1874 / 3 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 05 Jan 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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Provinz Sachsen.

T a 1 o n , _ zur Kreisobligation des 1". Jerrcbowfchen Kreises.

Der Inhaber dieses Talons empfängt geqcn dessen Rückgabe zu der Obligation des 1. Jerichowscbcn Kreises, Serie 17, [„im ..... Nr... . . . über Einbundcri Thaler 3 vier und einem halben Prozent Zimcn, die . . . te Serie Zinöcrupons fur die 5 Jahre 18 . . . bis 18 . . . bei der Kreis-Chaussrebauknsse zu Loburg.

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Die ftändiiche Kommission für den Chausscebau im 1. Jerichowfchen Kreise.

Regierungsbezirk Magdeburg.

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Finanz-Minifterium. 7.73, Die Ziehung der 1. Klasse 149. Königlich preußischer Klaffen-Lotierie wird nach planmäßiger Bestimmung am 7. Ja- nuar d. I. früh 8 Uhr ihren Anfang “nehmen. Das Einzählen der sämmtlichen 95,000 Loose=Nummern nebst den 4000 Ge- winnen gedachter 1. Klasse wird schon am 7. d. Mrs., Nachmit- jags 2 Uhr, durch die Königlichen Ziehungs-Kommiffarien im Beisein der dazu besonders aufgeforderten Lotterie-Einnehmer Herren Hemptenmacher, Securius nnd Baller von hier, öffentlich im Ziehungssaale drs Lotteriegebäudes stattfinden. Berlin, den 5. Januar 1874. Königliche General:Lotterie-Direktion.

Preußische Bank. Wochen-Uebersicht der Preußischen Bank vom 31. Dezember 1873. .,

A k t i v a. 1) Geprägtes Geld und Barren . . . . 2) Kaffen-Anweißungen, Privat-Banknoten und Darlehns affenscheine . . 3) Wechsel-Bestände . . 4) Lombard-Bestände. . . . . . . . 5) StaatsPapiere, verschiedene Forderungen undletiva....

Thlr. 234,403,000

4,962,000 172,168,000 30,664,000

. . 5.123,000 P a s s i v a. 6) Banknoten im Umlauf . . . . . 7) Depoftten-Kapitalien . . . . . . . 8) Guthaben der Siaatskaffen, Institute und Privatpersonen, mit Einschluß des Giro- Verkehrs. . . . . . . . . . Berlin, den 5. Jannar 1874. Königlich Preußisches aupi-Bank-Direktorinm. von Dechend. Boese. Rott . Gallenkamp. Herrmann. Koch. von Koenen.

Thlr. 299,573,000 , 29,006,000

81,681,000

Nbgereist: Se. ExceUenz der General der Infanterie, General-Ndntiani Sr. Majestät des Kaisers und Königs und Gouverneur von Mainz, von Boyen, nach Mainz.

Bekanntmachung.

Von „den hierielbst und im Regierungsbezirk Potsdam sich auf '- hnlienden 1ungen Leuten, welche sich zum einjährig freiwilligen Militär- dtenste melden Wollen, darf die Berechtigung dazu nicht vor dem vol]- endeten 17. Lebensjahre, kann aber von diciem Alter an und muß, bei Verlust des „Unrechts auf diesen Dienst, spätestens bis zum 1. Februar des Knlendxrmhres, in Weixbem das 20. Lebensjahr vollendet wird, bei dcr untrrzeicbneien Kommiifion nachgesucht werden.

Mit dcr schriftlichen Anmrldung zu diesem Dienst, Welcher nach §§. 152 36 1 und 154 ber durch _das Amtsblatt, Stück 34, unter dem

1. August 1868 publizirten Mtlitär-Eriaß-Jnstruktion vom 26. März 1868 _

a„ ein GeburiSzeugniß (Tauffibrin),

b. ein CinwiiligungH-Attest bes Vaters, béziebung-Zweiic drs Vor- mundes, drsirn Unterschrift von exnrm zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Beamten brglaubigi [em mu ,

(:. ein Unbesck)olienhritszeugmß, M1 es für Zöglinge von böhrren Scbnlen (Gymnasien, Realschuicn, Progynmnfirn und höheren Bürger- chulen) von dxm Dtrekior, beziehungswnxe dsm Rector der betreffenden T(?hranstalt, „fur aÜe ubrigen jungrn Leute von drr Polizei-Obrigkkir auszustellen ist, und

(1. ein Schuxxcugniß bkigcfügi iein mussen, ist die Aufgabe des Rechts, an der Loosung Theil zu nebmrn, vrrbundcn. _

Die nnierzrichnciex Kommiffion, Wclche im Monat März fur. zu- iammcntnii, fordert _diexrnigcn, ibrlcbr dir Vergünstigung des einjährig freiwiÜigsn Militardicnstes nach111ch8n1v0112m resp. die Eltern oder Vrrmündcr derselben hierdurch auf, die durch die Militär-Crsaß-Jn- struktion_vorgxsxbricbrnrn vier Aikens bis zum ]. Februar künftigen Jnäbres m umerc-m Geschasislokale_ NirdchnÜstr. Nr. 39_ einzu- rer en.

Auf dirie Gcsucbe Werden, wenn drr Ngchwns drr wissenschaft- licben Quaiifikatirn dnrch Ablegung einer bejonderen Prüfung gefiihrt werdrn mnh, zu den hierzu anzuberanmcnden Trrminrn seiner Zeit be- sondere Vorlndungen, m Welchen dic Bcireffcnden zur Beibringung amiliLi) nitesttrtcr Photographien aufgefordert werden, ergchen.

Spater eingehende Grfuche Werden erst für den nächstfolgenden Prüfungstertnm berucksichtigt „Werden.

Wer i_etne Wissen1chnitlrche Qun1ifikation durch Schulzeugnisse nacknvent, 111 vbn der personlichen GestcÜung vor der unterzeichneten PrüfungSkommrffion cntbnndxn „und _erhäii auf Grund derselbrn dcn Brrschrigungsicbein zurn emLabrxg irsiwilbgen Miiiiärdicnst zugefsriigt,

Berlin, den 31. Dezem er 1873. ,

Königliche Prüfungskoxnm1ssionfür einjährig Freirvrllige.

Bekanntmachung für Seefahrer. Jn drr Scbiffcrkiasse der hiesigen Staat? - Navigationsican-s be- mnr am 2, 1. M13. ein neuer Unterrichtskurjus, Steuerlente, welcbe m diefen Kursus; eintreten wollen, um fich auf die Priifung zum Schiffer fur große Fahrt vorzubereitcn, habrn fich bei drm Unterzeich- netcn zu mclbrn. Altona, den 3. Janunr 1874. Drr Komgltche Navigationsscbul-Direktor. Orhme.

"Yrrsonal - Yemndermtgen m der Yrmee. Offizrere- Poriepee-Fähnrickze 2c. 4. Ernennungen, Beförderungen und Verseßungen. Den 15, Dezember 1873. v. Liebenau, Haupim. und Comp. Chef WZ“ ]. Gardc-Regi. zn Fuß und kommdrt. zur Dienstl. als persönl. Amur. ber Sr. Karierltchen und Königlishcn Hoheit dem Kronprinzen, unter SteÜung 317. 81xib6 dicses Regis, definitiv zum persönlichen Adjutanten Sr. K'anerlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen ernannt. v. L_efsrng, Hauptm. k 13 811ij des Jas, Regis. Nr. 57, unter Entbindung von dem Kommdo. nacb Württem- berg, als Comp. Chef m das Regt. einrangirt. Den 18. Dezember 1873. v. Usedozn, Rittm, ag r. dem Zus. ReZZNr. ], von dem Komxydo. zur Dienstl. bei dem en. Lt. „erzog 111)olm von MccklenburgiSchwerin ?oheii entbunden und RS auf Weiteres zur Dienstl. bei dem Neben-Qtat des Großen Gene- ralstabes kommandiri.

Den 21, Dezember 1873. Schirmer, Saalmüller, Hauptl. und Battr. Chefs vom Feld-Art. Regt. Nr. 10, Corps-Art., Sylvius, Hauptm. und Batik. Chef vom eld-Ari. Regt. Nr. 11, Corps-Art., Trautmann, Hauvtm. und a:tr. Chef vom Feld- Art. Regi. Nr. 7, Div. Art., Köhler, Haupim. und Battr. Chef vom Fxld-Llri. Regt. Nr, 11, Div. Art., Schulz, Hauvtm. und Bcrttr. Chef von der 3. Abth. Feld-Ari. Regis. Nr. 9, Div. Art., Hubner, Wolff, Zauptl. und Baitr. Chest; vom Feld-Art. Regt. Nr. 7, Corps-Art., offbauer, Hauptm. und Batik. Chef vom Fe1d=Art. Regi, Nr. 4 Corps-Art., zu überzäbl. Majors befördert.

. Den 24. Dezember 1873. v. Stülpnagcl, Gen. dcr Inf. 8 13 Zuibé? der Armee, von dem Kommando nacb Württemberg Vehufs Uebernahme des Kommandos über die Königl. württemberg. Trupven entbunden, zu den Offiz. von der Armee vcrießt und rnit drn Ge-

schäften drs Gondernements von Berlin, sowie cinstiveilcn auch mit_

den Geschäften drs Chefs der Land-Grnd., beauftragt. v. Schwartz- koppen, Gen. ber Inf., Kommnnbanr von Berlin, Chef der Land- Genb, und beauftragt mii den Gnchästen des Gouvcrnements von Berlin, unter Verleihung eines Patents seinrr Charge, zu den Offiz. a. 19. Zaids der Armes versetzt und nach Württemberg, Bebufs Urbernabme des Kommdos. über die Königl. württemberg. Truppen ()(111. Armee-Corps), kommandiri.

Den 27. Dezember 1873. Schulz, Mo]. und Adj. des Chefs der Land-Gend., unter _SteÜung 5. ]3 suits der Land-Gend. zum Bri- gadier der Gend. in El]nß-Lotlckringen ernannt. Erbprinz Otto Carl Victor von Schönburg-Wa1dcnbnrg. in der Armee, und zwar als Sec. Lt. i;. 13. suits des Garde-Hus. Regis, mri Vorbrbalt der Paieniirung angestküt.

13. Abschiedsbewilligungcn xc.

Den 23. Dezember 1873. v. Troilo, Ma'. (1. D., zuleßr Bats.„C01nmdr. im Fuß-Art. cht. Nr. 4, die Aussiclzt aqunstellung rm Crvildienst ertheilt.

Den 27. Dezember 1873. Vogel v.Fa1ckenstein, _v. Zsastrow, ("Heu. der Jnf. ron der Armee, ersterer untcr Belassung m )etnem Verhaltniß als Chef des Inf. Regis. Nr. 56, [Wierer unte'r Belassung in seinem Verhältniß als Chef des Gren. Regis. Nr. 10 und als Mitglied der Landeö-Vertheidigungs-Kommiision, mit Pens. zur Disy. gestelit.

Yichfamsliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 5. Januar. Se. Majestäi der Kaiser und König empfingen in den verflossenen Tagen außer den Mitgliedern der Allerhöchsten Familie ami) mehrere hochgestellte Persönlichkeiten.

_ Ihre Majeßät die Kaiserßin-Kbnigin wohnte gestern mit Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Ba- den dem Gottesdienste in der KapeUe des Augusta-Hospitnls bei. Ihre Majestät besichtigte mit der Großherzogin das König- liche Museum. _ Den Kammerherrendienst haben übernommen die Königlichen Kammerherren Freiherr von Rombrrg und Frei- herr von Tettau.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz nahm am Sonnabend Vormittag 111- Uhr die Meldung des Obersten Freiherrn von Wechmar, Commandenr der 21. Infanterie-Brigade, und dez? zum Brigadier der Gcnsd'ar- merie in Elsaß-Lothringen ernannten .Majors Schulze entgegen und empfing um*12 Uhr die NeujahrS-Deputarion drr „Salz- wirker Brüderschafr im T gls", d, Halloren zu Halle. Nach- mittags ZZ Uhr Crnpfing-S“.“'Kai iche Fund Königliche Hoheit den Generak-Adjutanicn, General-Lieutenant von Oberniß, Com- mandeur der 14. Divifion, und begab Sich um 5 Uhr zum Diner zu Ihren Majestäten.

Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit dic Kronprinzessin nahm Mittags 12 Uhr die Meldung des mit der Führung Höchstihres 2. Leib-Hnsaren-Regiments Nr. 2 beanftragren Oberst-Lieuienants Deimering entgegen.

Gestern Vormittag nahm Se. Kaiserlich? und Königliche Hoheit der Kronprinz die Meldung des Commandeurs des Lehr- Infanterie- Bataillons Major von Derenthal! entgegen und empfing um 12 Uhr den Geheimen Ober-RegierungH-Rnth Per- sms zu einem längeren Vortrage.

_ Se. Kbnig1iche Hoheit der Prinz Albrecht hat Sich am Freitag Mittags von den Allezrhbchsten nnd Höchsten Hrrrschasten wieder vernbfchiedet und ist am Abend nach Hannover zurückgekehrt.

_ Se. Hoheit der Herzog Elimar von Olden- burg, Oberst-Licntsnnnt ck 15 311116 des 1. Hannoverschen Ulanen- Regiments Nr. 13, beauftragt rnit der Führung deffekbrn, ist mit kurzem Urlaub von Hannover hier angekommen.

_ Noch immer pflegen BeitritiH-Erklärnngen zu der Adresse 1163 Herzogs von Ratibor und andrer schlesischer Katholiken vom 14. Juni 1873 einzugehen. Wie- wohl hirrnnch die mir der Adreffr eingeleitete Bewegung noch nicht an ihrem Ende ist, so werden wir doch von einer regel-

mäßigen Veröffentlichung der Znstimmungs-Erklärungen nun-

mehr absehen,

_ Der BundeSrath hat in der Sißnng vom 25. No- vember 1873 beschlossen, dsn folgenden Vorschriften für die Feststellung des Nettogewichts brim Exporr von Branntwein in Fässern die Zustimmung zu ertheilrn:

]) Beim Export von Branntwein in Fässern findet die Er- mittelung des Nettogewichts, auf Grund dessen die Sienerver: gütung gerechnet wird, durch Abzug einer Normaltara von dem dnrch Verwirgung festzustelTenden Bruttogewicht statt. Die Nor- maltnra beträgt für Fässer bis zu 7 Ceninern Bruttogewicht 22 pCt., bei Fässern über 7 Centnern Bruttogewicht 20 pCt. Etwaige RoUbänder, welch.“ fich an dem Fasse befinden, müssen vor der Abwiegnng abgenommen werden; lehnt der Exportant die Abnahme derselben ab, so wird von dem ermittelten Brutto- gewnht vor der Reduzirnng desselben aui Nettogewicht für jedes Rollband 11 Pfund _beziehungSweise .) Pfund, je nachdem das Faß 3.1 Centner und darüber oder weniger als 31 Centner wiegt, abgereöhnei.

2) Von der Ermittelung des Nettogewicht?» durch Abzug der Normaltara kann jedoch Nbßand genommen werden, wenn das Gewicht des leeren Fasses durch amtliche Eichung festgestellt und daffelbe dnrch Einbrennen auf dem Fasse von dem Eichamie ersichtlich gemacht worden ist. Die näheren Bestimmungen, nach welchen diese .Eichung vorzunehmen ist, erläßt die Normal- Eichungskommrsfion. Die Festseßung des Nettogewichts erfolgt durch Abzug der amtlich ermittelten Faßtnra von dem durch Verwiegnng festzustellendcn Bruttogewicht. Etwaige Rollbänder find ebenso, wie zu ] vorgeschrieben ist, vor der Bruttoverwie- gung abzunehmen; geschieht dies nicht, so erfokgt zunächst der Abzug der zu 1 vorgeschriebenen Tarasäye von dem Brutto-

gewicht und demnächst der Abzug der amtlich ermittelten Faß- tara von dem Reste des Bruttogewichts.

3) Erachtet die Steuerverwaltung eine wirkliche Ermittelung des" Nettogewichts für erforderlich, so steht derselben das Recht zu, die Entleerung des Fasses anzuordnen und demnächst die Ermittelung der wirklich vorhandenen Quantität Vranntweinx'; vorzunehmen. Diesrlbe hat von diesem Recht namentlich dann Gebrauch zu machen, wenn anzunehmen ist, daß daS Gewicht des leeren Fasses den Betrag der Normaltara überschreitet (Nr. 1), oder wenn die amtliche Eichung des Fasses nicht vor- schriftv'mäßig ausgeführt, oder die eingebrannten GewichtSangaben nicht erkennbar smd, oder Anzeichen vorliegen, daß das Gewicht des Faffes nach der amtlichen Eichnng vergrößert worden ist. Ebenso kann die Steuerverwaitung, falls das Gewicht der Roll- bänder die zulässige Tara angenscheinlich überschreitet, die Ab- nahme derselben vor der Bruttoverwiegung verlangen.

4) Diese Vorschriften treten unter Aufhebung der entgegen- stehFTndefn, bisher gültigen Bestimmungen vom 1. Juli 1874 an in ra t.

_ Der Bundesrath hat in seiner Siizung vom 6. r. M. beschlossen, den Reichskanzler zu ermächtigen, daß bei Pensio- nirung der aus derKlaiie der Mikitäranwärter her- vorgegangenen Reichsbeamten denselben, sofern ihre Dürstigkeit bescheinigt ist, die Zeit, während welcher sie im In- lande im Gemeinde:, Kirchen- und Schuldienst sick) befunden haben, angerechnet werde, Wenn ihre SielXung in diesem Dienste nicht lediglich in einer nebenamtlichen Beschästigung bestanden hat, und wenn ihr gesammteH Verhalten in und außer dem Amte ein pflichttreurs gewesen ist.

_ Der Bundesrath hat beschlossen, fich damit einver- standen zu erklären, daß die 311 Eisenach zwischen den Regie- rungen mehrerer deutschen Staaten wegen der Verpflegung er- krankter und der Beerdigung verstorbener gegenseitiger Unter- thanen am 11. Juli 1851 vereinbarten Bestimmungen künf- rig auch zwischen Elsaß und Lothringen und den übrigen deut- schen Staaten zur Anwendung kommen.

_ Bis zum 14. Dezember d. 3. waren in den Münz- stätten des Deutschen Reich?» in Zwanzigmarkftücken 818,879,420 Mark und in Zehnmarkftücken 192,685,460 Mark angeprägt worden.

Die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Goldmünzen stellt fich daher bis zum 20. Dezember d. I. auf 1,013,359,580 Mark, wovon 818,879,420 Mark in Zwanzigmarkstiicken und 194,480,160 Mark in Zehnmarkftücken bestehen. In der Woche vom 14. bis 20. Dezember find ferner geprägt in Zehnmark- stücken: in Berlin 397,950 Mark, in Hannover 560,240 Mark, in Frankfnrt a. M. 856,510 Mark.

An Reichs-Si[bermünzen und zwar in 1Markftücken waren bis zum 14. Dezember d. I. 391,811 Mark und in Zwanzig- pfennigstiicken 877,433 Mark 40 Pf. ausgeprägtworden. In der Woche vom 14. bis 20. Dezember 1). I. “find ferner geprägt in 1 Markstück'en: in Berlin 214,748 Mark; in Hannover 45,512 Mark; in München 114,972 Mark; in Siuttgart 67,468 Mark; in Zwanzigpfennigstücken: in Hannover 45,540 Mark, in Frank- furt a. M. 20,000 Mark, in München 52,603 Mark 40 Pfen- nige, in Stuttgart 27,011 Mark 20 Pfennigr und in KariSrnhe 27,000 Mark, mithin steklr fich die Gesammt - Au6prägung in Reichs - Silbermünzen anf 1,884,099 Mark und zwar in 1 ,Markftücken 834,511 Mark und in Zwanzigpfennigstücken 1,049,588 Mark. .

An Reichs-Nickelmünzen und zwar in Zehn-Pfennigstücken waren bis zum 14. Dezember 7.1.3. 194,278 Mark 20 Pf. ausgeprägt worden, In der Woche vom 14. bis 20. Dezember 11. I. smd ferner in solchen Stücken geprägt; in Berlin 20,802 Mark 30 Pf., in Hannovrr 3719 Mark 70 Pf., in Frankfurt a. M. 9950 Mark 50 Pf., in Miinchen 7970 Mark 90 Pf., in Stutt- gart 12,538 Mark 50 Pi„ und in Karlsruhe 15,000 Murk, miihin Gesammt-Ausprägung in Reichs-Nickelmünzen 264,260 Mark 10 Pf.“ '

An RcichS-Kupfermiinzcn waren bis zum 14. Dezember d.J. und zwar in 2 Pfennigstiicken 17,211 Mark 90 Pf. Und in 1 Pfennigftiicken 1844 Mark 30 Pf. artsgeprägt wordrn. In der Woche vom 14. bis 20. Dezember 1). I. find von 2 Pfennig- 7s1iichen ferner geprägt: in Berlin 1768 Mark 90 Pf. und in Hannover 2383 Mark 90 Pf., mithin eine Gcsammt-Au-Zprägnng in Reich§=Knpfermünzen von 23,209 Mark.

_ Der Finnnz-Ministcr hai die Brzirksrcgiernngen bei .Zu- sendnng der in der Beilage abgedruckten Instruktion über die Erhebung der :c. Klassensteuer Ic noch auf fokgende Punkte aufmerksam gemachr:_

1) Hinsichtlich der Brfugniß der_Königlicben Rrgigrnng znr Stun- dung der Kl.]sfcnftrner finden nach wie vor die Brxiimmungen der durch die Allerhöchste Hnbineis-Ordrc voin 31. Drzcmbcr 1825 geneh- migten Geschäftsanwnmng für die Regcc-rungen von drinsslben Tage Amvrndnng. Dagegen treten Wegen des Erlasses von Klajsensteuer an deren Sieklr die Vorickériften im §. 13 unier b. ckxe Geseßcs vom 25. Mair„ nach we1ch€n dergleichen Erlasse bis zur Hälfte drs Jabrrs- beirach vrn der Königlichen Regierung ferner nur dann bewilligt wrr- den dürfen, wenn dieselben von der (Hemeindr-Kommisfion bchufs Er-

“bälfi'sßsWcL Skeuerpflicbtigen im leistungsfähigen Zustande vorge-

schlagen wrrden und dsr Scencrpfiicbtigr nail) der Veranlagung buch) die Einichäßungs-Kommiision von außergewöhnliäxn Unglückésfäilrn be- troffcn und dndurck) in_ieincm Nabrnngsstandc zurückgcicßr wird. Die bishkr zu iolchn Erlassen rriordcrliche Genehmigung des Regie- rungs-Präsidenten in nicht mrhr nothwi'ndig. In Bxfrcff der Ver- rechnung drrnlben unter „den wegrn singetrrirner Ungliicksfäile un- beitreiblicbrn Restxnverbletbi rs bei den jrßi geltendrn Bestimmungen. Klaffensteuer-ErnniaßiZungcn _wxgen eingeirrtrner Veränderungen in den

Einkmnmrnsverhaiim]fen dursxn währrnd des Veranlagungsjahres nicbt ferner bcirilltgi warden, wfern nicht der Faik drs §. 13 8111) b. drs Gesetzes vom 25. Mai d. J. vorliegt. Das Reikripi vom 8. Juni 1859 tritt außer _AnMndung.

2) In demnm Schlusse des §. 11 dcr Instruktion bezeichneten Landestheilcn i_vtrd durch die Bestimmungen__dcs §. 1 36 Nr, 2 und 4" der, Instruktion (in den bezüglicben Vorschriften der Dieustamveisung fnr die Strucremwfiinger vom 16. Dezember 1867 über Ablieferungrn xc. m_chts geandrrt. In dem übrigen Landestbrilen ist nichts dagegen zu erinnern, _daß da," Wo die Gemeinde-Erbeber bisher statt der Liefer- zeiterznttunngnÖer bei Ablieferung der Steuern verwendet haben, es bei dirsrr Einrichtung auch ferner sein Vervendenbebäli.

3) Es ist nicht beabsichtigt, durch die Vorschrift im §. 1 unter 5 brr Instruktion die bisherige Mitwirkung der Gemeindevorstände bei AunieÜnng der Ausfalllistrn in den am Schlusse, drs §. 11 der Instruktion bezeichneten Lanchihcilen zu beseitigen, vielmehr soll es dabei auch ferner verbleiben. _

_ 4) Die in drn §§. 12 bis 16 der Instruktion vorge1rhenen Frisisn fur das Reklamations- und Rekurs-Verfahrgn find string inne zu halten, und kann eine Verlängerung derselben keinxnsalls gestattet Werden, weil die durcb, das Verfahren entstehenden Ausfälle bis zum Drzrmber bekannt sein müssen, um im nächsten Jahre eingezogen zu werden. Da die Festseßung der Klassensteuerrollen bereits Anfangs Dezember erfolgt sein 11an, so kann die Offenlcgung derselben (jb. §. 13 unter a, des Gesetzes un §. 16 der Instruktion Vom 29, Mai cr.) schon im

De_zembchin der Weiiex-erfolgcn, das; die Frist zur Offrnlcgung im Anfange bes Monats Januar abläuft und mit dincm Zeitpunkt die R.k1amaiibn§srist zu lauren bcginni. .

5) Dxe Königliche Ober-Recbnungskammcr hat zur Sprache gc- brachi, dax; zu den Zu- und Abgangßlisten und drn Kreisnacbweisungen von den Zu- und Abgängen vielfach nicht die vorgeschriebenen Formu- lare verWendet werdsn, und das; namentlich in den KreisUachMrfungen fiir das 1. Semester die Svniten 8 bis 10 ganz fortgelassen und die Zu_-_unb Abgänge nicht bis zum Schluß des 1.Semesters, sondern yorschrist§wchrig bis zum Jahrcs1chluß bcrccbnei Wordrn iind. Ferner ist von der Ober-Rechnungskammer gebend gemacht, daß in den Zu- und _Abganngistcn vielfach eine unverbältnißmäßig groxze Zahl von Abgangsnßbetmlicb vrrzogener Personen vorkommen, Woraus mit Recht ge_fol_geri nt, daß bei Wahrung iolcher Abgängr nicbt Überall mit der nothigen Sorgfalt verfahren wird. Dsn Königlichsn Regierungen wird daher eme eingehende Prüfung solcher Abgängr znr besondrren Pflicbi gemacht, nnd Wird denselben empfohlen, darauf zu halten, das; die oben bezeichnetenMängrl in Beire ber Zn- und Abgangslistcn und der Krcrönarbxeimngen für die Zu nst vermieden Werden.

_ Nach den gemäß §. 14 der Instruktion vom 29. Mai 1). I. bei dem Finanz-Mmisterium eingegangenen Haupt-Nach- weisungen hat sich der Jahresbetrag der aus der Veranlagung der Klassensteuer für 1874 zu erzielenden SoU-Einnahme auf iUSgesammt 11,676,516 Thaler heraU-destellr. Eine Ach- gleichung des Ueberschnffes von 76,516 Th1r. Über den nach

§. 6 des Geseßes vom-HZYgxi-FZYZfestgestellten Normalbetrag

der Kkaffenfteuer findet in dem Jahre 1874 zufolge der a. a. O. dieserhalb gegebenen Bestimmungen nicht start; die Haupt: und Kreisnachweisungen bedürfen daher nicht der im '. 18 der er- wähnten Jnftrnkxion vorgesehenen Berichtigung, vielmehr wird die Erhebung der Klaffensteu-er im Jahre 1874 durchweg nach den im §. 7 des Gesetzes angegebenen Steuersäßen erfolgen.

_ Die Preußische Bank hat heute den Diskont anf 41/2 Prozent und den Lombard-Zinsfuß für Waaren und Effekten auf 51/2 Prozent ermäßigt.

_ Das Königlich sächsische Hauptsteueramt Riesa ist vom ]. dieseH Monats ab in ein dem Hanpisteneramie Meißen unter- eordnetes Untersteueramt umgewandelt und demselben ein be- chränktes Niederlagleecht im Sinne von §. 105 des Vereins- zoilgeseßes, sowie die Brfugniß zu unbeschränkter Ausfertigung nnd Erledignng von Bcgleiticheinen, Uebergangsscheinen und von Vcrsandtscheinen iiber vereinsländisches Fleischmerk, zu Aus- fertigung und Erledignng von Begleiistheinen Über vereinslän-

disches Salz und zu Genehmigung von Ans- und Umladungen,

der auf den Eisenbahnen nnter Wagrnverschluß befördrrten Güter (§. 65 drs Vereins-ZoügeseHeS) beigelegt worden.

_ Der General-Mnjor und Commandcnr der 1. Garde- Kavallerie-Brigade, von Krosigk, hat fich mit knrzem Urkaub nach Dessau begeben.

_ Der von Breslau am 3. d. M. um 4 Uhr 45 Minnirn Nachmittags fahrplanmäßig ankommende SchneUzug der Nieder- schlesisch=Märkischen Eisenbahn ist in Foige Rrifenbruchs des vorderen linken Laufrades, zwischen Siegersdorf nnd Bunzlau mit einer Verspätung von 2 Siunden und 1 Minute hier ein- getroffen. Der Zug mußte durch eine Güterzngmaschine wieder nach Bunzlau znrückgebrachr werden und konnte erst von dort durch eins von Kohlfnrt rcqnirirte Perionenzngmaschine die Weiterfahrt anrreten. , --

_ Dir mit dem Courierzuge aus Breslau um 5 Uhr 15 Minuten Vormiitags fällige Post ist heutr 2 Stunden 50 Minnten verspätet hier eingetroffen.

Bayern. München, 2. Iannar. Der König verbrachte den gestrigen Neujahrstag auf dem Linderhof und wird daselbst bis znm hl. Drcikbnigstag verweilen. Hiernnf wird Se. Maje- stät wieder nach Hohenschwangau zurückkehren.

_ Heute Vormittag 11 Uhr wnrde unter dem VorstHc des Prinzen Luitpold in deerniglichenRefibenz eineStaats- raths-Sißung abgehalten. In derselben, wclche einige Stun- den währte, gelangten n. A. nach mrhrere dcm Landtag vor;.u- legende Gesehentwürfe aus dem Instiz:Reff0r1 zur Beraihnng.

_ Das Regiernngsbiatr f. d. K. B. veröffentlicht eine Be- kanntmachung, dcn Schuldenstand der Gemeinden des Königreichs am Schluß des Jahres 1872 betreffend. Nach der- selben betrug der Schuldenstand Ende 1872 32,364,186 Fl. gegen 29.680,49?“ Fl. Ende 1871. Im Jahre 1872 smd 1,259,263 Fl. auf Zinsenzahlung und 1.736,977 Fl. auf Abtra- gung von Kapitalien, zusammen 2,996,240 Fl., verwendet wor: den, wogegen 4,420,666 Fl. neu hinzngetreien find.

Sachsen. Dresden, 3. Januar. Der König hat den Commandeur der 11. Infanterie-Divifion Nr. 24, General- Lientenant Nehrhoff von Holderberg, zum Commandeur der ]. Infanterie-Divifion Nr. 23 und den Commnndeur der 2, Infantcric-Brigade Nr. 46, Gcnernl-Major von Montbé, zum Commandeur der 11. Infanrrrie-Divifion Nr. 24 ernannt. __

_ Die Zweite Kammer erledigte heuie zunächst einen neuerdings vom Abg. 1)r." Biedermann eingebrachten, auf die geschäftliche Behandlung der Budgetbericht-e der 2. Depnrntion bezüglichen Antrag durch Schlußberathnng, fiir welche vom Prä- fidenten Vice-PräfideniSTrcit und AbgHabcrkorn zu Referenten ernannt worden waren. Der Antrag wurde in einer von Er- sterem amendirten Fassung angenommcn, wonach die Verhandlung über schriftliche, auf das ordentliche Budget bezügliche Berichte der 2. Deputation in der Regel erst dreimal 24 Stunden nach Verthei- lung der Berichte erfolgen und Wodurch im Uebrigen eine recht- zeitigere Einbringung und griindlichere Behandlung von Anträgen erzielt werden sol], welche zu solchen Berichten aus der Kammer geßeUi werden. Hierauf wurde der unter Pos. 2 des außer- or entlichen Budgets nach Höhe von 400,000 Thlr. geforderte,

-durc1) spätcres Dekret auf 375,000 Thlr. ermäßigte Mehrbedarf

für den Neubau des Königlichen Hoftheaters, Über weichen von thh. 13. der Finanz-Deputation durch Abg. Schmidt Bericht er- stattet worden ist, nach längerer Debatte gegen 6 Stimmen be- willigt. Ein Antrag des Abg. KraUse und Genossen: das Hof- theater einer verantwortlichen Staatsbehörde zn untersteUen, ohne daß dadurck] an der verfaffungSmäßigen Vereinbarung eines Vei- trags aus der Civillistc zur Unterhaktung deffelben etwas geändert wird, bereits am ehevorigen Landtage gesieüt und abgelehnt, wurde, nachdem Staats-Minifter Frhr. v. Friesen ihn als unausfiihrbar bekämpft und namentlich betont hatte, daß einem Minister ganz unmöglich zugemuthet werden könne, die Verantwortung fiir die innere Leitung eines Theaters als Kunstinstitut zu übernehmen, während die staatliche Aufsicht Über das Theatergebäude abs- StaatSeigentbum selbstverßändlich “.an in dem Dekrete von 1870

ausdrücklich gewahrt sei, vom Abg.1)1*.Biedermann, der ihn Namens des abwesenden Abg. Krause vcrtheidigt hatte, zurück- gezogen. Ein Antrag des Abg. Penzig, welcher die Verwendung der Regierung dafür in Anspruch nimmt, daß einmal in der Woche der Verkauf der Hoftheater-Billets zu ermäßigten Preisen, besonders für Aufführung kkasfischer Stücke, erfolge, und daß den Schülern der obern Klassen der hiesigen höheren Bildungs- anstalten für den Besuch des Hoftheaters ähnliche Vergünsti- gungen, wie den Offizieren, gewährt werden möchten, wurde an-

genommen.

Württemberg. Stuttgart, 2. Januar. Der König hat vermöge Höchster Entschließung vom 25. Dezember r), I. der Landgräfin Marie z'n Hessen-PhilippSibal, geborncn Herzogin von Württemberg, den O1ga=Orden verliehen.

_ Die Zweite Kammer hat heut in einer Abendfiyung ihre Geschäfte wieder aufgenommen. Eingelaufen find: eine Nachexigenz von 350,000 fl. für die Erwerbung eines Hanses in Berlin für die württembergischen BundeNathS-Bevollmächiig- ten. Auch die Rcichstngs:Abgeordneten Württembergs werden dort Gebisse fiir Zusammenkünfte und Arbeiten finden. Ferner ein Gesehentmurf, betreffend die Bewirthschaftnng der Waidrin- gen von Gemeinden, Stiftungen und anderen öffentlichen Kbr- perschasten. Fiir den Ausbau, die Einrichtung und Mobiliar- ausstattung der neuen Staath-Irrenanstalt in Schnffenricd, die den neuesten Anforderungen der Wissenschaft gemäß eingerichtet werden wird, sind weitere 350.000 fl. exigirtworden, und wurden verwilligt: im Ganzen etwa 800,000 fl. Die Ani-Tali erhäit auch ein eigenes Ga-Zwerk und einen Haustelegraphen. Sodann wnrde die Verfaffungsvorlage volTends zu Ende berathen, und zwar ward der Artikel 8, welcher an die Koanmisfion zurückgegeben war, nach dem Regierung-Zentmnrf angenommen. Hiernach kann nicht blos eine Verhaftung cines Siändemiigliedes nicht' ohne Geneh- migung der betreffrnden Kammer erfolgen, sondern anch keine Untersnchung gegen ein solches eingeleitet werden. Leßtere Be- stimmung ist neu. Endlich wurde die Bitte an die Regierung gerichtet urn baldige Vorlegung eines Entwurfs über Znsnmmen- seßung des Landtags. Eine Bitte zu Gunsten des Einknmmer- systeme; ward mit 37 gegen 32 Stimmen abgelehnt, und ein Antrag des Frhrn. v. .Gültlingen über Verleihung des Enqnézte- Recht?- an die Kammern an die Kommisfion gewiesen. Morgen wird die Beraihung des Berggeseßes beginnen.

Sachsen=Cobnrg-Gotha. Gotha, 3. Januar. Am 12. d. M. tritt der Spezial-Landtag des Herzogthnms Gotha im hiesigen Siändesaal zur Berathung und Beschluß- fassung über die betreffenden Regierungs-vorlagen zusammen.

Lauenburg. Raßeburg, 3. Ianunr. Dir Ritter: und Landschaft hat in ihrer Sitzung am 25). Dezember 5.3. n. A. das Statut für die Gelehrtenschnle zu Ranbnrq berathcn. Dasselbe wurde angenommen, und ist die se.,“rzste ing, Rektor- Klaffc, die bisher dem Patronate der Stadt unterstellt war, ganz an Ritter- und Landschaft Übergegangn. Sodann folgte die Berathnng und FeststeUnng des ständischen Jinanzrint-Z für 1874. Derse1be wurde mit einigen Abänderungen angenommen. Ein Gesuch der Stadt Raßebnrg wegen Erbannnn zweier Chauffeen wurde an die Wegekommisfion verwiesen. Am 17. d. M. wird der Landtag wieder Sißnng haben.

Oesterreich = Ungarn. Wien, 4. Januar. Das Ab- geordnetenhaus wird am 21. d. M. eine Sißung halten.

Lemberg, 3. Janunr. Im Landtage interpeUirten gestern“ die ruthenischen Abgeordneten den Regiernngsvertrcier, welche Maßregeln die Regierung- zu treffen beabstchtige, um auf dem Lande dern Ueberhandnehmen der Demovnlisntion entgegen- zntreien. Der Regierungsvertreter beantwortete die InicrpeUa- tion Lificwicz', wrshalb am Lemberger Josephs-Ghmnafinm die ruthenifthe Sprache *ich obligates Lehrfach nicht eingeführt werde, in den Landtag znfriedrnsteilender Weise. Der Antrag auf Er- richtnng einer medizinischen Fakultät an der Lemberger Univer- fitiit wurde von Czerkawski in längerer Rxdr begründet und drm Untrrrichtsausschnffc zugewiesen. Sodann wurde die Re: gierung-Zvorlage wegen Ausscheidung der Kreise Stanislnn, Tar- nopol und Zloczow von der Verggerichtsbarkeit drs Ezernowiber Lanchgerickßeé: und deren Einbrziehung in die Jnrisdiktion des Samborncr KrcicZgrrichics unverändert angenommen.

In der heurigen Sitzung intrrpellirre Kowalski den Régie- rungsvertreter in Angelegenheii der Regelnng dcr Parochial- [eift11ng. Anf Antrag der Vndgetkommisston wurde folgende Resolution beschlossen: Dsr Landtag nimm: den vorgelegten RechnungeZabschlnß des galizischen Jndrmnisniionsfonds znr Kenntniß, vertagt aber die endgültige Erledigung dieser An- gelegenheit bis zur Uebergabe des Indemnisntionsfonds in die Verwaltung der Landeswertretnng. Anläßlich der rnibenischen Feiertage hai fich der Landtag vertagt.

Pesth, 2. Januar. Der Nenjahröempfang bei Hofe im Königlichen Schlosse war besonders glänzend. Die haupt- städtische Deputation unirr Führung drs Ober-Bürgermeisters wurde von dem Genernl-Adjutanten Grafen BeÜegnrde und der Oberst-Hofmeisterin-Stellvertreterin Gräfin Majléith empfangen, wekche die Glückwünsche für Ihre Mnjestäten entgrgennahmen.

Ngram, 3. Januar. Im Landtage interpellirte gestern Makanek den BMW, ob er wisse, daß bei den Ansteklungen auf der Karlstadt-Finmer Eisenbahnstrecke Landeskinder zuriickgeseßt werden und den Beamten für den Fall der Nichterlernnng b::r ungarischen Sprache die Dicnstenilaffnng angedroht wird; ferner, ob der Banus in der nächsten Lnndiagssesfion Geseh- eniwiirfe über Preßfreiheit, Vereins: und Versammlungsrecht, iiber eine neue LandtagWahlordnnng und LandtagSQrgnnifirnng einbringen woÜe. Der Gesc entwurf iiber die SekiionSchef-Z- und BanuSverantworilichkeit wir in dritier Lesung, die Geseßent- Würfe iiber die Ausführung der Richtergewalt und das Dissozi- plinarverfnhren gegen die Richter in der Generaldebatte nnd der erste Gesehentwurf auch in der Speziasdebntte angenommen.

In der heutigen Landtagssißung interpellirte Lehpamer wegen der Ausscheidung der Aerarialgebäude im Belonarrr Komitate zu Gunsten der Civilverwaltung. Hierauf wurde der Gcseßartikel über die Ausübung der richterlichen Gewalt in dritter, derjenigs über die diszipkinare Verantwortlichkeit, die Transferirung nnd Pen- sionirung der Richter, ferner über die Präsidentschaft der Sep- temviraltafel in zweiter Lesung angenommen.

SchWeiz. Zürich, 3. Januar. Der „R. Z. Z.“ wird aus der Bundesstadt geschrieben: Der neue französische Bot- schafter, Herr von Chaudordy, ist noch nicht in Bern ange- kommen. Die französische Gesandtschaft, welche bisher keinen „ersten“ Sekretär gehabt hat, sol! nunmehr einen solchen erhal- ten, und zwar in der Person des Herrn Laboulaye, Sohnes des .

Deputirten. Der zweite Sekretär, der bisher die Funktionen des ersten versah, nämlich Herr Graf de la Londc, wurde zu einem andern Posten berufen. Herr Labonlahe soll am 3. Januar in Bern eintreffen. Zwri oder drei Tage später wird anch Herr Graf von Chaudordq axikommen.

_ Großbritannien und Irland. London, 2. Januar. Lord Poltimore Zar die Schaßmeisterschafi des König- lichen Haushalts nie ergclegt. Zu seinem Nachfolger ist Lord Manson defignirt.

“_ Drr neuernannte Botschafter Frankreichs am hiefigrn Hofe, Herzog de Brissac R0chefoucauld, ist hirr ange- kommen, um seine diplomatischen Funktionen anzutreten.

Frankreich. Paris, 3. Januar. Der erzon von Aumake hat die Fortifikationen von Belfort befi tigt und dem obrrsten Krichrnthe der Artnr? Bericht über den Znstand der- selben abgestattet.

_ Die konstituiionelie Kommission hoffr bis Mitte Januar ihre Vorschläge redigirt zn haben.

_ Wie „Bien pnblic“ versichert, ist die Linke, der größte Theil der Rechten und dieGrnppe drr Brrufnng ans Volk entschlossen, den Geseyrntwurf zuriickznrveisen, der den Prinzrn von Orleans den Rang französischer Offiziere verleiht.

_ Das Krieg?:gericht von Versailles hat gestern sechH T0deSurthei1e gegen Kommunisten gefällt, Vier andere wurden zu je einem Jahre vrrurtheilt. '“ - «'

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Spanien. Madrid, 3. Januar. (W. T. V.) In der gestrigen Sitzung der Eortrs, welche erst um 4 Uhr Morgens geschioffen wnrde, unirrlag das Ministerium Eastelar mit 120 gegen 100 Stimmen. Eastelar nahm in Folge dessen seine Enr- laffnng und Salmeron bestieg den Stnhl des Präsidenten, als ein Offizier mit einem Briefe des General-Knpitäns von Madrid, Pavia, erschien, in welckxm die Auflösung der Cortes geforderr wnrde. Salmeron und andere Mitglieder drr Versammlung er- suchten darauf Casteiar, die Regierungsgewnlt wieder zu Über- nehmen, welches der [eßtere indeß abkehnir, Alsdann besetzte eine Compagnie Civilgarden den San! und vrrnnlnßte die De- puiirten, denselben zu verlassen. General Pavia befand fich unterdeß mit seinsm Stabe und mit AriiÜerie vor dem Cortes- pnlast. Die Bildnng dec."- nenen Ministrriums wird erwartet. Wie man glaubt, wird dasselbe ans Konservativen und Radi- kalen unter dem Vorsitze Serrano's znsammrngeseßt icin. Man versichert, daß Carvajal und Maisonnnve dem nenrn Knbinet angehören werden.

_ Ein weiterck? Telegramm vom 4. Januar, Morgens, meldet: Das neue Ministerium unter dem Vorfiße des Mai“- schail Serrano ist folgendermaßen znsnmmrngeseßr: Sagasta Minister der;? Answärtigen, vaala KriegS:Miiiister, Fignrroin Justiz-Minister, Becerrn Ministrr fiir Lnndwirihschast, Echegnrar) Finanz-Ministrr, Garcia Ruiz Minister des Innrrn, Admiral Toprte Mnrine-Minister.

_ Nachrichten aus Barceiona vom 2. d. M. zufolge wareniäinmrliche Gensd'nrmerie-Deiakhcments daselbst konzenirirt worden, weik man nnläßiick) der Eröffnung der Cories Rnhr- ftbrnng-n befürchtrte. _ Sie Drnrkcrri 503 den Inirnnii- genren grhbrigen Journals „der Cniaionifthc Stani“, w.?[chrS grftrrn zn Unruhen aufgefordert hatte, ist Seiten der Brhörde mit Beschiag belegt worden.

Italien. Rom, 31. Dezember. Frankreick) nnd Brlrgien haben bekanntlich einen Vrrirng zum g;:genieirigen Schurz des literarischen Eigenthnms nnd Fnbrikstrmpeis geschlossen. Die französische Regiernng [)ni [eßthin bie italie- nische crsncht, dcmielbrn beizutrrten oder wenigstens ihreStaaicZ- angehörigen gegenseitig gerade so zu behandeln, wir es Brkgirn und Frankreich nnter fich thun. Das nnöwärtige Amt har, dcr „Italie“ zufoige, das Verlangen der französischen chiernng drm Ministerium für Hnndei, Gewerbr und Ackerban Übrrwiesen, und sobald dieses fich dafür ancZJesprochrn hat, werden die briden Régiernngcn ihre Erklärnngen in drm oben angedenteien Sinne austansthen.

_ Dér Miiiiärntinchb bei der hirsigen französichen Gesandt- schaft, Obsrst de la Hane, ist plötzlich verstorbrn.

Türkei. Konstantinopel, 3. Jannnr. (W. T. V.) Der rnsftsche Borschafter, General Jgnatiefs, ist brrrits hrnre mit seiner Gemahlin iibrr Odeffa nach St. Petersburg abgereist.

Rumänien. Bukarest, 3. Innnar. (W. T. B.) Die Kammer hat fick) anläßlich des Wrihnachisfestes vorn 4. bis 22. Januar vertagt.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 3. Jannnr. Die Bestätigung des Stainis drr allgemsinenWehr- pflicht durch den Reichsrnih ist nach der „R. Z.“ in diesen Tagen erfolgt und soll zu Nenjahr ein Mnnif-est iibcr die Ein- fiihrung drr Wehrpflicht nach dem ncnenSnstem erlassen werden.

_ 4. Iannar (W. T. V.) Das amtliche Blatt macht Mittheilung von der in fiinf Distrikten des Gonvcrnemenxs Ssamnra nuSgrbrochenen HnngerSn-Ith nnd Urrbffenilicht die Maßregeln, welche von der Regiernng zur Linderung und Beseitigung dersekben ergriffen worden find.

Schmeden und Normegen. Stockholm, 31. Dezember. Die Königlich e Famiiir feierte das Weihnachtsfest bei dem Könige nnd der Königin. Sowohl am ersten als auch am zweiten WeihnachtStage blieben dagegen die verschiedenen Mir- glieder der Hohen Familie an ihren bezüglichcn Höfen. Am Ersten Weihnachtstage war der König zur Friihprcdigi in der Ciara- kirche und zur Hochmeffe in der Schloßkapelle.

Dänemark. Kopenhagen, 31. Dezembxr. Der General-Postdirektor, Graf O. S. Danneskjokd = Samsbe verläßt heute, nachdem er 49 Jahre im Postfache gearbeitst und 31 Jahre seine jeßige Stellung als Genernl-Poftdirsktor bekleidet hat, diese Stellung. '

Amerika. Washington, 3. Januar. (W. T. B.) Gegeniiber anderweitigen Nachrichten über angebliche Ansprüche Spaniens an die Vereinigicn Staaten wegen des dnrch Schiff- bruch zu GUMDL grgangenen „Virginins,“ wird jeßt von offizieller Seite erklärt, daß Spanien Schadsoshaltung wegen des untergegangenen „Virginins“ nicht gefordert habe, weil das über die HerauSgabe des „Virginich“ seiner Zeit voklzogene Protokoll Enschädigung für entgangenes Interesse nicht zulaffe und die Entf eidung deo.“- Genfer Schiede3gerichts in der Alaba- mafcage indirekte Enischädigung§ansprüche Überhaupt ansichlirsxe.

_ Die „St. Thomas Times“ schreibt über die Vorgänge auf San Domingo: "

,Die nördlichrn Provinzen haben sich förmlich gegrn drn Prä- sidenten Barz aufgelchnt, obwohl er in den Südprovinzen wiedcrgr- wählt wordrn ist. An der Spißc drr Bewegung '.TLM drr angrirbcne General Gonzales. Es sind bereits vieh: liberale Reformen cingcfiihr