1892 / 13 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 16 Jan 1892 18:00:01 GMT) scan diff

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gebracht werdcn. Das gcsammtc Staatsinicrcffc muß bier die Entschei- *

dung geben. Wir können nicht immer die Einnahmen dcrmchrcn; cs find gcgcnwärtig die Ansprüche an die' Stcucrzahlcr schon hoch genug. (Schr richtig!) Wir müssen uns auch cincr tlzuulichst sparsamen Behandlung der ?[usgabcn bcstcißigcn. Das ist gcwiß eine harte Anfgabc. Abcr fie muß gelöst Mrdcn. Ich wrnigstcns, so lange mir kcine unübcrstcig- 1ichcn Hindcrnissc cnfgcgcntrctcn, wrrdc meine Aufgabe als Finanz- Ministcr in diesem Simlc auffassen, und ich Hoffe", mcim' vcrcbrtcn Hcrch, dabei auf Ihre Hilfe und auf Ihrc freundliche Mitwirkung. (Bravo!)

Vicc-Präsidc'nt ])1'. Frcibcrr von *Hcercgnan: Vom Abg. von KöUcr ist dir tclcgraplnxchc Antwort eingelaust'n, daß er das Amt als Präsidcnt übrrnrbmc. Er verknüpft damit die erfreuliche Mit- 1[)cilung, daf; cr sich bcffcr bcfindc, und, wmm kcinr wcitcrchompli- rationen dazu konnncn, hofft cr, in acht Tagen [)icr cintrcffcn zu könncn.

Minister der geistlichen :c; Zed liß-Trüxzschler: _

Meine Hcrrcn! Auf Grund AlkcrböcBstrr Ermächtigung Habe ick) mir grstattct, dcm Hobcn Hanse schon gestern dcn Entwurf Eines Volksschulgcscßrs zu untcrbrcitcn. Ich habe dir:? grtßan, um virlfach

' an mit!) [)rrangrtrrtrnrn Wünschen, drn Wortlaut dcs Gesch?» so bald als 1nöglich in die Hand zu bckcmmcn, zu cntsprcäöcn. Mkr ick) [*alw mich dadurch der Pflicht nicht cntbundcn, gkrirhzcitig auch die Grnnd- züge prrsönlick) zu crörtrrn, rvclrhc mich bei AnxLarbcitung dicses Gcscß- entwurfs gclcitct bach.

Die Staatsrrgicrung erfüllt mit der Vorlrgnng dicses Gcscßcs dic Zusagc',_ welchc ich namens drrsrlbkn in dcr Siyung vom 4. Mai

dorigrn Jahres abgcgcbcn Habc. Jn Brzug auf die äußere Anordnung schlisßr sich der Entwurf dcm dorjährigcn an. Ick) habe dies für richtig chaltcn, um die Arbeiten des vorigen Jahres nicht WU dcr- Toren gkhcn [zu [asscn und Bci dcn dicöjäHrigcn sie zu crlrichkcrn. Aber nicht bloß dcr Form uach, anch scincm wescntlirhcn Inhalte

* nach sind eins große Zahl Von Bcstimmungcn dcs vorjährigcn Ent- wurfes in dcn diesjährigen tHcils in dcm Ursprünglicher! Wortlautr der yorjäHrigchorlagc, tHcilZ in dmnjcnigcn Wortlautc übcrnommcn- welchen dic Vorlagc in dcr crstcn Bcrathung drr Contmission dicses Hohen Hauses gc'fundcn Hatten

Dagcgcn zcigt d("r Entwurf ("inc crbrblichc Crwritcrtmg dcs Um- fanges dcs von ihm zu regelnden Gcbictcs rmd in gcwissrr Beziehung auch principicUc Abwrichungcn.

Dic Staatsrrgic'rung gebt bci dikscm Entwurfc von drr grund- säylicch Auffassung aus, das; rs Ucrfassungsmäßig zulässig ist, cincn Theil der U11tcrrichtsgcschgcb1mg d11rchGcsch zu rrgc'ln; sic sicht also in dcm Artikcl 26 der Bcrfassung nicht die' NotHWc'ndigkcit znr ausschließ- lichcn Vorlcgung cines das gesammte UntrrrichtÖWcscn rcgclndcn Gc- seycntwurfcs. Aber dcr Vorlicgcndc Entwurf stcÜt sich im Gcßcnsalz zum 'vorjäHrigcn die Aufgabe, das von ihm in Angriff gcnommcuc Gcbict dcs UnterriÖtÖwescns einheitlich nnd erschöpfcnd zu rcgeln, soweit das nicht schon, wie bei dem Gesetz über die Schulaufsicht, gesetzlich gcsckxHen ist.

In Conscqucnz dicser Auffassung bietet dcr Jann Vorlicgcnde Entwurf Bestimmungen über dir. Lelyrerdorbisdung und über die Rc- gslung dcs Privatunterrichts.

Wenn ich nunmehr auf dcn sachlichcn Inhalt des Entwurfe's ein- gebe", so glanbe ick) zunächst Vorausschicken zu dürfen, daß die Absicht der Staatsregierung dabei ist, dir bczüglichcn Vcrfaffungsbrstimmungen loyal, gcwiffcnhaft und folgerichtig znr Auögrstaltung zu bringrn. Mcine Herrén, dirse Vc"rfassnngsbcstimmungcn sind in Pchßcn geltendes Recht, und so lange dic'scs geltende Recht besteht, wird kein Unter- richtögrfrß auf andcrcr Grundlage aufgebaut jvcrdcn können, und muß jcdes Unterrichtsgcseß conscquent auf dieser Grundlage durchge- führt wcrdrn. Disse vcrfassungsmäßigcn Grundlagen sind dic Vrrück- sichtigung der Confession in der Volksschule, das communach Princip betreffs ihrc'r Untrrhaltungspflicht, die Anstrllung der Lrßrrr durch den Staat, aber unter gcordnctcr Mitwirkung dcr Gcmrindcn, eine auskömmliche, den hcutigrn Zcitdcrhältnisssn cntsprcchrndc Rrgrlung drs Einkommens dcr Lehrer und die Zuläsfigkrit drs Privatunterrickyts. Diese Grundsätzr Hach in drm Entkmrrfe folgcrichtigen und kkarrn Ausdruck grfundcn.

Das ist durchaus möglich unter Fcsthaltung drs Grundprincips der staatlichén A11fficht über die Schule und W «Hoheitsrrchts drs Staats an ihr, cbrnso wie an jeder anderen staatlichen Einrichtung. In dieser Brzichung - das möchte ich gleich hier rrklärrn 4- wird die Regierung Abänderungcn drs Envvurfes nicht zustimmen.

Wenn ich nun im Einzcknen auf dicse Grundzüge cingehc, so be- merke ich zunächst, das; jene eben Von mir hervorgehobene Stellung in Bezug auf die Aufsicht durchaus vereinbar ist mit der gescßkichen Mitbetbeiligung, aber unter bestimmten geseylichsn Schranken, der- jenigen Organe und Factorcn, welchc bisher in der historischen Ent- wickelung unseres Schulwesens mitgearbeitet haben und ohne welche nach meiner Auffassung cine gedeihlickye Entwickelung unseres preußi- schen Volksschukwesens ganz undenkbar ist. (Bravo!)

Zunächst also das Confcsfionsprinzip! Meine Herren, die Voraus- setzung der Confcsfionsschule bildet die confesfionrlle, bckcnntnißmäßige Lehrerausbildung. Es ist unmöglich, wenn man nicht mit dem Wort etwas sagcn will, was dem Inhalt nicht entspricht, fich eine Confcsfionsschule zu denken, in dcr nicht bckcnntnißmäßig ausgebildete Lehrer wirken. (Schr richtig! rechts und im Crntrum.) Daher sind in dem Entjvurf die Bestimmungen über die Lchrcrbildung aufgcnommen. Diese Bcstinnnungcn ins Einzelne schon chte zu Vcrfölgcn, würde zu weit führen. Ich bebe nur hervor, das; hier wie bei dcr Volksschule selbst den Religions- gcmeinschastcn cine Einwirkung und eine Mitwirkung bei dem Religions- unterricht im Gcscß gewährleistet wird, und das; ebenso in dcr Mit- wirkung von Organen der Religionßgemcinfchaften, wie die:"; übrigens thatsächlich schon immer geschicht, bei der Feststellung der Lehramts- „befugniffe eine weitere Garantie für die bckcnntnifztreuc Mitwirkung der Lehrer gegeben ist. (Bravo! im Centrum.)

“Meine? Herren, die Lehrerbildung selbst kann, wenn man die ge- schichtliche Entwickelung dcrsclben verfolgt und Wenn man damit das thatsärhlirhc Bcdürfniß drs hcutigcu Tages vergleicht, nach meiner Auffassung in gar keiner anderen Form crfolgrn, als in der Seminar- bildung. Ich habe pc'rsönlich mit dem allergrößten Interesse eine erhebliche Zahl umgrstaltcndcr Vorschläge nach dieser Richtung

hin geke'sc'n, irh vrrkcnne auch keinen Augenblick, daß in dfrsrn Vorschlägrn nach vcrsrhirdc'nen Richtungrn hin vorzüglich der- wc'rtHbares und brauchbare's Material enthalten ist,“ aber so sehr ich

Angelegenheiten Graf von

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mich bemüht habe, auf Grund diescr Vorschläge einc voU acceptable Basis zu gewinnen, so schr bin ich immer an dcr Macht der gcgrbcncn Vcrbältniffc gcschcitcrt. Ick) habe mich chwrgcn darauf beschränkt, die Scminarbildung als die Grundlage nnscrrr chrcrbildung zu ncbmcn, will abcr durchaus damit nicht gcsagt lxabc'n, daß in dicscm Krciö und nrbrn ihm nicht auch andere Formcn anögcstaltcnd und fortschrcitcnd zur Entwickclung kommcn können.

Meine *Hc'rrcn, eine weitere Fordcrunzx dcr vorfaffnngsmäßigcn Bcstinnnungcn dcr Bcrücksicl)tig:11tg dcr (Tonfcssion ist, wie ich bereits» anfüHrtc', dic Einräumung cincr Z).)éitwirkung drr Religionsgcmcin- schaften bci der Einrichtung dcs Religicnsuntcrrickyts und auch bci dcr Ertbcilung chsclbcn. Auch die Lcittmg ist Verfassungsmäßig ibncn bereits garantirt. Ucbcrall sind die Normrn gefunden, die nach mcincr Auffassung das Staatsboßritsrccht nicht in Frage stclkcn.

Ich bcmcrkc, das; dir sännntlichrn Bcstinmnmgrn, die in dirsrr chirbung in drm Entdmrrf sind, fast wörtlich odcr wcnigstcns in ganz übcrwirgcndcr Mchrzabl dcm vrrjälyrigcn Entwurf cntnommcn find und sich kaum von dirscm untcrsclwidcn. Ich glauök, das bcwcist, wic zwättglich cinc derartige BcrücksicHtigung ist.

Meine Hrrrrn, writcr. Eine Schule!, die confcssioncll skin solT, muß als solchc auch in sich grglicde'rt skin und sie muß, wie ich 111cinc,ciucigcnrs Organ habcn, um sich zu äußern und WM Ju- tcrcsscn zur Geltung zu bringcn, Daher dic Bestimmung, daß, Aus- nabmrfäÜL aßgcschru, dcr chrcr dcr Confrssion dcr Schule attgcbörrn muß, das hcißt drr Kindcr, welchc? in die Schuko [)incinchcn und dcncn cr L?Hrcr und Erzirbcr scin soÜ, eine Bestimmung, mrinc Herren, Welche nicht ctrva etwas Ncucs konstruircn will, sondcrn cine längst bcstcHrndc und, wie ich glanbc, dsr ganz überwicgrndcn McHrzaHl drr Bcvölkcrung tief an's Harz gcwachscnc Einrichtung conscrvirt. Das ist dcr Schulvorstaxtd. (ScHr richtig !)

Dieser SchuWorstand wird ja sclbstberständlich komponirk werdcn müssrn einmal aus dcm Lchrcr - ich wünscht: und hakte 05 für eine durchaus brrcchtigtc Fordcrnng dcs Lchrcrstanch, daß cr künftig nicht immer bloß in die Stcllnng dcs chirtcn, sondrrn das; cr bci diesrn Fragkn in die Stellung dcs Mitwirkrudrn tritt, Ick) glaube, es ist ein großc'r Fehler unscrcr [Zishcriacn Organisation im Schnkwescu grwcsc'n, daß man den Leörcrstmtd in dicser chirhung nicht genügend mitbctbciligt und auch nicht gcnügrnd äußrrkirh gewürdigt und gc- achtct bat - dann zweitcns dcm Vc"1*trc*tc*r der ConfessioUSJcmrindc- das ist der Ge'istlichc _ endlich cincr Mchrzahl von Brrtrctcrn dcr- jcnigcn Hansvätcr, wrchc zn dcr Schalk gcwirscn sind und cinem Vertrctcr d("ö Schu[aufsirhtIintcrcssrN falls daI nicht ("inc diescr Prrsömlichkcitcn bcrcits ist, Und dem Borstrbcr dcr bürgcrlichcn Gcmcindr, um den Zusammcnbang mit dicser nntcr aUcn Umständcn aufrecht zu crlxaltc'n. Daß die [*cidc'n lcytcrrn Pcrsoncn nicht der Confession dcr Söhnke anzuchörcn brauchen, crgirbt sick) Von selbst.

Ich möchte glauben, diesc Ordnung der Dings, dic, wie ich eben Hervorgehoben hab?, in Weiten Districtcn unseres prcnßischcn VUtcr- landcs seit Alters [)cr bcstcbt, fick) bcwäbrt Hat und dort licbgcwonncn ist, ohne jcdc Schwierigkeit wird arbeiten können, a11ch1vcnn man das Communalprincip bezüglich der UnicrHaltung der Schule znr Vollen Durchführung bringt.

Meine Herren, noch eine Zwisckxcnbcmerkung bezüglich der Con- frsfionsfragc, dic sick) cigcntlich an ein Publikum außerhaW dicscs Hausrs richtet _ sie soll nur ganz kurz skin. Es Werden die allcr- schw«rstcn Bcdcnkcn in dicser BczicHung gcgen den Entwurf crhobrn, und es wird in Ausdrücken über ifm grsprochrn, als ob wir, irh glaube vier oder fünf Jaßrßtmderfc sofort in dcr Cultur zurückträtrn.

(ZurUf links.)

Meine Hrrrrtt, dcmgegcnüöcr möchte ich doch Eins konstatircn: in dem ganzrn Entwurf stcHt auch nicht cine cinzigc Bcstimmrmg, dic nicht cht schon, und zwar Von mrincm Herrn Vorgänger und meine'n Herrrn VorvorgäUgrrn ganz ebenso gräbt wordcn ist, wir sic [)icr in den Entwurf aufgrnommc'n worden ist. Meine (Ocrrcn, der Entwurf codistcirt béstrhcndc Verwaltungspraxis. (Schr richtig!)

Nun, meine Hcrrrn, komme ich auf die Frage der Unterhaltungs-

pflicht. Es- ist durch den Art. 25 der Verfassung das Communal- prinzip zwänglirh konstruirt. Ich meins, wenn das der Fall ist, so organisirt man richtig die Schule in diescr Bcziehung künftig cinfacl) in den GcmcindeHausHalt und in das Verfassungsrecht dcr städtischcn wie der ländlichrn Gemeinden ein. In folgerichtigcr Ausbildung dirscs chankcns bcschränkt der Entwurf dic rrgiminalc ;VCHÖTÖT in einer großrn Zakyl von FMM, die zu den äußeren Srhukangclcgcnheitcn gchörkn, in ihren Visberigcn Befugnissen. Ja, er cht sogar so writ, in der Bczirksinstanz die jrjzt in der Hauptsache für diese Zwrckc bestcöcnde Instanz überhaupt zu eliminircn; er überträgt eincn großcn Theil dirscr Brfugnissc auf an- dcrc Instanzen, in der Hauptsarbr auf Sclbstdcrkvaltungsinstanzcn. Er stärkt den Einfluß der Gemeinde, des Krciscs, und rr stellt das Schul- Wcscn unter die Rcchté-controlc dcr gcsrYkkck) gcordnrtcn Sclbstbcrwal- tungsorgane.

E11dlich, um etwas zu vermeiden, was muß meiner Auffassung zu den größtcn Frhlcrn jeder vernünftigen Verwaltung gehört - das ist die Duplicität der behördlichen Organe. - Umxdicselbc zu vermeiden- construirt dcr Gcscßrntwurf in der Kreisinstanz, in drr Kreis-Sckyul- behörde, ein Organ, Welches Schulaufsicht und reine Vcrwaltungs- zwecke in fich vereinigt und dafür Garantie leistet, das; nicht dcr Toch- nikcr die Herrschaft über dcn Verwaltuugöbcamtcn und nicht die enge, vielfach ja auch von nicht ganz zu billigrnden Nückfichten bc- einflußtc Einwirkung des örtlichen Elements das Ucbcrgcwicht bc- koWnt." Beide sollen sich ergänzen, es soUcn bridezum Hril der Schule wirken. Ich halte. das für durchaus möglich und bin der fcsten Uebcrzeugung, daß diese writgchcnde und conscquent durchgeführte Dccentralisation, Welche sich eng an die Ausbildung des Verfassungs- rechtcs in den lcßten Jahrzehnten anschließt, in der Bevölkerung mit Freuden begrüßt werdcn wird; und ich Hoffe bestimmt, daß dadurch die Schule, eine dsr wesentlichsten und wichtigstcn Lebcnsäußcrungen unseres Culturstaatcs, ebcnso Unterstüßung und Förderung findrn wird, wie wir das auf anderen Gebieten gesehen Haben, wo die ört- lichen und communalcn und Laicnorganc sich an derartigen Institu- tionen jest schon betbeiligcn.

Meine Herren, die öffentlichen Lehrer Haben die Pflichten und Rechte der Staatsdiener; der Staat stellt unter gesetzlich geordneter Betheiligung der Gemeinden die Leörer an den öffentlichcn Volks- schulen an. Diese Bestimmung giebt dem Staat bezüglich der Anstellung ein unveräußcrlichcs Recht, sie bietet dem chrerstande eine außerordent-

lich wertbtwllc Sicherung seiner Interessen und fie gewährt außerdem den

Gemeinden eine wirksame" Miibclbciligung in dcr Auöwabl drrLchrcxx Zi! dcn §§116 und folncndcndcchschö,1vclck)c dirscn Grdankrn auöznsübxm suchen, darf ick) darauf binwciscn, das; in drm Umstnndk, das; dir (95c- mcindc cin VorsäUagIrcrht [mt und dic“ gemachten Vorschlägc vo" dc" dic Anstcllung lcgalisircndcn stnatlichcn Instanzcn nnr untcr “Flugobj- dcr Gründe [*canstandct wcrdcn dürfen, sebr wcitgclwndc' (*santclcn gcgcbc'n sind, um dirscö Vorschlagsrecht dk!" Grmrindc zn (*inc'm wirklich wcr1bvollc1t und 21211an bringrndcn Factor zu mnchcn.

Mcinc *Hrrrcn! Was das Dicnstcinkommrn drr Lc'kUPcrsoncu bc- trifft, s » nntcrsclxcidct dcr (“Irscßcntwnrf zwischcn Gmndgkbalt imd Alters. znlagr. Das Grundgrbalt mus: naturgemäß nach dcn lvcalcn nnd amt. lichcn Vcrßältuissrn drr rinzrlnkn Lchrkrstrllc', vichllricht auch nach ganzm Provimzcn, verschicdcn grstalfct skin. Wrnn in dem Gcsclzrnkwurf aber , [*rzüglick) dcrjcnich Catcgoric von Lckrcrn, wrlrhc dic größt? Zahl im, prcnßisrbrnStaat a1t§111achr11, drr allrinstcbrndcn und Ersten Lrbrcr, ('in Mininmkchalt angcscHt ist, so soll dics brdeUtcn, das; iibcr dicsc llxjkc'rste Grenze nicht, wir das [*ZÖÜCL' lcidcr zum Schadcn nicht bloß dcr Schule, sondcm auch viclcr andcrcn Dingc gaschcbrn ist, ein nnnntcrbrochcnsg Strritcn und Handeln stnttfindcn darf. Wie: nötHig einc drrartjge Bcstimnnmg ist, Wcrdcn Sic, maine Hrrrcn, wic ick) Hoffc, ans Cinrr Dcnkschrift rrscbc'n, dic: ich angrnblick'likh in meinem Z).)kinistkrium ausarbcitcn lasse, und Woche dic Ergcbniffc der auf meine Vrmnlassung in dicsrm Jaerc iibcr dic Lrßrcrbcsoldungcn gepflogrnen Vrrl)and- lungcn in allen Provinzcn zu Ihrer vollrn, offcncn K*cnxttnisznabnw bringcn wird,

' Mrinc Hcrrcn, Wrnn man [*rrücksichtigt, daß drr GCsTLZOULWUrf fcrncrfür dicse Erstcn und allrinstrdrndrnchrc'r dcn Gmncindcn cincn Zuschuß von 000 „W., also 100 «16. mcbr als dies biskcr dcr Fall ist, bcwilligt, und wenn man frrncr brdrnkf, daß die 11nterhaltungspflickzt dcr Schrrle durch das Grscß anf schr vicl brcitcrc ScHUltc'rn a[s bisbrr gclkgr wird, und endlich in Erwägung Nimmt, daß dic Altrrsznlagm völlig Dom Staat gctragcn wrrdrn soklcn, so wrrdcn anch dicjcnigcn Bcdrnkrn, welchc etwa (1115; dcr Lcist1mg§nnfäbigkcit drr Gcmcindc'n gcltcnd gemacht wrrdcn köuntcn, wic ich Br*ffc, schwinden.

Was die Pcnsionirung dcr Lckyrrr brtrifft, so ist dicsr angepaßt dcn aUgcmcincn für die Staatribramtcn gcltcndc'n Vorschriftrn. Um also dcn Gcmcindcn dic Lastcn zn erleichtcrn, sollcn ibncn bis zum jährlichcn Höchstbetragc von 1000 (lk: Prx1sivnsz11schüffc aus StaatI-' mittrln gewährt wordcn. Abcr auch hier ist bcabsichtigf, Um die übrrschicßcndkn Beträge dcn Gmncindrn wcnigrr fühlbar zu "mchrn, Pcnsiouskasstn uncl) Regicrmlgsbrzirkcn zu bildrn. Ick) glaubs, meine H("rrcn, Sir wcrdcn ancrtrnncn, dns; (mch hicr die Sorge fiir die Sickycrnng dcr annnft unserer Lcßrcr sich durchaus D("rrinbar cr- wicscn hat mit drr Rücksickxtnalmnc auf das Finanzintt'rcffc dcr cin- zclncn Gmnrindcn.

Ick kommc cndlick), mcinc »Hcrrrn, zn dcr Frage des Priwatunte'r- richts. Dic Ucbcrnwisung aUcr Kinder in die öffentliche Volksschule ist, wie ici) kaum bchorzulxbcn brauchr, “kein vrrfaffunanäßigcs Recht. Ebcnso giebt dic Vcrfaffnng wcitgcbcndc und rinchcndc Bcstimmrmgcn darüber, Wo und untcr welchen Vcrßältniffcn Privat1mtcrricht erthcilt We'rdcn darf. Es kann auszcrdcm keinem Z1vcifrl mttcrlic'grn, daß eine ctwa gewollte gcsrtzlickx Ausschlicßrmg dcs Privatuntcrrichts nach Lage unscrcr socialcn Vcrkxältnissr, unserer ervobnbritcn und unserer Auffassungen einc absolute Unmögliercft wäre. Die

Frage bezüglich dcs Privatunterrichts stcUt sich also nicht so, ob Pridatmttcricht übcrhaUpt- crthcikt Mrdrn folk oder nicht, son- dern einfach so: folk [)rzüglich drr Concessionirung und Genehmigung desselben wir bisbcr das subjectivr Ermessen der Unterrichtsvrrwaltung und die Etttschridung der behördlichen Organa allein maßgcbrnd sein, oder soll auch hier versucht wrrden, diésc Materie auf allgemeine, gc- scylichr, rcchtlichr Controlen zu stellrn? (Sehr gut!) ““

Ich habe mich für das [rtztcre entschieden; ich srHe darin ksine Gefahr, und jcdrnfalls muß die Gefahr, wenn sie bcstrbt, mit in Kauf genommen Werden; denn das ist wrrfassrmgsmäßigcs Recht, und dies auszuführen find wir verpflichtet. (Bravo!)

Mcinc Herren, ich Habs mir abr]: auch gesagt, daß man dirsés

subjrctch Ermesscn nicht umsetzrn darf in die Willkür des Einzelnen bci dicsrr Frage, und chvrgcn fmdrn Sie im Ent1vurf die Bestim- mung, das; die künftig evva zu errichtenden Pridatschulcn gcnau auf dcrselbrn Grundlage organisirt sein müssen wic die öffcntlichen Schule'n, daß ihre Lehrer dirselbe Befähigung nachwÜsrn müssrn wie die chrcr dcr [clztcrcm daß sie nach dem Lehrplan, welcher von der Bröördc ge'nchmigt ist, zu arbeitcn Haben und der Aufsicht drr Bc- hördc untcrsteHrn, und daß cndkich die Benutzung der Privatschulen und des Priwatuntcrrichts von dcr Beitragspflicht zu den öffentlichrn Srhulcn nicht befreit.

Mrinc Hrrrcn, ick) [mbc mir gestattet, Ihnen in kurzem, ohne die Absicht crsrböpfendcr Behandlung, und auch 1)an ermüdcudcs Ein- gehcn anf Dctails, eincn Ueberblick über die Grundzüge dcs nc'ucn Gcsctzrs zu gcbcn. Sie wcrden findkn, daß das historisch gewordene chht und der bestehende Zustand übrraU mit Achtung und mit schonrndcr Hand bekxandcltsind. Abrr ich hoffe", das; Sie mir auch die Anerkennung nicht Vorfach wrrdrn, das; der Entrvurf auf strrng vcr- faffungSMäßigcn Grundlagen bcruht-

Ick) birtc um eine wohlwollende Prüfung dcsfcsbcn, und ich Hoffc, daß wir Und" dann verständigen Werden über dic endliche gkscß- liche Regelung cinc'r Matcric', dia ihrkr auf das aÜcrdringe'ndstc bedarf (Brady!)

Schiuß11/4Uk)r. ste Sißung Donnerstag,21.§§anuar. ?(er dcr Tagesordmmg tehen: die Verlesung „dcr nter- pc [ation des Abg. von Eyncrn über dre Ausfhebung der Bestimmungen, welche der im Einkommensteuerge 6 vom 24.Zuni1891 vorgeschriebenen Geheimhaltung dcr teuer- erklärung entgegenstehen, und die erste Bcrgthung des Staats- haushalts-Etats für das Jahr vom 1. Aprtl 1892/93.