1892 / 25 p. 12 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 29 Jan 1892 18:00:01 GMT) scan diff

Herr Abg. von Eynern mit einer ganz außerordentlichen Leichtigkeit über das Grundgeseß unseres ganzen preußischen Staats urtbeilt.

(Sehr gut! im Centrum,) Ick) muß gestehen: ich bin auch kein Rechthekehrter , aber ich habe eine außerordent- liche Achtung und Scheu vor der Heiligkeit der Ge- feße und vor allen Dingen vor der Heiligkeit unserer

Grundverfaffung, und ich würde es mir zehnmal überlegen, zehnmal mit meinem Gewissen zu Rathe gehen, ehe ich überhaupt den Ge- danken faßte, an dieser Grundlage unserer ganzen geseylichen Existenz zu rüHren. (BMW! im Centrum.)

Dann, meine Herren, gestatten Sie mir, mich nun zu dem posi- tiven Theile der Rede des Herrn Abg. von Eynern zu wenden. Der- selbe mußte ja naturgemäß viel schwäéher ausfallen als der negative. (Heiterkeit) Das ist selbstberständlich; wenn man wesentliéh kritisch angelegt ist, ist man meist nicht sehr geeignet, aufzubauen. Der Herr

Abgeordnete hat da zunächst gesagt, wir WoUen die Selbst- ständigkeit des Lehrerthums ausbilden. Meine Herren, ich will auch einen selbständigen Lehrer, und ich glaube: so

[ange ich die Ehre habe, an dieser Skelke zu stehen, hübM sich die Lehrer des preußischen Staats _ weder die Volksschulsehrer noch die Lehrer an den Höheren Unterrichtsanstalten _ darüber zu be- klagen, daß ich sie nicht in allen Beziehungen vertreten hätte. (Sehr richtig! rechts.) Mir liegt jede Neglementirung fern; ich wiÜ sie unter Win Condominat stellen, aber ich wünséhe, daß die Lßhrcr selbständige Personen find, ich gebe so weit _ die Verfügungen werden natürlich nicht bekannt, die etwa nach der anderen Seite unbequem werden könnten _, daß ick) mich selbst berichtige, wenn ich zu der Ueberzeugung komme, daß ich mich geirrt habe.

Meine Herren, der Herr Abg. Knörcke _ ich glaube er War es _ Hat im vorigen Jahre an mich einen scharfen Angriff gerichtet, weil. ich den Lehrern nichl eine Verlängerung der Pfingstferien behufs Besuches der Lebrerversammlungcn gswährt hätte. Ich Habe damals gesagt: nach meiner Auffaffung müsse fich doch in der Zeit der Sommerferien ein gemeinsam benutzbarer Zeitpunkt findcn lassen, zu welchem die Herren diese Versammlungen besuchen könnten. Ich Habe das geprüft; ich habs mich überzsugt, daß das nicht dcr Falk ist, Weil die Jutereffen von Stadt und Land und Von den ver- schiedenen Provinzen fich zu sehr gßgenüberstehen. Infolge dessen Habe ich ganz einfach cht vckrfügt: die Pfingst- ferien werden um zwei Tage verlängert. Die Lehrer be- kommen dadurch die Möglichkeit, jene Versammlungen zu besuchen. Sie sehen, ich fürchte mich auch Vor der Weitesten Dis- cussion des Lehrerstaudes über ihre eigenen Dinge und über das, was ich thus, nicht. (Bravo! rechts und im Centrum.) Dann Hat der Herr Abg. von Eynern nun auc!) in derselben abfälligen Weise meine Verwaltungsorganisation kritisirt. Ja], ob es gerade sehr gTÜcklich war, dem Herrn Abg. Richter zu folgen und den Regierungs-Präfidenten als den MitteWunkt der künftigen Schul- verwaltung zu schildern, lasse ich dahingestelkt; denn für diejknigen Herren, welche den Geseßenßvurf gel€s€n haben, kann es doch keinem Zweifel unterliegen, daß daVOn auch nicht die Spur richtig ist.

Meine Herren, was an Msentlich äußeren und zu einem THeil auch an inneren Angelegenheiten jetzt die zweiten Abtheilungen der Königkichen Regierungen bearbeiten, soll auf die Gémeindeorgane und auf die Kreisorgane übergeben, in den Städtén also auf die Gemeinde- organe; und ich bin so weik gegangen, daß ich nicht einmal den vor- jäHrigen Unterschied von Städten bis zu 10000 Einwokmern und darüber aufrechterbalten Habe, sondern daß ich die Städte aUgemein mik diesen WeitgeHenden Befugnissen ausküsten will. Was dann aber noch üörig bleibt, das find ja wesentlich innere Fragen, das find Bestimmungen, wie fie in den ersten ParagrapHen des Geseßes ent- halten find über Feststeüung Von Lehrplänen, Berücksickytigung der confesfionellen Verbältniffe, AuffiÖfsbefugniffe; das geht an die Firma des Regierungs-Präfidenten übsr, aber Wenn Sie den entsprechenden Geseßentwurf gelesen Hätten, würdkn Sie sßhen, unter Beifügung «[Text der Räfhe, welcbe jeZt die Abkßeilungen der Regierung aus- machen, also auch des Ober-Regierungs-Ratbs und der technischen Herren Räkbe. Herr von Eynern, Sie beurtbeilen mich natürlich _ und das kann ich Ihnen nicht verdenken _ sebr ungünstig, aber daß ich die Arbeiten von Schulang€legc3nkckeiten eben aus dkm Examen kommenden Affessoren überliefern soÜte, für so thöricht müffen Sie mich wirklich nicht halten. Ich bin mir sehr wohl bewußt, daß ein großer Theil der Oppofition gegen diesen Schulgescßentwurf aus technischenKreisen stammt, aber trotz dessen weiß ich und erkenne sehr dankbar an, daß diese Schultechnik, wie sie bisher stattfand, dem preußischen Staat und auch der preußischen Schule erhalten werden so[[. Ob dies e Hcrren einem CoÜegium, und zwar einem sochen, in dem, wenn ich Ihnen einmal aus der Schule p[audsrnsoll, doch der Regierungs-Präsident das ausschlaggebende Wort spricht, angehören oder ob sie direct dem REgieMngs-Präfidenten beigegeben ssin sollen, das ist sachlich ganz gleick). Abcr der Unterschied ist in meiner Organisation doch der: während jetzt diese werthvollen technischen Kräfte mit einer Anzahl nebensächlichen, kleinlichen, statistischen, äußerlichen Materials belastet sind, während sie, obwohl sie Häufig davon sehr wenig verstanden, ge- zwungen wurden, in die Gemeinden Hinein zu regieren, solXen fie fich jetzt den idealen und großen Aufgaben ihres Amts widmen, sie sollen revidiren, sie sollen eine Stüße und Hilfe des strers Werden. (Sehr gut! rechts.)

Meine Herren, der Herr Abg. von Eynern ist dann auf den Re- ligkonZunterricht übergegangen, als den drittM Gegenstand seiner pofi- tivcn Gesichtspunkte. Nebensächlich Hat er Herborgeboben, daß er ja gar kein Befürjvorter des Sch1tldorstaudes, wie ich ihn construirf hätte, wäre. Das erkenne ich jexzt nach seinen Ausfübrungen auch an, aus den Üorjährigen Berichten war das nicht zu ersehen ; indessen auch das sind Fragen der Erörtcrung im einzelnsn. Ich glaube, über diese Dinge, Hättcn wir uns seHr leicht verständigen können, wenn die Herren nicht durch ihre principiell ablebnende Stelkungnawne von Anfang an jede DiZcussion über derartige Fragen im Detail unmöxlich gemacht Hätten. Aber die AnsfüHrungLn bezüglich des Religiousunterrichts trkffen den'Kcrn der ganzxn Sache und bejveisen, daß wir wirklich auf einem innerlich so dérschiedenen Bodcn stsben, daß wir nicht zusamtm'n kommen können. Meine Herren, Sie sagen: wir woÜcn avch Religion! und Haben mit vieler Enfrüstung _ aber doch an Eine falsche Adresscs, als Sie sich an mich wandten _ abgewiesen, daß man Ihnen untcrstéklt, Sie onten eiue religionsloscx Schule. Ich Habs ausdrücklich (1111013121! Tage erklärt: ich erkenne dankbar an, daß dis „Herren keine religions- ose Schule wollen. Wie kOUUULU Sie dazu, ein derartiges sechtkr-

kunststück _ ich brauche den Ausdruck, den Sie angewandt haben _, mir zu unterschieben!

Also die Herren sagen: Grundlebren des Christenthums. Ja, was sind denn Grundlebren des Christenthums? Darüber „111 ja eben der Streit. Wir sind der Meinung, daß drcje Grundlebren des Christenthums den Kindern nur in dM For- men beigebracht werden können, wie sie Katechi§mus und Christenlehre geben. Sie nicht? (Abg. Dr. Enneccerus: Ich habe micky doch über alle diese Dinge genau auSgefprochen !) Ja, ich weiß wirklich nicht _ ich vermutbe, daß auch den übrigen Herren im Hause der Eindruck der Rede des Herrn Abg. Enneccerus nicht so lebhaft gewesen ist, daß nun jede Erörterung über entsprechßnde Ueöer- zeugungen unmöglich gemacht worden sei.

Meine Herren, Wenn man so steht, wie der Herr Abg. von Eynern, so sollte nian nicht so scharf in der Beurtheilung derjenigen Leute sein, die mit mir auf anderer Seite stehen. Man muß uns nichtZPietismus und Unduldsamkeif vorwczrfen. Ich glaube, das ist nicht günstig und nicht vermittelnd, und ich gkaube auch nicht, daß es zweckmäßig ist, an Zeiten zu erinnsrn, in denen gerade diese Gegen- sätze zu den allerschroffsten Spaltungen im StaatöLeben geführt haben. Praktisch werden wir uns über aUe diese Fragen nach meiner Auffassung ganz leicht verständigen. In der Praxis existiren sie gar nicht, aber sobald wir sie principiel). erörtern, kommßn wir zu solchen Gegensätzen, wie wir sie heute gehört Haben.

Der Herr Abg. von Eynern Hat dann in einer Schlußbemerkung mich an die Traditionen meiner Familik: aus einer vorhundertjährigen Zeit, aus der FrYdericianischen Periode erinnert. Meine Herrcn, Sie können sick) denken, daß jemand wie ich eine lebhafte Empfindung dafür Hat, daß das, was im Laufe der JaHrhundLrte geschehen ist _ wie eine Familie fich crhalfen, was sie durchgemacht hat, wie fie auch im öffentlichen Leben seit Jahrhundsrten gestanden hat, herabtröpfelt auf den Epigonen. Wir, die Zedlitze, in Schlesien, find diejenigen gejvesen, welche in einer ganz besonderen Treue zu dem protsstantischen und evangelischen Bekenntnisse allezeit gestanden haben. Es war ein Zedlixz, der aks der Freund Melanchtkckon1s die erste evangelische Kirche in Schlesien erbaut Hat,- und ich glaube, es giebt viele Kirchen und Schulen auch in Schlefien, die dikser Familie iHre Fürsorge bis auf den heutigen Tag verdanken. Es ist nicht leicht, dem Nachkomn1€n und dem Sproß eins!: solchen Famiüe unnnterbrochen ins Geficht zu schleudern: DU bist nichts weiter als ein erathener _ BeratHener des Centrums, des Bischofs, des Herrn don Huene und anderer Leute! Ich scheue mich garnicht, das auszusprechen: ick) schäße aueh in meinem katholischen Mitbürger, wsnn er voll auf dem Boden seiner Uebcrzeugung steht, den Mann in jeder Bkzichung, ich nehme gern auch yon ihm Rath an, ich nehme ihn auch gern an von dem, der auf der ganz entgegkngeseyten Seife steht,“ aber ich ermächtige nie- manden, mir deswegen nachzusagen, daß ich nichts weiter als der ab- hängige Nachbeter entgegengesexzter Auffassungen sei. (Bravo! sehr gut! rechts und im Centrum. Zuruf links.) _ In der Sache haben Sie das gesagt. -

Meine Herren, beirn Beginn des Eintritts in diese Berathung find von den verschiedensten Seiten Wünsche nach Abänderung

des Ges 61565 an mich herangetreten, ich kann versichern, von allen Seiten dieses Hauses. Ich habe darüber mit den Herren in der freundsckyaftlickysten und offensten Weise

gesprochen, babe gebeten, die Generaldiscusfion nicht durch eine zu scharfe Zuspitzung der Gegensäße zu verschärfen, habe meinerseits öffentlich und privatim wiederholt erklärt, daßick) bei Liner ganzen Reihe von Fragsn durchaus bereit wäre, mit mir reden zu sassen, daß ich bereit wäre, micky auch überzeugen zu laffcn. Wenn nun trotz dessen ununterbrochen Von dieser (links) Seite Hier in der allerscbärfsten Weise gegen das Princip gearb€itek wird, dann, bitte ich, nehmen Sie mir es nicht übel, wenn ich seköst sage: dann beseitigen Sie jede Hoffnung auf eine Verständigung. (LebHastes Bravo.)

Abg. Freiherr von Hammerstein (cons) wendet fi zunächst gegen den Abg._von Evnern und führt dann aus, daß err von Bennigsen mit 1einem Aufruf an das liberale Vür crtkyum das Tisckytuch zcrschnitten_habe, als überlyau t Vom Volkss ulgeseß noch keine Rede gewssen 1ei. Man habe an sofort diE gesammte auI- wärtige Presse in _Bewegung gesetzt, allen Voran die jüdische liberale österreichiyckze Presa. Emstek se], daß man auch den ParticulariSmus anzuregen Versa t_ habe, "ww die Acußerungen des „Mann- heimer Amtsverkündtger" Hewtesey. In Baden hätte man doch xtwas Vorücbtigexsein soÜen. Prmz thöelm, der die Revolution in Baden vernichtet habe, habe als ihrsn Ursprung die Vernachläsfigung der Schule erkannt. Cs Handele sich hier nur um einen Vorstoß des ProtestantenVereins, unternommen gegen eine Regierung, welche sich offen zum Christentbum bekannt babe. (Zustimmung im Centruxn_ un_d rechts.) Fühlten die nationalliberalcn Führer das Bedxirsntß, tHre morsche Srütze dur_ch grünes, freis'mniges Holz zu verstarken? Wollten fie die übrrgen fübrsnden Parteien ein- schü_chtern_? JedenfaÜZ sei es eine onlübcrlegte Action dec natxonalltberakcn Partei. Er wünsche dringend, daß die Vorlage (Gesc werde, und er boffe,_ daY es gelingen werde, den leZten Para- grap en aus der Welt zu ]cha en.

Darauf wird um 41/ U r die Berat an bis an c*“reita U Uhr vertagt, 2 [) h g f;)“ g

Gesundheitswesen, Thierkrankheiten uud AbsperrungÉs- Vkaßregeln.

_ Ueber die Influenza berrchtsx Nr. 4 der „Veröffentlichungcn 595 Kaiserlichen Gesundheits- athZthZ ZFolgendanf d [ t W ck

_ ca. en mx „an e er «Z en 9 e eingegan en Mittheilun en schemt dux Vexbréttuxtg derSeucye inEngland (und leand), Franerich gnd Jtalren'nt" weiterer urxabme bsgriffen zu sein. In den Lng- [tschstx (und irlanyrschxn) & Ertchtsxtäxten, deren GesundheitSzustand in d'er L_xorkxxoche thetlweise ?rHebltch e)]cr gewordén war, hat die Sterb- 11ckett_wabrend (dEr Bemcbtzswochc wieder zu cnommen. In London stte ste von 32,8 quf xe_ 1000 Einwoßner in dsr Berichts- wo e _ auf 40,0, ber gletchzcxttger Erhöhung der Zahl der TodesfaÜe an Influenza von 95 auf 271, derjenigcn cm acqten Erkrazjkungen der Athmungsorgane von 499 auf 725, an, des- Jletchetx tn LtVerool von 36,3 aus 42,0, in Z))?anchester von 24,0 an 26,6, U,! Dublm von_ 35,0 auf 43,8 [700. UmgekEHrt verbält es “ick; Ert Edgnbucg, wo m der Vorrvoclx eine Zunahme der Zahl er &qdßsfcxllc an szflucnza und dsr Sterbkichksit im alkgemeinen, in dsr Bsrtchtswoche eme Entsprechende Abnahme (4 gégcn 12 in der Vor- jvochc und 20,5 gegszl 24,0 0/00) fcstgesteklt wurde. _ Frankreich an- _langend, tztelden dle thungen ('in Umsichgrcifcn dsr Influenza m_ vkrschted€nsn Stadtwt, wie in Lille, Nancy, Brkst, Nimes u. s. w. Zn dM Vsrichrsstädtcn Paris (ösi 60 Todes- faMn an Jxlfluenza gegen 34 dEr Vornwchc) und Lyon ist dic

Gesammtsterblichüit Von 31,5 und 24,8 0/00 in der Vorwoche auf

35,9 und 30,5, die Zab1 der Todesfäae an acuten Erkrankungen der Atbmun Sorganc von 303 un?) 52 atzf 380 und 67 gestje en. _ Auch aus vers icdenkn Orten Jtaltens, Ltvorno, Parxna, Mo ena, Padua Vicenza, Spezia, "crrara, Mantua, Bolognxwxrd. eine stärkere Ver; breitung der Sen 6 gemeldet. _Jn Gsnua ist dre Influenza, einer amtlichen Mittheilung zuxolge, Mtttc Dezember v. J. sporadisch, Ende des Monats aber in star epidemrsZÖLr Form aufgetreten. Im dortigen städtischen Krankenbause befanden 1111) am 28. Dezember 74 Ju uenza- kranke, zu denen am folgenden Ta 850718118 [)txxzukamen. Man bea sichtigt daselbst, ein besonderes Kranken aus für 'VW Influenzakranken zu er- öffnen; die Schließung der Schulkn Wurde tn Aussicht genommen. In Venedig stwg ie Gesammfsterbli keit von 53,1%) in der Vor- woche auf 93,2, die Zahl der Todesfä an acuten Crkranbmgen der Athmungsorgane Von 56 auf 134. _ Jn Malta 1011190 Jafsuenza unter den brxtifchen Seeleuten große Verheerungxn anncbtnx "

in einzelnen THeilenq der Niederlande, besonders xn_ dex Pk9v'lnzNord- Brabant, so]! sich dle Seuche mit besonderer Hesttgkstt ze1gen, Aus der Bexicthstadt Amsterdam smd, wie in dsr Vorwoche, 9 Todesfäüe an Influenza gemeldst worden.

In den mehr östlich geleézenen Staaten des AuZlandes schchck fich die Skuche bereits in der A nahme zu befinden. Dies gilt beson- ders Von Oesterreich-Ungam, Polen und Dänemark. In MZ? bat die Gesammtsterblicbkcit (St. 29,8 0/00 gsgsn 32,7 in der onvoche) und dle Zahl der Todesfäüe an acutsn Erkrankungen der ?lthmungöorgane (A. 17 gegen 21) abgenommen, dcßglei en in Krakau (St. 34,8 gegen 40,4, 521.5 gc en 6), in Budapet (St. 40,4 gegen 43,9, A. 106 gegen 109), in arschau (St. 26,7 gegen 34,6, A. 31 gegen 58) und Kopenhagen bei 57 Todesfällen und 954 Erkrankungen an Influenza gegen 72 und 1632 (St. 30,1 gegen 39,7, A. 91 gegen 112). Nur in Wien Hat die Influenza bei 532 Erkrankungsn gegen 311 (St. 31,4 egen 30,3, A. 244 gegen 214), noch ztxgenommen. In Stockholm it zwar eine Hökxete Zabk von Todesfallen an Influenza (76 gegen 53), aber ein geringerer Zugang an Neucrkrankungen (711 gegen 1129) zu verzeichnen (St. 45,8 gegen 48,1, A. 112 gegen _106).

Von den deutschen Berichtöorten find aus Braunschweig 7 (3), Danzi 3 (7), Dyrtmund 3 (5), Drcsden 8 (5), Yankfurt a.D. 3 (5), Ha 4 (3), Kick 1 (5), Magdßburg 11 (29, ünster 5 (3), Stettin 5 (5), Straßburg 2 Todesfalle; aus erlin (3 Kranken- häuser) 18 (31), Frankfurt a. O. 102 (129), Nürnberg 400 (79), Re „Bez. Pojen 76 (64) Erkrankungen gemeldet worden. Unter 016 en Orten zeigYSn Ktel, Magdeburg und Danzig gegenüber der Vor- woche eine erbebltchxre Abnahme, Dresden und Braunscbwäg eine Zu- nahme der Todesxakle. an Jnflußnza. Jnxden beiden letzteren Orten war eine Sterblt kext yon 25,6 und 2899/00 gegen 21,1 und 21,6 in dsr Vornw e zu verzetchnen (A. 27 und 17 gegen 10 und 9). In Magdeburg hat die Zahl der Todesfälle an acuten „Erkrankungen der Atbmungsorgane mit 34 gk'gen 51 ab-, die Sterbeziffer dagegen (28,7 gegen 28,0) etwas zugenommen; in Kiel (St. 16,0 gegen 23,7, A. 6 gegyn 15) und Danzig (St..21,7 ßegsn 26,4, A. 14 gegen 16) ist nach bLiden Richtungen hm, eme A nahme zxx verzeichnm Von den_ sonstigen deutxchen Berrchtsortxn war eme Zunahme “der Gexammtsterblißhkeit und der Todesfalle an acuten Erkranbmgen der Atbmungsorgane für Altona (St. 27,6 Legen 23,8, A. 17 gFLn 9), Elberfeld (St. 19,8 gegen 11,9, A. gegen 3), Mainz ( t. 23,2 gégen 15,5, A. 8 gegen 3), Münster (St. 40,8 gegen 32,6, A. 11 gsgen 5), Zwtckgu (St. 22,7 gegen 13,6, A. 3 gegen 0), eine Abnahme für Düsseldorf (St. 16,5 gegen 21,6, A. 7 gegen 9), Elbing (St. 25,6 gegen 31,7, A. 0 gegen 3), Esssn (St. 23,8 gegen 32,6, A. 10 gYen 26), Görliß (St. 22,7 gegen 34,0, A. 10 gegen 15), Krefeld ( t. 9,9 gegcn 15,1, 21.2 gegen 7), Spandau (St. 16,8 gkgen 26,2. A. 2 ge en 8) und Stetttn„ (21,4 gk en 27,4, A. 8 gegen 11) festzustellen. esentliche Unterschkede hinsi tléch der geographischen

Lexge [affen die den eben erwähnten Gruppen angehörigen Städts nicht er knnen.

Im übrigen starben in der Bcrichtswoche meör als ein ZeHntak aller Gestorbenen an Masern (Dur schnitt aller deutschen Berichtsorte für 1878/87: 1,26 0/0): in Mann eim; außer- dem smd in Berlin 126, m dkn Regierungsbezirken Arnsberg 108, DüYsdorf 149, Trier 204, Wien 312 Erkrankungen gemekveK worden; an charla (1878/87: 1,72 0/0): in Plauen“ an Dipbtöerie und Croup 1878/87: 4,34 0/0); in Duisburg, Ö§nabrück, Rems ',

STUN art; Exkrankxmgen wuxden aus dkn Regierungsbezirken ms-

berg 1' 9, Dümeldors 106, Wiesbaden 102 und aus Wien 102 gemeldet.

Ditbion bei Apbthenseuche. Die „Neuen Hesfisckyen _VolkéPlätter“ Nr. 10 vom 13. Januar 1892 enthalten olgende für dr? Töterbakung wichtige Mittheilun : „Aus dem denwald. Dre Maul: und K[auenseuche tritt, a en Schutz: und Sperrmaßregelu zum Troß, in vexschiedenen Orten uxjter dsm Klauenvick) wieder auf; es dürfte deshakb für die Landwirthe [ehr angsnebm sein, ein Mittel k?nnen zu lernen, welches Ygeu diese Krankheit mit sehr cl(,thth Erfol angewéndet wyrde. ' or etwa einem Jahre habe i durch die Seuche mehrere Kühe verl'oren und war deshalö sehr erschrocken, aks ich am 14. Dezember _dre Wahr- nehmung machte, da _ dxe Seuche dur eme kurze Zett vorher von Einem Itekybandler gekaufte Ku ahermals m meinen Skai], in Welchem 42 Milchküßé und mehrere Rmder sieben, eingsschleppt Wurde. Zum guten Glück traf ich am folgenden Tage Herrn Kreis-Veteritzärarzt Rennßr aus Dieburg. Dieser Herx gab mir den Rath, sammtlichen Thieren pro Kopf 100 g Dribton (Fabrjum äjv11105511037115) zu geben. Bis das Arzneimittel, welches von Dr. F. von Heyden Naéfolézcr in Radebeul bei Dresden zum Preise von 22,50 46. pro Ki () ezogen wurde, ankam, waren Ma 25 Mi1chkübe von der Seuche ergriffen. Die Anwendup?) Z| sehr einfach, das in Pulverform dargestellte Mittel wxr m Waser aufgelöst. Ein Theil der Lösung wurde dazu vemvendct, den bcrerts erkrankten Thieren Maul, Klauen und Enter abzuwascben, während dsr größere Theil, unter das Getränke“ geschüttet, yon den Thieren sehr gern genommen wurde. Die Wtrkun war_eme sehr ute, alle Kühe feuchten sehr schnell unix [eicht dur , wahrend die inder gar nicht von der Seuche ergrinen wurden. LeTtere stehen von den Kühen etwas getrennt. Eine [Lichte Entzündung er Klauen ist nur bei seHr wemgen Kühen e_ingetrctcn, békélts 14 Tagexx Ausbruch der Seuche hatten alle m d_em Stalle stehenden Thiere wieder ein gesundes und munteres Auswbxn. Nach der Erfahrun welche ich mit dem Mittel machte, kann teh jedem ratben, dasfe : erforderlichen Falles anzuwenden.“

Nr. 4 der Vcröffentlichun en des Kaiserlichen Ge- Zundbeitsatnts vom 26. Januar Jar folgenden Inhalt: Personal- ?achrickzt. _? Gesundheitsstand. Mittheilungen über Yokkskrank- beitsn, msk). Zn ucnza. _ Stcrbefalle in deuts cn Stathcn nut 40000 und me [' Einwohnern. _ DLIgl. in grö eren Stadten des Auslandes. _ Erkrankunqen in Berliner Krankenhausern. _ DM!!- in dkutscbén Stadt- und Landbeztrken. _ 19. Jahresbericht des dqca]

Ostindien. _ Witterung. _ Zeitwcikige Maßre eln gegetz Volks“ krankheiten. (Egypten) _ Thierfeuchcn und Vie)einfubr „m Groß“ britannien 1890. _ Tbierseuchkn 111 Portugal 1891, 1. Vierteljahr- _ Dcögl. in den Niederlanden. _ Vctcrinar-polizeilicbe Maßrexßeln- (Preußen, Reg.-Bcz. Oppekn.) __ Gcseygebung u. s, w. (Deuxckxs Rcich. Arani-Taxen. _ (Oesterchh) NaHrungs- und Genußnnttel- _ Arznsitaxk. _ (OHer-Oesterrkleh.) Aerzte und Wundärzte. - (Jtalisn) Apotbkkcn-BUiYZigmxgen.) _ (S weiz.) Influenza. (Bélgisn) Kunstbnttér. _ ccht)prcxchung. (O er-Landesgericht Ham- burg.) Wiederholte Richter Mung der Jm_p pfli t. _ Verhandlumen von gcseßgebenden Köxpcrs affen; (Deut! cs_ eich.) Amerikankf Ss S wainksleisch. _ Cbemikerprüsung. _ Bekampfung dcr Trunkm f- G? eßcntwurf. _ Vsrmischtes. (Preußen.) Jrrsnnastalfeu.

(70x'8r11111811t; 130510 1889/90. _ Mittbeilungen aus Brittschx