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Lissabon, 22. “März. Am 17. kauf die Pairs- kammer als Gerichtshof zusammen, um die Verhand lungen wegen des Prozeses des Deyurirten Péascaran- has wieder anzunei)men. Dieser er1chien vor derKam- mer in Begleitung seines Verchcidigers, des Advokaten Pinheiro. Der Kron Prokurator wiederhclte, nach der auf.das Bureau bereits niedergelegten Anklageakce, daß das Verbrechen, dessen der Angeklagte beschuloigc sei, in dem am 8. Oktover v. I. zu T*ävira ausgebrochenen Aufruhre bestehe, in Folge dessen der J:!fant Dou Mi: guet zum Könige von Portugal ausgerufen worden sei. Hierauf befragte dec Pxäfiden-c die Kammer darüber, ob die Sitzung öffenxlichidser geheim sein sollte. Es entstand; deshalb ei-iexlange uno lebhafte Erörterung, Mo schließlich entschied die Majorität, daß die Verhand lung geheim sein würde. Nach einer Beratyung, die fünf Viertelstunden dauerte, wurde die Sihung wieder öffent1ich, uud der Angescbuldigte wurde einstimmig frei- gesprochen, und sofort auf freien Fuß gestellt.
Die Depucirten-Kammer hac sich nur mit einigen Bittschrifteu und Berichten von geringem Interesse be- “schäfctgc. -
Der Kriegsminister hat die Armeeberichte in Be- treff der Niederlage der Ausrührer offiziell bekannt ge- macht. Es geht hieraus [)erooc, das; ihnen eine Anzahl Gejcbülze undPacronen abgenommen worden sind. Das Erfreulichste ist aber, daß viele Rebellen, ihre That be- reuend, gebeten haben, 3" den Fahnen Sr. Maj. wieder zurückkehren zu dürfen, -- Die Infantin Regentin hat mehreren Generalen und Offizieren zur Belohnung Or- den und Bejöcderung gewährt. *
Turkey. Die Allgcmeme Zcitung enthält folgende Correspondenz - P?ictheiluug :
Von der !ieveubürgisä)en Gränze, 24.9)?ärz. In der *))?ol-oau und Wallacwy haben sch) einige unru- y: Bewegungen gezeigt, deren Tendenz bis cht noch "Jr näher bekannt ist. Die lange herrschende Währung scheint durch den von mehreren Bojaren genäyrcen Wunsch, zu der Wahl eines neuen Hospodcxrs ]chreiten zu dürfen, in der lekzcen Zeit immer meyr zugenommen zu haben, und die neui'ßen Verhanölangen m Konstan- tinopal sind nicht geeignet, Die Spannung der Gemü- ther zu bcichivichcigem
Neu York, 2. März. Am 15. Febr. wurde dem Hauseder Repräsentanten zu Washington ein Bericht über das Ansuchen mehrerer Bürger aus New-York, Penn syloanien, Delawaie, Mary,l;iid'2i'., erstattet, welche verlangt hatten, daß eine Expedition von Seiten der Verein. Staaten aUSgesandt werden möchte, um sich ge. nauere Kenncniß der nördlichen Gegenden von America zu verschaffen, oder wo möglich auf cie noch weit _an- ziehenderen uud umfassenderen Entdeckungen in der jüd- ischen Erdbälfte auszugehen. Der Bericht der Commit- tee hielt das Ansuchen wegen der hohen Achtbarkeic der Bittsteller für höchst erwäquugsivürdig, ließ fich aber über den Nutzen oder die Möglichkeit |olcher Unterneh- mungen nicht weiter aus, und war nicht der änücht, eine Summe zu diesem Behufe zu vexivilligen, empfahl jedoch die Verzenc-uug des gedachten Ansuchcus. an den Seeminisker. Das Haus billigte diesen Beiicyt,
Inland.
Minden, 4.- Avril. Als die, jeden Vnterlanks freund mit 09:11 innigsrcn Danke gegen die Vorßhimg
und „mit der reinsten Freude erfüklinde, amtliche B tigung der glücklich vollendeten Genesung unsers verehrten Monarchen hier einlief, äußerte sich)“ Gefühl durch das in den Kirchen aller Confessionen ]erer Stadt am nächstfolgenden Sonntage dargeb: öffcncLiQe Gebet Und Dankopfer. Gestern aber“ w oas Fest der Wiederginesung Sr. Maj, durch ein, mahl auf der hiesigen Resource gsfeiert, zu dem ja avoynrer Eincrachr zwischen dem Militair und dem oil sich eine ganz ungewöhnlich zahlreiche Versamm' aus allen Ständen eingefunden hatte.“ Man übe sich an diejem schönen Tage der herzlichsten Freude, sc,“ bei dem, durch den Regierungs- Chef- Präsid H n. Richter ausgebrachten, dreimaligen Lebehoch Königs in unbeschreiblichem, sch stets erneuendeu
ausiprach,„*'md durch dss, hierauf von der Milica; sik angestammte, von dem Gesang der Versammelrei gleiccce National-Lied: „Hm die im Siegerkr- würdig erhöht wurde. Alle Anwesende beseelte nur Wunjäi: Gott erhalte-uas noch lange I den cheuern Vater des Vaterlandes!!
Königliche*'*Schauspiele.
Mittwoch, 11; April. Jm Opernhause: , Kohlhas,“ Trauerjpiel in 5 Abtheilungen, von *. v. Malcifz.
Wegen eingetretener Hindernisse,»kann die auf Repertoir für diesen Tag angekündigt gewesene stellung der Oper: „Alcidor,“ nicht gegeben werd
Donnerstag, 12. April. Jm Opernhause: „ *
liche49eNuÜk.“ Mad. Catalani wirs hieri-n mehrer: |angxtucke vortragen.
Inhalt. Erster Theil: 1) Introduction zu * dels Mejscas. 2) Arie -- Tröster mein Volk - dem ').)Tejsias von Händel, gefangen von I)egdomeés lani. 3) Chor aus dem N?xssias von HänOel, Wm VSU dem Königl. Theater- Chor. 4) Arie - (Ira äleUUZ cidi _- pon Guglielmo, gesungen vo" » Qatalqnt. 5)Hal1cluja, Cyor von Händel, qesu “0011 dem Königl. T:)eater- Chor. 6) Arie -- Ick Qaß mein E.!öser lebt -- Von H-änöel, gesunacn PTM. Cacalani. 7) Chor aus dem Al-'x.1110crfesk, „xyxmx-el, gesungen von Lem Könile. TDcatcr - Chor. Urte -- 11 ])nrcadi - aus dem Oratorium: D.:sO LiIrayams, von Cimiirosa, JUUUgSU von “MMW lani. Zweiter Theil,: Das Reqniem, von J)?oza:t, geführt von Z))TacleiederU 0er Königl. Oper.
Billers für diesen Tag sind im BiUet-Vcrk Büreau zu soigenden Precieii zu haben: Ein Pia einer Loge des Königl. Ranges 2 ROM“. 20 Sgr. Ptaß in einer Parquet-Loge 2 erlr. C'in Plakzi ner Loge des zweiten Ranges 1 Rihlr. 10 SP. ']leZ in eimer Loge dcs dritten Ranges 1 Rrylr. Platz tm Parque: ? Riblr. C'm Platz im Parte Rcylx.10 Sgr. Em Platz auf dem Amphitheater 20
Die freien Entréen und Abonnements sind “Zlusnahme nicht gültig.
Die resp. Abonnentcn wollen sich aber bis Mit! den 11. April, Abends 6 Uhr, im Billet-Vcrkauss roau Übcr die ecivamge Beibehaltung der about!j *Pläkzi: gefällig erklären, bevor Über deren weiteren kauf das Röchige angeordnet wird.
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Gedruckt bei Feister und Eisersdorff.
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Berlin, Donnerstag, den 12cm April1827.k
Amtliche Nachrichten.
Kronik des Tages. Verzeicjaniß
Sommerhaloenjabre 1827 vom 30. April an gehalten werxen. ?
nf'angsgründe der Macyematik, der Do- Herr Schneider. _ . Von 7 -- 8 Uhr,.5 Tage die Woche, Mathe- ik, Herr Professor I)eler. Von 8 - 9 Uhr, 4 Tage die Woche, Waldbau, Ober Forst-Rath Pfeil.
Von 8 -- 9 Uhr, 2 Tage tie Woche, Jagdver- tungökünde nnd Jagdpolizeilebre, derselbe. Von 9 --10Uhr, drei Tage die Woche, Forst- u Hang, derselbe.
Von 9 - 10 Uhr, drei Tage die Woche, Forst- H und Fo r srpo lizeileh re, mic bejoudecer Rack- auf Forßinsekten, derselbe. “ Von10-11 Uyr zwei Tage die Woche, forst- : Bodenkunde, Herr Professor Weiß.
Von 10 -- 11 Uhr drei Stunden die Woche, ßbotanik, Herr Professor Hayne.
Von 10 -- 12 Uhr einen Tag die Woche; von
12 Uhr einen Tag, drei Stunden wöchentlich,
ysik uud Chemie, zur Erläuterung der „in der wirthschafe vorfallendeu Gegenstände, Hr. Professor Major Tarte. _
Von 1 bis 2 Uhr 6 Stunden wöchentlich, Zoo- ie, Herr Professor Lichte|1skein.
In den Nachmittagsstunden wird derselbe wöchent- lich zweimal prakcijche Demonstrationen auf dem zoologischen Museo vornehmen.
Vier Tage die Woche wird Herr Forstkommissa- Passow praktische Geometrie Uno Planzeichnen [eh. und im Aufnehmen und Nivelliren prakcijche Ue- geu anstellen lassen.
Herr Professor Hayne macht wöchentlich eine bota- : Excursion, so wie auch die Sammlungen und lfsmiitel der Universität von den Studirenden der stakademie benukzc werden können.
Während der Ferien wird von dem Herrn ber- rack) Pfeil ein forftwissenschaftlich prakti|cher Curws den benachbarten König!. Forßen gehalten werden.
An gekomm en. Der Königl. Spanische Kabinett:; Urier Auto 11, von Madrid.
Abgereisk. Der Kaiseri. Oesterr- Kabinets-Kou- kScyüller, nach Wien.
Zeitungs- Nachrichten. *.
'A u s l a n d. Paris, 5.Apri1. DerKönig isi von seinem Gicht-
orlesungm, welche veidcr-«Forskxkkademie zu Berlln unfall: vollkommen hergestellt und S. M. haben bereits
die ,Messe in“der Schivßkapelle gehört. Die Deputirten-Kammer sch ihre Berathungen
Mon 6 _- 7 uhr Morgeng,'5 Tage die Woche,. über das Forßgeseß fort, "und hat bereits 126 Artikel
desselbenaugenommexi. _
Der Graf von Ofalia, außerordentlicher Gesandter -und bevollmächtigcer *Minisker Sr. Span. Maj. bei Sr. Maj. dem König von Großbritannien, ist vorgestern in Paris angelangt, und in dem großen Hotel de la Cm“ stille, Straße Richelieu, abgestiegen. '
Jetzt erst liegt der Bericht des Groß-Referendars, Marquis de Semonville an die Pairskammer über den Vorfall bei der Bexrdigung des Herzogs von Laroche- faucault dem Publikum vor Augen. Wirtheilen daraus Nachsichenkes mit:
„Meine Herren, Sie hatten mir ausdrücklich den
'7 Auftrag gegeben, keine förmliche gerichcsarcige Untersu-
chung anzustellen. Anerdings würden die Magistrate dei ehemaliger: Parlaments anders verfahren sein, weil sie nur ganz unvonommen zur geseßgebenden Behörde gehörten. Unsere Pairskammertheilc hingegen mic"dem König den erblichen Antheil an der Gefeßgebung, und hat an der Richtergewalt nur in einzelnen bestimmten" Fällen Antheil. Nach den bestehenden Geseßen soll der Polizeipräfekt in Paris über die Beerdigungen die Auf- s1cht haben; an derselben hat unter gewissen Verhältnis- sen auch der DepartementspräfekcAntheil. Ein Schluß des leßcern vom 17. April 1801 verordnet, daß in Pa- ris die Leichen nicht getragen, sondern gefahren werden sollen. In allen Gemeinden, 'wo die Leichen gefahren werden, wegen der tveiten Entfernung der Kirchhöfe, soll der Transport verpachtet werden; diese Einnahme gehört zur Verwaltung des Departementspräfekten, die Trauer- wagen find dieselben für den Armen und für den Rei- chen; der Unterschied besteht nur in den Verzierungen. Nur selten ist seit drei Jahren gegen diese Verordnun- gen eine Aenderung eingetreten. Die erste kam vor bei der Beerdigung des Doktors Beclard; seine Zöglinge exhielten vom Polizeikommissair die Erlaubniß, die Leiche zu tragen; er erhielt darüber einen Verweis, weil er nicht bei der'hdhern Behörde angefragt hatte. Einjk wollten die Zöglinge der Handlungsjchule dem Beispiele folgen; es wurde ihnen abgeschlagen. Die Leiche des Schauspielers Philippe wurde mit Gewalt weggenom-
men; während die Schauspieler zu dem *Minisker des Innern gegangen waren, um gegen die Verweigerung der kirchlichen Weihe einzukommen, blieb der Sarg auf der Straße stehen. Ich brauche nicht in Erinnerung
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