1873 / 148 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Jun 1873 18:00:01 GMT) scan diff

Vertheilung der im Jahre 1874 zu leistenden Matrikularbeträge berathen wurde.

_ Der Aussckzuß dcs BundeSraths für Rechnungswesen hielt gestern, der Ausschuß für Handel und Verkehr heute eme Sitzung.

_ Im weiteren Verlauf der gestrigen Sißung genehmigte der Reichstag den Geseßentwurf, betreffend die Abanderun'g des Vereins-Zolltarifs, im Wesentlichen den Beschlüjsen der zwei- ten Berathung gemäß. Abgelehnt wurden die Anfrage. der_Abgg. Hagen und Leffe, den in Aussicht genommenen Termin fur den WegfaU der Zollermäßigungen, die beschlossen wurden, vom 1. Januar 1877 auf den 1. Januar 1875, resp. 1876'zu ver- legen, der lthere Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 119 gegen 114 Stimmen abgelehnt. DeSglctchen wnrde der Antrag der Abgg. Frhr. v. Hoverbeck und Genoffen arrf Wiederher- stellung der RegierungSUorlage bezüglich der Eisenzolle m1t 134 gegen 98 Stimmen abgelehnt. Dagegen wurde abweichend von den Beschlüssen der zweiten Berathung dre Aufhebung des Stärkezolles erst für den 1.Ian11ar 1877 beschlossen. Zahlreiche anderweite Abweichungen im Einzelnen ergiebt der. nachfolgende Text des Geseßes, der [)eute in endgültiger Abstimmung ge- nehmigt wurde:

Wir Willi elm, von Gottes Gnaden Deuncher Kaiier, König von Preußen 2c. , . verordnen im Namen des Deutschen Reichs, nach erfolgter Zustim- mung des BundeSratHes und des Reichstages„wos „folgt: ,

§. 1. Der mik dem 1. Oktober 1870 in Wirksamkeit getretene Vereins-Zoütarif wird in nachstehender W611? geandert: _ _

1. Vom EingangZzoÜ befreit werden folgende Gegenstande: _

1) Roheisen aller Art, altes Brucheiscn (Nr. 6 J.); 2) RdbftnN seewäris von der russischenGreYe bi§ zur Weichselmundung eimchließ- lich, auf Crlaubnißscbeine für Stadlsabrikm eingehend, (_Nr;61). An- merkun 1); 3) Seeschiffe (aus Nr. 15 (1. 1 und 2) ein1chl1eß11ch _der dazu ge örigen gewöhnlichen Sckpi"SUiens1_lten, Anker, Anker- und 1onxtigen Schiffsketten, wie auch DamÄmastbmen und Dampfkessel, ferner Ketten und Drahtseile zur _ettenschleppscknffahrf und _Tauerei; 4) Dampfmaschinen und Dampfkessel, zur _Verwendung beim Bau von Seeichiffen; 5) unreife grüne unge1chalte Porneranzen (aus Nr. 25 11 1); 6) unreife gelbe geschulte Pomeranzen, in Salzwasser eingelegt (aus Nr. 25 y. 113). ,

11, Vom AuSgangSzoll befrerf xverdenr' .

Lumpen und andere Abfälle zur Papiersabnkatwn (zweite Ab- theilung des Tarifs.) __ '

111. Im Eingangszoll ermgßigt und anstatt der im Tarife bestimniten, mit den nachbezeichneten Zouiäyen belegt werden folgende Gegenstande: 1) Fiirherneße, ncue, 1115 BaumwollengarnJaus Nr. „2 z:. 2) fur den (Zentner mir 15 Sgr. oder 5211 Kr.; 2) Soda, kalzi1iirte, doppelt- koblensaures Natron (Nr. 5 11.) für den Centner m1t 721 Sgr. oder 26k Kr.; 3) Lappeneisen, noch Schkacken enthaltend (Nr. 61). Anmer- kung 2) mik 5 Sgr. Y_- 17) _Kr; 43.) Ge1ch1niedeies _1_1nd gew-alztcs Eisen in Stäben, Eiienbab111chienen, W1nkclei1en, [_-C11en, einfqches nnd doppeltes "!*-Eisen, Roh- und Cementstahl, Gu13- und'rafnntrter Stahl, Eisen- und Stahldraht von mehr a_ls ? Pr. Linien Durch- maffer; Eisen, welcheH zu groben Bestandtheilen vnn Mznchinen nnd Wagen (Kurbeln,2lch1en u. dergl.) „roh vorgeschmtedet ist, insofern dergleichen 50 Pfd. oder darüber Wiegen (Nr. 613; und Anm._ zu b.); b) Faeonnirtes Eisen_ in _Stäben, Rgdkrarxsenen zu Etienbahn- Wagen, Pflugichaareneiien, ichwarzes Ciienble _, rohes Stahlblech; rol)e (unpolirte) Eisen- und Stahlplatien-Anker, sonne Anker- Und Schiffsketten; Eiienz und Stahldraht von 2 Pr. Linie Und darunter Turänneßer FNr. 6 c.); 0.“ Gefirmßtes E1sen- blech, polirtes Stahlblech, Weißblech, prlirie Etien- und Stahlplatten (Nr. 611); 11. ganz grobe Guinvanren in Oefen, Platini, Gittern 21“. (Nr, 68. 1) 10 Sgr. : 35 Kr.; 5)_große EUM- und Stahlwnaren, die aus geicbmicdetem Eisen oder (8118119111), aus_ Eisen und Stahl, Eisenblech, Stabl- und Eiiendraln, auch 111 Verbindungzm1tHolz,'gc- fertigt, ingleichen Waaren dreier Uri„ welche 'abgksÖllssM, gefirnlßt, verkupfert oder verzinnt, „1611015 nicht Polirt find,„ als: " Degenklingen, Feilen, Hammer, Hecheln, Hobeleisen, Kaffee- trommeln und Mühlen, _Ketien (mrt AUS]ch[uß der Anker- und Schiffsketten , Kochgsicköirre, Nägel, Pfannen, Schaufeln, Schlö er, Schrau stöike, grobe Mesiu zum Handwerkösehraucv, Semen, SjcheQ uud Futterkiingen (Strvhmeffer), Stemmeqen, Striegew, Thurmulnen, Tuchmacher- und Schneidericheeren, „Zangen und"der- gleichen meln", dann gewalzte uud gezogene schmiedeeiierne Rohren (Nr. 6 2) fiir "den (Zentner 11111 _2_5 Sar. oder 1 Fl; 27T „Fr.; 6) Lokomotiven, Tender und Daninskenel (Nr. 15 1) 1) rnit 20 «gr. :: ]J[„ 10Kr. 7) Andere Ma1ch1nen„ und _z1var, 1e nachdem der. nach dem Gewicßte überwiegende_ Bestandtheil Heßeht: e_x. aus Holz (Nr. 151), La), ,7. 111113 GUFMCU (Nr. 131). M.), 7. aus Sckzmiedeeiien "eder SUN (Nr.. 151). 27.) 10 Sgr. : 35 Kc. 8) Ejjenbahninbrzeuge, weder m:i Leder _noch 11111 Po1sterarbe1t (ans Nr 150. 1) vom Wertße 6Prozen'1. 91 Hure aus Stroh, Rrkyr,_Ba11, Binsen, Fiicd'oein und Palmenblättcrn: 1) rhne Garnitur (Nr. 350. 1) für den Cenmer 111114 Thlr. oder] Fl.; 2) mit „Garnitur, auch dergl. ach Hrlzinan (Nr. 356. 2) fur den Centner mit 305321311. _oder 52 1. 30 Kr. An Tara wird'vcrgniet vom Cemner Bruktogewwht: 20 fand in Kisken, 9 Pfand in BaUen. .

17. Die Anmerkung zu Nr. 31 c. und (1. kdmrnt m Wengll.

1". Sämmxsicbe verstehend 5111) 111, Nr.3 bis inkl. 8 anxgesubrien

Gegenstände werden vom 1. Januar 1877 (111 vom Eingangszokl

Aexte,

71. eritmedl, Puder, Stärke, Arrowwot_(Nr. 25 q. 1) Werden vom 1, Januar 1877 an vrm Eingkng-ZZOU denen.

§. 2, TuS gegenwärtige (ck81er tritt niit dem 1. Oktober 1873 in Kraft. __ _ _ R _ _

Z. 3. Ueßer die zur Llu3711[*x11ng_ erforderlichen „enimmungen wird vrn dern Bundeératde Veich11115 gefast werden,

Urkundlich :e.

e*en TC.

YFU, den 24. 3111111 1873. _

Das Haus genehmigte alHdann den zuruckgeseßten Nachtrags- Etat für die Heeresverwalmng pro 1873 nnd den Etat dr.); Heere-Zverwaltung pro 1874 nnd nahm _be1 dteser Gelegenhen die Mittheilung des Präfidenten Delbrück „uber den Stand der Anjagen von disponiblen Mitteln des Reiches entgegen.

_ In der heurigen (61.) Sitzung des Deu1schen Reichs- tags, der am Tische des BundeSrath-Z der Re1chskanzler Furft von Bigwarck und die Staaxs-Ministec Delbrück, von Kameke und Dr. Jäußle mit zahlreichen Kommiffarien beiwohnten, stand

unächft folgende Inrerveklation des Abg. 111“. Banks zur Du?:- ifion:

_ „Hat der Herr Reicbékanzler Kenniniß davon höhere Postbeamte mehrfach an?, den unter dem

genommen da?“; SMNNWMU

heimuiffes stehenden Liften der Abnehmer der durch_ d1e Post be- örderteu Zeitungen die Ramm unterer Beamten ermixtext und den- selben dienstliche Vorhalte darüber gemacht haben, day, ne ans Zei-

abonniren, wel e ibren'Vo ei fen mißliebig einen?

MYÜkiicbtigt rerieYe Maßregelxig z? ergreien, nzelchechdie Wie- derholung felcher„Vrrgäuge verbindern die _neben einer Verletzung des Briefgeheimmffes eine unzuläifige Besinnuffung der Reichsbeam- ten enthalten?“

Der Präsident de9_ Reich§kanzler=Amtes beantwortete die Imerpellatiou dahin, daß von den vier vom Abg. Dr. Banks angezogenen Fäüen, in welchen d1e vorgeseyte Behörde von dem Abonnemen: einzelner Postbeamten auf die in Rede “stehende

konstatirt smd, in denen diese Kenntnißnahme für die Bc- theiligten ohne lLede weitere Folge geblieben ist; von den zwei anderen en hat das Reiclxskanzlcr-Amt erst durch den geftern auSgegebenen PetitionEbericht Kenntnis; erhalten, und sie werden eingehend untersucht werden. Damit war der Gegen- stand der Interpellation erledigt. sk»: Es wurde darauf der Geseßentwurf, betreffend :die Ver- längerung der Wirksamkeit des Geseßdes über die AuSgabe von Banknoten vom 27. März 1870 un der Nachtrags-Etat für 1873 mit folgender vom Abg. v. Benda beantragten Abände- rung in dritter Berathun genehmigt:

In der Zusammenste ung, betreffend die Feststellung des Nach- trages zum ReichShausbalts-Etat pro 1873, im cayut; 11. der fort- dauernden Llnsgaben WohnungS-Geldzuschüsst) statt 5,711,547 Thlr. z:: bewilligen die Summe von 5,361,420 Tblrn.

DeHgleichen der Haushaltsnat des Deutschen Reiches für 1874 mit den in zweit:r Berathung genehmigten Resolutionen und mit folgendem vom Abg. v. Benda eingedrachten Antrage:

]) im 03.9111; 11. der fortdauernden A11§gaben (Wohnungs- Geldznschüssc) statt 5,711,547 Thlr. zu kewiUigen die Summe von 5,361,420.Tl)lr. 2) im oapub 12. der Einnahmen (Zinsen aus belegten Reichsgeldem) Titel 1. statt ],000,000 Thlr. zu setzen: 800.000 Thlr. Titel 2. statt 750,000 Tle. zu setzen: 600,000 Thlr.

Schließlich wurde das Etatsgeseß selbst faft einstimmrg mn folgender Abänderung der Hauptziffern in der Vorlage der ver- bündeten Regierungen genehmigt:

§. 1. Der diesem Geseß als Anlage beigefügte HausHaltsetat des Deutschen Reiches für das Jahr 1874 wird in AuGgabe auf 148,242,775 Thlr., nämlich auf 121,240,075 Thlr. an fortdauernden und auf 27,002,700 Thlr. an einmaligen AUSgaben und Zn Einnahme auf 148,242,775 Thlr. festgestellt.

W Alsdann nahm der Reichskanzler Fürst v. Biswarck das ort:

Ich erlaube mir, dem Hohen Hause Mittheilung von nachstehen-

derck mir zu Theil gewvrdener Allerhöchster Ermächtigung zu

ma en:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutiéher Kaiser, König

von Preußen, thun kund und fügen Hiermit zu wissen, daß wir Unfern

Reickzskanzler, Fürsten von ViImarä', ermächtigt Haben, gemäß Art. 12

der Verfassungßurkunde des Deutschen Reiches die gegenwärtigen Sißungen

des Deutschen Reichstages in Unserem und der verbündeten Regierungen

NaMen am 25. d. Mis. zu schließen,

Gegeben Schloß Babelsberg, am 23. Juni 1873.

Wilhelm. von Visatarck.

Indem ich dem Herrn Präsidenten die AÜerl)öchste Ermächtigung überreickye, steÜe ich demselben anheim, mir andeuten zu woÜen, Wann der Moment der definitiven Schließung gekommen sein wird.

Der Präfidenk 1)r. Simson gab eine Uebersicht über die Arbei- ten des Reichstags und erwiderte die Anerkennung des Hauses, welche ihm der AlterSpräfident, Abg. v. Frankenberg-Ludmigs- dorf, für die Leiiung der Verhandlungen aussprach, mit war- men Dankesworten. Hierauf ergriff wiederum der Reichskanzler Fürst v. BiSrnarck das Wort, indem die Versammkung fich erhob: Se. Majestät der Kaiser bedauert lebhaft, durch ein mit Gottes Hülfe in sicherer Besserung befindliches Unwvhlsein verhindert zu sein, ie Herren vor Ihrer Trmnung zu sehen und den Schluß Ihrer Sißungen persönlich zu bewirken. Se. Majestät Hat mich beauftragt, Ihnen zu erklären, wie gern der Kaiser selbst dem Danke der ver- bündeten Regierungen dafür Ausdruck gegeben Haben würde, daß Sie fick) auch in dieser Session und zum Theil unter schwierigen Umstän- den der weiteren Ausbildung unserer verfassungSmäßigen Institutionen und der Lösung der Aufgaben, Welche uns der Krieg hinterlassen "hat, mit hingeßender Anstrengung gewidmet haken. Indem ick) mich darauf beschränke, diesen Allerhöchsten Auftrag hiermit zu voÜziehen, erkläre ich auf Befeßl Seiner Majestät des Kaisers im Namen der verbündeten Regierungen den Reichstag für geschlossen.

' Die Vers ammlu'ng trennie fick) nach dreimaligem begeisterten Hochrnfe auf Se. Majestät den Kaiser, den der Präsident 1)r. Simson ausbrachte.

CT;ch4.M"' "=*“ ““I“-“MIFMWWWDTK :'- M «»,-„. M-FQKM _ Nachdem die Anordnungen zur Bildung der neuen Kreisvcrtretnng vor drei Monaten ergangen waren, und in allen betreffenden Proninzen in voUer Ausführung begriffen find, hat der Minister des Innern nunmehr eine weitere Anweisung zur Ausführung der Bestimmungen der neuen Kreisordnung über die Bildung der Amtsbezirke, die Berufung der Amts- vorsteher und deren Stellvertreter, sowie die Bestellung kom- missarischer letsvorfteher erlaffen.

Die Vorbereitungen für die Bildung der Amtsbezirke soUen nach der „Prov. Corr,“ so beschleunigt werden, daß die betref- fenden Vorlagen den neu gewählten Kreistagen spätestens in der ersten Hälfte des Monats Oktober vorgelegt werden kön- nen, damit die Organisation der Amtsverwaltungen in allen Kreisen bereits am 1. Januar 1874 zugleich mit dem Beginne der Wirksamkeit der KreiSausschÜffe und Verwaltungs- gerichte im Gebiete der allgemeinen Landecherwaltuug ins Leben treten kann. Die neu gewählten Kreistage .werden bereits im Laufe dieses Jahres diejenigen Geschäfte zu erledigen haben, von deren vorheriger Ausführung das Inskebcntreten der neuen Einrichtungen am 1. Januar 1874 abhängig ist; sie werden insbesondere die Vorschläge über die Bildung der Amtsbezirke und die zu AmtSUorsteheM zu ernen- nenden Personen zu machen, über die finanzielle Regelnng der KreiSausschuß- und Amt-Zverwaltungen Beschluß zu fassen, sowie die Mitglieder der KreiSaussckzüffe zu wählen haben, damit diese al-sbald diejenigen Obliegenheiten wahrnehmen können, welche ihnen in Betreff der Organisation der AmtSUerwaltungen über- wieien find.

_ Der Vorfißende der deutschen Centralkommisfion für die Wiener Weltausstellung, Ministerial-Direktor Moser, welcher durch eine Badekur genöthigt gewesen war, seinen Aufenthalt in Wien auf kurze Zeit zu unterbrechen, ist Mitte dieses Monates nach Wien zurückgekehrt und hat die Leitung der Geschäfte in der deutschen Kommission wieder übernommen.

_ Der General-Major von Braun, Jnspecteur der 1. Ingenieur-Inspektion, ift von der vor einiger Zeit an treEenen Dienstreise behufs Inspizirnng der Festungen der 51111 en Pro- vinzen hierher zurückgekehrt,

_ Am Sonnabend, den 28. d. MW., Vormittags 10 Uhr, findet in der Central-Turnanstalt hierselbst die Schlußkbessich- tigung der zum dreimonatlichen Sommerkursus kommandirten Unteroffiziere statt.

Linden, 23.'Iuni. G ern VOrmittag fanddiefeierliche Uebergabe der von Sr. ajeßät dem Kaiser und König dem

den anwesenden Herren, Ober-Präsidcnt Graf zu Eukenlxurg, General-Lieutenant v. Treskow und Anderen wurden die ublichen Hammersäzläge aUSgeführt.

Bayern. München, 22. Juni. Der Einzug des Prin- zen Leopold und der Prinzessin Gisela in das Palais an der Schwabinger Landstraße ist auf den ersten Iult d. I. feftgeseßt. . .

_ Der Erzherzog Karl Ludwxg von OesterreltxZ ist gestern Abend von Bad Kreuth hier eingetroffen und n kurzem Aufenthalt nach Wien zurückgekehrt.

_ In dem nach dem Stande der Armee vom 9. Mai'd. J. bearbeiteten neuen Militär-Handbuche für das Kßntg- reich Bayern, sind aufgeführt: 1. Offiziere des aktiven Dienst- standes: 3 Generale, 22 General-Lieutenants, 18 Gene- ral-Majore; Infanterie: 19 Obersten, 24 Obersf- L1eute- nants, 56 Majore, 326 Hauptleute, 381 Premners- und „442 Seconde-Lieutenants; Kavallerie: 8 Obersten, 7 Oberfr- Lieutenants, 11 Majore, 26 Rittmeister, 56 Premiers- und'117 Seconde-Lieutenanch; Artiklerie: 9 Obersten, 13 Oberst-Lieute- nantes, 13 Majorex-Z66 Hauptleute, 94 Premier- und 120 (_Se- conde-Lieutenants; Zeug: und FeuerwerkSpersonal: „1 Major, 4 Hauptleute, 4 Premiers: und 8 Seconde - Lieutcnnnts; Ingenieur-Corps: 4 Obersten, 5 Oberft-Lieutenants, 7 Majore, 24 Hauptleute, 36 Premiers- und 25 Seconde - Lieutenants; Train: 1 Oberst, 1 Major, 7 Rittmeister, 12 Premiers: und18 Seconde - Lieutenants; Gensd'nrmerie: 1 Oberst, '10berst- Lieutenant, 2 Majore, 9 Hauptleute, 8 Prem1ers und 1 Seconde - Lieutenant. _ 11. Offiziere der Reserve: und Landwehr: Infanterie: 17 Premiers - und 841 Seconde-Lieutenants, 89 Offiziers-Adspiranten; Kayalleme: 2 Premier- und 66 Seconde-LieutenantS, 66 Offtzier-Adspwanten ; Artillerie: 100 Seconde-Lieutenants, 7 Offizier-Adpiranten; In- genieur-Eorps: 1 Premier- und 43 Sekonde-Lieutenants; Tram: 22 Seconde-Lieutenants und 2 Offizier-Adspiranten. Unter den Offizieren zur DiSpofition und außer Dienst find ausgefuhrt: 2 Generale, 17 General-LieutenaUTS, 35 General-Majore, 80 Obersten, 86 Oberst-Lieutenants, 187 Majore, 452 Hanpk- leute und Rittmeister, 118 Premier: und 190 Seconde-Lieu- tenants.

Württemberg. Siutégart, 23. Inni. Tie Yente auSgegebene Nummer des Regierungsblattes enthält eine Koing- liche Verordnung, betreffend das Verfahren in Gewerbe: sachen, vom 19. Juni 1873.

_ Die Finanz-Kommission der Kammer der Ab- geordeten hat seit 10. Juni mit A1isnabme der Sonn: und Feiertage täglich Sißungen gehalten und bereits den größeren Theil der über den neuen Hauptfinanzetat zu erstattenden Be- richte durchberathen und erledigt, so daß für die „nach"sten Sißungen zur Berathung nur noch übrig find die Berichte uber die Etats, betreffend die Staatssthuld des Departements der und- wärtigen Angelegenheiten, des Departements des Innern, die Leistungen für das Deutsche Reich, den Domanialertrag her den Kameralämtern, die Bleich- und Appretnranftalt in Weißenau, die Eisenbahnen, Posten, Telegraphen, Bodenseedampfschifffahrt und die direkten und indirekten Steuern.

Hessen. Darmstadt, 23.Iuni. Die Kaiserin von Rußland und die Königin von Württemberg, sowie die Großfürsten Sergius und Pank und die Großfür- stinnen Marie und Vera sind heute Mittag?- 1 Uhr 40Mi- nuten von Stuttgart in erwünschtem Wohlsein auf der Station Bickenbach eingetroffen. Dieselben wurden von dem Großher- zoge und der gesammten Großherzoglichen Familie am Bahnhofe daselbst empfangen und begaben sich alsdann die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften nach dem Schlosse Hei- ligenberg bei Jugenheim. .

_ In der heutigen 15. SiHung der Zweiten Kammer

der Stände wurde zunächst die Berathung der KreiSordnung beendigt. Die Artikel 87 bis 94 (Kompetenz, Vorfiß, Verfahren des Provinzialrathes, Provinzialhaushalt, Bildung des Pro- vinzialausschuffes) wurden in der Faffung des Entwurfs ange- nommen. Bei Art. 88 wurde eine Verwahrung“ der Abgg. Becker, Dumom und Schröder, inhaltlich deren für die Ver- waltung des Mainzer Univerfitätsfonds eine besondere Organi- sation geschaffen werden soll, vorbehalten. Bei Art. 90 wurden zwei Anträge des Abg. Dumont, wonach der Provinzialrath seinen Vorfißenden und dessen Stellvertreter, eventuell doch mindestens Leßteren, wählen sollte, während die Vorlage dem Provinzial-Direktor eventuell dessen Stellvertreter oder einem andern KreiSratl) den Vorstß überträgt, abgelehnt. Art, 95 (Mitglieder des Provinzial-AUSsckmffeH) wurde mit einem Antrag des Ausschusses, wonach in jeden Provinzial-Aué-schuß auch 4Ersaß- männer gewählt werden, und einem Amendement Dumont, wo- nach außer Geistlichen, Kirchendienern und Elementarlehrern auch Angestellte des Kreises und der Provinz nicht in dem Pro- vinzial-Aussckniß sißen sollen, Art. 96 (Ergänzung des Provinzial- AuSschuffe-Z) mit einem Antrag Goldmann, wonach die Hälfte der Mitglieder alle 3 Jahre ausscheidet, angenommen; zu ersterem Ariitel fiel ein Amendement Meß, wonach die Regierung kein besonderes juristisches Mitglied in den Pro- vinzial-Ausschuß ernennen sollte, ebenso wie ein Amendement Welcker auf Ausschluß aller aktiven StaatHdiener. Die 2111.97, 98, (Kompetenz des Provinzialausschuffes), 99 und 100 (Vorfiß und Geschäftsleitung), fanden die Billigung der Kammer. Art. 101 (Anwesenheit der Mitglieder) wurde mit einem Antrag Schuchard, wonach die Zahl der Anwesenden nicht blos 5, son- dem 7 betragen und die Einladung „rechtzeitig und schriftlich“ erfolgen soll, angenommen. Die Art. 102 bis 115 über das Verfahren vor dem ProvinzialauHschuffe, Art. 116 (Provinzial- kommisfionen), 117 (Prooinzialdirekwr), 118 bis 122 (Ober- aufsicht über „Kreis- und Provinziakverwaltung), 123_126 (Ausführungsbeßimmungen) wurden theils unverändert, theils mit unerheblichen Modifikationen angenommen; Erwähnung verdient nur, daß in Art. 120 die Bestimmung, wonach Beschlüsse eines Kreistages oder Provinzialra1heS,-»welche das ,Staatswohl“ verleßen, von dem Kreismth resp. Provin- zialdirektor zu beanstanden und dem Mini“'terium des Innern zur Enticheidung vorzulegen find, einstimmig gestrichen wurde. Endlich fand noch ein Antrag des Abg. Schuchard' Annahme, wonach bei allen Fristberechnungen der Tag der infiri'uirten Ver- fügung nicht mitzurechnen ist.

Die Kammer wendete fick) hierauf zur Verathunß “des Ent- wurfs einer Städteordnung, deren zehn erste-“Artifel erledigt wurden. Die Art. 1 (Vorausseßung der Geltung: beßimmte Seelenzahl der Gemeinde), 2 und 3 (BerechnUng'dieser Zahl), 4 (Gemarkung), 5 (Bildung, Umgestaltung und Aufhebung der Stadtgemeinde), 7-_(Stadtgemeinde im weiteren Sinne)," 8"(Stadt- gemeinde sim engeren Sinne) und 10 (Vertretung der Stadi-

Zeitung ,Teutiche Post“ Kenntnis; genommen hat, nur zwei

Kriegervereine hierselbft geschenkten V ere in sfah ne ftatt. Vo ;:

gemeinde) werden faft unverändert anZenommen. Art. 9- Wo- nack) die ftatutarischen Anordnungen enehmigung der Stadt-

„* Diskussion Über diese Angelegenheit einzutreten.

* nungen

verordneienversammlun und des Bürgermeisters (außer Zu- fammung des Minister.:ums des Innern) erforderlich sein sollte, wurde_m der Fassung des Ausschusses, wonach die Genehmigung des BurgerMeisters enthält, angenommen; die Frage, ob auch em Magistrat zuzustimmen habe, wurde noch nicht entschieden.

Sochskn=Weimar=Eifenach Weimar, 249"?- Juni. Der Geburtstag des Großherzogs ist heute, da die Groß- Yerzogliche Familie in Weimar nicht anwesend ist, ohne die sonst ublichen Empfänge begangen worden. In Dornburg findet heute Abend eine Aufführung des Goethe'schen Singspieles „Er- wm und Elmire“, von der Herzogin Anna Amalia in Musik geseßt, durch Mitglieder des Großherzoglichen Hoftheaters statt.

Oesterreich =Ungarn. Wien, 23. uni. Der Erz- herzog Kronprinz Rudokf wird zu E11 e dieses Monats nach Klagenfurt abreisen und in Graz drei Tage verweilen.

.. Nach der Enthüllungsfeier des Maria Therefia-Monumentes in . ersterer Stadt ist ein größerer Ausftug nach HeiliZenblut u. s . w.

in Aussicht genommen. Se. Kaiserliche Hoheit at die Einla- dung zu dem ihm zu Ehren am 4.„ 5. und 6. Juli zu Klagen- furt_veranftalteten Festschießen angenommen und den Besnck) der Schießstätte zugesagt.

_ Pesth, 23. Inni. Sicherem Vernehmen nach wird die Re- gierung _nach der Budgetdebatte, deren Schluß Donnerstag oder Frettag erwartet wird, keine Vorlage mehr einbringen, son- dem den Reichstag sofort vertagen.

_ 24. Juni. (W. T. B.) Auf eine Interpellation wegen der durch den Bischof von Rosenau vorgenommenen Veröffent- lichung des UnfehlbarkeitsdoZmas erwiderte der KultuE-Minister Trefort m der heutigen Sißung des Unterhauses, der B1- schZf habe 200 Exemplare des vatikanischen Dekretcz in seiner Diozese vertheüen lassen Und die Regierung ihm unter Hinweis auf die Ungeseßlichkeit diese?; Verfahren;? deshaW 1 re Mißbilli- gung ausgesprochen. Der InterpeÜant erkläüe fi durch diese Antwort nicht zufriedengestellt und beantragte, in eine förmliche ' Der Antrag wurde mtt 83 gegen 71 Stimmen angenommen und“ die Bera- thung auf Sonnabend anberaumt.

„Belgien. Brüssel, 24. Juni. (W. T. B.) Die Dc- putirtenkammer hat den Gesehentwurf über die öffentlichen Arbeiten nebst den von einigen Mitgliedern gesteÜten Amende- ments, ,wonack) der von der Regierung verlangte Kredit noch er- höht Wird, angenommen.

Großbritannien und Irland. London, 23. Juni. Heute findet 311 Ehren'des Schuhs von Persien auf der Rhede von Sp1thead_ die große Flottenrevne Über 14 Panzer- fregatjen, 7 Thurmsch1ffe, 14 Kanonenboote 11. s. w. statk. Fiir den Abend Lst em unter der Leitung des Prinzen von Wales stehendes Fest in der ?llkert-Halxe angeseßt.

_ Der Großfurst-Thronfolger von Rußland und dessen Gemahkm, Prinzessin Dagmar, statteten am Sonnabend mnBegkettung des Prinzen und der Prinzessin von Wales der Komgin anf Windsor einen Besuch ab. Prinz Leopold exnpfing die Kmserlichen Gäste auf der Station, woselbft em Batmlwn Gardetruppen a1s Ehrenmache aufgesteUt war. Der russische Botschafter 'am Hose von St. James, Graf Brun- now, stellte Ihre K_aiserlwhe Hoheiten der Königin vor. Nach emgenommenem Yennner kehrten dieselben nach London zurück.

„_ Gras Munster 1ft am Sonnabend mit Familie von Berlin hier eingetroffen.

. Frankreich. Paris, 23. Juni. Die Regierung wird einen Geseßentrv11rfße1nre1chen, um die Ernennung der Maire?- aus den Gemeinderaxhen durch die Regierung zu verlangen.

_, Als Termm der Kammervertagung gilt der 20. Iulr.Z ck

_ wi“_ en dem 3. und 5. Juli erwartet die persis e Ge- sandtschaft Hierselbst den Schal). Man trifft große Vérberei- tnngen. 'Auf semen ausdrucklichen Wunsch wird ihm das ganze dtploma11sche Corps vorgestellt werden.

_ Der Abgeordnete Vicomte de Treveneuc, dessen Tod angezeigt wrrd, war em ehemaliger Dragoner-Offizier und wäh- rend dez: Belagerung Ndnrtant der Generale Trochu und Lesch. Er gehorte. zur Rechten. . Durch seinen Tod ist die Zahl der vakanten SLH? M der Nattonnlversammlung auf zehn gestiegen.

Versailles, 24. Ium. (W. T. B.) Die National- versqmmlung berathschlagte heute Über die Interpellation des Deputirten Le Royer wegen der Verordnung des Präfekten des Rhone-Departements, daß die Civilbegräbniffe nur am frühen Morgen stat'tfmden sollen. -Le Royer und die Linke richteten heftige Angriffe gegen den Erlaß des Präfekten, welchen fie als ein u11geseH11ches_2[ttentat gegen die Gewiffensfreiheit charakte- rifirten. 59er thster des Innern, Benlé, beantwortete die Interpellattdn und erxlarte, daß die Verfügung nur durch die besonderen Verhaltnisse in Lyon nothwendig gewor- den sei: an allen anderen Orten seien die Civilbegräbniffe ohne jede _Beschrankung gestattet. Dort werde die Mehr- zah1 dec burgerlrctien Beerdigungen von der Geselkschaft der Fretdenker veranstnltet und gewinne durch di; revolutionäre Pro- Yaganda, wozu__d1ese.ben benußt und durck) die Presfion, welche urch fie aixsgeubt werde, emen aufrührerischen Charakter. Man hade sogar Lenhen gekauft, um fie so zu begraben und selbst Kinder, welehe die'Sterbesakramente empfangen hätten, ohne Be- glutung, von Geistlichen beerdigt. Der Minister sprach fick] darauf m_i Allgemeinen gegen die materialistischen Doktrinen aus und erklarte schließlich, der Präfekt habe solchen Unord- ' entgegentreten müssen. Die Rede Beulé's wurde Mit ' lebhaftem Beifalk. von der Versammlung .aufge- nommen. Der Kriegs-Minifter trat ebenfalls für die an-

'gefochtene Verfügung ein und konstatirte, daß die Truppen

den Civilbegräbniffen keinesfalls assistiren dürften. Nach einer

:IUtJegnung des Deputirten Pressensé auf die Erklärungen der 99

e1ung,ge[angte fol"gende TageSordnung, mit der fick] die [ey- tere einverstanden erklarte, mit _422 gegen 261 Stimmen zur L_snnahme: „5916 Nationnlveriammlung erklärt, daß die Grund- saxe“ der Gew1ffens,freihe1t und des Rechts der freien Religions- auSubuxig, we1che immer von ikir anerkannt Und respektirt werden, gegenwartig nicht 111 Frage steHen, eignet fick) die von der Re- Zterung entw1ckelten Ansichten an und geht zur TageSordnung“ uber.“ _ Vom ltnken Centrum war eine TageSordnung einge- bracht, m welcher eine Mißbiüigung der Verfügung als einer Verlesung der Gewiffensfreiheit aUSgesprochen wurde.

_ Das „Journal des Débats“ theilt den Wortlaut der “sieben Artikel mit, über welche die Kommission für Die- centrnltsation schlüssg geworden ist. Der wesentliche In- ha1t dieser sieben Artikel ist folgender:

Ari. 1. Vom. fur die Gemeindewahlen von einer ommission anzufertigen, Welche aus dem Maire, einem von den Präfekten zu bezeichnenden Vertreter der Verwaltun-z 1_1nd einem von dem Gemeinderat!) zu wählenden Vertreter bestehen ioÜ.

Art. 2. Diese_Listen find in dem Sekretariat der Mairie öffentlich “Ulellxgen. Anfrage anf Einschreibung oder Streichung müssen binnen zxvan ig Tagen eingereicht werden und sind dann von den nach Art. 1 eingefeßten Kommi1fionen zu prüfen.

__ Art. 3. Die Appellation von den Entscheidungen dieser Kom- mnfion geht an den Friedenßricbter des Kantons.

Art. 4; Der Wähler, welchen die gedachten Kommissionen von Amißwegen' gestrichen haben oder gegen dcsien Eintragung ein _Pro_test vorliegt, w1rd hiervon kostenfrei durch den Maire in Kenntniß geießt und kann seine Bemerkungen vorbringen.

Art. 5; Die Wählerliste für die Gemeindewahlen soll alle fran- zofischen Burger unifasjen, welche sich im Vollgenuß ihrer bürgerlichen und staatsburgerlichen Rechte befinden, mindestens fünfundzmanzig Jahre alt find und 1) dem R1krutirungsgeicß in der Gemeinde genugt und in derselben ihren Wobnfiß behalten oder seit mindestens sechs Monaten wieder aufgeschlagen haben; 2) Welche JWar mcht dem Rckrutirungsgeseß in der Gemeinde genügt haben aber seit einem Jahre in die Rolle einer der vier direkten Steuern oder in die Rolle für Naturalleistungcn eingesehrieben sind; 3) welche,_ol)ne m eine dieser Kategorien zu fallen, einen dreijährigen Wohnsiß m der Gemeinde nachweisen können; 4) Welche auf Grund deJ Art. 2 des Friedensvertrags vom 10 August 1871 für die fran- zonsche *.kaationalität optirt und erklärt haben, daß fie ihren _Wolmsiß m der Hetreffenden Gemeinde nehmen; 5) welche pflichtgemäß, sei es als Ge1stitche emes vom Staate anerkannten Bekenntnisses, oder als Staatsbeamte ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben.

Art. 6. ,Die im §. 2 des vorigen Artikels bezeichneten Wähler konnen „an ,den Gemeindewahlen in aÜen Gemeinden Theil nehmen, Wo sie in eine Steuerroüe eingeichrieben find.

_ Art, 7. Wer durch trügerische Erklärungen oder f.".lsche Zeug- Ulss€_ seine Eintragung in eine Wählerliste erfckylick) oder zu er- sch_letcken „suchte, oder 1111 einer solchen Erschleiclning Tsxeil nahm, Wird Mit Gefangmß vox; 1ecbs Tagen bis 311 einem Jahr und mit einer Geldbuße von 50_500 Frs. bestraft; er kann ferner auf z1vei Jahre seiner durgerllchen Rechte verlustig erkäW werden.

Spanien. Tekegraphisckze Nachrichten aus Banonne vom 24. Juni melden: Der General Nouvilas sokl, wie geriichtweise verlautet, in einem Gefechte mit den Carlistenbanden unter Ollo, Lizarraga und Rodica in der Nähe von Pamxxiekuna zum Gefangenen gemacht worden sein, eine Nachricht, die in den car- l1111sck) gesonnenen Ortschaften längs der Grenze mit den größten Freudenbezeugungen aufgenommen ist. _ Auf den in Bayonne ankommenden Dampfern treffen täglich Flüchtlinge aus Spa- men em.

_ Schweden und Norwegen. Stockholm, 21. Irmi. Die „Post ock) Inrikes Tidning“ vom 19. enthält Über das Lootsenwesen im Sunde einen Artikel, welcher mitfolgenden Worlen schließt:

„Dq alio anf der einen Seite das dänische Volk seit einer [im- geren Ze1t unzufrieden gejpcsen ist mit den unaufhörlichcn Uebertretun- gen von schwed11cher Seite desjenigen, Was dasselbe fiir Dänemarks gntes Recht hielt, und auf der andern Seite infolge der neuesten Er- eignisse die Stimmungnn'Scknveden den gleichen Charakter anzunehmen begann„ jo War es naturlich, daß nicht nur die schwedische, sondern 111151) die dqinsche Regierung ledbaft wünschen mußte, durch ein direktes Uebereinkommen einer Ver1chiedenheit in den Ansichten ein Ende zu tnachen, welxhe wegen der verschiedenen Deutung des Traktats natür- 11ch xechtmaßig 111cht anders als durch eine internationale Konferenz erledigt werden konnte. Daher haben die betreffenden Regierungen beichloffen, 311111 Besten der wichtigeren Interessen, wilche sonst dar- unter leiden. konnten, einander gegenseitige Konzessionen zu machen; und'es ist wahrickninlich, daß in einigen Tagen die Frage eine beiden Theilen genügende Lösung erhalten wird.“

AmeriYa. New-York, 24. Juni. (W. T. B.) In Tennessee 1st den von dort eingegangenen Nachrichten zufolge die CHolera im Abnehmen; in Nashvixle waren derselben am Montag 37 Personen erlegen.

Asien: Nack) aus Peking über London unter dem 24._I11m eingegangenen Nachrichten bestätigt ec.“- fick), daß der Kaiser von China von jeßt an Vertreter ancZwärtiger Mächte empfangen 111111.

NeichStags=Angelegenheiten.

Berlin, 25. Inn]. In der gestrigen Si ung des Reiche"- ta_g§5_ erklarte der Prafident des Reichskanz er-Amts, Staats- Mnnstex Delbrück , in der dritten Berathung des Entwurfs des Mnnzgeseßes:

1" (; sMeine, HK'rreanBei ÖY'YWML BeZUlZmng des vorliegenden Ge- e e 1 in 1er ge] rigen 1 an rem . ein u ' . Welcher lautet: " ' 9 Z saß hinzugcsugk, „Die Vertheilung _ nkzmiich dcs Restes der anderthalb MiÜiarden _ soll 1edoch erst erfo1aen, nachdem über die Einziehung des Siaatöpa'piergeldes geseßliche Anordnung getroffen ist.“ _ Wenn 1ch den Herrn Antragsteller gestern richtig verstanden Habe, 11) hai er unter geseßncher Anordnung, von Welcher hier die Rede ist, d1c_1enige verstanden, Welche nach dem gestern von dem Hause in dritier Leiung angenommenen Artikel 18 “des Münzgeießes vorgesehen ist. Die verbundeten Regierungen _l)a1*en_1[)rerseits einen entschiedenen Werts) daraus_ zu legen, daß diexer 31111113, Wie er gestern beschlossen ist, in der driiten Lesung n1cht_ autrecht erHaiten werde; sie .müsfcn für fich die Freiben ihrer Ennchlienung über die hier vorliegende wichtige Frage im vollen Mixize in Annnurl) nehmen, und würden lebhaft zu Wunschen haben,. dgß nicht 17111433 11111; dem Anscheine nach durch eine 21,51t1n11nung, Wie 1ie hier nglDfft'nsUt', die Meinung erweckt werden konne, als heide der Reichstag dn“ Freiheit diéser ihrer Entschließung durcb den,!)1er gestellten, an eine Geldvertheilung geknüpften Vor- behalt beeinträchtigt. Ick) glaube,_n1einc_ von Ihnen-„weche gestern fÜr diesen Zina gestimmt haben, heute in der Lage'sernwerden, das fur nicht mehr erfprderlicb zu erachten, wenn ich, Wie ich_d1es liermit thue,_1nitiheile. da); zwar eine- endgilfige Ab- stimmung uber _as„Münzge1eZ thunDeSrathe nock) nicht bak er- fo1gen konnen, Werl ein Theil der Bevollmächtigten zum“ BundeSraihe mr_t Jnstqution von ihren Regierungen noch nicht versehen “waren, daßnber bei Bespr'echnng der Sache und Mittheilnng der für einen Theil der Bevollmnchtigten srhyn vorhgndencn Instruktionen konstatirt Woxden ist, da bei der_ definitiven Abitinzmung die Ma'orität,f1"1r das „Mun gesetz 1111 er Ziveifel steht. Ich bitte, unter'diexen Umständen den usaß, Wie er cstern [*e1chlossen worden ist, bei der dritten Lesung nicht aufrecht zu er alten.

' __ In der drttten Berathung des Geseßentwurfs, betreffend dxe Abanderung des Vereins-Zolltarifs, na m der Staats-Mi- nister Delbruck na dem Abg. Frhrn. von

Meine Herren! enn ich uber_die zahlreichen, hier vorliegenden Agnendenients „einige Aeu'ßerungen mtr erlaube, fo" kann" ich mich zu- nachst m Bezreßun aüf das Arnendement, welches von dem Herrn Abgeordneten“ fur , „_ ensburg und seinen Freunden eingebraihr ist, sehr" kurz fassen. ,DZHeS'AMendement'revrod 'i'rt, iin Großen-und Ganzen gesprochen,“di*e Borlasé ** der verbündeten egieyun' en,'é*und“ich=kann es

daher meinerseits

Ihnennnr zuréAnnahmeemprUen. Wenni nun daneben auch auf alle die Amendements einsehe, die zu denéBesckYÜssen;

. . . ten ist in "eder Gemeinde eine Wählerlist- Z:»

erren. daß auch diejenigen"

overbeck “das Wort: -

eZn zweiter Lesung _gestcÜt sind, in thue ich das nicht 5106, indem ich eine formelle Verpflichtung gegen das Haus erfüÜc, fondern Weil ich dieeben yon dem errn Abgeordneten i_ür Sensburg auSgesvrochene Ansicht meinerseits_ voll ommen theilc, daß es nicht richtig sein würde, eine Reformmnßregei „deshalb zu verwsrfen. weil man fie nieht in ihrer vyllen Reinheit, 111 der man fie wün1cht, erreichen kann. Ick slaube nicht, daß die verbundeien Regierungen in der Lage sein würden, einem Gesetze, welches der Reichstag beschlossen hat, auch wenn es von ihrer Vorlnge gbwencht, wenn es aber gleichzeitig doch einen entschiedenen Schritt 1m_S1nne ihrer Vorlage thut,_ abzulehnen. Wenn ich bier- nach auf die einzelnen, Abander11ngsvor1chläge eingeHe, und zunächst mich an d1_e lxalxe, die vnn dem Herrn Abgeordneten für Lauenburg gestel1t sind, 10 bin ich der Memnng, daß der erste seiner Anträge, auf Nr. 230 namlich zu den zollfreien Artikeln hinzuzufügen: „Dampfmaschinen und Dampfkessel mr Verwendung beimSchiffsbau“, in der That nicht nötbig ist, Nach" dem Regnlcitiv, nyelcbes erlassen ist über die Behandlung der Schinsbnumaterialien, ein Regulativ, Welches mit den [*ezüglichen Vertragen vom ZoÜparlamente seinerzeit genehmigt wvrden ist, nach d1e1em chulativ sind 'die verbündetenRenierungen vollkommen bc- fug_t, „auch Dampfmaicbtnen und Dampfkessek für den Schiffsbau zoll- fre1 einzulassen. Der VerwendungSnacbweis ist bei diesen Gegenstän- den _ganz aiißerordentlich leicht zu führen; und ich habe nicht den [eiieiten Zweifel, dnY die_verbündeten Regierungen aus der von dem Hume besch1oisenen *oÜßesreiiing der See- und Flußichiffe, einschließ- lich der „in dieicn ©ck)1nen_befind11chen Maichinen und Kessel, es als nothwendige Konsequenz" nn1e11en" werden für die Dampfmaschinen und Dampfkessel, welche fur Sch1iffe_ eingeben, Welche auf inländischen Werften gebaut werden, die ZoÜsreiheit zuzulassen. Ich möchte bei dieser Lage der Sakae es empfehlen, das Amendement des Herrn Abgeordneten _sur Lauenburg nicbt anzunehmen, weil es aus dern einmal feststehenden Systeme fäÜt. Durch das Regulativ find, wie gesagt, die verbundetcn Regierungen ermächtigt, dergleichen Gegenstande, xyenn„1l)re Verwendung für den Schiffsbau nachweisbar Ut,_ unddas Ut bei Da1npfma1ch1nen und Kesseln natürlich der Fa[[, zonslsret emzxilasscn. Wenn nun in Beziehung auf ein einzelnes Objekt, namlich aus die Masch1nennund1Kes1eh diese den Regierungen im AÜ- gerneinen zustehende Fakultat fixirt xvird durch das Gesetz, so entsteht dadurch eine forinekle Jukongruenz für die ganze Materie, Nur aus dem Grunde, mcht Weil ich gegen die Sache etwas Habe, möchte ich Sie b11ten, dem,Amend_enient nicbt zuzustimmen.

Dieselbe Bitte mu); ich an Sie richten in Bezug auf den zweiten Antrag des „Yerrn Abaeordneien “für Lauenburg, We1cher dahin geht, hinter dem ?Vorie „Luppeneiien“ die Worte „noch Schlaséen enthal- tend“ zu strecchen. Meine errcn, ix_)Weit mir die Eisentechnik be- kannt ist, kann man unternLuppeneiien nur solches Eisen verstehen, Welch6s_:1och_ Sck1axken enthalt, Es könnte Hiernach scheinen, als sei _der Zniaß uberftufng; indessen, meine Herren, ich glaube nicht zu irren, wenn ich behaupte, daß dieie Definition von anpeneisen, die ich eben gegeben habe, nicht so cxbsolut ziveifellos ist, daß man nichk anch e_txvas anderes darunter verstehen könnte, und ich sehe in dieser Hmzuxugung der. Worte „noch Ochlaijen cnihaikend“, nichts Weiter (116 eine Legaldemntwn, nnd zwar eine Legaldefinition, auf deren Auf- rechthnltung iir". Jnteresse dcr Klarheix und Sicherheit bei der Zoll- abfertigung Werth gelegt Werden muß. Ich möchte also bitten, diese Worte beizudelMchn,

-_Der dritte_?[nkrag des Herrn Abgeordnxten für Lanenbnrg deckt fiel) niit dem ersten Ylntrage des_ Herrn Abgeordneten für Sagan auf 5.111; 221; er 5631116111, die_ Omiision, die unnbsichtlicber Weise in den Be1ch1111se11 rer zincitcn Le1ung den feinen Eisen: und Stahldraht ge- troffen hat, zu beieitigen. '

Der v1erte Antrag ist eine einfache BericHtigung.

Den fiinften Antrag, Welcher fich ebenfalls decki mii dem zweiten Anfrage des Abgeordneten kur Gngau, 1nöchte ich Ihnen eventuekl auch dringend znr Annahme empfehlen. Ich Halte es für durchaus koniequent und richtig nnd der Sachlage entsprechend, Wenn für die in s 91)o_l)e1n nge in '*„Deutichlandeniwickelte Maschinenfabrikntion nicht nockx e:n kleines Oclinßzolliben von 27? Sgr. pro Cir. aufrechf erhalten wird. Ick) [)'-alte es fur durchaus 1ichtig und konsequent, und _ wenn ich daß mel nnnefochteneWor1„„Komprmniß“ gebrauchen soÜ _ auch im Smne ch Koxnprom1sses liegend, WLnn man denjenigen ZoÜsaß er- bedt, Welcher fur das Mnferialenen zuzahlen ist, und das sind 10 Sgr. Diese 2) Sgr. sind 1v1rk11ch ein Schußzoll, dessen unsere Maschinen- fabrtther nklcht Sedan)? [

_s"„ ei 11 nur 110 ü *rig das Amendemenf des Herrn Ab eord- neten fur Neustadt auf Nr". 228 der Drixcksachen, welches sich augf das Weißblech bezieht. Ich wurde gegen dieies thnendemenf einen Wider- sprucl) nicht erheben konnen, Weil es für das Weißblech die Vorlage der vcrbnndetcn Regierungen wiederhersteÜt.

Nach dem Abg. Gerstner, welcher bedauerte, da in der Vorlage das neue Maß: und Gewickztssnstem noch fiiicht zur Anwendung gekommenksei, crkkärte der StaateZ-Minister Del [) ck:

MIME Her en! D1e anen jetzt gemachte Vorlage ist eine N0- vesle zum beitehendenMZoÜtarrs. Der bestehende Zoiltarif enthält mm 11118 Jlxnnnbekannn 111, den (Zentner und in Cinzeldeifen _auch das, alte preuß11_ck1e Mai:, „und es würde in den bestehenden Zykliarif eine waere Konfusion hineingckomnwn icin, wenn für das Hier vorliegende Geie6d11§ Kixogr11mm als „Einheit angenommen wäre. Bei einer ohnehin in 'nicht 1anger__Zeit' nothwendig Werdenden anderweiten Ge- sammtredakiion deÖTariss Wird die von dem Herrn Vorredner ange- regte Frngevon Seiten der VerbündetenRegierungenzur Erwägung und zur Ent1cheid1111g gebracht werden.

_ In der Spezial-Diskusfion gab der Staats-Mini er Delbri'rck folgende Erkkärnngen ab: ft

Meme Herren! Ich ergreife nnr das Wort, Weil ich allerdings dem Herrn „lbgeordneten fur Harburg zugebe, das; 111) den Antrag der mir heute Morgen zugegangen War, in seiner ganzen Trggweiie _ nichl 1111cr1ehe11, hatte und in Folge dessen bei meiner ersten Erklarung Über diesen Antrag mich 11icht WÜ- standtg aus;]efdrockxn habe. Ick W111 nicht wiederholen, Was ich bei der Gelegenheix neiagt 1)abe_„1n§Ve_zug_. auf_ die Dampfmaschinen und die Dampxkessel,_we1chc sur Seeichine bejtimmi sind. Ick halte ansiecht,_ was ich gemsgt habe. Wenn nun aber der Antrag erner xml], dn); Darndfmaichinen nnd Kessel fiir Flußicbiffe auch frei sein ]ollen, „111 mu); lch Mich nllcrdingsngegen diejen Anirag erklären und zwar nrch_t_ deghcxb, _Weil ich ihn fur überßiissig halte, sondern Weil ich 11)n sur unrtchiig halte. „„Das Haus hat in der zweiten Lesung beichlossen, _See- und Flußichi ? vom Aus1ande incl. Kesse1 d Ma- schnn-„n zollfrei zu lassen. Jul)x habe diesen Beiibkuß nicht ür einen g111chlrchen gehalten“ 111desfen ljt er einma[ gefaßt, ich will ihn jetzt mihi anfechten. _ Es zeigt" aber ießt gerade der auf diefe Dampf- kes1leckl2 ein?? IsNa1ch1nen sur kFlußschiffe nie cn _ on «quenzen rnan 01111111, wenn man olne . ründ- 11che Cryrterufing_ Beschlusse faßt. Die . Sache Regt) 55:8 ein xedes auf 1n1and1schen Werften gebaute Flußschiff,-sei es Dampf- ch1ff, oder 'nicht, _entha1t ezne erhebliche Anzah1 von Eisenfhei- len. Fur diese Eisentlnile ,nt auch nach dern Syste1ne,-.wie es durch “den eben_er_1y_a1)nxen Antrag stattfinden sol], Zoll zu entrichten. Zst. d1e1esFlunich1n, W1e_es bekanntlich sehr: häufig vorkommt„ eisern so ist von den ei ernen Theilen, Blechen und Platten, auf- denendas,“ Schi bLstc'bk-„ZVÜZU „WWU. Das ist ganz-in der Ordnung. Nunau-ß-Linmal 1on Wahrend fur sammtltche Materialien, die der inl-ändis-che-Sckyiffbau “brau k, ZVÜ zu; bezahlen ist, ausnahmöweiie fiir Dampfmaschinen -xun_d- essel'ZlZU mcbt hezahlkWerdc-n. Da kann man nicht einwenden, daß gerade fizn Mascbmen- und Kessel der Zoll so: besondersljoch ist. Das, 1st-1er nicht. Mnn kann,. glaube ich, anch nicht cinwendén, das; es em besonders prakt1scher-;Fc_1l1 ist. Ich glaube, die Saclzkage ist gerade umgekehrt. SoWeit ich die Verhaltnisse des ;inlandischen

bezüglicb-e Antrag , zu

„Schiffbazlesfür-Flußschiffe kenne, wird es den Interessenten. darauf

Fehr Wenig an'tomm'en, ob sie den Kessel- und Maschinen:aus.-dem Aus- 1ande frei beziehen- können, die machen fie selber, dagegen, würde Es ihnen, “glaube ich, ;daraup sebr ankommen, ob fie das- B[_ ZzoÜfrei

aus. dem Auslande bezxehen- können, denn das machen sie ni t elb t, Durch den Antrag in seiner Ausdehnung auf die Flußfchiffe,s wisrd