1873 / 132 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 06 Jun 1873 18:00:01 GMT) scan diff

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Yiehtamtliches. DentscheSHNeich.

Preußen. Berlin, 6. Juni. Se. Majestät der Kais er und König empfingen heute früh den General-Adju- tanten von Boyen und hörten später die Vorträge der of- marsthälle Graf Pückler und Graf P oncher, des Ober- ere- monienmeifters Grafen Stillfried, sowie es Ministers des König- lichen Hauses, Freiherrn von Schleiniß.

Ferner empfingen Se. Majeftät den Prinzen Albrecht, Jö- nigliche oheit, Höchstwelcher fich vor der Abreise nach Schlenen verabschie eie.

_ Ihre Durchlaucht die Frau Fürstin von Lieg- niy ist gestern Abend in Homburg sanft verschieden.

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_ Se. Majeftät der Schah von Persien begaben Sich gestern Vormittag um 12 Uhr mit zahlreichem Gefolge und den zur Dienstleiftung kommandinen Offizieren nach Pytsdam, wo Allerhöchstderselbe auf dem Bahnhofe vom Ober-Prafidenien der Provinz Brandenburg von Iagow und dem Polizei-Präfidenten Engelken empfangen und demnächst nach dem Stadtschloß ge- leitet wurde. Mit demselben Extrazuge hatte Sick] auch Ihre Majestät die Kaiserin-Königin in Begleitung Ihrer Kö- ni91ichen Hoheiten der Prinzessin Friedrich Carl nebft Höchß- deren Prinzesfinnen-Tbchiern und des Prinzen Albrecht, sonne eines zahlreichen Gefolges nach Potsdam begeben.

Im Lustgarten war die gesammte Garnison von Potsdam

in Parade aufgestellt. Se. „Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz hatte kurz vor dem Eintritt des Schuhs die Front abgeritten und die Honneurs der Truppen in Empfang genommen. Der Schah nahm dieselben von der Rampe des Schlosses aus entgegen und be- gab Sich sodann in ' das Innere des Schlosses, wo in den nach dem Lustgarten hingelegenen Gemächern Ihre Majestät die Kaiserin, die Prinzessinnen des Königlichen Hauses, die Prinzen Friedrich Wilhelm und Heinrich zu Seinem Ern- pfange Sich versammelt harren. Der Schah sah an der Seite Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin von dem Eckfenster der “etrurischen Gallerie aus dem Vorbeimarsch der Truppen zu. Die Parade kommandirte der Commandeur der 1. Garde-Infanterie- Division, General-Lieutenani von Pape, an der Spiße des 1.Garde- Regiments z. F. ritten Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Ihre Königlichen Hoheiten Prinz Carl und August von Württemberg als 5. 19. Suite des Regiments und salutirten im Vorbeireiien vor dem Hohen Gaste. Der Vorbeimarsch erfolgte in nach tehender Ordnung: das ]. Garde-Regiment z. F., das Le r - Infanterie : Baiaillon, die Unteroffizier - Schule, das Garde-Iäger-Bataiilon. Den Vorbeimarsch der Kavallerie eröffnete das Regiment der Gardes du Corps, dann folgten das Garde-Husaren-Regiment, das erste und dritte Garde-Ulanen- Regiment. Der Vorbeimarsch erfolgte bei der Infanterie in Compagnie-, bei der Kavallerie in Schwadronsfront.

Nach der Parade wurde in den Sälen des Stadtschlosses ein Frühstück servirt, woran die AUerhbchsten Und Höchsten Herr- schaften und deren Gefolge, sowie sämmtliche ia Parade gestan- dene Siaböoffiziere Theii nahmen. Nach dem Frühstück begab Sich Se. Ma'estät der Schah nach dem Neuen Orangerie-Gebäude, desen prä tige Räume dem Hohen Gaste' besonders zuzusagen schienen und von da aus nack) Schloß Ba- belsberg, wohin Ihre Majestät die Kaiserin-Königin nach dem Frühstück bereits vorauSgefahren war. In dem Speisesaal des Schlosses fand um 6 Uhr ein Diner statt, an welchem Ihre Majestäien, ferner Ihre Kaiserlichen und König- lichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin und sämmtliche hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses, sowie 14 der vornehmsten Herren ach dem Gefolge des Schuhe"; theilnahmen. Unter den blühenden Bäumen der Terrasse, außerhalb des Speisesaales, spielte die Musik des ]. Garde-Regiments. Tach aufgehobenern Diner machte der Schah mit einigen Herren Seines Gefolges einen Spaziergang durch den im üppigsten Frühlingsschmucke prangenden Park von Babelsberg, und Ihre Majestät die Kaiserin folgte in einem Hakbwagen in der Absicht, dem Gaste die schönsten Punkte des Parkes zu zeigen. Späier äußerte Se. Majestät der Schah den Wunsch, das Grab König Friedrich 11, zn besnchen und fuhr vom Park von Babeleerg aus nach der Hof: und Garnison- kirche von Potsdam; Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz geleitete den Hohen Gast zum Grabe Seines berühm- ten Ahnherrn. Von der Grabstätte aus kehrte der Schah nach dem Neuen Orangeriegebäude zurück.

Nack) der Parade hatte sich der Hach-Minifter des Schuhs AckYa-Kl)an in Begieiinng des Vize-Ober-Ceremonienmeisters von Rddern nach dem Neuen Palais begeben, um Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin den persischen Orden in Brillanten zu überbringen.

Unterdessen hatte fich auf dem halbrunden Plahe vor dem Neuen Palais, nach dem Park von Sanssonci hin, eine überaus prachtvolke IUumination vorbereitet. Die grazibs gezeichneten Rabatten und Wege der Blumen = Anlagen waren mii Weißen nnd farbigen Lampen ausgelegt, die Orangenbiiume, die fich in Mitte der beiden Blumenparierres erheben, von den Stämmen bis in die Kronen mit solchen bedeckt; der mittlere Baum in dieser Gruppe war von runden Bogen umgeben, die ebenfalls Über und über mit bunten Lampen bedeckt waren und in denen große chinesische Laternen hingen. Die Lanze hohe dichte grüne Baumwand, die den Play in einem Hal kreise abschließt, war an den Stämmen in bunten Sternen erleuchtet; aus den Baumkronen schimmerten ebenfach koloffale Lampensterne, und das dunkle Laub wurde durch grüne bengalisthe Feuer trancharent erleuchtet, während die hohen Marmorftatuen davor in rosenrothem Brillantfeuer strahlten. , Nach drei Seiten hin eröffneten fich im Park von Sangsouci weite Perspektiven, die von erleuchteten Bogengängen gebildet waren, während im Vordergrunde, rechts und links vom Palais, Spaliere non hochbrennenden Flambeaux eine Fortseßung der Beleu tung bis ins U11endliche zu bilden 1" ien. Im Mittel- punkte er ob sich eme hohe Fontaine, die ald in rothem, bald m blauem, bald in goldigem Feuer zum nächtlichen Him- mel emporfneg. Es waren zu diesem wahrhaft zauberhaften nächtlichen Schauspiel 60,000 Lampen, 1000 Banns und un- zählige Flambeaux gebraucht worden; dreihundert Soldaten hat- ten das Anzünden besorgt. Der Anblick war Überwäliigend

on. - fck In dem Marmorsaale nnd in den Gemächern Ihrer Kaiser- lichen und Köni lichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kron- prmzefßn hatte Fc!) die zu dem Gartenfefte geladene GeseUschast

Ihre Majestät die verwittwete Königin, Ihre Königlichen oheiten der Prinz und die rinzesfin Carl, Prinz und Pxinzes m Frie- drick) Carl, Prinze? n Marie und Elisabeih, Prinz Albrecht, ZZrinz August und Wilhelm von Württemberg, der Erbgroß- erzog von Mecklenburg - Streliß und Ihre Hoheiten der Herzog Elimar von Oldenburg , und Prin Friedrich von Hohenzollern, im Marmorsaal ' die übrige Gesell- sYaft. Von Berlin hatten Einladungen erhalten und waren er- s ienen die Chefs der diplomatischen Missionen, die General- Jeldmarschälle, die Minister, die Generalität und die übrigen zur Berliner ofgesellschaft gehörigen Personen, aus Potsdam die mit dem ofe in Verbindung stehenden Kreise. _ Se. Majestät der Schah traf gegen halb zehn Uhr ein

und wurde bei der Anfahrt vor dem Palais von dem Hofmar- schal] Grafen zu Eulenburg, im Veftibule des Erdgeschosses von Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen be- grüßt und in die oberen Gemächer geleitet, wo Allerhöchstden- selben Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin empfing, an Höchst deren Arm Se. Majestät der Schah in die Gemächer eintrat, um von dort aus den voklen großen Ueberblick über das zauberhafte Lichtbild zu genießen. Nach einer Weile verfügten Sich die Aüerhbchften und Höchsten Herrschaften in die Gemächer des Erdgeschoßes und traten durch den Muschel- saal auf die Rampe, wo Teppiche gelegt und Fauteuils aufge- stellt waren, auf denen Sich AUerhöchst- und Höchdieselben nie- derließen, um unter den Tönen von zwei Musik-Corps die Pracht dieser in lichten Farben glühenden warmen Sommernacht zu be- wundern; in den Räumen rechts vom Muschelsaal war ein Buffet aufgestellt. Nach einer Stunde Aufenthalts verließen Se. Majestät der Schah und Ihre _Majestät die Kaiserin, sowie die übrigen Höchsten Herrschaften das Palais, um theils nach Berlin, theils nach Glinike zurückzukehren. In dem Augenblicke, wo Ihre Majestäten die Abfahrt nahmen, leuchteten die Com- muns in ihrer reichen Architekinr in rothem Branni=FeUer, und hoben sich die dahinter liegenden dichten Baumgruppen in grünem Traiisparentlichte von der dunklen Naeht ab.

_ In der heutigen (46) Sihung des Reichiach, der am Tische des Bundesraihes die Staats-Minister Delbrück und von Kameke mit zahlreichen Kommiffarien beiwohnien, wurde zunächst die Genehmigung für die strafrechtliche Verfolgung einer preußi- schen und einer bayerischen Zeitung nachgesucht, und diese Ange- legenheit in der Üblichen Weise der Kommission für die Geschäfts- ordnung überwiesen. Nachdem sodann der zweite Additionax- vertrag zum Postvertrag mit Schweden in dritter Berathung unverändert und definitiv genehmigi wor- den, trat das Haus in die zweite Berathung des Geseh- eniwurfs, betreffend außerordentliche Arisgahen für die Jahre 1873 und 1874 zur Verbesserung der Lage der Unter- offiziere ein. Die Budget-Kommission hat die Annahme der Vorlage mit folgenden Abändcrnngen empfohlen: Die geforder- ten Summen sollen nicht dem Kaiser, sondern nach der üblichen Sprache in der Reicthgesehgebung der Militärverwaliung über- wiesen werden (§. 1 und 2); außerdem hat der §. 2 durch den zugefügten Schlußsaß eine Einschränkung erfahren, gexen welche vom Tische des BundeSrathes kein Einspruch erhoben wurde. Die vom ganzen Hause, mit Ausschluß der Forischriiiöpartei, ge- nehmigte Vorlage lautet: ,

§. 1. Zur Verbesserung der Lage der Unteroffiziere find ,der Militärberwaliung für das Jahr 1873 1,412,219 Thlr. und für das Jahr 1874 1,882,958.§Tl)lr. zur Verfügung zu steÜen, ,Die Verivendung dieser Summe»: erfolgx nach Maßgabe der Anlage, _ Zu demselben Zwecke find Bayern fur das Jahr 1873 192,778 Thlr. und für das Jahr 1874 257,038 Thlr. zu überweisen.

§. 2, Die nach der Bestimmung im §. 1 der Militärverwal- tung zur Verfügung zu stellenden bezw. Bayern zu überweisenden Betrage werden den im H. 1 des Ge1etzes vom 9. Dezember 1871 (Reichs-Gesetzbl. Seife 411) unter 1 und 2 aufgeführten Summen hinzugerechnet, jedoch mit der Maßgabe, daß dieselben nur zu dem 1m_§. ] bezeichnetenchcke verjvendet werden dürfen, die Erspar- nisie aber nach Maßgabe der Manquemmts in den verzeichneten Chargen zur Reichskasfe zurückfließen.

In der Debatte wurde vom Abg. Frhr. v. overbeck der

Standpunkt geltend gemacht, daß keine Mehrbeivilligung für Militärzwecke zulässig sei, so lange dars Pauschqnanium bestehe und der Militäreiat nicht dem Reichstage zur Bewilligung vorge- legt sei. Dem gegenüber erklärten aber die Abgeordneten Lasker und Miquel, daß wirklichen Nothständen geqenüber auch während der Dauer des Pnusthquaniums der Reichstag fich nicht ablehnend verhaiien dürfe, es sei denn, daß eine Herbstsession von den Re- gierungen angesexzt werde, in der der Militäretat zur Erledigung gebracht werden solle. Ohne eine solche Anordnung sei die For- derung, der Regierungen schon jetzt sofort zu bewilligen, und die große Mehrheit des Hauses ich dieser Auffassung bei. Nachdem alsdann der Geseheniwnrf, betreffend den Aniheil des ehemaligen Norddeutschen Bnndes an der französischen Kriegskosten-Entschädigung an die Budgeikommisfion verwiesen war, (eine Beschknßfaffung, die aus der gestrigen Sihung noch restirie), berichtete Abg. Miquei Namens der Budget- Kommisfion über den Geseheniwnrf, betreffend die Erweiicrung der Dienstgebäude des Kriegs - Ministeriums und General- stabes in Berlin, so wie der Militär - Erziehungs- Und Bildungs - Anstalten, dem nach dem Vorschlage der Kommission fast unverändert die verfaffungsmäßige Zustimmung ertheilt werden soll. In eingehender Weise wie?- der Referent das Bedürfniß der Erweiterung nach, welches in Bezug auf das Kadettenhaus von dem Abg. Frhr. v. Hoverbeck bei Schluß des Blatts lebhaft bestritten wurde.

_ Die Kaiserlich deutsche General-Direkiion der Telegraphen hat soeben die Statistik des Verkehrs der Stationen des Deutschen Reichs-Telegrapl en-Gebietes pro1872 veröffentlicht. Nach derselben umfa te 'das Deutsche Reichs- Telegraphengebiet im I. 1872 auf 815565 Qu.-Mei[en 1391 Stationen, auf welchen im genannten Iahre 8,249,223 Depeschen aufgegeben wurden (außerdem haben noch 1667 Bahnverwaltungs- stationen Depeschen angenommen), wofür 3,474,806 Thaler an Gebühren einkamen. Es entfiel auf 's 5,8 Qu.-Mei[en und 24,654 Einwohner eine Reichs-Telegr enftation, auf je 1 Qu.- Meile 1011,5 Depeschen und 426,1 Th r. Gebühren, auf je 1000 Einwdhner 240,2 Depeschen und 101,2 Thlr. Gebühren. Unter den einzelnen Stationen wurden die meisten Gebühren für auf- gegebene Depeschen erhoben in Berlin 727,927 Thlr., Hamburg 405,788 Thlr., Frankfurt a. M. 265,602 Thlr. und Bremen 136,886 Thlr..Die Zahl der sämmtlichen verarbeiteten Depeschen betru 30,901,135 Stück, davon fielen auf Berlin 5,052,798, Fran urta.M. 2,103,924, Cöln1,699,408, Hamburg1,344,566 Stück. Die Entwickelung des Telegraphenwesens im I. 1872 er- weisen folgende Zahlen (verglichen mit denjenigen des Jahres

Leiiun en 13,219,s (11,396,4)_Meilen, Zahl der Stationen (inks, Eisenba neu) 3058, (2615), der Apparate 3253 (2715), der VU

10,158,041 (8,092,684).

_ Ter Oberß-Licutenant ck ]a Suite dcs Brandenbur- gischen KÜrassicr-chimenis (Kaiser Nicolaus ]. von Rußland) Nr. 6, von Diebitsch, Inspecteur des Militär-Veterinär= wesens, ist von der vor Kurzem angetretenen Dienßreise nack) KarlSruhe hierher zurückgekehrt.

_ Geßern fand im Radziwillschen Schlosse Antonin (Provinz Posen) die Vermählung der Prinzesfin Felice Ra dziw i ll, Tochter des verstorbenen Fürften Boguslaw Radziwill mit dem Reserve- Lieuienant im 7. österreichischen Ulanen-Regiment, Grafen Karl Clary und Aldringen, älteßen Sohne des Fürsten Edmund Clary und Aldringen, statt.

Posen, 5. Juni., Die Königliche Regierung in B romberg hat anlaßlich der in Schuliß unter Flößern vor- gekommenen Erkrankungen unter dem 31.v. M. folgende Verord- nung erlassen: _

Alle aus Zmfiicb Polen _auf der Weichsel herunterkommenden Traftcn oder Kahneand verpflichtet, bei Schloß Hanland oder Schu. 118 gnzulegen. Glei nach dem Eintreffen bei einer der genannten Ori]chafien haben die Schiffer xder. Txafienführer dem Bürgermeister Spieß m Schulxy eder_dem daiclbft iiationirten Gensd'arm ein na- mentliches Verzeichnis; 1ämmi1icher ans _dem Fahrzeuge befindlicher Fersonen einzureichen und von dem Gemndheitözustande der Mann- _chaxt Bericht zu erstatten, sich auch durch Verlegung des Revisions- ]chetnes daruberauézmvetsen, daß die angeordnete sünftägige Qua- ranianc ix: Schtlino gehalten Werden ist. Alle aus Polen kommenden Floßer re1p. _Schiffer sm_d gehalien, sich einer ärztlichen Unteriuchung zu _unicrwersen. und durfen dieselben ohne Erlaubnis; der „Polizei- belwrde sich nicht von _Schuliß ren). Schloß Haulaud entfernen. Ueberireiungen der vorstehenden Verordnungen werden mit einer YOlÖFMWsL ven 5_10 Thalern event. verhältnißmäßigcr Haft gc- a )n . '

_Bayern. Miinchen, 3. Juni. Der Königliche Staats- Mimster des Innern, v. Pfeufer, hat einen sechswöchenilichen Urlaub angeireien und wird, wie es heißt, während seines Land- aufenihaltes sich mit den dem nächsten Landtag vorzulegenden Gesehentwürfen beschäftigen. _ Bei den Postämtern werden vom 1. Iuli d. I. cm statt der mit der Kaffaführung betrauten Offizialen eigene Kasfiere ernannt werden, wodurch dem betref- fenden Postbeamtenpersonal ein eingreifendes Avancemeni in

sicherer Aussicht fteht.

_ Da der Kriegs-Minister Freiherr v. Pranckh einen für- zeren Urlaub angetreten hat, ist die Leitung des KriegS-Mini- fteriumH interimisiisch von dem General-Major Fortenbach über- nommen worden.

_ Wie der „K. v. u._f. D.,“ vernimmt, werden* bereits in aklen Ministerien die eifrigsten Vorbereitungen für die Budget- verhandlungen der nächsten Landtagssesfion getroffen. Eine aber- malige Erhöhung der Beamtengehakte wird dabei in firhere Aussicht gefteUt. Wie man hört, sol] die Form, in welcher dieHrnal die Erhöhung" vorgenommen werden wird, eine zweifache sein. Zunächst soll namlich der bisherige Betrag von Gulden auf ]e zwei Mark gefieUi, und dann sollen Wohnangsgeldcr eingeführt werden. Lehteres namentkich deshalb, um die Ungleich- heit zwischen den Angestellten anSzugseichen, die auf dem Lande und jenen, die in den Städten wohnen.

Nürnberg, 4. Juni. Der König der Belgier kam heute Mittag gegen 3 Uhr mit dem Ostbahnzuge hier an. Von dem belgischen Konsul Plainer begrüßt, benuhte der König den halbstündigen Aufenthalt zu einer Rundfahrt durch die Stadt, ?? alsdann mit dem Würzburger Postzuge die Reise fortzu- e en.

Sachsen. Dresden, 5. Juni. Nachdem der „Kron- prinz am 26. und 27. Mai die Bataiilone der beiden Grena- dier-Regimenier, am 29., 30. und 31. Mai die EHcadronen der 2. Kavallerie-Brigade Nr. 24 und die beiden reitenden Batie- rien besichtigt, hai derselbe gestern früh das Schühen-Regimeni Nr. 108 auf hiefigem KavaUerie-Exerzirplaß vor sich exerzircn lassen, und werden weitere Besichtigungen durch Se. Königliehe Hoheit an folgenden Tagen stattfinden: Freitag, 6. Iuni, 2. Ba- taillon 4. Infanterie-Regiments Nr. 103 bei Kamenz; Sonn- abend, 7. Juni, 1, und 3. Batailwn desselben Regiments bci Bauhen, 3. Infanterie-Regiment Nr. 102 bei Zittau; Montag, 9. Juni, 1. Iäger-Bataillon Nr. 12 bei Freiberg, 2. Abtheikung Feld-Nrtillerie-Regiments Nr. 12 „DivifioncZ-Artisierie“ Freiberg; Dienstag, 10. Juni, 1., 2. und 3. EHcadron des Garde=Reiter- Regiments auf hiesigem Kavallerie = Exerzirplaß; Mittwoch, 11. Juni, 4. und 5. EEcadron desselben Regiments bei Pirna.

Mecklenburg-SchiUerin. Schwerin, 5. Juni. Der Großherzog, die Großherzogin und die Herzogin Marie werden, wie die „Meckl. Anz.“ vernehmen, die Reise nach Wien zum Besuch der Ausstellung am Sonnabend, den 7. d. M., antreten.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. Juni. von Württember trifft Anfangs Iuli hier ein. _ Die Groß erzogin-Muttcr von Mecklenburg- Schwerin ist unter dem Namen einer Gräfin von Güstrow am 30. d, M. zum Kurgebrauche in Marienbad eingetroffen und daselbst im Tepker Hause abgestiegen.

_ Die Vermählung des Erzherzogs Karl Ludwig mit der Prinzessin Maria von Braganza findet im Verlauf der zwei- ten Hälfte des Monats Juni statt.

_ 5. Iuni. (W. TB.) Heute Nachmittag wurde zn Schönbrunn ein Familiendiner abgehalten, an welchem die beiden Kaiser, der Großfürst-Thrdnfolger nebst Gemahlin, der Fürst Wladimir, der Kronprinz Rudolf und der Großherzog von Weimar iheilnahmen. ,Am Abend fand bei dem Erzherzog Lud- wig Victor eine Soiree statt. _ Auf dem gestern von dem Fürsten vonYohenlohe gegebenen Ballfefte waren der Kaiser von Oestemer nebst Gernahlin, der Kaiser von Rußland, sämmt- liche Mitglieder des_ Kaiserlichen Hauses, die hier anwesenden Fnrftltchen' Gaste mit ihrem Gefolge und die Mitglieder des diplomatischen Corps erschienen,“ Die Kaiserin verweilte bis 2 Uhr und die Großfürsten bis Zi Uhr.

_ Der Kaiser von Rußland hat heute Mittag die Weltausstellung besucht. Se. Majestät begab fick) zunächst in die rusfische Abtheilung und nahm dann auch noch eini e an-

Der König

versammelt. In diesen Ihre Majestät die Kaiserin-Königin,

1871): Länge der Telegraphenlinien 3839 (33856) Meilen, der

de_re Abiheilungen in Augenschein. Graf Andraffn ga dem Fursten Gortschakoff heute ein diplomatisches Diner.

amten 5569 (4596), der sämmtlichen Depeschen (inkl. amilichev(

' Verhäliniß auf 3000, 2500, 2000 Frets. feftgeseht. 2er Acci-

17. d. von Schottland nach Schloß Windsor zurück. _ Der

ford in Heigh Hackl.

_ lassen und unter der Eskorte mehrerer KriegeZschiffe die Fahrt

Gäste eingeladen werden, darunter der Prinz und die Prinzessin

_ Der Er er og Ludwig Victor ist bei der gestri- gen arade vokit? Kaiser von Rußland zum Inhaber eines Wists en Infanterie-Regiments ernannt worden.

Wei. Ba el, 5. Juni. (W. T. B.) Von der hiefigFJGreznzpoft“ swird beftätigz, daß der Bundesrath S ritte gethan habe, um den franzofischen Gesandten Lanfrey da 'n zu bestimmen, daß derselbe auf seinem GesandtschaftSposten in Bern verbleibexZIW

_ Der Ge entwurf über die Reorganisation des ka- tholischen Ghetßtesdienftes, welcher dem _Großen Rathe von Genf gegenwärtig vorliegt, folgt faft wortlich dem. Texte des Geseßes über den protestantischen Knltus. Die katholischen Wah- ler jeder Kirchengemeinde wählen ihren. Pfarrer. selbst, ebenso einen Kirchengemeindcrath von 5 weltlichen' Mitgliedern, Ein

00118611 supérieur“, bestehend aus 20 weltlichen .und 5 _geqt- iichen Mitgliedern wird von der geiammtewkqtholrsthen Wahler- schaft des Kantons vermittelß (Liftenskrunmum' ernannt und ist mit der aUgemeinen Verwaltung betraut. Tie Pfarrbesol- dungen werden für die verschiedenen Kirchengemeinden ]e nach

dennen smd abgeschafft. .

o britannien und Jriand. London, „4. Juni. Der Forf ?ehrt nach den bis jeYt getroffenen Dinofiiwnen am

' und die rinzessin von Wales begaben fich ge- ?tzeirxnniziach Wigan Yu Lancashire, um daselbst e_m_neuec3 Kran- kenhaus zu eröffnen. Während ihrernanesenheit in Lancashire smd Ihre Königlichen Hoheiten die Gaiie des Earls von Craw-

_ Wie dem „Daily Te[egraph“ ans Dover gemeldet wird,

ehr es nunmehr fest, daß der Schqh vo'n Persien Uck) uber

Kiesen Hafen nach London begeben Wird. Die Yuknnft „des Schuhe; in Dover wird am 18. d. erwartet. Se. Majeftai _wird ?siende um 8 Uhr Morgens in der lemiralitatshacht „Vigilant ver-

Dover antreten. *Das aus- vielleichi 20 Panzeriregatten be- ZIKnde Kanalgesthwader wird deni Schah entgegensegeln und ihn nach Dover begleiten, wo der PUNJYLUWÜW- der Herzogron Edinburgh und andere Personen von Distinktwn ihnmiidem seineni Range gebührenden Pampe empfangen werden. . Em ans Ko- niglichen Salonwagen bestehender Separaizng Wird cZLHdann den persischen Herrscher und sein Gefolge nachiLonchn fuhren.

' In der Londoner Gnidhall werden_ WBF die umiaffendsten Vorbereitungen für den am 20. ch., itattnndende'n "Empfang des Schuhs getroffen. Es sollen zu dieser Festlichkeit uber 3000

ales und die iibrigen Mitglieder der Königlichen Fam1lie,

ZZ" Zhen Staatswürdenträger, das.d1plomai1sche_Corps, die KabinetS-Minifter und andere Miigl'ieder, der Regierung, dae; aus der Pairs, der Sprecher und eine Anzahl Mitglieder des Hauses der Gemeinenu. s. w. - * . ;_- _ Die amtliche „Gazette“ enthält das Verbot _des Ver- kauft; von Waffen und Muniiiqn an dieAsheinns an der Gold- küste sowie der Einfuhr von Kriegsmaterial in das Gebiet der- selben. Das amtliche Blatt meldet ferner die Ernennung des Sir G. F. Bowen zum Gonverneur von Victoria, und des Sir B. Pine zum Lieuienani-Gouvernenr von

Natal.

Frankreich. Paris, 3. Juni. Gestern wurde den Trup-

en der Armee von ParicZ nnd VersaiUes fo[ge11der Tages- e l vor eleen: . def Zurck) TJeeri vom 31. Mai ernannie der Prandeni der Repubbk den General Ladmiranli zum Kommandanten eu ebef der: Armee ven Versailles, ibm zugleich die Funktionen eines Gouverneurvxvon Paris, Ober-Kommändant der ersten Militardivifion, belasiex-d. In „AusfuhD rung dieses Dekreis zeige ibck) dcn Trulppken an, daß ich mein neue» o von euie an 1": ernommen )a e. _ .

KOMFTFdGeneraK Kommandant en ebef der Llrmce vyn VerinillZS, Gouverneur von Paris, Ober - Kommandant der enten Militar-

ijswn' - _ Läidmiraruii. st ' iere und Soldaten der Armee Zl)" Venen es und er er en MANI! ivifion! Zur Ehre berunn, Sie zu kenimatcxdiiM,) nehme ich mit Vertrauen die hohen Funktionen qn, weil ich _zhre ;lnhang- lichkeit an Ihre Pflichten und darum den in Ihren ReihenQberr ck?"- den qutcn Geist der Manneszucht kenne. Die VNUUOU der .[rmee im Innern ist die Aufrechthgliung der Ordnung, die aÜem der Ye- gierung erlauben kann, die freie _NuMbung der GPS? und ile Entwickelung des öffentlichen Wohlstqndes zu fiebern. „41? Naiwna_- versammlung verfolgt keinen »:mdern Zivcck, ,aber, in emer'gut organi- sirien Armee muß fich eine iolide Instruktion immer mit derki'nertc- riellen Kraft vereinigen. Ich werde deshalb mciztrcriaumen, in rienin Sinne die Anstrengungen des _bernhwien Chow, dem ich ngchfZlge, fortzusetzen. Sie Werden mich, ich zweifle nicbt hqran, bei dre1cr „[ur- gabe unierstüxzen, und aus Patriotismus nnd I;)mgebung, vpn denen Sie nicht aufhören, Beweise zu geben, _rverden St_e das Vertreiuen und die Hoffnung, die das Land 111 1emcr Armee ncht, rechtfertigen. Dee General, Kommandant eu ('bc-f u. 1. w._

Ladmirauli.

_ Die Repräsentanten der klerikaZ-rdhalißchch-bdnaparnsnsthen Preffe waren heute bei dem Prasidenten der Republik erschienen, um ihm ihre Auftvarn'ing' zu machen. _Bertreien waren: Affemblee Nationale, Constitutionnel, Francaie, France Nouvelle, Gaulois, Gazette de France, Gazette des Tribuneaux, Journal de Paris, Journal des ViUeé-_ ct Campagne-Z, Mbnde, Moniteur, Ordre, Paris-Iournal, Paine, BWG„Petit Montreux, Petiite Presse, Presse, Soleil, Universe und Unwn. Ter Mar- schall hielt olgende Anspracl e an die Ionrncrlisten: _

Meine erren! Ich bin J nen sehr dankhar sur Ihren BUY); Ich habe schon zwei Mal die Ehre gehabt, Sie zu empfangen. rav erste Mal nach der Kommune, als Sie kamen, _um mrrrorzmcblagen, eine: der Kandidaten für die Pariicr Deputation zu 16111. Ick) ent- schloß mich nicht zur Annahme und bezeichnete Ihnen den General de Ciffey, den Sie unterstützten und welcher ernannt wurde.“ chb el_n- pfing Sie ein zwntes Mal, als Sie wirren Neuem rie Zarner Kandidatur anboten, die ich nochmals_ ansicblug. Ic_l) behreise, nne wichtig es unter den gegenwartigen Verhalxnnsen' ist, daß die Repräsentanten der. verschiedenen Schatitrnnzen der konservativen Partei fich vereinigen und 'fick) Betreffs rer ?in- nahme von Ma'regeln verstandigen, die qm geeignetiicn sind, die zu bekämpxen, weiche di'e_von Jhnenrcriheidigien Prmcxpxen angreifen. Was die Politik betrifft, sodhabe ich dem, waH 'von der Regierung gesagt Wurde, nichts _hmzuzufugcn. Der Herr Mikllst_kk ch Aeußern hat der Kammer aUScmnxidergeseßt, daß, iofern es die „e- ziehungen mit dem Auslande betrifft, die neue Regierung der von meinem Vorgän er angenommenen Rtchnchnur, Welche immer die Zu-

iimmung der V) ajorität der Vermmmlung erhielt, getreu bleiben unrl). TIM Innern ist unser Ziveck, den Gesetzen „Llckyinng _JU veychaffen, die maierieUe Ordnung, was, ich Hoffe es, mir leicht 1ein wrrd, und zu-

zu unterstüßen, auf die Mithülfe Ihrer Einsicht und !Jhrer Talente zählen kann. _ Der neuernannie Präfekt der Yonne hat folgende

roklcimation erla en: _ P Bewvhucr der YomY! .Ich bin zur Ehre berufen worden, Ener Departement zu verwalten. Ihr hqbt dgs Recht, zu_erfahren, „wer i_ch bin und was die Regierung MU, die nnch zu Czub Lender. DieiZH i_n zwei Worten: Ick bm kein Parteimann. _Aber ich Wexde ihatkrangst zwei Ziele verfolgen: das eine besteht darm, alle Manner der Y_„rd- nung und des praktiséhen Sinnes auf dem Byden der konservativen Republik, der heute einzig möglichen Regierungsform,_3u vereinen;_ das andere besteht darin, den von gennffenloiem Ehrgeiz uberretzien Leiden- schaften die SRZ? zu bieten und entschlossen 1enenMaunern zu _wider- stehen, die, mit echt Radikale genannt, allcs_ auszuwurzeln (nchen, was die Grundlage der Gesellschafi immer gebildet hat imd immer bilden wird. Ordnung und reihxit, qÜgememxr Fortschritt ohnque- WaltsaMe Erschütterung: die es ist me1_n„Wahl1pruch.„ Wa_6_den ;ld- ministraior anbelangt, so kann er nur" Jemen guten WlÜM, mne ganze Aufopferung für Eure Interessen bekrastigin, aber _1ch wage zu hLffen, daß ich eines Tages aus Eurem Departement die namlichen S m- pathien mitnehmen Werde, welche mir das Departement bezeugt )üt, aus dem ich komme. Auxerre, 30. Maik1873§p "f kt d Yonne

er ra e er : “d Ducrcst de Villeneuve.

Die Proklamation der übrigen neuen Präfekten lauten ahn- lich wie diese. _ 4.Iuni. Wie der „Corsaire“ meldet, hat die Regierung den Beschluß gefaßt, in den ersten vierzehn Tagendes Monats Juli die Wähler von Guadeloupe und der Haute-Ga- ronne einzuberufen, um ihren Depuitrten zu ernennen. Außer- dem smd noch drei "andere Siße erledigi, . Anbe, Pnnde- Dome und Loire; doch soU das Ministeriuni die'Absich't haben, die Wahlen in diesen Departements noch fur einige Zeit zu vertagen.

_ 5. Juni. (W. T. B.) Dem Besuche, welchen 'der Dekan der medizinischen Fakultät dem Unierrichis; Minister Barbie abstattete, haben fich von den _52'ordentlichen und außerordentlichen Profeffore dieser Fakultai im Ganzen nur 6 angeschloffen. -

_ Prinz Napoleon ist heute Morgen hier angekonxmen. _ Marschall Canrobert hat seine Entlassung ale Voryihen- der des obersten Kriegsrathes gegeben.

_ 6. Irini. (W. T. B.) Wie von gUi unierrichieter Seiie versichert wird, hat sich Estancelin, Anhanger nnd Vertrauter der Prinzen von Orleans nach Frohsdorf bege- ben, um eine Verständigung zwischen der alteren und ]nngeren bourbonischen Linie anzubahnen.

Versailles, 5. Juni. (W. T. B.) In der henngen Sißung der Nationalversammlnng hat Iauberi 16111811 früheren auf Unterdrückung der Angriffe gegen die _Yatwnizlver: sammlnng bezüglichen Antrag als nunmehr uhersluing znrnck_ge- zogen, indem die Naiionalversaimnlung ]th YUÄWÉ" komer- native Minister habe. Der Deputirte Herve de Sani) miU inorgen den Finanz-Minister iiber verschiedene Ernennungen m der Finanz: verwaktung inierpellircn.

Spanien. Madrid, 1. Juni. Die ,Provincia“ von Gerona veröffentlicht folgende zwei Verordnungen „von Sa- balls, die derselbek xn die lealden der Provinzen von Gerona

arcelona i ie. " ' ' und12)3Wir Frahcicho SabaUs,Je1dmars§ha[[ dcr Koniglichen Ar- meen und-General-Kommqndgni Yer Provmzen yon Barcelona und Gerona thun hiermit zu wxsicn, aüe Jnd1r1ducn nnd Korpern? tionen, welche gegen unsere Königliche Armee Truppen ausheben, Mit

5 ode be trafi Werden. _ ' * “_ xcMLT) Von sdiesem Tage an können alle Journale im Umkrene un-

seres Kemmandgb fretiHDirkulircn, was wir zur Nachricht aller, die es WWW“, zu MUM DY'Kemmandani Francisco Saballs.

Sollera, den 23. Mai 1873. *

_ Bei der Brücke yon Enderlnsa, unweit Pera, hai, wie der „Agence Hanne“ cms Bahdnne vom Ö.,IFUU gemeldet wird, ein für die Carliftcn fiegretcheHGefeck)! itaiiJefnnden. Nach dem Telegramme wären die Carlisten Herren des Landes zwischen der franzöfischen Grenze und dem Ebro.

_ Nach einer an?: Madrid iiber Paris eingetroffenen icle- graphischen Mittheilung stünde der Riickiritt Caitelar S als Minisicr der auswärtigen Angelegenheiten zu erwarten.

Italien. Rom, 5. Jimi. Nach einem ach Frosinone eingelangien Telegramme ist Ratazzi (einer Krankheit heute Vormittag 93 Uhr erlegen. -

_ Urbano Ratazzi ist am 29. Juli 1808 zu ?lleffandria, ach Sohn eines piemoniefisthen Gerichtsbeamten, gebdren. Im Jahre 1838 wurde er Advokat am" Ap'pellh'ofe zu Casale und erhielt 1848 zunächst ein Mandat fur die piemontefische „Tepli- tirtenkammer, in welcher er seine pol_1t1sche Begabung m_ den Verhandlungen über die lombardtsch=piemontefische Unwnssrage zu dokumentiren Gelegenheit fand. Ain 26. Init irak er 111" da» Ministerium Casati als Unierrichis-thster Und Trug als Fuhrer der Opposition später zur Bildung des demokratischen Minnie- riums Gioberti bei, in welchem er das Portefeinlle der Justiz erhieit. Nach der Niederlage von Novara (26. Marz 1849) mußte er aber, nachdem Gibbern schon vorher ancZJeschiedeii, einem konservativen Ministerinm Plaß _machen. ImIahre 1803 berief Cavonr bei der Neubildung „seines Kabinett:: den Ver- storbenen, der inzwischen das linie Cenirurn _gefizhri, als Justiz- Minister in daffclbe. Später mri dem Ministerium des Innern beauftragt, übernahm er dasselbe 1855 denmtw. Seine Y,.hailg- keit in dieser Zeit wird durch den _Gesehentwurf bezeirhnet, den er im Anfang des Iahre-Z"_]855 in der Depuiirien- kammer einbrachte, wonach aile Kloster, deren Insaffen sick]_mchi mit Predigen, Iugenderziehung odcr Krankenpflege bc]chaftlgiM, der Säkularisation unterliegen und die daran?; snh ergebenden Fonds zu befferer Dotation der niederen Weltgeiftlichkert Seitens des Staats verwandt werden soUten.' Nach Annahme durch die Kammer wurde derselbe am 31. Mai 1855 unt dem Senats- Amendement aus dem EWS eine Kirchenkaffe zu bilden, nnterZ zeichnet. In Folge des Orfinischen Attentats. wußte Rattazzi aui Veranlassung Napoleons 11]. aus dern Ministerium austreten, bildete aber nach dem Vertrage von Vaniranca und dem Ruck- tritt Cavours ein neues Ministerium. mit della Marmora als Präfident, in welchem er das Portefemlle dee Innern nbernahm. Indessen blieb es Cavour vorbehalten, die Vereinigung der mittel-italienischen Siaaten gegen Abtreiung Savoyens und Nizzas zu vollenden. Dgs vereinigte Parlament des Königreichs Italien in Turm wahlte Ratazzi nach der

oli an dieS i der Regierung berufen wurde, die _übereilien Unter- Tiehmungen Lexa die bßerreichische _Okkupaan im Norden und die franzöfische in Rom zu unterdrucken, fuhrte unter dem Ein- druck des Gefechts bei ASpromonie zu seinem Sturze (1862). Mehrere Jahre der Zurückgezogenheit waren verfloffen, wahrend welcher er um fich eine Art von tiere [)“-n'y gebildet hatte, als ihn nach Rücktritt des zweiten Kabinets Riecrsolt (1867) der König wieder an die Spitze der Geschafte rles. 'Verschcedene Erfolge nach Außen, darunter ein Hundelebertrag nnr Oesterreich, vermochten doch nicht die Mißsitmmnng zu beiehwwhngen, welche die Maßregeln gegen Garibaldiez Unternehmungen innerhalb der liberalen Partei zur Folge hatten. “Noch vor der Niederlage desselben bei Mentana hatte Ratazzi seine Terminen gegeben. Bei Eröffnung des Parlamenis gelb er eine glanzende Aphlogie seiner Handlungsweise, welche zwei Sihungen hindurck) wahrie. Unter dem Ministerilum MfMabrFa-(Yalean:?itgiih nahm Ra- ei wieder einen a' an Sex en er pxw : wn.,

taz., Seit 1862 waZZRZtazzi mit Mari) T_Lme, T_ochier des Ir- länders Thomas Wyse und der Prinzesiin LULUZU] Bonaparte (Tochier Lucian Bonapartes) vermahlt, weiche nch ass belle- triftisthe Schriftstellerin einen Namen erworben.

_ Na Erb nun der heutigen Siizung der DL'YUULJ- tenkammechr zeigifef de? Präsident den Tod Ramzzis an. Er bezeichneie denselben als _einen FW der nationalen Trauer und schlug vor, die SLHUUJ aufzuheben .und um der TWUELJ einen äußerlichen Llu-Zdrnck zu Jeden, die Fahne des Parlaments 14 Tage lang mit Flor umhuilen zn lasen. 'Der Minister-Präfidenr Lanza und mehrere Mitg_[ieder vdn verschiede- nen Fraktionen der Kammer betonten den ichmerzlichen Ver1uft, welchen das Parlament, sowie das ganze Volk dnrch diesen TodesfalL erleide.

Schmeden und Nortvegen. Sto_ckholni,_ 31. Mai. Turck) Königliches Reikripi vom 27. M51 nt dicZJerz sammlungszeit des jeßr tagenden Storrhiwgs bis zum 7, BUI. oder einem der nächstfolgenden Tage seiigeiteüi worden. Wav Gagen: und PenfionÖk-Imite de“:- Sédrthings ]oll deni „Morgen- bladei“ zufolge einstimmig beiürworier haben, “da); der nene StaaiL-Ministerposten mir 5000 Spezies ([*I-age nnd 5000 SLLÖWV Tafelgelder, also im Ganzen 20,000 Ndl. dan. Rin. (3a,500 Ct. Mk.) hbnrriri werde.

Dänemark. Kopenhagen, 3. Irini, Gestern Mittag kamen die Kinder des GroßiÜrften-Thr_onxo[Z_ers von Rußland mit dem KaiserLich russischen Dawpiick)ine_,zrandar_d' in Helfingbr an nnd wnrden ddrt von der Konigliehen Fannlie empfangen. Die Stadt Helfingor har fich rms dreien; Anlaß mii Flaggen geschmückt nnd die FeJtUng „Kronburg ]alunrte. Das Publikum bewiUkommneie die _Gciste mrianrahruwn. Dr_e Königliche Familie begiib sick] dannn init deni,e[ben nach Schloß Friedensburg znrück.

_ Prinz Waldemar hat iich_henie an Bord der Fre- gane „SjaUand“ begeben, nm seine erste Seefahrt anzutreten.

_ Ter Kronprinz feieri heine ieinenß30. Gebnristag. Aus dieser Veranlaffnng wird vonsämmtluhen 0T?UT_[_1ch]€U, i_orrie mich von vielen Privathäusern nnd von den Schmen ani der Rhede nnd im Hafen gcflaggi.

Asien. Ter Emir UOU Cabni hai vdr Zurzem einige Tffiziere nach Lnghman geicnidr,_um die zur Crnpornng geneig- ienPriester zu bestrafen. Tieie 1a1n1nelien LZT'ÉTZÄMW Mnnn, und es kam zum Kampfe, in welchem mm bis; 16chIWPLTWULU verwundet wurden. Die Rebelien wurden in die Fluchr gc- sch1agen, und der Emir hai Befehl gegeben, die rebeilnchen Priester in Haft nach Cabnl zu senden.

_ Tie „Timer; of India“ bestätigt inioferncdas „Gerüchr über die Blockade Zanzibars, (ich es die bisher hier nicht aUgemein bekannten DiSpdsitionen der Flotille. der? Admiral Cnmming und die ersten Verhaltungsmaßregeln, die dem lehreren eriheilt wur- den, meldet. Das Blatt sprichi die Ueberzengnng ans, daß dem Skkarienhandel ein schnelles Ende gemacht werden Wird.

_ Taffelbe Blatt verbffenrlichi e_in offizieUes Telegramm aut.“? Rangoon Über den Fall von Talisoo in fdkgendcm Wortlauié. Boten vorn Prinzen Haffon bringen die Jinchrichi des Falle.; von Toliioo Und der Niedermehcnmg aiher Einwohner bor nn- gefähr 4x Monaten. König Sninnan nt Todi. LW chinenschen Boten, vom chinesischen Yonvernenr ziim Konig ron Birma ge- iandt, haben Vhamo pamrr.

Reichstags = Angelegenheiten.

Berlin, 6. Irmi. In der gestrigen SLHUUI des Reick)er- tags leitete der Präfiden: des Reichskanzler72lnns Staatd:Mi- nister Delbrück die Beraihung des Additionalvertrach ziim Postverirage zwischen dem Norddennchen Bunde und Schweden wie folgt ein: . ) ( '"t “w ksck; ist

5 ' 3 en! Dcr verliegemeZer rag'ii ren einer x_en r . begleZYx,!nxieÉsékiirz ist, daß, ihr vielleicht die Ehre ZU. Theil IMU,- den ist, gelesen zu werden, In der That Yann icb dic1er “?“MÜÖWT nicbt vici bin*uxügen. Dcr verlicgcnde Bezixng dehnt die m_ den 11:25:15: deins en Postverirägcn,enthalicnen Beitxninnmgcn aus nriieren Verkehr mii Schweden aus, mit“ einer Llusnnbme, welxbe fich Lui ,?W Transat bezieht. Diese AuInaJme [ag weder in den Jviinichn ?CLZÉ'Ö,“ lands, noch in den Wünschen Schwedens; ne i_ii vorigeung l'erhetgembrr Werden durch 'die Schwierigkeiten, welche Die (QMDUÉL Regierung bei einer Verständigung mir der nrrircgiiihen Regierung uber den Gegen- siand haiie, Jm Ucbrigen beruht 'der Vertrag,."ww geiain, aus_ rskn von dem Hause wiederholten gebilligten Grundmß-cn, und ich empfehle ihn zur Annahme.

_ Vor der ersien Berinhnng des Gesehennvurfs, betreffend den Antheil des ehemaliganorddeutschen Brindes an der fran- zöfis en Kricchcntsck)ädign11g, erklarte dcr Prgiident Dielbruck :

Yieine Herren! Bei den Minheilungcn, die_ 1ch bei der Ein- leitung der ersten Berathung des Rrichshaushnlts-Jmts pro 1874 zu machen die Chre hatte, habe ich den weieuilichen Inhalt der jrizt zur ersten Berathung stehenden Vorlage bereiis charaktermri. Ich habe da- mals das Bild der finanziellen Lnge, wweit es O_gnizißziz geben War_ und fcitdcmhaben sich in dieier Beziehung die Verthmnenrcht geandert _, dargelegt, wie Sie es in den MOUVM dee IHRER; 1th vorliegenden (Heießcs dargelegt finden Ich habe damals hékcliv die Zahl i_mizu- theilen gehabt, welche fur_ das Rciablijsemcnt 'der'ArmeeKin Anipruch genommen, und deren na ere Entwickelnng hier m der “.),MYL unä- getheilk ist. Ich habe end ich_ daraur hingewie1en, dax, znr dervo - ständigung "Dkk Magazinq Kniernen-_ und Lazaretlxmrichtungcn lc _vker- bündeien Regierungen von Ihnen eine Bewrlligung von CLVÜZU uR er 13 Millionen Thaler von dem gui den Norddeut1chcnYuur 'fla IW Antheil der Kriegskoftenenticbädtgimg beantragen. Die Defax s icio:

Einnahme von Neapel im Februar 1861 zum Präfidenten.

' ' trieÜen Ordnun die moralische O_rdnnng aufrecht JUFhWtenéer chi; ehoffe, daß die egicrung, um fie 111 dieser Aufgabe

Die Bestrebungen Ratazzi's, der nach dem kurzen Ministerium Rica-

“erderun lie en in den Motiven, die hier beigefügi find, ,und ich 1gzlanbe, ?*Aß gdcr gegenwärtige Augenblick nicht der geeignete lst, auf