Rei 3 aben 1 nach den jeßt anfgesteiTterr Einnahnreweisen im ecrhftmli) HalLCjHahr d. I. erheblich gunstiger, ais tm eyt- sprechenden Zeitraums des Vorjahres gestaltet. Die Sollem- nahme iämmtlichcr in Betracht kommenden Abgabcxizweige' be- Trägt 46,856,779 Thlr. gegen 37,507,459 Thlr. im Vorjahr, zeigt also eine Zunahme von 9,34'9,320 Thkr. oder 24,9 Proz. Werden von derselben die für gemeinschaftliche Rechnung gezahl- ten Bonjfikationen in Abzug gebracht, welche sich guf 2668764 Thlr. gegen 1,176,847 Thlr. in 1872 beliefen, fo ergiebt fichf11rdas laufende Jahr ein Rcincrirag von 44,188,015 Thlr. und „gegen das Vorjahr cin Mehr von 7 ,857,403 Thlr. oder 21,9 Proz. ervon ent- fallen auf die einzelnen Steuerzweige: Zölle 233357511 Thlr. (mehr 4,183,206 Thlr. oder 21, Proz.), Rubrnzuckersteucr 5 847,907 Thlr. (mehr 2,489,881 Ter. oder 74„ Proz.), Salz- ßiucr 4,760,323 Thlr. (mehr 106,400 Thlr. oder 2,3 Proz.), Tabak- steuer178,958 Thlr. (weniger 34,531Thlr. oder 16,] Proz.), Brannt- weinsteuer 7,192,382 Thlr. (mehr 681,290 Thlr. oder 10,5 Proz.), Uebergangsabgaben von Branntwein 10,171 Thlr. (mehr 4336 Thlr. oder 74,3 Proz.), Bransteuer 2,697,663 Thlr. (mehr 389,778 Thlr. oder 16,9 Proz.), Uebergangsabgaben von. Bier 143,100 Thlr. (mehr 37,043 Thlr. oder 34,9 Proz.) "Die auf gemeinschaftlicbe Rechnung gezahlten B'omfikatwnen fur expor- tirien Zucker, Tabak, Branntwein smd im laufenchn Jahr Zrl)rb- lick) höher, als in 1872 gewesen, und kommt bierbst hauptsachlich die Mehrausfuhr von Rübenzuckcr und Spiritus in Betracht, Die Bonifikationen an Rübenzuckerstener betrugen 816,209 Thlr. gegen 435,57 2 Thlr. in 1872, die an B1an11tweinstener 1,805,610 Thlr. gegen 710,859 Thlr. in 1872. Bei de11 iibrigeri Steuer- zweigen beliefen fick) dicse Vergütigungcn: bei den Zoilen auf 10,511 Thlr. (1872: 5485 Thlr.), bei der Salzsteuer auf 1007 Thlr. (1872: 1317 Thlr.), bei der Tabaksfteuer auf 26,661 Thlr. (1872: 17,446 Thlr.), bei der Brausteuer auf 8760 Thlr. (1872: 6168 Thlr.).
Die einzelnen Bundesstaaten waren 1111 der oben nachge- wiesenen Solleinnahme für daSrrste Haibwbr d. I. folgender- maßen betheiligr: Preußen mrt 31,217,9'07 Thlr. (1872: 25,094,959 Thlr.), niimlich: Ostpreußen 11111 1,123,230 Tlilr. (1872: 903,480 Thlr.), Westpreußen mit 1,104,890 Thlr. (1872: 923,576 Thlr.), Brandenburg rnit 4,166855 Thlr. (1872: 3,438,936 Thlr.), Pommern mit 1,931,162 Thlr. (1872: 1,559,362 Thlr.), Posen mit 1,463,740 Thlr. (1872: 1,224,173 Thlr.), Schlesien mit 3,906,264 Thlr. (1872: 2957662 Thlr.), Sachsen mit 5,916,143 Th1r. (1872: 4,204,192 Thlr.), Schles- wig:Holstein mit 932,326 Thlr. (1872: 835,509 Thlr.), Han- Uover mit 2590823 Thlr. (1872: 1,877,418 Thlr.), Westfalen mit 1,571,911 Thlr. (1872: 1,279,888 Thlr.),lHeffexi-Naffgu mit 1,514,295 Thlr. (1872: 1,187,718 Thlr.), die Rhempwvwz mii 4,996,269 Thlr. (1872: 4,703,043 Thlr.); sodann: die Hohenzoilernschen Lande mit 24,167 T1,[r. (1872: 23,342 Ti]1_k.), Lauenburg mit 15,487 Thlr. (1872: 15,970 Thlr.), dre Kaner- 1iche11 Haupi-Zollämter Lübeck mit 167,560 Thlr. (1872: 149,946 Thlr.), Bremen mit 280,153 Thlr. (1872: 202,780 Thlr.), Hamburg mit 696,856 Thlr. (1872: 494,167 Thlr.); endlich: Bayern mit 1,906,855 Thlr. (1872: 1,964,500 THF,), Sachsen mit 3,186,365 Thlr. (1872: 2,669,466 Thlr.), Wuri- Temberg mit 877,754 Thlr. (1872: 820,42] Thlr.), Baden mr_t 1,319,439 Thlr. (1872: 1,319,203 THW), Hessen mit 901,655 Thlr. (1872: 688,216Thlr.), Mechle11bnrg-Sch1verin und Sireltß mit 303,508 Thlr. (1872: 265,445 Thlr.), Sachsen-Wetmar mit 148,998 Thlr. (1872: 109,17?) Thlr.), Oldenburg mit 349,846 Thlr. (1872: 146,967 Thlr.), Braunschweig mit1,007,761T[)1r. (1872: 549,026 Thlr.), Sack1sen-Mei11ingen mit 221,000 Thlr. (1872: 185,287 Thlr.), Sachsen-Aitenburg mit 104,439 Thlr. (1872: 93,475 Thlr.), Sachsen-Eoburg-Goiha mit 119,133 Thlr. (1872: 105,310 Thlr.), Anhalt mit 949,842 Thlr. (1872: 673,519 Thlr.), Sck1warzb11rg-Rudolstadt mit 52,364 Thlr. (1872: 43,354 Thlr.), Schwarzl)urg-Sondershausen mit 18,661 Thlr. (1872: 19,035 Thlr.), Reuß 11. L. mit 11,295 Tür. (1872: 8995 Thlr.), Reuß j. L. mit 67,029 Thlr. (1872: 66,010 Thlr.), Elsaß:Lothrin“gen mit 2,578,314 Thlr. (1872: 1,651,915 Thlr.). Den vorstehcnden Beträgen treten sodann noch die im (HW herzogthum Luxemburg aufgekommenen, mit dem Reiche gememschafilichen Zbile Und Stenern mit 330,438 Thlr. (1872: 146,977 Thlr.) hinzu.
_ Der General-Lieuienani, General 11 111 511118 Sr. Ma- jestät des Kaisers und Königs und Commandcnr der Garde- CavaUerir-Diyifion Graf von Brandenburg 11. ist v0_n seiner Urlanbreise nacl) Domanze in Schlesien, und der Major und etatémiißige StabSoffizier des 1. ,Garde-Dragoner- Regiments Herzog von Oldenburg, vonnemem mehrwöchentlrchen Ur- laube nach Norderney hierher zuriickgckchrt.
_ Der Generalmajor und Commandeur der 11. Jnfanierie- Brigade von Rothmalcr ist gestern von der Okkupaüons- Armee hierher in seine Frieden?;garnison zurückgekehrt. Dcr Stab der Brigade wird Henle hier erwartet, um demnächst zu demobilisiren.
_ Der Major und EHcadrons- Chef vom ]. Garde-Dra- goner : Régimknt, Prinz Friedrich zu Hohenzollern hat fick) nack) Hohenzollern begeben.
Bayern. München, 2. August. Der König wird Nack) einer Meldung der „Llilg.'Ztg.“ dieser Tage von Holzen- schwanga11 auf Schloß Berg emireffen und sich sodann anf einige Zeit nach München begeben.
_ Ach Anlaß der Rückkehr des 10. Infanterie-Regimenis (11th Frankreich in seine frühere Garnison Ingolstadt wird fick) Prinz Ludwig, der Oberstinhaber _des Regiments, zur In- spizirung deffelben morgen nach Ingolstadt bsgeben.
_ Das Kriegs-Ministerium hai hsute das Reichs- geseß vom 13. Juni 1). I., betreffend die Kriegsleistungen, in seinem Verordnungsblatt pubiizirt.
_ Dem von den Kammern dsH [eßten Landtages ausge- sprochenen Wunsche, es möchten die Dienststunden der Post- anstalt für den Verkehr mit dem PUblikum an Sonn- Und Feiertagen nack) Lanlogie des §. 26 Abs. 111. dcs Reicthpoft- reglements vom 30. November 1871 neu geregelt werden, war im Königlichen Landiach-Abschiede die Gewährung unter Bedacht- nahme auf das Erfordernis; dec; Dienstes in Ausstoss gestellt worden; der „Allg. Zig.“ zufolge sol] nun eine entsprechende Verordnung alsbald erscheinen und durch dieselbe bestimmt werden, daß an Sonn- und Feiertagen die Paket: und Brief- post- und die Zeit1111gsschalter während mehrerer Stunden des Tags geschlossen bleiben sollen.
_ Das Reg.-B1. meldet, daß unter dem 10. Iuii d. I. dem Fabrik- und GutSbefiHer Georg Benedikt Ritter von Po- schinger zu Oberfrauenau die erbliche ReichSrathswürde verliehen worden ist.
Sachsen. Dresden, 2. August. Ueber das Befinden
des „Königs ist gestern Abend 6 „Uhr "40 Mmuten nachstehen- des Bulletin aUSgegebm worden: ' . _
„Pillnitz, ]. August. Der hcuxige Tag _verlief "den Umstanden angemessen gut Eine Wesentliche Veranderung im Befinden Sr. Ma- jestät ist seit heute früh nicht eingetrrtm. _
])r. Fiedler, ])r. Ullrich.“
Das heutige Bulletin lautet: _ _ „ „
„Pillniß, 2. August. Se, Majestgt der Konig haben“ 111 der leßien Nacht wenig gpschlafen. Troßdsm lst das Bcfitidc'n befriedigend.
])r. Wagner. 1)1'. Fiedler. ])1. Ullrich.“
Baden. Karlsruhe, 2. August. Der Großherzog wird morgen Nachmittag, in Gemeinschaft Mit dem Erbgroß- herzog, der Prinzessin Victoria und dem Prinzen Ludwig Wilhelm , Karlswhe verlassen, „um sick) uber Coblenz, wo die Grosésherzogin den hohen Reisenden fick] an- schließen wird, nach astbourne in England zu begeben. Dort gedenkt die Großherzogliche Familie zum Gebrauch des Seebades bis Anfang September zu verweiley. In der Umgx- bung der Höchsten Herrschaften befinden fick) die Hofdame, Irrt- fräulein von Gayling, der Ober-Hofmeister der Großherzogin, Freiherr von Edelsheim, und der Leibarzt Hofrath 01". Tenner.
_ Die heutige „Karlsr. Ztg.“ veröffentlicht die" [andes- herriick)e Verordnung, welche die Wahlen fur den nächsten Landtag anordnet. _
_ AUf Anregung des Obcr-Bürgermeisters hat sick) hier ein Komitc zur Ladung der heimkehrenden OkiupyttonH- truppen gebildet; dasselbe ist gestern Nachmittax; ewtmcxls m Thätigkeit getreten und hat bereits gestern „3 Zuge bcwwthet. Es pasfirten die Stadt geftexn u. A. ein bayerisckzer Genergl und verschiedene bayerische und preußische StabSoffiztere, sowxe von Truppengatfungen preußische Kürasfiere und bqyeristlx Che- vauxlegers, Das anwesende Verpfiegungs-Kowtte und andere Herren besorgten die Verabreichung der Erfrischunxxen an die Truppen. In Folge des Aufrufs in den hiesigen Blattern find bereits Namhafte Beiträge für die Erquickung der Truppen, 11.21. von dem Großherzog 100 Gulden, eingegangen.
Mecklenburg. Neu:"?reliß, 31. Juli. Nach einer im „Off. Anz.“ enthaltenen Bekanntmachung smd dem unter dem Patronate des Großherzogs stehenden Mecklenburg- Strelißschen Landesvereine für deutsckze Invaliden, zugleich bei Landesherrlicher Bestätigung des in der General- Versammlung zu Neubrandenburg am 26. Mai d. I. angetzom- menen Statutes. die Rechte einer juristischen Person vxrltehen worden. Der Verein, welcher seinen SiHnin NeustreltH hat, wird durch den aus der Mitte des geschästsfuhrenden Ausschusses crwählten Vorftmid, bestehend aus dem Vorfißenden, dem Schriftführer Und dem Kasfirer, nach außen vertreten. Der Vor- stand, sowie der Ansschuß werden durch Benennung der be- treffenden Personen im Hof- und Staatshandbuck] des Groß- herzogthums legitimirt.
Sachsen=Meiningen=Hildburghaufen.. M e in in g er 31. Juli. Der Landtag hat fick) heute konstiimrt,"1111chdem"er sämmtliche bis jeßt vorliegende 23 Wah'en fÜr ultig erklart hat. Seitens der Herzoglichen StaatSregierung “sm. deni Land- tage bis jth nur zwei Vorlagen zugegangen, die eme, die Kon- vertirung der beiden fünfprozentigen Anleihen im Gesanimibetrage von 1,300,000 Thlr. in eine 4:1 prozeniige Landesichnld be- treffend, wodurch der Aquabe-Eiat pro Jahr um 13,273 fl. entlastet werden wiirde, die andere wegen des Ankunft.“: des Ritterguis Rabengrube bei Liebenstein für daes Herzogin!) Sachse11Meiningensche aus, wozu der aus dem Vßrkaufe'des Bades Liebenstein gebildete Kaufqeldeifond die Mittel bietet. Weitere Vorlagen sind, der „Dorfz.“ Ffolge, nicht zu erwarten. Die Aufbesserung der PMsidUSgeha für einen Theil der Staatsdiener und deren Wittwen soll bei Nufsteilung der 11611611 Etats (mit dem 1.Ja1111ar i'. I. beginnend) Beriicksichttgung finden. -
Elsaß-Lothringen. Meß, ]. August. Die gestern bei
der Einweihung des Denkmal?- für die Gefallenen des sächsischen Armee-Corps bei St. Privat im Namen des Krcm- prinzen von Sachsen, welcher in Folge der Erkrankung. des Königs wieder nach Dresden abgereist war, von de_m Königlich sächsischen General drr Kavallerie Senfft von Piisack) ver- lesene Ansprache lautete nach der „Straßbiirger Zeitung“ ww olgt: f „Hier, wo es dem sächsischen Armeecorws" „zum ersten Male in dem vergangenen Fcldzuge vergönnt war, werkthahchnu3111111111: 111611- znnshmrn, um nntrr den Angcn des Druiirben K1111c1s_ an der "Seite seiner [)eidcn111ütbigcn Garden hier eniicheidsnd LingkCifM 311 konnen, bier will es den vieicn Kameraden ein Denkmal setzen, 111€ tbr Bini im gerechten Kampfe für Drutickylands Ruhe 1Y1d f11r_Dcnisci)lands Ruhm versprißt [)absn, nicht nur auf dieiem Häylachxsrldc,_10ndern in aiim Schluchten und Gefechten der drnkwürdigcn _Krtch 1870-71, Wo Sachsc'n Mitkämpfsr waren. Möge es sem ein thchen unseres Schinkrzcs übcr 1171111 Verlust, doch auch unseres gerechten Stolzrs über ihre Thaten. Möge es sein eine Mahnung an unicre Nachfolger, es diesen g1eichzuthr1n im Opfermutl) und Todesyrrachmng. Und 101116 aucb vcrsncht wcrdsn, dicscn Bodsn, der ja mii 11110111Blutc erruxigciz, Deutschland wieder zu entfremden, so 1ei es 2111 Unterpfand, daß die Sachsen wicdcr Schulter an Schulter mit den andenrcn de1111chen Stämmcn stehen werden, und „ihr Blut vergießen fur Kaiser und Reich, fiir das geliebte denische Vatsrland.“
Oesterreich = Ungarn. Wien, 2. August. Gestexn Abend fand zu Ehren des Schah von Persien in. Schim- brmm ein Galadincr statt. Heute kam der Schal) gegen Mittag nach Wien und wnrde vom Kaiser auf dem Siidbabnhofe empfangen. Beide Majestäten fiihren sodann nach dem Weltausstellung-de- bände, wo im Kaiserpaviüon ein cheuner bei dem Kaiser stati- fand. Nack) demselben besichtigte der Schal), von dem Kaiser ge- leitet, zuerst die Roinnde, dann die Adjlxilungen des Deutschen Reick es, Italir'ns, Frankreichs und Großbritanniens, sbdann die Abt eilung Oesterreichs und Perfiens. Hier Verabschiedete sick) der Kaiscr pon seinem hohem Gaste, der dann noch die Abthei- [ungcn Japans und Chinas und sch1ieß1ich den persischen Pa: 11111011 befickztigte. Um 41 Uhr verließ der Schah die Wekiaus- stellung und kehrte nach Laxenburg zurück.
_ Der Geseßentwurf iiber die Arrondirung der ungarischen Komitaje ist seiner Vollendung nahe und kommt in der nächsten Session vor die Legislaiive. „P. R.“ ver- nimmt, daß dasselbe eine Verbesserung der ]eizigen Territorial- einthcilung der Komitate bezweckt. In der oberen Gegend soilen mehrere Komitate (Arva, Thurocz, Liptau) mit einander ver- einigt, insbesondere aber in Siebenbürgen namhafte Territorial- Veränderungen vorgenommen werden.
_ Wie der „Pefthcr Lloyd“ meldet, hat der Kaiser nack) Vortrag des ungarischenLandeSvertheidigungszMinifters die dies- jährigen Herbstübringen der Honveds eingestellt.
Schmeiz. Bern,2. August. (W. T. V.) Die Sißungen
des Nationalraths und des Ständeraths wurdenheute durch die betreffenden Präfidenten gesclxlqssen.
_ 3.August. Der Bundes-Prastdent Ceresole hat die Einladung des Kaisers von Oesterreich zur Wiener Weltausstellung mit Rücksicht auf die Wichtigen nocl) schwebenden Geschäfte dankend abgelehnt.
Großbritannien und Irland. London, 1. Juli. Der Großfürft-Tßronfolger von Rußland .und G;- mahlin smd von i rem Besuche beim Herzog von R1chmor1d m Goodwood zurückgekehrt und begaben sich heute in Begletiung des Prinzen und der Prinzessin von Wales zu einem Abschiedsbesuche der Königin nach Osborne auf der Inse'l Wight.
_ Die verwittwete Herzogin von Cambridge hat in Begleitung ihrer Schwester, der Großherzogin von Meck- lenburg-Strelih, London verlassen und fick] nack) threxn Schlosse Rumpenheim, in der Nähe von Frankfurt a. M., fur den Herbst begeben.
_ Der Prinz und die Prinzessin Christian von Schlec5wig-Holstein haben ihre Reise nach dem Haag zum Besuche des 11iederländischenHofes bis Ende dieses Monats ver-
oben. fck) _ Der Kaiserlich russische Botschafter am hiesigen Hofe, Graf Brunnow, ist von Darmstadt auf seinen Posten hierher zurückgekehrt.
_ Im Oberhause stellte in der Sikung vom 29. 1). M. Lord Granville den Antrag, daß die Botschaft der Königin, welche dem Hause die beabfickztigte Heirath zwischen dem Herzog von Edinburgh und der Großfürstin Maria Alexandrowna von Rußland anzeigt, in Erwägung gezogen werde, und empfahl den Erlaß einer Adresse, worin der Königin für ihre Botschaft ge- dankt und versichert werde, das; das Haus stets das lebhaftefte Interesse anAllem, was die Königliche Familie angebe, empfinde, und bereit sein wcrde, in Gemeinschaft mit dem anderen Hause des Parlamentes seine Zustimmung zur Bewilligung einer wei- teren Apanage fiir Se.Kö11igliche Hoheit zu ertheilen. Der Redner fügte hinzu, er hege michi den mindesten Zweifel, daß das Haus diese Adresse mit ebenso großer Befriedi- gung geiiehmigen werde, wie bei früheren ähnlichen Ge- legenheiten, denn es sei die Charakteristik der Hei- rathen des englischen Königshauses, daß fie auf gegen- seitiger Zuneigung beruhten. „Ich brauche“ _ fnhr Lord Gran- vilie fort _ „wohl kaum zu erwähnen, wie jung der Herzog von Edinburgh war, als er zuerst die Hoffnung auf diese Ver- bindung hegte; und, Mylords, die Basis, auf welcher die Un- terhandlungen fiir diese Heiratl) von Ihrer Majestät und dem Kaiser von Rußland gefiihrt wurden, war, daß die projektirte Verbindung eine solche sei, die der Zuneigung entspringe. Früher wurde Heirathen, die zu politischen ZWecken statkfandcn, viele Wichtigkeit beigelegt, aber Ew. Lordschaften wissen, daß s01ch]e Verbindnngen selten die Er- zielung der politischen Zwecke, für welche fie beabsichtigt waren, zur Fokge hatten. Es ist ohne Zweifel das Interesse Rußlands wie Englands, daß die beiden Länder auf gutem Fuße mit einander stehen, und es [)ai nicht an Beweisen der Wünsche Sr. Majestät der.“: Kaisers von Rußland gemangelt, freundschaftliche Beziehungen mit unserer Nation zu unterhalten.“ _ Der Marquis von Salisbury ergriff hierauf das Wort, um im Namen des abwessnden Herzogs von Richmond den Antrag zu unterstiißen. Er drückte f eine Ueberzengung aus, daß alles, was zum Glück derKönigin beitrage, alien Klassen ihrer Unterthemen Vergnügen bereiten werde. Obwohl diese Ehebiindniffe nicks die Politik dieses Lan- des affizirien, so seien fie seinem Ermrssen nach doch die Mittel, die zur Erhaltung des Friedens fiihren. Die Adresse an die Königin wurde hierauf einstimmig genehmigt.
Demnächst erhob fick] der Marquis von Ripon, um die aus dem Unterhaus herübergekmnmene Vill zur Amendirnng des Eicmentarunierrichts=Gcseßes von 1870 zu erläutern und zur zweiten Lesung 311 empfehlen. Von Lord Lyttelton und Lord ForteScne mit einigen Worten kräftig unterstiißt, wnrde die zweite Lesung der Vor[age genehmigt.
Im Unrerhause wurden der Nachmittagsfixzung mit einer Reihe Interpellationen eröffnet. Auf eine Anfrage Newdegates, ob die Re- gisrung beabsichtige, das Haus der Gemeinen bezüglich des zwischen Großbritannien und Frankreich abgeschlossenen Han- deis-Vertrages zu Raths zu ziehen, erwiderte Gladstone (der, von seinem jüngsten Unwohlsein genesen, wieder auf seinem Plaße erschien), die Regierung grbenke, das Hach dariiber nicht zu consnltiren, wcii die Regierung dnrck) dcn NEUEN Vertrag keiner- lei 118118 Tarif-Verpflick)t1111gen eingegaiigen sei. _ Auf den Nnirag dcs Prcniicr-Ministcrs vechmdclrc fick) das Haus in ein Komite, um die Botschaft der Königin boziiglick) der Verlobung der.“: Hezoch von Edinburgh in Erwägung zu ziehen. Mit dsm Antrags auf Vewiiligung einer weiteren Apanage fiir den Herzog verknüpfte Gladstone einige mit großem BrifaUe aufgenommene Bemerkungen über die projektirie Ver- bindung zwischen den Höfen Rnßlands und Großbritanniens. „Was disses Land betrifft,“ sagte er, „i'd hoffe ich, daß die «Zeit vorüber ist, wo es fiir nothwendig befrmden wnrde, derartige Verbindlichkeiten einzugehen, ohne jenes große, Unerläßiiche und, ich kann sagen, Weihe orthcilendc Elc1nent_ die persönliche Zuneigung. Anf disser Höchst solidsn Basis beruht die gcgen- wärtige Verbindnng, und sie bildet denerstenuwd stärksten Grund für unsercWünsthc, daß fie während des Lebens der interesfirten ericwchten Personm mit jeder Segnung gekrönt werde. Ick] möchte auch sagen, daß, obwohl in den Wechsclfällen der Geschichte die Zeit kam, wo wir dnrck) besondcrs Uxxxstände ge- zwungen waren, das rrlsfische Reich als einen feindlichen Staat anzusehen, dock) Gott verhüten wolle, daß wir die Wiederkehr einer solchen Zeit erleben oder was noch schlimmer ist, daß wir uns angewöhnen odcr erlancn sollten, Gefühle der Feindseligkeit odcr dcs Argwobns gegen eine Macht zu hegen, mit der wir in Allianz stehen. Ick) freue mich, und ich glaube, das Haus und das Land werden fick) über die Bildung dicscs nenen Bandes der Freundschaft zwischen zwei großen Reickxn freuen, und ge- statten Sie mir, zu sagen, daß, wenn wir eine Wahi der Zeit, in welcher wir wünschen könnten, daß eine derartige Be- ziehung zwischen der Kaiserlich russischen Familie und dem Königshausc des Vereinigten Kbnigreiäies gebildet werde, aus- zuüben hätten, wir uns wohl freuen mögen, daß fie in die Re- gierung eines Kaisers, wie Sc. Kaiserliche Majestät fiel, der be- reits seine Regierung nicht durch Pläne rücksichtsloser Ver- größerung noch durch bloßen Pomp Und Gepränge angefichis einer zu leicht bewundernden Weit, sondern durch jenen großen Aki legislativer Weisheit und Menschlichkeit, der in der Geschichte fast ohne Beispiel dasteht und der an und für sich genügend ist, eine Regie- rung nicht ailcin ehrenvoii, sondern berühmt zu machen, ick) meine, die Emancipation der Leibeigenen Rußlands ausgezeichnet bat.“ Gladstone beantragte sodann die Erhöhung der Apanage
die Verhandlnngen in
des erzogs von 15,000 auf 25,000 Lstr. per 3111111111, sowie die ewiiligung einer lebenslänglichen JabreSrente von 6000 Lstrl. für die Großfürstin Marie für den FaU, daß su: ihren Gatten überlebt. Er erinnerte das Haus indeß daran, daß, als dem Prinzen in 1866 ein Jahrgeld von 15,000 Lftr. votirt wurde, die Bestimmung getroffen wurde, daß, im Fakie Se. Königliche (Hoheit den Thron von Sachsen = Coburg - Gotha be- steige, die önigin mit der Zustimmung des Parlaments diese Apanage reduziren oder „gänzlich widerrufen könne. Schließlich ersuckxte er das Haus um einstimmige Genehmigung der mini- sieriellen Vorschläge. Hunt unterstüßte den Antrag im Namen der Oppofition mit dem Bemerken, er sei Überzeugt, daß, wenn eine größere Summe verlangt worden wäre, das Haus dieselbe bewilligt haben würde. _ Auf die Frage Halls, ob die Großfürstin fick) zur StaatEkircbe brkennen werde, erwiderte Gladstone, dasz fick) die Frage außerhalb der in dxr Tbronfolgeakte vorgesehenen Eventualitäten bewege. So viel er wisse, werde die Religion der Großfürstin der Hkirath keine Schwierigkeiten bereiten. Hicrauf wurdmi Resolutionen im Ein- klange mit dem Vorschlage des Premier-Ministers angenommen, Und Gladstone kündigte an, daß dem Hause ein densslben Wir- kung gebendcr Geseßentwurf unverzüglich vorgelegt werden würde.
Frankreich. Paris, 2. August. Der General Chanzy hat am 30. die Stadt Algier verlassen, um eine Rundreise in Kabylien zu machen. Er wird Palestro, Bordj, Mcnaiel, Fort National, Dellch und Umgegend besuchen und am 5. Augnst zurückkehren.
_ Der Minister des Innern, Bculéz, hat die Präfek- ten, in deren Departements Wahlen vorzunehmen smd, nach Versailles eingeladen.
_ Nm 1. d. M. fand eine Sißung des obersten Kriegs- raihs statt. Gegenstand der Besprechung waren die neuen Befestigungspiäne für Paris.
_ Wie der „Echo du Nord“ erfährt, wäre es im Prinzips beschlossen, die bestehenden Befestigungen von Lille zu "schleifen und an ihrer Steile eine Reihe von Forts in großer Entfermmg von der Stadt zu errichten.
_ 2. August. (W. T. B.) Die „Union“ vom Heutigen Tage veröffentiiwht einen Brief des Grafen Chambord an den Depuiirten Eazenove de Pradine, worin er demselben innigst dankt und bcglückwünscbt, daß er in dcr Sißnng der Nationalversammlung vom 24. Juli trol; dcs Wider- spruches des rechten Centrums und selbst der gemäßigte11Rcchtc11 seinen Antrag aufrecht erhcikten habe, daß eine Deputation der Versammlung dsr Grundstsinlcgung für die Kircbe auf dem Montmartre beiwohnen solls. Der „Agence Havas“ zufolge wird der Brief als ein schlechtes Vorzeichen fiir die Fusions- projekte betrachtet.
_ Einer Mittheilung des „Paris Ionrnal“ zufolge sind angefirhis dcr ernsten Lage in Spanien Befehle nach den Kriegs- häfen von Rochefort und T0 111011 gesandt, wonach drei Korvctien nach den spanischen Küsten gehen 1011911. Das Mittelmeergeschwader soll gleicbzeiiig Befehl erhalten haben, fick) zum Auslaufen bereit zu halten.
3. August. (W.T.B.) Der Graf von Paris hat fick) am Freitag nach Villers bci TrouviÜe begeben. Rack] der „Ageme Havas“ zugegangenen Nacbrichten wäre die Absicht einer Reise nach Frobsdorf anfgegcben; von den Journalen wird dies mit dem Briefe des Grafen von Chambord an den Deputirtcn Ca- zenove de Pradine in Vsrbindrmg gebracht.
Versailles, 3. August. (W. T. B.) Die „Corrcspon- dance de Versailles“ bespricht die von Frankreich Spanien gegenüber einzuhaltende Politik und erklärt dabei, Frankreich beschränke sick) auf Beobachtung einer voilständigen Neutralität, die französische Regierung nehme weder für die Re- gierrmg in Madrid, noch für die CarlistenPartci, habe die spa- nische Republik nicht anerkannt und unterhalte mit derselben 11111: diejenigen rein offiziösen Beziehungen, weiche von den Rücksich- ten einer guten Nachbarschaft geboten wiirden. In die [edigliT inneren Schwierigkeiten Spanien?; dürfe fick) Frankrei ] nicbt einmischen, seine ganze Thätigkeit miiffe fick) gegen- wärtig darauf beschränken, seine eigenen Grenzen gegen Spanien hin zu stehern und in Spanien selbst seine La11de§a11gebbrigen zn schiiizen. Bei dm: Berennung oder bei dem Bombardement irgend eines spaiiisckxn Maßes hätten die französischen Konsnln auf Bwbachtnng dcr völker- rechtlichen Grundsäße zu bestehen, damit den französischen Landeöangehörigen Zeit bleibe, fick) in Sicherheii zu bringen. Wenn diesen Forderungen der französischen Konsiiln nicht Ge-
niige geschrhe, wiirde es von den Ereignissen abhängen, welche _
Politik dann von der französischen Regierung weiter einzusch1agen sei. Auch bezüglick) der in Südspanien einander gegeniiber- stehenden Parteien sei die Beobachtung einer d11rcha11s nentralen Haltung geboten. Die Politik Frankreichs Spanicngegeniiber sci durchweg diejenige der Nichtintervention, Und dieselbe harmonire dnrckmus mit derjenigen, weiche Frankreich iiberhaupt dem Aus- lande gegeniiber beobachte.
Spanien. Madrid, 2. Angust. (W. T. B.) In der heutigen Siiznng der Cortes wurde ein GcscYentwnrf iibcr. die Trennung der Kirche vom Staat Und eine Vorlage iiber die quriifition von Pferden in den baskischen Provinzen und dem Militär-Diftrikt von Burgos eingebracht. Die Regierung machte Mittheifnng von mehrrren ihr zugegangcnsn Telegram- men, wonach der „Vigikante“ an Spanien z11riickgcgeben ist 11111) die Nachricht von dem Vorgehen der Kommandircnden der frem- den Geschwader vor Malaga bestätigt wird. Die [theren [)aben darnach 11ick)t blos das von den Insnrgentcnschiffen beabsichtigte Bombardement von Makaga verhindert und dieselben veranlaßt, sich nach Karthagena znriickzubegeben, sondern auc!) ziir Sick)?- rung der Ausfiihrung dicser Weisung Contrcrack- als Goiszel bis nach geschehcner Rückkehr der Jusnrgentcnschiffe zuriickbehaltsn. Das Vorgehen der fremden Kriegsschiffe und die Inbastnahme von Contreras ist in Folge einer vorgängigen Verständigimg unter den Kommandanten des deutschen, britischen und französi- schen Geschwaders erfolgt.
_ Der Angriff auf Valencia hat heute Morgen um 6 Uhr brgonnen.
_ Depeschen aus den Provinzen vom 2. August Nachmit- iags meiden iiber den Stand der Jnsurrektion FolgendeH:
Die auf Bildung von Kantonalregierungen gerichteten auf- ständischen Bewegungen nehmen mehr und mehr den Cha- rakter eines reinen Pliinderungskriegcs 1111.
_ Die aus 80 Offizieren und 600 Matrosen bestehende Besaßung der Fregatte „ Carmen“ hat fick) anheisckxig gemacht, die Insurgenten in Karthagena unter die Botmäßigkczit der Regierung zurückzuführen, und verläßt morgen den Hafen von Ferrol.
_ Nach einem der Regierung gestern Abend von Malaga zugegangenen Telegramm wäre durch einen Handelsdampfcr die
von keiner Seite “bis jeßt bestätigte Nachricht überbracht worden, daß die Kommandirenden der fremden Geschwader vor Malaga zusammengetreten seien und Contreras, der fich am Bord des „Almania“ befunden und Malaga mit einem Bombardement bedroht habe, bedeutet hätten, daß die Insurgentenschiffe fick) nack) Karthagena zurückzubegeben hätten, und daß man eventuell Sicherungsmaßregeln für Ausführung dieser Anordnung ergrei- fen werde.
_ Auf die von der Regierung der Vereinigten Staa- ten von Nordamerika an die hiefige Regierung gerichtete Anfrage, ob fie für die Handlungen der Insurgentenscbifse irgend welche Verantwortung Übernehme, hat letztere verneinend geantwortet.
_ Bei einer zwischen dem General Martinez Cam- pos und den Insurgenten von Valencia gestern stattge- habten Unterredung machten die [etzteren einen verrätherlschen Ueberfall, in Folge dessen ein Theil des Gefoiges des Gene- rals getbdtet wurde. Der General hat troxzdern den den Insur- genien bewilXigten, heute Morgen zu Ende gehenden Waffenstiil: stand aufrecht erhalten.
_ Ein Telegramm vom 2. August Abends berichtet:
Nach einer hier von Gibraltar eingetroffenen telegraphischen Meldung werden die beiden Insurgenteii-Kricgsschiffe „A(- mansa“ und „Victoria“ auf ihrem Wege 11011 Malaga nack] Karthagena dnrcl] ein kombiniries Geschwader von britischen und deutschen Kriegsschiffen begleitet. Die Schiffe dürften heute in Kartbagena eintreffen. Die Fregatte „Villa de Madrid“ ist zu den Insurgcnten übergegangen und wird von einem fremden Kriegsschiffe Überwacht.
_ Der General Pavia ist heute 11011 Seviila nach Cadiz aufgebrorhen.
_ Die Nachricht von der Plünderung der Succur- sale der spanischen Bank in Valencia bedarfnock1der Bestätigrmg.
_ Weitere telcgraphische Berichte vom 3. August, Abenxs, melden:
Das Bombardement von Valencia hat von drsi Uer- schiedencn P1111ktcn aus begonnen und find die Regiernngs- irnppen der Stadt näher gerückt. Es werden 11011) Verstär- kungen ans Aragonien erwartet, ehe zUm Sturm geschritten werden soil.
_ Vor Eadix Haben die Insurgenten die Insel San Fesrrxndo geräumt; dieselbe wurde sofort von den Truppen
e e .
_ Easteiar will morgen bei den Cortes die Verschiebung der Bcraihimg über die künftige StaatSverfaffnng bis dahin be- antragen, wo die Delegirten der Provinziak-Deputationen ein- getroffen sind, denen in der Frage der künftigen Eintheibmg des Landes eine beraihende Stimme zugestanden ist. Ferner soil derselbe den Antrag steUen wollen, iiberhaupt eine Vcr- tagimg der Sißungen bis ziim ]. September d. I. eintreten zu lassen.
_ Die bissigen Anhänger der Partei der Intransigen: te1-1 hatten fiir heilte eine anticarliftiiche Volksversamm- lung anbermtmt, dieselbe aber offenbar 11111' 311111 Vorwand gs- nommen, um eine Kundgebung gcgcn die chiernng herbeizu- führen. Bei dem Abmarsch der Menge 111111) dem Prado gaben die vorangetrageUen rothen Fahnen Veraniaffung zu Protcsten von anderer Seite. Es kam 311 Streit und Scbiägpn mik Sibcken unter der versammelten Menge, die Fahnen wnrden Hierbei zer- rissen und die beabsichtigte Kundgcbnng wurdc vereitelt.
_ _Aus Gibraltar, 3. August, kommt die Nachricht, daß das britische Geschwader im Mitielmecr in der Nacht vom 2. zam 3. Nugnst daselbst vor Anker gegangen ist.
Bilbao, 1. August. (W. T. B.) Don Carlos hat fick) mit dem größten Theile seiner Streitkräfte nach der Pro- vinz BiHcaya gewendet, in dcr Nähc find 11111: einige Nb- theilungen znriirkgeblieben. Es heißt, der Marsck) gehe auf Gueriiica zu Und Don Carlos beabsichtige, demnächst den Eid auf die Fucros (die Rccht8 und Freiheiten der baHkisckzcn Pro- Uinzen) zu leisten.
_ 3. August. (W. T. B.) Don Carlos ist gestern in Guernica eingetroffrn 1111d hat den Eid anf die FUcws gelcistei, sodann aber deii Marsch auf Drrrango angetreten. Unter dsn carliftischen Parteigängern ist großer Jubel, ein Manifest von Don Carlos ergeht fiel) in LobeHerhebimgen anf die Freiheiten 11011 BicF-caya.
Griechenland. Atbcn, 2.Aug11st. (W. T. V.) Die Kammer genehmigte heute in dritter Lesung den Vertrag mit der Laurioncompagnie mit 109 gegen 6 Stimmen. Die Com- pagnie zahlt darnach an den Staat eine Abgabe von 51 Proz. des Reingewinns.
Rußland und Polen. St. Petersbnrg, 2.2111gnst. Zwisckxn den Ministerien des Innern und des Krieges schweben Verhandlungen darüber, daß bei Einbkrufung beurlaubter Soldaten 1111d111iteroffiziere 511 außxrordcni- lichem Kriegsdienstc densekben 13611611 Bczahlnng dnrch die Land: schaft obligatorische Fuhren gkstrllt wrrdcn soilen. Als_Nor1n fiir diese durch die Landschaft zn leistende Bezahlung gilt die Entfernung der Kreisstadt vom Sammelpnnkt undnfcrncr drr Betrag 11011 vier Kopeken pro Werft und Pferd wahrend des Winters, nämlich vom November“ bis April, und von funf Ko- peken während der Sommermonaie, '
_ Ueber die Zustände in Chiwa berichtet eme Kor- respondenz der „M. Ztg.“:
Obgleich anf dcn Bazars dcr von uns grndmmencn Stadt der Sklavenhandci gczwungrncr Weise für imzner auigcbört hat, 11111'811 einige iurkmcuistbe Stämmc nichtsdestowcmger die Absicht, dcm Bél- spiel Chiivag nicht zu folgen, iondsrn, wie bisher, Räubercien 'zu rer- iiben und fricdlirbc Leute grfangrn zu nehmen, um six? (111511311'11 zu lassen oder zu vcrkaufcn, was übrigens die Jomuden 1111111 nach LU" Einnahme Chiwas dnrch uusrre Trupwwauckx gothan 11.111611. “OW plünderten ein ruisisckycs Fahrzeug, das 1111) tun HandelSangeicgrn- heiten am turkmenischcn Ufer befrind, _u11d_ fuhricn dcn 80011111, cinen rassisch Bauern, in Gorangcnirbast. Wohl oder ubcl 11091 die Nothwcndigkcit vor, a11ch_ 11111 dcn Turkmkncn“ reino Rrchnung zu macbcn. Unter den russi1chcn Trupprw brqnnt 111-1111. vor Begier, auch mit den Jomuden sich zu mcssen, “WBUVS “ciner 911111111111 Beilegung dc'r Sache mit Chiwa si1h_11111 111€1st€11 1191111119111 Haben. Der Chan ist seincm Ohcim übergcben, 111. def1cn ngse er «1111; Wai)- nung 0111.11th [)111; den Urheber des KUWLÖ zwqehen Rußland und Chiwa abcr, dcn bekanntkn Divanbrgi ?[ta-Mixrat-bek, hai 1111111 [19- ängiick) cingrzogen. Das Vsrmögen drr Regierung von C1111vc1 Ut cquestriri. Die in den Palästcn gcfundxnen bc111crk€n§wcrthcn Gegen- stände sind für öffknkllck)? und Privatmuiccn bcstimnxt. _
_ 3. August. (W. T. B.) Dem „Regwrunganetger“ zufolge ist für diejenigen, welche an der Expedition „nach Chiwa bethciliat waren, ci1ie silberne 'MLdÜer mit der Aufschrift: „Fiir die Expedition nach Cl)1wa1873“ best1mmt. Diese Medaille soll an einem Bande, welches die Farben der
Bänder des St. Wladimir: und des St. Georgen-Ordens hat, auf der Brust getragen werden.
, _ Die Großfürsten Alexis Alexandrowitsch und Nikoiaus Constantinowitsck) smd heute zu Obersten ava11c1rt. Der Herzog Eugen von Lenchtenberg ist zum Flugel-Adjutant des Kaisers und der Oberst Loma- km zum Generalmajor ernannt worden.
_ Dem, General Kauffmann ist der St. Georgen- Orden zweiter Klasse und den Generalen Werewkin und Goßowatchew der St. Georgen-Orden dritter Klasse verliehen wor en.
, _ Ueber den Arxfenthalt des Erzherzogs Albrecht 111 Warschau und die daselbst stattgehabken Festlichkeiten mel- det der „Dziennik Warschauswki“:
. Gestern, (1111 27. d., war (Haiadincr im Lazienkipalaste, zu Welchem zw611)undcrt_Personcn _g-xladen waren. Der Kaiscr von Rußland brachte 6111211 Trinkwruch (1111 don Kaiser von Oesterreiib und den Dsutstb n Kaijer, wwic _auf deren Armeen aus. Erzbrrzrg Aibrccht von Oester- rcich sandte _1oglricb Telegramme darüber 1111 den Kaiser 11.111) Wien und. an die öxterrcichischen Régim111181, dercn Jniwber drr Kaii'ßr von Rußland ist. HZLkÜUf trank der Kaiser, fick) gegen den Erzherzog Al- brecht, dcr ibm zur Rechten, und gcgrn dcn Statthal1er Grafen Berg, dsr ihm zur Linken saß, wendend, zu Bcidcn als Fcldniarschäiicn zweier
Armern, auf das Wohl der V rireter beider benachbarten und befreun- detrn Heere.
Schweden und Normegen. Stockholm, 30. Juli. In den Scheerengewäffern bei Stockholm smd in diesen Tagen unter Befehl des Commandenrs A. Pettersen Uebringen mit der dort statwnirten Fl otten-Abthcil 11 ng vorgenommen. An dicse11 Uebungen habsn auch einige Compagnien Infanterie und Arttliérie Theil genommen.
Danemaxk. Kopenhagen, 31. Juli. Prinz Arthur von Großbritannien machte 11. A. von Fredensbdrg einen Ausflrrg nach, der Sommrrrefidenz, der verwittweien Königin Egroltne 2111113119, Sorgenfrei bei Lyngby, und begab fick) darauf init der Kbmglichen Familie nach Schloß Frederiksborg. Dieses Schloß, we1ches währctid der Regicrungözeit König Friedrich 1711. abbrannie, wird seitdem wieder hergestelii. Gegenwärtig ist man mit der Vollendung der inneren Ausschmückung beschäftigt.
. Amerika. New-York, 2.N11gust. (W. T.B,) Nach hier eingetroffenen Nachrichtenist in Portland im Oregorgcbiete 91118 große Feuers bra 11 st angebrochxn, welche 366 Häuser Wr- mcbtete und ca. 150 Familien obdachlos marbte, Drr angerichtete Schaden w1rd auf 1,500,000 Dollars gescbäxzt.
" Havanna, 2. August. (W. T. B.,) Tier ist eine earli- stUche Verschwörung entdeckt und fin in Foige dessen mehrere Verhaftungen vorgenommen worden. _ Dcr Oer-Kom- maridirende drr Jnsurgenien Ceredes Hat das Eintreten in Friedenchrbandlungen mit Kommiffarien dcr Regierimg abgelehnt. _ In der Nähe von Puerto-Principe haben ernige bedenkendsre Gefechte stattgefunden.
Die Nr. 15 des" „Marins-Verordnungs-Blaits“ hat: folgxndsn Julyali: Abandcrung in dcr Bckleidung drr Marinc-Mann- MMZ» Rrgismkni übrr diE Annahme, Ausbildung und Priifung der Gskretacmts- und ngistratur-*.)lpbiikantrn bci ÖM 911.1rinc-Sta- iions-Jntrndanwrcn. Dic Liquidirung der Unicrrirhtchldsr. Cin- 1cndu11g vo'11F111)rungZ-11nd Qualifikatirns-Listcn von 11111 bsi ÖM Triwpen cmgrtreisnrn Zöglingsn ch großrn Milifär-Waiscni auscs zu Poisdam nnd dcs Miiitär-Knabrn-CrzichungZ-Jnstiiuis 311 2811111111111]. Abandsrurig drs J111cka11s-Verzeiciwiffes der SÖ1ffIbüchSkkistkW Aen- derixngcxi 111 dsr „,:3111111111111'1111611111111 dsr in der Land- und Marinc- Artilierir Vorbandcncn 1165011111911 imd 1111111611 Grfchiiß-Kaiibrr,“ Di? Löhnmxg dsr zweitcn Schiffököche. Vrrbksscrung dcr Lirklcidnng dsr iintcromiiic'rr._ Rnppdrtsiiiwung iibcr die', der Fahncnflncbi [11113111- d1gtcn Mannirbastcn, 11)in dcrrn Vrrpfirgimg auf dem Marschc und 111 dxerarmirn. Das (5311913 über dir chbksvrrhälitiisse dcr 311111 dwnxtirchen (Hrbraucbe eincr Ré'l'TÖSVé'eriiUlkig bestimm-en Gcgcnstände. C'inre'ichung von Ylnzcigrn S. M. Schiffs iibrr Di'il (Zingang dcr von dem Hydrograpbiichcn Barsan drr Admiralität bsrsrndrtcn Hydrogra-
'11[1isci)sn *))iittheilungrn, und Zikachriäxtcn fiir »Sccfabrcr :c. 513611911111-
VcrändrrUngcn.
_ Das Crnréburb dcr dcuisrbcn Rcichs-Postverwiil- iung,?[ug11st 1873, 1. Abtbciiung, 8111111121111 dir Ciscnbab' nen in Deutichiand und dsr ésterrsicbiscix-imgariicbcn Monarwis und Ucbcrsiibi dcr bestcbsndén Randreiio-Truren mit "111111311'8 drr Billst- Prriie», bsarbciiei im (ZOllrÖVUkMU dss Kniisriichén (5,39111'111-Pm'tmnis, Vsriag drr Königlichen Geix-cimcn Obcr=Hofbucbdrnckorci (R. ». Decksr), ist iorbcn angsgeben und umfaßt die bis 311111 1, *)[Ugnst ringktrrtrncn resp. mii demselbon Tage einiretrndrn Asudsrungrn 111 dem Gange der E11111bn1ck113üg0. Frrner Abtheilung U„ Angriff, rntimircnd dia [*rdrutrndercwCisenbabnroutsn in Europa, .111!“;-.*r Tcn1schland und OesterrSich, srrnkr Postverbindungcn in Dxuxiwinnd nnd dcn angren- zenden Ländcrn, Danwfschiffcoursr; 9116912111611 zwiicbrn nicbrrrsn Hmwiorirn Cardbus, Verzeichnis; dsr Bade- und Kiirorie 111 Deutsch- land und dcn angrruszcn Ländcrn nebst 9111111111111611 iibrr dic Rsise- vcrbmdnig disscr Orte“, Reiiriouren zwiirbxn Bcriin und 11-311 [*rdéu- icndcrrn'Badeortsn, Tarif fiir Courier: und ercrnpdstrn, Wegsmaszr, Miinzvergieichungs-Tabriir, Ziiian11nrnstrli1mg dcr Briti1111111111111'11 iibcr Benutzung drr Teicgraphenlinirn nnd Gcbüiirrniarif ::. Mit :? Karten,
Statistische Nachrichten.
Würzb11rg,31_J11li. An ibolkranriigen Cricbeinnngen (Ciwlcra, Clwlrrine und Brechdnrrhfail) sixid 11.1111 111111111'11111_Q11011€n in dcr Zsii Vom 8,1116 311 Juli im Köiiisliiiwn F111111§711111116 2 1115111111111)? und 17 ivcibli-iw Personkn 011111111, darrn 8 ivsibijcbc ge- storben, 3 Personcn genesen und 8 brfindcn 11:11 11011) in Bcdandlimg; in der Stadt und Ziadtnmrkuug 1111111111211 .“; 1111111111666 nnd 7111216- lick) Pcrsonrn, gestorben sind 1 1111111111111)? 1111d 43 wstbiichc Pcrxdncn, 1161121111 ist 1 Person, in BohandMng [*rfindcn 1111) 11011) 6 Perwncn. Es sind 06111111'111) in der “3.11 von 3 Worbsn 29 Perionrn erkrankt, davon 11 Pcrsoncn gestorbßn, 4 1311181811 und 14 brfindcn iich noch in
Behandlung. _ _ Kunst und W1ffenschast. .
V)11"1nc[)cn, 31. Juli- Dcr Privatdozwban dsr i_irxivcrfitäf (5351111191311 ])1'. C Stumpf ist 511111 ordcntlirbcn Promxor de'r P1ii1oiowi)ic 1111 der Universitiit Wiirzbnrg ernannt nnd d€11_1 ordent- lichen Professor an der [1111601111111 2811111111113" 121. C 'Umpsenback) die wrgsn seinrr Brrufung an d1c 11111vor111at_§on1göberg e_rbste'ne Enthebung von der Profcssur 1111191911111111111111111 1cmcr vcrdicmtvoiirn akademiscbcn Lahiwirkiainkcii [*11111liigi 111012211.
London, 30, J111i. _Fn erterniwt a11_1_29. ds. dcr_30. Jai)- rcskongreß dcs briti111)6n a_r„cl)11010g1111)€n Justxtuks be- gonnen. Dcr Carl von Devon 1111)rie dcn Vorsitz und hielt die Cröffnungörrdc. „ _ _ „_
Stockholm, 30. Juli. .Der „de1 orb Jur. Tid.“ 31110192 111 dkr s(bwrdischx “1 11dl).111€r_ Professor Johan Peter Molin l)c:11e_c1us dem Landfißc Ekaddcn bei Waxlwim mit Tode nbgcgangrn. Doriclbe War (1111 17. Miirz 1814 1'11 Gothenburg geboren
Rom, 30. Juli. Am bergangrncn Sonntag, um Mittc'rnacbt, Wurden [)(-stig? Crdstößc im LiVisiihal- verspürt. In Jidta flüchteten alle Einwohner ins Freie. Am nä1111ichcn Tage verwirrte man 111111) in Belluno Crdstöße.
Landwirthfchaft.
Jm Rogim'mgsbczirk Poiödam wird die Ernie i1_n_Ganzcn
111111619111 ausßiilén. Anf 111116111 und miftlrrcm BOOM bcsricdigt der