1874 / 13 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 16 Jan 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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tungSgcricbts, bczichungézveiic [315 „zur Einrichfuna cines so1chcn dcs Ober-Präfidentcn. DlUé Ent1che1duna ist endgültig. Bestcslt der Staat anders Personen als die nach §. 3 zur beernahme des Standes- amtes Verpflichteten zu Standesbeamten, fo 15111.“ die etwa zu genial)- rendc CntfcdädigUng der Staatskasse zur Last. Dic sächlichen Kosten Werden in allen Fällcn von den ("kmeinden qctragm, jedoch werden die chistcr vom Staqte kostcnfrei gklicfcrt. Dic dkm Standksbeamten zu gewährende EntWädigung, beziehungsweise der Betrag der säch- lichen Kosten sind auf die cinzclnen bcthciligtcn Gemeinden nach dem Maßstvbe der Si'clcoznhl zu ve'rtbe'ilcn,“ Schluß der SiHung 4 Uhr.

_ In der heutigen 29. Sißung des Hauses der Abgeord-

neten, welcher am Ministertisch die Staats-Minister Or. Leon- hardt und 01. Falk bciwohnten, wurde zunächst die Inter- pellation des Abg. Biesenbach verlesen, welche folgender- maßen lautete: ,

Unter Bezugnahme auf die Interpellation vvm 9. Dezember1873, die Verfügung des Präfidenten der Königlichen Regierung zu Düssel- dorf vom 23. November 1873 beireffend, und die Beantwortung drr- selbcn durch den Herrn Kultus-Minister in der Sitzung vom 11, De- ember 1873 erlaubt sick) ker Unterzeicbnete an die' Königliche Staats-

egierung die Frage zu richten: ,Wclcbe Schritte find von Seiten der Königlichen Staats-chierung gcschel)en,_ urn gcgen dis, in jener Ver- fÜgZicZgffentbaltcne Verkümmcrung der gcstßlichcn Wahlfieihcit Remedur u .1 en.“ 3 Der Interpellant führte in längerer Rede aus, daß die Beantwortung seiner früheren Interpellation ihm nur eine Ver- tagung 311 (28.180088 Zrascns scheine. Von dem Verfahren des RegierungSpräfidenien 1). Ende wären besonders die Lehrer ge- troffen, an die man in Betreff ihrer Gcfinnung u. s. w. verschiedene Fragen gestellt habe. Der Regierungspräsi- dent habe dann durch Entlaffung und Penfionirung klerikaler Beamten die Kanzleien purifiziri. Nachdem der Redner einzelne, nach seiner Ansicht dem Regierungs-Präfi: denten zur Last zu legende Fälle mitgetheilt hatte, wies er Namens der katholischen Partei entschieden den Vorwurf - der Regierurigsfeindlichkeit zurück und verficherte, die Franzosen dürften nicht auf die Unterstühung der UlTramontanen bei etwaigen Revanckzegelüsten rechnen.

Der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten 1)r. Falk beantwortete darauf in einer längcren Rede die InterpeUation dahin, daß die Verfügung aUerdings existire. Die Staats- regierung müßte in dem ernsten Kampfe gsnau informirt sein über aUe ihr zUr Dichofition stehenden Beamten; ße müßte versichert sein, daß keiner der ultramontan gesinnten Beamten diese Gesinnung in seine Amtsthätigkeit hinein- trage. Der Minister ging dann auf die Beantwortung der einzelnen vom Vorredner angeführten Fälle ein, zu deren KlarsteUung er mehrere Stellen aus einem Schreiben des Regierungs = Präfidenten von Ende verlas.

Bei Schluß des Blattes trat das Haus in die vom Abg. von Mallinckrodk beantragteWBesprechung deckIntcrpellation ein.

_ In Berücksichtigung des Umstandes, wonach bei ord- nungSmäßiger Fortschreibung der Marksteinschuß- flächen der Pnnkte der Landesjriangulation die Supplement- k„arten in den Katasterarchiven unverhältnißmäßig anwachsen und nicht unbedeutende Kosten an Kartenpapier und dergleichen verursachen würden, hat der Finanz-Minifter nachgelassen, daß bei den fraglichen Fortschreibungen von der Anfertigung von Kartenauszügen überhaupt abgesehen und dies in den Fortschrei- bunZSprotokOUen 13. und 0. an geeigneter Stelle vermerkt werde. Die durch die Abzweigung der Markßeinschußflächen von den fie umgebenden Flächenabschnitten entstehenden neuen Abschnitts- nummern find dagegen in die nach §. 5 der Anweisung vom 9. März 1866 Seiten.“) der Kntastcrcontrolcure anzufertigenden, im Katasterarchive der Bezirks-Regicrnng aufzubewahrenden Handzeickznungen einzutragen, und ist hierüber bei den Supple- menikarten der betreffenden Gemarkung an geeigneter Stelle ein Vermerk zu machen.

Bezüglich der Eintragung der neuen Abschnithumnn-rn in die Originalgemarkungs= und in die Reinkarten _bewendet es bei den bisherigcn Bestimmungen. Dieselben finden auch auf die- jenigen Punkte der Landestriangnlation Anwendung, welche schon vor dem Erscheinen der Grundbuchordnung für den Staat erworben waren, dergestalt, daß auch für diese eine ord- nungSmäßige Fortschreibung mit der oben angegeben Modifikation

slatjzufinden hat.

Bayern. München, 14. Januar. Wie der „AngZtg.“ nachträglich mitgetheilt wird, hat der König in einem eigen- händigen Schreiben dem König Albert von Sachsen das Be- dauern darüber ausgesprochen, daß es wegen einer heftigen und sehr schmerzhaften Entzündung der Zahnkieferbeinbaut nicht möglich war, den Ober-Kammerherrn von Gersdorff, der als Gesand1er Sachsens die Anzeige der Thronbesteigung zu Über- bringen hatte, zu empfangen.

_ Die Kaiserin von Oesterreich begab fich heute Vor- mittags zum Besuch, ihrer Mutter nach Poffenhofen und wird diesen Abend wieder hier eZntreffen. Die Kaiserin besuchte ge- stern das aUgemeine Krankenhaus und verweilte längere Zeit da eld t.

s _ Als Mitglieder der ReichH-Cholerakommission find hier eingetroffen die HH. Pro'fcffor Hirsch und Generalarzt Böger aus Berlin, Geheimer Medizinal-Rail) Ginder aus Dres- den und Ober-MedizinaL-Rath Volz aus KarlSruhe. Die Kom- mission, zu welcher bekanntlich auch Professor von Pettenkofer gehört, wird fick) von hier auch nach Laufen in die dortige Ge- fangenanßalt begeben.

_ In der Kammer der Abgeordneten wurde heute bci Berathung des Iustiz-Etats der Antrag Nuß- wurm, die Beschlußfassung über die Gehaltszulagen bis nach Feststeksung des Budgets zu verschieben, abgelehnt, ebenso der in derSpezialdiskussion gefteUte Antrag auf eine zwanzig- prozentige Erhöhung des Gehalts der Kanzleidiener und Boten, Die Ausschußanträge, wonach der Gehalt der pragmatisch Nn- gestellten und die Bezüge der Subalternbedienfteten auf 15 Pro- zent NHD: werden, wurden angenommen.

Sachsen. Dresden, 15. Januar. Beide Kammern hielten heute Siyungen. Die Erfte Kammer erledigte den Antrag des Abg. Günther„ das Verfahren bei Grundstücksthei- lungen betreffend. Nach,e1mgen Bemerkungen der Herren Pelß und Bürgermeister Martini trat die Kammer, dem Antrage ihrer Deputath gemäß, dern Besch1uffe_ der Zweiten Kammer ein- ßimmig bei, wonach dtc StaaTSregixrung um den Erlaß einer Verordnung ersucht wird, welche bestimmt, daß bei Dismembra- tionen von Gr. ndßücken die Regulirung der Steuern und Ab- gaben nicht vor dem Eintrage in das Grund- und Hypotheken- duch, sondern nach demselben bewnkt werde,

Die Zweite Kammer bewilligte dle für den Bau der Seminare in Pirna, Löbau, Ostbay, Schneeberg, Grimma und für bauliche Erweiterungen der Seminare 1n3schopau, Friedrich-

ßadt-Dresden, Borna geforderten Summen im Betrage von zu- sammen 359,400 Thlr. Von "ener Summe entfallen 132,000 Thlr. auf den durch das Stetgen der Preise und Löhne be- dingten Mehrbedarf für den bereits am vorigen“Landtage be- willigten Bau neuer Seminare in Oschaß, Schneeberg und Grimma. In der all_zemeinen Debatte wurde die Frage der Aufnahme des Unterrchts in den elementaren Begriffen der VolkSwirthschafjslehre in den Lehtplan der Seminare erörtert, welche von den Ubgg. Richter (Tharand), 1)1". Biedermann und v. Wagner empfohlen, dagegen von dem KultuS=Minister [)r. v. Gerber, dem Abg. 01“. Paniß und dem Referenten Abg. Dr. Hahn als unausführbar und vielfach bedenklich bekämpft wurde. Die mit Ostern 1). I. in Kraft tretende neue Lehrordnung für die Seminare wurde vom Referenten als die beste bezeichnet, die es in Deutschland gehe; von den Lehrern aller Parteien sei fie mit der lebhaftesten Freude begrüßt worden. Nach Erledigung dieses Gegenstandes beschäftigte fick) die Kammer mit Petitionen. An die öffentliche sch1oß fich eine geheime Sitzung.

_ In dem nun vorliegenden, im Allgemeinen bereits be- sprochenen Haushaltplan der Stadt Dresden auf das Jahr 1874 find die Einnahmen und Ach-gaben mit 1,140,089 Thlr. gegen 966,761 Thlr. im Vorjahre eingestellt. Darunter befinden fick) die Einnahmen uns den Abgaben von Grundwertk) mit 214,200 Thlr. nach 90 Pfennigen von 100 Thlr. Grund- wertk) und 295,800 Thlr. nach 30 Pfennigen -vom Thaler Miethzins, überhaupt 510,000 Thlr. gegen 432.000 Thlr. im Vorjahre. Aus dem Reservefond soUen 56,000 Thlr. gegen früher 69.000 Thlr., aus den Ueberschüffen der Gaöanstalt auch diesmal 80,000 Thlr. beigetragen werden. Die *Zinsen von außenstehenden Kapitalien und Werthpapieren betragen 171,054

.Thlr. gegen 76,535 Thlr., die Erträge der Kommungrundstücke

83,514 Thlr. gegen 74,333 Thlr., die angenommenen indirekten Abgaben 136,26] Thlr. gegen 136,629 Thlr. Die größten Aus: gabkposten bestehen nach dem Voranschlage in 271,624 Thlr. Zinsen und Tilgung schuldiger Kapitalien und der verschiedenen städti- schen Anleihen, 152.252 Thlr. gcgen 131,529 Thlr. für Stra- ßenwesen und Siclbauten, 9 ,683 Thlr. gegen 75,537 Thlr.“ für öffentliche Beleuchtung, 29,000 Thlr. Zuschuß an die Kö- nigliche Polizei-Direktion, 22,686 Thlr. Besoldungen an die Wohlfahrtspolizei, 120,425 Thlr. gegen 119,585 Thlr. für Be- so1dungen beim Stadtratl), 231,589 Thlr. gegen 202,620 Thlr. für das Schulwesen, 59,332 Thlr. gegen 57,610 Thlr. für Ar- wen-, Kranken- und Arbeit-Zanstalien, 46,101 Thlr. gegen 28,421 Thlr Zuschuß an das Krankenhaus 2c., 43,741 Thlr., gegen 41ö286 Thlr. für außerordentliche und unvorhergesehene Aus- ga en.

_ 16. Januar. (W.T.B.) Der Ausschuß der ersten Kammer ist über den Besch1uß der zweiten Kammer, betreffend die Aufhebung des §. 92 der Verfassung und die Ein- führung des PairÖschubs schsüsstg geworden und empfiehlt ein- stimmig die Ablehnung desselben.

Württemberg. Stuttgart, 14. Januar. Gestern (1123 am rusfisthen Neujahrsfeste wurde in der russischen Kapelle des Königlichen Refidenzfthloffes feierliches Gottesdienst abgehalten, worauf bei der Königin und der Großfürstin Vera Gra- iulationöempfang stattfand.

Einer von dem Kaiserlich rusfisthen Gesandten von Staal gegebenen Abendgesellschast wohnten auch Ihre Majestäten, sowie die Großfürstin Vera bei.

Baden. KarlSruhe, 14. Januar. In der Zweiten Kammer erfolgte heute die Berichte stattung und Berathung des in der Ersten Kammer ,nbäeänderten Gesesentwur- fes: „die MUMM Mahnungen i der Vereinigung der Grund- und'-"Pfandbücher betreffend“. Nach längerer Berathung wurde beschlossen," an den speziellen Mahnungen an bekannte Gläubiger im Einverständniß mit der Regierung festzuhalten, dagegen vom leßten Absaß, wie er früher beschlossen war, abzu- gehen, aber am Schluß den Inhalt des Gescßes im Wesent- lichen folgendermaßen zu bestimmen:

„Die Zustellung an die bekannten Gläubiger kann vom Gkrichts- vollzieher durch dix Post geschch1n. -

Die von dc1111e1ben auszufertigende Urkunde muß jrdoch dann die Zeit der le1cndurg, die Adrcsse, Wohin fi: geschah, und endlich die Postanstalt, wo sie aufgesaebcn wurde. knthälten.

Dcr Zeitpunkt dsr öffentlichen Mahnung gilt als die rechtliche Erlassung derselben auch an die brkannrrn Gläubiger.“

Die Berichterstattnng und erste Berathung dcs Geseßent- wurfs „über den Betrieb der Dampfkessel“ ergab unveränderte Annahme des Gesetzentwurfs. _ DenSch1uß der Tagesordnung bildete die Berichterstattung und erste Veraihnng des Geseßent- wnrfs: „die Zuständigkeit der Amtherichte als Vormundschafts- behörde betreffend.“ Nach längerer Berathung wurde der Ent- wurf in der von der Ersten Kammer beschlossenen Fassung ange- nommen.

Sachsen-Coburg-Gotha. Coburg, 13. Januar. Der Herzog ist heute nach Berlin abgereist, um fich von dort aus mit den übrigen Fürstlichen Herrschaften zur Vermählung seines Neffen, dcs Herzogs von Edinburgh, nach St. Petersburg zu begeben. In seinem Gefolge befinden fick) die beiden Adjutanten, Obrist-Lieutenant v. Schrabijch und LieutsnantGraf 11. Schwerin, sowie der Schloßhauptmann v.*Rodaszewsk1).

Anhalt. Dessau, 16. Januar. 311 dem in der Nr. 10 des „R. u. St.-A.“ veröffentlichten Bericht über die die so- genannte „Iagdfrage“ betreffende Landtagsverhandlung vom 5. d. M., der mit dem in der „Rat. Ztg.“ und der ,Magdeh. Ztg.“ im Wesentlichen übereinßimmte, geht unS zur Bertchn- gung schiefer Vmsellungen von dem behandelten Vorgange und den Herzoglich anhaltischen staatlichen Verhältnissen folgende Darßellnng des wirklichen Sachverhalts zu: . .

Der Abg Bürgermeister Franke aus Gernrode am Harze lenkte die Aufmerksamkeit des Landtags darauf, daß durclz eme meistbietende Verpachtung der Jagd in den [andesfiskalischen Forsten bei den jeßt anderwärts in ähnlichen Fallen gezahlten sehr erheblichen Iagdpachtpreisen eine bedeutendß Mehremnahme würde erzielt werden. Zugleich klagte er aber Uher den bedeu- tenden Wildschaden, der in einzelnen Feldflurtheilen gm Rande der Harzforßen verursacht würde. Am Schlusse dieser Rede beantragte er: .

Dkk Landtag Wolle beschließen, die Herzcg11che Staat_regierung um eine Vorlage zu ersuchen, auf Grund welcher Grundsaße über die beste Nutzung der fiskalischen Jagden zu verembarcn sind.

Das Ministerium erklärte hierauf, wenn der Antrag dahin erweitert werde, daß die Vorlage fich auf die allgemeinen Grund- säße der Staats-Forßverwaltung überhaupt erstrecken solle, so „habe die Regierung gegen denselben umsoweniger etwas emzu- wenden, als eine derartige Vorlage in Gemäßheit eines früheren

?bezüglickzen landschaftlichen Antrages bereits in der verflossenen

Diät von der Regierung gemacht, vom Landtage aber nicht in

Berathung gezogen worden sei. Eine Trennung der Grundsäße über die Nutzung der Forftjagden von denen über die Forst- verwaltung im Allgemeinenrrscheine unthunlich. Aus der Mine des Landtags wurde dem 2c. Franke erwidert, es sei jedenfalls ein Irrthum, wenn er glaube, daß die Verpachtung dcr Forst- jagd eine Abminderung des Wildschadcns herbeiführen werde, auch werde der Wildschaden am Harze vorzugsweise durch vom Auslande her wechfelndes Schwarzwild verursacht. Schließlich ward der obige Antrag des Abg. Franke abgelehnt, hingegen ein von der Gegenpartei eingebrachter Antrag da in gerichtet, daß die in Folge besonderer lokal r Vcrhältnisse, wie tiefes Ein- springen in die Forst xc. der Wildbeschädung vorzugaZweis aus- geseßten Felder den landesfiskalisclxn Forsten gegenüber auf Kosten der Forst- und Iagdverwaltung vergattert werden möchten, ein Antrag, mit dem die Regierung sich einverstanden erklärte, angenommen.

Wir bemerken hierzu noch, daß seit dem Jahre 1870 in

Anhalt das Iagdregal völlig aufgehoben und die Iagdausüvung.

durch ein Iagd=PolizeigeseH geregelt ist, welches im Wesentlichen dem preußischen nachgebildet worden ist, bezüglich der Wild- schadenvergiitung aber für die Beschädigten wesentlich günstigere Bestimmungen enthält.

SchWarzburg : Sonderßhausen. So 11 d ers h auf e 11. Dem Landtag, dessen Wiedereröffnung am 15. d. M. bcvor- steht, wird nach dem „Fr. I.“ in erster Linie ein Geseß wioer den Mißbrauch des Versammlunchrechts vorgelegt werden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 15. Januar. Der Kais er ist gestern ach Budapesth hier eingetroffen.

Graz, 14. Januar. Der Landtag lehnte das Eingehen in die Spezialdebatte über die neue Gemeindeordnung ab. Die- ses GeseH wird im nächsten Jahre nach Einholung des Gut: achtens der politischen Behörden, Bezirkavcrtretungen und einiger Gemeindevertretungen abermals ein ebracht werden. Hierauf wurde beschlossen, in die Berathung er Regierungsoorlage über die Organifirung des Sanitätsdienstes in den Gemeinden nicht einzugehen, weil der Gegenstand noch nicht spruckzreif sei.

Innsbruck, 14. Januar. Die Landtags-Majorität erhob in einer Erklärung Verwahrung gegen das Gesey vom 2. April 1873. Der Landtag erklärt einhellig die Vervollstän- digung der Tiroler Eisenbahnlinien von Innsbruck in westlicher und nordwestlicher Richtung als dringendes Landesintereffe.

Lemberg, 14. Januar. Nack] einer Mittheilung dcs Statthalters wird die Landtagssession am 17. 1). ge-

schlossen.

Großbritannien und Irland, London, 14. Januar. Dem ofjournal zufolge wird die Ankunft des Herzogs von Edin urg!) und der Großfürstin Marie in Großbri- tannien Anfang?- März erwartet. Das hohe Paar wird sich vom Landungshafen direkt nach Sck)loß Windsor begeben.

_ Der Gemeinderath der City von London geht mit dem Gedanken um, dem Präfidentcn der Geographischen Gesellschaft, Sir Vartle Frere, in Anerkennung seiner eminenten öffent- lichen Dienste, namentlich in Anbetracht seiner erfolgreichen Mission nach der Ostküste von Afrika, die die Absrhaffung des Sklavenhandels an dicser Küste zur Folge hatte, das Ehrenbürger: recht der City zu verleihen.

_ Auf nächsten Montag ist eine Kabinetsberathung, die erste in diesem Iahre, anberaumt.

_ Der Premier-Minister Gladstone kehrt morgen nach London zurück.

_ 16. Januar. (W. T, B.) Bei der Parlamentöwahl in Yen) caftl e ist der Kandidat der Radikalen Cowen gewählt Wor en.

Frankreich. Paris, 14.Ignuar. Die Wahlen für die National-Versammlung in den Departements Pas- de-Calais und Haute-Saone, an Sickle des verstorbenen Deputirien Vicomte de Rincquesen und Herzdg von Marmier, smd nach dem „Journal officiel“ auf den 8. Februar anve- raumt worden.

_ Ein neuer von Hrn. Casimir Pcrier vorgelegier Gesetz- Entwurf einer Steuer auf Gläser, Flaschen und Krystalle wurde von dcr Budget-Kommisfion angenommen. Diese Steuer soll 20_25 M1llioi1en einbringen.

Versailles, 14. Januar. (W. T. B.) Die National- versammlung besch10ß in der heutigen Siyimg in die Dis- kussion der einzelnen Artikel des MaireS-Geseßes einzutreten. Ein bei der Berathung des ersten Artikels von der Linken ein- gebrachtes Amendemcnt, keine Abänderungen der gegenwärtig geltenden geseßlichen Bestimmungen vorzunehmen, wurde in ge- heimer Abstimmung mit 356 gegen 292 Stimmen abgelehnt.

_ 15. Januar. (W. T. B.) Heute hat die National- versammlung die Berathung der einzelnen Artikel des Maires-

Geießes fortgeseßt; ein hierbei von der Linken gestelltes Amende- .

ment, nach welchem die Ernennung dcr Maires durch die Munizipalräthe erfolgen soll, wurde abgelehnt. _ Der Depu- tirte, Schiffs:Lieutenant Jam), hat eine Vorlage zur Verhinde- rung des Znsammenstoßens von Schiffen auf dem Meere ein- gebracht. _ Die von dem Depuiirxen du Temple bezüglick; Italiens eingebrachte Interpellation erfährt, wie verlautei, weder bei der Rechten, noch selbst bei der äußersten Rechten irgcnd welchen Beifall und wird wahrscheinlich schon durch die Sw!- lung der Vorfrage beseitigt werden. _

Spanien. Madrid, 15. Januar. (W. T. B.) Lopez

Dominguez, dem die Erdberung Cartagenas gelang, ift um General-Lieutenant befördert worden. _ Die Ucbergabe s Plchs erfolgte ohne jedes Blutvergießen; auch hat die Stadt nicht viel gelitten. Der Insurgentendampfcr „Dnrro“, auf welchem fick) zahlreiche Flüchtlinge befanden, ist, als er den Hafen der Stadt verließ, von spanischen Kriegsschiffen genommen worden.

_ Aus Barcelona wird gemeldet: Die Barrikaden in

der Vorstadt Gracia waren von den Aufständischen in der Nacht verlassen und sodann bestitigt worden. Die Franctireurs des Oberst Marti hatten ihre Waffen abgegeben. Die föderalistischen Führer Mataro und Sabadell hatten gleichfalls Kanonen und Gewehre abgeliefert und konnte die föderalistische Bewegung überhaupt als beseitigt betrachtet werden.

_ Die der spanischen Regierung gshörigen Kriegsfregatten „Carmen“ und „Vittoria“ find unter dem Befehle des Admirals Chicano in Oran angekommen. Chicarro und der dortige spanische Kons-ul haben Namens der spanischen „Regie- rung betreffs der aus Cartagena Grflüchteten und betreffs der Fregatte „Numancia“ Reklamationen erhoben,

_ Weitere Telegramme aus Oran vom 15. Januar mx!- den: Das französ1sche Transportschiff „Ardéche“ ist von Algier hier eingetroffsn, um die von Cartagena hierher geflüchtßten In- surgenten, welche bisher größtentheils in den Forts Samt Gre-

goir'e, Mers el Kebir und Casba internirt gewesen smd, dorthin fxberzuführen. ' -

Die Insurgentenfregatte „Numancia“ ist von den fran- zöfischen Behörden dem Admiral Chicarro auSgeliefert worden und wird wahrscheinlich am Sonnabend in Begleitung der bei- den spanischen Kriegsschiffe „Vittoria“ und „Carmen“ nach Cartagena abgehen. Die Mitglieder der Junta von Cartagena und eine große Anzahl von Insurgenten find bereits an Bord des TranSportsckziffes „Ardéche“ nach Algikr Eingeschifft worden. Contreras, Jerrez, Galvez und Colas sollen track) Constantine gebracht werden. *

Italien. Rom, 10. Januar. Geßern Vormittag überreichte der österreichische Gesandte beim Vatikan, G r af P a ar, dem Papste sein Beglaubigungsschreiben. Er war von dem bisherigen öster- reichischen Geschäftsträger, Baron Hübner, begleitet. Nack) der Audienz beim Papste machte er dem Kardinal AntoneUi seine Aufwartung.

__ Die Liquidationskommission hat aus dem Ver- kaur der Klostergüter 8000 Fr. für: den Vater Sexrhi aks Direk- tor der Sternwarte des 001195611111 1011181111111 ausgeworfen.

_ Dxr „Allg. Ztg.“ zufolge find zu Kardinälen fol: gende "Pralaten defignirt: Monfignor Domenio Bartolini, Sekretar der Kongregation der Riten, Mons. Pietro Giunclli, Erzbischof von Sardes 111 1311113. und Sekretär der Kongregation des Konzils, Mons. Salvatore Nobili- ViteUesch1, Erzbischof von Seleucia 111 pnri. und Sekretär der Kongregation über Bischöfe und Geistlikken, Mons. Gicwanni Simeoni, Sekretär der 1310pä§anc1111'111€, Mons. Bartolomeo Pucca, Maggiordomo Sr. Heil„ Mons. de Mérode. päpstlicher “„Ulmosenier, die Erzbischöfe von Westminster und Mecheln. Als Nachfolger der durch die neue Creirung frei werdenden hohen Würden smd bezeichnet: SekreTär der Kongregation des Konzils Mons. Nardi, Mons. Ngnelli würde Nachfolger Bartolini's, an Simeoni's Stelle träte der Prälat Lodovico Iacobini, gegen- wärtig Sekretär der Propaganda für die orientalischen Angele- genheiten. Für andere erwartete Vakanzen stehen die Prälaten Howari, Don Angiolo Iacobini, Ronzotti, Nuzzi auf der Wahlliste.

„_ Der Minister-Präsident hat an alle Mitglieder der verschiedenen Kommisfionen zur Berichterstattnng Über das Geseß, betreffend die Papiergeldcirculation, ein Circular erlaffcn, in welchem fie ermahnt werden, fick) zeitig einzufinden, resp. die Berichte rcchtzeitig zu liefern.

_ Die Frage, betreffend die Regulirung des Tiber, um Rom vor Ueberschwe;::munge1i zn schÜHSn, wird seit dcr großen Ucderschwemmung von 1870 im Munizipalrath und in einer dazu befteUtcn Kommisfion fortdauernd erörtert. Der Kommu- nalrath hat feht einen Beschluß gefaßt, durch Welchen die An- gelegenheit vorläufig vertagt wird. Die Regierung hatte einen Zuschuß von 9 Millionen, und außerdem die unentgeltliche Be- wiÜignng von Terrain im Werth von 11 Million zugesagt. Die Gejammikosten werden auf gegen 37 Millionen veranschlagt. Der nun gefaßte Beschlnß [aniet auf weitere Verhandlringen und spricht die Hoffnung aus, daß das Parlament cinen größe- ren Zuschuß bewilligen werde. .

_ 15. Januar. (W. T. B.) Die Nachricht von einer lebenSgefährlichen Erkrankung desKardinals Antonelli ist, wie die „Agenzia Stefani“ erfährt, unbegründet. Der- selbe werde schon seit längerer Zeik von gichtischen Lkiden heim- gesucht, sein Zustand gebe indeß zu keinerlei Besorgniffen Ver- anlaffung.

_ Morgen sol] ein Konsistorium vom Papste abge- halten werden.

Türkei. Die englischen Journale vom 16. Januar ent- halten ein vom türkischen Gesandten mitgetheiltes Telegramm, in welchem die Pforte versichert, daß aus dem'bercits festgesteüien und demnächst zu vsröffentlichcnden Budget hervorgeve, daß die neu eröffneten Einnahmrqueüen ausreichend sein würden, um in Zukunft die fälligen Coupons aUer türkistljen StantSpapiere prompt einzulössn, ohne zu einer neuen Anleihe Zuflucht neh- men zu müsjen. Was die schwebende Schuld betreffe, die in einzelnen Vorsthüffen bestehe, sei die Regierung bemüht, ein Arrangement abzuschließen, durch welches die schnelle Rückzahlung derselben gefichert werde.

Krajugewacz, 15. Januar. (W. T. B.) An Stelle der vorigen ordentlichen Skiiptschina, deren SißungSperiode mit Ende des Jahres 1873 abgelaufen war, ist "eine außerordentliche Skuptschina auf heute einberufen worden. Gelegentlich der *Präfidentenwahl wurde der Regierung von derselben einstimmig

ein Verirauenövotum ertheilt. Zum Präsidenten wurde -

Dimitris Iovanowiis, zum Vice-Präsidenten Milo- savlievits gewählt. -

Rußland und Polen. St. Petersburg, 14. Januar. (W. T. B.) Heute ist ein Kaiserliches Manifest über die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht veröffentlicht worden, „in Welchem der Kaiser erklärt, daß er von der während der ganzen Dauer seiner Regierung eingeschlagenen Bahn nicht abzmveichen beabfichiige, daß er 111cht nacl) Kriegs- ruhm strebe und daß er es als das schönste ihm Von Gott be- stimmte Loos betrachte, Rußland auf dem Wege des Friedens zu Ruhm und Ehren führen und seine innere Wohlfahrt in jeder Rich: tung befestigen und vermehren zu dürfen. Ferner wird von dem amt- lichen Vlatte auch der Ukas an den Senat publizirt, in welchem die reglementarischenBestimmungen Über Ausführung des Wehrges eYes enthalten smd. In einem besonderen Reskripte ist dem Präfidenten des Reich?:ratheS, Großfürst Konstantin Nikolaje- witsch, der Dank des Kaisers für die Thätigkeit diefes Staats- körpers bei Berathung der militärischen Reformen angesprochen worden.

_ Fürst Schirinöki-Schichmatow, Kurator der Uni- versität und des Schulbezirks Moskau, ist zum Ndlatus des

U111errichts=Ministers, Grafen Tolstoi, ernannt worden.

Schiveden und Norivegen. Stockholm, 11. Januar. Der schwedische Reickxswg wird, der „Post ock) Iur. Tid.“ zufolge, am Montag, 19. d. Mis. eröffnet werden.

_ „Morgenbladet“ theilt mit, daß StaatSrath Meldahl

“gesiern zum Iustituarius im Höchstengericht ernannt worden ist.

Heute erfährt man, daß der Amtmann im Amte Finmarken, ens Michelsen olmboe, in die Stelle des StaatSraths Mel- dahl als Mitglie der Regierung eintritt. _ Einer Mittheilung desselben Blattes zufolge gcdénkt die Regierung dem Stor- thinge dieErrichtung folgender neuer Aemtar unter dem

Departement des Innern vorzuschlagen: einen sachkundigen De-

partementSchef für das Forstwesen, "einen Bureaurhef für ein Ackerbaukomptoir, sowie 5 BevoUmachttgte und außerdem Er-

höhung der Gage des Chefs für das statistische Bureau und deffen Assistent.

Amerika. (A. A. C.) Aus New-York wird unterm 13. d. M. per Kabel gemeldet: Gegen Herrn Caleb Cushings Ernennung zum Oberrickxter des Obersten Gerirhtshofes bekunder', fick) entschlossene Ovpofition wegen seiner domokratischen Ante- cedentien. Während einer Demonstration beschäftigungSloser Handwerker und Arbeiter, die hier stattfand, intervenirte die Po: lizci, und in dem Konflikt, der fick) entspann, wurden viele Per- sonen verwundet. In Natick. Maffackznsetts, hat eine große Feuersbrunst stattgefunden, die einen Schaden im ungefähren Betrage von 500.000 Dollars anrichtete.

_ (W.T.B.) Nach aus Buenos-Ayres vom 16. De- zember eingetroffenen Nachrichten hat der aufständische Gouver- neur der Provinz Entre Rios, Lopez Jordan, durch die Regie- rungstruppen eine völlige Niederlage erlitten und befindet fick) auf der Flucht. Ter Bürgerkrieg in dieser Provinz ist dadurch als völlig beseitigt anzusehen.

Asien. Ueber die Lage Bengalens wird dem Reuter- schen Bureau aus Calcutta vom 14. d. M. gemeldet: „In mehreren Bezirken hat es mit Vortheil fÜr die Saaten geregnet. Die Preise steigen noch immer in einigen Bezirken wegen dsr an!;altenden Getreideausfuhr. In anderen, und namentlick; in Patna, hat fick) die Zahl der bei den Nothbauten beschäftigten Personen erheblich vergrößert. Nothstand sokl, wic verlautet, in einigen Dörfern von Tirhut und Rajshane existiren“

_ Die chinesische Regierung hat ein hundertund vierzig Kinder der besten chinesischen Familien ausgewählt, 11111 dieselben znr Vollendung ihrer Erziehung nach den Vereinigten Staaxn zu senden. Sechszig derselben find dort bereits ein- gctro en.

Afrika. Nack] in London eingetroffenen Meldungen aus Cap 8 C0 ast-Caftl e vom 27.Dezemberv. I. beabsichtigte General Wolseley am 16. Januar d. I. den Prah-Fluß zu überschreiten.

Das DSZLMÖLYHLN des „Ceniraleaiis für dicgcsammte Unfrrmchts-Vcr_waltung in Preußen“, 1191.11113111'1121'611 in 01111 Minntsr'um dcr 1“:ei1t!ichen, Unwrrichis- und Mcdizinal-An(1c[1*g-'n[)ei1811 Perljn, 1873, Verlag von Wilhclm HLW), 1,1111 folgrndcn Jn1)-.lt: Erthnlung von Llufträgkn an Baubcamte Se1tcns der Konfistorien und Provtnzial-Sck1111k0111'gicn, Ckntralmatt für das Dsutsche Rsich. Pen- sidnchcrkÖlimsss der_Krkis- Schulinspektoren. Form das Dicnstcidrs fur Uniy-xr'jtäts-Prosessoren. Erwerbungen für die Nationalgalerie, Fßnds sur Zwrck: der bilkcnden Kunst. Arbeitstische für prc'u- 111111)? Gelehrte in dcr zoologisck) nSt.1tion des Dr. Dohrn 311 Neapkk. Emtraguna von Wsrken der Wissenschaft und Kunst zum Schußc drr “Zlinorrnrccbte. Königliches Kvmpaironat bei höheren Unterrickzisan- stkalten. Scminnr- Bibliotheken. Ausschluß einsr Gcbalt-chdöbung mr Lehrer aus Anlaß der durch all ememe Vcstitnmungm erhöhten Anforderungen im Scbulamt. Berns!“ ung drr BesoWung fiir die nach einer Stndt r_on answäris berufcm'n Lclxrx-r; Komvetcnz der ngicrnng. Turuknrmö. für L bret im Rx'gierungsbczirk Düsseldorf. Lxlnmittel für M11?c11ch11chn. Verfahrcn bci DisPsnsation noch nicht konfirmirter K_mder rxom «ck11 bemcbx. Sprachunterricht in Volksjcvulen der Pro- vinz _Po19n. Zwangxweiw GL'Wllung ein1s Kindos zur Schule. Un- zu1aski-kc1t yon Gcldsammlunge'n nnter Schulkindern zu Geburtstags- Wchenkexn fur die Lehrer. Eigonshaft als Hausvaier bezüglick) dsr Schullajten; Regelung de" Scbnwervälinisse in räumlich weit aus- aed1lckntßn S_chulbczirken, Nachrichtan für die in Unteroffizierstbulen frciwillm Eintretenden, Tmrvnummon-Anstaltcn in der ProvinzWest- talen. -Vrrleil)Upg der Rechte einer juristischen Porson nnd der Kor- porationöreMe. Zuwendungen im Nr*ssort dcr UnterrichtSvc'rwaltung. Verleihung von Orch. Personalchronik.

, Nr. 1 13.0 Marine-Verordnungs-Blatfes bai folgen- den Inhalt: Errich1una Liner Eissimalstation auf der Insel Wangerooge. _ Uniformirung dkr M.1rine-K'rankcnwärter. _ Einkommensäße dcr aus Rei[)_ und Glied znr Probkdicnstlcisttmg bei CiviWWördrn, Be- lmfö Ll11111'llung in ctatsmänigm Stcllen, kommandirten Marine- Unikroffiziere und Obcr-Matroscn. _ Berirhtigung einig r Paragraphen dcs chlcxm'nts über die Gldvcryfleguug der Marinethcilc und in Dienst gcstellrsn Sch1ffe im Frieden. _ Einjähria freiwilliger Militär- dicmi der Mediziner, - Normalvreife für Bckleid11ngsstüche._ Kom- petenzen bei Probefahrten, zu wslchcn kcine Indienststellung dcs be“ trcffenden Schiffes JC. erfo1gt ist. _ Vorschrift über das Tragen der (chwbre beim Ausschiffen vvn Mannschaften. _ Taschsn-Rollrnbüchcr für Oxfi_1icre11nd Seefaöctten. _ INarscbverpflequngsr“.“iquidationen. _ Einführung gleicher Formulare für die ärztl1ch€ Rapport- und BerichtcrstUtung am Lande und an Bord S. M. Schiffe. _ Per- sonawcränderungen.

Landtags-Augelegeuheiteu.

Berlin, 16. Januar. In_ der gestrigen Sißung des Hauses der Abgeordneten äußertefick; der Minister der geist- lichen 2c. Angelegenheiten 01". Falk m der Diskussion des Geseß- entwurfs, die Beurkundung des Personenstandes rc. betreffend, Über die zu dem Entwurf nen eingebrachten Amendements:

Die heute vorliegenden leqndcmxnts bringen im Wessntlichcn nur Gedanken zum NuScruck, die (chen m der Weißen Lesung von allen Skiken crörtcrt wordcn sind, und zu denen die Staatsregierung auch 11er Stellung [*ercits grnommcn Hat. Ick) würde aus diosem Grunde das Wort gar nicht ergriffen haben, wenn ich nicht gcnötlzigt wäre, gegcnübyr dcn Ausführung-n des _Herrn Abg. v. Snack 11-Tarputschen noch ganz bestimmt die Bitte wndcrholcn zn müsskn, sc1n Amendc- ment, _welrhes abzweckt, die Geistlichen unbedingt auszuswncßcn, zu Verwcrn'n.

Nach dem Nbg. 01". Windthdrst (Meppen) erklärte der Staats-Minifter 01“. F a l k:

Ich habe gegenüv-r den neulichen Ausführungen des Hrrrn Abg. Brüel, der mcinkr Meinung nach ganz zutreffende und schlagcnde (Hründe dafür, anführt, aus dem Sinn und der Xaxsung des Gescßes konstatirt,“ dax; die Staa18regierung nicht der Jökemnng fei, andere Beamte oder P-rsonen gcgen ihren,Willcn„mit dem Amke eines Civilstandsbcamten zu bei:aucn, als die Gememde- und Kommunal- beamtkn, die in der Regierungsvorlage genannt sind; es ist aber niemals weder anSaed-ückt worden, noch der Sinn gewen'n, die Geist- |ichen1videribreuWUcn zu Cwilstandßbeamtcn zu nötbigkn. Da- gegen ist allerdings die Auffassung gewc1en, „daß, _wmn sie dies Amt einmal übernommen haben 11.10) il)re_1n fre1cn_Willcn, „sie auch nach 1111111 Richtungen hin die Pflichten deswlben ersuUen müßten.

Statistische Nachrichten.

München, 14. Jmuar. Von gestern bis heute Abends find 26 Erkrankungs- und 14 Todesfälle an Cholera vqrgekommen.

_ Der fortwährende starke Zuwachs der stölkecunq Wiens und Umgebung sowie die immer schwierigcrw-crd'enden Lebensverbält- nisse üben, wie die „Wiener Ztg mtt*l1e'111, einen unverkennbaren Einfluß auf die Geschäftsvcrmchcung des Wiener Stra fgeri chtes. Wie fevr diksrlbe innerhalb der lctztsn Jahre zugenommen babe, xnag aus nachfolgenden Ziffern entnommen werden. Während zu Anxgng der Fünfzige'r-Jal)re die Anzahl der zur Anzetge gelangten Strassalle

nicht 3000 erreichte, stieg kiesrlb: im Jalyre_1855 bersitß auf 4113, Im vergangenen Jahre war ("12 aber schon aus nahezu ck117111U16Ud ge- stiegen, was einer Vermehrung von weit ühcr 300 Prvzxnr 11161chk0mm_t. J" ähnlicher WM"? [*cliéf sicb in den fünf JUWEL 1858 1.116 1863 d1e Anzahl der zur Schlußverbandlung vorgemeiften„191511111le Durch- schnikte auf 1309; im vorigkn Jahre dagegen 1161121011 111) (“10171011 nuf nahezu 2900. Sie erfuhren somit eine Steigerung von m(11r abZde'rHY-je, was bei der Beichaffenheit des Gegenstandes rcypclt 1nI (3311111091 111111.

Die Anzahl der im Jahre 1856 beirn "1131511191 Landcsgsricbt? m Strafsachen überbaupt eingelaufxnen Gc1ch§1151tucke Ortrug 22,623“; im vorigen Jahre war fie abkr [*Lké'iks aus rund 56,000 gc1t;cg»'n- was einer Vermsßrung vou übcr 150 Prozent g1e1ckcx1nrn1 Der Stand dcr Gcfangcncn betrug am Ende dss 130011911 J1brr§ em- schlikßlich der Sträflinge bei 1300, während der urwiunglicbs Belkg- raum des Gefangcnbausss auf ctwa 700 Gcfnngrn»: bsrccbncx war. Die Zahl der im legten Jahrs Emgklééfkrtkn 1161101 s1ch_ 0111 rund 4800, während vor fünf Jaßren diese Zahl nicht uber 2500 betrug.

_ DicHandelsübersichtendesKönigreichs Jtal1en1_11r das Jahr 1872 find kürzl.ch von der Gsneral- Dircknvn der Zelle ZieröffÉ-niliM worden, und entnehmsn wir daraus Die nach1olgchnden

nga en. , . __ .

Die Gcsammteinfuhr im Eia-rnbnndkl Jkalli'kis reprawnizrt für 1872 einem Werth von 1186,611,328 Lire gegxn 963698441 L_lre im JUL)“ 187], ist mithin in 1872 11111 2232918878110 oder 23,1 Prozént gestiegen, An diesrr Enanr waren [);1U1111ächllÖ kolqknde Länder bothciligt: Deutschland mit 1488411110 8: (1871: 13019000 L-)- BUMM 1U1k17„815,000 L. (1871: 8,1446010 L)“)Zrankrnch cinichlicßnch Algier mit 3271128010 8, (1.571: 201813811008), Grischenlnnd mit 8,581,000 L. (1871: 6.144,00) L.), (»)rcßbrnau- nien mit 294,198,000 L. (1871: 2828651100 L.), die N:?dkrlande mit 43968000 L. (1871: 34000000 L.), Orstérrkich mit 218215000 Lire (1871: 172,574,000 Likk), Portngnl mii 2407000 Lire (1871: 739,000 Lire), Rußland mit 65,837 000 'ere (1871“: 35,319-000 Lirr), Sebwe'dan, NNWLJM und Danrmxrk 11111: 4,457,000 L. (1871: 4,275,000 L.), kik" SÖWLiz mir 49,260,000L. (1871: 52,009,000 L ), Spanécn mit 1,9210.» L (1871: 352900081, die Türkei mit 38991000 L_ (1871: 4947151100 L.), AUMA?" mit 12,651,01?0 L. (1871: 1440200081, Tunis» und Triwol1s Mit 8,458000 L. (1871: 4,4551,000 L,), Südnchkn mit “27,147,000 L. (1871: 22.893,000 L.), Csntralanrsrifa mit 5.681.101! 811871: 7,223,000 L.), Verkinigte Staatcn von merikrnUL 448213010 L- (1871: 50745000 L.). Dcr Import aus Drui1ch1and 391111 111 den [SWM Jahren Li"? st'c'kig? Zunalnne; dsr Wsrtk) 011111021“. betrug 11-68: 8028000 L., 1869: 10107000 L., 1871): 12017000 L, 1871: 13,019,000 L., 1872: 14,884,000 L, Für lcßtcres Jab]: kommcn hauptsächlich in Betracht: Woücnwaarsn für 30811100 L., Baum- wollcnwaarkn für 2,410,000 L., Knrzwaarsn aslsr Art 1111 22331100 8.- Seidenwaarsn für 1,257,000 L, Häute 11110 Felle sur 994120013, Ko'onialwaaren für 70911008, Glas, Porzellan und lenwaarcn sur 690,000 L., Lcinenwaaren für 647,000 L., Tabak für 645,001 L.

Dic Waarcna 11sful)r im Eigenhandxl 11.1110 2111111 Worth von 1,167,_201,119 L. gkgcn 1,085,459,567 L. in 1871, 11110 waron davvn hni1vt1ächlich bcstimmt nach: Deutschland 7,600,000 L. (1871: 8,171,000 L.), Bklgicn 2728000 8. (1871: 6849000 (3.1, FranerW Und Algier 447,301,000 L. (1871: 402,309,000 L.), Gr1echrnlnnd 5,119,000 L. (1871 : 4,813,000 L.), Großbritannien 134,664,_000 L_ 1871: 142654000 L.), dcn Niederlandcn 10,268000 L (1871: 15.276,000 L,), Oesterreich 220,494,000 L. (1871: 198,371,0 0 L.), 2111113111111“ 26,667,000 L. (1871: 29.331,000 L.), der ('“-111113615 176,416,1100 L. (1871: 156,931,000 L), Spanicn 10536000 L. (1871: é)“,695,000 L.), der Türkei 5,499000 L. (1871: 10,979,1'0-) L- ), 2111111101211 13,6143100 L. (1871: 8,079,000 L.), Tunis und Trivolis 14846010 L. (1871: 5.464.010 L.), Südamerika 56,647,000 L. (1871: 438460108), Ccutralamerika 4172000 L, (1871: 8,476300 L), dsn V“»"rcmnxten Staaten von Amerika 28,581,i (.'-0 L. (1871: 31,855,000 L.). BL! Dcr Ausfuhr Ztalicns nnck) Dkutschland im FWW 1872 111111111011 111111111- sächlich in Betracht: Seide für 2,252,*-00 L., SUUTUÖW fur 1,422,i'00 L., Getränk" und Oki für 1,050,*“00 L„ K_olonmlwaaren für 857,00) L., Mercerie für 780,000 L, Flackxs, Hin,? und _Waargn daraus für 362,000 L„ Stcinc, Crdcn :c. für 277,000 L., Haute 1111; 273,00) L.

London, 13. Januar (91.21. E.) Das “Fakir 1873 War ÖJÖ erst?, in wolchem dic Einfnhr 1111221111101er und „Kolonmlwaaren m das Verkinigte Köniareick) Von GWWWÜÜWÜLU und Irland prr Tag dcn Wsrtl) von 1,000,000 Lstr. über1ticg._ Dcr Ti*ixil1vcrtb dcr „Em- fuhr betrug 370,380,742 Lstr. Die A 116111 11r britncher nnd 111111911 Erxxuanisse und Fabrikate stcllte sich pc_r Tag 11:11, d111*ch1chn11111ch 70,000,000 Lstr. und dar Totalweril) am 2551173330 L1tr. _ _Der Werth der in Enniand imporlirten Kartorxeln im adgclauseucn Jahre betrug 2,121,235 Lstr. gegen 1,654,24'_1 Litr, m 1872.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin. Im wissenschaftlichen Vkrein in dcr _Sing- akademie wird am Sonnabend, den 17.-d. M., Nacknmttaas 5 1.110, der Gel). Reg.-Rath 131". “Schoene emen Vortrag uber Ph1d1as )alten.

Stockholm, 11.J.“1n11ar. Narb Miitbsilung einigkr schwvdiicbxn Blätter ist die Vöranstalfung geiroffen worden, dax; fremde Thetl- nchmer an dem in diesem Jahre in Stockholm abzulmlrendm archäo- logrscben Kongrkß nur die Hälfte des Fahrprcifcs auf dxn (ckWo- disrven Eisenbahnen sowohl für die Hin- 1116 s1"1r_ dis Rückrk11é erlcgen sollen. Sch1vcdische Theilnehmer an dem Kongreß crhaltcn srcic Rück- reise von Stockholm.

Gemerkte und Handel.

„11. 2 des Deutschen Hn!1dk[öb_läkt_s, Wocßcnblafx für .Handelöpolit1k und VolkSwir_t[)1ch_nst, zitglenj) Organ für 131€ amtlichen Mittheilungen des Dkumchen Yandklxstngcs, bcrauß- gegeben von 131“. Alexander Meyer, GenerahOx-kremr dSS'DCUUÖCn Handelstagcs, 11111 folgenden Inhalt: Die 211111111011 1103 2101011971200, Die neur österreichiscke Silberanleibe von 80 Mtllwncn 031111811. 11. DL: Zinsberechnung im Effektenhandel. Een 111111111116 Centra1-Handclß- register. Ein Kongrcsz der Geivrrbkkammcrn. Sudmarnnscj)? Vcr- kehrswege. Systeniati1che Ucberficht der auf dem Gebiete 1135 1010111111- ten deutschen Handcls- und Wcch1elrechts crgavgenxn En11chc1dungcn, Rcskri1te re., einschließlick) der Literatur der dargus bczuglichen Ab- handlungen U. 111. Literatur. Volkswwtlysckxaftlicbe V-reine und Versammlungen. Korrewondcnzcn. Wochcnüberfickzt. Münrwesen. Arbeiterbewegung» Eisenbahnen. Vnnknuswciß. Gcldmarki, Börsen- Usanccn. Banken. Jnrnstne-Gs1el11chaftexn Verchhteö. Kund- gehangen dss Deutfchon Handelstagesx Anzetgen.

Sheffield, 13. Januar. (W. T. B.) In der [)uuttgen Ver- sammlung des hier stattfindenden K011gres1es der Genécrkvcreine gelangte ein Schreiben der allgemeincn Arbeiter-Liga aus Genf zur Verlesung, in welchem der Vor1ch1ag Enthalten war, Linen Delegirteu nacj) Sheffield zu senden, 11m_1"1bcr dir Anknüpfung mündiger Beziehun- gen zwischen den bcidrn Vkreimgungcn Unterbaudlunan cinxulciten, Das Scbrriben war von dcnSektretären der Liga für die Schweiz, Frankreich, Deutschland, Oesterre1ch, Italien und Spanien unterzeichnet. In Ve- t eff desselben xvurde von der Versammlung die Resolution angenommen, daß die enali1chcn Gcwerkvercinc zwar freund1chaftliche Bexiebnngen um den Arbeiter-Assoziationen auf dem Kontinent unterhalten, aberin einc Konföderation mit denselben nicht cher tl“?1€11 wollten, [1113 sich d1e Vcreinigung aller emzelncn Arbcitcr-Asfoziationen in einen einzigen Bund vollzogen habe.

Verkehrs-Anskalteu.

„Nexv-York', 15. Januar. Der Hamburger Postdampfer „Silesta“ 1st heute hier eingetroffen. *