1874 / 14 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 17 Jan 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Gestorben: Den 10. Dezember_1873, 1)_r. Neumann, Stabs- und Bass. Arzt des 2. Bals. Jns. Regis. Nr, 53. , Den19,Dezember 1873. ])r. Rodenberg, Assist. Arzt im Inf. Regi. Nr, 66,

Die heut ausgegebene Nr. 3 1er Allgemeinen Ver- lo osungs-Tabelle des Deutschen Reichs- und Königlich Preu- ßischen Staats-Anzeigers enthiilt die Ziehnngslisten folgender Pa- piere: Aken-Rosenburger, Krossener, Wittenberger Teichverband=Obligationen Vadis che 35 Fl.-Anleihe (161845. Berlin = Potsdam - Magdeburger Eisenbahn-Prioritäts- Obligationen. Braunschweiger Zricker-Raffinerie, Prioritäts- Obligationen. Brüss eler Prämien=Anleihe (16 1853. Bu- karester Prämien-Anleihe. Burgsche, Demmincr, Em- dener Stadt-Obligationen. Deutsche Hypothekenbank Meiningen, Prämien-Pfandbriefc. Frankfurt = Hanau er Eisenbahn _- Prioritäts - Obligationen (16 1858. Freiberger Gasbeleuchtungs-thien-Vcrcin, Prioritäts-Obligationen. H e i l s - berger, Konixzer, Königsberger, Kulmer, Laubnner, Strasburger Kreis=Obligationcn Mecklenburg=Schwc- rinsche 4prbz. Anleihe (16 1862. Norwegische 4proz. Staats-Anleihen. Oesterreichische 5proz. Staats-Domänen- Pfandbriefe. Oesterreichische Bodenkredit-Anstalt, 5proz. Kommunal=Ob1igationen. Pommers che Hypotheken-letien- Bank, anothekenbriefe. Rbcinis che Eiscnbahn-Prioritäts- Obligationen. Russis che Staatsbahn-thien und Obiiga- iionen. Sächsische 4proz. Staatsschulden : Kassenscheine «19 1852555859, 62/66, 68 und 1869. Sachsen - Wei- marische Staats-Anleihen (18 1842, 1848, 1865. Sihaum- burg-Lippesche Rentkammer-Anleibc (18 1863. Schles- wigs ch e 43 proz. EiienbahmPri-oritäts-Obligationen. S chivarz- burg-Sondershausensche Rentenbriefe. Schwedische Smaland Güter : Hypotheken = Vereins - Prämien : Pfandbriefe. Schwedische Oercbro Pfandbriefe, Schwedische 4prbz. Gothenburger Gütrr-anotheken:VereiW-Pfandbriefe. Scl)1v e- d i s ch e Bergwerks-Bsfißcr:anotbeken-Anleihe. V e n e d i g er Prämien=Anlcihc (19 1869.

Die Allgemeine Verloosungs - Tabelle erscheint wöchentlich einmal und ist zum Abonnementspreisvon 15 Sgr. vierteljährlich durch alle Postanstalten zu beziehen, in Berlin auch bei der Expedition Wilhelmstraße 32. Preis pro einzelne Nummer 21 Sgr.

Yiehtamtliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 17. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen gestern den Kaiserlich russischen General und Militär=VevoUmächtigton von Reutern, den König- lich italienischen Major Morenni, der in gieichcr Eigenschaft bis- her in Berlin verweilte, Und die auf der Durchreise nack) Ruß- land bier anwesenden englischen Herren.

Heute empfingen Se. Majestät die Deputation des Kaiser- lich österreichischen Dragoner-R-gimcntéz (Prinz Carl von Piru- ßcn) Nr, 8, mit dem Hohen Chef an drr Spiße.

Die täglichen Spaziersabrten haben So. Majestät der „Kaiser und König regelmäßig fortgeseßt,

_ Beide Kaiserliche Majestäten empfingen heute den Besuch Sr. Hoheit des Herzogs von Sachsen-Coburg-Goiha.

_ Se, Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz begab Sick] geftrrn Vormittag um 10 Uhr nach der Kaprlle des Domkandidaten-Stifrs und cmpfing um 5 Uhr Nachmittags den Hof: und Domprcdiger, Ober:Konfistoria[ : Rath 01“. Kögel.. Um 6 Uhr nahmen die Hörbstcn Herrschaften das Diner bei Ihren Majestäton. Um 12 Uhr Narbxs empfing Se. Kaiserliche und wagliche Hoheit der Kronprinz, den Herzog von Sachsen=Coburg=Gotha auf dem Llnhaltcr Bahnhof.

_ Des Kaisers und Königs Majestät haben die der deutschchvangelischen St.Georgs:G61neii1de zn London bisher gewälyme Unternüßung von 25 Lit). Sterl. auf fernkre fiinf Jahre zu bcwibigen gcrnht.

* _ Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl von Preußen feiert heute Sein 25jähriges Jubiläum als Oberst-Inhnbsr des Kaiserl. Königl. Oesterreichi- schen Dragoner-Regimcntes (Earl, Prinz von Preußen) Nr, 8. Die am Freitag, dcn16.Innuar, a11fBefohlSr.Mnjestät des Kaisers von Oesterreich hier eingetroffene Deputation wurde heute Morgen von Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Carl empfangen, um die Glückwünsche des Regimentcs aus Anlaß Seiner 25jäbrigen Inhaberscbast desselben entgegen zu nehmen.

Die Deputation brstand aus dem Obersten Prinz Leopold CWT), dem Oberst-Lientcnant Obauer, dem Rittmeister Jricpas und den Ober:Lieutennnis Moraveß und Baron Stcnglin. Se. Königliche Hoheit, umgeben von Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Carl, den Hofstnnien in großer Gala, den per- sönlichen Adjutanten, empfing m der Uniform des Regiments die Deputation, nahm die Glückwünsche Sr. Majestät des Kaisers (Franz Josef entgegen und Überreichte im Auftrage Sr. Majestät des Kaisers Und Königs den genannten Herren die Insignien preußischer Orden. Zugegen _bei der Gratulation waren auch noch der einzige preußische Militär, welcher, außer Gr.Majestät dem Käiser und den Königlichen Prinzen, Chef eines österreichischen Regimentcs ift, General : Jeldmarscbaii Graf von Wrangel, Und drr Kaiserlich Königlich österreichische Militär-Bevoll- mächtigte nm birfigen Hofe Graf von Welserssnimb. Nach der Gratu- lationH-Cur begab Sich Se. Königliche Hoheit der Prinz Carl zu Sr. Majestät drm Kaiser und König, um Sick) mit der De- puta:ion bei AUeri)öchstdcnielben zu Melden. Zugleich statteten die österreichischen Offiziere Sr. Majestät dem Kaiser und König ihren ehrfurcbwoliften Dank für die empfangenen Ordenszrichen ab. Vom Königlichen Palais fuhr Se. Königliche Hoheit der OherftInhaber mit dcn bsierreichischcn Offizieren zu Sr.Kaiser- lichen und Königlichen Hohcit_ drm Kronprinzen und von da zu sämmtlichen Prinzen dcs Kbnrglickwn Hauses.

Nachmittags fand zu “Ehren der Deputation im Palais Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Earl ein Diner statt.

_ Auf der gestern im Belauf," Wüstemark der Ober- förßerei Königs-Wusterbausen abgehaltenen Hofjagdamts- Jagd, an welcher im Ganzen 18 H(rren, u. A. der „Kaiserlich ößerreickzische Botschafter Graf Karosyi und der Minister des

Königlichen Hauses Freiherr von Schleinis, sowie die Gesandten von Bayern und den Niederlanden, Graf Bergler von Pcrglas uud Baron Rochuffen, Theil nahmen, wurden in 3 Jeld- und 4 Waldtreiben 212 Hasen erlegt.

_ Der Ausschuß dcs Bundesratbs für Zoll- und Steuerwesen, sowie die vereinigten Ausschüsse für das Land- herr und die Festungen, für Iußizwescn und fiir Rechnungs- wr'sen und die vereinigten Ausschüsse für das Landhecr und die Festungen, für das Seewcscn und für Rechnungswesen hielten heute Sißnngen.

_ Bis zum 28. Dezember d. 3. waren in den Münz- stätten des Deutschen Reichs in Zwanzigmarkstücken 818,879,420 Mark und in Zehnmarkstücken 196,957,600 Mark aUSJeprägt worden.

Die Gesammt-Ausprägung in Reichs-Goldmünzen stellt sick) daher bis zum 3. Januar 1874 auf 1,016,373,730 Mark, wovon 818,931,260 Mark in Zwanzigmnrkstücken und 197,442,470 Mark in Zebnmarkftücken bestehen. In der Woche vom 28. Dezember 1873 bis 3. Januar 1874 find ferner gb- prägt in Zwanzigmarkstücken: in Darmstadt 51,8 0 Mark: in Zehnmarkstücken: in Frankfurt a. M. 143,500 Mark, in Stutt- gart 341,370 MarkJ

An Reichs-Silbermünzen und zwar in 1Markstücken waren bis zum 28. Dezember d. 3. ],167,733 Mark und in Zwanzig- pfennigstücken 1,182,562 Mrk ausgeprägt worden. In der Woche vom 28. Dezember 1873 bis 3. Januar 1874 find ferner ga- prägt in1 Markstücken: in Berlin 96,850 Mark; in Hannover 94,540 Mark; in Frankfurt 18,001; in München 165,723 Mark; in Stuttgart 36,026 Mark; in Zwanzigpfennigstücken: in Berlin 44,529 Mark 80 Pfennige, in Hannover 45,286 Mark, in Frankfurt a. M. 769 Mark 20 Pfennige, in München 34,630 Mark 60 Pfennige, in Stuttgart 25,877 Mark 20 Pfennige, in KnrlSrube 27,000 Mark, mithin stellt fick) die Gesammt-Aus- prägung in Reichs : Silbermünzrn auf 2.939.527 Mark 80 Pfennige und zwar in 1 Mnrkftiicken 1.578,873 Mark und in Zwanzigpfennigftückcn 1,360,654 Mark 80 Pfennige.

An Reick)s:Nickelmünzen und zwar in Zebn-Pfennigftücken waren bis zum 28. Dezember U. I. 307.838 Mark 10 Pf. ausgeprägt worden. In der Woche vom 28. Deiember 1873 bis zum 3. Januar 1874 sind ferner in solchen Stücken geprägt: in Ber- lin 19,432 Mark 90“ Pfennige, in Hannover 1,237 Mark 30 Pf., in Frankfurt a. M. 2271 Mark 60 Pfennige, in München 7674 Mark 60 Pf., in Stuttgart 9401 Mark 20 Pf., in Karls- ruhe 10,575 Mark 70 Pf. und in Darmstadt 4375 Mark, mit- bin Gesammt-Nucöprägung i_n Reichs-Nickelmünzen 362,836 Mark 40 Pf.

An Reichs-Knpfermünzen waren bis zum 28. Dezember 1). I. und zwar in 2 Pfennigstücken 26,257 Mark 90 Pf. und in 1 'Pfennigstücken 2794 Mark 30 Pf. ausgeprägt worden. In ch Woche vom 28. Dezember 1873 bis 3. Januar 1874 sind von 2 Pibnnigstücken ferner geprägt: in Berlin 1689 Mark 80 Pf., in Frankfurt a. M. 970 Mark 88 Pfennige, in Stuttgart 448 Mark 30 Pfennige und in Karlsruhe 281 Mark 58 Pfen- nige, mithin eine Gesammt-AuSprägung in Reick)s:Kupfermiin- zen von 32,442 Mark 76.Pf.

_ Nach der Erwiderung ßes Staatstinisters 1)r. Falk auf die InterprUation des“ **leg. (Biesenbach in der gestrigen Sißung irat das Haus dÉr Abgeordneten auf Antrag des Abg. v. Mannckrbdt in, eine Besprechung der Interpellation ein. Abg. v. Mailmckrodt führte aus, daß die Wahlen in den Rhein- landen 11111.“ durch die Schuld der Regierung ultramonian nus- gefaUen wären. Wenn übrigens gesagt würds, die Katholiken sind unsere lieben Brüder, die Ultramontanen nur sind unsere Feinde, so meinte Redner, Katholizismus und Ultramontanis: mus decken fich. Was den Patriotismus der Rheinlande be- träfe, ib hätten fie mit der größten Hingebnng gcgen Frankrcirk) gckämpft, meii sie nicht französisch werden wolitcn. Der Mi- nister=Präficht hätte auch einmal ausgesprochen, rr wäre weniger deutsch nls preußisch, und ihm würde es gar nicht schwer werden, einen Theil des linken Rheinufers an Frankreich abzutretcn: die Rheinpfalz und die Theile der Regierungsbezirke Coblenz und Trier, die auf dem rechten Moselufer liegen.

Der Abg. Klöppe1 wies zunächst die Indentifizirung der Ultramontanen mit den Katholiken, besonders der Rheinlande, als unberechtigt zurück, und bebaupietc, daß die Verfügung nur so aufgefaßt wiirde, daß sie eine Brfrciung der Lehrer von ihren geistlichen Vorgeseßten anbahnen sollte.

Hierauf wandte sic!) das Haus wieder der Beratbung des Gesetzentwurfs, betreffend die Beurkundung „des Personenstandcs 217. zu. §. 6 lautrtc nach den Vorschlagen der freien Kommission:

Die Rafficbt über die Amtéfübrung ker Standesbeamten wird von dcm Einzslricbtsr (Amtsrichirr, Grrick1Z-Kon1missnrius) aus;",rübt, in Drssrn Bczirk die'sclben iliren Amtssitz haben. Im G:“liUiUsbrrr'icl)? dcr Verordnung vom 2. Januar 1849 irerkrn zu dicsem Zwecke bei drn Kcllcgialgericbten erstrr Instanz ein oder mrbrrre Einzrlrichtec ernannt,

Die Beschwerde über Verfügnmicn drs Siandcöbcamien grbt an den die Aufsicht führenden Cinzcliichter. Derxclbe ist bei Mänqcln oder Vcr-ögsrungcn des Gcsibäitsbrtriebs zur Verhängung von War- nungrn, Vrrwciiungrn nnd Ordnungsstrafen bis zu 50 Mark ["en-g.“. Auf Bcicbwcrdrn Über Vcrfügungen des Cian-ichiers erfolgt Die Eniscbeidung und zwar cndgültig im Bezirk „des Appellatibnsgkricbis zn Ccile durch das Obergericht, in dcn übrigen Landestheilen durch das Appellationsgerichi.

Dagegen beantragte Abg. Gols Alinea 2 folgendermaßen zu fassen:

„Dis Beschwerde über Verfügungen des Standesbsamien gebt an den die Aufsicht führendrn Richter. Anf Bcicbtverkcn über Verfü- gangen kes lkßterrn ('i-folgt die Eniicbc'irung und zwar endgtliig im Bezirke des Achllat onsgerichis zu Calle durch das Obergericht, in dcn übrigrn Landestbcilcn Durch das Appellatirnégcricht"

und sodann folgen zu [affen einen neuen §. 6a.

,chrn vorscbriftbwidriger odrr- nachlässiger Gcsrbäfißführung können argen dkn Standesbeamten Ordnungsstrascn bis z_ur Höh? von 50 Mark festge'ie'izt werden. Die Fcysciznng erfolgt ans Antrag dks zustönoiacn Aufsichtsbeamtrn im (Heitungsbcrcicbe dcr Kretöbxd-ung vom 13. Dezc'mbcr 1872 durch Bcicblußdcs Kreißnusschssss- 1" dt'n Uk'kiglju Tbcilen der Monarchie kurch Bes-muf; dcr BczirkSrcgicrung(L.)nddrostei) nach Anbörung dcs Llngescbyldigten. Gegen die Cnncbctdung des

Kreisauswhusscs beziehungsiveiie dcr Rc'gieruna (Landbrostci) stebt sowohl “'

dem Auffiéotsbeamtrn wie dem betheiiigten Standebbeamtrn das Recht der Berufung zu, Ueber die Berufung entscheidet das Verwaltungs- gericbt bezicbungsweise bis zur Einrichtung eines solchen der Ober- Präsident und zwar eudgiitig“

Nachdem der Iusliz-Minifler Vr. Leonhardt und der Abg. Kallenbach dies Amendement als eine Erschwcrung des Geschäfts- ganges bez'eichnet hatten, trat Abg. Dr. Friedenthal im Interesse der Selbstveriveütung dafür ein.

Vor der Abstimmung verlangte der Präfident des Staats- Ministeriums Reichskanzler Fürst von Biswarck das Wort, um auf die vorher Seitens des Abg. von Mallinckrodt gegen ihn ausgesprochene Beschuldigung zu antworten. (S. unter Land- tagsangclegenheiten )

Nachdem dieser Zwischenfali erledigt war, nahm das Haus nnter Ablehnung des Antrags v. d. Golß den Vorschlag der freien Kommission an und genehmigte dann die §§. 7-21 unter Annahme nur unwesentlicher Aendsrungen. Schluß 41 Uhr.

_ Drr General-Feldmarsckmll Herwarth von Bitten- feld ist hier eingetroffen und in British Hotel abgestiegen.

_ Der General der Kavallerie und kommandirende General des 11. Armee-Corps ann von Weyhern, welcher zu Be- gleitung Sr. Kaiserlichen und „Königlichen Hoheit des ,Kron- prinzen auf“ der Reise nach St. Petersburg kommandirt worden, ist zu diesem Behuf von Stettin hier angekomtnen und im British Hotel abgestiegen.

_ Der bisherige Militär=Vrvollmächtigte bei der hiesigen Königlich italienischen Gesandtschaft, Major im Generalstabs, Chevalier de Mocenni, für welchen bereits der Major im Generalstabs Graf Taverna hier eingetroffen, ist nach Italibn zurückgekehrt. *“

_ Die Deputation des Kaiser Franz-Garde- Grenadier-Regiments Nr. 2 und zwar der Commandeur desselben, Oberst Bogan v. Wangenheim, der Major v. Siefart, Hauptmann v. Derschen: und der Premier-Lieutcnnnt Frciberr v. Nordenflycht, welche sick) zur Bealückwünschung Sr. Majestäi des Kaisers von Oesterreich zum 25jäh- rigen Jubiläum als Chef des obengenannten Regiments nach Wien begeben hatte, ist von dl)1“t hierher zurückge ehrt.

Bayern. München, 14. Januar, Der Instiz-Minister 111". von Fäustle wird fick) dem „Korr. v. u. f. I).“ zufolge mit dem Obsr:Appellationsgerick)t-Z:Rathe Dr. G. von Schmitt léndl? dieses Monats zu den Bundesrathsfißungen nach Berlin ego en.

_ 15. Januar. In der heutigen SiHung der Kammer der Abgeordneten wnrde den Beschlüssen der Kammer drr Reichsrätbe bezüglich des Gesebrntwurfs über die Zuständigkeit der Gerichte in einigen Punkten zugestimmt, da das Zustande- kommen des Geseßes wegen der Wichtigkeit der Entlastung der Schwurgerickne unter allen Umständen gewünscht werden müsse, nur bezüglich der Kompetenzerweitcrung der Einzelrichter besteht nock] eine Differenz. Bei Fortseßnng der Diskusfion über den Iustiz-Eiat wurdcn sämmtliche Postulate nach den Ausschuß- anträgen angenommrn. Morgen wird die Diskussion über den Iystiz=Eiat beendet.

_ Die Vertagung des Landtags wegen der sanitären Verhältnisse der Stadt München war, wie die „Allg. Ztg.“ mit- tbeilt, bereits Gegenstand der Besprechung zwischen den Abge- ordneten und den Staats-Ministcrn. Die Leßteren haben fich dahin geäußert, daß fie, wenn die Abgeordneten eine Vertagung wünschen, nicht hinderlich sein und dem König den Wunsch Unterbreiten wollen; die dringlichsten Arbeiten (prov. Steuer- grseß, Eisenbahntariferhöhung. Beamtengehaltsaufbefferung 2c.) müßten jedoch unter allen Umständen erledigt werden. Heute Abend treten Mitglieder der beiden großen Fraktionen der Ab- geordneten zusammen, um über diese Angelegenheit Berathung zu halten. _

Sachsen. Dresden, 16. * Januar. (Dr. I) Die Erste Kamm er trat in ihrer heutigen Sißung obne Debatte einstimmig den von der Zweiten Kammer auf das Königliche Dekrrt, die Verabschiedung der Civilliste betreffend, gefaßtenBe- schlüssen bei. Dasselbe geschah bezüglich des Dekrets, den Neu- bau des Königlicheii Hoftheatcrs betreffend, nach einer kurzen Debatte, in derrn Verlaufe, durck) Bemerkungen des Grafen Rex veranlaßt, Staats-Minister Freiherr von Friesen die Ursachen darlegte, aus welcben der Neubau des Theatergebäud ?- minder rasch vor fick) gegangsn, als dies vielfach erwartet worden sei.

_ Aus der gestrigen Siiznng der Zweiten Kammer ist nachzufragen, daß der im 10.1“tädlisckzen Wahlkreise an Stelle des ausgetretenen Abg. Krüger zum Abgeordnsten gewählte Prof. Dr. Wigard in die Knnmibr eintrat.

Heute beschäftigte fick) die Kammer mit Petitionen, über welche die 4. Deputation Bericht erstattete. Die Petition des hiesigen Hansbcfiyervcreins um Abwendung dsr Ausführung des Projekts eines Dammbanes Seitens der Berlin-Dresdner Eisen- babngeseilschaft durch die Friedrichstadt und Wilsdruffer Vor- stadt Dresdens wnrde auf Antrag des Abg. Walter nach kurzer„ Debatte der Regierung znr Erwägung Überwiescn. Die Be- sckyvrrde R. Völkers hier wegen der vom Finanz-Ministerium gutgeheißenen Verwendung des Kontraktstempels zu einem in Dresden iiber ein ausländisches Kaufswbjekt abgeschlossenen Kon- trakt rief eine längsre Erörterung hervor; die Kammer beschloß nach dem Anfrage der Deputation, die Beschwerde auf fich be- ruhen zn (affen.

Württemberg. Stuttgart,14.Ianuar. In d€r_hcu- tigen Sißung der Zweiten Kammer ward eine Nachexigenz von 975 F1. für 1873 74 und 4850 F1. für 1874/75 verwilligt, welche zur Bcgriindung eines Seminars zur Heranbildung von Lehrerinnen für den höheren Madchenunterricht bestimmt ist. Die Kammer selbst hat die Sache bei der Berathung des Kultetats in §«)[nregung gebracht, Und die Regierung ist ihr entgegen- gekommen. Sie beabsichtigt nach der Vorlage, die nene Anstalt mit dem Katharinenstift in Verbindung zu bringen und an dasselbe anzuschließen. Das Seminar soll zwei Sabrescourse mit jährlicher Aufnabme umfassen und wo möglich schon bis Ostern 1874 eröffnet werden. Sodann wurden in Folge des neuesten Gescßentwurfs Über die Erhöhung der Gehalte der Lehrer an Volksschulen zu weiteren Alterszulagen, d, k). 311 Er- höhung derbiSherigcn bereits Verwilligtcn 168.000 Fl. jahrlich weitere 28,000 Fl., zu Staatsbeiträgen für die Schullehrers- gehalte an ärmere Gemeinden außer bereits verwilligtcn jcihr- lichen 206,000 Fl. writere 38,000 Fl., im Ganzen weitere 66,000 Fl. jährlich verlangt und vermilligt. Die Mitthcikung des Iustiz=Ministers v. Mittnacht am Schlusse der lthcn Sißung in Betreff des Zusammentritts des Reichstags ist dahin zu prä- zifiren, daß der Minister sagte: er habe Grund zu der An- nahme, daß die Nachrichten öffentlicher Blätter, der Reichstag werde erst in der zwciten Hälfte des Februar zusammentreten, ungenau seien, und er halte einen früheren Zusammentritt für wahrscheinlich, in welchem Fall die Kammer vieÜeicht nur noch drei Wochen Zeit für sich habe.

Baden. KarlSruhe, 15. Januar. Wie die „Karlör. Ztg.“ meldet, isi der Wahlausschuß der national-liberalen Partei des 10. Reichstagswahlkreises Badens heute von dem Prinzen Wilhelm empfangen. Auf die vorgetragene Bitte um An- nahme der Wahl erklärte Se. Großherzogliche Hoheit fick) hierzu bereit und gab nachfolgendes Handschreiben zur Veröffentlichung an die Wähler:

An meine bekehrten Wähler des 10. badischen Wahlkreises für den Öeuifcbcn Reichstag! Auf die mir [)x-ute amtlich zugegangcne Mittheilung, das; es einer grossen Mehrzabi der Wähler des 10. kadi- siben Wahlkreises für den Drufschen Reichstag gefallen hai, ihre Stimmen, trotz der von mir angesprochenen Anlehnung eincr Wieder- Wabl, abermals auf mich zu vereinigen, erkläre ich mich hierdurch gerne bereit, das mir in so vertrauensvvllrr Weise angetragen? Man- dat anzunehmen. Das BrWrtfztsein, mich in chanken und Ziel der dem zweiten Deutschen Rcicbsmge oblirgcnken Aufgaben mit meinrn verehrten Wählern einig zn wisssn, giebt mir die Kraft, das vxr- antwortunachoile Amt, mit Welchem Sie mich wiedkrum bekleiden, mit friichrm Mathe auf mich zu nehmen.

Karlsruhe, den 13. Januar 1874.

Wilhelm, Prinz yon Baden.“

Dns genannte Blatt fügt noch hinzu, daß cine längere Besprechnng über die wichtigftcn politischen Zeitfragen stattfand, in'der eme vonommcne Uebereinstimmang dcr Anfick)ten drr Mitglieder des Wahlausschusses mit jenen drs Reichstags-Ab- geordneten sick) kundgab.

_ Den Ständen ist ein Geseßsniwurs iibcr Diäten und Rbtseioften der Landtngs-Abgeordneten zugegan- gen. Die Diäten soUen dnrnack) auf 12 Mark : 7 fl. erhöht werden, und zwar gleichmäßig fiir die Mitglieder der beiden Kammern. AUSgesrhloffen ,vbm Bezug von Diäten find die Prinzen und die Hänpter der standeshcrrlichen Familien, sowie die Abgeordneten, welche am Orte der Ständcversammlung ihren Wohnfiß haben. _ Unter den in den zwei lebten Jahren gewährten Krediten ist ein solcher von 290,000 fl. für Ankauf und Einrichtung eines Gebäudes für die Gesandtschaft in Berlin. Es moUte übrigens damitnicht allein eine Wok)- nung für den badischen Gesandten bcim Reick) erworben, sondern es soÜte damit zugleich den Bedürfniffen der badischrn Mitglie- der des Vnndeerxth-Z Rechnung getragen wcrden, für welche eine feste Wohnung unabweislich nothwendig geworden ist) Nucl) soll das Haus ein Sammelpunkt für die badischen Mitglieder des Reichstages werden, und man will fÜr diese Zusammenkünfte eigens einen Raum herrichten. Die Lage des Gebäudes in der Nähe des Reickwtagsgcbäudes und der Ministerien war beim An- kauf maßgebend.

Hessen. Darmftndt, 15. Januar. Das heute erschie: nene_Großk,erzog1zche Regierungsblatt Nr. 1 enthält ein Aber- böch1t€s Edikt, die Mitglieder des Staatsratbs für das Jahr 1874 bctrcffend. Dasselbe hat folgenden Wortlaut:

. .Lung 111. von Gottks Gnadsu Großherzog von Hessrn und bei Rhein A. ?C-_ Nackydrin Wir brscblossrn haben, daß an Unsi-re'm StaaMatbe auße'r dm 111 drm Er-ikte vom 28. Mai 1821 in Nr- tikel 10 unter Nr. 1 [1164916 blribknd bezcirbnctrn M*tglicdkrn folgende Personen als außcrordenilichc Mitglicdrr für daz Oxbr 1874 berufen seln sollrnnnd zwar:_ 1) der erste Prästdrnt drs Obrr-Konfistbrimns, Krrßlcr, 2) der Prasident dcs Obcr - Apvcklatibns- und K*.ffations- gerichis ])r. Müüer, 3) drr Präsident des .Hofgrricbts drr Provinz Starkenburg n) Pension 01". Krug, 4) der Direktor dcr ObWStndicn- direktion Grbctmrrath bon Wiliicl), 5) drr Gebeimeraib Fischer, 6) der Direktor des Ober-Apequtions- und Cassationsaerichts antgraf, 7) der Obcr-Appeüqtions- und Kassntionsgrrickots-Ratl) Dr. H ;Üwach, 8) der Ministrrmi-Rgtl) a. D. Freiherr von Yreusrl'en, so ist sich hiernach gebubtqnd ZU achten- Urkundlich Umrrrr eigenbäudigcn Unterschrift und beigrdrucktkn Großbkrzkglichcn Siegels.

Darmstadt, den_30. Dezember 1873.

Ludwxg. Hofmann,

_ Das v_on dem Ministerium des Innern aus Anlaß der von dem Großherzog erfolgten Anerkennung des Bischofs Reinkens an die Großherzoglichen: Kreisämter erlassene Aus- schreiben-lautet nach dem „Fr, I.“:

Wir benachrichtigc'n Sie hiermit, das; SL. Königliche Hobsit der Großherzog nnitclst Nüerixöcbstkr Entschließung vom 15. d. M. dcn Bischof Dr. Joscvb Hnbrri Rcinkcns als katholiscben Bisnyof anmer- kennen Kcruhi haben. An diesc Vlnrrkcnzmng knüpfen sich dir nachst?- hendcn Folgen: 1) das Recht des Biniwfs, im Gsbicte dvs Gros;- berzogtbums bezüglich der Yltkatbbiiken nÜe kircbicbrn Akte vor- nehmen und alle jene Rrchke Üben zu dürfen, welcbe narf) drm katho- lischc'n Kirchcnrccbr, wie es bis zu den vatikaniscbcn Beschlüssen galt nnd_sb Weit es vom Staat anerkannt war, bischöflicbe Aire smd, 11.111) Maßgabe der am 12. September 1873 zu Konstanz ang-nommcncn Synodal-_ und Gemeindeordnung und innerhalb der Grcnzen der StaatMc-che; 2) der boch Schuß, der im Reicbs-Strafgescizbucb T5. 166- 168 W,? ancrknnntcn Kirchen gcwäbrt wird; 3) Die Berechtigung, des Bi1chofs, mit Genehmigung der chicrung nltkatbb- iijchr Pxnrrcicn ZU errichten, die Nnc'thnnung Der nacb I)iaszgabc der im Großbcrzogtbum bcstebcndrn Vorschrifnn anzustclicndm Pfarrer und jrmit deren R M für dic Angehörigen ibrrr (Hcmrindsn auch die ktrrllichen Standesbücbc'r zu fribrcn; 4)Nicht€rl)€bnng dcs Kompctrnz- konflikis, fails dic ?litkaibolikrn, wie fic sicb bbrbrlmltcn, wrgcn Mit- gebrauch drr 'kaiboiijcbrn Pfarrkirchen und des kathrlischrn Kirchen- vermögens gcricbtlicbe legc crbcben; 5) die Entbindung allrr- Vllt- katbolikcn von der Verpflichtung zn den Kircbkmimlagcn der die vati- kanischrn Bcfcbliistc ansxkéuncndkn Katholiken bcizutragcn. Jndcm wir aneu bicrvon Kenniniiz geben, beauftragan wir Sie, mit Rückfiibt auf Pos. 5 zu veranlqsirn, daß birjrnigcn Pcrfrnkn, wrlcbc sicb bki ancn oder den GWßl). Bürgkrmristkreien als A tkatholikrn erklärt haben, bezw. erk!ärcn_ Werden, aus dkn Listrn dcr litylagepflichtigen für römischoiatholiichr Kirchenzwcckk gestrichen werdrn.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 16. Januar. Gestern Vor- mittags um 11 Uhr fand in dcr Hofburg-Kapelle die feierliche Uebergnbe des Barets an den Kardinal-Erzbischof von Salz- burg, Tarnoczi], durch den Kais er statt. Die Cercmonie er- folgte in derselben Weise wie wenige Tage zuvor in Pestk).

Brünn, 15. Januar. In der Abendfilzung des Land- tages brachte Schrom den Dringlichkeitsantrag ein: drr Land- tag wolle erklären, daß durch die Geseße vom 2. Apri1 1873 die öffentlichen RechtSzustände des Reiches und dcr einzelnen König: reiche und Länder in nock) bedenklicherer Weise erschüttrrt wur- den, als dies vorher der Fall gewesen. Der Landtag verwabre ßck) gegen alle Beschlüsse des Roichratbes, welche die Selbstän- digkeit Mährens und seine staatsrechtliche SteUung priijudiciren könnten. Die Dringlichkeit wurde abgelehnt und der Antrag der geschäftSordnungsmäßigen Behandlung zugewiesen.

Prag, 16. Januar. (W. T. B.) Bei den heute in den böhmischen Städten stattgehabten Ergänzungs wahlen zum ReichSrathe find nur altezechische Abgeordnete gewählt worden. Die Verfaffungstreuen find bedeutend in der Minorität geblieben.

Agram, 15. Januar. .Der Landtag hat fich heut auf unbestimmte Zeit vertagt.

SchWeiz. 1-Bern, 16. Januar. (M. T. V.) Der Bun- deSra_th beschloß heute, den Protek der schweizerischen

Bischöfe gegen die Aufhebung der päpstlichen Nunciatur acta zu legen.

Frankreich. Paris, 14. Januar. Der Begnadi- gungs-Uusschuß in Versailles hat einen Bericht über die Arbeiten der Kriegsgericbte in Sachen der Kommune erhalten, wonach dieselben 49,066 Entsch2idu11gen gegeben haben, darunter 24,000 Abweisnngcn, 2360 Jreisprcchungen und 13,000 Verurtheiiungen. Es bleiben noch 750 Akten für Per- sonen, die verschwunden find, 1100 Prozesse smd anf 02111 Wege drr Untersuchung. In drei Monaten kwfft man mit Nllcm fertig zu sein. Der Begnadigungs=Ausschuß hat 6000 Gutachten rrthcilt, wovon 2000 günstig, 4000 auf Verwerfung der Vorlage lauteten.

_ 15. Januar. Die Budget-Kommission berietl) gestern den Antrag Feray, die Parzellen, welche bis cht auf den Listen drr Gemeinden als unproduktiv oder unbebaut sign: riren und seitdem einer Kultur unterwmfen wurden, aquscbäHen und zu besteuern. Dagegen soUen diejenigen Parzellen, die seit der Verfertigung des Katasters unproduktiv oder nicht bebaut wurden, entlastet werden. Zu diesem Vchufe soll eine neue Klasfifizirung vorgenommen werden. Die Kommission schloß sich einstimmig dem Amendcmcnt an.

_ Nach einer Korrespondenz der „Basj. Nachr.“ hat die in Paris versammelte Münzkonferenz am 8. Januar ihre Sitzung im Ministerium des Nu-Itvärtigen begonnen. Die erste Verhandlung beschränkte sich vollständig auf Präliminarien; in der zweiten wurden bereits praktische Frngen zur Hand genom- men; die Vorschläge des schweizerischen Abgeordneten, Hrn. Na- tionalratl) Feer-Hcrzog, “sind jedoch noch nicht zur Besprechung gelangt. Dagegen wurde Artikel 1 des Vertrages vom Iabre 1865 etwas einläßlick) erörtert. Diesem Artikel zufolge haben die vier Konventionsstaaten Frankreick), Italien, Belgien und die_ Sebwciz fick) gegenseitig verpflichtet, einander ihre Akten Über die Prägung der Gold: und Silbermünzen mitzuthoilcn. Die Nachachtung dieser Bestimmung wnrde neuerdings anempfohlen. Nack) dem genannten Vertrage ist eben- falls fesjgcscizt wordrn, daß ein Staat nicht mehr kleinere Silber- münzen prägen dürfe, als für den Werth von Frcs. 6 per Kopf der Bcvölkrrung einrs Konventionsftaates. Es wurde nun der Antrag gcftkiit, das gleiche Princip auf das Prägen bon Fünf- franken-Stiicken anzuwenden. Durch dieses System will man dazu gelangen, einen richtigen und gerrcbten AUSgieick) zwischen den Freunden der vollständiger: Abschaffnng dcs Silberfußcs und -den Freunden fÜr die Beibehaltung dkr Fünffrankenstiicke- Prägung erzielen. Die Kommiffäre habrn Über diesrn Gegen- stand an ihre betreffenden Regierungen bcrichtetz in Folge dieser Unterbrechung wird die nächste Sitzung erst am Sonnabend stattfinden.

_ 16.Ianuar. (W. T. B.) Die Partei der Rechten hat dem Vernehmen nach ihre seitherige Absicht, dicInterpeilation dn Temple's iiber Iiaiien durch Stellung der Vorfrage zu be- seitigen, anfgegebcn, Das Ministerium scheint den Wunsch zu bogen, daß ihm durch die gedachte Interpellation Gelegenheit geboten werdc,-Erklärungen abzugcben, durch welche den perio- disck) wiederkehrenden Gerüchten von besonderen, dem Königreich Italien gegeniiber beziehenden Schwierigkeiten ein für al1e Mal ein Ziel grseßi Werden kann.

_ Die „Agence Havas“ glaubt die Nachricht, daß der ichmeizcrische Gesandte [)1'. Kern betreffs Mermillods bei der Regierung in Versailles vorstellig geworden sei, als unbegründet bezeichnen zn können. , &

Versailles, 16. Januar.- (W.T.B.) Die National- versammlung seßtc die Brrathung des Maires-Gcfeßos fort. „Mehrere eingebrachte Amendements wurden mit wachsender Stimmenmehrheit abgslehnt. Der erste Ar1ifkl des Gesetzes wurde heute genehmigt. Die Berathung des Gcseizentmurfs wird morgen fortgesexzt.

Spanien. Madrid, 16. Januar. (W. T. B.) Dem Admiral Chicarro ist gestern die Mittheilung der französi- schen Brbbrdrn zugegangen, daß die Kriegsfrcgatte Nu ma ncia ibm morgrn ausgelicfert wcrden wiirde. Die spanische Regierung hat den franzbfisclzen Behörden wrgen deren Entgagenkommrns ihrs Bcfricdignng ansdrücken und der Rrgicrimg in Versailles ihren besonderen Tank abstattcn lassen.

_ Ein Trlegrnmm ans Oran, vom 16.Innnnr, Abends mrldet: Die franzbiisckx Panzerfre'gatte „Savoic“ hat in dem“ Hafen von MerZ=cl=chir Station genommen; das Transpoit- schiff „Ardérbe“, mrlckxs Morgens abgescgelt war, um die Flücht- linge narf] dem Fort Arien), nicht wie früher gemeldet nack) Algier, iibexznfiihren, ist in den Hafen von Mers:cl:chir zuriick- gekehrt. An Bord desselben befanden fick) Contreras und scinGc-

' nernlstabS-Cbef Ferrer), welche in dem neuen Schlosse von Oran, der

Residenz des Divifioiis:Generals, intrrnirt werden sollen. Der Admiral der Nufstiindiscknn, Constantini, und der Sohn von Galvcz sind in das Militärhospital von Tran gebracht wordrn; dcr lebterc ist ernstlich verwundet. Galbez wird im Fort St. Gregoire bci Oran in Verwabrsam gehalten. Die „Numancin“ soll morgon dem spanischen Admiral“ Chicarro iibergebsn wer- den, falls nicht Contrebrdrc eintrifft. Die Galeerensträflinge werden an Spanien ausgeliefert werden.

Türkei. Konstantinopel, 7. Januar. Das Rund- schreiben, wodurch Raschid Pascha die Handelsverträgs gikündigi hat, uns welchem nntrr Anderem erhellr, daß die bis- herigen Verträge bis zu dem in denselben bestimmten Zeitpunkt in Kraft bleiben, lautst, nach der „Allg. Ztg.“, wie folg't:

.Die fc-üfcbreitendr Emm ckclimg des Handels und der Industrie vrrmsacbt in ji'bem Lande wirthsrbaftlicl)? U-nnrstalinngcn, Welche mit drr Zcit Arndcrnngc'n in feincn Hnndclsbrzicbungcn zu dcn nndrrcn Staaten nothwcndig machen. Dies ist drr (Hrund, wrsbalb die' Han- de'lsvrrträgc', welcbe Heute die' Hohe Pforte mit den bkfrc'undeten Mäch- irn brrbinden, nicht Mehr dcn heutigcn Bcdü_rfnissen enispreÖ-sn. Die Erfahrung hai_zudcm gezeigt, das; Die Umxlände, untcr denon disse Verträge nbgeicbiossen Worden waren, nicht mibr bic'rlbcn find. Uebrigkns wabri drr am . zwischen den *e den Staaten unirrzricbnrie Handelsw-rirag dcn bobrn vsrtrnqcndrn Thrilkn die Erlaubnis; ihn zu revidiren odcr ibn aufzube'brn, sei es n1ch dtm 14., sei es nach dem 21. Jabre, imm“ drr Bodmgung, ihn ein Jahr zuvor zu kündigen. Von diksék Erlaubnis; (chranck) macbrnd, hat die bobs Pforte beschlossen die chicrung Sr. Majcstät einxuwdcn, mit ibr fich kinigt'n zu wollen, um durch cena ne'ue Prüfling zu einer Urbcreinstimmung zu gelangen, wclöbi', indem sie den Virtrag mit den seit dem Tage wines '.)lbscbluss-s in 1911 verichxedenen Zlvrigrn des Hardls und dcr Industrie erreichten Fortschritten in Einkjang bring“, die H.:ndclöbcziebungen der beiden Länder untcr gencnsmtig be- krirdigknren B-dingung-n aufrecht erhalten würde. Obwohl der für die Kündigung angegebene Zeitpunkt noch nicht gekommen ist, hielt es die Kaismliche R-girrung doch für angetnrssen schon jrßt V0!ZU9*[1€11, um den .Hobrn vertrag-ndm Tba'iwn Zeit zu lassen fich unter einander zu verstandtg**n, die lendcrungcn festn-ixtz-n, Welche in dkn *Licrirag eingeführt wchrn soütcn, gemeinsame" Beichlüssa' über den abzuschkii'ßsn- dcn uud auszuarbeitcndcn ncuen Vertrag und über den Dazu gehörigen

Tarif zu iasscn. Aber es bleibt aufrccbi, dnß drr neue Vertrag erft nach Ablauf bis «1ka, also am . . . in Kraft treten wird. Ick bitte daher (Zw. ('*'-xcriksnz den " -*schluß der Hohen Pforte? zur Krnntniß dsr Rrgierung Sr. Majistät bringen zu wollen, damit ste die Mitte! zu einer Rrvifion des zwischen beiden Staaten bestehenden Handels- vc'rtragcs zu inzreiten ins Nun? fasicn könne. Gcnsbmigrn u. 1. w,“

Rußland und Polen. St. Petersburg, 15. Januar. Das Allerhöchste Reskript an Se. Kaiserliche Hoheit drn Präsidenten des Rrichsraihs, betreffend das Manifest über die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, lautet:

„Cure Kaisrriick)r Hobbit! Durch ein am brutigen Tagc erlassenes Manifest ist die vrn Wir für gut crkannie Einfütyrung drr allnemxi- nen L““Zcbrbflicbi in dem gcfammtrn Rcicbc prbmulgirt wordé'n. Dieies neue ©6168, dc'ffen vorläufige Jdc“: Uhr):! mit aligemeinrr Sympathie für den Gadankcn aufgcnoxnmrn warb.“, daf; jcdrr tre'ns Unicxiban vcr- Pfliäitet stin skikk, an Dkk [heiligcn Sarl)? dcs Schuß?) und dcr Vec- tl)eidigung von Thron und Vatcrland Lluibeil zu ncbmsn, [)ät dra Zwrck, cinrrscits rin solches Prinzib seincr erkannirn (Hkvcbtigkeit gc- mät; zur Grltung zn bringc'n, andrrcrseits _ anf dkmchr drr regel- mäßigen un? giündiichon Leistung dcr Militärrflécht dcn Anforderun- gen “dcr Jeßizcit in Bezug auf die Enixvickclung unsrrer militäriichen Kräit-g ;11 genügen. Dir Vorarbeit in risisr Sachs war beim Kriegs- Ministerium konstiiuirtrn besondrrrn Kommissionrn übmtmgrn worden„ !le1116 eincn driaiilirtcn Staiuisnrntwnrf über die a'ixxbmrinr chr- Pfiicbi vorleqten. Dixsc schr kompiixirt', durchaus gewisssnbafts und nutzrricbc '.)[r1*€it wurdr auf 91161an Brisbi sinrr bcibndrrcn Zrision bsim RrirbIratbe zur Prüfling übrrwirscn, die uni-r dcm Vbrslß Fitm'r .?aiscrlichm Hoheit aus Mitgliedern nach Meiner Wahl gebil-

e worxrn.

Indem ick) den Gaim drr Beratbnngrn in jmnr Ssifion über eine Frage, die TVL'JL'U ibrkr Wichtigkeit und des von Mir von ibrer gründ- licbrn Löinng rrwaririrn Nußxns Mein beiondcrcs Augenmrrk auf [ich lrnkt, stris im Auge bebieii, ist es Mir angrncbm, dom iadrlloirn Eifer GercÖtigkr-it widrrf.1.l)rrn zu laffsn, mii wrich'm die von Mir unirr drm Vorfiß (?urrr Kai*criiche*n Hobbit krnitituiric bkiondcre Skision, auf die Grundidee? Meiner Ylbsich1en eingcbrnd und auf die Aiiifindung drr Wrcktnäßigsten Mitirl zu ibrer Llukiübrnna bednrbi, die Turck) Mein Vrrtraucn ihr aufkrlrgir Pflichf «11111110. Das Cla- [*orai, wicbrö dem Reicbi'zrath zur Bornibrmg üborwiFi-n und gleich- falls „unicr dem Vorsitz Eurer Kaiserliciben «HVÖOÜ skins endgültige Erledigung fand, ist Von Mir als Vollkommen DTM bcilsann'n Zwrcke, zu Welibem es nnirrnommcn wurdé, cntfbrrcbend bchndcn worden.

Eure Kaiserlicho Hoheit haben, indem Sie die chnitcn in einer 12 bcdsutnngöbolscn Frage der (Heirßgrbnng sowolxl in dcr béiondcren Srision beim Rricbörntl), als 01111) in dsr Ptknnrvrrsammlung des [Wirren [91191611 und Sick) itcis dic? Errrirhung drs von Mir vor- gZ-strckte'n 316er auf drm WMC allseitiger Bcrntbung drr Mitfci zu ibrrr Ausführung nngsirgen skin licßrn, cinrn nrnrn wa-eis Jbr-xs Eiscrs im Dirnste für Mich und das Vaibrlnnd abgrlcgi. Nachdem ich_!111n1nrl)r das Mir vorgrlcgts Statut über die allgcmrinc W&W- pfltcbt bcstäsigt, rkchn€ Ick cs Mir zum [*rsondrrrn Vrrgnüg n, Euer Kaiirrlicknn Hobbit Meine aufrichtige Erkeniitlichkii für DM Warmen Antl)€i1auszuspiechrn, den Sie an dicser Angricgrnbcii grnommen, cinen Anib911, drm ich stets, 11.161111 ancn beiondcrc Lcistungrn Über- irczgen Wordcn, begegne; nbgcsrbin von d-xn anrn ständig oblieaendm Psinbicn, die' Jui) stris mit Dankbarkeit und brüderlirber Hingkbung für Sie gch*ick)äßt babs“.

Jbr Sic aufrichtig liebcndér Vrndrr und Freund

Alexander.“ St, Prtcrsburg, am 1. Januar 1874. _ 16. Januar. (W. T. B.) Der Prinz und die Prinzessin von Walss und Prinz Arthur von Groß- britannien smd gestern bier eingetroffen.

Amerika. Aus Washington wird unterm 14. d. M. per Kabel gemeidrt: Präsident Grant hat die Ernennung des Herrn Calcb Enshing zum Oberriebter dcs obersten Gerichts- hofes zurückgezogen, weil in den RebLUen-Nrck)iven ein desen politischen Charakter schädigender Beweis cntdrrkt wnrde, niim- lick) ein Brief, der seine intime Verbindung mit der Regierung des Jefferson Davis beweist.

_ Nack] in Lissabon eingegangen Nachrichten aus Rio de Janeiro vom 27. Dezember 1). I. ist die telegrapbische Verbindung zwischen Rio de Janeiro, Bahia, Pernambuco und Paraguay eröffnet worden.

_ Weiteren in Lissabon eingetroffenen Nachrichten zufolge ist in Buenos-Ayres die Cholera auSgrbrochen. Alle von dort ankommenden Schiffe wsrden in den portugiefischrn Häfen cincr Quarantäne unterzogen.

Asien. Aus Calcutta wird dem „Times“ unterm 14. d. M. gemeldet: Der Vicckbnig bat sorben einen mit Siam abgeschlossenen Vertrag unterzeichnet, 1v:lchcr den Handel zwischen Virmal) und Zimmor] fbrdrrt, nr-d außerdem den Zweck hat, den Bauholzhandcl zu schüxzcn Und Vcrbrcch)en zu ver- hindern.

_ (W. T. B.) Die äußeren Befrsiignngrn drs Kratbn sind, wie dem „anterschen BUWÜU“ in *.),lmstrrbam untkr dcm 16. Januar ans Penang gemeldet wird, von den Ricderländcrn genommen words". Dir bisher noch bxstnndenrVerbindung der Atchincscn mit den inneren Festungswcrksn drs Krnion ist ab- gcscbnitten. Die Verluste der Niedrrländkr smd noch nicht bekannt.

_ Nack) offizicUer Meldung aus Penang vom 16. Ia- nnar ist die wichtige Position der Aichinrsen zwisckxn dem Mijfigit und Kotnpotjoet von den nicberländisckxn Trnppen ge- nommen und die Verbindung zwischcn dsn Aichinesen außer- halb des Kratons Und der Vrsaßung des chtcren abge- sciznitten. Denn der Hnnptcingang zum Krnwn auf der Fluß- srite ist durch Barrikaden gesperrt, von Kotapotjoet aus befindet fick) der Kraton schon unter der Wirknng des GeWehr- feuers. Die Nirderländcr hattcn bei dieser Unternrhmung 17 Verwundete. Der Feind schlägt fick) mit außerordentlicher Tapferkeit, dic Bciagcruxigsarbriten dcr Nicdcrländrr ibrrdcn nnter steten Gefcch)tcn fortgescßt. Die Einnabme des Kratons darf, obsckwn src Opfer kosten wird, als nahe bevorstehend betrack)tet werden. Ein mit Vricfcn an den Snitan gesendctcr Bote ist im Kraton getbdtet worden.

Afrika. Von der Goldküste meldet eine Depesche, daß General-Mnjor Sir Garnet Wolseley mit seinem Stabe und der 400 Mann starken Flottenbrigade Cape Coast Castle am 27. U. M. en Route nach dem Pink) verließ. Plänklcr find sieben Meilen jenseits des Prnk) vorgedrungen, ohne auf dcn Feind zu stoßen. Die Aschantts haben viele Tadic auf ihrer Riickznas- linie zurückgelassen, Die europäischen Regimemcr sollxen am 1. Iannar ihren Marsck) nach dem Prah antreten. Cimmah wurde am 24. Dezember von der Bevölkerung von Commcndak) angegriffen und zerstört.

, _ „Amtsblatts der Deutschen Iiciii)S*Postvrr1valiuug“ babrn folgendannbalt; Gcncraiverfir- gung: vom 11. Januar 1874: Wicdrrlzolte Lluffo-dc'runq an die Posi-

Die Nr. 4 und 5 des

anstaltcu zur Nichtannahme unförmlicb großer Gegenstände zur Post-