1898 / 251 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 22 Oct 1898 18:00:01 GMT) scan diff

' " Kaufm "' Fr G' ld chgstidgtech3

verwitt'wetew Wia "o , "m - e .

- , otter, der verwiitWeten Kaufmann Clara oldschw dt

! eb.“'Skuisch und dem Kaufmann Rudolf Goldschmidt,

Mitinhabern der “kirma- Franz Tellmanné zu Breslau, das Prädikat als ÖdniglickZqHofliefsranten, _sowie

dem Schornsteinfeqermcister KarlZNeier zu Wieshaden

das Prädikat eines Königlichen Hof-Schornsteinfsgermeisters

zu verleihen.

xi-«jéi'kä'i der

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

DerAll_ emeinaneutschenKleinbahnges'ellscbaft in Berlin iZ die Erlaubnis; zur Vornahme allgemeiner Vor- arbeiten für ein? vollfpurtge Nebencisenb'ahn von Groß-Almerode nach Wißenhausen odcr Eichenberg eriheilt worden. .,

Iustiz-Ministerium.

Verseßt siiid: der Landgerichts-Ratk) vo_n Winckler in Altona als Amtherichts-Rath an das Am1§gcrtcht in Fulda imd der AmtSrichter Handtmann in Exm an das Amtsgericht in Gnrsen. , ' ,

Dem Landgericht§-Rath Schieflergn Hildrizhrtw und dem Amtherichts-Ratk) cher in Greifswald ist die nach- gesuckxtr Dienstcnilaffuw mit Panswn erthrilt. _ , .

Der Landgerichts: air; Vr. Schüler in Koslin ist infolge seiner Ernennung zum RrgicrungsMath aus dem Justizdienst geschieden. _ , . ,

Dem Notar Gustav Kauffmantr m Brrlm ist du: nach- gesuchte Entlaffung aus dem Amt erth'rilt. '

Der Notar Goßmann in Ernthin hat sein Amt nieder- el t. _ _ . eg“Dem Notar Koeber in Eberswalde ist drr Wohnstß m

Kalau angrwiescn worden. ' "

In der Liste der Rechi-Zanwalte smd grldschi: der Rechts- anwalt Eisenmann bei dem Kammergericht, die Recht?,- anwaitc Sorof und Henke bei dem Landgrricht 1 rn Berlin, der Rcchtßanwalt 1)r. Richard Bruck ber demLand-

ericht in Frankfurt a. M., der RcchiSanwalt Lenz bei dem Landgericht in Hulle a. S., der Nrchtsanwalt Kocher bei dem Amthericht iii Eberswatde, der Rechtsanwalt Dr. Wiester bei dcm Amtsaerickit in Tarnorm , der “„Nichts- anwalt Henniges in Meiderich bei dem 3 mtsaericht 'm Ruhrort, der Rechtsanwalt (Holzmann, bei. dem Amthrricht in Genthin, dcr Rechtsiinwalt Nowacki bei drm Amiszzcricht in Schroda. _

In die Liste der NcchtSanwalte find eingetragen: der Rechtsanwalt Werner aus Jarotschin, der Rcchtsanwali Goßmann aus (Genthin, der (HrrchtEAff-zffor Riesenfeld und der Gericht*Z-Assessor Wolffenberg bei dem Land-

ericht 1 in Berlin, der Rechtsanwalt Sorof aus Berlin ei dem Land cricht in Brrslau, drr Rechtsiinwalt ])r. Wicster aus Zarnowiß bei dem Landgsricht m Bruthen ().-Schl., der Rechtßaiiwalt Kocher aus Eberswalde bri drm Amtherickjt in Kalau, der Gerichts-Affefsor ])r. Auerberch bei dem Amtsgericht [[ in Berlin mit dem Wohnfiß in Schöneberg, der Gerichts-Affeffor Steinbock bci dem Amts- gericht in Fürstenberg a. O.

Die von heute ab zur AUSZabc gelangende Nummer 35

der „(Heseß-Sammlung“ ent ält unter . ' Nr, 10 035 die Urkunde, betreffend die Stiftung drr Rothen Kreuz-Mcdaille, vom 1. Oktober 1898; und unter Nr. 10 036 die Verfügung des Justiz-Minisiers, bctrrffrnd die Anlegung des Grundbuchs für einen Theil der Bezirke der Amthcrichte Sankt Vith, Adenau, Bitburg, Darin, Hllli's: heim, Wachiler und Wittlich, vom 6. Oktober 1898.

Berlin W., dcn 22. Oktober 1898. Königliches Geseß:Sammlung5amt. Weberstedt.

Die Personal:Veränderungeu in der Armee be- findrn sich in der Ersten Beilage.

Nichtamtliches. Deutsches Reith.

Preußen. Berlin, 22. Oktober.

Ueber die gestrige Feier des Selamlik in Konstantinopel und die Truppen=Rrvue zu Ehren Ihrer Majestäten des Kai ers und der Kaiserin wird drm „W. T. B.“

beri irt: it dem gestrigen Selamlik hatten sich in den Straßen von ildiz und der Umgebung viele Tausende von Zu- chauern eingefunden. Bei herrlichem Wetter boten die Auf- ahrt durch die von türkischen Frauen beseßten Straßen, die mit usik marschierenden Truppen, die unzähligen Wagen, die vielen glänzenden Uniformen ein prachtvolles Bild. In dem Pavilion und auf der Terra 9 ge rnüber der Hamidie-Moschee wohnten meiliche Militär- ita és in Uniform, die Fremden Marine: ffiziere, die deutsche Kolonie und unzkähigc Einheimische uno Fremde dem glänzenden Schau mei bei. Einige Minuten nach 12 Uhr erschienen Seine Majestät der Kaiser und Ihre Majestät die_ Kaiserin in dem der amidie- MosZee schrä? gegenüberlieYnden Pavillon. Der Ka fer trug die aradeun form des 1. arde-Regiments z. F. und hatte außer Seinen türkischen Orden den Schwur en Adler-Orden abgelegt. Das Gefolge hatte theils in der Näße der Majestäten, t eils aus einer an renzendxn Terasse Aufteilung genommen. icderhot traten Ighre Ma estätxn der Kai er und die Kaiserin an das Fenster, um die usficht auf das Meer und das farbenprächtige Bild zu bewundern, welches die mit Tau exiden von Soldaten und einer un adligen Menge übersäte ildiz- öhe bot. Um 121/4 Uhr tra Seine Majestät der Sultanm dem avillon ein, und in demselben Augenblick wurden auf dem avillon die deutsche und die türkische Standarte gehißt. Von

Millan W M | ' der-Sulta'n' welcher" Marschaa- uniform trug, '“ mit z cZrimm PasÉa unter besonderem Gepränge zur Moschee. _

Nach der" Zeremonie in der Moschee marschierten die Trupren nach dem neben dem Yildiz - Kiosk gelegenen Exerzierplaß. Der etwa 1500 Schritx breite und ebenso lange Plaß war mit Truppen umsauznt, hinter, denen sich _cine vieltausendköpftge Men e drangte. Bei dem PaviUon, von dem aus der orbeimegrsck) abgenommrn wurde, warm zwei Tribü-xren für die Gaste zum leaxnlik reserviert. ,Die Miiitär-Ntiachéxs, drirtschr Marine-Osfiziere, türkische und deutsche Jnfanterie-OffiÉere hatten vor den Tribünen Aufstellun genommen. er eine Thcil der Truppen formi'érte 1ch auf der drm Paviüori „gegenüber- liegrnden Seite des Exerzierplaßc's' in Linie. „Kurz vor 11/2 Uhr erschienen 3er Kaiserlichen Maxestäten und Seine Majestät der Sultan auf dem Exerzierplgß und nahmen alsbald in dem Pavillon Plaß- Jn der Mitte des Plaßes nahm sodann der Marschall SckiedfatPascha, als Kommandant der kombinierten Paradc-Division, Aufstellung, mit ihm Marschall Fuad Eddin, als _Divisioiis-Kommandant, sowie drei Generale und StabSoffiziere, dir in Deutschland gedient haben und 'rßt als Insiruktrure an drr Militärschule fungicrcn. Der orbcimaisck) aller Truppengaitungeiz er- folgte im Schritt. Dic (Hrsammtzahl dcr ausgeruckten Trupprn betrug ctwa 5500 Mann. Um 21/4' Uhr war. der Vorbeimarsck) brrndei. Troß drr bcschränkien Lokalvrrhälmiffe für den Anmarsch und Abmarséy so: wie der fiir den Vorbrimarsch ungüxxstiqen Uncbrnixzit drs Terrains erfolgte dieser ziemlich flott und ohne irgend welchcn Zwischrnfal], was Scinrr Majestät drm Kaiser wiederholt Anlaß gab, Srinc Befriedigumg auszudrücken. Nack) Beerdigung der Parade gratulierte drr Kaiser dcm Sultan in hrtzlichster Wrist; zu ssinen Truppen. Inzwischen überfluthrtc dic tausendkdpftge Mcnschrnmengc, das Spalier durchdrechend, den ganzrn Excrzicrpiaß und bereitste dcn Deutsehrn Ma'rstätrn und dem Sultan unirr Tschok: Zascha-Nufen und ändeklatschcn Line stürmische Ovation, für welch: Ihre Majesiäicn freudigst bcwc'gt dankten. Srmc Majestät der Kaiser vetiirl) U.“!ck) der Parade zahlreichrn Militärs Auszeichnungen. '

Am Vormittag hatten Sich Jizre Majestäten drr Kmscr und die Kaiserin zu Wasssr nacb Stambul zur Wrsichiigrmg drr

Hagia Sophia bkgcbrn. Aiicri;dchsidiescldr11 wurden auf demWch

dorihin von der zusammergcströmtrn Menge judelnd bcgriißi und in dcr Moschcc von einer zahlreichen Gristlichkekit rizrfiirchtsvoll empfangen. Zur Führung war der Bdischiifis:Dra_0„oman von Eckardt befohlen. ZHW Majestäirn vsrwciltcn länqcre Zeit in dcr Hagia Sophia, sodaß der geplante Musrumsbrsuch auf; grsthoden wcrden mußtr. _

Ihre Majestät die Kaisrrin begab Sick) Nachmiitags UM 4Uhr nach der druischrn Botschaft, wo rinigrHandlrmZShäusrr unter Aufsicht drs Dragomans von Eckardt irn (Hartrnsalon eine Ausstellung auSerwählter prachtvoller Erz-:*ugnifse der türkischen Trxtil-, Stickerri- _und Zicrwaaren-anustrie veran- staltet Hatten, und machte brdcutende Einkäufe. Später bc- suchtc JHre Majestät das druischr Krankenhaus.

Drr Besuch Ihrer Kaiserlichen Majrstäirii in Koxistantinoprl erregt bei der türkischrn Bevölkerung bis in die hörbstcn Kreise stetig steigende Freude und Befricdigung, was vielfache Kund- gebungen bewei en.

Zur Zusammenfassung und Ergänzrmg der AlißobLii iiber einen anarchistischen Mordanschlag gegrn die Kaiser- lichrn Majestäten theilt die „Norddeutsche AllgrmUne Zeitung“ folgenden LluSzug aus der Brrichtersiattung des Kaiser- lichen Konsuls in Alexandrien mit:

„Nachdem die italienische Konsularbeböide in Wrxund'icn dir Auf- merksamkeit der dortigen Polizei auf das v-érdäcbjige Trribrn cinér größeren Anzahl dorthin gekommener Anarchisten gelrnkt batte, war ermitieit worden , daß diese A*narwisti'n Tisis ZUs;zmn:en- kunft in Kairo gröart und i€xchlossaii hatten, auf dciyi Viebemed Ali-Plaß oder Orr drm Abdixi-Palais in Kairo bei der Ankunft der Karserlichrn Maisstäien kill Briinbruzitrniat gegen das Deutsche Herrscbeipxar (auszufüdrrn. NMT) dem Bskcmntwekdrn dcr Aenderung dss Kaiserlichen Rrisrplans biclfrn disselben Anarchistrn am Morgen des 13. Oktober dri einem grwissen Ugo Parini in Alxxan- drien eine zweite Versammlung ab. In disser wurde beschloscn, die inzwischen angrfertigirn Bombrn, statt nach Kairo, nach Palästina zu schaffen, damit sie dort ge en die Kxiserlirhen Majestät€_n verwrndet wrrden könnten. Die Bom en sollten von Linkin aus Triest grdürtigrn Italiener, der fich kiirzlich uuf demnach Palästina bestimmten DamOie-r der „[Kirczäivjal Zt-Samgirjx) & SrarinJ [)0dk Oompany“ als KeÜnrc hatte in Dienst nehmen lassen, am 13. Oktober Abends an Bord diesc's Dampfsäoiffes grbracht werden, und zwar Von drm kleinrn Weinscbank aus, den Parini seit etwa zwei Jahren in dem Stadt- viertel Mobarrrm Bey in Aisrandrieu hält.

Am "13. Oktobkr, Abrnds um 7 UHr. begab si _ dsr Lriter dcs italier-iscbrn Konsulats, Vize-KonsulB-rrdrse, mxtrw-Zi arvaficn, denen |:!) der Polizei-Kommandant von Aikxannrikn, Harrington Bey, und der Polizei-Jnipsktor Trrves mit einigen Pdliziiten angrickzloffrn battrn, nach dem Weinscbank. Parini war anwrend. Die Kiste mit dm Bomben wurdedäld aufgefundrn. Parini (: aufBeiragen_a_n, erkenne den Inhalt nicht; ein ibm unbekanntcr " raber habe die Kiste bei ibur abgestellt und Erkiärt, sic in rinigen Taxirn wiedcr abholen zu Wollen. Auf weitrrrs Drärgen meinte P.:riiri, cs sri wol)! Kognak i:“! der Kiste, Mid griff nach einem Hammrr. An drr Au-fübrimg der offcnbarc'n Absicht, sich und alle Anwesendrn zu vcrnicbten, wurde er tmt Gewalt verhindert. Nack; seiner Frftnahme erklärte er unier wilden Drodmigea, er sci Anarchist. Er wurdr in GrWahrsam gebracht.u:id die Kiste in B87chiag grnommen. Darauf schriit dir Polizei m der Nacht [wm 13. zum 14. Oktober zur Vrrhaftung von acht Theiwebwein der in Kairo und chandrien abgehaltenen anarchistischen Zusammenkünfte. ES Wurde noch festgkstellt, daß der zur Uc'r-erfübrung der Bomben von Al_exandrien nach Jaffa bestimmte Italiener bLi der Ankunft drs Dampfers in Jaffa- seinen Dienst an Bord Verlassrn solitc, um eine bereits für ihn erwnktr Stellung als Kellner im .Hotel Bristol in Jaffa anzutrrten. Die Kiste mit den Bomben some er in unauffäUiger Weise uiiter seinen Sachen mit an Land bringen und sie im Hotel Bristol iür die zur Ausführung des Attentats in Jaffa eintreffrnden Genossen bereit kalten. ,

Am 14. “Oktober Mor uns wurde in Alexandrien im Beisein drs Kaiserlichen Konsuls von .Zaiimann die bei Paxini in Bescbla 53e- nommene Kiste untersucht. Sie enthielt, sorgfaltig in Säge Yaris verpackt und durch Holzstäbe vor dem Zusammenpraüew ges ust, zivei ganz gleiche Bomben. Es sind zwei etwa 25 am bove, runde, in der Mitte aussrbaucbte Zylinder von 7 am Durehmesser am Boden und 10 cm in der Mixte. Sie find aus galvanifiertem Eisen hergestellt, zunächst mit Zinkdrabt eng umsponnen, dann mit Papier und Bindfaden umwickelt. Der eine oben hat in der Mitte eine Oeffnung, aus der eine ßarke Zündschnur Hervorsiebt. Jede der Bomben wiegt 2130 3. Ihr Inhalt -brstebt aus einer; gelhen Masse, die als Knallquecksilber festgestellt ist, rm Gewicht von xe 1050 und 26 Stück fertigen Revolverpatronen starken Kalibers. Dana

. übrrwiescn.

"konntrn die' Bomben durcßx E-i'tzündimg' und durch Schlag zur Ex,

plosion ebracht werden. an nimmt an, daß jede Bombe im Fall der Exp o an die Tödtung oder Verwundung der in einem Umkreise von etwa 50 m befindlichen Personen herbeigeführt haben würde.“

Die gerichtliche Untersuchung wird von dem italienischen Konsulargericht in Alexandrien weitergeführt.

n der am 20. d. M. unter dem Vorsis des Staats- Miniters, Stamssekrctärs des Innern 1)r. Grafen von Posadowsky : Wehner abgehaltenen Plenarsißung des BundeSraths wurde die Vorlage, betreffend die Statistik der Auswanderung, dem Ausschuß für Handel und Verkehr Außerdem wurde über mehrere Ausschußaniräge und Vorlagen in Zoll- und Steuerangelegrnheiten sowie über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt.

Heute hielten die vereinigten Ausschüsse drs Bundes: raths für Zoll- und Steuerwesen und für Rechnungswe en sowie die vrreinigen Ausschüsse für Zoll: und Stcuerween und für Handel und Verkrhr Sißungen.

Der Bevollmächtigtr zum Bundesratl), Großherzoglich hessische Staats:Ministcr Rothe ist in Berlin angekommen,

Dxr hicfige Königlich Niederländische? Grsandte Jonkbrer van Tets van Goudriaan ist vom Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

In der Ersten und Zweiten Beilage zur hrutigen Nummer des „Reichs: und Siaais-Axizeigrrs“ wird die vom Reichs: Eisenbahnami auf cstellte tabeliarischr Uebersicht der Be- tricdS-Ergeldnißse deutscher Eisenbahnen für den Morini September d. I. veröffentlicht, auf welche am Donnerstag an dieser Stelle aiiSzüglick) [)ingewicscn wordrn ist.

Oesierreiäx-Unixaru.

Drr Kais er empfing gestern drn östrrrcichisch:ungarischen Boischaftrr in St. Prtersburg, Prinzen von und zu Liech- tenstein, in drsordercr Audienz.

Der russischr Ministrr drs Auswärtigc-n (Hranurawjew ist gestern Abend in Wirn cingctroffrn. Drr russische Bot: fcba'tcr Graf Kapnisi und der östewrsichisckz-ungarifche Bot- schaxtcr in St. Petersburg Prinz von und zu Liechten- stein waren zum Empfanch am Bahnhof anwesend. Graf Miirawjrw bcxxab sick; in das russischr Botschafishoirl, wo der- selbe Abstcigcqiiartier genommen hat.

Unter roßrm Trauergrpränlr und in Anwesenheit sätnmiiicher iinistcr, zadlrcirbcr ?Zarlamrntarier, grisilichcr iind militärischer Wiirdcnträgrr sowie Drputationen aller Städte und Komitate wnrdcn gestern in Budapest die sterblichen Ucbcrrc'ste drs im Jahre 1196 qestorbrncii ArpadenKönig-Z Bola 111. und sciiier Gemahlin Anna von Antiochien in der Krönun Ikirche dcigrseßt. Dic Traucrzrrsmonic voUzog dcr Kardina FürstPrimas Vasary.

Großbritannien und Irland.

Drr Präsident ch LokalwerwaltungSamis Chaplin hielt gestern in Sraford (Lincolnshire) eine Rede, in welcher er, wie „W. T.. B.“ bcrichtrk, sagts: Es sri unmöglich, das; England die Früchte drs Qicges im Sudan Ariderrn ausliefcre. „Wir bcanspruchc'n fiir Egyptrn und En [und“, so führte drr Minister aus, „die Kontrolc des Wa rrwcgcs des Nil- tkmirs und der vorn Khalifen usurpirrtcn Provinzen. Von dirscr Sieliung könnrn wir unmöglich urückgehen. Aber es ist auch UUsLW Pflicht, alle möglichen Anßtrcngnngen zu machen, um eine Brleidigung zu vrrmeidrn und den “riedcn aufrecht zu er- halten, wie auch das Wohlwoüi'n eincr gro en und befreundeten Nation.“ Jm wxitcrcn VrrlanL der Rede drzeichnrte der Minister die Beziehungen zu Deutschland als von der freundschaftlichsten Art. Schließlich vertheidigte der Redner die Politik der Rerxicrung in China, wobri er sagte: „Wir hätten dcr Erwerbung Port Arthurs und Talienwans durch Rußland Widerfiand leisten und dii'sc Pläße selbst nehmen können, aber nur auf die ernstlichc Gefahr eines Kris es oder die Dro?uug eines Krieges mit Rußland hin,“

ie das „Rcutcr'chc Bureau“ meldet, brrrscht in den Werften von PortSinoutl) ksine außergewöhnlich lebhafte Wätiqkeit; der Arbeitsbetricb ist der normale. (Gestern ist daselbst der Befehl eingegangen, keine SchiffSreparaturen zu ?xginnen, die nicht innerhalb 48 Stunden aUSgeführt werden minen.

Frankreickz.

Der Minister des Arußern Delcassé empfing in _der Nacht zum Freiin telcgraphisch aus “Kairo dcn Veri t drs Majors 5 ,ar and. Derselbe ist, wie das „Rcutcr's e Bureau“ meldet, nur eine „Kopie desjenigen, welchen Marchand bereits über Abeffynien und dgs Kongo- grbirt cxprdiert hatte. Der Bericht erstreckt sich bis zu drn ersten Tagen des September und bietet eine Dar- stellung der Expedition und der Ereignisse auf dem Marsche. Es wird eine genaue Wrgebsschreibung gearben und al1e be- scßicn Punkte werden aufgezählt mit Angabe ihrer geographischen Lage sowie der Art, wie die Occupation durch Aufstellung von Masten mit der französischen ahne und durch Errichtung von Posten zur Vertheidigung der ahne volliogen wurde. Marchand zählt ferner die mit versch edcnen Stämmen abgeschlo enext Verträge an und beschreibt schließiich den Zusamxnrnstd mrt den Dermis en. Ueber die Brgegnung Marchands niit Lord Kitchcner enthält der Bericht mchts.

Rußland. Der Kaiser ist, wie „W. T.B.“ meldet, gestern von Kopenhagen wieder in Lioadia eingetroffen.

Italien. Die Herzo in von Aosta ist, wie „W. T. B.“ aus Turin meldet, n der vergangenen Nacht von einem Prinzen

entbunden worden.

Wie der „Politischrn Korrespondenz“ aus Rom gemeldei wird, soll die Konferenz zur Berakhurg von Maß- nahmen gegen die Anarchisten sich mit &Fendm

[Hauptfragen beschäftigen: 1) Strafrechtliche nition

des AnarchiSmus. 2) Maßregeln gegen die anarchistische Presse. 3) Anolieferung der Anarchisten. 4 Qualifikation anarchistischer Verbrechen als emeine Verbre en. 5) Orga- nisation des olizetdirnstes be ufs Erleichterung des egen- feitigen Austau ches von Mittheilungen, betreffend dieNnarZiften.

Der Vischof vo_n _Osnabrück 1)r. Höting ist auf seiner Reise nach Rom plotzlich in Venedig gestorben.

Schweiz.

Der BundeSrath hat, wie „W. T. B.“ meldet, eine weitere Anzahl von Anarchisten auSgewiesen.

Spanien.

er General-Kapitän von Madrid hat, wie dem „W. T. B.“ berichtet wird, das Erscheinen des Blattes „Nacional“ untersa i, weil es fich nicht der militärischen „Zensur unterworfen Fat. Figueroa, der Direktor des „Nacional“, wurdc, obgleich er Dr_putirtcr ist, verhaftet und ins Grfängniß überführt, Abends jedoch wieder in Freiheit ,c'fcxzt. Unter den Ministern rnisiaridi'n Meinungsvrrschicdenheitcn uber diess Frage, infolge dercn drr Handels-Minister Gamazo seine Entlassun nahm. Dcr Ministchßräsident Sagasta wird interimistif'ch das Handels - Ministerium iibcr- nehmcn. *- Figucroa wird bei dem obrrsten Gerichwbof Klage gegrn den General-Kapitän erhoben, der die Un: vrrlrleichkcit dcs Dcputirtrn mcht grachtct habe. Die Mitglieder drr Minoritäten der Drputirtcnkammer traten unter dem Vorsitz Salmrron's zu eiiier Besprrchimg zusammen. Der Präfekt von Cadix Hat seine Entlassung eingereicht.

Türkei.

Die deutsche Koloriic in Konstantinopel vrr: anstaltctc, wie „W. T. B.“ brrichtct, am Donnerstag Abend in den Räumcn drr „Tcnlonia“ in Pera zu Ehren des deutschen Geschwaders eincn großcn Festkommers, an Walchem fast sämmtlichr deutschen Marineoffizirre theil- nahmen. Dcr Bauratb von Kapp führte den Vorsiß und rröffnete dic Frier mit einem Hoch auf Seine Maiestät den S ultan. Sodann brachte dersrlbe einen mit großer Begristrrung aufgenommene Toast auf Seine Majistät den Druischen Kaisrr aus. Der Bahndirektor Gros- bolz feiert? hierauf dic druischr Marine, deren Arifgabe im Frirdcii es sei, die Dänischen im Auslande zu schüßrn und zu fördern. Der Kommandant der „Hertha“, Korvetten- Kapitän von Usedom, betonte dankend, wie sehr die Marine sich dieser Aufgabe_ bewußt sei, und sprach den Wunsch aus, daßdri allen Drutichrn im Auslande ein so lebcndiger Sinn zu fmdcn sein möchtr, wie bri denen Konstantinoprls.

(Gestern saiid zu Edrrn dcr Kommandanten und Offiziere der deutschen Kriegsschiffe im Marine-Ministerium cin Bankett statt.

Die Pforte Hat gestern offiziell die Kollektivnote der vier Botschaftrr durch rückhaltlose Annahme der Be: dingumgen brantwortci und der Hoffnung Ausdruck e- geben, daß die Souveränrtät der Türkei respektiert und ie Mobamedanrr gesckiüHt wrrden würden.

AUS Kreta berichtet das Wiener „Tclcgr.-Korresp.- Burkart“, daß drr türkische Kordon bci Rethymon und KaiZdia durck) russische und britische Truppen erseßt wcr r.

Dänemark.

Die Kaiserin-Wittwe von Rußland gedenkt, wie „W. T. B.“ aus Koprnbaqxcn erfährt, iibermorgrn Nachmittag rn Begleitung der Großfürstin Olga von dort über Liban nach dem Kaukasus abzureisen.

Amerika. Der „Timrs“ wird aus Buenos Aires gcmcldrt, daß

chr argentinische Gesandte in Santiago de Chile um seine Entlassung eingekommcn sci.

Asien.

_ Einem in Yokolzama eingetroffenen Telegramm aus Söul Zusolge hai, wre das „Reuicr'sche Bureau“ berichtrt, das 96: ammtc koreanische Ministerium seine Entlassung einge- reicht, weil seine Wcigerung, die Zustimmung zu einer Denk- schrift zu Gunsten der Errichtung eines Parlaments zu geben, den UnwiUrn drr Politikcr hervorgerufen hatte.

Afrika.

Dcr Haupimann Baratier ist, dem „W. TB.“ zufolge, auf einem Dampfer der „USZZUZSÜSZ marjbjmds“ von Alexandrien abgrreist und wird am nächsten DonnerSia m Paris cintrcffen. Der Sirdar Lord Kitchener hat sie?? auf demselben Schiffe nach London begcben.

Zn Kairo ist die Nachricht einargcmgen, daß ein Trans- xort, welcher unter Deckung von acht Soldaten dcn Monats- oid nach Khedaref bringen sollte, unterwegs von den Der- wrschen abgeschnitten worden sci. Sämmiiichr Begleit- mannsckmftcn fairen getödtet worden. - Den Egypiern br: frezxndcte Stämme habcn in Ge: irrh und in dem (Hrbiet zwnchen dem Weißen und dem lauen Nil 600 Derwische und schwarze Soldaten, 500 Bagaras und 2000 Weibrr gr- fangen genommen urid nach Khartum gebracht.

Aus Pretoria erfährt das „Reuter'sche Burrau“, daß der General Joubert „vorgestern an den Häu tlixi der ngatos, dessen Leute noch immer unbotmäYig sm , ein Ultimatum gesandt und writere 3000 Burghers zu den Waffen

erufen habe.“ Nack) den letzten in Pretoria eingegangenen achrichten haben die Aufständischen das Lager der Boeken angxgriffen. - Nach einer Meldung der Londoner „Daily Mail“ aus Kapstadt vom gestrigen Tage wurden die Magatos

geschlagen.

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Statistik und Volkswirthsehaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Hier in Berlin bat, der „Boss. Ztg.“ zufolge, der Verband drr Berliner (Goldleistenfabrikanten seinen Arbeitern auf nxue Accordarbeiten eine Tariferhöhung von 15 bis 20 v. H. bewiurgt.

“MÜ find auch die Testen Streitpunkte zwischrn den ausstandig LewÖslUZM Vergolvern und ihren Arbeitgebern beseitigt. (Vgl. Nr.246

O Aus Steyr meldet „W. T. B,“: Drr Tbeilausstand in der Nesterretchischen Waffenfabrik dauert fort. Ungefähr 600 rbeiter haben die Arbeit eiiigestellt; 6 haben sie am Donnerstag ? kk au acnommen. , Aus aris wird der „Köln. Zig.“ geschrieben, da? erwallge- Feiner Ausstand der Pariser Wäscherinnen und M tterlnnkk AUSÜÖL siehe. In mehreren Pariser Waschbäusern ist die Arbeit

n schon niedergelegt, und die Veranstalterinnen des Ausstandes hoffen, .

daß die andern nicht zurückbleiben. Der ersten Ver am f [ace Monge unter freiem Himmel, machte ein Plus reFexiunYinaujäFT nde. Näheres wird man aus den Verhandlungen n der Arbeiter-

börseJerfcélxren,i (D

n evn cart. asdeClis - arbeÉtxrAdietArbeit EingesteYt. aa ) haben 600 Gruben u 11 werden wird dem „W. T. B.“ emeldet: Die bis

Vereinigung der Sobrifts es er und Drucker Fat wegen LobustrIiY

FTUMÉUJJMF tAußJc-nd bdsckzloffY'l tAußZkEdem „Handelsblad', r azye an nweren“ un em ate„' ße t" Ut

Abend kame Antwerprner Zeitung erscheinen kiinnen.au so e gesterir

Bauwesen.

In deux ausgeschriebenen Wettbewerb um Pläne für neue Kai- und Yafenatrlagen in Christiania ist, wie das „Centralbl. d. Vauverw. mittbinlt, der erste Preis den Ingenieuren C. O. Gleim in Hamburg und Eyde in Christiania, der zweite Preis dcn Baurätben Zayesiadt und Contag in Berlin und der dritte Preis dem Ingenieur

.O. Pedersen in Kopenhagen zuerkannt worden.

Land- und Forstwirthsthaft.

Saatenstand und Erntescbäßung in Preußen um die Mittedxs Monats Oktober1898

Nach den im Königlichen Statistischen Bureau zusammengestellten Saatenftandsbericbten uiid Erntescbäxzungen für den Monat Sep- tember d. I. find die Ernteaussichtrn im Königreich Preußen folgrndr (Note 1_: sehr gute, 2: gute, 3: mittlere [durcb- schnittitche], 4: geringe, 5: sehr geringe Ernte): Kartoffrin 2,7 (im September 2,8), Klee (aueh Luzerne) 2,7 (im September 2,6). Der Stgnd der jjunaen Saaten ist: Wintrrweizen 2,9; Wintrrspelz 2,6; Winterroggen 2,9; Klee 2,8 (im Srptember 2,6). Der Ernte- ertrcr aufGrund von Probedrüfckyrn beträgt bri: Sommerroggrn 906 (189 : 821); Winierwrizen 1932 (1897: 1829); SommerWeizen 1718 (1897: 1560); Wintrrspelz 1295 (1897: 1227); Sommersprlz 1150; Sommergerste 1831 (1897: 1614) kg ver Hrktar.

[) ?trläuternd wird zu diesen Zeilen in der „Stat. Korr.“ Foigrndes SM?!" :

AUE in der, verfloLenen Berickxisveriode war das Wettkr im anzkn taaisgebiete vor rrrfcbend trocken; nur in den letzten Tagen nd [Yin und wieder, öfter in den westlichen Provinzen, leichte Regrn-

fälie rmgxirrten, die? 4er zur genügenden Durchfeuchtung des durch wochen- langr Durre a_usg€tr0ckneten Bodsns nicht binreickzten. Ohne: Störung konnte daher die Er_nte der Futterpflanzen meistrns brsndigt und das Aus- nebmen der Hacksruchte fortgeseßt werdrn. In den Provinzen Ost- und Wrsivreukien, Brandenburg, Pommern und Posen sowie in rinem Theil von Schlesien trat jexoch bereits in dcr Zrit zwischrn dem 12. und 16. des Monqtß Oktobrr Frost ein, der weniger die jungen Saaten als die Hackiruchte schadigtr. In einer roßen Zahl der oit- und wrsjprerißischen Berickytsbezirke sank das hermomctrr des Nachts sogar . bis auf 6 Grad unter deri Gefrierpunkt. Vereinzelt ist "auch bereits Schnee gefallen. Wahrend nach den Ssptrmbrr- berichtrti drr durcb Mäuse angerichtete Schaden sich hauptiäoblich auf dir Provinzeri Wrswreußen, Posen, Schlesien und Sachsen befckzrankte, wird jrtzt auch in den übrigen Landestbrilen darüber Kiage grfudrt; doch foßlrn sich bier die Mäuse in grringcrrr Anzahl zrtgen. Am schwerstrn werden „durch diese Nager die Rrgierurgs- bezirke Bromberg, Breslau, Lirßmß und Merseburg [)eimgrsucbt, wo sie“. in solchrii MengLn auftreten, daß sich drr Srbadrn in der: Klee- feldrrw und jungen Saaten schon jeßt aw rin bedrutender békraiißstéut.

Die Kartoffeln konntén zum größten Theil bsi sutem Wxirrr eingerrntet Werden; nur auf dexi Fößerrn BLsißungen bat die Ernte WSJ?" Mangsls an genügendrn Ar ZiiL-kräften, zum thxil anch wrgrn dringender BrstrllungSarbeiten . wrist noch nicht zu führt wrrdcn _könnrn. Die wider Erwarten starken 'Nachifiökie haben im Osten. besonders in Osiprraßen, empfindlichrw _ScbaDe-n verursacht. Jm, allgemeinrn babrn die Kartoffehi an schkakm Bodrn im Frühjahr dura") Nässe, auf lricbtrm im Voriommer durch Dürre grlitien. Aus dem zuirßt axigefübrten Grunde sind die_Knollen in den betroffenen ngenden kiein gkblieben. Dir alten abgebauten Sorten haben meistens geringsre Erträge geliefrrt und fich Weniger widerstandsfähig erwiesen als neuere Arten, unter denrn auch in diesem Jahre „YuZyum 507111111“ iind „4:119718“ namhaft gemacht werden. Die anhaltende Trockendrit der lrtztrn Monate hat der Krankheit Einhalt gethan; der Aptbrrlxder erkrankten an der Gesammtmenge der geernteten Kartoffeln wrrd, infolge dessrn nur grring und jedenfaÜs bedeutend kieiner sein als in dem beiden Vorijren. Auch in tiesrm Monat wird der hohe Stärkrgebalt _dxr Kartoffeln mehrfach hervorgehoben. Fast durch- gangig ungüxiiiig lautcn dix Nachrichtrn aus der Provinz Ostprkusxcn iind drn Rrgircungsbrzirkkn Stralsund, Aurich und Trier, während anderséits auch vielfach berichtet wird, daß sich beim AuSnchmen der Kartoffeln der Ertrag als ein brssrrrr erwiesen habe, als crwartet wurde.

Dar kwrjäbrige Klee ist aklgcmsin in guter Beschaffrnbeit gekorgrn wordrn. Wenn auch der zweite Schnitt geringer angefalLr-n israls drr erste, so grbt er im Staatsdurchscknitt doch über eine Mitirlernte biraus.

Recht verschicden wird über den jungen Klee berichtet, drr iibrrali da, wo die Deckfrucht sich gelagert hatte, nur dünn brstanden iit und zudrm durch Dürre gelitten hat. In anderen Berichtsbrzirken wieder ist er so üppig gewachsen, daß brreits ein Schnitt gewonnen werdrn konnte. In den Regierungsbezirken Bromberg, Liegniß und Mcrfeburg haben die Mäuse ganze Felder kahl gefressen, weshalb thrilwrise Umackeriingein vorgenommen werden mußten. Jm Staats- duräoschnitt bleibt die Note hinter der im gleichen Monat des Vor- jabrks um fünf Zrbntcl zurück.

Dir Bestellung der Necker zur Wintersaat wie die Vorbereitung der Felder zur Frühjahrsbeftellmtg, welchr Wegen der reichen Ernte der Halmfxüchte erst spät in Angriff genommen werden konnte, ivar infolge der anhaltendrn Trockenheit cine ungemein schwierige und konnteauf schwerem Boden noch nicht zu Ende geführt werdcn. Vielerorts mußte ein Theil der Wintrrfrlder zur Sommerung liegen bleiben. Daher babrn auch in dirsem Monat eine Anzahl von Berichterstattern fiir die jungen Saaten Angabkn noch nicht machen können. Die auf- gegangencn Saatern zeigen mrist nur schwachen Stand. Der Wintrr- weizen, welchrr in den östlichen Provinzen größterztb-ziis bestellt ist, 01] in vielen (He enden des Westens noch erst gesaet werden. Die ' oggcnsaaten ind meist ungleich aufgelaufen und werden von Mäusen und Schnrcken geschädigt.

Was die Erntescbäßung der bei der Oktoberermittelung in Betracht kommenden Halmfrürbte anbetrifft, so hat ein nicht unbedeutendxr Theil der Vertrauenßmänner hierüber keine Angaben machen können, weil entweder wegen Mangels an Zeit und Arbeitskräften Erdruscbergebniffe überhaupt noch nicht vorlagen, oder die gedroscbene Menge so gering war, daß sich daraus ein einigermaßen sicheres Urtbeilnicht_bildcn [l?ß. Für Sommerro en lagen von 2488 bis zum 20. diejes Monqts eingegan enen BerWten nur 588 Schä ungen vor, gegen 834 mr gleichen onate des Vorjahres. Der fir die einzelnen RFierungs- bezirke nach den Angaben der Vertrauenßm nner berechnete Dur schnixts- ertrag war mit 1494 kg am höchsten im Regierungsbezirke Hildesheim, mit 732 kg am niedrigsten im Regierungöbezirke Danzig. Britti Winterweizen wie beim WinterroJen hat der Körnerertrag nicbt

Ende gc- cinxetretcnen

immer der reichen Strobernte entspro en. Zu einem großen Theile bat die Ausbildung des Korns beim W nterweizen durch Lager gelitten; in manchen Gegenden wieder ist sie, beispielsiveise in Ostpreußen, durcb Rost und Brand beeinträchtigt worden. Als höchster Durchschnitt wurden 2659 kg für den Regierungsbezirk Mersehurg, als niedrigster 1281 kg für Sigmarin en ermittelt. Der Ertrag ubertrifft den des Vorjahres um 5 6, das itte] aus den Jahren 1893 bis 1897 aber um 7,1 Hunderttbeile. cÖer Mehrertrag des nur fiir die bobenzollernschen Lande in Betracht kommenden Winterspelzes beträgt gegen das Voriabr 5,5 Hundert- tbeile. Die Sommergerste ist fast außnabmslos m tadelloser Ve- scbaffenbeit geborgen worden; nur da, wo die Frucht sicb legte, ist das

Korn flach eblieben. Die Erträge sibwanken zwksixen "2392 " im ReZierungs ezirk Merfebur und 1320 kg im RegierungFejirk M kiffer. Im Staatödurckyßcbnirt aebi der Ertrag über den vor- '

jährigen um 13,4, iiber das Mittel der fünf vorangehenden Jahre .. aber um 9,2 Hunderttbeile hinaus. " ' *

Gesundheitswesen, Thierkrankhéiten und Absperrungs- Maßregeln. *

Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuchei emeldet vom Schlachthofe zu Dresden am 21. Oktober"1898.st g ' '

Wien, 21. Oktober. W. T. B.) Nach einer Meldun des Stadtpby-ikats ist der Assisiené Dr. Müller, welcher den verstorßenen Laboratorumsdiener Barisch und deffen beide Wärterinnen behandelte (vgl. Nrn. 249 u. 250 d. Bl.), ebenfalls von einem Unwohlsein befaüen ivorden. - Die heutige „Wiener Abrndpost“ brrichtet: In dem Befinden der unter pestverdächtixien Erscheinungen erkrankten und in isolierter Pfle 2 befindlichen Wärterin ist eine Verschlimmerung des firberßaften Zustandes eingetreten, Welche im Zusammenhang mit dem Ergebniß drr voriäufigen mikro- skopischen Untersuchung die schwerste Besorgniß veranlaßt. Auch bei dem, wie gemeldet, Von einem Unwohlsein befallenen behandelnden Assistrnz-Arzt Dr. Müller wurden am Nachmittag im Sputum Spuren von Pestbacillen festgestellt, weshalb ein anderer Arzt zur Uebernahme des Dienstes des Dr. MüUer in das Jsoliergebäude dirigiert Wurde. .Der Gesundbritßzustand “der zroeiten isolierten Warterin ist bisher ein befriedigender. Jm all-grmeinkn Kranken- batisr sind unter den, ärztlicherseits überwachten Personen keine be- denklichen Grfundhettöstörungen aufgeireten. Vormittags trat im Auftrage des Minister-Präsidenten die Sanitätskommission zu- sammen und stellte arif das Genaueste in dem betreffsnden Spital die Eiiizelbeiterx der SamtätSmaßreaeln fest, um ein Urbergreifen der In- fektion wirkkam zu bekämpfen. - Ein heute Abend über das Befindrn des an der Pest erkrankten Dr. [ler und der Wii rterin Pecha außgrge- bencr Krankheitsberiäyt lautet für den ersteren sehr ernst, für die leistete hoffnungslos; bei beiden wird erhöhtes Fieber und Blutumlauf fest- grstrUi. Beide wurden Abends mit den Sterbesakramenten vrrsehen. Die zweitr Wärter'in befindet sich vollkommen wohl; der vor- sichtshalber isolierte Dtenrr des allgemeinen Krankenhauses zeigt keine branubiFenden Merkmale. Die Statthalterei feste mit Ermächtigung des Minister ums des Innern zum Zweck des einheitlichen Zusammenwirkens drr beriifenen Behörden ein aus Vertretern des Sanitätsdcpartements, des Ministeriums des Irmern, des niederösrecreiäzisoben Landröaus- schusses, der Statthalteret, des Wiener Magistrats und der Polizci- direktion zusammengeseßteS, permanentes Comité im Natbbause ein, Welcixes _beuie Abend zu emrr erstrn Sißung zusammentrat und den ausfuiirlichen Brrickpt des Landes-Sanitäts-Jnspektors über den festge- firlltrn Thaibestand entgegennabm. Das Comité verfügte sofort die Ein- seßrmg *;er iirztlichen Permanenzdienstes im Raibbausa. - Der Brkuch sammtiicber im beäude des pathologisckp-anawmischen Insti- tuts untergebrachten Hz_rsale seitens rer Studierenden ist vorläufig fisticrt. Dir Atigebörigen des verstorbenen Laboratoriumsdieners Barifch sonore siimmiliche Diener des pathologisch - anatomischen Jnstiiuts werden isoliert und werden von amtlicher ärztlicher Seite

bewacht.

- 22. Oktober. (W. T. V.) Hinter dem Epidemiespital wurdrn im Laufe der Nacht von etiva 100 Arbritrrn bei Fackelbeieuchtung Baracken fertiggestellt. - Bis Mittrrnacht war drr Zustand der gnddetr Pest erkrankten Wärterin Pecha und des Dr. Müller unvrr- an er .

Rom, 21.0ktober. (W.T.B.) Die Einfuhr yon Rindern, Kuben, Schafen und Schweinen aus der Schweiz ist wegen der Maul- und Klauenjeucbe verboten worden. Die Präfrkten der Grenrprovinzen sind ermächtigt, die Einfuhr von Ochsen und Kuben aus der Schweiz, sofern LS die der Aipenzüchtung sind, unter Beachtung gewisser Vorsichtömaßregeln zu g-stattrn.

Verkehrs-Anftalteu.

. Die Zritungerz Wußten in diesen Tagen unter Mittheilung von Einzrlbevten zu beruhten, daß nach dem Abschluß vorangegangener lang- wieriger Verhandlungen nunmehr die Einrichtung eines telephonisckxrn Disaster; Brrlin-Bxü rl-Paris gessichert wäre.

Wie wir zuvrrlqs g erfahren, it an zuständiger Steüe von einer solchen Fernsprcchltme nichts bekannt. SoÜte rs aber zu einer un- mittelbaren Fernsprechverbindung zwischen Brrlin und Paris kommen, so würde sie ficher direkt und nicht mit dem Um- wege über Belgien hergestelit werden.

Bremen, 21. Oktober. W. T. B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Karlßrube“ 20. kt. v. New York n. Bremen abgeg. „Fulda“ 20. Okt. 6 Nrn. Reise n. Genua fortges. „Stutt- gart“ 20. Okt. v. Fremantle n. Bremen abgeg. „Bremen“, n. Australien best., 20. Okt.?lntWLrpen anaek. .KaiserFriedrich“, v. Bremen kommend, 19. Okt. 11 Vm. New York angekommkn.

- 22. Oktober. (W. T. B.) Dampfer „Ellen RickmerS“, v. Galveston kommend, 21. Okt. 10 Vm. a. d. Weser an ek. „Ccefeld“, mit Marinetransport von Oft-Asién kommend, 21. Fkt. Vm. in Wilhelmshaven anger. ,Preu en“, v. Ofi-Afien kommend, 21. Okt. 7 Mras. Hurst Caßle pas ert.

Hamburg, 21. Oktober (W. T. B,) Dampfer „Penn- sylvania“, von Hamburg kommend, heute früh 6 Uhr in New York angekommen.

London, 21.0ktober. (W.T.B.) Castle-Linie. Dampfer ,Tintagel Castle“ heute auf Außreise von London abgegangen.

Theater und Musik.

Theater des Westens.

Herr Kammersänger C' mil Goehe eröffnete gestern als Lyonel in Flotow's Oper „M rtba“ ein Gastspiel, welches ein zahl- rci es Publikum angelock hatte. Was der Sänger in dieser seiner Lieblingspartie leistet, ist hier zu wobl bekannt, nur einer neuen aus- führlichen Würdigung _zu bedürfen; sie bietet ihm vollauf Gelegen- heit, seine noch immer in ung'escbwächter Kraft strahlende Stimme von der vortbeilbaftesten Seite zu zeigen. Freilich für das Lyrische stehen Herrn Goetze nicht mehr die einschmeichelnden Laute zur Verfügung, die er dereinst besaß, an ist seine Intonation zuweilen Schwankungen unterworfen, Welche si früher nicht bemerk- bar machten. Diese kleinen Störungen des Gesammteindrucks werden aber nur“ demjenigen auffaüen, der den Sänger in seiner be Xen Zeit gehört hat. Was er heute bietet, ist, für KZ allein betraébtet, doch noch weit mehr, als man es durchschnittli bei Tenorsängem antreffen wird. Neben dem Gast ist in erster Linie wieder rau Schuster-Wirtb zu nennen, welche die TitelrolleUYeYnYlich und dar ieüniscb mit künstle- rischem eingefübl wiedergab. e t nerkennenswertbes bot Fräulein Bracken ammer als Nancy, auch die Herren Dre lerÄPlumkc-tt) und " Gillmann Tristan) find lobend zu erwähnen. ie uffübrung ver- lief unter apellmeister Rutbardt's kundin Leitun glatt und gefäilig. Das Publikum zeichnete den berühmten ast dur zahlreiche Hervor- rufe aus und spendete der Gexmmtauffübrung wohlverdienten Beifall.

onzecte.

Die Sin -Nkademie führte ZW im ersien Abonnements. Konzert das catorium „Judas * accabäus“ von Händel auf. Der "Lark beseßte Chor war nach der längeren Ruhepause im Kon- zertleiien von besonderer Klangfriscbe. Namentlich erfreute die kae und Weichbeit der rauencböre, welche in ihrem Zweisiimmigens _ ck „Seht, er kommtm tSieF umringt“ an Zartbet kaum m übettr waren. Grade diese durch bre Volkstbümlichkeit schWTnig.auszqubtenN-'chi_' Melodie _gelang dieses Mal ganz vor üglicb- Von ,den Solistené' überraschte räulein Meta Geyer durÉ den Glanz. *ibrerzStimn'ie und die lei t binfiie ende Koloratur in der Arie; Dann tönt'deer'i“ und Harfe Klang“, w brend ibr vorausgehende Get ' * ' „, haltende, etrageneTöne oft ins Stb ka mig mit ' “575,

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