1873 / 137 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 12 Jun 1873 18:00:01 GMT) scan diff

Präfident des Reichskanzler-Amts erklärte u. A. auf eine ?in- Lage des Abg. Dr. Birnbaum, daß bezüglich der Erhebung der

ranntweinsteuer die Beraühungen im VundeSrathe darüber

ob eine Fqbrikatsteuer einzuführen sei, noch nicht zum Abschluß gelangt sei, so wie auf eine Beschwerde des Abg. von Putt- kamer (Sorau), daß der BrindeSrath mit einer besseren Re-

dakxiNJ der auf die Ausführung des Weck)selftempclfteuer-Gescßes bezuglichen Bekanntmachung be chäftigt sei. Auf eine Klage des

Abg. Seelig über die angebli e Unpünktlichkeit in der Bestel-

lung von Briefen seit Wegfall des AuSgabeftempels, erwiderte der Bundeskommiffar, Geheimer Ober- ostrath Dunkel, daß durch die Beseitigung des Auggabestempe s das Beamtenperso- nal von einer höchst lästigen und zeitraubenden Arbeit befreit sei und daß sich seitdem die Bcschrverden des Publikums iiber verspätete Ablieferung von Briefen keineSweges vermehrt hätten. Auf eine Anfrage des Abg. Schmidt (Stettin) erklärte der Ge- neral-Telcgraphen-Direktor, Oberst Meydam, daß die erste sema- phorische Staiion auf der Insel Vangeroog im Iniereffe der die Weser: Uvd Elbemiindung passtrenden Schiffahrt cingerichiet sei und daß ähnliche Stationen je nach Bedürfnis; einge- richter werden sollten, so z. B. im Laufe dieses Sommer:"- auf der Insel Helgoland. Im Anschluß an den Etat der Trie- graphenvermaiiung nmrden Petitionen von Telegraphenbeamien m Elsaß-Lothringen, welche die Glrichstellung mit den anderen im Reichskande angestellten Beamten in Betreff der Lokalzulagen erbitten, unter dem Widerspruch des Präsidenten des Reichs- kanzler-Amtes dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen und eine Resolution, die von den Kontmiffarien des Hauses beantragt ist, angenommen, nach welcher die LokalzuTagen dcr Telegraphenbeamten in Warschau, Malmoe Und Basel in dem- selben Maße erhöht werden sollen, Wie die?- bezüglich des Woh- nungsgeldzuschuffes für die inkDeutschland wohnhaften Beamten in Aussicht genommen ist. Endlich wurden unécr Zustimmung des Bundeskommiffars, Wirkl. Geh. Ober-Regierungs-Rath Herhog, zum Etat der Eiscnbahnverwaltung folgende zwei von den Kommissarien des HausrH eingebrachte Resokukionen fast ein- stimmig genehmigt:

1. den Reichskanz'lsr zu der Anordnung aufZUfordrrn, 1) daß dem Reichstage alljährlich _ ein Bericht über dir Vcrwalfung, den Betrieb und Bau der rlsaß-lothringiichen Eisenbahnen, sowic dcs unter der Vrrivaltnng des Reiches stehenden Thriles dcr Wilhelms- Luxcpiburg-Bahnrtr zugkstclit Werde; 2) daß ailjährlick) dir Vrröf- fenilrchung auf gleichförmigen Grundlagen brrxxhrndrr statistischer Zuiamrziensteliungrn 11er iämmjliche im Deutichen Reiche gelege- nen Eiieribahnrn erfolge;

11, den Rrichs'r'anzirr zu einer sachvcrständigen Ermittelung des unngalxeanrthes der durch den Friedensvertrag vom 10. Mai 1871 sur das Reich erriZorhrnrn-eiiaß-1otl)ringischen Eisknbahnen aufzufordern, um auch_aux dirsrr Grundlage eincn Anhalt für die Beurtheilung dcs Betriebes und dcssrn Resu1iake zu gewinnen.

Nachdem schließlich noch der Geseheutwurf, betreffend die Verwaltung der Einnahmen und YuSgaben des Deutschen Rei- ches 911 eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen, d. h. für die [1111er1118 Séffion von der TageeZUrdnung abgeseht war, wurde die Sißung um 51 Uhr geschlossen und die nächste auf Freitag 12 Uhr angeseht. *

' _ ZUB Beiwohnung der Leichenfeierlichkeit für des Hoch- seligen *Prn'izen Adalbert von Preußen Königliche Hoheit find u. A; hier eingetroffen: der Eontre-Admiral und Chef der Marine- Stgtion der Ostsee Hekdt von Kiel, der Hauptmann Und F*[ügel- Adpitant Sr. Dnrchlaucht dcs Finstern zu Schaumburg-Lippe, 130,11 Siranß-Tqrneh, der Grneral-Lieuienani und General- Adjutant Sr. Kdmglichen Hoheit des Großherzogs von Mecklen- burg:Schwerin von Zülow, der Major 3. D. von Bartm- bach, als Abgesandker Sr, Hoheit des Hrrzogs von Sachsen- Altenburg, der General der Infantrrie von der Armee Vogel von Faickenftein pon Schloß Dolzig hei Sommerfeld.

_ Der Finanz-Minister hat Unterm 29. o. M. eins Instruktion über die Veranlagung der auf den Ge- se en vom 1. Mai 1851 und vom 25. Mai 1). I. [)e- ruFenden Klassenstener erlassen, die durch die Amtsbläüer zur öffentlichen Kenniniß gebracht wrrden wird.

Der Termin für di? Einsendung der Haupt=Nachweisungen an das Finanz-Ministerium ist im §. 14 der Instrukiion auf den 15. Dezember festgestellt worden. Die piinktliihe Innehal- Fung dieset; Termins ist den BezirkSrrgierungen empfohlen worden, da rs in der Absicht liegt, die nach §. 6 drs Gesehes angeordnexe Berechnung darüber, ob und inwieweit der Normal- Betrag der 11,000,000 Thlr. durch den ach der Veranlagung der Klaffenfteucr fich ergebenden Jahresbetrag der Solleinna me Überschritten odcr nichr erreicht wird, gegen Ende dieses Ia res abzuschließen, die Ausführung dieser Absicht aber verhindert werden würde, wenn die Einsendnng auch nur einer Hartpl- nachweisung iiber den bezeichneten Termin hinans verzögert würde.

Um die Erreichung dieses Ziels fichrr zu steüen und im Hinbkick auf die Schwierigkeiten, welche fich für die nächst be- vorstehende Veranlagung aus der Handhabung der neuen Ein- schäßungs-Grundsäße ergeben werden, erschien eine angemessene Verlängerung der bisher vorgeschriebenen Fristen für die Aufstellung, Vorrevifion und Feststellung der Klaffrnsteuer-Roüenxnothwendig. Die Instruktion hat sich darauf beschränkt, den Termin für die Vorlegung der revidirten Rollen Seitens der Landräthe 26. an die Regierung auf den 1. November festzustellen. Im An- schluffe hieran wird die Bestimmung wegen deS Anfangs: und Endtermins für die Veranlagung der KlaffensteUer in den Ge- meinden unter Berücksichtigung der Verhältnisse der einzelnen Kreise des Bezirks durch die Landräthe nach näherer Anordnung der Regierung getroffen werden.

Darüber, wie die vorbezeichneten einzelnen Fristen für die künftigen Jahre etwa anderweit dergestalt zu regeln, daß der gesehlich bestimmte Termin für die Seitens des Finanz- Mimsters zu" bewirkende Feststellung und Bekanntmachung der Steuscsahe (§. 6 des GeseYeS) pünktlich innege- Ylten werden könne, at fich der Minister die weitere Be-

'mmung auf Grund er bei der nächstbevorstehenden Veran- 1agung„zu maxhenderi Erfahrungen, noch vorbehalien.

Die Bezirkéxregierringen find angewiesen worden, fich über diese Frage, sonne darubrr, ob und in welchen Punkten etwa eine Erganzuiig onder Ahanderung der Instruktion für die Folge nothwendig sem mochte, bis spatestens zum 1. März k. I. zu äußern. Wegen des zur Erlangung einer vollständigen Ueberficht über die Ergebnisse der Veranlagungdn fich und im Vergleich zu der früheren Veranlagung erforderlichen Malerials werden die Be- zirkSregierungen seiner Zeit mit näherer Anweisung versehen wer- den. Bei Ausführung der Veranlagung handelt es “fich wesentlich darum, die Steuerpflichtigen überalx ihrem IahreHeinkommen gemäß _ eventuell Unter Mitberück- fichiigung der im §. 7 ch Geseßes bezeichnejen besonderen

Stufensähen einzuschäßen, ohne xückficht darauf, ob dadurch im einzelnen Falle eine Erhö ung oer Ermäßigung des bisherigen , S_teuerbetrages herbeige ü rt wir“, indem nur dadurch, daß in dieser Beziehung durchweg korret verfahren wird, eine gerechte und gleichmäßige Vertheilun ds Normalbetrages (§. 6 a. a. O.) und des der klaffenfteuerpfli t“ n Bevölkerung im Ganzen zu- grficherten Steuererla es errei werden kann. Auf die sorg- fakitgr Beachtung dieses Gefistspunktes insbesondere bei der ArifsteUung der Klaffensteuerr-llen durch die Gemeinde-Kom- mtssmncxi sdllen die BezirkSrgiernngeu in jeder geeigneten Weise hmrmrken und zu diesem Zwecke den Kreis-Landrätxhen 2c. anrmpfehlxn, 'die Gemeindevxrftände über die bei der Ein- schaxzung mi AÜgemeinen und namentlich bei der Ermittelung drs' IahrrSemkommens der Pflihtigen zu befolgenden Grundsäße zeitig Mit der erforderliohen Anweisung versehen. In Be- trrff des [theren Punkts wir? es sich unter Anderem darum handeln, hezüglich des Arbeiöverdicnstes (§. 4 der Instruktion) rmtrr Berücksichtigung der dert erwähnten Vzrhältniffe gewisse ortliche Ndrmalsälze aufzusteTn, welche im Allgemeinen und vorbehaltltrh einer entsprechen n Mitberückfichtignng der indivi- duellen 'VerschiedenheÜen zum Anhalt für die Feststellung des IavhreSemkommens der in Rde stehenden Art zu dienen haben Wurden. „Dem Ermessen der BezirkSregierUngen ist überlaffen, das in dieser. Veziehun_ Erforderliche anzuordnen. Die geseh- Und gle1chmaßige Dur führmg des VeranlagungSgeschäfts in aUrrx Kreisen des Bezirks hat der Sieuer-Departemenisrath der Regierung fortgrseßt persönlié) zu überwachen. . Das eFormular zn der K!affenfteuerrolls wird auf der Rück- sexte drs Titelblatts mit einigen Erläuterungen über die bei der Aufstellung der Rolle zu befrlgenden Vorschriften versehen wer- den. 'In Betreff des rechmmg-Zmäßigen Abschlusses der Rolle hat bisher in mehreren Regierungsbezirken die Einriihtung be- standen, daß dir aufgerechnctm Seitenbeträge nicht in der Rolle selbst, sondern in einer besonderen, der lehtrren beigefügten Zu- saxnmensteüung rekapitulirt und addirt worden find. Der Er- waguug der BezirkSregierungen ist überlassen, ob eventuell ein gleiches Verfahren für ihren Bezirk anzuordnen sein möchte?. Nack) §. 1 Absah 2 des Gesches, betreffend die Anfhebung drr Mahl: und Schlachisteuer vom 25. Mai d. I. kann die Ein- fUhrung dcr Klaffenfteuer an Stelle der Mahl- und Schlacht- fteuerm ]eder mahl- und schlachtsteuerpflichtigen Stadt dnrch Gememdebrsthiuß bßereits vom 1. Januar 1874 ab erfolgen und soll alsdann,gemaß §. 5 Libsah 3 11316. die Erhebung der Klaffenfteuer m der betreffenden Stadt für das Jahr 1874 ohne Anrechnung auf den nach §. 6 des Gesehes vom 25. Mai 1873 frstgesteilter. Normalbetrag UUd ohne Riickstcht auf die darnach etwa emkretenden Erhöhungen oder Ermäßigungen der Stufens äheftattfin- den. Wenn dies er FaÜ in einem Bezirke eintreten sollte, so ist zwar hin- sichtlich der Veranlagung der Kkaffensteuer fiir die betreffeude Siadt ganz nach den Vorschriften der Instruktion zu verfahren, bei der Feststellunxx .der Steurrrolle aber drr Vorbehalt der Erhöhung oder Ermaßigung de?- Veranlagungsbctrages fortzulaffen und dicser Betrag selbst nicht 111 die nach §. 14 der Instruktion auf- zrrstellenden Haupt- Nachweisung mitaufzunehmen, vielmehr bei (Einsendung der leßteren besonders aufzuführen. Auch findet alsdazm der §. 18 der Instruktion fiir das Jahr 1874 auf die ÖLÉWÜLUDL Stadj keine Anwendung.

' Danzig, 11. Juni. (W. T. B.) Auf den in der Wenhsel bis JUL Plehnendorser Schlense liegenden Flößen find müer den polnischen Flößern bisher, wie die „Danziger Zeiiung“ meldet, 13 Chokerafälle konstatirt. Von den Erkrankten smd 8 verstorben und 5 noch in ärztlicher Behandlung. In der Stadt selbst , und in den umliegenden Ortschaften md bisher unter den Einwohnerii keiiir Erkrmikungrn an der C okera vor- gekommen.

Breslau, 10. Juni. In dem für Plenarfihungen be- stimmten Saale des hiefigen Regierungsgebäudes hatten sich heuie Mittag sämmtliche Mitglieder des Regierungs-Koüeginms ver- sammelj, um den Neu ernannten Ober-Präfidenfén Freiherrn v. N0rdenflhcht zu empfangen, welcher bald darauf in Beglei- Uing des Regierungs-Präftdenten Grafen v. Poninski erschien. Nach seiziem Eiiitritt richten? der Ober-Präfident an die Versam- mellcn eme Ansprache. Hierauf stellte der Regierungs-Präfident Graf v. Poninski die anwesenden Mitglieder des Regierungs- Kollegiums dem Ober-Präfidenten vor. Der O'rrr-Prästdent be- suchte alsdann die einzelnen Bureaux, um fich über dir Amts- lokaie zn informiren und das Beamirnpersonal kennen zn lerneii. Der Ober-Präfidenr hat die Uebernahme der Geschäfte in folgendem Schreiben bekannt gemacht: „Nachdem Se, Majestät dsr König Allcrgnädigst grruht haben, 1111ch zum Ober-Prasidcnten vrn Schlefirn zu rrnenncn, bin ich hier eingetroffen, Um mriti nrues Amt anzuirrten. " Ich fasir die_„tn der Brrufung zum Verivaltungs-Chrf dieser ichoncn Provmz 7311: nnch l_icgrndc LluSzeichnung und [)ohr Ehre in ihren) voilitrn Mahr, Um 10 ichwrrer empfindr ick) abcr auch das GLTVlchf' drr nnr dadurch Übrrkommenrn Verantivortlichkeii. Ich ircrde niit Crust [*rmiiht isixi, dir Pflichten mcinrr neuen Strilung in rhrcmtgnnzrn Umfange_zu crfiillrn. Mein eifriges Bestredrn wird iein, die Jnterrisen die1cr Provinz nach (111611 Richtungen hin krnnen zu 1crnen, damit Zs mir möglich 1ei, dem Lande niißlich zn ivrrden. Mrme ganzen Krafte sollen dieser Aufgabe gewidmet sein. Ich bitte die VrWolmrr der Provinz, mir hierin mit freundlichem Vrrtrauen enigcgenzukommrn, und ersuche die mir zur Skike gestellten und die wir nachgeyrdnetcn Brhörden, mir dabei ihre Hiilfe und ihren Bei- stand zu lcrhrn. Ohne Beides _würde ich nicht glauben, die Ziele mrinrs “Strebens erreichen zu können. , Mit dem heutigen Tage habe ich die Geschäfte des Obcr-Prä- sidiums übrrnommen. Breslau, den 10. Juni 1873.

Frhr. ron Nordenflycht.“

Coblenz, 11. Juni. Gestern Mittag kurz vor 12 Uhr traf Se. Majestät der König von Sachsen mit dem von Ems ankommenden Zuge hier ein und fuhr mit kleinem Gefolge in bereitstehenden Wagen nach Stolzenfels, woselbst ein kurzer Aufenthali stattfand. Zur Rückfahrt nach Oberlahnstein resp. Ems benußten Se. Majestät den um 2 Uhr 50 Minuten von hier abgehenden Zug.

Bayern. München, 10. Juni. Abends voii Lindenhof Wieder nach Schloß Berg zurückgeke rt.

_ Die Königin-Mutter wird wegen des Todes ihres Bruders, drs Prinzen Adalbert von Preußen, die beabfichtigte Reise ins Tiroler Lechthal nicht antreten.

_ eqgegen der jüngst erlassenen Generalkommando-Ordre bestimmt _rme Entschließung des Königs vom 6. Juni, daß AuSruckungen der Trnppen am Frohnleichnamstag in allen Garnisonen stattfinden sollen.

_ Nachdem die dreijährige provisoristhe Amtsdauer der beiden rechtskundigen Bürgermeister der Refidenzstadt drmnächst

Der König ist gelxtern

wirthsthaftlichen Verhältnisse zu den ebendaiekbft angeordneirn

meindekollegiums wiedergewählt worden, und zwar der ]. Bür-

meistcr ])r. Widnmahr mit 43 gegen 10 Stimmen.

Sachsen. Dresden, 11. Juni. Die Herzo in von Hamiltoii, geborene Prinzessin von Baden, GroßZerzoglickw Hoheit, ift nebst ihrer Tochter, der Erbprinzessin von Mo- naco, gestern Vormittag von Baden-Baden hier angekommen und in der Villa des Kronprinzen abgestiegen.

_ Der Landeskulturrath trat gestern zu drr erften Sißung seiner dritten öffentlichen Versammlung hier zusammen.

Württemberg. Stuttgart, 10. Juni. Die Parade der Garnisonen Stuttgart und Ludwigsburg, welche heute Vor- mittag zu Ehren des Kaisers von Rußland-auf dem Can: starter Wasen stattfand, war vom besten Wetter begünstigt und bot ein glänzendes militärisches Schauspiel. Um 9 Uhr ritten der Kaiser Alexander und König Karl, begleitet von einer glänzenden Suite, in den Platz ein. Hinter den Majrstäten ritten der Großfürst Cäsaretvitsch und der Prinz Hermann von Sachsen-Weimar, sodann kam das militärische Gefolge der beiden Monarchen, 11. N. dir Generake Graf Adlerberg, Rhlejeff, Vojeikoff, v. Spihemberg, v. Starkloff, der" Oberst- stallmeister Graf Taubenheim, dann die Tscherkeffcn des Czaren. .Kaum hatten die Monarchen, von tausendstimmigem Hoch der Truppen _untrr den Klängen der rusfischen Nationalhymne em- pfangen, ihre Aufstellung genommen, so fuhr die Königin Olga tritt der Großfürstin Cesareivna und der Großfürstin Vera Konstantmomna m den Kreis ein. Kommandirt wurde die Parade, wrlche von Truppen der 26.3nfanterie-Divifton (Generak v. Reißen- stem) und 26. KavaUerie-Vrigade (General v. Salviati) gebildet war, von Generai v. .Stülpnagel. Im ersten Treffen stand die 51, Jnfanterrr-Brtgade (General v. Herhberg), im zweiten Treffen die 52. Ipfanterie-Brigade (General v. Pfeiffelmann), im dritten Treffen die 26. KavaÜerie-Brigade, zu welcher noch das" Ulanen- Rrgirxirnt Nr. 20 der 27. Brigade gestoßen war. Das vierte und sanfte Treffen bildeten das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 13 (Geyeral r.'Iagemann Und Oberst v. Marchtaler) und das TratnzBatatchm Nr. 13 (Major v. Acker). Ihre Majestäten besichtigten mm die Truppen, welche in Front gegen Nordwest auigesteUt waren. Sodann desilirten dieTrnppen vom rechten Flugel ab. Es wurde zuerst in Zügen sodann in Compagnie- bezw. EHcadrons-Kolonme defilirt. Um101 Uhr war das mili- tärische Schauspiel zu Ende.

' _ Die Prinzessin Wilhelm von Baden, geborene Prinzessin Romanoffcska, Herzogin von Leuchtenberg, ist gestern Nachmxttag zum Besuche der Königlirhen Familie hier angekom- men und im Königlichen Restdrnzfthloß abgestiegen.

Baden. _K_arls_ruhe, 10. Juni Der Präsident des HWJels-MintstermmH ist heute von Wien hierher zurück- ge 6 r.

Hessen. Darmstadt, 11. Juni. Die Erste Kammer der Stande tritt am 14. Juni, Vormittags 10 Uhr, zu einer Stßung znsammen. Auf der Tagesordnung steht die Beschluß- faffxmg wegen riner an den Großherzog aus Anlaß seines be- vorxtehruden Regtrrungs-Iubiläums zu richtenden Adresse, die Ersatzwahl zweier Mitglieder des ersten AusschusseSUUd die Be- rathung'und Abstimmung über die zu erwartende Mittheilung der Zwetten Kammer wegen Prolongation ch Finanzgesehes.

_ Auf drr Tageöordnung der Zweiten Kammer, welche eb'rnfalls am 14. d. M. wieder znsammentritt, stehen die An- trags der Abgeordneten Möllingrr und A(lmann auf Aufhchng des Gesches vom 14. August 1867. wrgen Aufbringung der Kosten des" z_nm Bahnbau erforderlichen Geländes, sowie der L_[Utrag MoUmgrrs wegen Einführung von Iagdwaffenpäffen frir das gqnze Reich.

_ Die Regierung hat an die Zweite Kammer cinen Geseßrntidurf gelangen lassen, Welcher die Notare in Rhein- heffrn m Fallon dcr Verhiiiderung, sei es in Folge eines un- erwarteten voriibergehendrn Adhaltnnchgrundes, sei es in Fo1ge [angrrer Krankheit oder berechtigter Abwesenkeii vom AmtsfiHe, zu regeln bestimmt istx

_ 11.311111 (W: T. B.) Die erwartete Begegnung zwisckzen dem Kais er von Rußland, welcher fich zumchrwöchenrlickzem Kurgebranch nach Ems begiebt, und dem auf der Dnrchrciie Nach Baden begriffenen Schah von Persien hat heute hier startgefnndrn. Nach vorangegangener Begrüßung stellte drr Kaiser dem Schah den Großfürst-Thronfoiger nebst Gemahlin, forme dcn Großherzog und Prinz Ludwig von Hessen vor, worauf der Schah seine Reise fortselzte.

Mecklenburg. Schwerin, 11. Juni. Wie unter dem 7. d. M. aus München gemeldrtivii'd, istdieGroßherzogiu Alcxandrine am 5. mit Gefolge dort angekommen und hat sich am 7. nach Tegernsee begeben, um daselbst längeren Aufent- haki zu nehmen. -

. _ Der Großherzogliche Hof hat wegen des Ablcbrns des Prinzrn Adalbert von Preußen seit dem 6. d. M. eine 14tägige Trauer angclcgt.

Sachsen = Weimar- Eisenach. We i m ar, 11. Juni. Die Großherzogin und Prinzessinnen Töchter haben seit gestern ihren Aufenthalt in Belvedere genommen, wohin heute der Großherzog, welcher Vormittags von seiner Reisc _ nach Wien zuriickkehrts, sowie der E rz h e r z 0 g nachfolgten.

BraunschWeig. 11. Juni. Am Montag Abend traf die Herzogin von Anhalt-Bernburg hier ein, nahm in Schraders Hotel Qnartier und reiste gestern Morgen nach IHehoe weiter. _

Schtvarzbnrg-Sondershausen. S 0 n d e r s h a u s en , 10. Juni. Der Fürst ist aus Aarhen, wo derselbe eine längere. BLOW gebrauchte, in erwünschtem Wohlsein hierher zurück- ge e rt.

Elfasz-Lothringen. Straßburg, 12. Juni. (W. T. B.) Einer Verordnung dees Ober-Präsidenten zu- folge, sollen von jth an alle Schriftstücke, welche von der Be- zirkSUertrrtung Lothringens UUd den Kreisvertretungendes Meyer Landkreises, der Kreise Diedenhofen, Saarbrücken, Chateau-Sa- [ins und Brüchen ausgehen, sowie die Protokoüe der Verhand- lrmgen und die Vorlagen dcr Brhörden in deutscher und frau- zösischer Sprache ahgefaßt werden. Die Bestimmungen der Ver- ordnung sollen zunachst bis zum 1. Januar 1878 gelten.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 10.Iuni. Das „Reichs- geschlatt“ veröffentlicht ein Gesch vom 12. Mai 1873 in Betreff der Geschäf1sordnung des Reichsrathes; ferner ein Geseß vom 30. April 1873, womit Bestimmungen in Ansehung des

zu Ende geht, smd dieselben in der hcntigrn Sitzung des G9-

im Jnkande abzuhandelndcn Nachlasses des jeweiligen Hcmpte's

- drs Hrrzoglich nassauischer: Hauser."; festgesexzt werden.

germeifter 1)r. Erhardt mit 40 gegen 10, und der 11. Bürger: _

_ Die Abtei e des Großfürsten Wlaadimir von Rußland erfolgte heute Vorxnittags Um 11 Uhr mit dem Schnellzuge der db n.

Nor LhDie „Oest. Corr.“ schreibt: Wie “uns aux? Konstantinopel berichtet wird, i der Sultan noch nicht zu ememdefinitiven Beschluß hinsichtlich der WeltausfteUunchretse nach Wien gelaxigt und wird der Vizekönig von Aegypten, wie es, scheint, erst nach dieser Beschkußfaffung des Sultans die Zeit semer Reise bestimmen.

Niederlande. Haag, 11. qui. (W. ,T. B.) Der pensionirie General-Lieutenant van Sivteren,. zulexzt Kommandant der niederländisck]-indischen Armee,. ist Wieder m den aktiven Dienst berufen undsoll zur DiSpofitmn des Gene- ral-Gouverneurs von Niederländisch-Jndien gestellt werden, um als Civil-Kommiffär der Regierung und Ober-Kdmmandant der Truppen die Leitung der neubeginnenden Operationen gegen die Atehines en zu Übernehmen. .

Amsterdam, 11. Juni. (W. T. B.) Von den Refill- taien der Wahlen zur Zweiten Kammer find 51S1eßt 27 bekannt. Es wurden 16 liberale Und 11 konservative und ultramontane Kandidaten gewählt. Die engrren Wahlen werden am 23. Juni stattfinden. Die Resultate and 5 Wahlbezirken sind noch gänzlich unbekannt. Hier wurden die biHhertgensDr- putirten Srieltics und Delange (beide liberal). wxedergewghli. Eine engere Wahl wird zwisrhen dem bisherigen Deputirten IolTrs (Liberal) und Fabius (konservativ) stattimden.

Großbritannien und Irland. London, 10. Juni. Der Prinz und die Prinzessin von Wales, der Herzog von Edinburgh und der Herzog von Cambridge haben sich zu den heute beginnenden Pferderennen in AHcot begeben.

_ Der britische Legations-Sckretär in Teheran, Mr. Thomsen, ist in Bcgleitung eines persischen Hofbramten von “Berlin in London eingeioffen, um die fiir den Empfang des Schuhs von Perf irn erforderlichen Vorkehrungetx zu treffeti.

Frankreich. PariH, 10. Juni. Die franzofisrhey Zer- "tungen bringen jeßt den Wortlaut des Rundschreidens des Ministers der Airswärtigcn Angel'egen'heiken, “Herzogs v. Brog1ie, an die Vertrrter Frankreichs'im Aus- lande, von dem wir bereits einen NUSzug mitgetheilt haben. Dasselbe [autrt: . .

Mrin Herr! Sie sind [*enackyrichiigt worden, das; dre National- Versammlung durch cinen Brichluß vom 24. Mai die Entlasiuyg, des Herrn Thiers, Präsidenten der Republik. angenommrn und zu irmem Nachfolger iu diescr Würde den Herrn Marichxill Mac_5)11a[)on, Hyr- zog von Magenta, bczrickmet hat. Ich wei]; Won, Mit welcher enz- itimmigcn "Achtung und Billignng übrrail dsr Ngme des nruen Pra- sidonien anfgenommrn ivrrdeu ist. Der Glanz iriner Verdienste und

die Reinheit seines Charakters konnten nicht anders, als ihn zu dirser ,

„hohen Stellung berufen. , " , , Ick) halts rs indessrn für nötbig, Ihnen m"a[ler Kurze die Trag- weite der Ereignisse anzudeuten, wclche dirieVrrandrrung 1nderP_rrfon drs Trägers dcr höchsten Gewalt [)erheigrfiihrt [)xtbrn. Dcr Zwreipalt, “welcher sick) zwischen der Majoritiit drr, Vermtrinilung und Hsrrn Thicrs hrranssthtc, hat mir der (lUZkVärPchdPollflk nichts „zu lhun. Ihr Gedächtnis; wird Ihnen mgen, dai; wahreiid dcr ziverletzten Jahre die von Hrrrn Thiere"; eingrich'iageye Richtung zur Hrrstriiung Unserer Brzichnngen mit dcn auswärtigen Mäcbien nach den 11ngluch§ia11rn von 1870 in dcr Nationalvcrsammlimg nic Grgenstgnd emos Azigriéfs grwesen ist. Im Gcgrnthcil haben zahlreiche Abstrmmungetx die 52 n- strcngungcn gebilligt, Welche dieier berühmte Maxin 111achtc,um_dieSpur6:1 unirrer Leiden zu verwischen Und Frankreich 1rine rolle naiwnan1_e Un- abhängigkeit wirdcrzugebrn. Wie Sir bemerkt,?)ahcrx wcrden, (“YT der ncue Präsident in seiner Botschaft, weiche die Zeriringen zxu «"ck-er Kenntnis; gebracht l,)abrn Werden, in dieikr Hirisicht 161116111 Borganger voÜe Grrrchtigkeit widerfahren., Es ist (1110 nichts an den Wriirmgen zu ändern, die Sie von drr fruhrrcn ngrernng erhalicn' [)a'beu. Ick) ivrrdc dicselbrn Wrirrr eniwickrin, wmin die Grlcgknheit fick) zeigrn wird, gemäß drr Winke, die Sie mir 1elb1t gedrn ivrrden. lerr emit- weiLc'n folien Sie sich an den Vchaltungsmaßregcln. halten, die man Ihnen grgcbrn har _ _ _ . „_

Es War einzig und aÜein_ die inner? Poitiik, river Welche drr Präsident und die_National-Vrriammlung iickxrnizwcri haben, Dix M:“ijoriiäi der_Veriammlung War vr-n drr Anitcbr durchdrungcm da!; es cinrs encrgi1chcn Widerstandrs geg€n_das Umfirhgrciscn des rcvhtu- tionären Geistes dediirfr, wir sirix derirlbe i_xi drn 19131211 Wahirsxul- tafr-n rffcnbarie. Sir War aber nicht der Linirchi,„daß das neue, vrm Priiftdcntrn :,;in Folgr _der Waxhlon gebildete Kabmct 11110 Garairiicn hier?, Welck)? von die1em mc1ent1ichk011scrvairven Gesichtspunkcxix aus als wiinichenswcr1h cricheiiicn mußten. (W, wurdo alw einc TUB?- rrdnung angenommen. Weiche diesrm Gedaiikrn LlUSDruck' gab. «wie Minister garen ihre Entlgjfung und drr Prastdcnr, der_qtcbi 919111116, seine politiiche Richtung ändern zu können, bcglertctc icme Miniirrr auf dirscm Rückzugs, _ _ , _ _ _

Die néue chtrrung Wird, ihrem Ur1Prun_g_e grirrn, «1119 61132 entschlossen krnierratire Politik_befol_grn, das heißt einc 313011111, die friedlich nach Llußrn und grnic'ixzigt tm Jnnrrn. Jiidem sie eme- un- bcrdgiamr Strrnge allen Vixr1uchrn rnxgrgrmrxzrn 1_v1rd,_ welch? die re- volutionäre Partei machkn 101119,_-um ihrcn Einfluß auf ungeießiichem Wege ariszubreiten, wird sie 1911911 nicht aus_'detrl Rahmen'der itrexig- sten Gricßlicl)krit hcraudtreirn. Sie brabnchttgx keinerlrl Rrakiton gegrn die dcftrhrndrn Emrichrungen, noch Wird UL eme 101che versu- chen. Dir von UWLLTU Vorgängrrn

allein wird, Wenn sic rs _sür qngezcigr erachten wird, die große Fragr bezfiglich dcr chicrungösorm entxckyrxden. _ , , '

Indem Sie die Bedruiung dle1€s iyicbxigrn Ereignisses/„iso dar- steilen, wie ck den wirklichrrx ThatiaÖx-n €1111pr1cht, w_rrden «16 nicht Unterlassen, darauf hinzuweiicn, daß die Frage, welchr in dcr Natronai- vvriammlung erörtert Wurde, nicht die Ruhe Frankreichs allein mier- eisirt, sondern die ailcr Natrann. . _" " “_

Nicht in Frankreich allem hat sich der revolutiqnare Gent gegen den öffentlichen Frirdcn und ' die Grundiagrn dcr idzxalrn Ordnnri vrrichworen. Krinc Nation Europas ist src: von dirirxn Uebel an alle haben ein gleiches Interesse daran, das_rlbe [in_terdrucki zu sehen. Die Verhältnisse Frankreichs und, der maciitlße Einsknß, den xs „auf seine ganze Umgebung ausübt, wurdrn, dcn Triumvhdrr revolutwnaren Parisi gefährlicher ma 611, aldiomt irgenduzo., Die Sache der frag- zösisckxn (Heicilschaft it identisch mit dcricmgen drr ganzcn Civi- li"ation. . '

1 * Dirie Erwägungen ioklen die (Hrnydlage der Sprache ""sein, die Sie bezüglich der letztem Ereignissr zu suhrcn haibrq. chuhéii Sie sich, dieselben der Regirrung, bei der Sie beglaubigt smd, recht ms Bewußtsein zu dringrn. - *

Grnehmichi Sie xc. _

* Broglie.

_ Der Iustiz-Minister Ernonl hat an alle General-Pro- kuratoren rin Rundschreiben grrichtet, innwelchem er diesel- ben auffordert, die radikale Presse ftreng zu uberwachen rind so viel es in ihren Kräften steht,. der Propagayda, welche diejelbe auf dem Lande gegen die Relr ion, die Famxlie und das Eigen- thnm macht, mit Entschlossenheit entgegenzutreten.

_ 11. Juni. (W. T. B.) Prinz Napoleon hat fich gestern nach Sckxloß Cercer) hegehrn, um Rouher ,z,u besuchen, der dort erkrankt ist. _ Die Rnckkehr Bqurb (] k l s von Lou- don wird unmittelbar erwartet. _ 21316 m pquamentarischen Kreisen verlautet, beabfichtigj die Regierung, bei erster Veran-

_ vorgelegten krixxstituiiotirilen Gr- * jkßesvor'lagcn blcidrn drm_Urtheii drr Veriatnmlung Unterbreitci. Ste .

_ Der russische Botschaftcr'FürstOrloff hat heute dem Marichall-Präfidenten seine Kreditwe uberreicht.

_ 12. Juni. Bezüglich der m mehreren Journalen ent? haltenen Mittheilung, daß der Minister des Innern Bench seine Entlassung eingereicht habe, nnrd yon gut unterrichteter Seite gemeldet, daß der Herzog von Broglie denselbeti ve'rgnlaßt habe, sein Entlaffrtngsgesuch in Anbetracht der Solidarttat de?- Kabineis zurückzuziehen. Wahrscheinlich werde mdeß'en Bxulxz das Ministerium des Unterrichts und Barbie an seiner Stelle das Ministerium, des Innern Übernehmen, _

Italien. Rom, 8. Juni. Der König. hat auf die Kunde von dem Tode des Abgeordneten Ratazzi an den Bru- der deffelben nachstehendes Telegramm nach Frofinone geschickt: „Ich theile den Schmerz dcr Familie Rntazzi, und alie Patrioteri mit mir. Empfangen Sie die 51*erficberung mrmeö [)erzlrchiten Bei- lrids, und theilen Sie dieselbe der WifiWe 1110. Ich habe an ihm einen aufrichtigen Freund verloren.“ Bittorxo Ema"nuc[r. _ Der Senat hat gestern die Verhandlungen uber den, die eeres = Orgaiiisation betreffenden Gsseßeniwurf ge- schlo en und auch die [ehren Artikek axigendrnxnrn. Darguf beschäftigte er sich mit der Vorlage uber die Militarische Territo- rial-Eintheüung des Königreichs. * _ Dir Depuiirtenkammer war in den leßfenuT'agcii so schwach besucht, daß die Sitzung wegen Beschlußunfahrgkeit anfgehoben werden mußte.

Türkei. Die „Neue strie Preffe“ enthält ein Trlrgrainm, aus Konstantinopel vom 11. d. M., wonach der Vize- König von Aegypten einen neuen Jerman vom Sultan er- wirkt hatte, in welchem seine alten Rerhte ernenert werden und ihm die vollständige Unabhängigkeit m BrrwalirinZSaiigelegeii: heiten, sowie die Befugniß zugestanden Wirdddrn Es'rktwbestaad seiner Arm& zu erhöhen und mit arxSwarirgen Machtrn Vcr- triige abzuschließen.

Rumänien. Bukarest, 11. Jimi. (W. T. B.) Die von der Türkischen Regierung vcrfiigke QUarantane cm der rumänischen Grerizc ist wieder aufgehoben worden.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 11. Juni.

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Der „China Mail“ zufolge sind in Macao Menschxnraub- Expeditionen an der Tage-Zordnung. Die neurn Anit-Kulthqndel- Verordnungen, die in Gemäßhrii der Instruktionen des hmttsrhen Koloniak-Ministers eingeführt Wurden, haben zu beer-chthcher Diskussion Anlaß gegeben. Die Lokalblätter smd mit Briefen und Artikeln darüber gefüllt.

Afrika. Der Krieg an der Westküste zwischen den As hantis und den unkrr britischem Schuhe stehenden Fantts scheint 'ernstlicherer Natur zu sem, ais Anfangs verniuthet wiirde. Durch in Liverpool eingelaufene Privatnachrichten rmrd bestatigt, daß der Marsch der Ashantis gegen Cape Czoait Castle "urid Elwina nicht aufgehalten werden konnte, dz] die Fantrs vollig diSorganifirx und außer Stande waren, wxrksanien Widrrstand zu leisten. Die Za [ der auf gedachteOrte vdrruckenden Ashan- tis soi! Ungefähr 5 ,000 Mann betragen, wahrend fte bei threr Annäherung von Elwina großewVerstarkungen erwarten. Der größte Thei[ dieser Truppen 111 gut bewiiffnet Und voilauf mit Kriegsvorrath versehen, meke von _ ihnen "imd aunstiikt mit dem Birminghamer „81100re3r“ rnit Einield = Buchien und Hinterladern bewaffnet. Vor dieser Macht xnnxzrcn fich vor einigen Wochrn die unicr LieUtrimiir 590131111? stehenden H0uffa=TrUppen und Freiwckltgrn ZUTUckZWHLU, mch "hofft man, daß das von Bermuda ahgejandir Detachrpxrnt drs 2. westindischrn Regiments dir ctigwchr BLfÜHUIU m „CIM Coast Castle Uiiter dem neuen Regime und der Reorganhanori der Janii-Armee in den Stand srhrn werde, den 2111311111th mti gleichrr Stärke zu begegnrn. Unterdrffen rizacht dte Regierung (109 möglichen Anstrengunch, um die britiichW Interrffen drr Westkiistr zu schützen, und ZUfuhrrn 13011KTTLJÖM(11EL'1(1[,U11Ö Proviant somohk fiir die Trnpprn, ais fürdie an drr Kiistc statirnirXrn KriegHschiffe, verlassen Liverpool mtt ]rdrmDampirr. _ Ueber den Verbieib Sir Samuel Baker?) melde“; drr Korrespondeiir des „NewYork Herald“ in Khartaum un: term 30. Lkprik Fokgendes: „Drei E1fcnbeiiibootr kamen am,"? Aprik vcm Goudokoro mit drr dirrkten Nachrichr gn, _daß Fir Samurl Bakrr mii seiner Familie ini Frbrriar iich im beiten Wohlsein iii Fatuka befand. Die Verstärkmigrn von 200 Mann aus Gondokoro Erreichten Baker in Fatuka am 5. Februar. EH

(W. T. B.) Dem „RusfisckxnInvaliden“ znfoige ist der Kat,- ser von Oesterreich zum Chef des nenorgamfirten 15. UKUL- nischen Ulanen : Regiments und _der Erzherzog Ludwrg Victor zum Chef des 39. tomEkrschen Infanterie - Regtments ernannt worden. .

_ Nach eingetroffenen Mittheilungen von der Expedr- 'tion gegen Chiwa haben die russischen Truppen an der chi- Wefischen Grenze rin Fort errichtet, dem der Name Fort Simit Georg beigelegt ist. Bei dem Vorpostengefccht am 27. Aprik hatten die Russen im GÜUJLU einer) Verlust yon 9 Verwrmdcrcn, die ihnen gegeniiberstchende feindkichc Abtherlnrrg [icß 3 Todtc und 6 Vrrwandete zurück. .

_ _ Dem „Russischrn Invaliden“ zufolge ha1 am 24. 511er in Ehalaar 1319 Vereinigung der russischrn D1h1- sak- und Kasalinsk-Kolonne stattgrfundxn._ _ Am 27. Aprik, mcldrt daffrlbe Blatt, habrn die Ehnvricn m der Nähe von Chalaat eiiieu Angriff auf den Vortrab dcr rufst: schen Trnppen grumcht. bei welchem die Obersten Tichincneff Und Iwanoff, sowir 4 Kosaken verwundet wurden. Dte Chiweserr ergriffen die Flucht. '

SchWeden uud Norivegen. Skockholm, _7..I:2ni. Ein Telegramvz von Christiania mekder, daß dsr Komg den Beschluß drs Storihing in Betreff der Arrfhebnng der Skatthalrereiwiirde in Norwegen gebilligt hat. Urbcr diese Angelegenheit geben die „F . N.“ foigende Etiizekheitrn: Als nach der Abtrrtnng Norwegrn-Z von Danemark cin Schirr- den dir Norweger dazu aufgeforderr, von dern drrmqligen dani- schen Statthalter, nachherigen dänischrn Kömge Christian 1111, fich in EidSUold *rine Konstitution gaben und. diesen Chrißran zu ihrem Könige wählren, bald darauf aber mit dem danialtgen Kronprinzen von Schweden, Carl Iohamz, dir Konvcnhon zn Moß ahschkoffen, in welcher ihnen dicKonitiiii1w11 vdn Eidsvold zugrficherr wurdr, Norwegen aiso' scmc Sclbstandigkeir UND irrte Verfassung Orhielk, aber der König von Schweden_znglcirh Kdn'ig von Norwegen und als ]“ okcher berechtigt icin sollte, einen szrkdnig oder einen Sratthalter über Norwegen einzuschcn (zuin Vizckomg soUte nur der Thronfolger, zum Statthalter aber em Norweger odrr ein Schwede ernannt werden können), haben iti Fosgr drffrn einige Schweden die Statthaltcriviirde beklcidet"; fert 1829 'ab'cr ist diese1be nichr mrhr besetzt gew'rsrn uiid wurde wahrscheinlich auch nie wieder besrhr worden sein.. Nichts desto 'WLULJTL' hobrii dic Norweger imIahrc 1860 dipseWiirde auf und die Folge de_iriozi war, das; der Beschluß des Siorthinch die KÖMJÜÖS Bemm- gung nicht erhirlt. Hiernach ist eine aus Schweden und Nor: wegern bestehenden Kommission erngnnt gewesen und ,hat (ruck) Vorschläge zur Anordnung der Uinoncüen _Aiigelegenheiicn arif- geseht; disse wnrden aber von drm,n0rweg1schcn Storthmg 'ver- worfen und in Folge dessen auch von dein i_chivedisrhrn Rrichs- tage. Mit der Abschaffung des Postens ist duese streitigc Angele- genheit mmmehr erledigt.

Dänemark. Kopenhagen, 9. Juni. Die Kinder des russischen Großfürsxlick'wn Padres kanien gestern _in Vc- gleitung der dänischen KömgstmUlL von Frtedrnsburg in Hri- üngör an und gingen mich emerii Besnche bet der Prinzespn Auguste, Schwester der Königin Lomse, an Bord des „Standard“, welcher um 3 Uhr nach Norden cicheltr.

_ ZU der untrrm 27. v. . zmischen Dänemark und Schweden abgeschlossenen Miiiizkonverition is_t „folgender Artikel, welcher mxt der Konvention zusammen ratifizirt wurde, hiangefiigt worden: _ , " '

Extra-Nrtikel. Sr, Majestät derKonxg y_on Schivedcn und Nor- we rn erhä1t sich das Recht vor, a'ici) m .Betrrff Norivrgensdrr odon- ste)enden Konvention mit den 3Y_ercmderungrn [n de_n Zeitbestnpmungrn fiir den Uebergang, ivorüdcr di'c_ho[)rn kontrahircndrn MWM fick) einigen Werden, beizutrcikn. Dreier Erirg-Arttkrl sol!“ die1clhe ©111- tigkeii haben wie die obenstehrndc Konvcniwn und soll gleichzeitig mit derselben ratifizirr werdcn

Amerika. Wie ein New-Yorker Telegramm meldet, smd vier Modoc-Jndianer hingerichtet worden, indeß nicht in Folge kriegSrichterlichen Spruches. Es'begegnete ihnen eine Ab- theilung Freiwilliger aus Oregon, die sie troß der Remon- strirungen der Eskorte erschoß.

Asien. Aus China überbrachte die neueftr Ucbcrland- post folgende bis zum 26. Liprik _retcheiide'Nackxtckzten; Der Kaiser, die Kaiserin und dir K_mserm-thtwen krhrreii am 9. April vondcn Kaiserlichen Graberu zuruck, und auf aus- drücklichem Befehl des Kaisers war es, der Bevölkerung geitzxttet, auf den Straßen zu bseiben, als er dteStadt am Tags pamirte.

hieß,. daß Baker miT dissen Trrrppen srinen Marsch Nach drm Aldert Nhanza Und dem Territorium von Kadarego _(FURHL! Kamrast) aufs Neuc- aufnehmen werde. Wir srivarrrirxrundltch die Ankrmft eiiies Geschwaders von 19 Rrgirrunxrxsickw'srir nnr drr Post, die zweifel-Zohne volle Details Über Bakrrs ]Ungstc Bewcgmigen bringrn wird.“

Statistische Nachrichten.

Freiburg, 7. Juni. Tas iocbcn ausgrgxrrnc crmilixhr Bry- ;cichnis; dcr Universitiirsangrl)örigrn im SOUichLmMSk 1813 weist im Ganzen 294 Studirrnkr, daruntcr „10 HNritanirn und,100_ Msdizinrr und Pharmazruirn auf. Unter dcn Frrmdrn, dcreernhl brdrutrnd im Zunehmen ist, befinden fich Rnffrn, Tiireri, Griechrn, Jtalienrr, Niederländrr Und Amrrikancr. Im Ganzen lit _ng Ver- bälinif; drr Frrmdsn zu den Bxdrnrrn wir 1_ : 2, wahrend srnhrr DLC ZKM drr iniändijchrn Sindentrn in vicl größrrrm Maße nderirwg.

Kunst und Wissenschaft.

Berlin, 11. Juni. Der soxbrn angegrbrne Vierzrh 111€ Jahresbcriihk üdrr dic Wirksamksit dcr inrisriiciirn Geisllsrhafi zu Berlin in dem Verrinsjahre 1872-_73, crstatirt durck) dcn Vorsiany in der Sißung 11011120. Lirril 1873, enthält einen Beriihr iiber die Verwaltung drr SaviZny-Siif- tung, drr wir Frlgrndrs rninrhmrn: _

Dicsr Stiftung zur Fördrrung drr .")irckyiSwissrnirHafi wurde in dcr Sitzung der Jiirisiisck)cn (Hksrllschaft „111129. Nrrrmbrr1861 in Anrrgimg gebracht und wurdrn dcrirlbrn mitirlst A([rrhöihiérr Kabi- nrtsordrr vom 20. Juni 1863 dir Korporationsreck)re vrrlichrn. Zn dirsrr Stifinnxx sind bis 311111 “Schlussr drs Jahrrs 1872 25,265 Thlr. Eingegangen.

Dcr Kassenabschlus; u1r-„Drzcmbrr 1872 wirs auszsxdrm cinrn 9)?rl)rdctrag an Zinsrn Und Crrirsgcwinn Von 1715 Thlr, 14 Sgr, 10 Pf. nach, cinsrhiirßlici) drr Zinsrn von 285 Thlr. und 500 Thlr., ercl)c Kapitair mir der Maßgabr ringrzahli sind, das; drrrn Zinirn zum Kapiiaifond grichlagen werden foslcn, bis lciztercr von 26,980 Tiilr. anf 30,000 Thlr. sick) vcrmehrf habrn wird, wo dann nach den Statuten der ursyriinglick) bcadiicbiigtc jährliche Turnus untrr drn hrirrffcndcn Akadrmirn cintretsn 1'011.

Dir Zinfrnmassr dcr Jahrs 1871 und 1872 mii 2200 Tkmlcrn sind drr Königlickxn Vikadrmir drr Wissenschaftrn 3a Münchrn im Frbrimr d. Z“, für die Zivrckc dcr Stiftung zur Vrriiigimg gxstrilt wordrn.

DKS Advokaten-Kciicgium 5a Barcrlrim hat am 1]. Juii 1869 ein Syaniiches Savignv-Komitr im Llnichlussr an dicsr _Sriftung gc- gründet. Lin drr Stifiunxsirirr dcthciligtrn sieh die hörbitcn Wiirdrn- träger drr Stark Barcrlrim, sowohl dir der Grisilichkrii, als auch die vom (Zivil- und vom Militärstandr, rudiiÖ mr_ch der Prrrrkrrr dcr dortigrn Universitär und vicir horrorragcndr Juristen, welchc dazu cingrladcn wvrden waren. Mitirlit Schrribrns des Prof. E. Duran, dcs Präsidknten dicsrs Krinitrs, vom 27._Okirbrr 1869 rrurde axi das bissige Kuraiorium "drr Stiftmig das Er1uchrn grrichirr, ]rnrs Komiir (115 mitgrhörig zu drr Stifiung zn beirachtrn unter Einirndung einrs crstcn Betrages von 500 Thlr. zum Kapiral-Vcrmögcn der Stiftung. Nach drr *))iiirhcilung Warrn bereits gezeichnrt 1000 Rcalrn von dem Advrkath-Kollrgium, 400 R. von der dortixicn Juristischen Faknlfiif, 500 R, von dar dortigcn Akademie drr Grscßgchng und Rechts- wisscnschaft, 500 R. vom KoUrginm drr dortigen Notare.

_ Aus Schwedrn wird gcmrldcf, “daß am 14. Mai d. J., urn 10 Uhr Ndrnds, zn Nyrrbiirkr in DJinrna ein I)irtrorstcinfall staixgc'funden hai. Dirirs irltrnc Phanomen wurde von Dr. NaW- hoff brrßarbtet. Dir Explosion dcs Meirors war von sehr starker Detonation bezleitri, und der genannte Gelehrte fai), wie dir Stsine in rincm großen Walde nicdcrfirlrn. _ Drr Linsfindung und (Frforichung drr gcfaÜcnrn Meteore wurds große Sorge zuche'ndrt und wurdkn hriondrre Bciohnmmrn hierfur zugestöbert.

Siockholm, 7. Juni. Währrnd in dem südlichen Thrile drs Lunch in drm [eßisn Winter beinahe gar kein Schnee grfaÜcn Est, klagt man in dem nördlichrn iißer die brinabc unrrhörre Mengc dcs- ielden und iiber die anhaitrndr Kälte. Bri Skcllcftsä lag der Schnre an manchrn Stellen nock) am 28, Mai 4 Fuß hoch, und“ noch war krin Gras gridachicn. Dcr Futtermangcl ist in ganz Nrrrland groß, und krine Aussicht vorhanden, daß ihm bald adachrlirn w;*rde. _ JWT ist dir Schiffahrt mcnig1trns bis Skellsficä eröffnet.

AUS dem WolfF'schen Telegraphen-Burean.

Müdkid- Mittwoch, 11. Juni, Mittags 111hr. Dic Ma- jorität dcr Nationalveriammlimg ist zur Silzung zusammenge- treicn, nm iibrr dic vorhandene Ministrrkrifis cine Entschlirizung zu faffrii. Es sind militäriiche VorfichtS1mßrcgcln getroffen, Trupps von BcWaffneten durchziehen die Straßen, alle' strate- gisch wichtigrn Punkte sind aus Besorgnis; vor einem mdgluhen Zusammenstoß beicyi. _

Madrid, Mittwoch, 11. Juni, Abend?- 7 Uhr; Die Ma- jorität der Nationalversammlimg hat fich fiir' die Bildung eines Ministeriums „der Versöhnung“ entschieden, 4 Mitglieder dessel-

laffnng den radikalen Gemeind etraih in _Lhon anfzulösen und durch eine provisorische Kommiifioxi zii cr1rhen.

Die japanische Gosandtsthast befindet fich 'auf _dem „Wege 111111) Pocking. In Chinkcang wurde eine Rebellwn im Keime ckstlckf.

den sollen drr Partei der Rechten, 4 der Partei der Linken an-