Gefeß, betreffend die Registrirung und die Bezeichnung der Kamfahrieiscbiffe. Vom 28. Juni1873. _ Wir Wilhelm. von Gottes Gnaden Deutscher Kai1cr, König von Preußen 2c, verordnen im Namen des Daenischen Reichs, nach erfolgter Zustimmung des BundeSraihcs und des Reichstages, was folgt:
Ö. 1. An Stelle dcs ?. 17 des Gese es, betreffend die Natio- nalitai der Kauffabrieiichi e und ihre ' efugniß zurFührung der Bundesftagge, vom 25. Oktober 1867 tritt die folgende estimmung:
Schi e von nicht mehr als 50 Kubikmeter Brutio-Raumgehalt sind ur usübung des Rechts, die Reichsflagge zu führen, auch ohne
b Zntrtagung in das Schiffsregister und Ertheilung des Certifikats e ug .
§. 2. Die Aenderung des Namens eines in das SchiffSregister eingetragenen Schiffes soll nur aus ganz besonders dringenden Grun- den getaktet werden. Sie bedarf der Genehmigung des Reichs- kanzler- mis.
§. 3. Jedes in das Schiffsregister eingetragene Schiff muß
1) seinen Namen auf jeder Seite des Bugs und
2) Leinen Namen und den Namen des Heimaths afens am eck an den „eiten Theilen in gut sichtbaren und fest ange rachten S rifl- zeichen fuhren, „ „
§„ 4 Im Falle einer Zuwiderhandlung gegen die Vyrschriften des §. 3 hat der (Führer des Schiffes Geldstrafe bis zu einhundert- fünfzig Mark oder Haft verwirkt. „
J. 5. Dieses Gesetz i_riit am 1. Januar 1874 m Kraft.„
rkundlich 1„1_nter Unxrer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Ka11erlichen «znfiegel. „
Gegeben Schloß Babelsberg, den 28. Juni 1873.
(H. 8.) Wilhelm. „ Fürst von Btharck,
Bekanntmachung. „
Die Postverbindungen nach den Badeorien auf den Jyseln Fohr (Wyk) und Sylt (Keitum, Westerland) gestalten fich Wahrend des Monats Juli wie folgt: „ „ 1) Von Husum nach Föhr und Sylt durch die Dampfschiffe
.,Concordia“ und „Syli“:
nacb öbr: täglich, mit Ausnahme der Sonntage;
nach ylt: am 1., 4., 7., 8., 1'1., 12., 14„ 15„ 18., 21., 22, 25., 26., 28, 29. und 31. „
An den Tagen: 1., 2., 3., 5., 10., 11., 12„„, 14. bis 17., 19.,„ 24. bis 26, 28. bis 31. find Wyk, bezw. Sylt, bei Benutzung des Eisen- bahnzuges 6 Uhr früb bon Hamburg noch an bemielben Tage zu er- reichen. Dauer der Ueberfahri nach Föhr ungefahr 3 Stunden, nach Sylt ungefähr 5 Stunden.
2) Ueber Dagebüll nacb Wyk a. Föhr:„ „
3. Von Flensburg nach Dagebüll Personenpost täglich 11,30 Abde (nach Ankunft des aus Hamburg 5,10 Nachm. abgehenden Eifenbabnzuges); in Dagebüll 7,25 rüh. _ „
1). Von Tondern iiber Deeßbiill nach Dagebull Privat-Perso- nenfuhrwerk täglich 2 Uhr Nachm. (nach Ankunft des um 6 Uhr Morgens von «Hamburg abiahrenden Eiienbalmzuges); m Deeßbull 5 Uhr Nachm. Die Weiterfahrt von Decßbüll richtet sich nach dem Abgange des Dampfschiffes von Dagebüll. „ „ _
Von DagebüÜ nach Wyk ein- bis 3Weimal taglich mittelst des Dampfschiffes „Föhr und Dagebüll“, dessen Abgang von dem Eintritt der luth abhängt. Dauer der Ueberfahrt ungefähr Z Stunden.
11 den Tagen: 1. bis Z., 14. bis 2). und 28. dis 31. 1st Wyk bei der Abfahrt von Hamburg mit dem Inge 6 Uhr früh auf dem Wege über Tondern an demselben Tage zu erreickyen.
3) Von Tondern über Hoyer na Sylt:
Von Tondern nazi) Hoyer Perionenpost lägli 1,15„_Nachm. (nach Ankunft des 6 Uhr irüb aus Hamburg abgehenden Cnenbabnzuges).
Von Hoyer nach Sri! Täglich mittelst des Dampfjchiffes „Graf Bismarck.“ Der Abgang des Schiffes ist von dem Eintritte der Flath abhängig. „
An den Tagen: 1. bis 5., 12. bis 19. und 25. bis 31. ist Sylt bei der Abfahrt von Hamburg mit dem Zuge 6 Uhr früh an- dem- selben Tage „zu erreichen. „
In Westerland auf Syli ist fiir die Dauer derBadesarson eine PostJpedition und Telegraphenstaiion eingerichtet.
iel, den 30. Juni 1873.
Der Kaiserliche Ober-Postbirekkor. Zicbüichner.
Königreich Preußen. Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
Den Vize-Präfidenien des Obergerichts in Celle, Obergerichts- Vize-Direktor Riemer) er in gleicher Amtseigenschaft an das Obergericht in Hannover zu versehen;
Den Kronanwalt Fis ck] er in Celle unter Beilegung des Titels „Obergerichts -Vize-Direktor“ zum Vize-Präfidenten des Obergeriehts daselbst;
Den Krengerichts-Raih Rohde in Elbing und den Siaats- Anwalt ])1', Plock] in Bromberg zu Tribunals-Räthen bei dem Ostpreußischen Tribunal in Königsberg und den Stadt- und Kreisgerichts-Rath Lympius in Magdeburg zum Appellations- Gerichts-Rath bei dem AppellationS-Gerickzt in Hamm;
Den bisherigen außerordentlichen Professor Dr. Karl Ernst Theodor Sckzweigger zum ordentlichen Professor in der medizinischen Fakuliät der Universität hierselbst zu ernennen; erner
Den nachbenannten Beamten, und zwar: dem Bergwerks- und Salinen-Direkwr Freund zu Schönebeck, den Bergwerks- Direkioren Raiffeisen und Nöggeraih im Bezirke der Bergwerks - Direktion zu Saarbrücken, den Bergrevier - Beamten, Bergmeistern Emmerich zu Arnsberg und Giebeler zu Wiesbaden, dem Iustiiiarius der Bergwerks - Direktion zu Saarbrücken, Eskens, und dem Direktor des Saarbrückener KYMpschafts-Vereins, Barthold, den Charakter als Bergrath; rm
Dem Kreisgerichts - Sekretär Müller in Gräfenhainchen bei seiner Verseßung in den Ruhestand den Charakter als Kanzlei-R-„xth zu verleihen. “
„ Auf den Berichi vom 10.„Juni d. „I, will Ich hierdurch geneh- migen, daß der Zinsmzß derjenigen Anleihe im Betrage von 250,000 Thalern, u deren Ausnahme dteStadi Bochum durch das Privilegium pom 24. anziar 1870 (Geseß-Sammlung S. 94) ermächtigt Werden rst vom Beginne des Jahres 1874 ab vo„n 5 auf 4? Prozent herab- ge etzt Werd„e,„_„„vorbel)ali1ich aller_ sonstigen Bestimmungen des ge- dachten Privilegn und mit der Maßgabe, das; die außgegebenen Obli- gationen den „Inhabern derselben für den Jall,„daß sie mit der frag- 1ichen Kbnverttrung„fich nicht einverstanden erklart haben, gemäß §. 7 des Privilegiums, 1ed_eufglls noch vor dem 1. Oktober 13. I. zum 2. Januar 1874 zu kundigen find.
Berlin, den 14. Juni 1873. Wil elm.
Graf zr: Eulenburg.Camphaußen.1)r„Achenbach. An die Minister des „Innern, „der Finanzen und für Handel, Ge- werbe und öffentliche Arbeiten.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Der Kandidat des höheren Schulamtes 1)r. Ignaß Blafel ist als Seminarlehrer beim katholischen Schullehrer- Seminar zu Peiskretscham angestellt worden.
Mi nisterium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. - Der Köni liche Kreis-BaumeißerAlbert Gustav Schrö= der zu Gentßin ist in gleicher Eigenschaft nach Burg bei Magdeburg versth worden.
Abgerei : Der General-Major von Karczewski, Di- ZektoÖ" k1)'1e«3 Militär-Oekonomie-Departements, nach Homburg vor er 0 e.
Yiehtamtliahes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 4. uli. Se. Majestät der Kais er und König, 2erth stwelche gestern Nachmittags von Schloß Babelsberg hier eintrafen, empfinJen bald nach der Ankunft einige angesehene Personen und dmirten um 5 Uhr im hiefigen Palais allein.
Abends 91 Uhr reisten Se. Majestät der Kaiser, gefolgt vom General-Lieutenani und General-Adjntauien Grafen von der Golh, dem Hofmarschall Grafen Perponcher, den Chefs des Civil- bzw. Militär-Kabinets Geheimen KabinetsMath von Wil- mowski und General-Major bon Albedhll, dem Geheimen Lega- tions-Rath im Auswärtigen AAmt von Bülow, dem Hofrath Borck, dem Flügel-Adjutanien Oberst Graf Lehndorff, Major von Winterfeld und von Lindequist und dem Leibarzt 01“. _von Lauer :e. per Extrazu vom hiefigen Potsdamer Bahnhofe aus zum Kurgebrauch na Bad Ems ab.
_ Ihre Majestät die Kaiserin-Königin empfing gestern in Coblenz außer dem Besuch Sr. Majestät des Kaisers von Rußland den Besuch Ihrer Hoheiten des Fürsten und der Fürstin von Rumänien und Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs zu Sachsen. Heute hat Sich Ihre Majestät zum Empfang des Deutschen Kaisers nach Ems begeben. _ Der Königliche Kam- merherr Baron von Eynatien hat den Dienst übernommen.
_ Se. Königliche Hoheii der Prinz Georg ist am 1. d. M. zur Kur in Ems eingetroffen.
_ Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Mutter von Mecklenburg-Schwerin, Höchstmelche heute früh 7:1 Uhr von Marienbad zurückkehrend, hier eintraf, begab Sich sofort zum Besuch Ihrer Majestät der verwittweten Königin nach Schloß Sanssouci bei Potsdam. Ihre Königliche Hoheit kommt morgen Mittags 12 "Uhr nach Berlin, steigt im König- lichen Schlosse ab und reist Nachmittag 2 Uhr 15 Minuten mit der Hamburger Bahn weiter. 552133
_ Der BundeSrath hielt gestern unter Vorfiß des Staats - Ministers Delbrück die 44. Plenarsißung. Vorgelegt wurden Vorschläge wegen Ausführung des Münzgesehes und des Geseßes, betreffend die Kriegsleistungen, sowie wegen 1)Fest- stellung des Protokolls der )(1-11. Sihung; 2) Bezeichnung des Gewichts von Eisenbahnbefbrderungsgut m Kilogrammen.
Ausschußberichte wurden erstattet über: a. eine Ergänzung der Gesammtergebniffe dcr VolkSzählung; b. die Eniwerthung der Wechselstempelmarken5 0. den Zollauschluß eines Bremer Ge- bietstheiles; (1. die Abänderung verschiedener Bestimmungen der 21175013009er (101111710100; 8. die Abänderung des Artikel 4 der Mai;- und GewichtSordnung; t". die Ergänzung der Vorschriften bezüglich der Prüfung der Apotheker; 8- den Abschluß eines Handels: und Schiffahrtsverirages mit Schweden re.; 11. den Entwurf einer Verordnung wegen Abgränzung der Bezirke 'der Disziplinarkammern Und Über die Wahl der Mitglieder dersel- ben; 1. den Entwurf eines Gesehes für Elsaß-Lothringen wegen Erhmächtigung der Stadt Mülhausen zur Aufnahme zweier An- lei en.
Endlich kam eine Eingabe zur Vorlage.
_ Der Ausschuß des BundeSraths fiir Rechnungs- wesen hielt heute eine Sihung.
_ Se. Majestät der Kaiser und König haben der evangelischen Gemeinde Groß-Drensen im Kreise Czarnikau ein Christusbild als Nltargemälde für ihre Kirche zu ver- ehren geruht.
54-257;
_ Aus Varzin, 3. Juli, ist uns folgendes Schreiben zur'
Veröffentlichung zuÉegangen: „ „
Ich erhalte in arzin noch immer „täglich zahlreiche Gesuche und Zusendungen privaten, halbamilichen, literarijchen Inhalts, in einer Form, Welche Beantwvriung vorausseßi. Wollte ich die1er Voraus- seZung entsprechen, so würde der Ziveck meiner aus Gesundheitsrück- si ten erfolgten Beurlaubung verfehlt Werden. Zur Verhüiung bon Mißveritändnifsen erkläre ich daher, daß ich zu meinem Bedauern
außer Stande bin, direkt oder indirekt an mich gerichtete Schreiben“
oder Telegramme zu beaniWortetz, so lange „ich nicht nach Berlin zu- riickgekebrt sein und meine Geschafft! Wieder ubernominZi haben Werde. v, iSmarck.
_ Die Schießübung des Garde-Feld-Ariillerie- Regiments, Corps-Ariillerie, hat am heutigen Tage auf dem Llrtillerieschießplaß bei Tegel begonnen, nachdem die Schieß- übung des (Harde-Feld=Artillerie-Regiments, DivifiMS-Ariillerie, vorgestern beendigt worden ist.
_ _ Der Großherzoglich mecklenburgische Gesandte am öster- reichischen Hofe, Geh.Legations:Ra1h von (Hamm, welcher vor einigen Tagen aus Wien hier eintraf, hat fich gestern früh von hier nach Leipzig begeben. '
„Breslau, 3. Juli. Die Cholera ist, wie am 1. d. M. amtlich durch den Königlichen Kreisbhyfikus Friedberg konstatirt wurde, auf der rechten Oderseite des Breslauer Kreises aus- gebrochen. In Laskowiß erlagen der Cholera bis iexzi 10 Per- sonen. Seitens der Behörden smd umfassende Vorkehrungen gegen die Verbreitung der Seuche getroffen. Besondere Auf- merksamkeit wird den die Oder )pasfirenden Schiffen und Holz- flößen zugewandtwerden, und soll zu diesem Behufe bei Steine, Breslauer Kreis, eine Kontrolstelle zur Untersuchung des Ge- sundheitszustandes der Schiffer und Flößer, welche von Ober- schlefien stromabwärts fahren, eingerichtet werden.
Ems, 2. Juli. Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland und Ihre Kaiserlichen Hoheiten die Groß- fürstin Marie und die Großfürsten Sergius und Paul haben Sich heute Nachmitiag nach Jugenheim zurück- begeben. Se. Majestät der Kaiser von Ruß and gedenkt noch bis zum 7. oder 9. d. M. zu verweilen. Zum Besuche des „Kaisers war gestern Se. Durchlaucht der Fürst von Wied und heute Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Sachsen hier anwesend.
" Bayern. München, 30. Juni. Der König hat sich heute, dern „N. K.“ zufolge, von Schloß Berg in der Richtung uber Steingaden nach Hohenschwangau begeben. .
_ Kommissionen
Hessen. Darmstadt, 30. Juni. (Fr. I.) In der heu- tigen Sitzyng der Zweiten Kammer kamen die Art. 49 bis 68 der Stä dte-Ordnung zur Annahme, und zwar wesentlich in der“ von der Ausschußmajorität vorgeschlagenen Fassung, soweit nicht einfach Annahme der RegierungSvorlage beantragt war." Bei Art. 49, welcher von den Geschäften des Bürgermeisters handelt, ward das dem Leßteren nach der RégierungSvorlage zu geben beabsichtigte Recht zur Beanstandung von Beschlüssen der Stadtverordneten auf die Fälle beschränkt, wo der Beschluß die Befugniffe der Stadtverordneten=Verfammlung überschreitet oder geseß- oder rechtswidrig ist. Zu Art. 19 hatte der Ausschuß seit der lebten Si ung einen eingehenden Antrag, welcher die Möglichkeit, den ürgerineißer in Ruhestand zu versehen, und die ihm zu gewährende Penfion behandelt, im Einverständnis; mit der Regierung ausgearbeitet. Dieser Antrag wurde im Wesentlichen angenommen. Hierauf wurde auf den aUSgeseyten Art. 31 zurückgegriffen und die Regierungs- vorlage, welche lebenslängliche Wahl des Bürgermeisters allgemein zuläßt, abgelehnt, dafür aber ein Amendement des Abg. Buff angenommen, daß bei einer wiederholten Wahl die Lebenslänglichkeir zuläsfig ist. Bei dem Art. 68, welcher über die Bedingungen der Aufnahme als Ortsbürger handelt, Wurde auf Antrag des Abg. Kuhl der Nachweis eines Referendums für unnöthig erklärt und weiter ein Amendement des Abg. Edinger angenommen, wonach durch Lokal-Staiuten ein neu eintretender Ortsbürger auf gewisse Zeit gegen Verzicht auf Almend-Genuß von dem außerordentlichen Einzugsgeld für die Theilnahme an diesem Genuffe entbunden werden kann. Angefügt wurde schließ?- lich noch auf Antrag der Abgg. Edinger und Buff die Mög- lichkeit der Ertheilung des Ehrenbürgerrechts ohne Beitrags- pflicht zu Lasten.
_ 1. Juli. Heute erledigte die Kammer die Art. 69 bis 117 der Städte-Ordnung und damit das ganze Gesch. Auch dieSMal wurden die Anträge der Majorität des Ausschuffes und beziehunchweise die Regierung-errlage. in der Hauptsache gebil- ligt. Hervorzuheben ist nur, daß bei Art. 88, der von der Er- hebung indirekter Abgaben handelt, ein Antrag der Abgg. Gold- mann, Edinger, Buff, Küchler und Heinzerling angenommen ward, wonach, Wenn die Stadtverordneten-Versammlung die „Aufhebung“ (im Gegensah ,von „Einführung“ oder '„Llende- rung“) indirekter Abgaben, wie Oktroi, Marktstand-Geld u. dgl., beschließt, die Genehmigung des Ministeriums nicht erfor- derlich ist, während der weitere Antrag dieser Abgeord- neten, schon hier gesehlich festzustellen, “daß über den dermaligen 510105 quo des Oktrois nicht hinachgegangen werden könne, namentlich mit Rückstrhi auf den von denselben Abgeord- neten selbständig gestellten Antrag auf völlige Beseitigung des Oktrois VW 1876 an, abgelehnt wurde. Bei dem Titel1711, „von der Einrichtung der städtischen Vcrfaffrmg mit kollegialischem Magistrat“, wurde bei Art. 96 in Konsequenz des zu Art. 31 Abs. 2 gefaßten Beschlusses auch hier beschlossen, daß nach Ab- lauf der ersten Wahlperiode die Wiederwahl des Bürgermeisters und der besoldeten Magi tratsmitglieder auch auf Lebenszeit er- folgen kann. _ Schließli wurde noch die Berathung der Lan d- gemeind e-Ord ming begonnen, und es kamen die Art. 1 bis 15 zur Verhandlung, welche nach den Ausschußanirägen und, was die Stimm: und passive Wahlfähigkeit beirifft, in Konformität mit der Städte-Ordnung angenommen wurden. _ Morgen kommt die Frage zur Verhandlung, ob der Land-Bürgermeister direkt oder, wie die Regierungsvorlage will, durch den (direkt gewähl- ten) Gemeinderath gewählt werden soll.
BraunfehWeig. 3, Juli. Der Kammer-Rath v. Pawel hier ist an SteÜe des in den Ruhestand getretenen Kammer- Direktors v. Lbhneysen zurn Kammer-Direktor ernannt.
Sachsen-Meiningen-Hildburghausen. M ein in g e n, 2. Juli. Der Herzog Georg wird zum 15. Juli nach Lieben- stein zurückkehren.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Juli. Prinz Luit- pold von Bayern, der Schwiegervater der Erzherzogin Gi- sela, trifft am 8. d. hier ein.
_ Die „Wiener Zeitung“ veröffentlicht den Ausweis der StaatsschUlden-Konirols-Kommisfion Über den Stand ders chme- benden SiaatSschuld. Demnach befanden sick) im Umlauf: 11. Nach den von der privilegirten Oesterreichischen Nationalbank geführten und überprüften Vormerkungen: Pariial-Hypothekar- Anweisungen und zwar: 3. auf Konventions -Miiuze lautend 12,650 fl., d. i. in österreichischer Währung 13,282 fl.; 1). auf österreichische Währung lautend 35,103,550 fl., zusammen 35,116,832 fl. 13, An aus der Mitsperre der beiden Kontrols- erfolgten Staathnoien, und zwar: zu 1 f]. 83,284,038 fl., zu 5f1. 125,495,785 fl., zu 50 fl. 168,103,050 ft., zusammen 376,882,873 fl. Im Ganzen 411,999,705 fl. Dem: nach haben die Partial-Hypothekar-Anweisungen um 1,762,250 fl. zugenommen, die-Staatsnoten um 1,761,883 fl. abgenommen, und somit ist die gesammte schwebende Staatsschnld Um 367 fl. gestiegen.
_ Das Weltausstellungsfest der Stadt Wien soll, wie das „Neue Fremdenblatt“ mittheilt, am 18. Llugust(dem Ge- burtsfeste des Kaisers und dem Tage der feierlichen Preisverthei- lung) stattfinden. .
_ 3,„Iult. (W. T. B.) Auf Grund authentischer Mit- theilung Wird betreffs der Nachricht, daß die Cholera hier aus- gebrochen sei, gemeldet, daß im Laufe der verflossenen Woche 4 Cholerafälle vorgekommen sind. Die von der Krankheit Er- griffenen waren Fremde, drei aus den infizirten Gegenden Ost- preußens, einer aus Turin. Drei der Erkrankten smd gestorben, einer befindet fich in RekonvaleScenz. Unter der hiesigen Bevöl- kerung find gar keine Erkrankungsfälle vorgekommen, und auch sonst ist der Gesundheitszustand "befriedigend.
_ Nach den vom „Telegraphen-Korrespondenz-Bureau“ eingezogenen Erkundignn en „entbehrt die Nachricht, daß der Kaiser getern den Hande = und den Finanz-Minister empfangen und dabei denselben größere Vorfirht bei Ertheil'ung von Kon- zesfionen und strenge Ueberwachung der bestehenden Finanzinsti- tute anempfohlen, sowie daß der Handels-Minister in Folge der ihm gemachten bezügli en Vorstellungen seine Demission ange- boten habe, aller und Wer thatsächlichen Begründun .
Graz, 2. Juli. Der Kronprinz hat fich nacZ Voitsberg begeben, um die Kohlenwerke zu befichiigen.
Pesth, 2. Iult. Im Oberhaus e wurde gleichfalls nach „VerlckeIsung des Königlichen Reskriptes die Vertagung aUSge- pro en.
„ Schweiz. Bern, 3. Juli. (253. T. B.) Der Re- gierungs Rath Vautier und Degrange veröffentlichen in dem „Bund“ die Erklärung, daß fie bereits seit drei Monaten aus dem Verwaltungsrathe des „()réäit 10110er 8111888“ auSgetreten
- seien.
Großbritannien und Irland. London, 2. Juli. Der Schah von Persien hat seimn Aufenthalt in England bis zum Sonnabend, den 5. d. M., verlängert. Den gestrigen Tag widmete derselbe der Besichtigung der SehenStvürdigkeiien Londons. U. A. besuchte der Schah den Westminsterpalast Und wohnte darauf den Sißungen beider Häuser des Parlaments an. Dann nahm er die Weftminster-thei in Augenschein. Die Reise *von PortSmouth nach Cherbourg wird der Schuh an Bord der franzöfischen Dampf-Yacht „Hirondelle“ zurücklegen.
_ Der Großfürst-Thronfolger von Rußland und Gemahlin haben sich in Begleitung des Prinzen und der Prinzessin von Wales zu einem mehrtägigen Besuche der Königin nach Schloß Windsor begeben.
_ Die offizielle „London Gazette“ vom 1. d. M. enthält eine Bekanntmachung der Kommissare für die Tilgung der Nationalfehuld, wonach die Summe von 1,396,580 Lftr., als vierter-Theil des Ueberschusses der Staatseinkünste über die AuSgaben während des Finanzjahres 1872/73 in dem am 30. September 1873 endigenden Quartal zur Tilgung dcr Staatsichuld zur Verwendung kommen wird.
_ Vom Cap der guten Hoffnung bringt der Post- dampfer „European“ folgende bis zum 5. Juni reichende Nach- richten: Der Gesehentwurf zur Errichtung einer Universität am Cap hat im House df Affembley einstimmig die zwite Lesung pasßrt. Gleichzeitig hat das Haus auck) die Vorschläge des Mi- nisteriums, welche dteAusgabe von 26,000 Lstr. fiir die Ein- wanderung gelernter Handwerker für Kolonialbauten autorisiren, genehmigt. Die Eisenbahn-Bills waren zur Annahme gelangt, und die Regierung wurde auiorifirt, Kontrakte zu schließen, wenn fie es für geeignet halten sollte, die Bahnen nach Wor- cester und Bushmans River mit größerer Schnelligkeit herzu- stellen. _ Gerüchtsweise verlautcte, daß in Lehdenberg ein 5 Pfund schwerer Goldklumpen gefunden worden sei, aber späteren Berichten zufolge smd die Ausfuhren auf den neuen Goldfeldern nicht sehr glänzend.
Frankreich. Paris, 2. Juli. Die konstituiionellen Gesehe find bis auf den zweiten Monat nach den Ferien ver- tagt worden. Wie „Bien Public“ erfährt, soll aueh die Dis- iusfion iiber die Reorganisation der Armee wegen augenblicklich nöthiger Ersparnisse bis zum nächsten Jahre verschoben werden.
_ In der Nationalversammlung wrirde heute ein Zusahanirag des Herrn Cazenove de Pradine zu dem Geseheiit- wurfe, der die Erbauung einer dem 530cm 006111' geweihten Kirrhe in Montmartre zum Gegenstand hat, eingebracht. Derselbe lautet:
„ „Die Versammlung, fick) dem nationalen Aufschwung des Pa- trioiiStnus und des Glaubens anschließend, dessen Ausdruck die Kirche von Menimaire sein wird, wird bei der Grundsteinlegung durch ein* 0115 50 Mitgliedern bestehende und in öffentlicher Sitzung dnrch Listenskrutinium ernannte Deputation vertreten sein.“
_ Am 6. Juli wird der Dampfer „FÉnelon“ von Havre nach Neu-Caledonien abgehen. Aus demselben sollen eth 500 Frauen, von Deportirten„1md 75 Kinder befördert wer en.
_ Das EvolutionS-Geschwader in Cherbourg, welches den Schah von Persien an die französische Küste geleiten Wird, ist von dem Vize-Admiral Reynand befehligt und besteht aus den Panzer-Fregatten „Ocean“ und „Suffrenne“. den Panzer- Korvetten „Reine-Blanche,“ ,Thetis“ und „Armide,“ aus der Yacht „Rapide“ und den Avisodampfern „Hirondelle,“ „Colignr)“ und „Renard,“ im Ganzen uns 9 Schiffen.- _ Das Programm der Festlichkeiten ist nunmehr, wie folgt, festgestellt. Sonn- tag: Großes Diner und Nacbtfest in Versailles; Dienstag: Gala- Vorstellung in der Großen Oper; Donnerstag: Große Revue in Longchamp; Sonntag: Wettrennen ebendaselbst und Nachtfest mit Illumination und Zapfenstreich; den folgenden Dienstag eridlich Soirée im Elysee; in der Zwischenzeit wird der Schah die Sehenswürdigkeiten bon Paris besuchen.
„ _ Der Vertrag, welchen die französische Republik m1t dem Königreich Birma abgeschlossen hat, [(WM in der Ueberseßuug des vom „Journal des WWW“ veröffentlichten franzo 1schen Textes, wie folgt:
„„ er Praiideni der französischen Republik und Se. Mmesiatpder König der Birmanen wünichen zwischen Frank- reich und Birma Freundscbafis- und Handelsbeziehimgen anzuknupfen, Mit dem Vorbehalt, fie nöthigenfalls durch den Abschluß nachträglicber Arrangements zu befestigen und auszudehnen. Sie haben in dieser Abfichr_zu Bevollmächtigten ernannt: Der Präsident der französischen Republik, Herrn Charles de Remnsai, Minister der ausw.".rtigen An- -JJ[CJ_€U[ckM€U 26- T€., Se. Majestät der König der Virmanen seinen Boiichafter Ferrit Mengyee Maha Saythor Kenwovn Mengyee; urid haben slch„dte1e,_ nachdem ihre Vollmachten überreicht und für richtig befunden, uber folgende Artikel verständigt: _
„ AMK! 1- Die Franzosen können in Birma und die Birmanen 111 Frankreich xmgehmdert wohnen, reisen, Handel treiben, Grundstücke kaufen, Verkaufen, ausiiußen, Bauten errichten, Lilies unter Beobach- tung dk? LUUdesJLsLßL; Sie genießen allen und jeden Schutz für ihre Familie und ihr Eigenthuni, sowie alle Vortheile und Privilegien, “Welche die Angehörigen der meistbegünstigien 91-1tion genießen oder in Zukunft genießen werden. Die französischen Miifionäre erhalten in Birma dieselben Vorrechte und Jmmunitäten wie dieMi1fioniirejeder anderen Nation. Die Franzosen, welche Birma im wissenschaftlich, geographischen, nai11rbisiori1chen Interesse oder aus anderen Grunden bereisen, erhalten von den birmanischen Behörden jeglichen Beistand, dessen fie iiir den Erfolg ihrer Unternehmmigen benöthigi sind. „Uni- gekehrt genießen die Birmanen m Frankreich dieselben Vergunsti- .gun en, „ 8Artikel 2. Die Waaren, Welche die Franzosen naeh Birma 1111- poriiren und von dort exporttren, sowie die Waaren, welche die Bir- manen nach Frankreich iRivortilM oder von dort exporiiren, zahlen keine andere und höhere Abgaben, als wenn „fie durch die Land sem- “1vohncr oder Fremde, Welche der meistbegimstxgien Nation angehören, “imporiirt oder exporiirt wiirden. Die birmmm„ch_en Produkte genießen in Frankreich und die französischenin Birmg dte1elbe Behandlung als ähnliche Produkte der meistbegunstigien Nation. „ „
Die birmanische Regierung, in der Abstrht d c Enthckelung der Handelsbeziehungen zwischen Frankreicl)„und BZMU zu ermuntern, ver- Ylickset fick), von den Taufchariikeln keinerlei 3011 zu e„rheben„F besten
eirag 5 pCt. ihres eigentlichen Wcrihes uberjiergt. Vtach erexiung des Eingangszolles sind die Waaren, in welche Hande fie auch nrcr- gehen, in Birma Weder einer Steuer noc!) sonstigen Belastung mehr unterworfen. . . „
Artikel 3. Beide Regierungen zuerkennen fich gege„xiseli1g das Recbi, einen diplomatischenAgenien zu halten und Koniularraihe eder Agenien und Bevollmächtigte dort zu ernennen. wo das Jutereßc ihrer chiio- nalen es erheischt. Diese Agenten können ihre Landesflagge aufhtssen und genießen für ihre Yersonen wie in Ausübung ihres Amtes den- selben Schuß, dieselben. „ orrechte und Jmmuniiäten,_1velche den ngerxien
leichen Ranges der metstbegünstigten Nationen zustehen oder in Zu- Yunst zustehen werden,
Artikel 4. Die birmanische Re ierung, Welche den Wunsch hegt, die Niederlassung von Fra„nzoie„n in irma nach Kräften zu erleichtern, verpflichtet sich, bei Streitigkeiten yon Franzojen untereinander nicht einzuichreiien, deren Aburtheilung vielmehr dem „franzoiiichcn Konsul zu überlassen. Dagegen werden Streitigkeiten ztmfcben Franzosen und Birmanen durch ein gemi1chies Tribunal erledigt, dzis aus dem Korxsul und einem hochgesteliten birmamichcn Beamten zu1ammenge1eßi Wird.
Ariikel 5 Falls ein Franzose in Birma oker_cin Birmane in Frankreich mit Tode abgeht, wird seine thterlassrnichafi den Erben zugestellt und in Ermangelung folchrr dem Konsul feiner Nation, mit dem Bedixlg, sie den erechtigien zukommen zu lassen.
Artikel 6. Gegenwärtige Konvention hai Rechtsverbindlickikeit von einem laufenden Jahre zum anderen, so lange nicht eine der beiden Regierungen der anderen, ein Jahr im Voraus, ihre Absicht kundihut, die Gültigkeit des Vertrages aufzuheben. „
Der Vertrag soll spätestens in Jahresfrist womöglich aber früher raiifizirt und die Ratifikationen ausgetau1cht werden. Von dem Mo- ment dieses Austauschs an tritt er 111 Kraft. _ „
Zur Beglaubigung haben die resp. Bevbllmxzchirgten gegenwärtige Konvention unterzeichnet und ihre Siegel beigedrizckt.
Gegeben in doppelter Ausfertigung zu Paris, 24. Januar 1873 = 2416 buddhistischer Zeitrecbnung -und 1234 vulgärer Zeiirechuung, 11. Piaiho des abnehmenden Mondes.
(11.8) Remusai. (K. Z.) Mengyee Maha Saythor. _ Kenwoon Mcngyee. Die Abichri 1 “be laubigt: „ _ Der iiniZter der auswärtigen Angelegenheiten. Vroglie.
_ 4. Juli. (W. T. B.) In Betreff der bereits gemel- deten Einführung von neuen Steuern hat die Handels- Kommission die Steuer auf Seife und Stearin sowie auf Pflanzen- und Mineralöle votiri, wobei die entsprechenden Aus- fuhrprodukte von jeglicher Auflage befreit bleibet) sollen. Die Kommission hat ferner nunmehr beschlossen, emen Zoll von 10 Prozeni auf Krystall-, Glas:, Porzellan- und Fcryenre- waaren und von 5 Prozeni 03 731012211 auf Gewebe, forme eine Erhöhung der Zeitungssteuer zu beantragen. _
Italien. Rom, ]. IUli. Der Prinz Napoleon und die Prinzessin Clotilde find gestern von Mailand nack) Genua abgereist. Der Kronprinz Humbert begleitete dieselben bis an den Bahnhof. _
_ 3. Juli. (W. T. B.) In Beireff der Neubildung des Kabinets verlautet noch, daß das Ministeriunx der Justiz Pesanelli angeboten werden soll, dessen Ankunft aux eme bon Minghetti an ihn ergangene Einladung heute hier erwartet Wird. Biancheri soll erklärt haben, daß er ein Portefeuille nicht über- nehmen werde. Der frühere Minister-Präfident Lanza unter-
stüßt die Bemühungen Minghetti's, den Minister des Llchrväriigen ViEconti-Venofta zum Verbleibex im neuen Kabinet zu bewegen.
Die Nr. 17 des Nrmee-Verorbnungs-Vlaiis enihäli Generalsiabs-UebrMJSreiscn im laufenden Jahre. __„ Rekruicnemstelz lung pro 1873/74. _ Bekanntmazlmng der Lebensber]icherungs-Ansialr fiir die Armee und Marine. _ Jmianzemvxg bei Einreichung der Listen der zur Lnndwehr-Dienstauszeicbnung rrrmschlagenden „Offiziere 2c. des Bcurlaubrenstandes des Gnrde-Corps. _ Berirbtigung eines beim DME des Militär-StrafgeseßbuÖS fiir das_Dquche Reich _vom 20. Juni 1872 borgekommenen Versehens. _ Reiie- und Umzugskoiien-Kompefenz der Truppen-BiicbsemnWer resp. dcr .Hrilfsrebi1oren. _Vergritungssaße für Brod und Fourage und Vergütinigsbreis fiir den aus preugiichen Magazinen an Kadetten-Nnstalien verabreichten Rongen pro 11, Semener 1873, _ Ablieferung von Meising_au die Gewebrxabriken. _Bekanni- machung der Termine zum Verkauf ausrnngtrierDienstpferde. _ Extra- ordinäre Verpflegungszuicbiisse pro _111. Quartal 1873. _ Recherche nach dem Verbleib eines bermißten Soldaten.
_ Die Nr. 27 des „Preußischen Handels-Arcbivs“ hqi folgenden Inhalt: Geießgebyng: Belgien: Geieß, betreffend die Checks, sonstigen Zahlungsanwmiungen und Realanerbietungen. _ Ans- hebung des Vieheinfuhrberbots iür Norddeutschland und R11 land. _ Spanien: Verordnung, betreffend den Schmuggell)arzdel„._ _ 3in„land: *Umrechnnn der fremden Schiffsvermes1ungen m Finnqche Lasten. _ Statisti : Deutsches Reichs: Uebersicht des Telegravhenverkebrs des Deutschen Reichs in 1871 und 1872. _ Sachsen: Jahresberichi der Handels: und Geiverbeknmmer zu Dresden fur 1871. _ Groß- briiannien: Jahresbericht des Koniulats zu Singapore fiir dIs Jahr 1872. _ Türkei: Jahresbericht des Kensulais zu Aleppo fur 1871. _ Rußland: Jahresbericht des Komulais zu Ny Karleby„ für„1872. _ Frankreich: Der Handelsverkehr und dze„Sch1ffahrtL[lgiers 111 den Jahren1872, 1871 und 1862. _ Vereinigte Staaten „„Von Norr- amerika: Jahresberichi_ des Koniulats zu Cinemnati fur1872, _ Mittheilungen: P01en. Siralmnd. Stettin. Aliona. Odessa.
_ Jm Verlage der Königlichen Geheimen Ober-Hokbuchdrnckere (R. b, Decker) erschien soeben das Conrsbuci) der „_Deut1chen Reicbs-Post-Verwaliung, Juli1873, [. beiheilgng, eni- l)altend die Eisenbahnen in Deutschland und der osterrexchiich-ungari- “chen Monarchie und Uebersicht der bestehenden RundreM-Toyrenrui Hingabe der Billeipreise, bearbeiiei mr Cbursbureau des Kaqerlichen General-Postamts. Dasselbe umfaßt die bis znm1.„JUli eingetretenen resp. mit demselben Tage eintretenden Nenderungexz in „dem Gange der Ci enbahnzüge. Abtheilung _11., Juli, enthali die bedeuienderen Eisenbahnreuten in "Euroba, außer Deuiichland und Oesterreich, ferner
estverbindungen in Deutichland und den angrenzenden Landern, Dampf- Yiffcourie; Reisetouren zwijcbeymebreren Hauptorten Europas, Ver- zeichnis; dcr Bade- Und Kurorte 1x! Derziicblgnd und „den angrenzenben Ländern nebst Nachrichten über dieReUeverbmduyg dieser Orte, „Re1_1„e- tou en zwischen Berlin und den bederrienderexi Badebrien, Tarif sur Courier- und Extrapox'tcn,„ Wegemajzx', Munzvergleichungs - Tabelle, Zusammenstellung der Bestimmungen uber Benußung der Telegraphen- linien und Gebührentarif 2c. Betgegebcn sind 2 Karten.
Statistische Nachrichten.
Berlin. Die unter dem Protektorat Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des „Kronprinzen stehende Yaruch- Auerbachscbe Waisen- Erziehungsanstalt fur 1„1idische Knaben hat für das Jahr 1872 ihren 40. Jahresbericht v.?r“ öffentlicht. Die Anstalt wurde am_30. VLAN 1833 m„1_t 4 Zeg- 1ingen eröffnet und zählte im verfloßenen Qa1)re_ „50 Waiieuknaben Und 20 Waisenmädchen. Im Ganzen h_aben Mit dem Bestehen der Anstalt 194 Zöglinge in dcrielben Ausnahme, Verpflennng und Erziehung erhalten. In diesem Zeitrqum smd 223,831Tl)1r.ve„r- ausgabi, 191,067 Thlr. Vermögen gejamrnelt und 7371 Thlr. in einem Sparkassenbuck) als Eigenthum der nglmge niedergelegt. Die Anstali hat am 11. Februar 1). I. die Jghrzert ihres im Jahre 1864 verstorbenen Begründers und ersten Vorstehers, Herrn Baruch Auerbach, gefeiert. „ „
_ Aus dem Regierungsbezirk Potsdam (bbne Berlin) wanderten im Jahre 1872 1433 Per1bnen aus, 1068 11111, 365 ohne Entlasungsurkunde. Davon Waren aus „deri Kreisen Prenzlmr 641, Angermünde 228, Templin 133, Qst-„Prregmiz 122 Weit-Yriegmh 200; die übrigen verflieilcn sich aus die anderen„9_ reise. Von den 1068Answanrcrern gingen 1051 naeh den Vereinigten Staaten von Nordamerika. „ „
_ Uebersicht von den Vchaliuan-Reiultaten der standis chen Siädte-Feuer-Sozietät der Kur- und Neumark, der Niederlausitz und der Acmtcr Senftenberg und Finster- w alde, in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1872.
]. Versicherungssummen: Am Schlusse des Jahres 1872 beim- gen die Versicherungsiummen für Gebaude ]; lelssc 59,422,600 Thlr., ][. Kla se 41,210,700 Thlr., Ul. Klassk 7,953-300 Thlr., 17. Filaße 1,900,9 0 Thlr., in Summa 110,497550 „Thaler. Der Abschlux; Y,“) 1871 ergab nur 105,418,375 Thlr. Die Versicherungen haben 11ch daher im Jahre 1872 vermehrt nm_ 5j079“175 Thlr. und Zwar !" Kla e 1. um 3,563,575 Thlr., 1„n Klassse [. um 1,122 450 T)lr., m Kla e 111, um. 347,150 Thlr., m„ .Kla1 117-„um 46,960 „Thlr.. find wie borsteht ,5,079,175 Thlr. Die in den obigen 110,497,.)50 Thaler
mi:c;.ih.1[iene beitrangflichtige Fälite der Versicherupgsiummen für Kirchen und Thürme beträgt 1,3" 5,500 Thlr.; dazu die nach den Be- stimmungen des Reglements beitragsfreie Hälfte dieser Versickierungen, mit 1,325,500 Thlr.; ergeben sicb 2651000 Thlr.“. (113 Gx1ammi- VCTFZÖFMWUMM der Kirchen und Thürme am ““ck-Muffe des Jah- res '. -
11. Brand- und Blißichäden. Die Zahl der von der SoZieiät zu vergüicnden Brandschäden belief sick) auf 158. Es fanden takt: 73 Sehndenfeuer im 1. Semrster und 85 im 11. Semester, und wur- den von denselben in 81 Städten 465 Gebäude betroffen. „Von den 158 Schadenfeuern sind 2 dUkck) „Gewitter verursacht, 3 voria811ch„„an- gestiftet und „4 durch Fahrläffinxert herbeigeführt worden. In 2 Fgllen war fehlerhafte Bauart die Uriache des Brandes, und in 130 Fallen sind die Entstehungsurich-n de_r Brände bis jeizr unermitieli geblieben. Wegen der übrigen 17 Falle ichweben noch die Uniermchungs-Ver- handlungen. _ „„ „ _ _
111. Schadensberguiungen, Prgtxnezi Und Kosten. Aus Anlaß der veraufgefiibrten Brand- und Blitzich)_ad„en find iestgeießi: _4. An Vergütungen in der 1, Klasse fur Totalicbaden 5700 Thlr., für Par- tialicbäden 22,625 Thlr., 3u1amrrzen 28,325 „Thlr.; in der 11. Klasse für Toialschäden 26,075 Thlr., inc Parxialxrbaden 24,198 Thlr., zu- sammen 50,273 Tblr.; in der 111. Klam: „sur Totalick)ären 24,200 Thlr., fiir Partialschäden 27,954 Thlr., zuminmen „52,154 Tblr.;„_ m der 17. Klasse fÜr Toi*al1ckäden15,425 Thlr., fur„Pnriia11_ch._1den 4767 Thlr., zusammen 20,192 Thlr., m Summa _iur Trialxchadexr 71,400 Thlr., fiir Pariialichäden 79.545 Thlr., zu1ammen 150.945 Thlr. ]3. An SPriZen- und Wafferwagenprämxen 1385 Thlr. 0. An Schadenabschäßungskosien 745 Thlr., SninUta„r0F. 153,076 Thlr. .
17. Beiträge der Theilnehmer der Sezteiai. Nack) Maßgabe des Bedarfs Wurden folgende „Beiträge aqueWrreben: vom Hundert der Verstcherungs1umme ]. Klaise pro [. Semester_1872 8 Pr., pro 11. Semester 1872 1 Sgr., zuiammen 1 Sgr. 8 Ps.,„ll. Klasse pro 1. Semester 1872 2 Sgr., Pro 11. Semester 1872 YOU, zusammen 5 Sgr., 111. Klasse pro 1. Semester 1872 4 ““S-gr. 8 Ps., Pro 11. Semester 1872 7 Sgr., zusammen 11 Sgr. 8 Ps., U. Klasse prx) 1. Semester 1872 9_Sgr. 4 Pf., pro 11. Semester 1872 14 Sgr., zummmen 23 Sgr. 4 Ps.
Kunst und Wiffenschqftz __
_ Grundzüge und Beikräge zur 1y1ienzai11chen Be- handlung der Re[igionspoliiik im De11t1ch_en Staake von Theodor Körner, Geh. Regierungs-Rail), Berlin„1873, Carl Hey- manns Verlag. Dcr durcki verschiedene staatsrechtliche Schrisien be- reits bekannte Verfasser unierwwfr in dem vorliegenden BW) „111 An- kniipfung an die Bewegungen auf kirchlichem Gebiet die hier ein- [cblcigenden Fragen von „eineni objektiven, jede Partei:)ahme „rind ein- ieitige Konfessionalitäk aus*!cbließenden Siandpunli aus„ einer Erbrterung, in welcher auch die preußischen neuen Kirchengeßße eine Stelle finden. Der Inhalt der Schrift isi ].. ein allgemeiner iheoreti1cher_Tbe11„:„Bon Religion und Glauben, von der Politik._bomStaate,l)ist_ori1ch-bb„11i11cher Rückblick" (das aposioliixhe, katholisbe, Proteiianfi1che Zeitalter); 11. ein besonderer praktiicher Theil: 4. Die Religionsgexelmchaften im Ganzen nacki ihrer politischen Siellng (Kaihcxlizismus, Neu-Ka- iholizismus nach seinem Dogma der PabstlichenUnfehlbarkeit, Grund- sätze der Staatspoliiik der Religionsge1ell1xb§iii gegeniiber,„ Preiestgy- risinus, Judaismus), 13. einzelne Gegeiijianbe „der RellYonZPOlltlk (das geistlirhe Amt, die Familie und „die Religion, die Schulennb die Religion, die Kultusform in peiitinher Bezirhrmg, ben Klöjierr), geistlichen Orden und KOUJWJÜÜOULU, die religiöse Toleranz). Die Schrifr ist als Gedächtnisschrifi zur vierten Säkularfeier des Geburts- tags von Nik. Copernicus erschienen Und dem Copermeus-Verein für Wissenschaft und Kunst zu Thorn gewrdmei.
Breslau, 3. Juli. Das 3. allgemeine Fest des Schle- sischen Sängerbundes findet in dreiem Jahre „111 Brieg starr und zwar am 26., 27. und 28. Juli („_ Zur Unterbrmgnng der zahl- reich angemeldeten Sänger Wilen Mnswnquartiere eingerichtet werden.
_ Jn Lima wurde am 3. Mai eine yon Herrn José Antonio Garcia r) Garcia begründete Elementarichu e, die von einem Preußen, Lehrer Klöckner aus Bremm an der Mo1el gleitet xvird, durch den Präsidenten der Republik Manuel Pardo feierlichit eröffnet.
Breslau, 3. Juli. Ueber kiZ-L neues Meteor gehi der „Schlei, Ztg.“ aus Creuzburg folgende Nachricht zu: Gestern, den 30. Juni, Abends 10 Uhr 40 Min1rtcn,_ Capella hatte bereits unten kulminiri, _ wurde hier ein glänzendes Meteor ge1ehen. Eine Fenerkugel ben der serbsfachen Größe der_Venus, röihltch-gelb, oval, mit hellerem Schweif, bewegte sich [angiam vom unteren Theil des linken Flügels des Schwanes, vom Stern “ yarallcl „mit dem Meridian und der Linie, welche ;? und a des Pegajus verbindet (vom Schenk zu Sirra)
._ also nach dem Kopfe der Andromeda. Die Höhe der von Süd nach
Nord sich bewegenden Erscheinxmg iyird auf 30 Grade iiber dem. Horizonte gesibäizi, so hoch und m derielbeti Gegend, wic Venus am M0rgenhimmel um etwa „3 Uhr 30 Minuten fich befindet. Da Albicro im Schwan und 5 M der Andromedir durck) Gebäude verdeckr waren, so konnten Ylnfatig urid Ende der „Cr1ckeinm_m„nich_t frei beob- achtet Werden. Die in einer 1chwach„gc1chlanqelien Linie sick) beWegcnde Fenerkugel berschWand, nachdem sie in vier Sekunden etw.] 40 Grade Passier hatte, hinter einem gegen „Nordost ganz m der Nähe des Beob- achtcrs stehenden hohen Gebaude.„ _Eme envaige Theilung des Meteors ist nicht beobacbici, ein Geräuicb oder eine Detonation nicht vernommen worden.
Graz, *2.J111i. Ein großer Wolkenbrucb ist heute im Mürz- thal niedergegangen; die Pfarrkirche von Trosßiach wurde durch Blixz beschädigt. Bei St. Lorenxen „find drei Mcii1chen verunglückt. Die Saaten haben iiberall empfindlich gelitten.
London, 2. Juni. Jm Smithsonian JnsriiUi traf am 14Junj ans Ann Arbor, I)iichigan, die Nachricht ein, Professor James C., Watson daselbst haberinen neuen Planeten „enideck1.„ Derielbe ist ein Planet elfter Größe, in 17 'Yiunden 16 Minuten iudlicher LlsZen- WU und 21 Grad 43 Minuten iüdlicher Deklination und zeigte eine xchnelle Bemegung nach Norden.
Belluno, 2. Juli. (W. TV.) In Nlpago 'baiein heftiges Erdbeben stattgefunden. __ “Ju Ja_„rr_a haben sick) heftige bulkani. sri)? Eruptionen mit Llycheimnswnrsen gezeigt,
_ Ueberdas E r d b eb 9110010th am 29. dM. dastwrdöstlick)eJt a : lien und namentlich einige„Provinzen des Benetiani1chen betroffen hat, liegen heute folgende Nachrichten vor: _ „ „
Das „Giornale di Padova“ bringt folgende Mittheilung des dor- tigen Observatoriums: „Heute früh m31 4 Uhr 581 Mm, etwa Wurde eine sehr heftige und lange Erderichutternng bcrjpurt, Welche nacb Einigen etwa 4 Minute, nch Anderen viel langer gedauart [ckM- Während des Phänomens lauteten viele Klingeln 11310 „auf dem Observatorium blieben fiinf Pendelubren stehen,„ das eriie um 4 Uhr 58 Min. 3 “Sek.," das 101510 um 4 Uhr 58 Min. 47 G.Sk- Jn den aufeinanderfolgenren Schwankgngen war die anulaiori (he Form die vorherrschende mit deutlicher Richinnx; bon OSO nach NW: aber wahrscheinlich gab es auch 111111de fubibarc „Schwankungen in anderer Richtung und wohl auch veriikqle. Dres laßt sick) vermuthen aus den etwas unklaren Angaben des SetSnzographeir und „aus der Thatsache, daß die Scbivingungsebenen der stehen “Nikbeqen .Péndel Wr. „„.,- ichiedene iind, indem eines vbn O mib"? "_, .ZWU von NRW S, ein viertes von OSO nach WNW, das sunste von NNO „na SSW
wmg .“ _ „ , „ Aehnliche Nachttcbien smd aus Padua eingegangen. Jn Tre- viso und Belluno und Umgegend smd zahlreiée Hämer eingestürzi und viele Einwohner unter den Trummern ums Leben gekommen.
Landwirthsthaft.
_ Das soeben „gusgegebene 7,Heft (17. Jahrg.) derGeorgika, Monatsschrift fur Laxrd'uzkirthschast u_nd einichlagende Wii 1" ens ck affen, unter Mtimtrkung einer größeren Zahl von Prak- tikern nud Farbgelehrien, beraUSJegeben vpn 1)r„. Karl Birnbaum, Professor fiir LWÖZVlÜYschqst an„ der Universität zu Leipzig, (Verlag von Heinrich Schmidt 111 Leipzig) hat folgenden Inhalt: Ueber