1892 / 25 p. 11 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 29 Jan 1892 18:00:01 GMT) scan diff

wie an die Worte der BWM; Wenn eine Vérständigung erfolgen solle, dann müsse dEr Arttkkl 24 erst eine Aare und gemkm- NxständÜckW Fa UNI Erhalten. Die confczss'wnellen Vcrhälfntffe oÜten MWÜCM erÜckicbtigt jvcrdcn; die betrcffknden K1rchcngemems aftkn sOÜTLn dc'n Religionsunterrichk leiten. Das [affe cine Trennugtg des NTÜIWWUUWUÜÖTI won dsr Schuß zu, ((er mcht eme Schßidung dcr U11tcrricht§aystask6n nach confcssioncllcn Gestö- pWÜLU- Diese AuMgUUg Mi anch bei der Berathung der 5'er- faUUUJ jm HEWLUÖIUsL „zum Ausdruck gekonnnßn. Es _soYten )? „t M VWMÜUUIZVMÖkiffen Gcscß werdkn, Welche dij'l 16151g€n Y !Uistkk MUM- WVÜM das fübrc, zeige die neueste Verfügung „dexs Mtnistcrs bczüglixh, dcs NEN ionsuntcrrichts dsr Kindxx der DM- dMÜM- Dkk thstcr Ileé aber mit solcher Verfugung neues, g€[t2ndcs Recht schaffcn zu könnsn Lmd beHaupte daranf, dlSZ thßnde Recht sci in dcr_ Vorlagc mtr kodificirt. Disse Bestimmung LL thm die wiedtigstx m dsr ganzsn Vorlagß, sie zei 4: diE S_Txllung, dxs Cultus-thstcrs und der cinzelncn Partcien. C araktertstUÖ sé! dl? MOÜVikUU Ns Milüstkks, dcr damit allen den Kindeyn enxe Wohl- tßat crwm LU WOÜS, denen nic ('inc WMW? Mutter dlL HMD? ZUM Gebet (_;Lfaltct. Das [)öre sich ja sßxxr schön, sehr rüHrcnd an; aber nnt 1yclchcm_Nccht stc'[[c man chu die Dissidknwndls vexxuckxé, JUMP MMÖW Hill, [Wi dcncén die MUttLr nie Lbrcn andcrn die HaUdC zmn Gebst gkfaltßf [)abc'. und dcncn dic Erzicbungdcr Kinder “UZ ÖW Öade gcnommcn Werden müsse? Wok[1tirgcnds m'Preuszc-tx NHS CS M])k Dissidsntcu ab?: in skins); Heimath) aber das sexxn Allw- f€[)r (Mi? und romme LEUTE, die Me Kinder mstst Unt Fkbr Sorgfaw bctcn Lbrtcn, als die Dogmcngläubxgxn. NaÉ dcr „luf- f(ZffUULY dcs Ministkrs müßte in England dEr Halfte dLr evZYkermg dl? ErszhUng der Kindexr g81wmmcnwerden. „Durch solche «)e'stjm- MUMM, Mc fis dL]: Minister bier durchfuhrjcn, WOÜL, wzxrdcn Hlllldkx'ttaUsMdL aus der Landkökirchc zu den Dtsstdcntexx gstrtxbcn, Namcnrlicd :»“cnn dic Sköckkr's 611 Bsstrqbungsn nach ])TLrakckylsCth Glicdcrmxg dcr cwangclix'1 cn *Dirchs welt6r Erxolg Habknncksollten; DLU'MMistLr Misc dic .luffassmtg dss AÖI- RWWA MMR- 7998 1de Verfassungsintarprstation durch em Ctxüus-Mmzftexlgl- ,escrÖpt FWW ski; abcr wcr wakyre „WW drk, anttyuxtax 7111 Fr «chulgcfctzgcbung, sCitdcm die ,Htcrfzxr im „?(Öle ]éZ „(LU) Von Einem Herrn don Zédlixz cmgerrchtc'xe OHEr-SchU[comm1s1zo_n ausMbört habe 1: bestchen? J€13t_ sc: man gmvodnt, dxexe Continuitäk durä? dic Rätbe dsr öleGl Ersten ?lthcckungsw des CultuI-Mi11istcriums, dio Proviuziak-Sck7ulcolKg10n und drs Yxxksxxxclxts- UthLiL'Unqkn der Regierunxßn gcjvahrt zu sébUyQUUd LY ski, _11tlcht (inzunsdnwn, daß ein Wecéych m dcr erson dco Cnxtxw-Mxmssrs (zinkn doUständigen Wschscl m den Ans1chtcn oaskcr'dzc1er Persynen Berbaiführcn .köune. WU“ hade denn nnn da:» 'Voxxlegcndc “G)cse'ß gcmackyt? Dcr Ministxr sci exftso kurze Zett :xn „ck111t,4da8 St_n Einlebcn in (LUS bestehenden,Emrtckytumgcn und BLstlmmm-gen, wre es nötHi sé'i, WWU er 6111er W Gsssß ds_rfFßtstlJchxt onth enz? übermchcksiche Léitun sLlLl_wllrdL. , USW» fm UL Schx1e ser Jahrbumdsrtcn wi Ml] te GEW, das die Enthckelnnq dex komman-

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“.": 'on 176 eu solch, sci in nur w€mgxn .)?cjnatcn aus- ZYWJZFMI dagmüßtcn dic Räthk schr nntgkarbcrtet Hgbsn, und man müsse fast glauben, dgs; dt;- kaxbolxsche Athczxülxj ihren Wicdcreinzug in das Ctcktus-„Mlmftermm ganz hleÜ) gehalfkn babe. Ucöer “dern Gmst cmes Gesetzes, Lags

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ini tcr, cnts Lide immer der Mipister sell) t; abxr m der “' ?(?ZLPZUÖL cr (Odeer) _nuc den chst des JULI. Wmdthorst. Dcr Entwurf stLUL die HsrrYaft dcr K*[rche Über dt€ Schulc fest. Dcr Grenzgrabcn zwischxxx Staat and Ktrchs' set zugeschüttet. Dcr Ministcr sags, cs [cx _gut so: 10 stehc Zs m der V€1*faffung. Abcr WiS ssi cs dénn [UZ FWT gegangen“,) -_O_abc die große Mengc? dEr BLVÖlkCNMJ det1WUnch nach der conmsioncU aufgcbaUt-Zn VMI- schule7 Brs ]SZÜ 1er dies Herköorkslscn dcr confesfionchn GkgMsäHL, wie es der E11twur„f„x_3€rxangc, nicks, erforderlich Orschicnén. Der Lehrer 171039 der, 'b-Zsabxgkste MMU sctxx, skine SkeÜung [)ängs ab von der Gststktcßksrt. Dmm da dle msistsxt Schulkn Linklassige ssicn, _s? “kW:? dsr Lshrer, Wklchkr mcHt RLÜJM] [chren dürfe", nicht an dx81cn anxzkstsltt werdij. Dkk NYPEU an diE BLHördcn WerL ißm mcßts '!)CUCU. Das sLL- 1111d1trchfi'1[)rbar. Dic Staatslcbrcr WÜMU sch1eßl1ch Ebenso prersgkgcbcn Mrden, wiL “seincr Zöif diä Staansarx'cr. DEL“ ganze Unterricht Werde confsssioncxl] xvcrdénqauf allen Gebietcn, 'UUUWUTÜÖ auf dem Gebiete der Gkschichw DLr (Hcgcnsaß der Confesswnen werdé ngenstand des Unterrichts werdkn. In den Schnlén werde dan_n ge[e[)rt werden, daß Luthkr cin sÖUfH-ÉFJW S-Zlbstmördcr gchch [ei, daß der Protestantismus die nftcr der Sociasdemok'ratxcz sLT. *(Hört! [inks.) Der LeHrer könnk: aßgkscxxt werdcn Von seinem Staatsamt durch eine Macht, die auf:,srlyaw des Staats liege; „das sei ein Eingriff in die Kron- rechtL, cinc Vsrkcßung dcs Artikexs 47 dex Vsrfaésung. Bei jcdem Grenzstreit zwischen Kirche 1xnd Staat „sec dEr Le rer dsxloren. Die Lebrsr müßtsn sich den Ansordsrungen der VorJLsthtßxt ;:nbcquczmen und in Lkstür Linie würd-Zxx fie fich dkm Schuß dcs Gerstkrchén (mbar- trausn. Daß die confejfioneüe Volks chulegmrk "der_Anfang sei, wisse nmn ja; die confesfioneÜL katholts )e Untvxrßtat sm scbqn lange eine Fordkrung der Ultramontansn; thßq sche. mester Hab? erzdtHorst mehrfach vkrlan'gt. So1verde 1chlrcßlt dre FME Natwn m zwei

äkftcn ILtHcilt. Es möge scin, dacß citzzklne ehrer sich selbst übcr- chäßten. Deshalb könne man do mch? den ganzen Stand per- Llrtbeilcu. M e dmm €)er Stöcker tmmcr Von dem BLWMZ-

L?sLZ und _von er Presse d(kn richtigewGLbrc-uch? UcbersckyäW er MM n1m1chtnal Feine Persönlichkeit? Heiterkeit.) Sollten enn desöalb alle Geist ichen untekr A11fficht geéthÉ werden? Man brauche IMF? LÜch'ltZerx VorkomjthiffL'WWSMWFÖL thstindaneZ inxdie

or agc ,n ruten, we e ble c ani ei sr c rer "ew Lichten. VYZLM FZLISYulgbtöéiknF dsex Rtegiemngtgcn aufgebobknAchxde, mm Wer 6 er thLer s- rar en 1 einen 'un en cwr USHMMY MWST UL Sass,)? gbearbeite. sDÖW chierjunggs-Präsidxnt, namentlich wenn Lr "("ck ein Mandat ausübe, könne doch schließlich nicht diE DMÖWÖMUI diLsLS Ges? es Mein üb-ernehmen ohne einen collegialcn ,BLXWU), Der egicrungs Präsident werde vieUeichk (UWH 179" VHM HWP angewiesen,. in dieser schr jener Richtung vorzugehen, txnd 'm dxe Sslbständigkcrt der- Skädt? und Gememdkn 111 einer Wcise cinzngrelscn, wovon Min HEUTE nocky gar kme AHnun Habe, Seizxc Partei jvoÜe den leoifimcn Einfluß der Y_tekgwn WWW, abcr mcht„die Lehrer m djs HÜL'x-schast dsr (HeistlichkcxhstAWn. Dre Schuulvorstande im Ver- ischcn“kx1tsvrächcti dnrchans mcbt dcn, Schulvorstancht der Vorlage; Le scicn ni'clyt Vertreker der Confesswn, sondcrq ,wurdcn von W S [deputation ernannt. Daß zur Zett Frredrrch» des Großer,! dxe G8“ff[ichcn ciner! erbebüchen Cmflu , auf dlc Schulxn, gehabt Hattey, sej njchx rjcbtjg. Friedrich de Gry 6 habe denYknnftcr (Yon Zedxtxx zuin “citkr dcs Unterrichtömcsens cmgxsxyt und tbm „che «Fxxstruktron «JHJJ d;? nicbk so k[einlichcn consesnoncÜeno G8s1chtopunktcn ent- ?prungeLx |Z Der Abg. Richter babe onl ano dEr _Vorlage YEHLU, Wohin cs fü'Hrc wenn man mit dem Centrum „cocetttre; Er ( Ldner babe das ausserechen müssen, weil scme Partei dßm Centrum gegan- üer immer einen ablehliLUdkn STJUdPWÜ em WMMW HAHL- wobci sie nicht immer die Unterstußung dcr MYM?" 99-

fun en * n :[r jc;t die Bnndksgeno WSD, aztgeOboten lverdde, sYTFÜffLTIfié darin diet'Führung Ha “Zn. Hextexkeöt 111th UÖxd -im'Cc11trUt:1.) Den AbschnitÉ fiilFLr dte YZ!)FLYWUIJÉZFYHEX ? ierun - td der ra)rung n _, _ , - * LILIU DIicmÉFFa anokraten würden Schulerx, grunden- dre ZLsUFtW wgrden zurückkehren und Unterrichtsanstalten grunden u. s-w-_ (HU„ U- k-Üt') Auf den öconomischen Tbeil der Vorlage wolch LrPULM WHA , eingeben, Der- Vorwurf des Ab , Satt[Lr, daß, dt? »orYggZ eme AWM) chulantrags sel, ser vollstandrg zu-

r ' " , . , trxffend.UUÖHTLZFYYZYOJY«TnisterS, der selbst 61th Schl€s1cn ses,

sckl i' " " o“ ewe en, und der eifrtgste Vkrthxmdxger der Vorla Lee,;e'icheebeFflelsxzbJK &?hlefiser: Herr "13911 HUM: SMMÉU

' eine Stellung d?m- preu ischen“ Kontg FUcdxrch 1]. ' r offe,_ da? es diesen Schlesiem ni t elmgen werde, dl? PWUFMJL 9 okksschu9_ in' ihrer SteÜung zu ers üttern. Er_ Hoffe, da dre «Zorlage "*.Öt Dcrdc Gysey Werden, obne daß fur grundlegende MMM" die Bestimmungen darin geändert wurden.

Z dlMinister der geistlichen 2c. Angelegenheiten Graf von e l :

Méßine Herren! Ich bitte Sie, mir zu gestatten, zunächst nicht auf die Eimvendungen des Herrn Von Eyncrn einzugeben, _ ich be- Halte mir das vor _, sondern auf eine Frage zurückzugreifen die von Vorrédnérn zunächst in der vorigen oder vorvorigen Sißung _ das weiß ich nicht genau _ und Heute wieder angöschnittcn wordsn ist; das ist die? Frage der Schulaufsicht und die Berücksichtigung dEr Muttersprache in dam Vokksschuluntcrrickxt.

Meine Herren, ich glaube, ich Habe in den ersten Tagcn der Ver- Handlungßn übcr das Volksschulgeseß keinen Zweifes darüber gelassen, wie ich zu der DurchfüHrung dcr Schulaufficht stehe. Ich kann mich da'rin dém anschließsn, was der Hr. Abg. Graf Limburg-Stirum Heut gesagt bat: die Schulaufsicht ist Ein staatliches Amt; dür, welcher sie führt, führt sie im Auftrage des Staats. Damit ist ngLbLn, daß dieselben Grundsätze, welche für ftaafkiche Beauftragungen und Beamtenstellungen maßgebend sind, auch für diese Aufsicht maßgebend skin müsssn. kagemäß kann meines Erachtens dic Forderung, die Schulaufsicht in aULn Beziehungen und namenxlich auch in der Kreis- Schulinspéction überall confesfionel! zu gestalten, nismals ge- seHliches Recht Mrden; sie ist «ck tbatsächlich gar nicht durchführbar, und ich würde jedmn 'der Herren Abgéordnetmr, der mich mit seinem Besuche [»LLHren will, in diéser Beziehung an?- den einzelncn Districten sofort nach statistisckysn Nachrichten zweifeüos nachweisen können, daß diese Forderung in Preußén undurchführbar ist, ganz abgesehen davon, daß sie principieÜ für di? Regierung _ nach meiner Auffassung Wknigstkns _ nicht acceptabel sein Würdé. Das schlisßt ja félbftverständlich nicht aus, daß man in vielenFäÜen, wie dies auch jetzt schon immer geschehen ist, die Schulen so gruppirt und unter solche Krsis-ScHulinspectionen steÜT, wie dies auch dkn konfessionellen Vcrhältnisscn am mcistcn entspricht.

Dann, msinc Herren, der umftersprachliche UnteriÖt. Es ist nach tnkiner Ansteht ganz unmöglich, daß in Prknßen eine BLstimmung in ein Geseß aufgenommen wird, 1vc[che ein Recht auf Ertheilung des Unterrichts in dcr Muttersprackye giebt _ -schon um deswillen nicht, weil es unVchinÖar wäre mit unserm Hauptgrundsaße, daß wir in Deuschland nationak unthheilt sind, und zweitens chwegcn nicht, weil nach dcn VLrhäÜnissen unserer neueren Zeit die Vermischung der Nationalitäfen und der Confßssionen so stark chordcn ist, daß Link Umttcrsprachsichc Ertheilung des Unterrichts in der Vokksschuke immsr zu'; Verletzung einer andSreU Nationalität führen müßte, _ natüxlick) da, wo sie nicht in dsr dsutschen Sprachk geschieht, znr Vsrlcßung dEr dcutschen Nationalität, und ich glaube, keine Regierung kann das zugeben, Aber auch hier, meine Herren, sage ick), ist Es seHr xvokyl möglich, wirkliche deürfniffk im einzelnen zU prüfM und auch zu berücksich- tigen, ganz bssonders auf dém Gebistc dcs Nsügionsunterrichts. Ick) schertc1nicknichß es Hier auszusprschen, auch nach dM Aeußsrungcn nicht, die der Herr Abg. Von Eyncrn Hier Mn gCtHan Hat: mir ist es durchans kein unfaßbarsr chanks, daß man den Nc[igion§m1terricht in dsr Schul? den Kindern in derjenigen Sprache «theilt, die die Kirchen- sprachs ihrer (Meru ist. Ick) würde darin keine Herabminderung des Einflussks dss Staakes erblicken; nur das kann Nicht zugcgeben wsrden, daß es überaÜ geschieht, und daß es unfkr Vsrleßung der Interessen der deutschen Kindßr irgendwo gescbkbcn dürftß. (Sehr richtig !)

Der HCN) Abg. Graf Limburg hat dann eiUen Gedanken ausge- sprochen, don ich [ebbast bsdauere: das ift-dcr der Hinausschiebung der Jnkrastseßurg des Gcséxzes auf eine spätere Zeit. Ich glaube, dieses Geseß, das jetzt so schwere Kämpfe Hervorruft, so *tikfgreifende Fragen berüHrt, wo, meine Herren, man fich doch jeden Tag auch unter uns sagcn muß: Es scheiden sich die Gcistcr _ dieses Gesetz

durch dix geseßgebMden Factoren zu sanctionircn und dann noch_

ein Jahr in den Repositorien der Ministerien Liegen zu lassen, das Halte ich für eine Unmöglichkeit. (Sshr richtig !) Ich glaube, man mag anf einkm Standpunkt stehen, auf welchem man wiÜ: Wird das Gesetz, Geselz, dann muß man auch auf dieser Seite (rechts) wünschen, das; es sofort ausgeführt wird. (Zurufe von den National- libczralen.) Ja, [ieder gar nicht _ das verstehe ick); aber ob Sie die fürchterlichen Folgen, die Sie nun aM von diesem Geseß besorgen, zehn Monate früher oder später bekommen, das scheint mir doch ziemlich gleich zu sein. (Zurufe von den . Nationalliberasen.) Sie könnten [ieder ganz ausbleiben?_ Ick) streite mich nicht darüber; nach msincr Auffassung ist es richtig, es anders zu machen.

Nun, mcine .Herren, muß ich mich leidc'r wieder dirket an einen Herrn wenden, und das ist der Hr. Abg. von EMEW; ich WMH? lieber allgemein. Der Herr Abg. von Eynern hat seine Rede be- gonncn mit der AusfiiHrUng: „Méine Art ist nicht diE des Herrn Abg. Richter.“*' Das erkenne ich an; aber er wird mir das Urtbeil gestatten, die Art dLs Herrn Abg. Richter ist mir erbsblich sympathischer. (Große Hsiterk'eit.) In d€m Abg. Richter stkht mit Ein principieller, offener und energischsr Gegnßr gegenüber; mit ein€m solchen Herrn, von dem ick) die Ueberzeugung Habe, das; er auch in mir die sekbständige Auffassung achtet, mit einem solchen Herrn über so tiefe und Wichtige Fragkn zu dcbattirkn, das ist mir “eine Ehre. (Bewsgung) ASL!“ ich muß leider bekennen, die Art und Weise, in der dar €)er Abg. Von Eynern seine Ausführungc'n klkidet, ist nicht so offen, und stellt doch eine ganze Reibs von Dingen in ezine BEleuchtung, die nicht die Be[cuchtung der Dinge, sondern die Beleuchtung dßs Herrn Abg. don Eynern ist, und die in eincm sehr bcdenklichen Maß ersönlich derleyend und Objectiv nicht zukrcffcnd ist. (Sehr gut!)

Meine Herren, die „Rcde des Herrn Adg. Von Eynern scheidet fich in zwei ganz getrennte Theilc: einen rein kriti- schen negativen und einen positiVen. Diesen kritischkn Theil werde ich zuerst einmal Vornehmen. Da kommt er mit dL); Behauptung: Diesas Gksey, das der neue Minister uns vorgelegt hat, construirt sin 001160mjnium der Kirche in der Schulc. Der Herr Abgeordnéte ist so gütig, dabei durchleuchten zu [affen _ das geht ja aus seinen ganzen Ausführungen herdor _, daß ich eigentlich gar nicht der so schlimme Mann bin; dazu wäre ich viel zu unfähig, das müßten die Leute sein, die neben mir stahen, ich wäre ja, wie ich Vorgestern schon gcsagk Habe, eigentlich nur der UOJOÜOUUU gssbor Anderer; er sagt, es wäre ja auch gar nicht möglich, daß ein Mensch in den paar Monaten dieses Gebiét so beherrschen gesernt babe.

Mein vcrehrtßr Herr Abgeordnster, ich Habe es wirklich be- herrschen gelernt, und überhaupt in :néinem Leben gelernt zu arbeiten, und weil ick) das gelernt habe; deshalb finde ich mich auch auf diesem Gebiete zurecht. (Lebhafter_Bcifa[l fechts und im Cyntrnm.)

Und was Heißt denn nun das mit dem aouäomiuium? Die Herren von der nationalliberalen Partei Haben von Anfang an eine völlig principielle Gegnerschaft gegen das Geseß eingenommen. Mir war dies unverständlich; ich habe auch bkute noc!) nicht einen völXig kkaren Eindlick, Worauf es beruht.

Es wird ja ach Mögliche gefabelt von großkn positischen (M'- danken, die in der Ausführung bkgriffen find; (Zuruf links) _ gc- fabelt, ja, das nebme ich auc!) an, selbst die rührende Rütli-Scene im Reichstage ..... (Stürmischk Heiterkeit.)

Ich kann doch wirklich nicht annehmen, daß die nationalliberale PaMi dieses Gesetz benuykn wiÜ, und in dieser Form, um es als Eckstc'in einer nkucn großem Parteigruppirung zu gebrachyeu. Und mit dieser Begründung, meine Herrkn! Alles, was Hier bisher gegen das Gesetz gesagt Worden ist, in seinen einzelnen positiden Theilen läßt sich Wort für Wort widerle'gen. Nicht ich habe aus dem Wust von und1trchfichtigem Actenmaterial, welches angcblich im Cultus-Ministerium vorhanden sein so!], die Ihrer Meinung nach natürlich schauderhaftesten und schlimmsten Rescripte herausgeschnittml und wie ein untergeordnétcr deacteur einer Zeitung mit der

Papierscheere géarbcitet und Etwas compilatorifch zusanunen- geschnitten; (Zurufs von den Nationalliberalen: Sehr ge- schickt!) _ scHr g€schickt9 Ick) danke scHr! (Heiterkeit)

Aber das ist doch leider einmal Thatsache, und Sie können cs doch garnicht leugnen, daß diese also geschickt compilirten Bestimmungen Von Leuten Ihrer Farbe concipirt worden sind. Es ist doch der Hsrr Staats-Minister ])r. Falk und die vorjäHrige Commission des Abgeordnetenhausés gmvessn, welché diLs gemacht bat.

„?)er Von Eynern Hat mit der größtem sittlichen Entrüstung darauf Hingewikscn, daß ich es so machen wollte, das; der Lehrer durch den Geistlichen aus der Schule vertriebkn werden könne, und daß man den Lehrer dadurch zu einem Augenverdreher, zu einem Heuchler, und ich wciß nicht was alTes, zu einem sittlich heruntergekommenen Subject mache, der lediglick) dLUl Geistkichen in die Hand gegeben Mrde. Undnu11,7neinc Herren, steht es wörtlich in den Beschlüssen erster Berathung Ihrer Commission aus dem vorigknJaHre, von der Majo- rität dieser Commission zugeskßt:

Die eigene Uebernahme des Religionsunkerrichts durch die Geistlichen ist mit Genehmigung der Bezirköregierung zulässig,

Ja, n1€ine Herren, dann DkrstLlW wir Überhaupt nicht mehr DcUtsch, ich construire ganz dasselbe; (Zurufe links) _ ja, es steht aber doch drin, ick) glaube,Herr Von Eynern ist sogar mit in der Commission gewesen. (Zurup) Das wßiß ich nichf. Ich habs es vorhinfestzusteslen vcrsncht, aHLr [Lider gebßn die Protocoüe über die Abstimmung der Linzesnen Herren keine Auskunft, und dkswegen kann ich nichksagcn, Herr Von Eynern Hätte dafür gkstimmt. Sie können sich schon daran? Verlassen, daß ich sonst nicht unterlaffsn Haben würds, diesen Effsct zn dxrwertben. (Heiterkeit.) JudénfaUs ist das doch z1vcift[los, daß der Herr Abg. Von EVULM einen ganz scharfen Gegensaß construirt hat zwischen dyn Vorjäbrigkn Beschüiffen, zwischen dem VorjäHrigsn GessZMtwurf und zwischen dem diesjährigen.

Nun, meine «Hcrren, sagt HSL]: Abg. von Eynern ferner: diLser Gkskßentwurf Hat cine Aufwgung in «Mn Klassen dk); Bekasrung Harddrgerustn, diE gar nicht zu b€schreiben ist, Und disse beschränke sich _ ick) recitire wörtkich _ nichl auf Preußkn, sondsrn erstreckc: fick) sogar auf Deutschland. Nun, das ist ganz merkwürdig. Ick) war nämlich auf diesen Einwand gefaßt und Habe den gestrigen Tag dazu . bMUYt, um mich zu informiren,wie es in der Gsskßgcbung der andsrn deutschen Staaten aussisbt. Da kam ich zULrst auf Sachsen und aufBayern, dort ist es natiirsicl) viel schlimmcr, als wie ich es JHUEU vorschlage. Da dachte ich: du mußt auf das Musterland dcs Liberalismus zurück- gehen und die Bcstimmungen Heraussuchen, die dort thzt bestehen. Sie erlauben vielleicht, daß ich „sie Ihnen vorlese, der Herr Präsident wird wohl nichts dagegen Haden. Da steht im §. 22 des im IaHrc 1888 emanirten badischen Volksschulgeseßes Folgendes:

Der Religionsuntcrricht wird durch die betreffenden Kirchen- und Religionsgemcinschaften besorgt und überwacht, Sie werden bei Er- tHeilung desselben durch den gemäß § 26, Absay 3 als befähigk ersärten Schullehrer untekstüyt. Die Geistlichen sind als Religions- lehrer in der Volksschule an die Schulordnung gebunden. Den staatlichk-n sowohl als den gkistlichen Behörden bleibt vorbehalten, die Ertheilung des ReligionSuntcrrichts durch den Schullehrer abzustellen. *

(Hört! Hört! im Cenkrum.) Und mciUe Herrsn, wenn Sie nun Hören ' woüen, mas über die Prüfung der strer gesagt ist:

Bei dEr Prüfumg der Lebrér sind die betreffenden Kirchen- und Religionsgemeinsckyaften durch Beauftragte VLrXr'eten, wekche die Candidaken hinsichflich ihrer Befähigung zur Ertheilung dss ReligionSunterrickyts prüfén. Die Entscheidung über die Befähigung zur Ertbeilung des RckigionSunterrichtö steht den betreffenden Kirchen: und Religionsgenleinschaften zu.

(Hört! Hört! im Centrum und rechts.) Meine Herren, nun kommt bintkrbcr noch etwas über die Privatschu[en. Jak) will den Ausdruck „abschreiben“ nicht mehr gebrauchén, ick) Habe wirklich nicht abge- schrieben, aber es ist beinahe so.

Und derartig amxlich konstatirten Thatsachen gegenüber wird mir hier Vorgeworfen, ich onte die Geéeßgebung dcs prenßisckyen Staats auf eine, ich Weiß nicht welche Periode zurückschrauben und ich wollte die Schule des preußischen Staats zu einer Kirchenschule machen, ich wollte den Geistlichen ein Condominat einräumen. Wo ist denn in Dßxttschland eine Schu[e, die Ihrem Ideal entspricht? Sie existirt nicht, weil sie überHaupt nicht möglich ist. (Sehr richtig! im Centrum und rechts.) Dünn wenn fie möglich wärs, würde sie auf einkn Widerstand in der Bevölkerung stoßen, der alles wegfegt, was Sie damit geschaffen Haben. (Bravo! im Centrum und rechts.) Meine Herren, meine Stellung gegenüber der Verfassung und der sogknannten Verwaltungspraxis ist auch von dßm Herrn Abgeordnkth wiederholt bemängelt worden. Nun, daß ich die Vérfaffung nicht als Offenbarung behandele nnd "ichs bibel- gläubig in Bezug auf die Verfassung bin _ das waren die Ausdrücke des «Herrn Abg. von Evnern _, das werden mir die meisten von Ihnen sekbst aus der eigenen Partei des Herrn von Eynern zugeben. Solche Uebertreibungen haben noc!) niemals weder einem Redner, noch einer Partei genüßt. (Heiterkeit und sehr gut! im Centrum.) Sie haben „Offenbarung“ und .bibelgläubig“ ausge- gesprocben. (Widerspruch des Abg. von Ehrler") Ja, ich kann doch nur so auffaffen, wie ich es gehört habe. (Sehr richtig! im Centrum.) _ Das ist ja- gleichgültig-_ aber das habe ich aus dieser Bezugnahme jedenfalls doch berauSgeHört, daß der,