_ Vom 29. Oktober bis 1. November 1873 haben hier unter dem Vmfiß des OheréBau- und Ministerial-Direktors Weishaupt Konferenzen behufs Verathung der zur Erhöhung der Sicherheit im Eisenbahnbetriebe zu ergreifenden Maßnahmen stattgefunden. Zu diesen Kon- ferenzen waren auf Einladung des Handels-Ministers Räthe des Reichs-Eisenbahnamts, des Handels-Ministeriums, 34 technische Beamte von 20 verschiedenen Valynverwaltungen, und die Vor- ßeher der größten hiesigen Majchinenbauanstalten, im Ganzezi 49 Techniker, erschienen. Die Berathungen fanden nach Anlei- tung eines Fragebogens statt, welcher den Theilnehmern einige Zeit vorher zugesandt worden war. Die Beschlüsse, welche die Konferenz in Betreff 30 einzelner in Verathung genommener Fragen gefaßt hat, find jeßt, als Manuskript gedruckt, veröffent-
' licht worden.
_ Nack) einer Verabredung mit der Herzoglick) braun- fchweigischen chierung ist der TransPort geftempelter Spielkarten mit der Post bei Versendungen zwischen Orten des preußischen Staates unter Berührung des braunschweigischen Gebietes und zwischen Orten des Herzogthums Braunschweig unter Berührung des preußischen Gebietes von der Uebergangs- schein-Kontrole freigelassen worden, und diese Befreiung auch auf den Traiisport ungestempelter Spielkarten mit der Post, wenn dieselben Seitens eines Herzoglick) braunschweigischen Steueramtes an das Stempelmagazin in Braunschweig behufs der Stempelung amtlich versendet werden, aus- gedehnt worden.
_ Vom 31.T1ezember1873, Mitjags, bis 1. Januar 1874, Abends, sind in Berlin an Adressaten in Berlin zur Post ge- liefert und durch die Briefträger bestellt worden: 547,377 Stadtbriefe und Postkarten, d. i. 162,440 Stück mehr, als zum vorjährigen Neujahr.
Bayern. München, 6. Januar. Die auf gestern Vor- mittags 10 Uhr anberaumte 3. öffentliche Sißung der Kam- mer der Reichsräthe mußte, da die Mitglieder derselben nicht in beschlußfähiger Anzahl erschienen waren, auf künftigen Montag vertagt werden. Die nächste (15.) Sißung der Kammer der Abgeordneten ift anf denselben Tag an- geseßt. _ Die meisten der Abgeordneten haben fich, da vor dem 12. Januar keine Sißung mehr ftaltfindet, wieder in ihre Heimatl) begeben; ein großer Theil dersciben ist bereits gestern Abend:?- abgereist. _ Bezüglich der Dauer des gegenwärtigen Landtags haben Mitglieder des Jinanzaussthuffes ihre Anficht dahin aUSgesprochen, daß fick) "dieselbe, wenn das Budget gründ- lick) durchberathcn werden soÜe, bis in den Monat Mai hinein erstrecken könne.
_ Der eFinanzaur'zschuß der Kammer der Ab- geordneten ist gestern Abends in die Budgetberathung eingetreten. Nach Erledigung des Etaks der StaaiSschuld ver- anlaßie beim Etat des Sjaats-Ministeriums der Justiz die Frage der GehaltSzulage eine längere Debatte. Nach dem bis- herigen AuSsclwßbesthlUß würden die Präsidenten der AppeUa- tion9gerichte eine jährliche GehaltSzulage von 420 ff. erhalten; der Königliche Staats-Minister der Justiz beaniragje eine förm- liche Gehaltserhöhung, und zwar von 500 fl., vermochte jedoch, wie die „Aklg. Ztg.“ vernimmt, damit nicht durchzudringen. Der AUHsclzuß Wird die Berathung des Iuftizetats morgen fort- se en.
H _ 8. Januar. (W. T. B.) 131. Anton Ruland, Ober- Viblioihekar in Würzburg, hervorragendes Mitglied der Ultra- montanen Partei des Abgeordnetenhauses, ist hier heute Morgen an der Cholera gestorben.
Sachsen. Dresden, 6. Januar. Der König hat in einer am heutigen Tage dem bisherigen Königlich bayrrischen außerordentlichsn Gesandten und bevoUmächtigten Minister Grafen 'von Baumgarten ertheilten Partikularaudienz deffen Abberufungsschreiben entgegen genommen. .
_ 7. Januar. Auf der TageSordnung der [)euii en Sißung der Zweiten Kammer befand sick) der vom A geordneten Philipp erstattete Bericht der Finanz-Deputation über die für die Elbstromkorrektion und die Regulirung der Elbufer innerhalb Dresden (einsckzließlick) der vom STaate gemeinsam mit der Stadtgemeinde für das abzubrechende Sonntagsche Haus zu leistenden Entschädigung) geforderten 345,000 Thaler. Die Majorität der Deputation empfahl die Bewilligung der ge- forderten Summe zur Ausführung des von der Regierung enk- worfenen Projekts, die Minorität Ablehnung des Postulates. Staats-Ministcr Frhr. von Friesen betonte, daß es sich keineswegs in erster Linie um ein städtisches Interesse Dresdens, sondern um ein sehr wichtiges allgemeines LandeSinÉereffe handle, um die Vollendung der Elbkorrektion, welche eine vertrag-Zmäßige Verpflichkung Sachsens, im wirihscHaftlicHenInteresse des Landes geboten, wegen der rapid forischreitenden, die Schiffahrt schließ- lich in Frage steUenden Erhöhung des Elbbodens von höchster Dringlichkeit sei. SlaatH-Minister von Nostiß-Waüwiß, durch Aeußerungen des Abg. Dr. Pfeiffer veranlaßt, rechtfertigte aus- führlich das Verfahren der Behörden in der Frage des Sonntagschen Haus es : ihre Entschließung sei s einer Zeit auf Voraus- seßungen gegründet worden, welche damals völlig unbestritten, inzwischen von den Fortschritten der Wissenschaft aks falsch nach- grwiesen worden seien; sei jene Entschließung daher damals gar nichk anders zu fassen geivesen, so würde ein Minister Unver- antwortlick) gehandelt haben, der trotz, des zwingenden Nach- weises der Irrigkeit ihrer Vorausseßungen daran festgehakten hätte; das Urtheil auch in dieser Frage werde fick) berichtigen, wenn erst die Anschauungen der forigeschrittenen Wissenschaft Gemeingnt des Publikums geworden seien. Ein Anjrag auf Schluß der Debatte wurde angenommen, als die Rednerliste noch 14 Namen aufwies. Die Bewilligung wnrde mit 46 gegen 24 Siimmen angesprochen, und zwar auf Antrag des Abg. Jordan derart, daß zunächst für die Finanzperiode 1874/75 der Betrag von 145,000 Thlr. in das außerordentliche Budget ein- geßellt werden soU.
_ 8. Januar. (W. T. B.) Die Zweite Kammcr ge- nehmi te in ihrer heutigen Sißung die von der JinanzDeputa- tion m t der Regierung aus Veranlassung des Thronwechsels getrof- fene Vereinbarung über die Civilliste, welche Angesichts der einge- tretenen Erhöhung der Auskünfte aus den Domänen bis auf 21 MiÜionen von nun an auf 950,000 Thlr. (290,000 Thlr. mehr wie bisher) festgeseßt ist. Der Abg. Leistner sprach gegen die Vorlage, welche ohne weitere Debatte und mit alXen gegen drei Stimmen zur Annahme gelangte.
Württemberg. Stuttgart, 7. Januar. (W. T. B.) In der heutigen Sißung der Abgeordnetenkammer wurde das Verfassun Sgeseß mit 69 gegen 7 Stimmen genehmigt. Außerdem wurde er Gesehentwurf über das Retabliffement des
„württembergisckzen Armee - Corps eingebracht. Die in demselben
zu diesem Zwecke verlangte Summe beträgt 11,600,000 Fl.
Baden. KarLSruhe, 6. Januar. Der Großherzog, die Großherzogin und der Erbgroszherzog, sowie die Prinzessin Victoria und der Prin Ludwig Wilhelm smd heute Nachmittag 2 Uhr in KarlSruZe eingetroffen.
Mecklenburg. Schwerin, 7. Januar. er'Herzog Iohsann Albrecht iß gestern Morgen von hier Wieder ab- gerei t.
_ Zur Fortseßung der Verhandlungen über xine neue Verfassung ist ein außerordmtlicher Landtag embe- rufen. Derselbe soll hier am 1. Februar d. I. zusammentreten.
Anhalt. Dessau, 6. Januar. Gestern fand eine Plenar- Sißung des Lan dtages statt, auf dessen Tagesordnung der Bericht der Kommission für Finanz-Angesegenheitcn zum Haupt- Finanz-Etat für das Jahr 1874 stand. Da es jedoch nicht zu ermöglichen gewesen war, den gedruckten Veri t rechtzeitig, d. 1). zwei Tage vor der Si ung, den Abgeordneen zur Kenntnis;- nahme zukommen zu laLsen, so wurde beschlossen, die Sißung aufzuheben und heut in die Berathung des Finanz-Eiats ein- zutreten.
Bremen, 7. Januar. Der Präsident 01“. Meinerßhagen eröffnete die heutige erste SiHung der Bürgerschaft mit einer Beglückwünschung. Verschiedene neugewählte Mitglieder waren eingetreten. Zunächst Wurde der Geschäftsvorstand erneuert und zum Präsidenten wiederum [)]-. Meinerßhageu mit 91 Stim- men erwählt, während C. H. Noltenius und Dr. Adami wie- derum zu Vice-Präfidenten berufen wurden. Den zweiten Ge- genstand der Tagesordnung bildete die Vorlage wegen Umbaues der Häuser am Dom.
Lauenburg. Rayeburg, 7. Januar. Dcr ständische _KaushaltungSplan des Herzo thums für 1874 steUt 121) nunmehr nack) geschehener Berat ung in dcr Sißnng der Ritter- und LandschafE am 29. Dezember 1). I., nach der „Lauenb. Ztg.“, wie folgt:
Einnahme: 1) Meiergefälle, grundherrliche Hebungen, Dienste, regulirte Ablösungen u. dgl. m. 43,240 Thlr., 2) von Domänen, Vormerken, Mühlen u. dgl. m. 77,900 Thlr., Z) von Forsten, Jagden, Mooren u. dgl. 143,800 Thlr., 4) von Chaus- scen, und Wegen 4800 Thlr., 5) von Geld-Kapiialien 3540 Thlr., 6) allerlei Einnahmen 1000 Thlr., 7) Ueberschi'tffe aus Vor'ahren u. dgl. 350 Thlr., 8) einmalige außerordentliche Meer-Einnahme an Pacht für die Domäne Neu-Vorwerk 2350 Thlr., Summa 277,580 Thlr. _ Aue.“:gabe: 1) Domanial- Anleihe nebst Verwaltung 85,150 Thlr., Sonstige Zinsen 7920 Thlr., Zahlungen laut Art. )(7. des Wiener Friedens 5130 Thlr., (Appanagcn und Pensionen nach Dänemark) verschiedene Entschädigungen und BewiÜigungen 7172 Thlr., Pensionen, Wartegelder u. dgl. laut Geseß vom 7. Dezember 1872 27,728 Thlr., sonstige Lasten und Beitrag zu Staats- Ausgaben 7330 Thlr., Summa 140,430 Thlr., 2) obere Lan- desverwaltung. Besoldungen höherer und niederer Beamten und verschiedene Unkosten, Druck: und Portokosten, Unterhaltung von Baulichkeiten, Entschädigungen u. dgl. m. 19,800 Thlr., 3) Domänen-Verwaltung 8150 Thlr., 4) Forstverwaltung 34,510 Thlr., 5) Chaussee: und Wegebau-Verwaltung 32,600 Thlr., 6) Wasserbau (SteckniH-Kanal) 3150 Thlr., 7) verschiedene Pensionen ständischer Beamten 3670 Thlr., 8) für Geistliche, Kirchendiener und Unterrichtöanstalten 26,430 Thlr., 9) müde Stiftungen und Nrmen-Untcrstüßungen 3220 Thlr., 10) für Landeskultur Und soustige gemeinnüßige Zwecke 910 Thlr., 11) außerordentliche NuSgaben 2040 Thlr., Summa 274,910 Thlr. Einmalige außerordentliche Ausgaben 2670 Thlr., im Ganzen 277 ,580 Thlr.
- ;Oefterreich-Un ata. Wien, 7. Januar. (WT. B.) Ankéßlick) des 25jährig -11**Iubi[äums, welches der Kais er a 9. Januar als Inhaber seines russischen Grenadier-Regimen begehen wird, wird, wie die „Presse“ erfährt, eine Deputation jenes Regimenxs, bestehend aus einem General, 3 Oberoffizieren Und 3 Unteroffizieren, den Kaiser in MW) beglückwünschen.
SchWeiz. Bern, 5. Januar. Mit Rücksicht auf den Bundesbeschluß vom 17. v. MW., bctr. die Verlegung der ersten Abtheilung der ordentlichen Session der BundeSversammiung auf Aufang Juni (statt Wie bisher Juli), hat der BundeSratk) an eordnet, daß der Abschluß der Jahresrechnung erfolgen, be- zie ungsweise die Angriclsung dcr Zahlungsanweisungen „auf Rechmmg des verflossenen Ia res mit 31. Januar zu Ende grhen,fer11er die Geschäftsberi te der Departements spätestens mit Ende März zur Vorlags gelangen sollen.
Großbritannien und Irland. London, 6. Januar. Prinz Ludwig von Battenberg, Vetter des PrinzenLUd- mig von Heffen, stattete der Königin auf Osborne einen Besuch ab. Der Prinz und die Prinzessin von Wales find mit ihren Kindern von Schloß Sandringham nach Marl- borough-House zurückgekehrt.
_ Wie die „Pall MaÜ anciie“ erfährt, werden die fol: genden Damen dem Hofstaate der Großfürstin Marie nach ihrer Vcrmählung mit dem Herzog von EdTnburgh attachirt werden: Lady Francis Baillie, Tochler des Earls von Elgin; Lady Emma Godolphin Osborne, Schwester des Herzogs von Leeds, und Lady Mari) Butler, Schwester des arqui-Z von OSmonde.
_ Der deutsche Botschafter am hiesigen Hofe, Graf Mün- ster, ist mit seinen beiden Töchtern von seinem Besuche bei dem Carl von Roßlyn nach London znrückgekehrt.
_ Am 5. d. M. verstarb in London der General Sir James Charles Chatterton. Derselbe war im Jahre 1.794 geboren, trat im November 1809 als Komet des 12. leichten Dragoncr-Regiments (dessen Chef er später wurde) in die Armee. Er machte die Feldzüge in Portugal, Spanien, Flandern und Frankreich mit, und wohnte den Schlachten von Quatre-Vras und Waterloo, sowie dem Marsck) auf und der Einnahme von Paris bei. In 1862 erhielt er das Großkreuz des Bath-Ordens, und in fernerer Anerkennung seiner langen und ausgezeichneten Dicnzte trug der General bei dem Begräbnis; des Herzogs von Weümgton auf besonderen Befehl der Königin das große Staatsbanner.
_ 7. Januar. (W. T. B.) In dem Wah1flecken Stroud (Grafsxhast Kent) ist an Stelle des verstorbenen Unterstaats- Sekretars. im Departement des Innern, Winterbotham, der konservatiye Darnington mit großer Ma'orität zum Parla- mentSngliede gewählt worden. N01) niemals wurde bis dahin in Stroud ein Konservativer gewählt.
Frankreich. Paris, 5. Januar. Das Rundschrei- ben des Kultus-Ministers an die Bischöfe lautet nach der „Times“, wie folgt:
_ „ _ Paris, 26. Dezember 1873.
Monjeigueur! Eimge Ihrer _Ehrwürdigen Amtsbrüder habxu, die gegenwärtige Lage Europas p_rufend imd die jüngsten Ereignisse nack) ihren Brziebuygen zur katholischen Kirche und ihrer „Eiuwtrkung auf die heutige Ge1511schaft beurthetleud, tzeulicb Hirteubriefe erlassext, in denen sich Aus1prüche nden, die nicht verfehlen konnten, 111 einigen Punkten die An merksamkeit der_ Regierung auf sich zu ziehen. In der That konnten dteselben geeignct scheinen, . ini Aus- lande Empfindlichkeiten zu erregen. die Zi: wecken stets'vkrdrießlich ist. Die hohen Prälaten, die an die _Glau igen ihrer Diözese die bezug- licben Briefe gerichtet haben, wurden dor AÜem solche, ihren _Ab- sichten1chnurftracks zuwiderlayfende Folgcn bedaurrn. _Dafur burgt tmr die erprobte Vaterlandslicbc', von der der französnche Eviskopat beständig so helle und rubmreicbe BcWeife .abgelcgi hat. „ Troßdem konnte die Re ierung bei solchenThatsachen mcbt gleichgültig ble1ben, und sie wüm t lebhaft, daß die1e1ben fich nicbdwiederholen. Ew. bischöfliche Gnaden wissen wohl, mit Welcher _Thetlnahme die Regie- ryng der Kirche und dem H._Siuhle ergeben lft. Sie versteht wohl diZBeunrul)1gung der katholüchen GeWtssen_und die Schmerzen zu wurd1gen, als deren Wortführer die Bischöfe zu diesem Augenblicke auf- irrten. Aber_solche Empfindungen können rmx aller gebührenden Frei- heit und Kraft ausgedrückt werdrn, ohne daß man zu ihrer Kund- gebung zu Angriffen schreitet, über die fich die Regierungen bc- nacbbaricr Staa'te'n beunruhigcn könnten. Zwischen den Staaxen bestehen gegenseiitge RücksichisUahme-n, die man nicht Vergeßen darf. Wir müssen überall. _die Achtung vor den bestehenden (He- walien beketxncn, “wie wir die1€lbe unsererseits für die Regirrung yer- langen, die m un1erqn1 Laridc durch den souveränen Wiüen der Volks- ve„r1ammlmxg 'aufngcbte't Ut, Ist 955 noch nöihig hinzuzufügen, Mon- se1gneur,„da[3 die Bi1chöfej1nm1tien der_1 chweren Konfkikte, dic [191116 die Welt beunrub1gen, hauptsachlich dyrcl) Maßigung den legitimen Einf1ußil)res WorteH vermehren und wrrk1amer zu jenem Werke der Beruhigung und des Friedens „britragxn könnxn, das der Gegenstand unsxrer gemrin- samen Beruhigung 1ein muß? Ich würde es mir selbst zum Vor- wurfe rechzien, Wenn ich Betrachtungen Weiter ausführen woÜxe, die fick) vm) 1elbst dcr Beachiung_ Ew. Gizaden empfehlen. Außerdem [)"alte ick) m1ch ve'rfiche'rf, „daß Sie Sich nicht über die Denkweise xansZMn werden, die m1r dir1en Brief eingegeben hat, dessen Inhalt ich Jhrer Emfi_cht aneinpfel)le._
Genehmigen u. 1. w. De Fouriou.
Spamxn. Madrid, 7. Januar. (W. T. B.) In einem R;;ndsohreibe11 des Ministers des Innern heißt es:
Der Akt Patrioiis er Energie und Uneigennüßigkeif, welcher am 3,_chnuar von drm eneral„Pavia voÜzogcn Worden ist, ist ein wnrd1ger Anfang in der Erfullxng der hohen und schwierigen Auf- gabe gewxsen, welche der gegenwartigen Regierung obliegt. Die Cortes, hatten, indem fie_ _fich' gegen die vrrständige Politik Castelars aus- syrachen, d1e vdllstandlgc Auflösung des Landes beschlossen. Von dicscnr Augen_b11cke an war die nationale Einhcit zerstört. Spanien durste 11111: noch _von den untcr dem Banner der kon- ferpaftven Yep'ublik Herrmtgien Liberalen sein Heil erwarten. Die gcgeyWaritge Regierung ist „daher fest überzeugt, daß fie in keiner Weise die (Hejeße verlcßie, mdem fie sich zum Dolmetscher der 6 ent11chen Strmmung gemacht hat. Die von den Cortes beschlosfene zLuftömng dcs, tierlaxides_ konnte nie ein Werk der Gcfcßlichkrit sein. Zur Gcgeptlxcil [1891 m einem solchen FaÜe die Gcscßlicbkeit auf der Seite deMmgen, welcbxr zuerst „es wagt, sich solchem Unternelzmm enigegcnzu stellen und 11) den Wiaen der Nation besser zum Llusdrmk bringt; 1elbsdda'nn, wenzi er sie, vorher nicht befragt hat. Die erste AufgabeUder ]eY1ge11Regirrung ist, die Ordnung wiederbcrzustellkn und zu bewe_118n,;daß 'd1818"11111 der Republik und der Freiheit verträglick) 1si„. „Ste Wird 111cht zogern, zur Wiederherstellung der Ordnung die kraftrgsten Mittel in Linwerzdung zu bringen.
. _ In Valencta_1st der BelagerungSzußaud erklärt. _ Die Generale Ripolr und Hidalgo find verhafter worden. _ Ca.te[ar soll, „wie verlautet, Sakmerrm und Figueras seine Uyterstußung verweigert haben, denen dixelbftcht :zugeschrieben nnrd, die föderale Partei zu reorganifireßzéÖ..
Italien. Rom, 4. Januar. :Im' außwärtigen Amte sind in leßter Zeit zahlreiche Bittschriften italienischer Fami- lien eingereicht worden, um durch Vermittlung der italienischen Regierung von dem Präsidenten der französischen Republik die Begnadigung der Italiener zu erwirken, welche bei dem Pariser Kommuneaufftand beiheiligt gewesen und von den französischen Kriegederichten uncl) Neucaledonien verbannt worden smd. _ Gleichzeitig ist im aquärtigen Amke ein Bericht aus Carta-
genaeingelaufen, wonach in der dortigen revolutionären '
Junta bisher 25 Franzosen,* 16 Belgier, 18 Engländer, 3 Russen und 5 Italiener Siß und Stimme gehabt Haben.
_ Laut einer vom Kriegs-Ministerium veröffent- lichten Statistik beläuft L?ck] die Zahl der Infanteriekasernen auf 564, und es find in i )nen 228,224 Mann und 8177 Pferde untergebracht. Kavalleriekasernen giebt es 152 mit 44,957 Rei“- rern und 29,050 Pferden, Magazine 101, Artillerie: Etablisse- ments 59, Hauptwachen 221, Militärbäckereien und Mühlen 52 mit 251 Backöfen, bedeckte Reitbahnen 40, Exerzierpläßc und
Polygone 97, Spitäler 46 mit 16,521 Betten, Militärgefängniffe '
und Strafanstalten 7 und ebenso viele militärische Erziehungs- anstalten, Bäder und Observatorien 8. Im Ganzen werden für alle diese Grundstücke 4,028,575 Francs Miethe bczahkt und zwar 3,701,700 Francs an den Stara für Domänen, 326,875 Francs an Privatle111e. Viele Gemeinden haben der Militär-
' verwaltung Grundstücke unentgeltlich zur Verfügung gefteÜt, nur
um Garnisonen zu bekommen.
Griechenland. Athen, 3. Januar. Die „Agence Bor- deano“ meldet über die Vorfälle an der hiesigen Universität.: Der Rektor der Universität wurde seiner Stelle enthoben. Die Agitaiion unter den Studenten dauert fort.
Türkei. Konstantinopel, 29. Dezember. Der Mi- nister des Auswärtigen hat am Sonnabend, 20. Dezember, den [)iefi en Gesandtschaften die amtliche Mittheilung gemacht, daß die [Fohe Pforte sämmtliche Handelswerträge kündige und eine Revifion derselben vornehmen [affen wolle. _ Im Ministe-
rium der auswärtigen Angelegenheiten ist eine Konsular-Abthei- lung errichtet, dem General-Sekretariat unterstellt und mit der '
Leitung desselben Rifatber) beauftragt worden. Als Grund
für diese Einrichtung bezeichnet die „Turquie“ die Ausdehnung ; der Handelsbeziehrzngen zu den anderen Ländern, die neuerdings '- einen großen Auf1chwung gewonnen und daher die Wichtigkeit “
der ottomanischen Konsulate vermehrt hatten. .
_ Die Souez-Kanal-Kommission hat ihre Arbeiten beeYdsisgt, und em Theil der Delegirten auch schon die Hauptstadt ver 0 en. .
_ An Stelle des verstorbenen Statfhalters von Janina ist
der frühere General-Gouverneur von BoSnien, Mustaf a As s im „
Pascha, zum Statthalter von Epirus ernannt worden. _ 7. Jamxar. (W. T. B.) Der hiefige großbritannische Botschafter Ekltot Yat einen dreimonatlichen Urlaub angetreten und ist gestern von ier abgereist. “ ' _ Das neue Stempelgeseß seßt den Zeitungsstempel auf 2 Para fest.
. Rußland und Polen. St. Petersburg, 6. Januar. In Bezug auf den Nothstand im Gouvernement Ssa-
mara richtete das Ministerium des Innern an) 26. No- vember eine Eingabe an das Ministerkomite um Ertherlung emeß Darlehens aus dem allgemeinen Verpflegungskapital an die GouvernementS-Landschaft und ande inderte Verabfolgung kosten- freier Pässe auch an die mit Rü ständen belasteten „Bauern. Nach Prüfung dieser Eingabe gelangte das Ministerkomrte unter Anderem zu folgenden Entschließungen: . 1) Unabhängig von den aus dem allgemeinen Verpflxgungskapiial bereits angewiesenen 50,000 Rubel aus demselben Kapital noch eme Million Rubel dem Gouvernemenis-Landamt von Sjamara zur Ver- fügung 11 stellen, davon 350,000 Ryhel zur „Verpfle ung i_ind 650,000 ubel zur Besäung der vom M1ßwa_chs dres_es Jaues heim- gemchten Felder der Bauern in den fünf Kreiwn Binuluk, Nikolajrw, Bugurufslan, Bugulma und Ssamara und hinfich1lich der Verabsol- gung und Rückerstattung der _Darlebn den 1andichaftlichen Institutio- nen des Gouycmements S1amara die Beobachtung des folgenden Modus zur Pflicht zu machen: 8. das Korn wird auf Anordnung des Gouvernemenis-Landamis entweder von den Kreis-Landämiern oder von den Dorsgemeinden selbst angckaufi, in leßterem Falle aber wird das Gold Von den Landämiern unmittelbar gn dcn Verkäufer ge- zahlt, sobald positiv festgrstellt wvrdcn, daß dais Korn gxxauft, zur Stelle geschafft und von voÜkommen guter Be1chaffenhrit 111. 10. Die zum Ankauf von Saatkvrn bestimmten Summen dürfen m keinexn Faklezur Verpflegung verwandt Werden. 6. Darlehen Werdctx an die potlckle1dendcn Bauern nur in Form von Getreide er_t[)eilt „aus personliche Verantwortlicbkeik dcr Darlehenemvfängcr; die 1olidar1sche
Hafiharkeitwder Dorfgemeinden ist nur in Bezug auf Wittwen rind WMV SUMME]; 6. das zur Aussaat bestimmte Korn mn“ rcckxizeing beschafft _uud _die gute Qualität desselben von den lokaleri 2cmdamtern unter Hinzuziehung von Deputirtcn der Bauernschaft ]edeyfaÜ-Zxor dem Anbruch der Saaizeit konstatirt werden; sodann Wird diesxs Korn yon den Darlehenemvfängern in den Gemeindeambaren oder in dm hierzu angewiesencn Räumlichkeiten aufgefpeichert und unter der Verantwortlichkeii dcs Wolost- und des Dorfvvrstaudes und unter Auf- sicht der Friedcnsvermittler und der Kreis-Landämier in demselben auf: Kohoben, und s. das Verpflegungsdarlehen wird nach Vorlauf 13911 dret Jahren mit 3% Zinsen zurückgezahlt, das Darlehen zum Bestren der Felder dagegen von der Ernte drs nächsten Jahres.
_ 2) Die UeberWaclmng des korrskien Verfahrens der Landämter hai_ZBeschaffung dcs Korns zur Verpflegung der Bevölkerung und zum Bejaen dcr Fxldcr von den Summen, Welche die Regierung jetzt aus dem aÜgxmeincn RcichSvcrpf(kgnngskapital angewiesen, ist dem Gou- verneur_uhertragen mit der Berechtigung, im Falle die Landämter den gege111vart1gen DarleHnsbcdingungcn nicht entsprechende Maßnahmen ergr81fen sollte:) aus eigener Machivoükommenhcit zu cxckutivcn Maß- regeln zu schreiteq, in Auéxübung der den Gouvernsursn gesetzlich zu- stelyendcn Berechtigung zu 191chen Anordnungen, sobald die landschaft- lichen Jusiiiulwnen die für fie verbindlichrn Lristungcn nicht erfiislen.
Z) Die durch Allerhöchsten Befrhl vom 28. September 1873 Le- nebtntgte Erthcilung kostenfreier Pässe an die vom Mißwaöbs betrof- f_er"1en Bauern des Gouvernements Ssamara ist auch auf die mit Rügk- 1tanden_ belastetcn Bauern auIzudchncn, und überhaupt hat die Maß- rcgcl brs zum 1, Januar 1875 in Kraft zu bleiben. _
4)_Dem Minister des Innern anbeimzustcllen: 3. ker Land1chast von Sxarxiara zu erklären, das; ihrem Gesuch um Fristnng der Steuer- und Ruckktände-Eintreibung seinerzcii die den Umständcn cnisprechcnde Folge gegcbcn Wird;_ b. unvertveilt geeignete Maßregeln zu ergreifsn, um genayxre AuSWei1e 1“1_ber die Höhe des Bedarfs der Bauern der vom Näßwachs heimgenicßtcn Lokalitäten des Gondrrnemcnts Sw- mara zg__erlangen; und 0. 161112 Abficbt in Bezug auf ein in vor- schr1f1111axziger Ordnung einzur€ichc11desGutachten über dicjrnigen Maß- regcln m Ausfül)ru_ng zu bringen, WL|cke notthdig er1cheinrn dürx- ten, um dm Wolxlstand dsr ländlichen Bcvölkarung des Gouverne- nietzis Ssamara für die Zukunft nach Möglichkcit ficherzustcllcn_. _Der KaUcr hat am 12. Dezember 1873 die VcrsügirnJ dcs Minister- Komites bestätigt.
Warschau, 3. Januar. Die Revolujionssteuer, xvelche die polnischen Gutsbesi er seit dem Aufstands von 1863 m den littauischen und südwetlichen Gouvernements zu zahlen haben, ist nach der „Ostsee-Ztg.“ fiir das Jahr 1874 festgestellt: 1) im Gouvernement Komm) auf 207,594 S.-Ro.; 2) im Gou- vernement Grodno auf 128,410 S.-Ro.; 3) im Gouvernement Minsk auf 227,809 S.-Ro.; 4) im Gouvernement Wilna auf 107,526 S.-Ro.; 5) im Gouvernement Mohilew auf 67,338 S.-R0.; 6) im Gouvernement Witebsk „ auf 65,714 S.-Rr_1.; 7) im Gouvernement Podolien auf 386,382 S.:Ro.; 8) im Gouvernement Wolhynien auf 339,816 S.-R0.; 9) im Gon: verment Kiew auf 327,219 S.-R0.
-Dänemark. Kopenhagen, 6. Januar. Der Reichs- tag trat héUke wieder znsammen. Das Folkeihing wählte Krabbe mit 50 Stimmen zum Präsidenten, J. A. Hansen und Högsbro mit je 48 von 78 Skimmen zu Vice-Präßdcnten.
_ Nachdem das General-Poftdirektorat zufolge Be- kanntmachung vom 1. Januar 1874 aufgehoben und die Vor- walmng des Post- und Te1egraphenwesens von dem genannten Datum an dem Ministerinm des Innern direki unterlegt 1001de ist, müssen aUe Briefe und Versendungen, welche nach den frü- heren Reffortverhältniffen an das General-Direktorat gerichtet waren, vom 1. Januar 1874 an dem Ministerium des Innern zugesendet werden.
_ Das Iustiz-Ministerium macht bekannt, daß die unterm 8. August, 15. September und 21. Oktober 1873 von deniselben erlaffenen Bekanntmachungen über Veranstaltungen (gegen Einschleppung dcr Cholera) rückfichilick) der Schiffe, welche aus Hamburg, Viborg in Finland, Bergen und Neapel ankom- men, aufgehoben worden find.
Asten. Ueber die drohende HungerSnoth in Ben- galen wird dem Reuterschen Bureau aus Calcutta vom 5. d. M. gemeldejr „Die neuestsn Berichte mit Bezug auf die leßjen eingeheimsten Ernten zeiqen, daß ste im Allgemeinen in Uebereinstimmung mit der Schäßung ausgefallen smd. Die Frühjahrssaaten- find im Allgemeinen gesund. Die Regierung hat 447,000 Maunds Reis nach den bedrohten Distrikten abge- sandt, große Quantiäten werden von der Regierung aus Bramah importirt. Der Gouverneur erwägt angelegentlick) die Frage, welche Maßregeln außer den bereits sanctionirten erforderlich sein werden. Den neuesten Berichten zufolge smd 25,000 Per- sonen bei den Nothbauten beschäftigt. Da Nahrxrngßmittel be- sckzaffbar find, war es unnöthig, RegierUNJSgetreidc zu verkau- fen. In einigen Orten ist Trinkwasser knapp. Ein Viertek der Opiumsaaten von Behar ist, weil sie nicht berieselt morden, ver- loren gegangen.. Der. Rest wird eine DurchschnitteZernte liefern.“
Afrika. Von der Goldküste liegen über Lissabon wieder einige neue Nachrichten vor. Darnacl) hat Kapitän Glover die Volta-Expcdition aufgegeben und fick) mit Sir Garnet Wolse- ley's Streitkräften vereinigt, um mit denselben auf Kumasfi zu marschiren. Indeß ist “vor den nächsten 14 Tagen keine Bewegun von Belang zu erwarten. Bei dem Uebergarge über den PraZ ertrunken 300 Aschantis. Ihre durch Entbehrungen abgemagerten Körper zeigten Spuren von Pocken. Die britis en Trup-
en, deren Landung am 1. d. M. vor ich gehen ollie, werden am 3. d. M. den Marsch in das Innere antreten. Ihr Gesundheitszustand is!: ein guter. Kapitän Charteris, ein Offizier im Stabe des Generals Wolfelet) und ältester Sohn des
Lord Elcho, ist dem Küstenfieber erlegen. Er ßarb auf der Rück- reise nach England. Der Verßorbene befand fich im 27. Lebens- jahre. _ Wie ein Berichterstatter des „Daily Telegraph“, von Sir Garnet Wolseley hört, wird das nach Kumasfi bestimmte Expeditions-Corps die drei BataiÜone aus England, die west- indisckzen Regimenter, Koffus und Houffas, alles zusammen etwa 9000 Mann, umfassen. Fantis werden nicht mitgenommen werden, außer solchen, die als Lastfräger gebraucht werden.
Die Nr. 1 des „Amtsblaits der Deutschen Reichs- Postverwaltung“ hat folgenden JnHali: Generalverfugungen: vom 2. Januar 1874._ Briefpostbunde. _ Vom 2. Januar 1874. Spr- dition der Korre1pondenzen nach Konstantinoyel, _ Vom 6..Januar 1874. Ausfertigung der Vorschuß-Poftanwenungsn.
_ Das ]. diesjährige BeiheftzumMilitär-Wochenblziii enthält cine_a_usfübrlicherc Darstellung der großen Kavaklerie-Manover in der preußi1chen Armee (Herbst 1873).
_ Entscheidungen des Reichs-Ober-Haudelßgcrichts in Leipzig: Der Spediteur ist der geschäftliche Verireterdeß Auf- traggebers, für Welchen er die Gütxrvrrwndung durcb Frachisuhrer “i'c- sorgt, Wobei es irrelevant ist, da!: er den Speditionsauxtrag n1_ch_)1 direkt von dem Eigentbümer oder Käufxr des Frachtguies,_1ondern sur dessen Rechnung von den Verkäufern rew. Absendern empxängt. Vsr- lust des Frachiguies im Gegensatz zu dessen Nichtzuri'xckliessrung. (Die Verjährung der Regreßklczgd begmnt sofort wieder, ;obald dcr Lifts- denuntiat über die Regrrßpslicht _fich nicht Erklärt und dem Liiisdenun- tianien im Hauptprozesse nicht a]sistiri. aber auch ebenso dann, wxnn der Denuntiai zzvar im Fauptprozeffc dem Denuntianien aisistnt, aber seine chrcßpflixbt befreiter.) _ Nicbiverdecknng von Gruben, Ocnnungen. Was ist unter „Orten, Wo Menschen hinkommen“, zu vxrstchen? erbotensr Wege, _Nothlage. _ Alsbaldige Berichtigung eines Schre_ibxel)lers im Wcch1el zielt für sich allein die Ungültigkeit des sonst gultigen Wechsels nicht na fich. Unbegründetc Einredc des Dolus aus Art. 82 W.-O.
„ Skatiftische Nachrichten. Munchen, 6. Januar, Von gestern bis heute find dahicr an Cholera 15 Erkrankungen und 6 Todesfälle vorgekommen.
_ Die Nr. 3 drr Annalen des DeutschenReichs für Gescß- 1191311119, Vkrjvaliung imd Statistik, herausgegeben von ])1“. Georg .191rtl) "(Vcriag von G. Hirth" in Leipzig, 1874), enthält: Einheit- 1lch€8 burgrrltihös Recht. Erklarung des bayerischrn Justiz-Minifters in der Kammer der Abgeordneten (Schluß). Vortrag dss Referenten Dr. v.'Ne1,1maycr i.n vereinigten 1. und 111. A11§schuß drr Kammer der, Reichßrathe. _ ;Preußens Finanzlangrde 1873. Rede des Finanz- Wimjters Camphauxn; Aus dem preußischen Staatshaushalts'Ekai fur 1874. _ Maxtxrraltcn zur Reform des Akticnwesens. 1) Forum- 11rungrn dcr 1116111010101 Kommi1fion zur Untersuchung von Mißständrn im Eifenbahn-KonzesxionsMsen. _ 2) Guiacbirn der Lcipzigcr Han- de(Lkammer. _„Vom Verein für Sozialpolitik. 11. Thesen dcs Refe- renten ])r. Ad. Wagyer. 13. Resolutioneix des Verrins. _ Beschlüsse dex Deutschen Iurtxtezntags. _ 5) Thewn von F. Perrot. _ Die Cntnnckelung dsr Ju1tizge1eßgekxung des Reichs im Jahre 1873. Von Dr. W Endexnann._ _ Matrrmlien zur Arbeiterfrage. _ Der Enl- wurf 011120 RetchSgMßes über oNigaiorijche Civilebcund Beurkundung des Cryilikandeé. - 55-9»
_ Dcr Privatdozent Dr. Carl Wittixb an der_ Universität Jena ist zum außerorthlicHen Professor in der pb1lo1oph11cheu Fakuljät ernannt wwrden.
_ Nach dem „Freien Wort“ von Murtxn findeiäfich' eine der umfangr ;chsten Pfahlbauten am Murtenxee, die nch 111 Bx ug auf die Dichtigkeit der Stationen mit jedem anderxn schwe1zer11 cn See messen darf, bei der Grenginsel. Dieselbe umfaßt n)?!)rere Joch- arten und gehört der Steinzeit an. Bei Montelier ist eine an Farid- gegenständen skbr ergiebige Bronzsstaiion, Pfählefinden sich fkrner im Moose unweit des ZoUHauf-ss, beim Auösluß der Brodi, m der _Broyc, nahe beim Fehlbaum und ok?r[)alb Moticrs. Sogenannte Stemixergc kennt man noch mehrere, und zwar bei fauen, bei der_Grengmuhle, unweit Merlacb, Zivischen Motiers und uevauxund dreibcr Guoyaux. éégenwärtig sind im MUÜLUstL und in der Broye 13 Stationen (' annt.
Darmstadt, 6. Januar. Wie der „Darmft. ZM.“ chu mri)- rcrcn Seiten berichtct wird, wurde heute Morgen_4 Uhr Hier eme Erderschüiiernng beobachtrr. Unter diesen Umstéxndxn steht man, wie das gen. Blatt schreibt, mit großer Spannung auf dre von Neapri einkaufenden Nachrichten, denn es hat sich seither gezeigt und zwar_1e11 der berühmten Ve1uvcruption vom thr 1632, daß den größeren Ve1uv- außbrüchen Erdbeben in dsr vulkanijchen Eifel Und in der Umgebung unserer erlo1chen2n Vulkane vorausgingen. Ebknso waren die Crux);- tioncn von Erderfchütierungxn i11_ unserkn Gkgenden brgleiiei 11111) er!,t 111111) der Eruption pflegt dj_rje Cr1cheinutxg und zwar vöUig zn ver1ch1v1n- den. Es ist der alte länmibskannie Zmammcnhang zwischen Erdbebc'n und Vulkanausbrüchen. Wenig Vulkanqusbrüche vici Erdbeben, Wemg Erdbeben viel Vulkanausbrüchc', das heißt, kürzer ausgedrückt, beide? Er- scheinungrn stehen in einem umgekehrten Verhältnisse. Hinsichtlich der Zeit des Auftrerens der Erdbebsn [1011611 1111) liislékc Wieder Perrey's Theorien und hinsichtlich_des Vssudausbruchs die cßteren, sowie die Erfahrung Palmisris bcstäiigi. Auf VOÜMOUÖ bkobachtefe Palmieri wieder die ersten Sympiome der beginnenden Eruption. Die Erdbe- bcncr1chxinungen der [213101 Monafe lassen nicht vermutlxn, daß die vulkani1chen Kräfte jest 1chon intensiv genug feien, um einen AuSdruch in nächster Zeit erwarten zu lasscn, dagegen ist es möglich, da:; die Neumonde dss Januar (18.), Februar (16.) oder März 18.), auf welche die höchstkn Flufbcn des Jaiyres 1874 fai1en (am 1 . Januar : 0,91, am 16. Februar ; 1,06, am 18. März :: 1,16), wenn auch nicbt einen Ausbrr-icb Vcrurmchen, 10 doch einen Anstoß für das Auf- Zreteisi edincr Erscheinung geben, wozu dir Bedingungcn bereits vorhan- en 111 .
GeWerbe und Handel.
Wien, 8. Januar. (W. TV.) Die österreichische Boden- Krediranstalt ist, dem Vernehmen nach, in der Lage, das_Hypo- 1112karge1chästwicdcr aufzunehmrn, das Bankgrscbäft soil aus ganz nrnxr Basix; organiftri wrrden.__ Die Franko-Bank haf, wie es hei 1, zur 1elbstä11digcxi Rrkomtituirung Miiirl gefunden. Ji)re_Ver- u )e, sick) dsm Frankfurter Bankl)9u1e_ Erlanger wieder 511 11.159113, 1011011 vrn günstigem Erfolgs JLWL]M 16111.
Verkehrs-Anstalten.
Die Nr, 1 dsr „Zeitung dcs Verriiis DcuischerEisen- bahn Verivaltzxngen“ [)at folgenden Inhalt: ReminisZzenzm aus der Wcliansstcllung, 111. (Kosiekiivausstellung des Kaiser- lich Königlich östrrreichiscben Handels-J)Lii1istcriu1ns). Eisenbaizn von EUropa nacb Kalkutia. Internationale Berbindung zwischen England und Frankreich. Nichterfolgie Zimrnzahlung ameri- kaniicbcr Ei1cndai7nwerthc. Vrreinsxxebict: Vsrein Deutsch
„ 11“? .
__ Dic Axxöuzanderung aus Schrvedcn [)(11 (11111) im Jahre 1873 im Vcrhaliriis; _zu dcn vorhcrgebßnden Jahren 'bcdruiend abge- nommen, 100311 diLMim Vergangenen Jahre in aklen Lanchtheilen Schwedens m Angris genommenen_Eisenbahnbmiien, sowie die reichen Ernten der_ [eßten Jahre im We1enilichen Grade beigetragen haben. Nach dein weben von, der Polizeikammer in Gothenburg veröffcn11ich- ten Berichi betrug die Anzahl der in 1873 ausgewanderten Versonrn 10,682; im Jähre 1872 betrug diesclbr 12,491, 1871 12,879, 1870 14,286, 1869 24,146 Personen. BemerkenchrtH ist, das; seit Beginn des Herhstes v1ele "Hunderte nach Amerika AuSgewandcrtcr wiedcr nach ihrer Hetmatl) zuruckgekehrt sind. '
Kunst, Wiffensthast und Literatur.
Berlin, 8. Januar. L_lm Sonnabend, dru 10. d. M., Nack)- miitags 5111)r wird im wis1enschafilicbcn Verein in drrSiug- akademie der Brigade-GéncraY a. D„ W. Heine aus DWSÖM, den dirsjährigen Cyklus der Vorlemngen mit eincmVoriragc Übcr die modernen Knlturbestrchngen in Japan beginnen.
_ Die beiden Rechtsbüchcr, in Welche die ganze Maierie des miiielalferxichcn Rechts zUsaaneugrtragen ist, sind bekanntlich dsr Sach)scii1vikg_el_ (in [)oklaxidischer Ueberscßnng zn Gouda 1:1 Holland 1472; älteste obcrdsutxcße Arisgabe von Theodor von Bocks-
Lcipzig 1561, Fol.; von Ludoyici, Ha e 1720, 4; von E. W.. (Häck- ner, Leipzig 1732, Fol.; von Homeyer, Berlin 1827, und 2. 2111239052 von 1835_1841, [._11. 2) und der S ([)WabM] yiegel (vgl. Milfor- maiers Privatr. §. 7. und Spangenbergs Beiträge ZU den dcnischen Rechten drs Mittelalters,".Halle 1822 4; Auögaße vvn Ant. Sorg 1480, Fol. u, 6,11). Das ali_este dieser Rechksbüxher ist dcr Sachsen- spiegei. Er Wurde im_ Anfange des 13. Jahrhundrrts von einem c1nl1aliischcn Schöffen, (3ka Von Repgow,_ 111 lateini1chchr Sprache zusaunnengesieüt und dann ins Deutsche übcr1'eizt. Er cnfhält1äm1ni- liche im jächfisch€n Gebiets gcltxnden Bestimmungen und Rechts- gewohnheiten. Ob1vol)l_an ur_1d_ fur _sich nur „eine Privatarbeii, erhielt er bakd das Ansehen LMOÖ Offrntlichcn GJCLOUMI. Schon friihsr wurde jedock) die Ansicht aufgrstellx, _der Sachscnfyicgel rrichr nicht bis in das 13. Jahrhundert Hinaus, 1ondern sei Welter nichts als ein erst im 14. Jahrhundert entstandener Auszug aus dem Schmabenspicgel. Diese éypothese, zu der _ficlxauck) 220111015 bekannte, isiietxt durch Prqf.1)r. Hugo körfck) in Bonn 1111einer _Sxßrift ,iißcr dic äitc1t€ datirie Hand- Wrist dcs Sachfenspicgcls“ dksixniiy widerlegt nnd nachgewie1en ivor- dcn, das; der Sachscuspi€qu bereits 1111 Jabre1295 aus der säch51chen in die Cölner Mundart iibertragen war. Lörsch hat nämiick) in cim: alten, auf dem Schlosw Harn rr_1_l)end,en und gegenwärtig der Familis von Mirbach gehörigen Handscbrtft eme _ausdem angegebene'n Jahre redigirie Cölnisclx UeberßßungkdeJSacbjrnsptegels e_nideckt. Es ist dies die einzige von 150 Haiid1chr1stcn', wch1ch_e cin beytimmtcs Datum aus dem 13. Jahrhundert iragi. Wie L-„ör1chs Unter1uchung crgiehi, ist diese Handstbrifi im Aufiragx 611185 Coiner Rcchtskundigcn, destcn Name im Manuskript aqugdiri Lst, im Jahre 1295 aus dem Sächsischcn in das Cölniscbe ubertrageanordep. Daß der Auftrag- geber von edler Abkunft war O_ezeugx d1e szßichnnng „00111111115“ vor dem auSradirten Namen. . * ie1cr Sgchsenwiegel-Codex legt zuglrick) Zcugniß für die Verbreitung der Arbeit, des Schöffen Eyke ab, Bc- stimmt für einen Cölner Herrn, von, einem C_ölnischen Schreier in den [);-Jimifcben Dialekt übertragrn, zeigt: er, daß schon damals (1295) dem 1ächfischen Rechtsbuche im Westcn_des,Retchs, in Cöin, eine große Beachtung geschenkk wordcn ist. Eiidlicl) ist dies Manmkriyt auch 111 s racblicher BezieHung wichtig, D1c1e Redaktion dss Sachsenwicgels it nämlich das einzige größere Werk, Woraus fick) die Cigenthümlich- keiten der Cölner Mundart im 13. JaHrhundert erkennen lassen.
_ Am 5. Januar starb in Leipzig 131". E. G., Gers- dorf, Geheimer Hofrath und Ober-Yibliothekar an der Universitäts- Bibliothek, deren Leitung er 1869 aurgab, um sich aussch1ießlich der Fortxeßung des von ihm begonnenen „0011611 6111101113601»; 83110111'0 ngias“, sowie der Anfertigung „des Katalogs, der lateinischen und griechischen Handschriften der Universitats-Biblwlhek zu W1dnie_n. Er war 1804 im Altenburgiscben gebdren und in weiteren Kremen na- mentlich auch durch sein „Repertdxtum“ bekannt. ,
_ Die Nr. 3 der „W11senschaftlichcn Beilage der Leipziger Zeitung“ vom 8. Januar hat folgenden Inhalt: Der
Fürst Leopold von Dessau und die Uuivrrfitäi HaUe. _ Rczcnfionen und Bcsprechungen.
. wrf, Basel1474, Fol.; von Wolfg. Lost;é Leipzig 1545; von Cv. Zobel, 7
Eiicnbaßnvcrwaliiingcn: Nufqabmc des Verwaltungdraihs dcr Kaisyriicl) Königlichen privilegirten Mährischen Grenzbahn. Antrag, betreffend Urbcrcinstimmung der Farben _ dcr Biilctö im Pcrsonenvrr- Lahr. Bsriincr Zöricfe. Cronbergor Ci]enbahngssellschaft. Hrssichc Ludwigsbahn, Sircckc don Alzey nacb Kirchiieimbolanden eröffnet. Groß? Bcrlincr Pserdc;i1en'.*ahn, SirrcksnEröffmmg. Bergistb-Mär- 11111)? Eiscmbahn (Siaiion Wennemxnrröffnci.) Preußische Ostbahn: Bahnhof ,FredrrÖdorf“. König1ichc Cisenbghn-Komnuffion in Brom- berg. Bcricbi iiber die Vcrwnltung der Ei1cnbalwrn in Elsaß - Lori)- ringen nnd Luxcmdurg pro_1872. Baden. 51*ayerische SiaaiIbaHn-sn. Württemberg. Os1tr_rrcich_i1ch-Ung_arifche Korrespondenz. Waagtbal- bahn. Jstrianer Ei1enbayn. Perwnalnacbricbten. Ausland: Ruß- land: Generalvcrsammlnng säntintlicher ruffisckzrr Eisenbahn-Direktio- mn. Unfälle auf den i11di1chcn Bahnen. Liicrainr. Nachträgr zu den offiziellen Mitthcilungcn iibcr Cistnbahnen bis 1111. Oktvdcr 1873, OffizirÜe Mitihrilungcn über Eistnbaim- Cinimbmen im Monat Nc- vcmber 1873. Eisrnbahnkalendér. Vrrein Deutscher Eifenbal)nder= Walfangcn: GaiöbacÖ-Wariberg drr Kaiserlich Königlichen privilrgirti'n Kaissrin-Eiisabßih-Bxhn eröffnet. _ Inhalt drr Brilagx: Notixin über neue Tarife und Tarifändernngen im Monai Noveinbrr 1873. Privatanzeigen.
CHristiania, 4. “Januar. Es herrscht Hier noch foriwälxrrnd cin milch Weiter und aus dirscm Grundr ist die Schiffahrt faéi noch immer so lebhaft als mitten i1n_Sommcr. Jm nördlichcrcn NNWSJLU dagegen "hat sich drr Winter 102011 cingcstcllf, wcnn auch in keinem strrngcrcn Grade.
Aus drm Wolff'schen Telegrapöen-Bureau.
Ko 11 st antinopcl, Donnerstag, 8. Januar. OffizirUcr Mchung znfolge hat die Regierung für Zahlung drs fäUigrn Coupons der allgemeinen Schuld vollständig Vorsorge gctroffsn.
Königliche Schauspiele.
Frsiiag, 9.Ian11ar. Opernhaus. (8.Vorstellu11g.) Robrrr der Tenfcl. Oper in 5 Abtheilungen nac!) Scribe und Do- [avigne, übertragen von Theodor Hell. Musik mm Menerbcer. Ballet von P.Tag[i0ni. Isabella: Frl. Lehmann. Alice: Fr. von Voggenhuber. Robrrk: Hr.Niema11n. Berkram: Hr. Fricke. Anfang halb 7 Uhr. Mittcl-Prcise.
Schanspielhaus. (8. Vorstellung.) Nen einstudirt: Was ihr wollt! Lußspiel in 4 Akten von Shakespeare, mit Venußtmg der Schlegc[- Tiekkschcn Uebersetzung für die deutsche Böhm? bearbeitet von W. Oechclhäuser. In Scene gesetzt vom Direktor Hein. Anfang 7 Uhr. Mittcl-Preise.
Sonnabend, 10. Januar. Opernhaus. (9. Vorsteüung.) Neu einstndirt: Iphigenie: in Tauriö. Große Oper in 4 Akten cms dem Französischen von Sander. Musik 11011 Gluck. Tanz von Hognet. In Scene gesetzt vom Direktor Ernst. Iphigenia: Fr. Mallinger. Orcst: Hr. BeH. Pylades: Hr. Diener. Thou?»: Hr. Schmidt. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise.
Schauspielhaus.“ (9. Vorstellung.) Maria und Magdalena. Schauspiel in 4 Akten von Paul Lindan. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.
Sonnabend, den 10. Januar. Im Saal-Theater des Kö- niglichen Schauspielhauses. Sechste VorfteUung der französischen Schauspielergesellschast. 1'1'610101'0 1'0pk08811Wk1011 (10: (11102 1'370031. 0011104118 011 1111 801,0 011 7er 110105 11:11" 1111: [';1111 19011101". [3101111010 1091080010000 (18: Ojänäb, 0011101110 611 (1011: 801.88 011 [)1'088 ])111' 1111". “1110011011? 1331111010. 1311311110113 109108801011011 (10: 1.103 k'orfäitk; (16 1'1901'1118118. 0011101110-7811118- “171118 011 1111 3010 par U. U. 01111101 01 1)an.
Die in den Händen der SchaujpielhaUS-Abonnenten ver- bliebenen Abonnements-Billets werden von der Theajer-Haupt- Kaffe gegen Erstattung des bezüglichen Betrages zuriick-
genommen.