1873 / 115 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 15 May 1873 18:00:01 GMT) scan diff

genehmigt und der größte Theil der, Vorlage bis zum Schluß des Blatts fast ohne Debatte genehnngrz

_ Wenn auch die Auggabe des amtlichen Katalog?) der Ausstellung des Deutschen Reichs auf der Wiener Welt- ausstellung fick) erst gegen Ende dieses Monats wird bewirken lassen, so ist doch die zu demselben gehörige Einleitung bereits in einer Separatausgabe erschienen. Dieselbe enthält „eme Darstellung des Deutschen Reiches in geographischer, politischer und statistischer Beziehung, welche von dem Regierungs-Affeffor T. Bödiker auf Grund amtlicher Quellen verfaßt ist. Wir be- merken dazu, daß die für den Wiener Ausstollungsbericht be- stimmte historisch-ftatistische Uebersicht der gesamrnten volks- wirthschaftlichen Zustände des Deutschen Reichs bereite.“- mi Ma- nuskript uns vorliegt und daß der Abdruck derselben m 'der nächsten Zeit beginnen wird. Die erwähnte Uebersicht schließt fich an diejenige an, welche von uns im Jahre 1867 aus ?lnlaß der damaligen Pariser Weltaussteliung in diesem Blatte veroffent- licht und demnächst im Separatabdruck im Buchhandel. erschie- nen ist.

_ Diejenigen deutschen Aussteller, welchen bei der vorjährigen polytechnischen Ausstellung "in Monau *Preis-Medaillen zuerkannt find, „erhalten zunachst Certifikaie und dann Patente, weiche lchteren ihnen das Recht geben, die ihnen zucrkannten PreiH-Medaiilcn vqn dem AuSFtellangS-Komite gegen Zahlung des festgesexzien Preises zu beziehen. Der dem Metallwerthc fast gleiche Preis der in 3 verschiedenen Modellen hergesteklten Medaillen, deren Ausfuhrung als sehr gelungen bezeichnei wird, beträgt für die große goldene Medailie 170 Ru- bel, für die goldene Medaille 80 Rubel, Fur die große fixberne Medaille 15 Rubei, für die filberne Medaille 7 Rubel, fur dre bronzene Medaille 2 Rubel. Die Certifikate find Ende Januar an die vom Komite für Deutschland bevollmachtigt gewesenxn Agenten gesandt worden. Die An-Zfertigung der Patente fur die deutschen AussteUer hat sich theils m'Folge der Mangelhaf- tigkeit der Anmeldungen, theils durch die Erkrasnkung'des Se- kretärs des Ausstellungs-Komites verzögert. Bis zu ihrer Be- endigung wird noch einige Zeit vergehen.

_ Auf dem Exerzierplaße hinter der Hasenhaide fanden heute Vormittag die Besichtigungen der?; Kaiser Alexander Garde-Grenadier-chiments Nr. 1, des Kaiser Franz Garde- Grenadier-Regiments Nr. 2 und des Garde-Schüßen-Batail- [ons statt.

_ Das 4. Garde-Regiment zu Fnß und das 3. Gnrde- Grenadier-Regimeni Königin Elisabeth rückten heute Pormxttag, von Spandau kommend, zur Theilnahme an den Fruh1ahrs- Uebungen des Garde-Corps, durch dasUBrandenb'urger Thor hier ein und bezogen in der Stadt die fur fie bereit ge- stellten Bürgcrquariiere. An Stelle derselben ist gestern Nach- mittag daes Fiifilier-Bataillon 2. Garde-Regrmenis zu Fuß zur Ausübimg des Garnisonwachtdienftes nach Spandau abmarschirt.

_ In der am nächsten Sonnabend stattfindenden-Sißung des Vereins für die Geschichte Berlins wird der 9)?ng- strats-Sekretär Meyer einen Vortrag Über ,die neuere Gesch1 )te des Palais Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Carl und der Professor Holße iiber den Wufterhausener Bau halien.

_ Die Angabe unseres Berichierstatter-Z iiber eine auf der Rückreise Sr. Majestät des Kaisers, und Königs auf der Siaiion Kalkuhnc-n (nicht „Letkuhnen“, wre m Nr. 113

1). Bl. irrthiimlich gedruckt war) statt chabte BegrüßunJ durch

Vertreter des kurländiich-en Adels bern t auf einem Irrt um.

Aurich, 12. Mai. Der ostfriesische Landtag ist heute wieder hier zusammen getreten.

Bayern. München, 12. Mai. Prinz Ludwig wird fiel) am 25, 1). zu der in Weißenburg stattfindenden Versamm- lung bayerischer Landwirthe begeben,

Baden. Karlsruhe, 12. Mai. Der badische Siädte- rag wird auf den 15. Juni d. I. nach Baden-Baden ein- berufen wcrden. ,

Konstanz, 10, Mai. Heute, am Friedenstage, ist das Siegesdenkmal, eine Victoria, ausgefuhrt vom Bildhauer Bauer, auf dem Marktplaße der Stadt enthullt worden.

Hessen. Darmstadi, 14. Mai. Auf den Antrag dee."- Abg. 5Freiherrn von Rabenau, die Ueberweisung des Eisen- bahn-Konzesiionöwescns an das Rei betr., hat sich, wie die „Darmst. Ztg.“: meldet, die Großherzogliche Staathregierung folgendermaßen geaußert:

„Ju Gsmä brit dcr Bestimmungen in Abschnitt 711. Ari. 41 bis 47 der Ver assung dcs Dcutschc'n Reichs stehen der „Reichßgeivalt in Bczug auf das Eisenbahnwesen bereits weicntliche Befugnisse zu. Es können insbcwndere durcb Reichsheseß im Interesse der Vcriheidigung oder des gcmcinsgmen Verkehrs fur nothwendig erachtete Bahnlinien gegcn dcn Widcriprucl) drr Bundesgiieder entwrdcr für Rechnung des Reichs angricgi odrr an Private zur Ausführung konzesfionirt Werdrn. ENU"), „find wegen Vrrpflichiung ur Zulassung neuer Anichlüffc, Beiciiigung _ dxs WideripruchsW ts gegen Anlage yon Kcnkurrenzbahncn, Einfuhrung eines aligemeinen Betrirbs- und Bahnpoiizcircglsnzenis und Kontrole 11er das Tarifwcsen die im aii-

emrincn Jnicrxsie nothivcndigrn Bestimmungen getroffen. Dir Gros;- Ferzoglichc chierung vermag daher das Vorhandensein einer bringen- den, unabwcisbarcn Nothwendigkeii ciner _Außdchnung der Kompetenz des Reichs durcb Uebertragung des EistnbahnkcnzesfionZWesens zur

Zeit nicht zu erkenncn und finder sich daher dermalen nicht veranlaßt,

cinen dahin ziclcnden Llutrng bei dem Bundeßraih einzubringen.“

Der Antrag des Ausschusses lautet:

1) den Antrag ch Abg. _Frhrn. von Rabenau, so wie er gestellt ist, nbzuiciehnen; 2) _d e Großherzogliche Regierung zu ersuchen, für Errichiung ei'n:r_Reichs-Eisenbahn-Aufsichtsb„hörde und für Gewäh- rung cincs EmwnkungSrechts für die Reichögewaif bei Kon effionirung von Eisenbahnen, Miche die Grenze des Einzelstaates übers3chreitem in dem oben angedeuirtcn Sinne ihätig zu sein.

Mecklenburg-SchWerin. S ck) wer 1 n, 14. Mai. Der G r () ß h erz 0 gl 1 che H of feiert heute den neunzehnten Geburts- tag der Herzo gin Marie.

Oldenburg, 11. Mai. Das Geseßblait für das erzogthum Oldenburg enthält folgende Gesche ffir das erzogthuxn Oldenburg vom 24. Aprik 1873: betreffend das ] e li e Guterrecht; betreffend das Erbrecht; betreffend die Theil- ; ' barkeit der Grundbrfihungen; wegen Einführung der Geseye, ' » beire 'end das eheliche „Güterrecht, betreffend das Erbrecht und bene "end die Theilbarken der Grundbefißungen.

Bremen, 14. Mai; In der heutigen Sißung der Bür- gerschaft verlas der Prasident nachfolgenden von H. H. Meier und einer Reihe anderer Vertreter gesteliten Antrag:

Aus den Verhandlungen des Reichstags über das definitive Münz- geseß hat die Bürgerschaft entnommen, das? eine Vermehrung der be-

ebcndc'u Münzstättcn im Jnteres 2 einer ra chen _und glücklichen Durch- &:th des Gesetzes durchaus orderiich und ein Bedürfnis; ist, dem

die Reichsbebörden fich nicbt Werdgn entziehen können. Für Bremxns Handel und Verkehr aber ware die Errichtung Ziner eige- nen Münzstätte am hiesigen Platze von der großien Be- deutung. Denn abgesehen dayyn, daß. cs nur dadurch dem bremischen Handelsstande ermoglicht Wird, von der_ ge1eß- lich eingeräumten Befugnis; der Pripatauspragung von Retrbßgoid- munzen Gebrauch zu machen und die daraus fur Handel und Bex- kehr entstehenden Vortheile auSzunu en, „Werben auf die)? WAs? die Goldrimeffrn, weiche Bremen bis er 1iber„_andrre Plaße beziehen mußte, direkt nach Bremen gezo Zn, was“ fur Bremens Handelöbczie- [ungen sehr wichtig ist. Die urgerschqxt erXchi daher dyn Senat, baldmöglichst mit dem Reichskanzler nber trichtunxi eincr _eigc- ncn Münz täite in Bremen in Unicrbandlung treten und ihr demnachst über das eiultat Mittheilung nxachcn zn wvÜen. , Dieser Antrag wird demnachst zur Berathung kommen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. Mai. Die bereit? telegraphisch avifirte Kaiserliche Verordnung vom 13. Mai 1873, wodurch mit Beziehung auf §. 14 des Grundgcicßes uber die Reicthertretung vom 24. Dezember 1869 der §. 14 _der Statuten der privilegirten österreichischen Nationalbank abgean- dert wird, [auteéz _ .

Die Nationalbank wird ermächtigt, chhsei „zu cskomnnren oder Effekten statutengemäß zu belehnen, ol)ne_ hinsichtlich der dafur ansge- nebencn Notensummcn an dem im Libiaße 2-dcs §. 14 der Bank- statuten (Gesetz vom 18. März 1872, R. G. Bl. Nr. 31) fcitgeicßten Betrag gebunden zu sein. .

Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Kundmachung un Wirksamkeit. . _ _ „_

Mit dem Volizuge derselben ist der Finanz-Miniiter brauftragi.

_ Der bisherige türkische außerordentliche .und bevoll- mächtigte Botschafter am Kaiserlichen und Königlichen Hofe Aarifh Bey Überreichte vorgestern Sr. Majestai dem Kniscr seine NbberufangSschreibcm Er tritt in Konstantmopei seinen früheren Posten ach erster Dolimeischer des Divan?- wreder an. Sein Nachfolger Kabuli Pascha, wird täglich hier erwartei.

Graz, 14. Mai. (W. T. B.) Der österreichische Bot- schafter beim päpstlichen Stnhle, Mohr.": Baron von Kucbcck, ist heute Vormittag hier verstorben. '

Pesth, 13. Mai. Nach der gestrigen öffentlichen Siiziing des Reichstags fand im Ministerzimmer des Abgeordnetenhauies ein Ministerrath statt, welcher fich mit der Bankakte beschaf- tigte und die volle Einigung der Regierung über diese Ange- legenheit erzielte. Indessen wurden die Minister für 2 Uhr zu einer neuerlichen Berathung beschieden für den Fall, als das Ergebniß der mit den Abgeordneten und den Vertretern der Banken gepflogenen Konferenz eine Aenderung des friiheren Be- schlusses nothwendig gemachi hätte.

In dieser Konferenz kennzeichnete Kerkirpolr) die Situation des Geldmarktes und den Standpunkt der Regierung gegenüber dem Ver- langender Banken. Koloman Ghiczr) sprach vom volkswirthsckiaftli- chen und staaiSrechtlichen Standpunkte aue; gegen die SueZpendirung der Bankakte. Schließlich drang die Ansicht des Abg. Dr. Max Falk durch, nach welcher die Antwort der ungarischenRegierung mii Vermeidung jeder Einmischung in die Geseßgebung der an- deren Reichshälfte im Wesentlichen dahin zu lauten hätte, daß die ungarische Regierung in der SuSpenfion der Bankaktc keinen Grund sehen würde, in dem zwischen Ungarn und der Nationalbank thatsächlich bestehenden Verhäitniffe cine Aenderung eintreten zu lassen. In Folge dec."- Ergebniffes dieser Konferenz unterblieb der zweite Ministerrath.

_ Im Unierhans e erwiderte in Beantwortung einer In- terpellation Daniel" Irakhi's dcr Finanz-Minister Kerkiapol'h, daß die ungarische Regierung die Anfrage der“ Regierung der anderseitigen Reichshälste betreffs Aenderung der Bank- staiuten dahin beantwortet Lahe, daß, wenn die jenseitige Regierung in der gewiffen affen ' Aenderung der Bank- statuten ein Heilmittel der auSgebrochenen Kalamität erblicke und sick) daher mit der diesbezüglichen Aenderung ein- verstanden erklärt, Ungarn fick) nicht bewogen sieht, der Naiional- bank gegenüber einen anderen Standpunkt einzunehmen und eine andere Haltung zu beobachten, als es sonst gethan hätie. Auf Einwendungen des mit dieser Antwort unzufriedenen Iranhi erklärte Kerkäpoli), man müffe Alles thun, was geeignet erschsine, dem Uebel abzuhelfen, Die verlangte Znstimmung Ungarns ändere gar nichts an seiner sonstigen Nachricht, am alierwenig- sten berühre diesclbe die Frage der Anerkennung des Bankpri- vilegiums. Die Antwort des Ministers wurde mit 108 gegen 100 Stimmen zur Kenntnis; genommen.

Das Haus nahm sodann den QGeießeniwurf über die Es- kompte- Und Handelsbank mit geringen Aendernngen an. Drei Paragraphen werden zur abermaligen Redaktion an den Central- aussshusz zurückgewiesen, darunter einer, in welchem die neue Bestimmung aufgenommen werden soil, daß die Bank ermäch- tigt sei, bis 20 Prozent ihres Stammkapitals die bei ihr im Depot befindlichen Papiere auf eigene Re nung anzukanfen. Hierauf werden die Sdatuten der Bank bis . 11 erledigt.

_ Auf Einladung des Präsidenten Lonhah wird der Prinz von Wales heute um 1 Uhr die Akademie der Wissen- schaften besuchen. Um 3 Uhr findet Wettrennen, um halb 7 Uhr große Parade der freiwilligen Feuerwehr, hierauf großes Diner im adeligen Kafino und um 9 Uhr Kafinobail im „Hotel Eu- ropa“ statt. Mittwoch um 10 Uhr Vormittags reist der Prinz mittekst Separaizugcs nach Wien.

Agram, 14. Mai. (W. T. B.) Die emigrirten Mon- tenegriner, welche die Verwendung des Min-fterß der aus- wärtigen Angelegenheiten bei dem Fürsten “von Montenegro behufs ihrer Nmnestirung nachgesucht haben, erhielten zum Be- scheid, daß der Fürst von Montenegro ihre direkten Amnestie-

' gesuche berücksichtigen werde.

Srhiveiz. Bern, 14. Mai. (W. T. B.) DerBunde-Z- raih hai heute den zwischen der schweizerischen IUrabahn- gesellschaft und der franzöfischen Oftbahngesells-haft abgeschlosse- nen Eisenbahnvertrag genehmigt.

Freiburg, 14.“ Mai. (W. T. B.) Den sämmtlichen schwerzer_B1schöfen, "welche zu einer Konferenz bei dem hiefigen Bisthofe Marian) versammelt waren, wurde gestern Abend von den Schülern des hiestgen Kollegiums unter Theil- nahrne von Pfarrgeistlichen eine Serenade gebracht. Die Be- kerung verhielt sich dieser Ovation gegenüber indeß iheil- nahmios und das auf den Bischof Lachat und auf Mermillod au-debrachte Hoch fand keinen Anklang.

Großbritannien und “Irland. London, 13. Mai. Die Königin wird während der Anwesenheit des Schuhs von Persien m kLondon zu Ehren des Hohen Gastes im Parke Ju Windsor eine große Truppenschau abhalten.

Frankreich. Paris, 13. “Mai. Der Kriegs-Ministcr Yat mittelst Rundschreibens den betreffenden Armee-Inien- anten in Erinnerung gebracht, daß die deutschen Okknpations- Truppen nach Nrtikel13 der Konvention von Ferric'xres vom

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11. März 1871 für die Bedürfniffe der bevorßehenden-Räumunß das Recht haben, Fahrwerke und Gespanne gegen eine “Entschu- digung von 40 Centimes per Kilometer und Pferd (ohne Ent- schädigung für die Riickfnhr) zu requiriren: den Mehrbetrag würde die französische Regierung ersehen.

Spanien. Madrid, 12. Mai. Der Civilgouver- nem: der Provinz Navarra hat folgende Kundmachung veröffentlicht: _ _ ' , .

Ich halte es für meme Psiichi die Wahrheit der vollendeten Thatachcn nicht zu v7r[)eimlichen, Fondern der Bevolkerixng dieser Provinz anzuzeigen, daß nach den m1r zugegangenen Nachrichten dt? Koionnen des Obersten Nav_arro gestern cm unglucklichcs Gefecht ber Port Eraul gegen die vereinigten Banden von Dorrenaray und Otto bestanden, wobei der Chef der Kolonne, ferner der Oberst-Licutcnant des Regiments von Sevilla, Martine und der Kommandant des Gcnieivesens in Gefangenschaft geriein'n und dsr kad fick) anch einer Kanone bemächtigte. , _

B-wvhner von Navarra! Der Krieg, den Wirfnbren, ist gerecht. Wir kämpfen für die Sache der Freiheit, der Clblllijafwn u"d der Ordnung gegen die fanatiséhen Anhänger des ?ibsoiutisnins und der Ignoranz. Die beklagrnswerthc Niederlage, die Wir erlitten haben, wird dazu dienen, den Muth derjenigen anzufeuern, Welche Rechtjnnd Gessi; vertheidigen und wird die Ausrottung der Rrbeilkn beschleunigen.

Pamprluna, 6. Mai 1873. _ Der Goiwrrncur

Justo Marra Zavala.

Italien. Rom, 9. Mai. Der König ist von seinem Besuche bei der Kaiserin von Rußland zurückgekehrt.

_ Der Fürst und die Fürstin von Montenegro machten gestern dem Minister des Neußeren einen Besuch. "

_ 10. Mai. In der Generaldiskusfion des Geseßes uber die religiösen Genossenschaften, welche am 6. d. M. in der'Dc- putirtenkammer auf Grundlage der Fassung der Kommission eröffnet ward, hat gestern der Minister des Aeußern Bichonti- Venosta gegen die Minorität das Wort ergriffen. Nachdein der Minister im Eingang 85 als eine vergebliche Hoffnung bezeichnet hatte, die Linke zu bekehren, die nur die Lösung der römxschen Frage, nicht aber die damit übernommenen Verpflichtungen gccep- tirte, wandte er fich den Besorgniffen der im Ganzen mit der Regierung einigen Partei zu, welche fürchte, daß "man, wenn man auf dem mit dem Garantiegeseiz betretenenWege fortschrmw, der klerikalen Partei eine zu große Macht geben werde. Die Frage nach dem Verhältniß zwischen Staat und Kirche, dercn geschichtliche Entwickelung der Redner in kurzen_Zügen„chqrnk- ierifirte, werde durch die gegenwärtige Vorlage nicht prrijiidizirt, Italien behalte in dieser Beziehung die volle Freiheit deks Handelns; aber Italien habe eine andere Frage, die weder für Deuischland, noch die Schweiz, noch Belgien vdr- handen sci: die Existenz des Papstthums auf seinem Gebiete und habe in Bezug auf diese Frage bestimmte Versprechungen gegeben. Das Garantiegesel; sei em erster Schritt zur Freiheit der Kirche gewesen Und die Haltnng dcr Regirrung, die ihr als Übergroße Toleranz zum Verbrechen gemacht werde, sei nur eine treue Ausführung des Gescher"; gewesen. Als Minister des Neußern begnüge er fich zu erklären, daß keine fremde Ein- mischung, die sich niemals fühlbar gemacht, an dieser Haltung irgend einen Antheil gehabt habe. Das Garantiegeseß habe indes; nicht alis Fragen gelöst, und wenn man mit dern vorliegenden Entwurf daran gehe, gewisse kirchlichr Instiiutionen zn unterdrücken, so miiffe man fich fragen, ob unter diesen auch solche seien, die der Regierung der Gesammtkirche dienen. Und hier habe man fich den Gene- raiaien gegeniiber gefunden. Dicse als Institute von universellem Charakter hibe man nicht aufheben können und ihnsn die zur Erfüliung ihrer Aufgabe erforderlichen Mittel beiaffkn müffen. Wäre hiérüber im Garaniiegeseß eine Bestimmung ge-troffen, so würde schwerlich ein großer Widerspqu fick) erhoben haben;jeßt iibertrribe man dir Bedeutung der Sa 8 und suche aus ihr eine gewichtige Frage zu machen. Man habe von politischen Motiven gesprochen. Das Beispiel Preußens, das man angeführt, sei nichr zutreffend, da die Aktion der preußisrhen Regierung fich innerhaib der staatlichcn Kompetenz bcwe 9, nicht aber mit dem Papstthnm ach religiösem Centralinstitu zu thun habe. Man habe wissen wollen, welche Anforderungen die fremden Mächte gestellt und Vorlegung der betreffenden thenftücke verlangt. Die Regiernng sei in der glücklichen Lagr, keine solche thew stücke zu befißen, da über die in Rede stehende Frage wohl ein Ideenaustausch, nie aber ein Notenwnhsek staitgsfunden habe. Es sei das Bestreben der klerikalen Partei, ker Rzgierung Ver- legenheiten mit dem Aquande zn bereiten. Diese vermieden zu haben, sei gerade der Vorzug der bisher befolgtkn Politik, die auch ferner bestrebt: sein müsse, eine Lösung zu finden, die zu keinem, auch nicht schweigendem Vorbohaii in der Meinung

der Welt Anlaß gebe, sondern wirk[ich abschließsnd sei.

Rumänien. Der Minister des Innern, Catargin, hat an die Präfekte der Landbezirke ein Rnnds chreiben erlaffcn, welches die Entwicklung der Dinge seit dcm März 1871 darlegt,

Rußland und Polen. St. Petersburg, 13. Mai. Der amtliche „Re, ierungs-Anzeiger“ enthiilr Fol endes: „Mit feierlicher ?Fchde dim "lorbeergrkrönien Heiden im 5 urpur, den Sieger vvn Sadown Meß, Versailles und Paris begrüßend, er-

innert fick) die russische Armee mit Stolz darané „daß er vor mehr als: er

einem halben Jahrhundert in ihren Reihcn ne_ersten kriegerischen Erfolge in Frankreich erworben hat. Diesér beschridcn9n,_ ,aber nichts desto Weniger heilleuchtenden Erimicruxig hni muniicn icinrr jrßigen glänzenden Triumphe drr dcutichc Kaiixr L111c11 Plaß gcgcbcn, indcnr er die ©6711th icincr Früheren Wohlgeneigfhett gcgen das alte Regi- ment, das noch bcuic einrn Namen tragt, aussprach. So schöns Ge- I'ühie, die den Monarchen 1m_Menichcn nock) „rnehr erböhrn, sind“ be- ondcrs erfreulich und theucr 111chk nnr der rus711cheu Llrmce,_ sondcrn dem ganzen ruifisthsn Vylké, _das 111 "dem Orbäbknkn Gatiqicines geliebten Kaisers nicht allein deficierrbnndetrn und Freund, ioudem zugleick) aucb Verwandten fixht, den * 5391711 König Friedrich Wii- helms 111, und der unvergeßlichen Konigm Louise, die auch einst St. ctersburg brunht und ein ihrures Ylndexikrn in ihrer Tochter, der aiserin Alexandra Fcodoroxvna'hirr zurnckiießrn, An bezaubernder Freundlichkeit und Güte an seine: in Gott ruhende Schwsster, deren Name Rußland fo rheuxr ist, erinnernd, hai Kaiser Wilhelm durch seine Persönlichen Eigen1chaftem ebrn 10 uns durch ieiiirn Ruhm seinen Aufenthalt in dcr„Hau_ptstadt Rußlands für (111€ Russen unvkrgcßiicb gemacht. Einst Wird die Geschichix lehren, das; dieser Aufenthalt und die Zusammenkunft der beiden „machtigstcn Monarchen in Europa in seinen Folgen segensixeick) auch fur die nnderenVölker War.“

_ 14. Mai. (W. „T., B.) Mittheilungen, die von pririater Seite von der Expedttron nach Chiwa eingetroffen smd, besagen, daß das Kasalmski'iche Detachement einige Tage an der Irik-Bar) Raft machte, um dort zur Sicherung der Straße ein Fort zu erbmxen. Da elbe wurdc in kurzer Zeit vollendet, mit einigen Geschußen arrmrt und am 25. März alten Sryls von der Besaßung bezogen. Nach den Aussagen der abgesandten Kundschafter verschanzen sich. die Chiwesen in Kihtsch am Dau- kara-See; ihre Avantgarde L| bis Meinbulak gegen die Russen vorgeschoben.

SchWeden und Nortvegen. Stockholm, 11. Mai. Vorgestern empfing der König in besonderer Audienz den

außerordentlichen Gesandien aus Dänemark, Graf Moltkc-Bre- entved, sowie die Gesandten Menabrea und von Lieven, welche rauf der Königin und der verwittweten Königin ihre Aufmar- tung machten.

_ In der Zweiten Kammer des schwedischen Reichs- ta cs machte der Präfident, Freiherr Nkerhjelm, den Vorschlag, da , der Reichstag den König ersuchen solle, ohne die nähere Meinung des Reichstages einzuholen, solche Maßregeln zu treffen, welche als nothwendig erscheinen möchten, damit die von den Kammern bereits genehmigte Münzkonvention von Schwe- den und Dänemark angenommen werden könne, sowie die nö- thtgen RedaktionSabänderungen in der Konvention selbst vorzuneh- men. Dieser Vorschlag kam am Sonnabend zur Verhandlung nnd die kurz vorher eingetroffene norwegische Storthingsdeputa- tion wohnte drr Debatte in der Diplomateiiloge bei. Der Fi- nanz-Minister Wärn erklärte, das; es leider wahr sei, daß das norwegische Storihing mit 58 Stimmen geg?! 51 die Konvention verworfen habe. Er onc indes; die Aufmerksamkeit darauf hin- lenken, daß es nur die Konvention sei, welche im Storthing zur Verhandlung gekommen wäre, wogegen der Geseßvorschlag, betreffend den Uebergang zum Goldmünzfuß noch nicht vor- gelegt worden sei und auch erst nach Rückkehr der Krönungs- Dxputation aus Stockholm vorgelegt werden würde. Dann erst wurde man erfahren, ob das Storthing dcn Goldmiinzfnß an- nehmen und fich damit dem Brochschen Vorschlage, welche auf die Lkqurägung von Goldmünzen ganz von derselben Art wis m der Konvention bestimmt worden ist, anschließen will, und ob somit die Verwerfung eigentiick) nur der Veränderung der Reck]- nuncheinheit gegoltcn hat. Uebrigens wolle er die Gelegenheit b'enußen, der Versammlung mitzutheilen, daß der König in einem gestern abgehaltenen Staatsrathe beschlossen habe, Ver- handlungen mit Dänemark Über den Abschluß einer Separat- Konoention, wobei es Norwegen vorbehalten bieibc, später bei- zutreten, einzuleiten.

Dänemark. Kopenhagen, 12. Mai. Der König empfing heute in besonderer Audienz auf Schloß Nmalienborg den am hiefigen Hofe akkreditirten italienischen Gesandten, Mar- quis de Spinola, welcher nach beendetem Urlaub hierher zurück- gekehrt ist.

_ Bei der heilte im Landsthinge vorgenommenen zwei- jen Berathung drs Fiiianzgeseßcs erklärte der Marinc-Minifter, daß er nächstens einen besonderen Gesehworschlag Über die Be- willigung ziim Bau eines neuen Panzerschiffes, welche das Folkething bei dritter Behandlung dr., Finanzgeselch verweigert habe, vorzulegen gedenke.

_ Das Eindeichungsgesch für Lolland und Falster kam am Sonnabend zur zweiten Berathung im Folkething. Man beschloß, dcm Minister die näheren Bestimmungen über Aue.":- dehnung und Höhe der zn errichtenden Dämme zu überlassen, verwarf aber mit großer Majorität dcn cingcbrachtM Vorsthlag Über eine bedcutcnde Vergrößerung des Staatsveitrages zu dcn Deichanlagen.

_ 14. Mai. (W. T. B.) In der hruiigcn Siixung dcs Landsthings beantragte drr Finanz-Minister bei der dritten Bcrathung drs Miinzgeicßcs dcm Schweden Könige von und Norwegen den Beitriit zu der Miinzkonveniion zwiichcn Däne- mark und Scknvcden in Bezug auf Norwegrn vorzubehaltrn.

Amerika. New-York, 14. Mai. (W. T. B.) In Louisiana ist die Ruhe vollständig wiederrhergestelit, *

_ Durch drn mit 203,339 Dollars in Gold in Plymouth eingetroffenen Dampfer „Elbe“ find folgende Nachrichten aus Central- und Süd amerika eingegangen: In Salvador hatten neuerdings wiederholt Erdbeben stattgefunden, dnrch welchen. N. auch der Nationalpalast zerstört worden war. _ In Panama hat der Präsident seine Stelle niedergelegt Und ist an seiner Statt Cervera zum Präfidcnicn ernannt. _ In Guatental a dauert der Bürgerkrieg fort; von der Partei der „Reaktionc'ire“ wird die Kandidatur Cerna's Um die Präsidentschaft unterstützt. _ Dio Grenzstreitigkeiien zwischen Columbia und Venezuela nehmen einen anscheinend frit'dlichcn Verlauf.

_ Ach Rio de Janeiro wird unterm 23. Nprilgemeldci: Die Kammern find bis zum 2. Mai prorogirtworden. Ein Dc- kxet des Kaisers ernenni Baron Penedo zurn brasilianischen Gc- sandien in London. Baron Pcnedo ist anch mit drr Anfgabe betraut worden, mit dem hiesigrn britischrn Gesandten bezüglich der zwischen den beiden Ländern schwebenden Fordrrnngen zu unirrhnndcln. Die Konsnkar=Konveniion zwischen Brasilien und Großbriiannien wnrde gestern Unterzeichner. Das Vermögen ver- storbener Brasilianer in England, und das von Engländern in Brasilien soil durck) die betreffenden Konsuln verwaliet werden.

Havana, 13. Mai. (W. T. V.) Regierungsseitig wird offiziell gemeldet, daß Ignacio Ngramonie, der Ober-Bc- fehlshabcr der Insurgrntcn auf Cuba, getödtci worden sei.

Asten. Ans Japan überbrachte die neueste Uebcrkanch- post folgend? Nachrichten: Die Regierungihat ein Edikt rrkaffcn, welches den Eingeborenen anbefirhlt, kiinstighin Brod statt Reis zu essen. In Irddo sollen vier große Parks hergestellt werden. Yokohama ist durch Gas erleuchtet. Sohcsiena, “der Minister für auswärtige Angelegénheiten, ist als Gcsandtsr nach Tienifin gegangen, um LiUL Veränderung in dem Vertrage mit China zu erwirken und dem Vernehmen nach die chinesische Neutralität im Falle möglicher Verwickelungcn mit Corea zu fichrrn. Japan hat eingewilligt, cinen Verirag mit Peru abzuschließen, abcr weigert sich, territoriale Rechts zuzugestehen,

Afrika. Nachrichten vom Kap der gutrn Hoffnung zufolge ist unweit Shdenbnrg in dcr Tranchaalschen chnblik Gold entdeckt worden.

Reichstags=Angelegenheiten.

Berlin, 15. Mai. In der gestrigen Sißung dcs Reichs- iags nahm der Fürstlich lippesche Bundcsbevollmächtigte Kabinei-Z- Minister von Floiiwell in der Diskussion iiber den Bilfing- schen Antrag nach dem Abg. Hausmann das Wort: ,

Meine Herren! Q ck n1ußzunächst meinem lebhaften Erstaunen Worte gcben, daß dem Herrn Nbgrordnctcn fiir Lippx und ieinen Mandanten im li pcschcn Lande es gefallen hat, fich in die1cr Weise der lippeschcn Bc- icFmerden hier im Reichsiagc zu entledigcn. WEnn man gcivohni ,ist, irwie ich, daß man mit cinem schr crheblichrn Aufwandr ron Agita- tion zu thun hat, so meine ich, es hätte sich gkhört, daß man mit einem selbständigen Antrag?, der dcr Entscheidung ch Reichstags unterlcgt Wurde, hier herbertmi. Ebcnw gut, wie ein solcher Antrag im Jahrx1869 gestkllt und vom Re1chsiage sogar angenommen ist, war es hier gc- botrn, dieicn Antrag „nut der Form einer wirklichen Beschwerde [über unisre tranrigcn Znstandc zn verbindrn. Jeixt, nachdcm diescr Antrag gewissermaßen blos im thrivaßer ch großen mecklenburgnchcn An- trages somit unterläuft, ist leidxr die ngiernnn nicht in der Lage, das herbeizuführen, was six (Ws Schniichjte wünscht, nämlich eine definitive und positive Eniichridung des Reichstags in den_Fragen, die das lipposche Land bswegcn. Wenn man vorurtheilt ist, diese

Agitation, die im iippeschen Lande augenblicklich heimathsberechtigi ist, m1t_durchzumachen, dann hat man das lebhafte Verlangen, einmal gewissermaßen vor dem Tribunal der öffentlichen Meinung, nicht in den engcn Schranken des Kieinstaaies, ficb ausziiwrcchen, und ein Verdikt herbeizuführen über die Frage, auf Welcher Seite sich das Rech] brfindet, Denn, meine Herren, der hier vorgelcgte Gcicßent- wurf hat mit den lippefcben Verhältnissen so gut wie garnichts zu schaffen. Ich Werde mir erlauben, den H;“rren das auseinanderzu- setzen. Wir genießen unter der irßt zu Recht besiehcnden Verfassung von 1835 eme Landesvertretung, die aus Wahlen hrrvorgcht, und selbst Wenn dieser Antrag, wie vorauSzufehen ist, vom Reichstage angenom- mxn, und Wenn er wirkli in die ReichSverfassung aufgenommen wird, wurde er an den lippe (ben Verhältnissen doch nichts ändern, Die Wablxn m der ländlichen Bevölkerung Werden dadurch hcrbrigsführi, daß sammiliche Grundbesitzer _ nicht wie Herr Hausmann aus einem mir unerklarlicben Jrrthume anführt_ uur diejenigsn, Welck ein Vor- MSIM „VM 3000 Thlrn, bcfißen, sondern im ngcnlinile a e _ OiML den geringsten Zensus wählen; es ist al1o cine Repräsentation der Wirklichen livpes_chen Bevölkerung vorhandcn, und ich nrbme Bezug auf den Vorirag des Herrn Nbg. Miquél, Weicher hervorhob, daß in sämmtlich Bundesstaaten das Requifit erfüllt ist, Weiches diesrr Antrag für Meckicnburg perlanzii. Dann aber, meine Herren, was wichtiger ist: das, was dreier Antrag für Lipps will, ist von der ngierung nn voiistcn Maße dem Lande geboten, die Regierung hat eine Verirctung dcr Berölkerung proponirt, die auf einer höchst breiten Basis eiablirt w::r,_ und zwar deshalb, Weil die Majoriiät dcr von der Regierung beruxrnsn Vertrauensinänner einen solchen Modus wünschte. Dieics _Wahlgcstß, gcgen wcichcs sich im lippcschen Lande von keiner Séikk, 1c1b1t von der extremsten nicht, Widerspruch erhoben hat, sollte dem Landtage vorgelegt Werden“, es ist aber den Bemühungen des Herrn Hausmann gelungen, dicicn Landtag zu vereitelt! und Linen Strike 1118 Leben zu rufen, der bisher in politischen Vcrhälinissen unerhört gcivéien Ut.

Meine Herren! ICH konnte nur lebhaft wünschen, und muß das wirdxrholen, daß die Regierung in die Lage gebracht Wurde, hirr einem positiven Anfrage cnigrgcnzutreten, dcnn ick) bin der festen Ueberzrn- gung, _ und Sie Werden wir Reckt geben, Wenn Sie meine Derni- tion gehört haben, _ “raf; wohl ast alle P;.ririen den Standpunkt der Regierung ancrkennrn würden, Welchr redlich bcmiihigewssen ist, sich großen Schwierigkeitcn cnigcgenzusrßen und das, was fie anf il)r_Programm geschrieben hat, die Hsrsteliung geordneter verfassungs- maßigannstände, 1)erb9iziiführen. _ '

Gcitntten Sie mir, Ihnen in kurzen Worten eine Darstellung der [ichnhcn Vsrfafsungsvi'rl)ältnisse zu geben, wie sic thatiächlich bsstehcn, ol)nc_da[; ich mir criaubr, kin Urtheil cinzuflechiem

Der Veriammiung vom Jahre 1849, die auf allgemrinen Volks- nmhien beruhte, “wurde von der damaligcp chierung eine V-erfassung Vorgeicgi, Welche in is'br weit gehender Weise iämmiliclxe Schlagwör- ter enthielt, die damals die ganze Yolitische Wcli bewegten, bis auf die_ Vereidigung _dcs Militärs auf die Verfassnng. Dieser Vcr- faiiunchentwurf 1chcitrrte damals an dem Widerwrucbc des Herrn Abgeordneten HanSmmm, weicher als erston Llriikel darin die Be- stimmung aufnahmen wollte: Nile Gewalt geht vom Volke aus, _ welcher fcrnrr nicht davon ablassen Wollte, daß ein insbensivrs Vcio eingefübrh würde, ferner nicht davon, daß es von einem Brichiuise des Landtages _ ich frage Sir, meine Herren, von 21 Pcr]onrn__ abhängig séin ioiiic, ob das Ministerium sofort zurücktreten mnizii', (Ein Libgrord- Uster: Diss Miniftcrium bestand ami) blos aus cinerPrrion.) Gcwiß, aber es hat doch jedenfalls die Selbständigkeii_3n vorlangrn, daß 05 dem Landing: gegrnübcrirctcn darf. Dieicn Bestimmungen gcgeniibcr fiel der Entwurf, und die Regierung zog ihn zurück“; wiiro: er damals ins chen getreten, alle bis ikßigrn traurigrn Vrrhiilinissc häitrn nie- mals cintretsu können. *.)l'slcrdings ist im Jahre 1853 in Auslegung eines Bundsötagsbrichiusch das _bis dahin besichcndo Wahlgeirß _ und nur dies Wahlgeieß, muß ich hervorheben, keine einxige Bc- siimmung der_Vcrsaiiun g __ aufgrbobcn ivordcn. Das ist in be- kannianine Hsrrew Daraui bin hat sich der ständige Ansichuß der aufgciöstcn Vsrianimiung (m_ den dnmniigrn Bundesrirg gowrndet in aitsdriickiichcr Anerkennung iciiicr Bcfugniß, in dir1cr Sack)? zu enischcidcn. Der Bundestag hat damals zu Gnnstsn dcr lippeick)cn Rrgicrung cniichieden und die Beschwrrdc dcs ständigm Ausschusses zurückgewiesen; sr hat nur die einzige Modifikation dabei gcstcilt, daß drn lippeschcn Ständrn das Rcchi ci_ngerä_nmt w-rdcn sollic, definitiv iiber die Vlusgabcn des Landes zu bcichlic'xzrn. Von da (in, von 1853 bis zu der jrßigcn ini, bis 1871 will ich iagrn, bai dieicr rcnktiviric Landtag in vollkommen anerkannter Wirkimnkcit bcstandc»n;„daö Land hat wicdcrhoit ohne die Spur eines Protestrs grwähii, die „Koryphäen der Opposition sind Mitglieder des Landtagrs gcwcsrn; fie haben nicht bloß geiagi, irndcrn iir babkn in dcm Lgndiaxxe ami) Abän- dcrungSvrrschlägc zu dem Wahlch grsieili. Horr Hausmann ist allerdings nicht Mitglied des Landtages g€ivc1en und es ist richiiq, das; cr nichi in dan Landtag eingciretcn i1t, wcil er sich untc'r dcm 1849cr Wahlgesetz gcxveigeri hatte, den Hiildigungscid Sr. Durckyianrhi dcm Fürsten zu leiitcn. Gerade der 1849 nur breitestcr Basis gewählte

andtag hat durch ein Voium a:1crka11_tii,da[; die inigffung des Harm Hansmann in drn Landtag unmöglich ici, 10 [.]!ng dcr1clbc nicht bereit sei, den verfassungsinäßig vorgricizricbexisn Huldigungseid dcm Fürsten zu leisten. Nur aus dieiem Grunde ist der Eintritt des Herrn Haus- mann in den Landtag nichr crwlgi. Yicinesxerrcn, dics-xr Landtag hat (1170 in dicirn 19 Jahrrn ohne Angriff getagt, er hat dir, wirbtigstrn (Miche fiir das lippxsciw Land gégkben,§ cr_ hai Wahlen ZUM konsti- tuircnden Norddeutsrhen Reichstage" aus*gcickxtebcn, den Vertrag wogen Eintritts von Lippe in den N0rddcui1chanund bcshiossn. Aller- dings will i? das gleich bon vornbirein_bcmsrkrn, 03 hat fich bci dcin Landtage je ängcr je mehr das Bcdiirfnii; herausgcstciii, das damalige Wahlgcscß zu modifiziren, reipsctive durib'cin ganz muss zu criclzen. Sowohl die Regierung als am!) die gcmäßigixn Stimmen des Landrs waren darin voiistiindig einig, dar; es unmöglich fai, das Wahlwsti-m, wie es in dcr 18369cr Vrrsasstzng etabiiri war, das für die damali- gen Vorhälinifsr auch ganz pafiend gcwrscn icin 1110cbie, in der Neu; zeit noch ferner aufrcchi zn crhniicu. ancntlnl) sah man ein, daß das Kuricniystem, wonach die Nittergnisbcnßcr ein? eigene Kurie bil- deten nnd bcrcchiigt waren, durch die jti0 jn pariss dic Boichiiisse des Landtags zn konirekarrirsn, _wirklicl) eine dem Zeiigsist widerstre- bcnd: Einrichtung sei. Aus diciem Gesichtspunkt hatten ami) mcb- rerc Mitgiiedcr drs damaligen L„indiagés,„nach_dcm dis Versuch.“, in giitiichcr Weise eine Einigung mit der RllkLrichask, hcrbeinsührcn, gescheitert Waren, in Verbindung niit smcm vorgxiegien Vcwcrbe- Steuergesetz sich vchranla'*t_gc1cl)€n, ihr Mandat niederzuicgrn Und den Landtag dadurch bcfci) ui,;unfähig zn wachen. _ Zn dine höchjt aufgeregie-Zeitdcs Landks fiel cine Agiiniwn hinrm, die von dieser eigenilics) poiiiiichcn Frage völiig ,LLU11Ö[)Üng[g War. Herr Hnanann hatte auf einen, ailcrdings einieitigxn Vortrag pon mchrcrrn Universi- täten Gutachten extrahirt, wonach in dcr Jngfragc, die ja auch "eine 031139 061€3br8 war, das Vcrfahrrn dcr chtcruug als ungeseßmaßig erachtet wnrde. Die Folge war, daß cm Instand der Anarchie und drs Chaos eintrat dem die Regierung vergcblici iubtc cnigcgcn- znirrten. In diéier Krisis war die Lane des 2a.tides, als das Vcrlrauen Sr. Durchlaucht mich znr „Stellung eines Kabincis- Ministrrs berufsn. Ich muß hicr nbrtgrns thatfächüci) brmcrkcn, daß ich nicht _ wic Herr Hausmann anfahri _ bon dcm Hcrr v. Stiiencron verschrieben bin, sondern das;, wie in nilcn übrigen Staaten, so aiich in Lippe Se. Durchlaucbi dcr FUxst dreiscnigch br- rnst, die er mit seinem Bertransn beehrt, ick) l)»)benis meine nachste Aufgabc betrachten in dieser Vcrwrrxung, in die ich geirrssermaßsn als neuer Mann in ncnrn Vcrhälinisicn gefuhrt Wurde, geordnete yor- fassungsinäßige Zustände herbeizuführen. Ich habe aur; aiicn Theilen dcs Landes angesehene, geachicie, iniciiigcnic iind selbständiga Manner gebeten, zniammenzutreten, um Mit ihnen em Wahlgrisß zn vrrc'ni- baren. Die Regisrung hai ferncr_Sr.'Durchlaucht grraihrn, m diewr unglückseii en Jagdfragc. Weiche Ho 121le V?xivnrung dcr Gcnmihcr herbeigefü M hat, den Streit dur einen einzigen Fedexstrni) "zu beiei- tigen, dadurch, daß Sc. Durch1aucht dcr Jurij: fur same

- Person auf das Von ihm ausgeübte Jagdrecht unentgeltlich verzichte.

Senyrchlaucht ist noch weitrr gegangen, er hat eine allgrmeine Am- nestie für dicienigrn in wahrhaft bochherzigkr Wrist ausgrivrorbcn, Welche während dien'r Jagdwirren in strafrechtliche Untersuchungxge- rathxn waren. Endlich hat die Regieruni nochmals einen Landtag berusc'n nach dern iechszunddreißiger Grieß, mii dcr ausdrücklichem Er- klarung,_ sie bericfc ihr: nur zu dem chckc, das jrßt vorzulegrnde Wahlgeießj zu beraihcn und zu beschiicßén; es würde diss dcr letzte Landtag_1em, Welcher nail) drm secthderißigcr Wahlgrjeß berufen Werden wilte. Dem ncnzusammcnkretendcn Landtag solls eine bereits von der R:"giernng redigirte Verfassung vorgelegt und dadurch cndlich der Januöiempcl gcichlossen Werden, und das Lippe'sche Land zum in- neren Frieden _kommc. Wie hat fich dicsem Auftreten der Regierung grgsnuber dic doriigc _ sie nennt sin“) _ Rechtswartei vcr- l)altcn? Unisr dcn Bertraucnsxnännern hatt? ich natiirlich Hcrm Haus- mann als einen drr Fuhrer, eigentlich den Führer diescr Ylngeiegknheit, bcrn,en. Er_ hatte mir Periöniich die Zusicherung gegeben, zu cr- 1_chcmcn, und ick) War dahcr crstauni, als am Morgen des Einberu- fungstagrs cm Briss kam, worin cr erklärts, cr wäre Vorbindert an dKZi Beraihungrn Theil zu nehmcn, ivcil dic Brrufung nacb Ständen ersolgx_waxe_ und „die' (Lintheilung in das piaiic Land und dsn Städten unzula-isig ]ci. Metnchrren! Dic M*.»nicbcn [)abcn dock) einmal die? (Ligi'n- il)umlichkc_ri, dai; sie xntwcdor in Städicn odcr aufdem platten Lande wohnen. 03111,- Wirklich unmöglich, zwölf Männer aus einem kleincn Lande waLipps zu b:rufe_n, ohm das; man sic vom Lande und aus dcn Stadirn ziemiick) gleichmäßig beruft. Hcrr Hausmann ist übrigrns hierbei nicht für die Städtc bcrufcn, sondern als Vrrtrctcr der In- txlligrnz r*cs'plattrn Landes. Auswrdsm war es noihwrndiq, daß natiir- l_lck)6111186Rikiixrguis[*CsiiZ-erbi'nkäasZUJOZOÜMWÜWM, DMK es handelte LixckyniZchz'icrrÉiiM iarum, ric chhtc drr Rittcrichast zn bcicitigcn odcr

Ick min; ÜUÖ-hikk bcmcckrn, das; der Schrift ch Öxrrn HMI- mnnn _lcbhästcn I)iiizklang_i_11 ssinem eigrnon Lagér bcrborrici; ja iii) wxil ]ogar 10 gcrsrhi icin, meins Ansichi dahin aUZzuiprsibrn YFZ ' ici) glaubs, disicr Schritt ging nicki aus scinrr eigenen JZYUÜZWLXHLWU,“ ihndern wurds ihrn von anderer Seite octrrvirt. . D mm UL,.KabinctFrrdZ wvgcn Aufhebung dcs bcstehcndcn Ingr- rrchics Und die? Amnkiiir Hr. anchlaucbi erschien, da batte die Re- girrung Jiri) keinrn Augrnblick dcr Jilniion hingrqeben, ais wenn iich die Partei, die dsrnmßkn dic Agitation aus* ibn? Fahne qcickdricben haite, irfori beruhigen und diricn Aki dankbar n/nnciinién wiirdi' “xn- drinn hatte „die chicrung dock) krWartet, dai"; nian/mit ge'wissa-r ch. fkléleUUg dies ani'rki'nnxn und den Wiiiiiibcn dcr Régirrmiq cnigrx -

& “_ _ , _ _ gon- kozninen wcire. Jitrhis ZM alledem. Kaum war bis Kabm-ctsordre er]chn*nen,z 11le ein Gchmerzcnöichrei duni) dir Sonntagsvost gingL: dav _ivare nicht, was man vsrlangtc; iin Gcgcntbeil hierdurch wurd: dlL_ Willkür und die Nichiarbiung dcr" Réchté noch itarker dargcrirlit, wie früher. Es wurde Von Herrin Hansmann stets als ein inenschMimwürdigssDaioin grschiircri daß 111ch1_]Cd€r (»Zrimdbrsißcr auf ieinrn Grund und Boron das JW:, rrchi 4au,.“xnbcn konne; 79. ganz mcnichcnwiirrig scheint diss Dasein dcnnrm; rnehr grweirn zu 1ein, donn Hcrr Hausinann hat selbst damals mehrere Jagden gcpachtei, und wrnn ich nicht irri' bat er sogar mwhxrrc Krnirnvcnirnien, ivclci)? gcgcn srin Pachtrecht, dns Iagdrecht aurnbtcn, strasrcchiiich vcrfrlgi. Msinr Herren, al:“; nimcndliä) dir Bc- rusung ch L_nndtagrö init dcr Boring? ch durchauö librralsn Wiblgcießrä kam,. da entxtand die Fragr: Was wird nun dic Volk-Z- und ReihtsbariZi than? „MYM; Hrrrrn! C5 gehört lcidcr mii; ::::frrcm Wihlqrsrß nur eine Minortiai dnzn, uni die Wahisn zn vsrkiicln. GTI miiisrn näm- 1ichbei xcdrr Wahi ZWU Drittel _de'r Wahiborrrhtiiiikn anwexsend icin; L_.ZW'WCÖ grlmgi, cincr] Mann nus die Seite der I)i5nrriiät drs cinen ?,rxitilvzzn “bringen, 10 kann die Wahl xerriicii WNÖTU. Es ist das rajnlbr .Uianovcr, W:“[Ö'CI im Jahre 1871 mit Erfolg rcrsncht war, und dcm_ [61de auch ]sßi wieder die staatlichrn Verbäiinisir zum Opfer grraiixn imd; ÖAW, wenn es nach der absolutrxn Majorität gkgangcn wars, ware _dcr Landing unbedingt zu Siandr grkommen. Es wurde aber thnimchiick) dic Wahi Vercitcli und es rni- sxaiid Liwas, Was ich nichi (_iiidrrs bszeicbnen kann, als cinen Okkikc dcr Linidcsvrrirctung. Dinos Mittel war schon friibcr Empfoh- irirwordnt, in nur!) scibst di? errcn, die damals aus dcin Landimie Fuhiraien, hax'isn behufs _Hcrl*0i[iii)r1_itig der Briiiiliiizunfähigkeit diciÖs Mittel: anögcnbt. :zndrsicn, meins .Hsrrsn, damals hatte dicsi's Mit- Lci aknxgrnb't. anstycn, meine .Herren, damals hatte dicsss Mittal in irr &.hai einc iiinch Brrcchiigunii- Es war, wcnigsirt's naib der An- sicht dcrjxriigcn, dic ren Strike ansiibn'n, kai-im anders möglich, aus drin Konflikt zu konnncn, als dndnrch, daß fie dcn Landing bcickilußim- fahig mnchicn. Jcßi lag die Sache trial andcrs und di“ Rcigicrnng hat in einer Prokiqmation auchrück1ich [)Srvorgrhobi'n, daß die jeßige Sachlgge _cmc 70, dnnncirzil vcrschirdcur war vrn dsr dnnmligcn, das? axle diejcnigcn, dn" itih'skiihßr der Wahl enthii'lfcn, nicht die lciscsté Béraniasmng hatten, 161,59 das Maniibcr zn wicdrri'wicn. Jiidcssén weine Hsrren, cs „genhah doch, und wir lcbcn in Zippo nun alicrdmgs“ in dcr wcnig brnchnchrihcn Lage, das; die Rygicrniig anf ihre cigrne Yrraniworinngrcgicrcn 11111i§,1!1n dsn Ziani nichtzn Griinde JTMU zn lasfcn, 1.1, incni-e Herren„ zu Grunde gehen zu [.ijicn Die eiatsiiiäßiqen Ans'gabcn ch Lunch _ das wcrden Sie doch wohl zuiebcn _ müssen gclciitri ivcx'dcn und ich [niichtr die Herren dock) darin? aufmerksam micbcn, dai; nuch in den ichwxrsicii Zsitcn dss Koniiikics in Pchßcn nuch- drr Foriiriniitspnrtri ch Uii'iUsl'lI cingcfaiisn ist, dir Brfngnis; dcr Regierung dahin zu bcstreiien, dia nrihwcndigrn Linsxmbcn weiter zn iciiisn. N|cix1,_anch Sie nicht, Herr von Hrvcrbrck“! DL)." Stani gsht aiisrdtng?» myrscrn zu Grund?, als die Ri'gicrunzi mii cini'tn sebr bc- dxuicndcn Dcfizii Von 30,000 Thlr. arbeiten nmß; gcradc Dic Hébung biens Defizithcgriindete damals bis Stcucrborlagcn, die „*,-„ifiiiliq in die danmiiga Krisis bincinfixlrn nnd dcmqrmäf; unaushrfiihrt bliébcn. Dcr Sinai: 111111; zu den nrihwcndigsten Yiingab-sn “;iniilnngrn in ('inkr Höhe lciitcn, wslchc dicse 30,000 Thlr. in Ansinuck) urbmcn. Es istdir i_wihwcndigeFoigr davon nnd &? ist dic?» dem Lande nini) iiiiin'rbvbicn gr- iagi worden,_daß die ,chicrung dic Aktivbestimdc dss Sinaics wsr- braiichcn mm; zu dyn laufenden AUÉJWM, C' ist („iss cin trauriger und von Kcincm mehr, (115 dcr Landrsrcgicrimg selbst bckiagier-Zn- stand;_abcr srlbst Mun Herr Hxnömann in mciiicr Sirllc wäre, so Würde er kaum and rs handeln können. Es wird sich abcr schweriici) einc Landesvcrtrciung finden, dic sich dazu entschlicszcn könnte, durch 4_5fachc Sicnsrn die angegriffcnonAktivkapiraiicii wieder hrrznstclicn, nnd dahrr ist meins Brhanpiung, daß das Land in diesen traurigsn Zuständcu zu Grunde geht, vollkommen gcrechifcriigi.

Was bcivog nun die Agitationsimrtci zn diessn ganz abiwrmcn und cinzig dastehcndcn Fcldzugsplan? C'?» bewog si? dazu eine BC- iwupiung, die sie stcis auf ihra Jahn? gkiklckik7'kn OU und dic? Mick) jrßi diesem Antragc grgcniibcr in doppeltcs Erstaunen vcrsrßt hai; fie will nämlich von Nichts wissen, als _von der Wicdsrbrrstcilung dcs neitnundvierzigcr Wahlgeseßes, sic wrist “jeden Vcrniittclniingorsckying und jrde Einigung zuriick i_md blyibt bei dcr Bshaiwtung strhcn, das gckränktc chbiögcfühl 1111i13i6 dadurch versöhnt .w-crdén, das; das noun- undvierzigcr Wahlgrirß wirdrrhrrgrsteiii Werds. Mriiic Herren, die Ausfiihrung dicses Vorlangcns, die' Resiiiuirung diaics, wre ici aller- dings zngrbcn muß, fiiihA zu Recht bestandcncn Gricßrs, isi cine Uu- mögiichkcii. *

Wenn ein Land 20 Jghrc unier solchrn Zuständrn grixbi hai, ivcnn di€_wic[)tigstcn organisbsn (Heicßr, unter anderen ein großcs Prozcßgciclz, anf dLiU_ iiimmtlichc Entichcidungcn dcr Justizbehörden brruhen, ohne Widcrwrinh dcr Bévöikerung ergangau sind, Wenn cnd- lich dicEnischridimg cincr damals staatsi'cchtiici) höchstm Lluirriiäi, ais wi'lchc dsr Bundcsmg ancrkanni wordsn ist, boring, bei der sich die Partricn bcruhigi haben, Wenn fcrnrr unter diesem thigrsrßc, wic iki) 1ch0n borinr erwähnte, die Jauch Vcrhandlxmgsn iibsr dcn Bcitrirt zn dcm Norddeutschen Bunde, resp. Deutschen Reiche gcfiihri ivurdrn, 10 ist dies ein ganz ungchcucrlicbcs Vcrlangen, das; durch disses Zn- riickgehrn aus dic friiheren Zustände, wie mit einem Schwamm dicse ganzen Verhandlungen, Verträgc und Gescßs Weggcwiicht und diese ganzen Jahre Ungeschehén grmaiht würden, das; ailcs mmniiirt werden ioiic, was inzwischen gcichchen sei. Man sagt zwn, es ist gar nichr so bös gemeint, wir woiicn blos ein paar Gcscße cera- sircn das Uebrigc kann bestehen bleiben; das ist aber

ein Widerspruch, meine .Herren, denn Wenn ein Grieß stehen bleibt,