1874 / 19 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 22 Jan 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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Namen der polnischen Grundbesitzer und der Polen uberhaupt dagegen. Nach einer Erklärung des Minifters des Innern Grn- fen zu Eulenburg, das; die Regierung nichts dagegen habe, m eine Beraihung der Vorlage einzutreten und auch schon das Gutachten der Provinztalbehörde em efordert_ habe, sprach noch der Abg. Nolte für, der Abg. 1). M gdznnskt gegen die Vdrlage, worauf die Diskussion geschlossen nnd die Vchlage an eme be- sondere Kommission von 21 Mitgliedern vermiesen wnrde. _

Es folgte der mündliche Bericht der Budgetkommrsfion uber den Antrag des Abg. Miquel, betreffend d_te Parzelltrung von Domänen zur Errichtung kleinerer bauerlickxer Stellen.

Der Referent Abg. v. Köller berichtete in langerer Rede über die Verhandlungen der Kommission und empfahl dem Hause folgenden von der Kommisfion etwas veranderten Vertrag anzunehmen: _ __

„Das Haus der Akgeordncicn wonc_bi_'1chlikß§'n: Untech ug auf die Mittheilungen des Herrn Finanz = Ministers in dcr S_tßung vom 24.5.110v6n1ber 1873, nach welcher in Neuvoxpommc'm die Bildung klsincrcr [“ÜULrlicben Besitzungen aus den Domnnengrnndsinckcn bereits in Erwägung gxzoqcn ist, und auf _die_ Weiterc'n Mitilntlungen der Königlichen StaaiSri-gicrung über die in cmzclncn JaYen zur Her- steilung besserer Hä1151ing§ryo_lcknungen auf deii_Domanenvcherken ergriffcnen Maßregeln, die Konigltche Staatsregiernng zu_ erfinden: auf dem beschrittenm Wege weiter zu gehen und [Jet dcr erwalfnng dcr Domäncngrundsiücke auch die allgemeinen wwilncbaftlwben In- tercsstn grundsäßlick) zu beriickfickytigcn, nnd dabeischtzn cht dcr Stanis- rcgierung zu empfehl», untcr, ken Erwerb und die Crhaliung _mog- lichst crieicbikrnden Bedingungen tlnmlicbst auf dix _Bildung klemchr und größerer Stcllen aus den Domanen-___und _Forftlandcreien, _wo_d1e wiribichaftlicben und lokalcn Verhalintße dns _rathiam _crichemen lasicn, Bcdacht zu nehmen, insbesondere in den ncexgneren Fallm statt zu einer Vexpachiung dcs Domaucnguis im Ganzen zu schreiten, dasseibe, oder Theile de'ffelkoen, dcn vorhnndknen Strain oder srnstigen Einwohnern angrenzenderOxtschafien zn einzelnkn Yar- zellen, jcdocb untcr Vcobachlung_der10_n1i h_er Dispositionen ulxer Gxundeigenthum geltenden Grundsatze, exgcnihyxnltch _bezw. pacbiweife zu übetlaffcn, dagegen von der Zsrschkagnng großlrer „Komplexe Bißuxs Axlaqe von neuen Kolonien kloinerer Eigenihnmsr nnd Arbeiter in der Regel abzufslykn, endlich die Herstellung bcsierer cigem'r Wohnun- gen für di? Häußiinge auf den Domäncnvorwerken,_ sei es durch e_ige- nen Bau neuer Wohnhäuser odcr durch Unterstußung baulustigcr I.beiter kräftig zu befördern.“ _

Nachdem dsr Abg. v. Oven dem Hause die _Verwerfung deffelben empfohlen, vvrtheidigie der Abg. Miqnel seinen Antrag in einer längeren Rede, worauf d§r_ RegierungsfornMiffch Geheime“Ober-Finanz-Ratl) Dreßler statistische Angaben uber die schon erfolgte Parzellirung von Domänen mtttlxetlte. Das Haus nahm den von der Budgeikommisfion vorgelegten Antrag an.

Nachdem das Haus noch dem Antrag des Abg. Staß, be- treffend dic Sistirung des Strafverfahrens gegen den Abg. Franffen, fast einstimmig genehmigt haiie, erfolgte der Schluß der Sißung 4 Uhr.

_ Der Zusammeniritt dcs Lehr-Infanierie-Yatail- [0119 findet am 15. April statt; dasselbe erhält eine Starke, excl. des Commandeurs und des Adjutanten, von 4 Hauptleutxn. 4 Premier-Lieutenaniex, 12 Seconde:Lieutenants, 40 Unteroffizieren, 12 Tambours, 4 Hornisten und 528 Gemeinen, wovon 1 Haupt- mann, 1 Premier-Lieutenant, 2 Seconda-Lieutenants, 16 __Unter- offiziere, 4 Tambours, 4 Hornisten und 112 Gemeine fur den Stamm pro 1874/5 nkrbleiben.

_ Dec General-Feldmarschall, Graf von Raon, ift, wie den „Ii. N.“ ielegraphisck) gemeldet wird, in Palermo ange- kommen.

_ Der General-Major von Bergmann, bis er ,Com-

. . . . rzem m * : :Bri mekém "" KU . andeur de_rm.1 FLF) YYZZLÉZZÉ-«WWM ernannt worden, ist

ä'i'tZ' * ?icldß diesxr Ernennung behufs Abstatiung persönlicher Meldungen auf der Durchreise von Königsberg i. Pr. nach Hannover hier eingetroffen.

_ Der Zug 5 der Königlichen Ostbahn, welchcr fahr- planmäßig gestern um 9 Uhr 53 Minuten von der Station Coniß in dkr Richtung nach Dirschau abgehen soll, erlitt auf ersterer Siaiion eine Verspätung von nahezu einer Stunde, da zwischen den Stationen Coniy und Rittel eine Dammruischung eingetreten war, welche eine seit[.che Vcrschiebnng dcs Goleises an dieser Stelle bedingte.

_ ldie mit dem Courierzuge aus Aachen um 11,15 Vor- mittags fällige Post ist gestern 3 Stunden verspätet hier einge- troffen.

_ S. M. S. „Friedricki Carl“ und S. M. Kanonen- boot „Meteor“ find am 19. 1). M15. in Gibraltar einge- troffen.

Bayern. Münckzen, 20, Januar. Hsute„Miitag wurde das Direktorium der Kammer der Abgkordneien von der Köni- gin-Mutter in Audienz empfangen.

_ In der heutigcnSiHnng der Kammer der Abgeord- neten wurden die Etais des Stanthrathcs nnd ch „Königlichen Hauses und Hofes nach den Aussckwßvorschlägen festgeseßt und einstimmig der Aussckzußanirag angenommen, es sei an Sc. Majestät den „König die Bitte zu richten, Anordnungen treffen zu lassen, daß ein Gesch über die Umbildung der;“: Staatsraihes ausgearbeitet und dem nächsien Landtag in Vorlage gebracht werde. Hierauf wurde dem Geseßenimurfe über Verwendung des Aniheil-Z Bayern?- an der französischen Kriegökostcnentschädi= gung zugestimmt. Nach demselben ist der Betrag von 9 Millionen zur Dcckung des Bedarfs für Einziehung unverzinölicher Kassen- anweisungen bereit zu halten. Der Jiiianz-Ministcr gab unter dem Beifal] des Hauses die Versicherung, daß er betrcffs der Bundesrathsvkrhandlungcn Über diese Jinanzoperation die baye- rischen Interessen sorgfältig im Auge behalten und sick; freuen würde, wenn er im nächsten Budgetlandtage die 9 Millionen wieder zur DisPosiiion stellen könne.

Sachsen. Dresden, 21. Januar. Der König hat heute folgende Deputationen empfangen: der Lehrerkollegien der 12 Gymnasien dss Landes, geführt von dem Rektor der Fürsten- schu_le zu St. L_lfra in Meißen Professor Ur. Ilberg; der zum GerichtSanii-Zbezirk Radeburg gehörenden Amtslandsckzaft; der Landgemeinden des_ GerichtsamiHbezirks und der Stadtgemeinde Strxhla. _ Nachm1ttags 5 Uhr findet bei Ihren Königlichen Majestäten unter Thetlnahme des Prinzen und der Prinzessin Georg in den Paradesälen des Königlichen Schlosses ein größeres Diner statt, zu welchem die StaatS-Minister, die Direktorien und sämmtliche Mitglieder der beiden Hohen Siändekammern und eine Anzahl beim Landtage thätiger Regierungskommiffare geladen worden find.

_ _ (Dr. I.) Die Zweite Kammer trat in ihrer heutigen Stßung, nachdem der Minißer des Innern auf eine InterpeUation des Abg. Bath (Stenn) geantwortet hatte, daß nach Eintritt der neuen Behördenorganisaiion die Tanzregulatioe unzweifelhaft

lautH. 12 unter 1 des Organisationögeseßes unter Kognition der ezirkSausschüffe zu erlassen sein würden, in die Verathung des ordentlichen Staatsbudgets, zunächst des Auggabebudguts ein. Der Präsident eröffnete vorerft eine allgemeine Debatte Über das gesammte Budget. Im Verlaufe derselben vertheidigte der Finanz-Minifter Frhr. v. Friesen die Grundsätze, nach denen das außerordentliche Budget aufgestellt und die AUSgabm auf das ordentliche und außerordentliche Budget vertheilx worden seien, gegen Bedenken des Abg. Jordan, er erklarte, daß die aus der Höhe des außerordentlichen Budgets_ ber- geleiteten Befürchtungen für Steuerkraft und Kredit_ des Landes nach seiner festen Ueberzeugung unbegrundet seien; den Abgg. Schreck und Kirback) gegenüber wies er nnch daß die Regierung ihr Absehen ununterbrochen auf die Vermin- derung der Beamtensteilen richte, nur lasse sich das nur _nach, und nach, nach Maßgabe der eintretenden Vakanzen, erreichen. Gegen eine Aeußcrung des Abg. Fnhnauer,_der fich_ von Neuem gegen alle Gehaltskrhöhungen erklärte, weil fie nicht dem_ Be- dürfniß, sondern nur dem Luxus und der Gennßmcht dienen, der Sittenverderbniß Vorschub leisten und den sachsisxhen Staat dem Vcrfalle entgegensühren würden, wurde von einer Mehr- zahl von Rcdnern Verwahrung eingelegt. Die legg. Oehmrchen und Walter bekämpften cbcnfallsdie von dem Abg. Joxdan betreffs der finanziellen Zukunft des Landes geäußerten Befurch- tungen, Hierauf erledigte die Kammer Abtheisung 1“). des Aus- gabcbudgets, Finanzdepartemeni, über welches vom Abg; Beck Bericht erstattet ist. Die Bewilligungen wurden durchweg in der von der Deputation vorgeschlagenen Höhe aUSgesprochen, dac- über hinauggeyende Anträge abgelehnt.

Württemberg. Stuttgart, 20.3anuar. Der König

“hat heute früh die Meldung des aus Urlaub zurückgekehrten

kommandirenden Generals, Generals der Infanterie, von S war koppen entgegengenommen. _

ck VaLeu. KaélSruhe, 20. Januar. Die Großherzogliclie (Hencral-Siaatskasie hat, nach der „KarlZZr. Ztg.,“_m1t der Nuggabe von Ein=Markstüchen, die auf hiesiger Munz- stäite geprägt find, den Anfang gemacht.

_ 21.3anuar. (W. T. V.) Nack) zweitägiger erhandlnng hat die Abgeordnetenkammer heute das Erganzungs- gescß zum Kirchengeseße angenommen. Dasselbe fdrdert für die Bekleidung eines kirch1ichen Arnies und d1e__Ausubung kirchlicher Funktionen die Ablegung_e1ner Staatsprufung lind enthäit ferner Besiimmungen über dte__Sch11eßung_der Konmkie für Knaben und Studirende, sowie uber die Sickzernng dTS Wahlrechts gegen kirci)liche Beeinflussung. De_m Geieße find Strafbcftimmungen beigefügt, welche _die Audfnhrung desselben sicherstellen, und kann darnack) gegen emen Ge_tst_ltchen nach zwei- maliger Berufung desselben, durch einen gemctmqmen Ausspruch des Siaats-Ministeriums und eines.“: aus drei Richtern bestehen- den KoUegiums auf Entziehung dcs geistlichen Amtes erkannt werden.

Anhalt. Dessau, 19. Januar. Im Landtage m_urde heute der Bericht der Kommission für Angelegenheiten der inne- ren Verwaltung über den Antrag des Abg. von Basedon) _und Genossen, betreffend die Vorlegung einer neuen, resp. revidirtcn Gemeinde=Ordnung, verlesen. Nach)_ei11igm Debaiien und Moir- virungen erklärte der StaatS-Mimfter von Laxisciz _fich bereit, den Entwurf einer neuen Gemeinde-Ordnnng mrt einigen Aende- rungen noch in dieser Diät einzudringen. Der Antrag wurde schließlich mit entsZhiedener Majoritat angenommen.

Oefierreich-Ungaru. Wien, 21. Januar. (W. T. B.) In der hentigmt Siyung des Abgeordnetenhanses wurden von der Regierung außer den konfessionellen Vorlagen das Koniingenigcscy für 1874 und ein Gcseß, betreffend die Auf- Hebnng der Inseratensieucr, eingebracht. _ .Die neu eingetretenen czechischen Dcpniirten Mährens leisteien zwar das Handgelöbniß ab; der Dcputirte Prazak gab indessen darauf Namens derselben die Erklärnng (11), ihr Eintiitt in den R8iche5rath, dessen legale Grundlage von ihnen nicht anerkannt würde, erfolge nur zum Zwecke endlicher Verständigung, könne also. wenn eine solche nicht geiingcn sollte, ihrer weiteren politischen Haltung nicht prä- judiziren. Der Präsident Rechbaucr sprach demgegenüber die Unzu- lässigkeit einer Diskussion dos Rcchisvcstandes der Verfassung und der Legalität des Reichsraths aus. _ Der Abg. Kopp beantragte sodann, einen Ausschuß zur Vorberaihung dcr kirch- lichen Geseßesoorlagen niederznseßen.

Pesth, 21. Januar. (W. T. B.) Der Einundzwan- ziger Ausschuß hat auf Antrag von Gorove ein aus neun Mitgliedern bestehendes Subkomite eingeseizt und darauf seine Verhandlungen vertagt.

Schweiz. Bern, 21. Januar. (W. T. B.) Der päpst- liche Nuntius hat im Namen seiner Regierung mittelst Note vom 17, d. M. gegen die Aufhebung der päpstlichenNuntiatur in der Schweiz protestiri.

Basel, 21. Januar. (W. T. B.) Den „Baseler Nack)- richie11“zufolge find fait sämmtliche abgeséßtk Geistliche des Amtsbezirks Prunirut im Berner Jura in die benachbarten französischen Ortschaftxn geflüchtet.

Großbritannien und Irland. London, 20. Januar. In Downina-Street fand gestern die erste Kabinetsberaihung in diesem Jahre statt, bei welcher mit AuMahme des Premier- Ministers Gladstone, welcher leidend ist, sämmtliche Minister zu- gegen waren.

_ Das englische Kirchenparlament ist für Diensiag, den 10. Februar, einberufen worden.

_ 21. Januar. (W. T. B.) Lord Russell erklärt in einem vom ihm veröffentlichten Schreiben an Sir John Murren) vom 19. d., das; er fich außer Stande sehe, in dem protestan- tischen Meeting am 27. den Vorfiß zu übernehmen, Lord Ruffeil nimmt in dem Schreiben Bezug darauf, daß er stets das Prinzip der Religionsfreihcit und der Gleichheit aller Konfesfionen bekannt und vertreten habe und daher den in England durch den Erzbischof Manning vertretenen Be- strebungen des Katholizismus habe entgeg-kntrcten müssen, welche nur darauf abzielten, eine Unterordnung unter die ebsnso deSpotische wie fehlbare Priesterschaft herbeizuführen und keineswegs die bürgerliche und religiöse Freiheit zu fördern im Stande seien. In dem Schreiben heißt es dann wörtlich: „Die Grundsätze, welche mich verpflichteten, die Freiheit alLer Religionen zu verfcchten, verpflichten mich auch, gegen eine Vor- sch]wörung zu protestiren, deren Ziel die Fes.lung Deutschlands ist. Ich erkläre daher in Gemeinschaft mit allen Freunden der Freiheit und hoffentlich mit der überwiegenden Majorität der englischen Nation, daß ich mich nicht länger als Verfechter der bürgerlichen und religiösen Freiheit betrachten könnte, wenn ich

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' e S at im für den Deutschen Kaiser _in dem edlen ZicéntiprlnwelIeutip dYrselke gegen den Ultramontnmsxnus unter- nommen hat, ausdrücken würde. Seine Sache ist die der Frei-

heit. Die Sache des Papstes ist die der Knechtung.“

ankrei . atis, 22. Januar. (W. T. B.) Der öffentexlkicrhe Verkaf dx? „Opinion nati_onale“ und der Ver- trieb derselben im Wege der Kolportage ist verboten worden: Versailles, 21. Januar. (233. T. _B.) In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung mterp_ellirte der O_epu- tirte Ricard (von der Linken) die Regierung in Betreff 1hr_es Verhaltens gegen die Presse 111 den Departements,_m welchen der BelagerungSzuftand herrscht, und beschnldtgte fie eines willkürlichen Vorgehens. Nachdem Baragndn hierauf dargelegt, daß das Verfahren der Regierung voll_ftandtg dem Griese gemäß sei, ward die einfache TageSordnung mit_ 393 gegen 292 Stimmen, also mit einer Majorität von 101 Stimmen, zu Gunsten der Regierung angenommen.

Spanien. Madrid, 22. Januar. (W. T. B.) Der Hafen von Cartagena ist für die Schiffahrt wieder geöffnet; die Douane und das Quarantäne-Bureau sind von Borman wieder nach Cartagena übergeßedelt.

Rumänien. Bukarest, 21. Januar. (W. T. B.) Der Minister des öffentlichen Unterrichts und der Kulte, General Tell, hat, mit Rücksicht auf seinen GesundheitSzustand, seine Entlassung gegeben und der Minister der aUSrvärtigen Angß [egenheiicn, Boeresco, interimistisck) die Leitung des Kultus- und Unterrichts-Minifteriums übernommen.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 19. Januar. Der Prinz von Wales, der Herzog von Edinburgh und Prinz Arthur von Großbritannien nahmen am 18. d. M. an der Ceremonic der Waffermeihe Therl. _

_ Das Eintreffen der Gesandtschaft, die von dem Emir von Buchara abgeschickt worden ist, um dem Kaiser zu der erfolgreichen Beendigung dec; Feldzuges _nach Chitin: Glück zu wünschen und die Gefühle der Ergebenheit des mers von Buchara anläßlich des von dem General: Gouverneur von Turkestan mit ihm abgeschlossenen Ergänzung-Zvertrages auszu- drücken, wnrde am 18. Januar, erwartet. An der Spitze der Eesandtsckzast stehi dcr Serkcrde Nbdux-kadne-bebbij, dem Mirza Urak-Mir-Achmed als Sekretär beigegeben i1t. Außerdem (_)efin- den fick) im Gefolge Abdul-Kadnrs ein Kopist und fünf Diener.

_ Die Adresse des Moskauer Adels anläßlich des Allerhöchsten Reskripts an den Minister der Volksaufklärung, wslchcs den Ausdruck des Kaiserlichen Willens enthält, daß der Adel an dem Werk: der Volksbildung Theil nehme, lautet wie fol t:

Alixezrgnädigsicr Kaiser! De_m Rufe Eurer Kaiserlicbxn Majksiäi, Hüter dcr Volksschule _zu sein, ist Ihr gxircuey Adel bereit, mit der- selben Begeisterung zu folgen, wix er unlangst mcht_Anstand genymmen hat, auf den denkwürdigen Aufruf zur ÜÜJZMUULU Wehrpflicht zu antworten. _

Zu jener bcdcuiungsvoaen Zeit_baite der_Moskauer Adel das Glück, vor Curkr Kaiscilichcn Majestai das Gelubde abzulcgen: „stets auf der Höhe der Pflichten zu bleiben, die ihm durch Ihre Weisheit, Kaissilicher Herr, voriiezeickynct wcrden.“

Nunmehr zum werkibätig-n Schu]; der sittlichen Wobltb_aien_be- rufc'n, wslcbe die wahre Volksbi1dung 1cbafft,_ findct der Adel in seiner Vergnnacnbkit die Kraft zur Ecsülluns der ihm_ übertragenen staat- lichen Pflicht, für die Vnmybrung nn) regelmäßige Entwixfelung der

Loiksfchulkn fördernd zu wirken. Die Geychichtx de_s rnssiichsn Adels legt Zeugnis; ab, daß der Adel nicht die materiell gunst_tgen Standes- vonechtc, die jest durch die großen Reformen Euter Kaiserlichen Ma- jestät aufgehoben Werden, ioudcrn die ihm durch die Urkunde der Kaiierin Katharina 11. verliehen? Bydeutung Über LlÜes stellt.

Durch die Berufung des ruysiichen Adels nir Tlieimiihme an dem großkn Werk der Volksbildung durch den Willen Eurer Kaiserlichen Maj-Ftät wird gletchieitig auch der Grund zur Erneuerung der Ju- stitutton übcx dcn Adel iclbst durch die ihm von nun an übertragene neue Vcrpfiichtxmg _gclcgi. Enrcr_Kaiser1ichen Majestät unbegrcnzt ergeben, wie unjkre Väter der Großen Organisatorin der Institution des Adels ergehen warm, lsgen wir wicdkr vor Ihrem Thron, Aller- gnädimtrr Kaim, dcn UuSdruck der Gefühle der unterthiinigsten, tief- sten Dankbaxfeit des Myskauer Adkis fiir den ihm zu Thcil gowor- denen nensn AuSdruck Ihres Monarchi1chen Vextraucns und Wohl-

wvlleus. _ Eurer Kaiierliciyen Majestät

treuergebene Moskau, den 2. anchx 1874. (Folgen die Unicrjchrliten des chvernementö-Adelömarschalls, dcr Kreis-Adclsinarschäne und der Adclsdeputirten kes Moskauer Gouvernemknts.)

_ 20. Januar. (W. T. B.) Nack) offizieller Ankündi- gung ist die Feier der Vermählung des Herzogs von Esdinburgh nunmehr auf den 23. d. M. (11. a. St.) fest- ge eßt.

Schiveden und _Nortvegeu. Stockholm, 19. Januar. Die Thronrede, unt Welcher der Reichstag heute vom Kö- nig eröffnet wurde, lautet in der Uebersetzung wie folgt:

_ (Hure Hcrrennnd schwcdische Männer!

Mit Freude [*egane ich Sie, da Sie aufs Neue zur Crfüüuns des Gebets der Versajjung, über die Angelegenheiten des geliebten Vaterlandes zu bxratden, versamni-“li find.

Unisrx Verbaltn sse zu den fremden Mächten sind von der zufrie- dcnftcllcndsten Art. Einen mum Beweis hierzu sche ich in den vielen Beinchen, jvclche ich im vergangenen Sommer hier in der Hauptiiadt Schwsdens von Fürstliéh n Pccwnn erhielt, worunter auch den des Kronprinzen von Déutsiiiland. _

Auf der Wi-ltaussieslung in Wien hat unier Land wipder auf eine ebrende Weise mit den gebildetsten und unternehmendsten Völkern der Welt gewetteifcrt. _

Die Handels- und Schiffahrtsverhältnisse zwiiében den Veceinkgten Reichen zwrcxmäxzig zu ordnen und aufdiefe Weise die Verbindungen zwiiclzén denjclben zu erleichtern, ck ein Gegenstand meiner einsten Erwägungen gewesen. In dex fur die Behandlung der unionellm Geschäfte vorgcichric-benen Ordnung ist auch ein Vorschlag hierzu entworfcn, Weicher Ihnen, sonne dem Siorthinge Norwegens vorgelegt Werden wil. _ _ _

Eine Reihe glucklebkk Jahre hat den Wohlstand im Lande zu früh r ungekannter Hohe gebracht, wovon die Wirkungen sich auch in den bcdcutend vermehrten Staatscintial)n1cn gezsigt bxbcn. Mit den für d-.n freien Arbeiter leichtercn (Holegenheiten zu reichlichem Verdienst find dagegen, untcr _emer nniinterbxocben fortgehcnden Steigerung dcr Preise der chendbcdu fntsfe, die Zur dle Bkamlcn und Bedientesten des Staates anacwtc'scncn Gehaltöemnahmen immer unzureichender geworden. Ich xvill desl)al_b, in dem Maße, als eine nothwendige Gehaltserhöhung 1111 ordentlichen Budgxt 1e8t nictt in Frage gesteÜr werden kann, eine Thcumzngszulagc vo_k1ch1agen, welche bereits von Anfang dieses Jahres an gewahxt werde;: 1011.

Zu _etner mucn Axmyeorganisation. auf den Grundsätzen beruhend, we1che_ m Jhtem bei der [eßten Reich6vcrfammlung abgesandt“ Schreiben iich (i_ngcdeiziet finden, sind die“Grnndzüge auSgearveitet, 11"? babe_1ch die Prufung derselben einem Komite von sachkundigen Mannern ubergeben. Es ist meine Absicht, nachdem diese Albext und

eine entsprechende für die Marine von mir geprüft worden ist, die-

sellietä vor dem Schluffe des Reichstages zu Ihrer Kmntniß kcmmeu zu a en.

_ Eine Lösung der mit einer veränderien Veriheidigu-gSorganisation m nahem Zusammenhange sicbendm Frage jvcgen Aufhcbung rer Grundsteuern ist ebenfalis in Arbeit.

Dcm Anirage dcsReichstags gemäß ist ein Vorschlag wegen Ueberiragung gkwisser Sachcn an die öffentlichen Gerichte, welche bis- her von den administrativen Bkböiden etledigi wurdkn. cntworfkn wor- dcn. __ D1e_ser Vorschlag, welcher im Höchsten Gerichte berathcn ivor- deu _11t, wird zu Ihrer Prüfung übergebcn Werden. Auch in anderen Theilen de_r Ges-ßgebung und Verwaltung bin ich darauf ['i-dachi, Ihnen Verandc'rungen vorzusch1agen, iowie ich Ihnen einen Plan zUr Fort- setzung und _VoÜcnk_ung dx'rje-nigen Eisenbahnen vorlegen will, welche. zufolge bereits gefaßier Veichlüsse, für Rechnung des Staates gebaut werden sollen.

_ anrni ick) Golfes Segen über Ihre Arbeiten erstebe, erk1äre ich bietmu diesc Reichsversqxnmluns für eröffnet und yerbleibe Ihnen, guie Herren und schwedijcbe Manner, mit aller Königlichen Gnade und Huld stets Woblacwvgen.

_ Wie uns Christiania berichtet wird, wird der König das norwegische Storihing in Person eröffnen und in Folge_ dessen am 2. Februar, wie es heißt, in Begleitung der Königin, in Christiania eintréffen. Der Aufenthalt Ihrer Majestäten daselbst würde zehn Tage dauern.

Dänemark. Kopenhagen, 19. Januar. In den ver- sioffenen_ 9 Monaten des Finanzjahres 1873-74 beliefen fick] die gewohnlichen Zollcinnahmen auf 6,748,702 Ndl. oder 448,033 Ndlr._me[)r als in den entsprechenden Monaten des vo_rtgen Fmannahres. Die Kriegssteuer betrug in demselben ZerirZUZne 1,111,991 Rdl. oder 58,201 Rdl. mehr als im vori- gen (1 re.

_ Amerika. Washington 21. Januar. (W. T. V.) Die Ernennung von Morrison R. Waite zum Oberrichter isi vom Senat genehmigt worden.

Asien. Mit Bezug auf die bengalische Hnngeré-noth wird den „Times“ aus Calcutta vom 19. d. M. gemeldet: ,Veids Regierungen liaben entschieden, daß die Zeit gekommen sei, um Operationen für die systematische Unterstüizung der noth- leidenden Distrikte zu beginnen. Die Beamten find ermächtigt worden, Komites zn organifircn. Die Regierung wird die "Pri- vaisubskriptionen verdoppeln. In Behar wie in Thcilen von Chnmpaum, halb Varun, Nord - Trihni, Monghir, Ost-Gnal, Ost-Purnea, Nord - Maidah und halb Duragcpors steht der Rothstand vor der Thür. Arbeiter und Kult's strömen zu den Rothbauien in Nord - Patna, Pflanzern werden für Brunnen und Verbesserungen zahlreiche Vorschüffe geleistet. In Burd- man, Chain, Nagporc und Behar find die Preise höher als im Jahre 1866,“

Afrika. (A. A. C.) Von der Westküste Afrikas bringt der am 19. ds. in Liverpook angekommene Dampfer ,Volta“ folgende Nachrichten: In Tcllah befindet sich das Kaffee- geschäft in einer sehr ungeregelten Lage, und die wenigen Euro- äer, die Fnkioreien besißen, haben sich aUe nacl) Lagos oder ccra begeben, da man täglich erwartete, daß die Stadt von dem britischen Kriegsschiffe ,.Decox)“ bombardirt Werden würde, weil sie den Aschantis Waffen und Munition geliefert hatte. Am 25. Dezember, als der „Volta“ auf der Höhe von Addal) lag, Y_oß es, daß Kapitän Glover den Feind wahrscheinlich diesen orgen in Accra angreifen würde. Alle Männer der Stadt hatten sich nach dem Kriegsschauplaß begeben, und das Geschäft lag deshalb darnieder. In Old Calabar war der Gesundheits- znsiand nicht aUgsmein gnt Und das G9schäft mittelmäßig. Der L_Zhontnnflnß wurde, als der „Volta“ absegelte, für ungesund er- a te . _ Ans Cape Coast Castle wird der „Times“ unterm 27. Dezember geschrieben: „Generak Sir Garnet Wolselci) und die Offizicie seines Stabes mnrschirien heute mit der Marine- brigade nach dem Prah ab. Das erste halbe Bataillon euro- päischer Truppen (wahrscheinlich die Sck]üßen-Brigade) wird am 1. Januar, das leßte am 6. abmarsthircn. Die Marine-Brignde unter Commodore Heweti wird den Prah etwa am 7. Januar überschreiten. Die Maffeninvafion wird am 15. Januar statt- finden, und Kapitän Glover hat Instruktionen erhalten, den Prah in den ösilichen Distrikten am nämlichen Tage zu über-

schreiten. Die keßte Neuigkeit iß, daß Lieutenant Grant vom 6. Regiment und eine Abtheilung Llssin-Plänkler das Dorf Kikiwherri auf Aschantischem Gebiete, drci Meilen jenseits des Pral) erreicht haben. Keine Zeichen des Feindes." Viele Leichen. Seine Armee hat wahrscheinlich um diese Zeit Kumasfi erreicht.

_ Die „Western Morning News“ enthält aus der Feder ihres Korrespondenten an der Goldküste einen telcgraphi- schen Bericht übi'r die Zerstörung dsr Küstenstadt Chamak) durch die britischen Kriegsschiffe „Encounter“ und „Marlin“. Die Stadt war zwei Tage vorher von den Fantis, den AUiirien der Engländer, beseßt morden, vor denen, da sie von den Vor- den des „Encounter“ unterstüßt wurden, die Bevölkernng von Chamah fluchiete. Als die Fantis aber allein gelassen wnrden, kehrten die Eingeborenen zurück und vertrieben fie. Als Strafe daf1"_1_r zerstörten die beiden Kriegsschiffe die Stadt am 27. De- zem er.

Die Nr. 1 des „Armee-Veroxdn ungs-Blaiis“ hat fel- gendsn Inhalt: Yerfahrsn beim Ausentb1116wechici der Landwsbr- Offizikre. _ Abanderungen zu den Allerböcbsisn Verordnunn-n 17581," die Ausbildung de_r Truppen für den Fsldcicnst 2c. vom 17. Juni 1870. _ GeschästS-Vereinfachung bei Zahlung des Schulgolkes an Militärkinder. _ Lebr-Jnfnntkric'Bataiklon. Zuiammxnseßung und Zuxxmmentritt dxsfclben pro 1874, _ Vcrräihigbaltung von Reis, Salz- und_Kaffecbcuia-1n, sowie Verbindezepgm für die den Feldirup- Pen nachzn'cndendkn Ersaßtransvorte. _ Bekieidunas=Entschädignng fÜZ' Vice Fcldw-sbel, resp. Vice-Wacbimeistcr. _ Zahlung ÖSG Ser- vi1_cs und Wobnungégeldzuschuffcs für den Monat, in we'lcbc'm einc Dienstwohnung bc'zc'qeu werden muß. _ Eingaben des Bedarfs an Dienstauszeichnung§krcu3en und Dienstauszeickynungen für die teck)- n11chk11 Instituts der Artillerie. _ Verwendung eines Fleiscki-Mehl- Praparais zu Menage-Zxoeckn _ Wohlthätjgkeii. _ Nachlaßiachen, Welche _wcgen Ungenauigkeit der Angaben über die Erblasser nicht aus- gehändigt weiden können.

Statistische Nachrichten.

_ Das Königlich Statistische Bureau _bat jetzt die Hauptergeb- nisie derViehzählung im preußischenStaatL und in den Fürsicnthümern Waldeck und Pyrmont am 10, Januar 1873 zusammengsstklli. Danach ergaben fick) für Preußen: 2,970496 Vikbk'kfißénde Haushaltungin; 2,278,724 Pferd?, davon 1,948,4171"11*kr- drkijälmge und zivaé 8855 Zuchthengste, 1,577,957 lankwim[)JckMftlfchk, 216,641 geWerbliÖe ArbeitSpferde, 76,535 Militärpferxe, 68,429 son- stige Reit- und quénpfkrdc; 934 Maule'el nnd Maulthiere; 8774 Esel; 8,612,150 Stück Rindvich, davon 742,22! Kälbe'r untcr & Jahr ali, 1,987,494 Stück Jungviei), 5,882435 Stück iibcrzipyijäliriaes Rindyiel) (60,967 Bullen, 764,028 Ochscn, 5,057,440 Köln"); 19,-*24,758 Schafe, davon 8,160,189 feine Wolb, 1,827,919 vc'redrlte FleisckvsclUfe 9,636650 gewöhnliche Schafe (incl. 757.895 HaidsÉ-nUcken); 4,278531 Schwckinc; 1,477,335 Ziegyn; 1.453,764 Bicncnstöcks, wovon 145 226 mit beiveglichcn Waben. Nn Cocons Wurde'n im Jahre 1872 5306:- Pfund produziri.

Es trafkn miibin auf 1 Quadratmeile 361 Pfsrde, 1366 Stück Rindixics), dachn 802 Kühe, 3113 Schafe, 679 Scbweink; auf ca. 18 Einw. 1 Pferd, _an ca. 3 Einw. 1 Stkni Rindvieh, auf ca. 5 Einw. 1 Kal), aus ca. 13 Einw. 10 Schafe, auf ca 6 Einw. 1 SÖMin.

Ja den FürstcniiMmern Waldeck und Pyrmont wurden gezählt: viehbesißende Haushaltungen 9439; Pfchc 5726, daruntcr über 3 Jahre a1t_4887, und zwar Zuckiivengste 19, vorzugsweise be- nutzt zu landwirthiciwftlicbsr Arbeit 4445, zu geivcrblichi-n odr Ver- kcbröziveiéen 291, M11=tärpfctde_9, sonstige Ri'ii- und Wagknwferde 113; Eisl 71; Zisndbikl); Geminmtzaw 19,749, darunter Kälber unter „ck Jahr 1756, Jungviel) übxrhaiwt 4955, Rindviel) über zwei Jahns übkrhaupi 13,038, davon BuÜ-n 158, andeie Stick: und Och1en 1632, Kühe 11,248; Schafe 59,860, darunter feine W011- skbafe 550, veredkjie Fleiscbfchafe 4211, andere Schafe aller Art 55,099; Schiveine 15,320; Ziegen 7722; Bienenstöcke 3118, darunter mit beweglichen Waden 180.

München, 20. Januar, Von gestern bis bmke Abend sind hier an Cholera 28 Erkrankungen und 9 Todesfälle vorgekommen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Müncbsn, 17. Januar. Dom p_rdknilicben Professor an _dcr Universität Erlangen [)r. E. Eilers Ut die wwgen Annahme eines Rufes nach Göttingen erbetene Enthebung von der Plofksslik umer

„Anerkennung sciner ausgezeickznetcn Leistungen bc'wikligi, der Profksfor

cm dsr Tvicrarzneischule in Zürich Dr. O. Bollinger zum Professor

an der (&nkral-Tbierarznsischulk und zum außerordentlichen Professor für vrrqleiebends Pathologie an dkr Univkrütä_t_MÜl1chkn un?- der außxrordennicbe Professor .in dcr Universität LMM. ])!"- K. Lüder, zum ordentlichem Prof-ssor des Strafre-ths, des_er.isprozesfes, dcr Cnxyclovädie und Methovologie dec RechtSWissen1chastcn an dsr Uni- vkrfixät Eriiingen ernannt wwrden.

_ “KieNr. 7dchisscnschaftlichen Veilagc derLeipzi- ger Zeitung vom 22. IUWÜT [iat folgendc'n Jnhnlt: ch'ck und Bestrebungen dss Vercins für Sozialpolitik. _ szsnfionen und Bc- sprechungen.

Gyiha, _22. Januar, (W. T, B.) Dem 1)r, Petermann bicrselbit ist ein gasfüvrlickyer, vom 1. Januar datirter 'LJeri-jxi von Gerhard Ryhlss zugcqangm. Nach demsclben ist Rohlss mit sei- nrr Expedition (90 Mann und 100 Kamcele) in dxr O4]? Farafsli, in der Mitte der Lyb11chen Wüste, 35 Meilen westlich vom Nil, glücklick) ('iUJLkOMMM.

Pgris, 18. Januar. Einer dcr vorirrfflicbsten Schausvislcc dcr gegenwartigen Epoche in jugendliÖsn Liebhabsrroüen, Cbarles Ber- ton, Skbüler Samions vom “L'bé-äbre: fnmyais, ist gestern im Alter von 53 Jahren gestorbsn.

Gemerbe und Handel.

_ Nr. 4 ch Deutschen Handclöblaits, Wochenblatt fiir HandelsPoliiik und Volksivirtbichaft, zngleich Organ für die amtlichen Mittheilungen des Dcntsclxn HankclIlach, beraus- ge'gMn von ])r. AlexandkrMLysr, (Hansral-Sxfretär dsI Druischen Hnnkslsiages. hat folgsndcn Inhalt: Zur Tariffrage rer Eiscnbahnxn, Die_n9ue öjteirsichiickx Silberanleiys von 80 Miss. Guldsn.17, Axbcrtskxnirakrbrnch und Einigungsämisr. Die Branntwcinsisusr- reform in Italien. Handelsrechtiicvs Entscßeidungen. Jahresbericht d_k_r Hnndelskamtncr für Aachen und Burtskbeid für 1872. Systema- inche Ushxrfichi TC. 111. (Fortissima) Volköwirthiäyaftlickic Vereine Und chmtnmlungen. Wochen'UÖcrfickÜ. Vsriiiiikhcos. Anzeigen.

_ Leipzig, 2_1, Januar. (W, T. B.) Der Aufsichtsrats) des Leipziger Kaizenversins hat, dem Vsrnciinwn nach, WSV» theilung einer Dividende von 75; 7.“ Pro 1873 beichlosscn.

VerkehrS-Anffalten.

_ London, 20. Januar. Dem „London & (5,13an Télegrnph“ zu-

folge ist der 14iägixie Dienst dxr Pacific Postdampfer zwischsu

China, Japnn und «an Francis» anfg-éiwbcn wordén, undin annnff

TW?) nur cm Dampfer monatlich auswärts und [);“imwäris éxp-sdirt er en.

Aus dem Wolff'schen Telegrapkien-Bureau.

London, Donnerstag, 22. Januar, Mittags. Gladstone hat gestern eine Deputation empfangen, melchs die Nanehnnng des Grafschafis-Siimmrechis vefiirwortste. Der Minister er- widerte der Deputation, daß seine Nnfikhtsn über diese Frage keine Aenderung erlitten hatten, er hakte indcffen dcn Zcitpunkt nicht fÜr geeignet, dieselbe in Anregung zu bringen. _ Von Seiten des hiesigen dominikanisckwn Konsuis wird die Nachrickzt vo_1_1_ t1)le Vertreibung des Präfidcnten Baez für unbegründet er ar.

Königliche Schauspiele.“ .

Freitag, 23. Januar. Opernhaus. (22. VorsteUung.) Auf Begehren: Miiiiaria. Ballet in 4 Bi[dern und scenischem Epilog von P. Taglioni. Musik von Hertel. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise.

Schauspielhaus. (22. Vorstellung.) Neu einstudiri: Gegen- Über. Lustspiel in 3 Akten von Bcncdix. In Scene gesekt vom Direktor Hein. Vorher: Ein Llfrifnreisendsr. Plauderei in 1 Akt von Emile Nnjnc, deutsch von Winter. Anfang 7 Uhr, Miitel-Preise.

Sonnabend, 24. Januar. Opernhaus. (23. Vorstkünng.) Lohengrin. Romantische Oper in 3 Akten vonRichard Wagner.. Elsa: Fr. Mannger. Ortrud: Frl. Lammert. König Heinrich: Hr. Krolop. Lohéngrin: Hr. Niemann. Tcsramnnd: Hr. BeH. Anfang halb 7 Uhr. Holze Preise.

Schauspielhaus. (23. Vorsteüung) In Charlottenburg. Historisches Schauspiel in 4 Akten von Max Ring. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Prcise,

Sonnabend, 24. Januar. Im Saal=Theater des Königlichen Schauspielhauses. Vierzehnie Vorsteilnng dcr franzöfischen SäWUspieler-Gésellfchaft. l)r6111i5k8 kSprÉZSUtaiiN] (iS: 3161“- (kncist. Sotnéciis 611 cr0i§ actSZ SL 87] ])1'056 [)81" Ist", U. 66 8817.30, 131'6111161'6 kSprÉZ-ZntatiM (LS: ].“1101k11118 53. 15. 111061; (]8 (33-311, 80111Éc1i6-Wt1687i118 011 an KSW 951" Ur. .]nlSZ Ilojnanx.

Berliner Kunstansstelwngen,

Die glorreichen Ereignisse der chien Kriege, und zwar ebenso wie die Resultate, welche in denselben für das Va- terland erkämpft, auch die schmerzlichen ruhmvollen Opfer, welche dafür gebracht worden find, haben den Anlaß zu zahls reichen Tenkmalen gegeben, die an alien Stellen Deutschlands, in den Städten und inmitten der Landschaft, fich erheben nnd nocli erheben soUcn. Ihre Zahl ist durch die bereits kirichicien und enthülltkn noch lange nicht abgeschlossen. Bei einigen der- selben überwiegt mehr das plastische, statuariiche Element, bei andern das architektonische. Die einen find vorzugsweise den großen Heldeniührcin der Nation, andre den treuen Todien, zumal solchm ant.“: bestimmten Trnppsnkörpern, Provinzen Städten der Berufs- klaffen, wieder andre derneuerrungenén Einheit und der Aufrickjtung des Deutschen Kaiserthums zum Gedächtniß errichtet. Das groß: ariigste diescr Monumente, bei dessen Anlage und Dekoration al1e diese Gesichtspunkte gleichzeitig ihre Berücksichtigung fanden, wird immer das Siegcsdcnkmal auf dem Königéplaße zu Berlin sein. Durch kühne und originelle Komposition, durch Größe und künftierische Gestaliung aber zeichnet sich neben diesem besonders dasjcniaeMonument aus, welches zum Andenken jener gewal- 1igen Ereignisse den märkischen Krieccrn, weiche so mächtig zur Hinausführung des Sieges mitgewirkt haben, und dem Ver- dienst des Hohenzollernschen Herrschergeschlechts im Allgemeinen wie der Eniwicklung dieser Stammprovinz geweiht, demnächst auf dem Marienberge bei Brandenburg gethürmt werden soll.

Der, unter den konkurrirenden zur Ausführung gewählte Entwurf ist ein Werk des Baumeisters Hubert Stier. Von dem Bildhauer Thomas ist ein kleineres Gip9madell von ctwa 1 Meter Höhe davon angefertigt worden, Miches gegenwäriig im Lokal des Berliner Künstlervereins, Kommandantenstraße 77_79, ausgesteüt ist und das Werk in seiner Gksammiheit wie in den größern Theilen klar zur plasti- schen Anscßauung bringt.

Es ist als ein thurmartiger mächtiger Bau aus Backstein und Sandstein gedacht, der iich bis zu einer Höße von einigen 90 Fuß erhebt, Die Formen erinnern wohl an, die des Ueber- gangssiils vom Romanifchen zum Goihischen, aber fie kopiren denselben nicht, sondern behandeln ihn mit phantafievoller Freiheit.

Ter gewaltige Unterbau erhebt fick) von einem künstlichen erhöhten Plateau, zu welchem an den vier Seiten Stufen hinauf-

führen. Ihnen gerade gegenüber zeigen ßch in diesem Unterbau -

an den vier Seiten de:" Grundrißquadrates vier Thore mit breitem

!

Spißbogen überwölbi, welchen wieder ein Giebel überhöht. Die lerpfciler, auf welchen derselbe rnht, steigen non breiterer Basis, schmaler nach oben zu an. Zwischen je zweien dicser Thore wieder tritt auf ebenfalls pylonengleick) ansteigendem Sockel ein Baldachin mit reich verziertem Dachfirst an der Tkmrmwand heraus, An der Vorderseite eines jeden erhebt sick) über jenem Sockel die Statue eines für die Mark Brandenburg besondere.“- 1Uick)tig gewordenkn Fürsten: Kaiser Heinrich der Städtcerbauer, Kurfürst Albrecht von Brandenburg, Kurfürst Fricdrick) ]. und Kaiser Wilhelm [. Die oberen Feldrr jener Wand im Hinter- grund jede?) der vier Thore, zu welchen einige Stufen von dem Plateau aus hinauführen, sind für je eine bildliche Dar- stellung, Relief in Sandstein, bestimmt, die großen unteren Flä- chen der Wände für die Namen der gefallenen Brandenburger auf Bronzetafeln. Als Gegenstände jener Bilder sind: die ersie K01onisation der Mark, die Verbreitnng dcs Christenthuch in dieser, die Befißergrcifmig der Mark dnrch Friedrick) 1. und die Proxlamation des Deutschen Kaiserihums zn Versailles gewählt nor en.

Aus diesem Unéei'bau steigt ein Thurm von leicht kegel- förmig nach oben hin verjüngtcr Form auf. Ueber seinem obern, durcl] 8Städte-Wappen:Schildcr gezierten, HalSringe tritt eine achtseitige Krönung mit acht niedern spißbogigen Fenster- öffnungen heraus, mit 16 zackenähnlichrn Zinnen auf dem Gcsims. Ein kurzes Kegeldacl], doffcn Spitze das Kreuz, vom Kranze umgeben, ziert, schlie'ßt oben das Monument ab. Die?- mit größter Sorgfalt gearbeitete M dell ist bestimmt, dem- nächst dem Brandenburgischen Provinzial- andtage vorgestellt zu Werden.

Die Ausstellung in demselben Sakon ist augenblicklich un- gemein reich mit neusn interessanten Werken der Malerei und Plastik beschickt. Wir heben die hervorragendsten darunter in

Folgendem hervor: Ein größeres Bild von Tschautsck), jenem |

jungen Berliner Künstler, welcher auf der [eßten großen aka- demischen Ausstellung so vielen Beifall durch sein Gemälde oom Dornrödclxn gewann, ebenfalls märchenhaßten Genres wie dieses. Es stellt Schneewittchen auf dem gläsernen Katafalk, von den bcirübten Zwergen bewacht, in der Lichtung der Waldbcrgkuppe dar. und den Prinzen, welcher sie!] froh erstaunt nber die holde Schlafende beugt. Das Bild ist mit liebenswürdigem poetischen Sinn konzipirt, das märchenhaftPhantastische in anmuthiger Realität zur Erscheinung gebracht, _ (Ein Gemäxde von Seiffertk), „das Dorforakel“, zeigt in lebensgroßen Halbfiguren eine Gruppe von drei jungen Landmädchen, denen ein bärtiger Alter, _ man er-

sieht nicht recht, ob. Schäfer oder Landstreicher, _ aus den Knrten wahr:“agt. Die Malerei ist von großer Energie und bringt die Köpfe und Figuren in frappantcr plastischer Körper- lichkeit heraus. Der Ansdrnck dcs Seelenlebsns nnd Empfin- dens ist bei den ganz verschicdengearicien Dorfschöncn sehr wohl getroffen, die Gestalten scheinen leidkr im Verhiiltnis; zn dcn Köpfen nwist zu knrz und kümmerlick) gerntßen. L. v. Hagn malie ein Duell von Kavnlicren des 17. Iahrhnnderts mit guter geschich11icher Charakteristik Und im fein durchgeführtm Ton der Abenddämmerung in seiner gewohnten freien und geist- reichen Weise. Läden in erlin fügte der RUTH? seiner sehr erhciterndcn Bilder ein nein?; von bester humoristischcr Wirknng hinzu: Aschermittwoch-Morgen. Ein in des Kostüm eine?- frau- zöfisckzsn Kavalicrs von 1570 maskirtcr Fastnachtscknvärmer steht in schwankendfter Haltung in heller Morgenstunde an seiner HanStlnire, dsren Schliiffcilock) er vergebens mit dem Schlüssel zu finden bemüht ist. Eine Dame, die, Von ihrem Diener gefolgt, boreits ,;ur Friihmcffe geht, Mägde, Arbeiter und Burschkn, die Dienst und Arbeit auf die Gase geführt hat, seven belustigt und erstaunt auf die hochkomische Gestalt in rotfzsn Tricots, spanischem Wamms und Mantel. _ Bitrmcisters Bild: Frauen und Mädchen, weiche fick], bei dcr Erstürinnng cines Schlosses dnrch plündernde Schaarcn im Bancrnkricge, in die Knpeile geflüchtet haben und dort von den ?lltarstufen aus gegen die Andringenden vortheidigcn, steht in der Komposition und Bewegung etwas ihcatralijcl) ans, verrätk) indeß viel Talent für die Darstellung derartiger leidenschaftlich erregter Semen. _ Brauseweiter malte die junge stattliche Herrin eines reichen. Patrizicrhauses im 16. Jahrhimdert, in rothem, goldgezierten Sammetkleide, welche, in der festlick) umkränzim Thür dcs Vankctsaals stehsnd, nahende

Gäste mit frenndlicher Gcbcrde zum Eintreten einzuladen scheint; Frl. Ulrike Laar Brudcr und Schwester, zwei ()übsck)? Kinder, die in Abwesenheit der Eltern die beliebte Maskerade oder Komödie: „Vätcrckxn und Mütterchen“ mit komischen: Ernst spielen. O. Becker, Vreitbacl),Du1)ffke, Zimmer haben verschie- dene Bilder ländlichen Lebens ausxiestcilt, dcr Erstgenannte vor- wiegend humorisiische Scencn. Bei Breitbach ist fast noch mehr Nachdruck, als auf das Jigürliche, auf die dargestellte Lokalität verwendet: hier ein pittoresker dörflicher Hausflur, dort ein sommcrgrüner westfälischer Buchenwald mit breitem, offe cn Wege, auf welchem Bauern onniäglick) gepußt zur Kirche geben. Eimentraut malte in (“leinsiem Maßstave die Figur eines Fahnenträgers des 16. Jahrhunderts mit einer an