1827 / 95 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Tue, 24 Apr 1827 18:00:01 GMT) scan diff

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Truppen, über Daulia, nacb Talandi durchzuschlagm, bei Eleuss eingetroffen. Die in den ersten Tagen des Februars jm Piräus gelandeten Griechen und Pyjlbelle- nen befanden uch fortwährend im Bestße dieses Hafens und des Phalerus, und man glaubte, daß sie, mit Ka- raiskaki vereint, einen abermaligen Versuch zum Entsaß der Citadelle von Athen, in welcher Fabvier das Com- mando führt, unternehmen dürften. Die neuesten Blät- ter der allgemeinen Zeitung Griechenlands, die bis zum 10. März (neuen Stylo) reichen, enthalten über die letzten Kriegsvorsälle in Attika und Livadien umständli- Where Angaben, aus denen slch- wenn man sie von der, bei Berichten dieser Art gewöhnlichen Uebertreibung ent- kletdet, der eigentliche Stand der Dinge in jenen Ge- genden ziemlich genau entnehmen läßt.

*Madrid, 2. April. Noch immer geben Trans- porte aller Art zu der Observationsarmee ab. Man bc- haupcec jetzt, ste sei in einem sehr glänzenden Zustande.

' Seit gestern spricht man von nichcs als von der Abreise des Herrn Lamb nach Lissabon. „Privatbriefe aus letzterer Stadt melden, daß künftigethommer über zwei englxsche Geschwader zwischen Viso und Valencia kreuzen werden. .

Man hat aus Badajoz die Nachricht, daß die Eng- länder mit ihrer Reuterei in Elvas angekommen, mit einem andern Theile ihrer Armee über die Guadiana gegangen smd, und nun, bis Valdevargo stehen.

Man hat in PKalaga den kranken Galeerensträslin- gen die nöthige Kleidung angeschafft, und sie zu Athesi- ten außerhalb des Gefängnisses. angestellt, so daß du Besorgniß wegen der Pest aufgehört hat,'und die Gäb- rung unter den Einwohnern nun gestillt sst.

Amerika. Nachrichten aus Mexico vom 22 Febr. zufolge hat der Kriegsménißer Don Manuel Gomez Peorazza um seine Entlassung gebeten und den Dwa- fionö-Chef Don Manuel Rincon zum Nachfolger erhal ten. ' Hr, Thomas Salgado ist an die Stelle des Hrn. Soria, der ebenfaUs um seine Entlassung nachgesucbc hat, zum Fmanzminjster ernannt „worden. Ueb-erau h'errfcht Ruhe und _säärmeliche Z-vxtge des öffentlscheu , Einkommens befinden sch in gedeihlcchem Zustande.

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Inland.

Arnsberg. Die bisherige lutherische und die re- formirte Gemeinde zu Herdecke haben fich ohne Wßder- spruch eines einzigen Mitgliedes zu einer evangelischen

eind vereint t.

GWT-"OeceKaufmaZm und Lieutenant Leopold Overbeck du Altena, hat zum Neubau einer Schule in der Rho- mcde, Kirchspiels Lüdenscheid, hundert Tvalzr Und das Erforderliche zum Erwerb des Bauplatzes ge]chenkt.

Halle, 19.7lpril. Ein seltenes Fest, die 50jährige Jubelseier eines sowohl'durch GUEHUKMkeU als tiefe Menschenkenntmß ausgezeichneten '))kannes, wurde ge- stern m unserer Senor begangen. August Hermann Niemeyer, Kanzler der Universität, Director der Frau- keschen Stifcumen, Doctor und ordentlicher Professor der Theojogje, Oher-Confistorialrath, Ritter des rothen Adlerordens Lter Klasse mit Eichenlaub, feierte gestern den Tag scenes 501äyrigen Doctor-Jubiläums, Der Wirkungskreis dieses gefeierten und rüymlichst bekann- ten Tyeojogen, Pädagogen und geistlichen Liederdicl)cers war stets so umxassemd und segensretä), daß nicht allein die tym zunächst stehenden Mtczliedcr der Universität

Gedruckt bei Feisrer und Eisersrzorff.

und des Waisenhauses, sondern auch die Bebörd Stadt, viele auswärtige Gelehrte (sowohl münd * schriftlich) und Depuxirte von auswärtigen Corpox nen u. s, w., ße!) ge rungen fühlten, an diesem ihre wodlgemeinten ansehe auszusprechen," so wie Achtungsbezeégungen an den, Tag zu legen. G, Uhr Morgens wurde der festliche Tag durch eine liche Musik mit abwechselndem Gesang der Cborsch vor dem Haute des Hrn. Kanzlers eröffnet.

Prokesfor Dieck, Inspector Kirchner und ])r. 19.9): cm: sehr vorzüglichpz„gearbeitete Medaille, auf Vorderseite dae Brustbild de's Jubelgreiset zu seh“ überreicht.

Durch eine gnädige Kabinets-Ordre an den * Kanzler wurde zur Erbauung eines Univexftätsge me bedeutende Summe von 40,000-Thaler Gegen 9 Uhr des Morgens bezeigte eine Depu des Magistrats, aus dem Ober- Bürgermeister ' Landrath Streiber, Herrn Bürgermeister Mellin, Herren Sradträthen und einigen Deputirten det“ meinderatbs ihre Theilnahme. Hr.- Landrats) S hielt eine Anrede und nun übergab das älteste M des Gcmeinderaths, 'Herr Bolze, die zu diesem angefertigte “sehr schöne Bürgerkrone. Dieselbe aus einem filbernen sehr stark vergoldeten Rin“, denselben schlingt stch ein Eichenkranz von SUM ßerst sauber und geschmackvoll gearbeitet; inner Krone stehen folgende Worte: „Ihrem hoch verdienten Bürger, August Hermann Niemeier 18. April 1827 die dankbare Vaterstadt.“

Die ehemaligen Zöglinge des Pädagogiiin Meckl überreichten eine prächtige Dose; Andere in P einen großen silbernen Pokal, Die verschiedenen “* tationen des Landgerichts, des Stadtministerii, det chen-Co[legiums u,. s. w., ermangelcen nicht, ihre" nahme an-den Tag zu legen. Der Dedikationm Gedichte wurden unzählige überreicht,

Breslau, 18. April, Auf dem am 7. d, beendigten diesjährigen IKitfaßeu-Jahrmaritbef [?ck 1462 Feilhabende, Die zahlreicbstm Verkäufe ren: 146 Leinwandhändler, 47 Tuchhändler, 110 Fadrikanten, 146 Schnittwaarenhändler, 244 Seb cher, 56 Bändervändler, 54 Böttcher, 86 Töpfer. den Feilbabenden waren 501 von hier, 861 an dern Städten Schlesiens, 42 aus andern Städt Monarchie, 23 aus Sachsen, 35 aus den Oeste schen Staaten. -- Am voriährigeu Mitfasten- war die Zrhl der “auf Marktpläßen Fellhabende 1342, Und sie hat sich demnach in einem Jah 120 vermehrt. Diexes außerordentlech, zumal den hiesigen Gewerbcrcibenden, wachsende Bege Markc-Buden-Srellen, machc um so mehr die

guug eines neuen Jahrmarkt-Plaßes nochwendi mit Recht alle Hausbcstßer am Ringe laute darüber führen, das; ihnen während der Jah die Zugänge zu ihren Häusern gänzlich durch die zahl der Buden versperrt werden. Die Orts-B sind mit adhülfltéhen Maaßregeln für den nächsten markc beschäftcgec. '

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Königliche Schauspiele.

Montag, 23. April.- Jm Schauspielhaus“ Soldaten,“ Sehausptel in 5 Abtvetlungen. H|

„Das Hetcacvsgexuch,“ Localposse in 1 Aufzug.

Von ". ten der Frankeschen Stiftungen wurde durch dieHe

Redacteur IQ

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Allgemeinen

reiU-«ßi'sche Staats -- Zeitung.

M 95.

Berlin, Dienstag, vén 24cm April1827.i

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Amtliche Nachrich_tkn. Kronsi'k des Tages.

Jm Bezirk der König! Regierung e-slau ist der bisherige Diakonus Neuwikth in “jaar, aks evangxlischer Pfarrer nach Königsbruch ner- Kreises berufen Morden;

Bromherg.i| der Kanonikus Sucharské robst der heiligen Dreisalcégkeits-Kirche in Gnesen; - Coplenz ast der bijsherige Pfarr Verweser _We- „u Kuchen, zum Pfarrer xu Gebhardshain, Krei- tenktrchen; * ' Köln ist an die Scene des zum Pfarrer zu „„er-nannten_kacholisxhen“ Pfarrers Kreuzer, der ge Schulstkar J. P. Dohm xu Troisdorf zum

zu Denklingen im Kreise.»W§-ldbroel ernannt-

Zeitungs-Nachrfckxten. A u s l a n d'.

aris, 17. Avril. Gestern. hat der König. die Ab; agen der Nationalgarde gemustert, welche am Jah, e des» ersten Einzxges Sr. M. die Ehre gehabt den Dunst im Schlosse zu versehn. “|W! hac der Dauphin eine aus zwei Ztvökfpfün- zwei. Achcpfündern, zwei, Haubéßen und “15 Fahr- mtt Schießbedarf und Werkzeugen bestehende usbacterie befichtiqc, welche s7ic dem Ende des o_Zanuar eine Strecke von 375 Stunden durch Mertgsken Wege zurückgelegt hat, ohne beschädigt ; wxewohl se darch die sandigen Geqenden. von n_au über die beinahe unwegsamen Vogesen und dae Sümpfe zwisehen Sezanne uud Troyes gekom- - welche damals zwei Fuß unter Wasser standen, glesclx ein vaölfpfünder zweimalumgeworfen bat. oacterte har hierauf mehrere Manöver in Trott alopp ausgeführt, wo-rauf S. .K- H. den Osßzw ble volle Zufriedenheit zu erkennen gegeben, und vldgten eine doppelte Wein-Nation und eine canon gewährt haben. . ux! T_oulon-säxreibe man unterm 9. d. Gestern er- k"?- M- Marseille erbauete und ausgerüstete ägyp- ergatce Gue-rriere .auf unserer Rhede. C's der hiesige“ Seepräsekt haben dem Admiral er und dem General Livron die Eskorte ab- Skl1;*un1- welche sie ihn gebeten haben. Herr „er hat biszym Jahr 1814 als Linienschiffs Cam"- U skat1zöüschen Diensten gestanden; sem Flaggen-

;sönlich find; ;Oenjenigen Respect einfiößen müssen,

Capitain ist ein Herr Bompar, ehemaliger Schiffslieu- cenant, den der Marquis von Livron für die, Dienste 5.“ Pascha von Aegypten angeworben hat. Die Guer- rtere segelt unter franzöfischer Flagge; fis hat ihre Jahre nach Alexandrien bereits fortgesetzt. _

. ,London, 14. April. Als vorgestern Hr. nynn tm Unterhause, näérst seinem-(gestern erwähnten) 'Un- nage in Bezug auf Hrn. Canning, auf die V'ercagumx des Hauses bis zam 1. Mai antrag, „erhob sich Herr- Tiermy dagegen; er; fand- es seltsam, daß das Haus [ich auf so lange gexade zu einem Zeitpunkt vertagen jolie, wo die wichtige Angelegenheit der Bildung eines neuen Ministerium; noch nicht völlig und, schließlich. ge- ordnet tet“. Sofern er recht unterrichtet sei, wäre fast die ganze Administration abgeganqen; er müsse des- halb, ehe er der vorgeschlagenen Vertagung beistimmen: * könne, die Frage aufwerfen: wie weit die Bildung; einer neuen Verwaltung gediehen sei? -- Hr. Wynn- erwiederte, daß die Bildung eines neuen Ministeriums einige Schwierigkeiten gefunden habe; daß die völlige Abmachung" vorschreire, daß-jedocl) dieselbe b-ei„der Wtcvtig- keit des Gegeuskandos Zeit erfordere; um die Zeit der Wiederzusammenkun'st des Parlaments werde alles gei- ordner sein. -- Das Haus beschloßzdarauf seine Verta- gung ohne Stimmenthejlung. -

Aus unserm Bericht über die geskrigen Parlaments- * verhandlungen (sagt der Courier von gestern) wird man ersehen, daß Hr. Canning das Amt eines erü'm Com- missarius des königlichen Schatzes angenommM hat -

,oder, mit andern Worten, daß er nun Premierminister

von England ist. .Die Meldung dieses Ereignisses wird vermuthlich' nicht unerwartet sein; denn seit dem Mo- ment, wo man die Gewißheit erhielt, daß der Zustand des Grafen v. Liverpool keiner Hoffnuag zu seinem Wie- dereintritt in die Gxschäste'. Raum lasse, war unseres Dafürhaltens nur Eine Stimme, in Bezug aus das Im dividuum, welches sein Nachfolger werden würde: Es find jedoch andere Umstände mit diesem wichtigen Be- gebnisse verbunden, welche geeignet smd, niche uur Ver- wanderung, sondern Bedauern zu erregen. Wir onen

"zuerst von den lelzteren sprechen.

Hr. Peel zieht slch von der Verwaltung zurück; er thut jedoch solches, wie wir vernehmw, aus Grund- jäßm und Beweggründen, die ihm ganz und gar per- Grundsäße und Beweggründe, die selbst, welche dieselben vielleicht als zu weit getrieben ansehen und deren di-

.recce Fölge-«das Ausscheiden des sehr ?hkUWKUheuHerrn ':aus einem Amte, in welchem er steh so bedeutend aus- dezeichnet hac, bedauern. “kben, ?gen zwischen Herrn Canning und Herrn Peel, „dem ersterer von Seiner Majestät ausdrücklichen Befehl

Wir können, wie wir glau- daß bei den erhaan-lunz, nacb.

zuvkrläßig behaupten,

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