom 9. März giebt der Oester- reichische Beobachter aus der_aUgemeinen Zcitung Erie- cheulauds eine von dem Ausschuß dcr griechischer: Natio- naloersammlung unterm 14. Januar aus Aegina erlas- sene Bekanntmachung, aus Welcher erhellet, Haß dic wi- derspenßigen Depurjrten, welche durchaus nicht “in Ae- gina erscheinen wolletx, so weit gegangen find, ihrerseits eine V.-rsammlung in Kastri zu bilden Und die auf Ae- gina befindlichen Repräsentanten dahin einzuberufen. (Wir werden diese BekanntMachung morgen mittheilen. Ferner enthält jenes Blatc Nachstehendes:

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zahl zur Bewachung-kzurückgelaffen, nacb Kravara'm schirt isk- *); .die" Feind'q aher, ck unter "Aioführuug . Omer-Pascha _vonZ;Karysty,7 stehen, _bei Turkochori u Daulia gelagert, au 4" bis 5000ZUM'aun stark; aber ., vin fie stch auch wenden md'gen,*“wecden ste auf Wld stand stoßen. - - “(Allgemeine Zeitung vom 20. Januar 1827.) Vor einigen Tagen erhielt Genecal Basso in El ss ein Schreiben von dem Ober-CommandantenKara kaki, worin dieser berichtet, daß er an dem Tage, er schrieb, (der aber nicht angegeben ist) die in Unt Klima (einem Orte am linken Ufer des Morno-Ftus der die Provinz Lidociki von der von Lepanto scheid eingeichlossenen Tücken angreifen wollte. Wir hierüber keine weitere Nachricht, hören jedoeh von L* ten, die von dort kommen, daß die Uusrigen die Fei wirklich angegriffen, und gesiegt haben", und daß von Vor: gestandenen 400 Mann Feinden, 32 lebend gef gen, die übrigen aber alle getödtet worden sind. '; Sache ist nicht unwahrscheinlich, und ,wir hoffen, nächstens durch offizieue Berichte bestätigst zu sehen. Die allgemeine Zeitung vom 11. Jaüuar zeigt » GeneralZoannes Notara(emer von den beiden im Zw mit einander begriffenenNotara's beiKorinth) habestche [ich den wiederholten Mahnungen derRegéerung gef" und ihr unterm 6. Januar aus Calamaktangezeigt, er mit seinen Solv-Truppen Athen-zu Hülfe eilt; / seine in Korinth ansäßigen Freunde habe er daheim! sen müssen, damit ihre Gegner nichc ihre Abwesend benützen“. -- Die Zeit'ung ermahnt daher den Vice- neral Panuzzo Notara, diesem Beispielezu folgen, w- er anders nicht ganz gefühllos für Ehre erscheinenwo Zu der allgemeinen Zeitung vom 17. Januar -- die Ankunft des Obxrsken Burbachi aus Franerich Griechenland getueldet. Er sei aus Cefalonia gebür habe 23 Jahre lang in der franzößschen Armee geoi nnd werde nun ein Corps in Hellas errichten. Err schon 900 Mann, unter sieben (namentlich aufgeführt Commandancen beisammen, mit denen ex, auf demW nach Elsass, bereits in Salamis eingetroffen sei.

Inland.

Magdeburg, 12. März. Das Wasser der E! ist ferner im Fallen; heute stand es bereits auf M“ mer 17;.

Aachen. Die Abtragung der Gemeindeschulden allgemein im Gange und wird nach Maaßqabe der v handenen Kräfte und P?ictel bewirkt. Der Land: des Kreises Erkelenz hat mit gutem, Erfolge dieE richtung getroffen, daß die Feldhücer der Gemeinden gleich als PoltzejOéeuer nützlich werden Und dadurch

„Ueber Kriegs-Begebenheitcn finden sach in-allen fünf Blätcern der allgémcinen Zeitung wöxtlich nur folgende Angaben: ;

(Allgemeine Zeitung vom 13. Januar 1827.)

Es smd mehrere Tage, daß wir keine „Berichte von, der Armee in Ost Griechenland haben; was wir gewiß Wissen, ist, daß “der General-Kommandant Karaiskaki, nachdem er hinlängliche Truppen nach den bedeutendsten Stellungen, als Destomo, Rachova, Vslißa,2[n1bliani :c. beordert, nach Lidorikivorgerückc ist, ::ndincincm Dorfe jener Eparchi, Namens Paléoxari, 300 Türken einge- fchloffchn Har, und, nachdem er dort die héniänglichz An-

*) Dadurch mag wohl das in Corfn verbreitete Gerükbk- er selbst habe Nel), nach Camdim eingaschifft, veranlaßt

worden sein. (Anmerk. des Ochrr. Bcob.)

Mangel an Gendarmen auf dem Lande erseßeu helf - Wo die Kirchenlagerbücyer nicht haben fertig gesch werden können, wird an deren Vollendung thätig arbeitet. Sämmtliche Kirchenvorstände betreiben di Geschäft um so mehr mit Eifer, da der wohlthä Einfluß der Kirchenlagerbücher auf das Kirchenwesen qemein erkannt wird. '

*) Wo er den letzten Nachrichtxn aus Corfn vom 16. Z' zufolge geschlagen wokden sem soll.

Königliche Schauspiele. Donnerskag, 15. März. Im Schauspielßause: Tochter der Luft,“ mythijche Tragödie im 5 Abthetl gen, von C'- Raupach.

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Gedruckt bei Feister [Md Eisersdorff-

Redacteur J o [)

Allgemetne“

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Berlin, Freitag, “den 16cen März 1827.

Amtliche Nachrfchtén. Kronik des Tages.

Bei der am 13. und 14. d. M. geschehenen Ziehung 3ten Klasse 5571er Königl. Klassm-Loccerie, fiel der uptgewinn von 8000 Thlr. anN'x. 55660; die nächst- enden 2. Hauvrqewinne. von 3000 TLM. fielen auf . 23728 und 50810; „3 Gewinne zu 1200 Thlr. auf . 32198, "47903 und 75076; 4 Gewinne zu 800 Thlr. Nr..1474, 23263, 62810 „.Und 86380; 5 Gewinne 500 Thlr. auf N.". 4690, 27022, 32401, 38890 Und- 700; 10 Gewinne zu 200 Thlr, o_qur. 7476, 24546, “96, 33096, 39846, 42712, 55051, 66279, 67523 11-110 63; 25-Gemim1e zu 100 Thlr. auf Nr. 292, 5754, 35, 10517„, 13514, 14880, 16008, 18760, 19802 811, 24383, 29435, 34225, 38179, 38783, 40769, 473, 56652, 62943, 66337, 66338, 67545, 79670, 525 und 89859. * _ _

Der Anfang der Ziehung 4. Klaffe dieser Lotterte auf den18. April 0. J. festqesekzc. .

Berlin, den 18. Nkärz 1827. _ _ öujgl. Preuß. General-Lotterte-Direktton.

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Eine große Anzahl Deputirte „Hax als ste dem erwähnten Arci'kel the_s nichl beachtet, daß dw Vor- f die ohnehin nzic drückst)- den Bedingungen belasteten Zeitungen annxendbar set; es ist also zu hart, das Mmimum „der“ Strafen für fie zu verdoppeln. .Der-Finanzmcnt-ster entgeg- nete, 'der Beschluß der Kammer bexruhe xseete,SWege_s auf einem Mißversrändniß; die Zeitungen set_en :mmer noch viel gefährlicher, als die klemsteq.D'ruck1chrtfr-en, wetl jene ganz bestimmte: nnd regelmäßtge Leser hätten, was mit diesen der_Fall nicht sei; er trage also darauf ap, daß obgedactxcer Zusaß verworfen werdJen möge. -- Dae- ses geschah auch; worauf der Prästdenc em Amex)- demencdks Hrn. v. Laboissé'ere verlas,“ w-onaxh dre Zeitungen gehalten sein soUten, entwéder dcs Redet; der Mitglieder der Kammer voUsrändig, ww se „der Myntteur enthalte, zu geben, oder steh auf em'e kurze'Anzetge der verhandelten Gegenstände zu beschranken; _]:de Contra- vention sollte mit einer Geldbuße von 2000 Fr. bestraft werden. (Lärm, Gemurre, anhaltende BewegUUg). Hr. v. L. sagte, die Zeitungs-Redakteurs hätten 6as Recht, Bchte über die Sißungen zu geben, gemtszbraucht; ste hätten die Reden vxrstümmelr, verdreht und lächer-

nicht anwendbar.“ ben, sagte er, Zustimmung gaben, schriften desselben auch- an

Angekommen. . Der„General-Major und Kon)- andeur der 5c-en Landwehr; Brigade, v. Rudolph» an Frankfurt an der Oder.

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Zeitungs - Nachrichten.

* Ausland.

Paris, „9. März. Die Deputérten - Kammer hat

ihrer vorgescrégcn Sitzung den Artikel des Preßge. Hes, wodurch die Gelbstrafen verhängt werden, nach ei» em Vortrage des Herrn Dudon im Namen der Com- isston, „angenommen. Als Über den letzten Paragra- hen, welcher folgendermaßen laucet: „Die Bestimmun- en des gegenwärrign Artikels smd nur auf die Ver- ehn anwendbar, welche im Wege des Drucks begangen oerden,“ abgestimmt wurde, rief Hr. Mechin aus: - ehmen Sie sich vor der Lathoqraphie in AM; und r. Perier: und vor der Mustk. Hr. Dudon: ie Bemerkuag des Hrn. Mechin darf nicht unbeach- tt bleiben; ich schlage daher VEUZlÜaß vor: „wie auch mmer di? Arc ua;) Weixe des Abdcucks sein möge.“ achdem die Kamm“ auch/ dieses genehmigt hatte, chlug Hr. Hyde v. Neusille zu dem bereits oster- vähntcn Artikel des Hrn.“ von Roncheroklcs folgenden

Zasaß vor: „Diese Besclmmang ist auf die Tagbläccer

lich gemacht. Unser Tagwerk, fuhr er fort, ist mühsam, und nicht ohne Unannehmlichkeiten; lassen See uns we; nigstens bewirken, daß wir nur nach unsery Wexketx be- urtlckeilc werden, und die Nachwelt und unxre Marburger uns nicht nach falschen Zeugnissen richten. Hr. v. Berz,“ thier bemerkte, die Ausführung „des Vorschlagcz sn phyfisch unmöglich, da selbst der rtesenhafte Mox1exeur manchmal zwei bis drei Supplementbogen“geben musse, um die Reden vollständig 111itzucheilen;,wte-könne man also dieses von den andern weit kleinern Zeccungen ver- langen.“ Hrnv. Curzay sagte, die Grundes“ des Amen- demcnts sei unbestreitbar richtig; und es komme nur darauf an, den Vorschlag, den Umstätxden nach, zu mo- dificiren, z. B. könnte man -dqn Zettungxn gesatten, Protokolle zu publiciren, welcbe :()nen zu dcesem_ Beßhufe znqefertigc werden könnten. Hr. 6.Cambon wcderjcßte src!) dem Vorschlage, welcher, sexuer Ansich pack), ,“"?f den gänzlichen Untergang der Zettungen hmzxele; ubre- qens brauche man |ck gar nicht so s-xhr vor den Vex- stümmelüngen und Verdrehungen zu fürxcbten; da du: öffentliche Meinung weniger nach den Yxeden als nach den Beschlüssen urche'ile; es kon1xne_ alw mehr darauf an, gute Gesetze zu m„achen, 913 1chöne Reden,.zu hal. ten. Hr. v. Vaubla_nc: Daeje'» Bebaychng :| mcht unrichtig, sofern es sei) um die Beurtheelung der Kazu- mer als eines Ganzen handelt. In Ansel)ung_der Em- zelnen ist ste es aber. Täalick) werden unser? Beratxxun- qen einstellt; und nick)c blos die Reden, 1611642111 auck) das Benehmen der Kammer durch emzclue„emgesckwlcete