1874 / 21 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 24 Jan 1874 18:00:01 GMT) scan diff

ein ander e ungssachen, auf Umrag der Abgg. Schellwiß, von Schorl!m?r-Alft und Schröder (Lippstadt) an die 36 1:00 um 7 Mitglieder verstärkte Agrarkommtsfion verwresen.

Ferner wurde der Gesehenrwurf, run des ProYeßordnung vom 8. Ndvember Berathnng ohne Debatte erledigt.

Es folgte

- ' ' un des Ober - fend d'e VeretYJer-Zribunal (S. denselben in Nr. 273

Les mit dem

Jahrg. 1873 11. Bl.): [?

1: „Das durch die Verordnung vom 27. Juni 1867 (Grieß-

Samnil. S. 1103) errichtete Ober-Appc ObewTribunal vereinigt.

Das Letztere erhält die Zuständigkeit,

laiionögerickzt beigelegt war.“ wurde ohne Debatte angenommen.

tragte der Abg. Baehr (Caffel) an, folgende 3 Paragraphen" einzu-

schieben: ' _ '_ §. 2. Für die C1v111achen aus drm Appellationé'gcrichtes, aus dem Gebrete

rank uri, aus dem Bezirke des Appeüaiionsgerichtcs Greifswald_und Fes Zustizienates Ehrenbreitstein, sonne aus den Hobenzvllrrmchen Landen wird ein aus zwei Abtheiluugrn _bcstchendrr Senat errichtet. §. 3. Zu jeder der beiden Abtheilungen diefes „Senates crfoigt die Ent cbcidnng auf Grund eines über Rrchtsxragen m einer gemein- séhaftli en Sitzung der Abibeilrmgrn berbetgrfnhrtxn Brichlusscö: ]) wenn wegen der Wichtigkeik _oder der Zwerselhafiigkcit der zu entscheidenden Reebfsfrage die Verwnsung derselben an dre vereinigten

Abtleilungen beschlossen wird; , )2) Wenn übcr Rechtsfragen em Besch

einer von der anderen Abtheibmg abgegebenen Entscbcidung fich in

Widerspruch seßt.

Im Uebrigcn treten die für das Ober-Tribunal bestehenden

ichriften, betreffend die Erbaltxung- der © Beziehung auf die nach, der Vereinigung böse ergebenden Entscheidungen, auch fur uns in Kraft.

„4. Au aus allen übrigen Theilen der Monarchie _ mit Llusn§abme dex!) Appeüationsgericbtsbezirks Coin _ konnen solrbe Civiliachen, für deren sachliche Venrtheilung gemeinsame oder im Wesentlichen übereinstimmende (5391832 zur Amvcndyng konnncn,_ dem neu zu errichtenden Senate zugewiesen werden. Nicht nxmdrr konnen derartige Sachen aus dem bisherigen Bezirke drs Obrr-Ilppellattons-

gerichts von der Gerichtsbarkeit dcs nru

genommen und einem andern Senate zugewiesen werden.,

Nachdem der Antragstrllrr seine erklärte sick) der Iustiz-thster 131".

' ". [" erer Rede die Unzulräglichkeit _des An- gegen' “Mm er n W Nachdem der Abg. Dr. Windthorst der Iußiz-Minister 1)r. Leonhardt nochmals und die Abgg. Thilo und Windthorst (Bielefeld) gegen den Antrag

trages auSeinandersthe. (Meppen) für,

e prockzen, wurde derselbe mit großer ? . 2-4 der Vorlage wurden ohne

Bei Schluß des Blattes trat das Haus in die Berathung des Etats des Ministerium?- des Innern.

_ Gemäß der bezüglichen Bekanntmnckwng des Ober- Präfidenten der Provinz Brandenburg, Wirklichen Geheimen Raths von Iagow, trat am 15. 1). M19. der 46. Kommunal- Landtag der Kurmark im Standebause hrerselbsr zusanrmen.

Der Vorfißende Graf von KomgHmark-Berlttt erdffnete denselben mir einigen einleitenden Worten und mies darm auf die neue ProvinziabGesengbung'hin, welche das Fortbestehen

"“ ck“"M'r lichen *VZZlFsYTs ? , Demnächst gedachte der Vorfißend; ZZZ ZYjäJrigen Vertreters

des bisherigen Kommunalbezlrts

welchen der Landtag durcb den To

' Kreies des Rittergutsbefißers der Ritterschaft des LUckeZéYlFFrsamnTlnfng ehrte sein Andenken

ntedi, crlitten hat. ' ZTZTErheben von den Stßen.

der Zusammenseßung des Landtags etheilt worden waren,

23. d. Mrs., Mittags 12 Uhr, ' s ii e. drei erYxosrffißende ernanntetzum schnffes den Wirklichen Geheimen teuffel, zu dem des zweiten den Regierungs-Ratb von Klnßow, Major von Rockww. Diesen aus

und zwar erhielt der rrste Ausschuß Sozietäts-Angelegenheiten, die Verwaltung der und verschiedene legenheiten.

eiten lenarfißung am 17. d. . [&th Ferisezxdie ferYer eingegangeneancknn zur. Verthetiung g dieAu-Zschüffe, welcbe inzwiscbenbereits ihre Arbeiten begonnen

an

arten. Den übrigen Inhalt der

13" ' ' ' s Ab eordneten-Strllvertreters und die Mittheilung der Wahl eme AblYuf der virrzebntägigen Frist .

die Ankündigung einer nach vorzunehmenden Wahl. Die dritte

schüsse.

gelegten Gutachten eingejreten.

Hervorzuheben ist hierunter das Gutachten des ersten Aus- die günstigen Resultaxe der . A erken- Sozietät verbundenen Mobiliarverncherung, in_dcrrnl n vor; nung der Landtag den Beamten der Sozietnt, we che Remunerationen fim dBLng'Tl'ZLY 11 aus dem [an enden Entschädigungs on 9 cm: 1 . F1? Yecrxtrhung fand frrnefr ein Gutachten deß ersten_Au_Hschuffes Austausch der an die Provrnzmzl- bei?. Kommunal-Landtage der Monarchie jährlich gelangenden Berick) e der von denselben reffortirenden Vrrwaltung. Der Landtag vermochteindeß emen

schusses über “zugsweise dahin gewirkt haben,

über den gegenseitigen

Vortheil von diesem Austauschs n zur Verhandlung gelangenden

Wahlen von

Ziegelöfen “neuer Konstruktion.

" ' d hier ein-

_ Zur Abstattung personlrcher Meldungen fin

. - ' t und Commandeur der 19. Di- gxiroffen. der General Lieutenan nnovcr und der General-Major

vißon von Strubbergnuß Ha nnd Kommern von Danzig, von

§. 125 der Hannoverschen bürgerlichen

die Zweite Berathung des Gesehentwurfes, betref-

" ' den- ierau der Bnrgermeister Hgmmer nns Bran ' burgJZZYdFPnLoYokollfifIhrer ernanninnd einige Veranderungen m

8 We derselbe ZrßfktlsxrsüßlfrFt auf den [ nden e U a )€ zur Verhandlung noch JUZU asxst und sch1:)j1t zur Bildung der

Vorfißenden des erften Aus- Ratk) Freiherrn von Man-

und zu dem des drirten den

' 61 Mit liedern gebildet wurden, . VorfißFTndFiefeingegaYgenen Geschaftssachen zur Ber1chters1attnng,

der zweite die LandarmsYs-Ylnn rsmjd

' ' ' ' "!"-“ka e und das Kriegs u enwee , der the M ProvinthYudissÜxxs Kassen, Gehaltöverbeffernngen Gesuckx um Unierftüßnngen betreffenden Angr-

Plenarversammlung am

' ' der erner eingegangenen . mlt VSÜYlelxriiZchft nxurde in die Berathnng der von diesen vor-

betreffend die A b än d e - 1850, in erßer und zweiter

Appellationsgerich- Uaticnsgericht wird mit dem

welche dem Ober - Appel- Nach diesem §. 1 bean-

_ Der Oberß-Lieutenant k ]a suits der Armee Wilhelm

Fürst zu Putbus ist hier angekommen. ; _ S. M. S. ,Elisabetk)“ ifi gesiern in Gibraltar an- gekommen.

„Bayern. München, 22. Januar. In der heutigen

Si un der Kammer der ReichSräthx, welcher die Prinzen Luiztpoxxd, Leopold, Arnulph, Adalbert,_ die Kontglichen Staats- Minister Freiherr v. Pranckh, 131“. "v. Jauftir beiwohnten, wurde der Geseßentwurf über die Zustandtgkett der Gerichte tn Strafsachen im Sinne des 1. „Ausschuffxs nut .der von der Zweiten Kammer eingesetzten Modifikattqn emstrmmrg angenom- men; chgleichen der Beschluß der Zweiten Kammer, betreffend die Aufhebung desLlrt. 22des WehrnerfassnngSgeseßes vom 30. Januar 1868. Die Berathuöxg uber den Antrag der Abge- ordneten 1)r. Völk und Geno en: S chwu rgericl) t e im künftigen Reichsstrafprozeßgesetze betreffend“

* vcranlaßte eine längere Debatte. Referent StaatSrath v. Schrenk

„Die Beibehaltung der

erklärte sich mit dem Antrag materisll für vollkommen einver-

bisl cjigen Bezirke des Ober- drr) vormals freien Stadt

luß gefaßt wird, Welcbcr mit

. Vox- nbeit der Rechtsgrundsaße m der beiden höchstrn Gerichts- dcn neu zu errichtenden Se-

zu errichtenden Srnatcs aus-

Anträge vertheidigt hatte, Leonhardt entschieden da-

Majorität abgelehnt. Die Debatre angenommen.

7 !..

Vorfißcnden mit-

von dem ' fur die

Wirklichen Gehrimen Ober-

AnssckMsstn, welcbe

drei _ überwres der

in der Hauptsache die Fener-

Mts. gelangten in

nur kurzen Sißung bildnen

22.1). Mrs. eröffnete Sachen an die Aus-

mit der Land-Feuer-

den Kosten entsprechenden

icht abzusehen. Die übrigen

elf Gutachten bsetrnfen mZifi - ' " :An ele en eiten, darunter die Betatigung er FWWSoszaxreis-Yirßktcken und derenFStelertr-[eter 11116112an " von B timmungen des rev irren" eg eme ?YMITTYF 185,5 LTUR? andern zu Gunsten der Kalk- und

v. Niethammer.

standen; aus zwei formellen Gründen, müsse er sick) dagegen aussprechen. Einerseits gehöre der vquiegende Gegenstand der- faffungömäßig zur Kompetenz des Reichstags, nnd sei es nicht wohl gethan, wenn die Einzelnlandtage derartige Fragen zum- Gegenstand der Beratbung und Besckzlnßfaffnng rnachten.- Es sei spezieUe Aufgabe derVertreter Payerns, nn Reichstage der Stimmung der Bevölkerung hteruber Ausdrucx zu geben. Andrerseits halte 'er den desfallfigen Antrags" fur “ganz un- nöthig, da die Königliche StaatSregrerung fich fur Beibehaltung der Schwurgerichte entschieden anSgesprochen habe. , ' Minister 1)r. Fäustle erklärte es fur setnr Pflicht, den in dieser Beziehung von der bayerischen StaatSregterung eingenommenen Standpunkt wiederholt zu betonen.. " Eventualität aufmerksam machen, die man sehr haufig außer Licht lasse. ' Geseßentwurf eintretenden erheblichen Entlastnng der Schwur- gerichte und der Ueberweisung einer _uberwregenden Mehrzabl von Strafen an die Bezirks- und Emzelngerichte _entsteh'e die Alternative, entweder das Personnl der reckZ-tskundrgenRtcknrr zu vermehren oder aus finanzpolitischen Rucksrchten die Ver- ziebung des Laien-Elements allmahlich anzubahnrn. Staats- Rath von Bomhard erklärte s1ch gegen den Volkschen An- tra , ' ' bei,?ubehalten sei oder nicht, Sache der Reicthesengbuna set. Nachdem noch Referent Staat-Zrath v. Schrein 1)ervorgel)oben, daß der vorwürfige Antrag den Charakter einer einfachen Reso- lution habe, welche nicht zur Anfgabe eme?- parlamentarischen Körpers gehöre, erfolgte die Abstimmung. mit 28 gegen 10 Stimmen abgcielxnt.

Königliche Hoheit Prinz Arnnlph, Furst Hohenlohe, Graf Pap- penheim, Graf Montgelas, Ritter v. Poschinger, von der Muhle,

Iuftiz-

Er müsse jedoch auf eine

Angesichts der durch den soeben angenommenen

da die Frage, ob das Institut der Schwurgerichte

Der Antrag wurde Dafür stimmren Se.

ra Bot mer v. auben chmid, v. Cramer-Klett und Frhr. G f h , DerH leßtesGegenstand der TageSordnung, der Antrag des Abg. Stenglein, betreffend die Aufhebung _des Art. 19 Abs. 1 des EinführungsZeseHeS zum Llngememcn Deutschen Handengeseßbnche wurde auf Antrag des Referenten Dr. U. Neumayer einstimmig angenommen. ' _ Wegen Einberufung des Deutschen Reichstages auf den 5. Februar wird der Landtag Ende der nachsten Woche ver- tagt werden. Im Laufe dieser Wdche werden von der Staat?- rcgierung die provisorischen Essex; lY,Eth11rse.,YYYe.I.ÜL-er «FMI großer Theil der AbgeanU-Z an Berathunngarerial fin- dikinZéxZéädie leFt? ._ßurig der Kammer der Abgeord- neten für die laufend? ,Kyche statt; dre nachste Wird auf künftigen Montag anberau werden. " * . _ Die Aufhebung dex Ober-ArrfschlngSamter und die Ueberweisung ihrrr Grsckzaft Ufgabe gn die Zollbehörden sol] bereits bis zum 1. Mar d. , durchgequrt_ werden. . Das Zoll- wesen wird alsdann, wre runmehr definitiv entschieden, dem Jinanz-Ministerium unterstelb werden.

Sachsen. DreSden„,23.Iannar. Die Erste Kammer nahm in ihrer heutigen Siitng zunachst _drn Vortrng der ]. Deputation über das Resitqt dcs Vereinigungsverxahrrns m Betreff des Gesetzennvnrfs,1ntgx prozeßrechtl_tche Bestimmungen betreffend, entgegen, und geehnngtr ctnstnnmrg die m der Ver- einigungsdcpntation getroffee Verembarung,_ wonach. die Karn- mer ihren früher ge'faßtt Vestblnß ans Défimrung des Begriffes der Befriedtgun dcs Klagers fallen laßt, wo- gegen der Zweiten Kammerangerathen werden soll," der Fest- Feßung der AppeÜationSfrist-uf 3 Tage und der Beschrnnknng der beabfi'cknigten Ausdehnung ss Mabnverfabrens anf Forderungen bis mit 500 Thlr. beizntrxn. Ein "Antrag des Abg. Seiler auf Bestimmung fester 917111116ka Saße fur Infinuntwns: und Bestellgebühren inkl. Boteühne fur alle Köthltrhrn'Behörden Wurde nach kurzer Debattainter Ablehnung eines die Beruck- fichtignng seines PetitumFokm Nbg; Serie:: gesteYren Lintragrs, der Staatsregiernng zur, ,agnng uberwresen. Hierauf beschäf- tigte fick) die Kammer mrtietnwnen.

_ Die Zweite Knmer berieth zunächst den Be- richt 1. Tepnration üb den von der Ersten Kammer schon angenommenen Lßrnrwurf, einige Abänderungen der Verfassunch-urkunde trcffend. Eine lange Debatte rirf dabei die wieder schon erörterte Frage hervor, ob auch den in Dresdeolznhaften Mitgliedern der Stände- versammlung Diätxn (§.' der Verfaffungxznrkunde) gewährt “werden sollen. oder 111 welche von der Majorität der Deputation im Anschl an den Geseßentwnrf verneint, von der Minorität, den-geordneten Petri und Käferftein, bejaht Worden ist. Da-er Vorlage zn Grunde Tiegende Prinzip, die Diäten nur - ntfchadtgung fur die den Abgeord- neten durch den Aufruf in Dresden erwachsenden arßer- ordentlichen Aufwand a ssen, fie daher den am Orte des Landtags wohnhaften zusagen, wurde von den Abgg. von Könncriß, 1)1'. Biederman nOehlsrblngeT, 111: Heine, Jordan, dem Referenten und vz)- MtS-thfter von Nostiy-Wailmiß vertbeidigt; für das Mm vatum sprachen die, Abgg. Petri, Riedel, Ur. Wigard, 1)r. wtß, Fahnauer. Die Frage wurde durch Annahme der Vor Mit 46 gegen 22 Stimmen für die Diätenlofigkeit der Dresden wohnhaften Abgeord- neten entschieden. Im rigen würde der Geseßentwurf ohne Debatte angeromm-„n Ungnahme der Bestimmung unter 7. Dieser Paro w111 ein Redaktionsverschen verbessern, vermöge deff zweiten Sqße von , 13] der VerfassungsUtkunde statt §. 92 falschltch §. 12 derse'lben angezogen worden if. DUerbeserung norzunehmcn, Wider- rätl) die Mehrheit dc De on tm,Hmbsick auf den bekann- ten Beschluß der Kemmlcher die Aufhebung, des, §. 92 der VerfaffungSurkmde b agt, und die Mehrheit der KSM- mer schloß sich diese An * und lehnte §. 7. des Geseß-

Menterty, aus Danzig.

entwurfs ab. _ Soda heilte die Kammer dem Gesek-

* Kanal, Verzeichnis; sämmtlicher Rettungssta

entwur wegen Abänderungen der Verf_assungs- urkundx und des Wahlgeseßes, durch welchen Prasident xmd Mitglieder der künftigen Ober-R'echnungskammer von der Wahl- barkeit und Ernenubarkeit in die Kammern aus_geschloffen wer- den, ohne Debatte in der von der 1. Deputation beantragten Fassung ihre Zustimmung.

Baden. Baden, 21. Januar. Der erzog von Ha- milton mit Gemahlin weilte einige Tagrhier, um sich dent- nächst nach Aegypten zu begeben. Sem eigenes _Schtff, eme Dampf-Yacht, erwartet die Neuvermahkten m Triest, um fie weiterzuführen. .

Freiburg, 17. Januar. Gestern nm Jahresxage der Gnu- nahme von Belfort, hat,;hier die feierliche Enthullung einer Reihe bronzener Tafeln stattgehabt, auf denen 'die Namen nnd die Heimati) der 143 im leYten Feldzuge gebliebenen Offiziere und Mannschaften des hiesigen Regiments verzeichnet sieben. Der Höchstkommandirende des Armee-Corps, General vnn Werner, und der frühere Kommandant der hiefigen Jufanierre-Dimfidn, General-Lieutenant von Glümer, ferner die Generale nnd Stabe der 29. Infanterie-Division, der 57. Infanterie-Brtgade'und 29. Kavalierie-Divifion, die Spißen der geistlichen und weltlich'en, staatlicl)sn,s1ädtischen und akademischen Behörden, _Ehrengasre, und eine große Menschenmenge wohnten der Enthnllungsfeter bei. Die Enthüüung fand um 111 Uhr statt, um 1 Uhr folgte ein Festmahl im Zähringer Hofe.

Sachsen-Weimar-Eifenach. Weimar, 23. Januar. Der Prinz Heinrich der Niederlan'dx, welcher seit dem 24. o. M. zum Besuche am Großherzoglichen Hofe permerlte, ist in der vergangenen Nacht mit dem Courterzuge wreder von hier abgereist.

Mecklenburg. Schwerin, 23. Januar. Der regie.- rende Herzog Ernst von Sachsen-Liltenburg, zur Zeit der Gast des hiesigen Hofes, hat brkanntlicl) den Feldzug gxgen Frankreich 1870/71 im Hauptquartier" des Großherzogs Mitge- macht. Der Herzog wird, wie wn: [)oren, bis Sdnnabxnd hier verweilen. Im Gefolge Sr. Hoheit befinden fick] die Adjutanten Freiherren von Egloffstein und von Esebxck. ZudEhren des Hohen Gastes fanden gestern und heute großere Hofxagden statt.

Anhalt. Dessau, 21. Januar. Der Landtag berieth heute u. A. den Gesrßentwnrf, die Arndernng des H. 26 der Landschaftsordnnng (Erhöhung der Daten von 3 auf 4 Thlr.) betreffend. Staats-Minister von Lar1sch empfahl den Saß _von 4 Thlrn., mit denen man jth kaum das erreiche, wdzn friiher 3 Thlr. geniigten, nur erklärte er fich gegen eine Zuruckdattrung der; Gesetzes (vom ]. Januar 1874, als Terintn,'an). In na- mentlicher Abstimmung wurde drr Entwurf Mit 27 gegen 6 (2 Abgg. sind abwesend) Stimmen angenommen.

Bremen, 21. Januar. Bürgermeistxr Grave hat das Amt eine?- Eisenbahn Kommissärs beijden'dem Staatz? ge- hörenden oder mitgehörenden Bahnen als mn semensanktwnen nicht verträglich niedergrlegt. An seine Stelle tritt Senator Buff, der ihn bisher schon zu vertreten p[lcgte._ . '

_ Drr Deutsche Nautische Verein wrrd seine die??- jährige Versammlung am 17., 18. und 19. Februar zu Berlin abhalten. Von hier find auf die Tageéordnung gebracht wor- den: Ursachen und Althfe dles gegendwxrxtgt YYYYIZJZZ;

? 0- 1 un 11 u an a me

Xl), "II“XXZY MWH"!- LETZerßem soll verhandelt werden über

Reforxn dcr Quarantane (Antrag von RendSbnrg), Reicböober-

seebehorde, Leuchtfeuer, Signalwesen, Seeéerichte, Nord-Ostsce- ionen der Erde (Nn-

trag von Hamburg), Bekanntmachnng der aktiven Seekeuje mit

den Veränderungen der nautischen Geseßgebung (gleichfalls ?in-

trag von Hamburg.)

Oesterreich-Ungarn. Wien, 23.Ianuar. Der Kais er hat stel) gestern nach Budapest!) begeben.

_ Im Abgeordnetenhanse stand heute ein Antrag des Grafen Hohenwarth auf aneisnng der Eingabe der czechischen Abgeordneten Böhmens vom 23.“November 1873 an einen Aus- schuß znr Berathnng. Der Antragsteiler wirs zur Vrgründung auf die besondere Bedeutung der böhmischen Opposttion bin und forderte Regierung und Haus auf, eine Versöhnung der Parteien anzubahnen. Nachdem Herbst dem gegenüber besonders geltend grmacht, daß fiber den rechtlichrn Bestand der Verfassung im Reichchathe in keiner Weise mehr diskntirt werden könne, wurde der Antrag Hohenwarth-Z mit großer Majorität' abgelehnt.

Triest, 22. Immar. Das Leichcnbegiingnisz dcr Infantin Maria Theresia fand heute statt. Dem nchtspännigen, mit einer Königlichen Krone gezierten Gnla=Leichenwngen folgten Dom Miguel, begleitet vom Statthalter und dem Feldmarschall- Lieutenant Prinzen Württemberg, die anSwärtigen Vertreter Graf (Zahlen und Hanptmann Baron Snnta-Ernz, sämmtliche Konsuln, die Spitzen der Behörden, die anwesenden Generale, Admirale und dienstfrrien Offiziere und die hervorragendsten Persönlichkeiten der. Aristokratie nnd - des Handelsstandes. Bei der Antonikirckx erwarteten den Conduct die Erz: herzogin Maria Therefia, sowie der Vertreter des Erzher- zogs Karl Ludwig, Feldmarschall:Lieutenant Baron Horn- stein. In der Kirche criebrirte bei der Einsegmmg der Bischof mit dem ganzen Klerus von Triest. Von da erfolgte die Ueber- führung durch die von einer dichten Volkswenge beseyten Haupt- straßen nach der Kathedrale St. Inst, wo .die wiederholte Ein- scgnnng und Beikegung det.“: Sarges in die eigene Königliche Gruft feierlichst stattfand. Die in der Rhede liegenden Schiffe YM Nationen führten den ganzen Tag die Fiaggen auf halben

Upp- . * Pesth, 22.Innuar. In der Sißung des Abgeordneten- hause's interpeklirte Csernatonr) wegén Vorlage des Wahlgeseßes. Der Minister-Präfident Szlavr) antwortete, daß die bezügliche Vorlage durch die bekannten Ereignisse verzögert worden, Der Gescßentwurf sei übrigens längst fertig; dock] Werde das Haus

gen über die Finanzlage den dringlichsten VerhandlungSgegen- stand bildeten. In einer Interpellation an den Minister des Innern bezüglich der Pancsovaer Wahlvorgänge bezeichnete Vincenz Babes die gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen als Erfin- dungen. Er habe sch weder als Kaiserlicher Eniiffär gerirt, noch gegen die Verfassung agitirt; wohl aber habe die Regierung ihre dortigen Beamten und kirchlichen Würdenträger Cortesdienste verrichten [affen und die Wah! selbst durch Anwendung der ver- werflichften Mittel beeinflußt. Er verlangte daher, daß die an- geordnete Untersuehung unparteiisch geführt werde und sich auch auf die Regierungöpartei erstrecke. *

' Der Minister des Innern Graf Szapary antwortete: Die eingeleitete Untersuchung werde Klarheit über die Wahlvorgänge verbreixen. So viel aber könne er schon heute auf Grund voll-

kommen verlässlicher Zeugenaussagen konstatiren, daß Babes sich

. menstcuer, sowie die Auflagen auf eine Anzahl von Verbrauchs-

schw8rlich so bald darüber verhandeln können, da die Berathun- --

allerdings den Titel eines Kaiserlichen Emiffärs beige-

legt habk. als solcher das Volk haranguirte und aller Orten unter Vortragung serbischer Fahnen agitirte. Der auf der TageSordnung ßehende Geseßentwurf über die Grundßeuerregelung wurde nach kurzer Generaldebatte ange- nommen. In der Spezialdebatte beantragte Thomas Pechr) die Verwerfung des Minen, in welchem die Gesammthöhe der Steuersutnme auf 30 Millionen und der GrundentlastungSzu- schlag mtt 40 Prozent der Steuersnmme fixirt werden, Die Linke und die Mitglieder der Fraktionen Lonyar) und Sennqer) (zusammen.89 Stimmen) stimmten für die Verwerfung. Die Deak-quter, welche für die Auöschußvorsage stimmte, blieb mit 11 Stimmen in der Minorität. Die Verhandlung des Geseh-

entwurfcs ward bei §. 8 abgebrochen und wird morgen fortge- seßt werden.

Schweiz. Bern, 22. Januar. die Bürgerschaft der Regierung, ,denten Teuscher, für sein nitente Geistlichkeit Fackelzug.

_ Am“ Montag brachte speziell dem Regierungs-Präfi- energisches Vorgehen gegen die re- des Berner Jura einen glänzenden

Grpßbütanuien und Irland. London, 22. Januar. Den bis ]eßt getroffenen DiSpofitionen zufolge kehrt die Königin am 14.,Februar von Osborne nach Windsor zurück, um die Vorbereitungen für den Empfang des Herzogs und der Herzogin non Edinburgh zu treffen. Für das neuvermählte Paar wird eme Reihe glanzender Gemäckzer hergerichtet, welche eine Nusficht au_f den Home Park, Frogmore und die Königlichen Gärten ge- wahren. _ Anf Osborne empfing die Königin am 20. d. Mrs. den 'von der Goldküste zurückgekehrten Obersten Mac Neill, der m dem Treffen mit den Aschantis in Effaman sehwer ver- wundet wurde.

_ Der Minister für auSwärtige Angelegenheiten, Earl Granville, giebt morgen zur Feier der Hochzeit des Herzogs von Edinburgh ein diplomatische?) Bankett. __ _ Der Premier-Minister Gladstone, der von seiner ]ungsten schweren Unpäßlichkeit wieder ziemlich hergestellt zu sein chemt,jempfing gestern in seiner AmtSwohnung in Downing- streer eme sehr zahlreiche Deputation, welche kam, um die Regierung zu ersuchen, das Stimmrecht der Städte auf dir landlichen Kreise ausdehnen zu onen. Die Drpn- tntton bestand aus Vertretern verschiedener englischer und schot- tischer Arbeitervereine mit einer halben MiUion Mitglieder. Ehe dre Deputation ihr Anliegen vorbrachte, erkundigte sich der Mi- nister,“ ob" der Wunsch nach der Ausdehnung des Stimmrechts auf die [andlichen Kreise mit irgend einer besonderen Partei in Verbindung stehe und ob die Maßregel angemein verlangt werde. Nachdem ihm versichert worden, daß der länd- lich'e Arbeiterstand unabhängig von jeder politischen Partei das Stimmrecht beanspruche, bemerkte der Minister, daß zur befrie- dtgrnden Lösung einer solchen Frage vor Allem eine gewisse Reife der öffentlichen Stimmung gehöre. Ueberhanpt sei diese Angelegenheit erst vor einem Jahre oder zweien in den Vorder- grund getreten. Es werde ihn freuen, ihren raschen Fortschritt zu erleben, aber er wünsche vor aklen Dingen ihren friedlichen Fortschritt. Zum Schluß drückte der Minister seine Ueberzeu- gnng'aus, daß eine Ausdehnung des Stimmrechts den Thron wre die Gesetze und Einrichtungen des Landes weiter befestigen

würde.

24. Januar. (W. T. B.) Nachdem Gladstone boi der Königin beantragt, das Parlament aufzulösen, ist heute ein Dekret veröffentlicht, we cher.“; die Lluflösnng anssprickn. Die Neuwahlen werden sofort nnberanmt werden und wird das neue Parlament am 5. März znsammentreten. In einem an seine Wähler in Greenwich gerichteten Schreiben hat der Minister die Gründe dargelegt, welchc ihn veranlaßt haben, diese Mnßregel vorzuschlagen. Gladstone motivirt dieselbe dnrck) dicunznreichende Unterstützung, welche das Ministrrinm im Untrrhanse finde und durch die [ersten Wahlerfokgr der Konservativen, welche von der Regiernng nicht ftiUschwrigend aufgenommrn werden könnten. Durch die sofortige Auflösung des Parlaments, anstatt dieselbe noch länger hinauszuschieben, worde die Regierung in den Stand gesrßt, sich ohne Zeitverlust mit den Angelegenheiten drs Lauch zu beschäftigen. In dem Schreiben wird ferner die sofortige Vorlegung des Budgets verheißen, welches einen Ueberschnß von 5 Millionen Pfd. Sterl. nachweist. Es sei dndnrck] die Mög- lichkeit gewonnen, die Lokalstcnern berabzuscßen und dir Einkom-

artikeln abzuschaffen.

Frankreich. Paris, 22. Januar. Das „Journal officiel“ veröffentlicht das Geseß über die Anstellung der Maires und der PolizeibeamtenindenjenigenKommunen, in welchen die Organisation der Polizei erst durch das Gesetz vom 24. Juli 1867 oder durch besondere Gesetze geregelt ist.

_ Die Budget-Kommission hat vom Finanz=Minister die Anzeige erhalten, daß der Kriegs-Minister die Erhöhung der für 1874 auf die Liquidationsrechmmg eingrscknicbenen Summe von 126 Miilionen auf 165,500,000 Fr. vrrkange,

_ Die Douanen-Verwaltung ba: cht die Ziffern über den Handrl mil dem Ausiand während der 11 ersten Mn- nate von 1873 veröffentlicht. Dieselben lauten, wie folgt: Ja- nuar und Februar 1,053,173,000 FW„ März 695,285,000, April 587,544,000, Mai 583,865,000, Inni 593,527,000, Inli 705,506,000, Angust 469,970,000, September 840,167,000, Oktober 675,065,000, November 641,059,000, im Ganzen 6,845,261,000 Frs. Dies "ist eine Vermehrung von 160 Mil- lionen im Vergleich zu den 11 entsprechenden Monaten des Jahres 1872.

_ Heute wurden die Lenßen sämmtlicher Solda ten, die wäh- rend der beiden Belagerungen im Boulogner Wäldchen begraben worden sind,. auSgegraben und in feierlichem Zuge nach dem nahen Friedßofe von Neuin gebracht. _ Die Pfarrgeistlicl]keit dieser Vorstadt, sowie eine große Menschenmenge wohnten dieser Uebertragung bei.

_ In Cherbourg werden Vorbereitungen zum Empfange des Präsidenten getroffen. Derselbe wird dahin abreisen, um die Halbinsel Cotentin zu besuchen, die befestigt werden soll, da- mit auch Cherbourg von der“Landseite gcfichert wird.

_.In Lyon wurden am Jahrestage der Hinrichtung Ludwigs )(71. in verschiedenen Kirchen Messen unter großem Zudrange gelesen.

Spanien. Wie dem Reuterschen Büreau aus Estella vom 18. d. Mis. gemeldet wird, hat der Karliftenführer Llorente

Napera, im Distrikt Rioja, eingenommen, wo er 500 Gewehre, 50 Pferde und 80 Haupt Rindvieh erbeutete. Die spanische

„Cartagena ist der Schiffahrt eröffnet. Das Zollamt und das Gesundheitsamt find von Porman dahin verlegt worden.

_ Aus Barcelona wird dem Reuterschen Bureau un- term 20. d. M. telegraphirt: „Am leßten Freitag wurden die Carlistenführer Savalls, Huguet und Ville del Prat von den Autoritäten von Vych empfangen. Die Munizipalkapelle brachte ihnen zu Ehren ein Ständchen. SavaUs verließ am folgenden Tage Vyck) und begab fich nacb ESquiral. Die Carlisten bedrohen quadell, sechs Meilen von Barcelona. General Campes mar- schtrt mii seiner Truppenkolonne gegen fie.“ . „_ 23. Januar. (W. T. B.) Drei hier bestehende Alfon- ststische Gesellschaften find seitens der Regierungsbehörden geschlossen worden.

Griechenland. Athen, 20. Januar. Die Deputirten- wahlen sind überall in Ordnung vorübergegangen. mit Aus- nahme in Tripolißa, wo in Folge eines Tumukts mehrere Per- sonen verwundet wurdcn.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 21. Januar. Dns vdrläufigc Festprogramm für die Vermählungs- fererlwhkeiten ist?, wie die „St. Petersburger Zeitung“ erfahrr, wie folgt frtgeseßt. Am 11. Januar, Mittach 1 Uhr, Verinablung des Herzogs von Edinburgh mit Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Großfürstin Maria Alexandrowna, Nachmittags 5 Uhr Banquet, Abends Sonysnsn fäijS. Am 12. Januar Diner für die deutschen Kronprinzlichen Herrschaften beim deutschen Bot- schafter Prinzen Reuß; am 15. Januar große Cour, am 16. Galatheater, am 17. großer Hofball, am 18.Bal] bei Sr. Kaiser- lichrn Hoheit dem Großfürsten Thronfolger, am 19. Ball beim brttlchen Botschafter Lord Loftus, am 21. Bau, gegeben vom Petersburger Adel, am 22. Hofball und darauf Abreise der deutschenKronprinzlichen Herrschaften von Petersburg nach Moskau, am 23. Abrrise des Kaisxrrichen Hofes von Pstcrsburg nach Moskau, Ankunft daselbst Abends; am 24. Große Sortic, am 25. Ball, gegeben vom Moskauer Adel, und am 26. Januar Rückkehr der deutschen Kronprinzlichen Herrschaften über Warschau nach Berlin. Am 28. Januar (9. Februar 11. St.) werden, so- weit bis jeßt bestimmt, die Kronprinzlichen Herrschaften wieder in Berlin eintreffen.

_ Gestern vor dem Diner machten Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprin- zessin des_xDeutschen Reiches und von Preußen Be- suche bei den Mitgliedern der Kaiserlichen Familie und dsren Fürstiichen Gästen. Abends erschien der Krrrnprinz in dem eng- lischen Klub, wo den Hohen Gästen ein glänzender Empfang be- reitet war, und verweilte daselbst etwa zwei Stunden. Henke Vormitrag wohnte Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der in der Peter-Pnuls=Kathrdrale der Festung abgehaltenen Todtcn- messe zum Gedächtnis; der hochseligen Großfürstin Helene Paw- lowna bei. Der Kronprinz machte sodann verschirdene Besuche. Mittags war Familiendincr bci Ihrer Majestät der Kaiserin. Abends brfncHte der Kronprinz die italienische Oper.

_ 23. Januar. (W. T. B.) Die Trauung des Her- zogs von Edinburgh und der Großfürstin Maria Alexandrowna fand zuerst nach orthodox-grirrhisthem, sodann nac!) anglikanischem Ritns statt. Am Schlusse der kirchlichen Feierlichkeit, die von 1 Uhr bis 4Uhr Nachmitrags dauerte, wur- den 101 Kanonenfchüffe abgefeuert. Das Diner fand um 5 Uhr im Nikolaisaale statt. Bei dem Ton , «uf „den Kaiser und die Kaiserin wurden 51, bei demie ' ' "* auf die Königin Victoria und die Neuvermählten 31, bei demjenigen auf die Ho- hen Gäste, die Geistlichkeit nnd die getreuen Unterthanen gleich- falks 31 Kanonenfchüffe abgefrnert. Um 9 UFr Abends begann die außerordentlich glänzende IUumination er ganzen Stadt. 9er Straßen waren von großen Menschenmassen angefüllt und an allen Pläßen und Straßenkreuzungen waren Mufikcorps anf- grstellt. Dns warme und klare Wetxcr begünstigte die öffentliche Feirr. Cin Ball im Winterpalais wird die heutigen Festlich- keiten beschließen.

_ 24.Iannar (M.TV.) Die Hohen Neuvermähl- ten sind gestern Abend um 1/212 Uhr nach Zurskoc Selb nb- grreist, wo dieselben drei Tage verweilen werden.

_ (Monats-Uebe-rsirht für Dezember.) Nachdem der Hof von Libadia nach St. Petersburg zurückgekehrt war, fanden giekcl) zwci bemrrkeiiswerthe Festlichkeiten start:“ am 6. Dezember die Einweihung des Denkmals der Kaiserin Katharina 11. und am 8. Dezember die übliche Iabresfeier dcr Stiftnng des St. GcorgeZ=Ordens, unserer be- dentendften Auszeichnung für militärische Verdienste. Bci beiden Festiichkeitcn war die preußische Llrmee-Depntation, die zur S1. Georgsfeier gekommen war, zugegen und wurde mit lebhafter Herzlichkeit bewiUkommnet.

Am St. Georgsfcste _ dem Tage, welcher seit einer ge- raumen Reihe von Jahren unserem Hofe eine besondere Ver- anlassung zum Austausch freundschaftlichcr Knndgebungen mit dem preußischen bot, _ brachte der Kaiser Alexander 11. "den Toast auf dae."- Wohl der St. Georgsritter, _ unter welchen der Deutsche Kaiser als der einzige Inhaber der ersten Klasse und als der älteste Träger des Ordens überhaupt erscheint _ aus. Neben dcm Gala-Dincr, an welchem 388 GeorgSritéer und Inhaber goldener Ehrrndcgrn Theil nahmen, wurde auch noch für Inhaber der Soldatenklaffe des Ordens ein besonderes Festmahl veranstaltet, zn wclchem 550 Personen geladen waren. Feldmarschall Freiherr von Manteuffel brachte auf dem Gala-Diner im Namen des Deutschen Kaisers und der Deutschen Armee die Gesundheit des Czaren aus.

Im Uebrigcn find die Hofchargen vornehmlich mit den Vor- bereitungen zur Vermählung der Großfürstin Marie in Anspruch genommen.

Der Besuch des Kaisers von Oesterreich scheint um den 9. Februar in AuSslcht genommen zu sein.

Unter den Angelegenheiten der auswärtigen Politik ist der Vertrag mit Bochum wohl das Bedeutsamste, was zu melden wäre. Nachdem in Folge des mit dem Chan von Chiwa (durch den General-Adjutanten“ von Kauffmann) abgeschlossenen Vertrages das rechte Nmu-Darja-Ufer in Rußlands Bestß überging, trat Rußland einen namhaften Theil davon _ zur Bekohnung gn- ten und loyalen. Verhaltens während des chiwefischen Krieges _ an den Emir von Bochum ab. Die wichtigste Bedingung, welche der Emir dabei überna rn, war die Abschaffung der Sklaverei in Bochum, ganz wie olche auch von Chiwa ausbedungen war. Rußland behält dabei auch Bochum gegenüber die Auffickzt über die Flußsclziffahrt auf dem Amn. Bei Einfuhr russischer Waa- ren in Bochnra und bochurifcher in Turkestan darf nur die 23prozentige Abgabe ,Skajet“ erhoben werden. Für die Sicher- heit rusfischcr Unterthanen, für diexSicherheit des Handelsber- kehrs und sorgfältige Durchführung der Sklaven-Emanzipation

Regierung hat dem General Primo de Riwera eine Verstärkung von 500 Mann gesandr

in ihren respektiven Gebieten bleiben die Beherrscher von Vochara

_ Aus Murcia, 20. Januar, meldet ein Telegramm*:*

* 10 Prozent der Gesammtpopnlatton, in Kaukafien 91

afien der Weg zu einem civilifirten Verkehr mit Energie ange- bahnt, einem Verkehr, aus welchem nicht nur für Rußland, son- dern auch fiir England materieller Gewinn zu erwarten ifx

Vdn inneren Angelegenheiten steht die Einführung der nügememen WS_hrpflicht obenan. Die Frage ist nun endlich m allen Tetails entschieden worden und die Publikation des Ukases rn naclister Zeit bevorstehend. Die Bestimmungen über die' erforderliche Bildung werden fick) von denen des Deutschen Reiches derart unierscheiden, daß nicht eine Stufe, sondern meh- rsre'angenommen werden. Jede dieser Abstufungen bietet einem Theile der_ russischen Staatsbürger ein relativ erreichbares Ziel, wahrend diebe: „den preußischen Freiwilligen angenommene Bil- dungsstrrfe fur eine große Mehrheit bei uns unerreichbar bliebe. Dafur rst die aktive Dienstzeit für diejenigen, die gar keianrhul- bildrrng'genoffrn haben, eine brträchtlick) längere, als die aktive gewoßnltche Dtcnstzcn der Untxr'mUitärs in Preußen. Insbeson- dere tft zu erwarten, daß auch der Mittrlstand _ wegen der zu erwartenden Vergünstigungen bei Ausübung der Wehrpflicht _

FY für seine Kinder mehr auf die Gymnasien reflektirt, als 1 )er.

Die HnngerSnoth, die in fünf Kreisen dcs Gouvernements

Samara herrscht, erweckt auf allen Seiten die ro arti 1853 er- WlUlgkelt. Die Regierung hat durch Anordméxrgßdergxchlei§1fig- sten „Inangriffnahme der Samara-Orenbnrger Eisenbahn, durch Erlerckßerung der Ausfrrtianng von Pässen für Arbeiter, sowie auch durch bedeutrnde materielle Opfer lehülfe zu treffen ge- surht. Biele_ offentltche Instituée votiren Summen für die Noth- lridenden, , insbesondere die Landstände verschiedener Pro- vxnzen, die Reichsbank u. s. w. Die znr Gesellschaft fur Verpflegung o_erwundetrr und kranker Krieger gehörigen Dann-Komttes zeichnen sich in der Einsammlung freiwilliger Beitrage aus, ebenso auch die Redaktionen der verbreitetsten Blatrer. Ueber die „Resultate der Anstrengungen der Regierung, der offentlxcherrInstitute aller Gattungen, der Vereine, Redak- tronen undPrwaren haben die TageSzeitnngen vielfach schon be- rrrbtct. Eine wrrhttge Unterstüßungsqnelle ist das allgemeine ersorgungs:Kaptta[, welches ach bestimmten _ im Grande maßigen _ Abgaben gebildet wird, und zur Vrrfiignng der Regierung steht._ Dieser Fonds belief fick) zu Anfang des Jahres 1873 auf 18 Millionen Rubel, wovon 12 Millionen jedoch schon verliehen, w.;ren. In baarem Gelde [agen von dissen 18 Millionen an 4"Mil1w'nen da _ nnr konnte mit Rückficht auf die Zukunft nnr uber'emen Theil diesrr Snmme zn Gnnsten dcr Noth- lcrdenden m Samara verfügt werden.

Das Mtlitärbudget von ganz Europa ist nach dem sehr znverlasfigen „Kalender“ des Herrn Suworin auf 7385771100 Rubel nach russtsckzrr Wäbrnng zn beransckzkngcn. Dnvon' kame auf Rußland fiir das Jahr 1873 169290088 Rbl., mtrkEmreckmung dcs ordentlirbcn und des anßerordcntlichen Milrtgrbudgets. Die fernereAuHrechnung ergiebt, daß Rußlands Mikitarbudget im Verhältniß zu dem von ganz Europa gennrr drirseiben Prozentsay ansdrückt, wie Ruß[ands Vrvoikernngsziffer zu der von ganz Europa, nämlich 23 Prqzent.. “Frankreichs Vevdlkernngöziffer ist 5192: 12 Prozent, aber sem Militarbndget„19 Prozent; Englands Bevölkerungs- zrffer 10 Prozent, Militarbudgct 14 Prozrnt; Deutschlands Be- volkerrrngsziffcr 13 Prozent, Militärbndget (113,884,920 Rubel nach Suworms Reckmung) 15 Prozent; Oestrrreichs Bevölke- runxxsztffer 12 Prozent, Militärbudget 10 Prozent; Italiens Vevolkrrungsziffer 9 Prozent, Militärbndgrt 7 Prozent. Das ganze ubrtge EUropa repräsentirt von der Gesammtbevölkerung Europas 21 Prozent, sein Budget von den Gesammt-Militär- angcrben 12 Prozent. An Generalsn, GmbH: und Oberoffizie- ren zahlte Rußland zu Anfang 1871 27,841; davon gingen im Laufe von 1871 ab 1819, kamen hinzu 2054. Verblieb für 1872 drtnnack) ein Bestand von 28,076 Grneraken, Stabs- und Oberoffizierrn, von welchen 2697 in administrativen und Civil- steUungen fick) befinden. Unter:Militärs gab es im Jahre 1873 732,068 Mann. Unter den Frldmarsäzällcn girbr es zwei wirk- liche Ruffxn, den Fürsten Barjatinskr) und drn Grafen Berg, (Leßtercr rnzwxsrhen verstorben) und sieben auswärtige Prinzen und Herrfuhrer, worunter ein Prinz der Nirderlandc, cin Erz- herzog von Oesterreick), die übrigen der dentschen Armee angehö- rtg. Unterden kommandirenden und Divifionö-Gencralen nirbt es 8 Auswnrtige. Im Ganzen standen im Gcnernchrange (“nom General-Maxor aufwärts) im Mai 1873 bei uns 1133 Personen. . Irn russischen Eisenbahnwesen haben fick), wie das aus offi- zieUen Qneüen zn ersehen ist, die Einnahmen im Jahre 1873 gegen das Vorjahr im Ganzrn befrächtlich vrrbcffcrt. Die offizirllen Nnchrichtcn gehen bisher nur anf dir Zeit vom 1. Januar bis zum 1. Angnft, gestatten also auck) nur einen- Berglcick) mit den entsprechenden ersten sebcn Monaten des Vor- ]nhrs. Somit waren zum Ende Inli 1872 in Rnßland 35 Bkahnen in Thätigkeit, zum Ende Juli 1873 aber schon 44 mit einer Ausdclymmg von 14,110 Werft (zn 7 anf eine deutsche Meike). Vom 1. Januar bis zum 31. Inli 1873 wnrden auf diesen Bahnen 13,161,867 Passagiere befördert _ etwas Über eine Million mehr als in den entsprechenden Monaten des Vor- jahres. Nn Frachtgütern wnrden befördert 636300000 Pud (zu 40 Pfund) _ 111,600,000 Pnd mehr als im Vorjahre. Von diesen Bahnen brachten vom 1. Januar bis 31. Juli 1873 per Mrrst ein: Monnu-Prtersbnrger Nikolaibahn 17,141 Rubel, Moökau-Rjnsnn 12,627, Rfasan=Koslow 11,564 Rubel, Zarskoje- Selo 9928 Rnbcl, MoKknn-Kursk 8698 Rubel, Mosknrr-Nijnn- Nowgorod 8673 Rubel, Warsrhnu-Wicn 7201 Rubel. Von 4 bis 7000 Rubel per Worst trugen folgende Bahnen ein: Diinaburg=Witebsk, Rign-Diinnburg, Orel-Witebsk, Moskau- Iaroslaw, Rnbinsk-Bologoje, Odessaer Bahn, Tembow=Koslom, KurSk-Kiew, Wolgn-Don, Petersbnrg-Warsck].ru-Wirbnllrn. Von 2 bis 4000 Rnbrl per Werft brachten 16 Bahnen ein, von 1 bis 2000 Rubel 6 Bahnen. Am wenigsten brachte dir: Li- baner Bahn, nämlich 868 Rubel per Werft. Vermindert hatten sich die Einnahmen gcgen dns Vorjahr auf vier Bahnen, näm- lich KoSlow-Woronesh,3arskoje-Selm-Bahn, Peteröbnrg-Warschnn- Wirballen, Lodzer Fabrikbnhn.

Die Anzahl aller“. Städte im russischen Reiche beträgt (nach Daten, die wir rwrwregcnd dem obengenannten Snworin vcr- danken) 2919. Dnvon kommen auf das europäische Rußland ohne Polen nnd Finland 2321, auf Polen 450, auf Kaukafien 51, nuf Sibirien 42, Mittelasien 22, Finland 33. Hieraus folgt, daß nn rnsfischenRenhe die städtische Bevölkerung im Verhältniß zur „landltchen sehr klein ist. Die verhältnißmäßig größte städtische Bcvolkerung befindet fick) in Polen: fie beträgt dort 25 Prozent der Gesammtpopulation. Im eigentlichen Rußland beträgt sie

ro ent in Mittelasien, Finland, Sibirien jedoch nur 6 .bis 7 YroTent: Rußland zahlt “dabei 6 Städte über 100,800 Einwohner: St. Petersburg (667,000), Moskau (611, 00), Warschau (286,000), Odessa (180,000), Kischinen (105.000), Riga (102,000).

und ,Chiwa in jedem Falle verantwortlich. Damit ist in Mitte!-

Von 50 bis 100,000 Einwohner haben 10 Städte: Taschkend,