Erklärung könne noch nicht abgegeben werden. Nachdem noch der Abg. Delius für die Verwe1snng an eme Komnnsfion von 14 Mitgliedern gesprochen und der Nbg. Berger (Witten) dnrch Mittheilung von statistischcm Mat'erral den „Antrag unter- stützt, wurde die Vorlage an erne Komm1sfion von 21 Mitglicdern verwiesen. Es folgte dre erste Berathung des fol- genden vom Nbg. Schlüter beantragtrn' Geseßennvurch, be- treffend dic Beseitigungwer von Gelftltchen vorzunehmenden Sühnevcrsuckze in EhesckxtdnngssachÉn: Kö P .
" lm, von Gottrs nadcn nig von reußen 2T. vcrerT'; 211331ere.“»511stin1mung beider“ Hänscr des Landtags Unsrrrr Monarchie für diejenigen Landesthctle, m Welchem das Gesetz vom ......... , betreffend dFYeurknsndfnng [*scsf 5?ck;rfoncns1andcs und ' Flechlicun, eun )a,Wa og: dre FZ? deLanOLlexcschefxzdur?gssachen,gwelche vonx 1 Oktobcrx1874 ab anhängig kverdkn, bleibt die Zuzxclnmg dcr (Hentltchcn zur Vornahme von Versöhnungs- (SUMO) Vrrnnben aukgrsckylossrn. _
§. 2. Alle rntgcgcnstchcndrn Brstimmungcn smd ausgehoben.
Urkundlich rc.
Nach der Motivirung des Antrages durch den AntragsteÜer erklärte fick) der Iustiz-Miniftcr entscßieden gegen denselben. Nachdem dann noch der Nbg. 01". v. Gcrkack) gegen, der Abg. ])r. Braun (Waldenburg) für den anrag gesprochen, w1rd der- selbe an die Iustiz-Kommisswn vernnescn. . _
Darauf wurde der vom Abg. SWH erngcbrackne Antrag:
Das Haus der Abgeordnsten Wolle beschließsn: '
1) daß das Strafverfahren. w-xlches grgrn drt] Alzg. Pathwgrr aus Trier bei den:. dortigen Landgericht schwebt, kur dre Dauer dor grgcnwärkigkn SitZUUJZPSriodc ausgrhobcn Werde,
2) daß das Präsidium brauftragk Werds, diesen Beschluß der Königlichrn Staatsregierung mitzuthcilen,
Yast einstimmig angenommen. - Bei Schluß des Vkattes trat as Hans in die Brrathnng von Petitionen.
- Der Kaiserlich deutsche Gesandte am Königlich nieder- ländischen Hofe, Graf von Perponck)er, ist „nach beendetcm Urlaub aus SchlesiEU kommend, hier durchgerctst, um fiel) auf seinen Posten nach dem Haag zu begeben.
- Der dieffeitige Gesandte am Großherzoglich oldenbur- gischen Hofe, General-Majdr 31 1:1 811118 der Armee, Gustav Prinz zn Ysenburg und Büdingen, hat stel) nach Olden- burg zurückbegeben.
- Dcr Gcneral-Lientenant, General :*1 [U 511th Sr. Mn- jcstät des Kaisers und Königs und Commandcur der 12. DW:- swn, Prinz Kraft zu Hohenlohe=Ingelf1ngen"; der General-Lieutenant und General 3 1:1 511116 Sr. Maxestat ch KaiserS und Königs, Prinz Friedrich Wilhelw zUHohen- lohc-Jngclfingen und der Oberst 3. 1a 511116 der Armee, Carl Fürst von Lich110w411), find hier angekommen und Erstere im Hotel du Nord, Leßterer im Hotel de St. Peter?- burg abgeslicgen-ZTW. :. '-1
- S. M. Brigg „Rover“ hat am 29. Dezember 1873 Kingstown aufSt.Vinzent verlassen und ankcne am 31. deff?!- ben Monats im Hafen von Port Spain anf Trinidad.
S. M. S. „Arcona“ ist am 30. Drzcmber 1873 von Rio de Janeiro aus in See gegangen.
- DerKommurml-Landtag derKurmark hieltseine 4., 5. nnd 6. Plenark" „ mg am 27. und 31. Januar und am 2. Februar. In W M11 gelangten die eingegangenen Sachen,
3,117 Noréhc-Zlamg an- vie :
9-... ":.... 111, *YZYYYMYM DWZ“ FrZÜnÜUUJ und Beschkußfaffung des Land1ags gelangten ferneren AuBschnßgutachten find hier folgende zn erwähnen:
Der Staat har bei Ucbernahmr der chrmaligrn Knrmärkischen Städtekaffe mit den vorhandenrn Fonds und Einnahmetifekn Unter andern auch eine zu Gunsten der Städte an die Landarmen-Hanptkaffe zu zahlende Pasfivrcnte von jährlich rund 6000 Thlr. übernommen; von welcher der Stadt Frankfurt a. O. und den Städten des Ierichowschen nnd Zicsarschcn Kreisen.“; ein Anthril von rund 430 Thlrn. bereits überwiesen ist. Der Staat wiU diese Rente zum 20fachen Betrage im Kapital ablösen. Der Landtag [W in Uebereinsnmmnng mit der Landarmendirektion nnd dcn städti- schen Abgeordnrtrn bcsch10ffen, den («MS abgrfundenen Städten zu überlassen, über die offerirte Ablösnng selbständig zu befin- den, dagegen für die noch in Gcrxxeinschaft verbliebenrn Sjädte die Ablösung zum 20fachr11 Kapitachbetrage abgelehnt, und anheim gegeben, über eine solche zum 25fachcn Betrage weitere Vorlage zu machen mit Rückficht auf den Ursprung der Rente und auf die Schwierigkeit, das Ablösnngskapital zu einem höheren Zins- saxze als 4 Prozent steher zu belegen.
Einem ferneren Guiachten des 2. Ausschusses gemäß ist beschlossen, dem Werkmeister, welchcr Reparatnrbanrcn der Land- armen-Anstalt zu Prenzxau in den Jahren 1872 und 73 ans- geführt hat, mit Rückficht auf die seit der Veranschlagung ein- getretene Erhößung der Löhne Und Materialienpreise eine Ent- schädigung von 15 Proz. mit rund 490 Thlr. zu bcwiUigen.
Nack) einem Gutachten des 1. Ausschusses auf den Antrag der Generaldirektion der Land-Feuersozieläf smd die Bedingungen für die M0biliar-Vc-rfiche-rnng dahin erleichtert, daß für diese Versicherung nicht mehr der WM Saß für dic Immobiliar=Ver= ficherung, sondern nur die Hälfte dieses Saßes vorbehaltlich der Llllerhdchften Genehmigung einzuhcben ist, und daß für die Klasstfizirung 1 als Minimum und “1 als Maximum der Bei- träge derjenigen Klasse festzuhalten ist, in welche das Gebäude gehört, worin die Mobilien fick) befinden; auch die Unterftnfcn dieser Vcrfichernng haben eine Neugestaltung erfahren.
Die zuständigen Staatsbehörden haben den Antrag der Stände auf Uebernahme der noch etwa 111 Millionen betragen- den Knrmärkischen Krichschnld auf die dem Staate zugesloffene franzöfische KriegNntschädigung abgelehnt. Der Landtag Yat beschlossen, nunmehr bei den beiden Häusern des Landtags er Monarckne in gleichlautenden Petitionen auf Uebernahme der Kriegssthuld durch den Staat, oder doch Gewährung eine?» Zu-
chuffes, wre em solcher der Stadt Königsberg bereits bewilligt tft, vorsteÜig zu werden.
Nach den Vorschlägen seines zweiten Ausschusses hat der Landtag das Gehalt des Direktors der Land- Irrenanstalt zn Ncustadt-Eberswalde von 2: auf 3000 Thlr. erhöht, und die An- re nung seiner früheren auswärtigen Dienstzeit im Penfionirungs- fa e zugesagt; auch der landwirthscbastlichen Lehranstaltzu Wrie- zen zur Anschaffung von Lxhrmitteln eine einmalige Beihülfe von 300 Thlrn. aus dem standischen DisPositionsfonds der kur- märkischen Hülfskaffe pro 1873 gewährt.
Der Landtag hat für Bauten der Land-Irrenanstalt zu Neustadt-EberSwalde, derenHerftellung dringend erforderlich scheint, etwa 6000 Thlr. aus dem erwähnten DiSpofition-sfonds bewil- ligt. Endlich hat der Landtag in seiner leßten Sihung ,den dritten Landarmen-Direkwr, Bürgermeister Friedrich in Wittstock,
nach Ablauf seiner Wahlperiode für fernere 6 Iahre wiederge- wählt und an Stelle des aus dem Landtage geschiedenen Grafen von Haeseler zur „Kommission für die Revifion der standxschen Kassen den Erb-Iägermeifter von Jagow auf Rühstadt und zum Deputirten bei der Hauptverwaltung der Staatsschulden den Haupt-Ritterschaftsdircktor von Tettenborn abgeordnet; an Stelle des in leßterer Eigen chast gleichfalls aUSgesclziedenen Geheimen Regierungs-Rath S arnwckzer ist der Bürgermeister Hammer aus Brandenburg gewählt.
_ Der Kreisthierarzt Lange zu Steinau ist ausz dem die Kreise Steinau und Wohlau umfassenden kreisthierärztnchen Be: zirke in den aus den Kreisen Brieg nnd Ohlau bestehenden kreisthierärztlichen Bezirk verseßt worden.
Posen, 3. Februar. Der Erzbischof Le"d6chowski ist heute früh verhaftet und nach Ostrowo abgefuhrt worden, um im dortigen Gefängnisse internirt zu werden,
Sachsen. Dresden, 3.Februar. Die ErsteKamwer sprach heute znvdrderst auf Vortrag der 1.Depnt1ttioni[)r Einverstnnd- niß damit aus, daß während der für die nächste Zeit beabfichgten Vertagung des Landtags die Finanzdeputationen beider Kammrrn, sowie die außerordentliche S1e11erreformdcputation der Zwerten Kammcr znrückbehaltrn nnd die in Dresden anwesenden Dtrek- torialmiiglieder ermächtigt würden, den gedachtenDeputa1xonen ctwa eingehende Mittheilungen und Vorlagen der Staatsregterung zu Überweisen. Demnächst bewilligre die Kamnwr auf den Vor- schlag der 2. Deputation übereinstimmend mit dem BeschlusYe der Zweiten Kammer 250,000 Thlr. zur Vollendung des Rot schönberger Stollns und nahm hierauf den Bertcht chrer 3." Dr- putation über das Resultat des VereinigungSverfahrens bezuglrck; des Antrag?: der Ab g. Haberkorn nnd Mannsfeld, bcjreffend die Aufhebnng der §§. 92 und 103, Min. 5 „drr Verfassungs- Urkunde, entgegen, nach welchem dieses Vcretnrgunchyerfahren noch nicht zum Abschlusses gediehen ist, vielmehr über emen nus der Mitte der Deputationsmitglieder der Zweiten Kammer ern- Zebrachten Vermittelungsvorsckzlag noch Beschluß gefaßt wer-
en soll.
- Die Zweite Kammer seßte die Berathung des "Etat's des Kukan-Minifterinms fort. ZunäcHft veranlaßten dre fur dre Inspektion über Kirchen und Schulen geforderten 30,000 Thlr. nnd die dazn von der Deputation gesteüten Anträge: dte Znhl der Snperintcndentnren auf die Zahl der von der Depntqtton später beantragten 17 erbländischen Schulbezirke zu reduzncn, eino Erhöhung der Gehalte der Superintendenten abzulehnen, daher zur Zeit nur 28,000 Thlr. zn bewilligen; diese Sumome so lange transttorisck) ins Budgek einzustellen, bis die Rednkttdn der Stellen auf die Zahl 17 erfolgt ist, eine anderthalbftündzge Diskusfion. Im Verlaufe derselben erklärte der Kultus-Minqter 01. v. Gerber die Zustimmung der Regiernng zu dem Gedanken einer freilich nur allmählich durchzufüßrenden Reduktion der Ephoralämter auf die Zahl, sei es der künftigen Verwal- tungH-, sei es der Schulinspektionsbezirke; er beznch- nete dagegen eine auf allmähliche gänzliche Aufhebung der Snprr- intendenturen gerichteten Antrag des Abg. Schreck und Genossen als unannehmbar. Dcr letztere wurde dann auch schließlich ab- gelehnt, die DeputationSanträge fanden dagegen Annahme. - An Zuschuß zum Emeritirungsfond für Geistliche wnrden statt der postulirten 94,000 Thlr. 113,882 Thlr. bewilligt, damit die Wohlthaten des G;?Frizes vom 8. Apris 1872 ach) den vor diesem
Ls ße WSKLÜYÜSV jüki“ en z standen :noröov ké'ulnon. Zur erßcsLerung germg 9111" er geYr nher SreUen nnd Drenstalterszu-
lagen at die Regierung 34,000 Thlr. gefordert; auf einen Antrag, zn dem fick) die Depntation erst gestern geeinigt [)at, beschloß die Kam- mer, die Verhandlung über dieses Postulat achzuseßen und die Regicrnng um eine sobald als möglich einzubringende Vor- lage zn ersuchen, nach welcher sämmtlichen geistlichen Stellen etwa bis zur Höhe von 1000 Thlr. zeitgemäße Zulagen gewährt werden, zwei Anträge aber, we1che durch eine höhwe Verzinsung der von Geistlichen, Lehrern und Kirchendienern Übernornmene Landrentenbriefe eine bessere Dotirung der betreffenden Stellen erzielen wollen, auf fick) beruhen zu laffcn. In der vorUUSgehen- den Debatte waren die Nothwendigkeit nnd die verschiedenen Modalitäten einer Aufbessernng der gsring dotirten geistlichen SteUen eingedend erörtert, dic erstere von aUen Rednern aner: kannt worden. Die Berathnng erstreckte fick) alsdann noch auf den die Gelehrten: und Realschulen betreffenden Theil des Etats, zu welchem zahlreiche Anträge vorlagen, alle auf Erhöhung des Staatsznschuffes für verschiedene städtische Realschulen gerickner. Ter Prästdent brach jedoch die Siyung ab, als die Berathung bis zn diesem Gegenstande vorgeschritten war.
Württemberg. Stuttgart, 3. Februar. Der Ge- heime chationS=Rath Graf von kanll ist zum Ministerial- Direktor im Königlichen Ministerimn der answärtigcn Angele- aenheiten ernannt und demsolben der Titrl und Rang eines StaatSrath-Z verliehen worden.
Baden. Karl-Zruhe, 2. Februar. Prinz Ludwig von Hessen nebst Gemahlin, Prinzessin Alice von Groß- britannien, sowie ihre zwei ältesten Töchter, Prinzesfinnen Victo- ria und Elisabeth, haben heute Nachmiirag 1 Uhr 40 Minuten Karlsruhe wieder verlassen, um nach Darmstadt zurückznkehren.
_- Das Gesetz: und Verordnungsblatt Nr. 3 vom 30. v. M. enthält die Ges eße: 1) die Zuständigkeit der AmtedericHte als V0rmundschastsbchörde betreffend; 2) die Erhöhung der Pensio- nen und Sustentationen der Civildiencr betreffend; 3) die Er- höhung der StaatsPenfionen der Hinterbliebenen verstorbener Staatsdiener betreffend.
“ Der in der Sitzung vom 29. Januar anf die Tages- ordnung geseßte Entwurf zu einer Städteordnun , in welchem die bisherige Rechthemeinschast und Recht-Zgletchheit der Stadt- und der Landgemeinden als Regel festgehalten und nur insofern die eigenthümliche Natur und die besonderen Be- dürfnisse der größeren Städte in der neuen Städteordnung be- rückfickztigt werden, als dieselben einzelne Abweichungen von jener Regel smd, beschäftigte die Zweite Kammer durch zwei SiYUngen. In das Geseß aufgenommen find, außer den ursprünglich bezeiéneten fünf größeren Städten des Landes (KarTSruhc, Mannyim, Freiburg, Heidelberg, Pforzheim), noch Baden und Konstanz. Gegen die Aufnahme der beiden leßteren Städte sprach die klerikale Rechte. Bei der Definition des „Gemein ebürgers“ (Stadtbürgers) wurde ein Antrag abgelehnt, welcher gegen die Grundlage des Geseßes gegen die Gegenseitigkeit der neuen Geseßgebung verstieß. Für die Wahlen des Ober-Bürgermeisters, der Beigeordneten und der Stadträthe wurde von der klerikalen Rechten die geheime direkte Wahl durch die Gemeindebürger beantragt, was aus äußeren und inneren Gründen entschieden bekämpft und schließlich abge-
- -
lehnt wurde. Es bleibt bei der Wahl jener städtischen Behörden durch den Bürgerausschuß
In der Vormittagsfiyung vom 30. wurde die Bestimmung über die Amtsdauer des Ober-Bürgermeisters und der Beigxord- neten geändert; fie wurde auf 9 Jahre „angenotnmen; Wreder- wahl findet statt. Die Stellung des stadtrsthen Burgerausschu es wurde nicht, wie Einige wünschten, 'nach dem norddeuts en System (schärfere Trennung des Magtstrats nnd der Stadtver- ordneten) abgeändert, sondern in der ursprungkchen Fassung beibehalten.
Mecklenburg. Das Strelißsxhe Reskrtpt' nom 30. Januar, betreffend die Grundzuge znr Modtftka- tion der bestehenden Landesverfassung lautet, wie folgt:
Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden Großherzog von Mecklenburg :c. U. ““ _ _
Wir lassen euch die mit Schwerin vsrcmbarten, Wesentlich mit den dort an die getreuen Stände zu bringenden betreffenden Vorlagen übereinstimmenden Grundzüge, welche als Bafis für die Fortseßung der auf dem lcßten ordentlichen Landtage abgebrochenm Verhandlungen über die Modifikation der bestehenden Landesvrrfaffnng zn'dtenen be- stimmt find, zur _Hinaußqabe an die getre'Uen Stande [)tenebxn zu- geben. Bezüglich der Erläuterung dersßlben können Wrr Uns [ner 1m AÜgemeinen auf den analk des Rcskrtptcs, m1t welchem fie S_cbrvc- rinscher Seits cm die dortigen Kornmxssarten gelangt smd, beziehen; sownt fie aber Abweichungenenthalfen, findet fich dazu Folgendes zu
bemerken:
1) Der Z. 2 hat in 11118 zwischen den Worten ,danertf und „kein“ die Einschaltung erhalten „in dieser, Klasse“, darntt dre hzer grnannfen Güter nichk zugleich auch vom Sttmmrrcht der Laudgemem- drn angrschlossen Werden. . ' _
2) Im §. 4 Hat man, um ketnen chrfel daruber aufkommen zu lasscn, dal]"; auch die leckcn Mirow nnd Feldberg zu den Land- gemeinden zä )[en sollew, dtc1e besondrrs namhaft gemacht. '
3) Wie der §. 5 dcr Schwerinschen Vorlggen nur die Vsrthet- lung der dort zu wählenden Vertreter auf die verschtedenen Wabx- berrchtigtcn enthält, so beschränkt sick) dersele Paragraph der dieser- tigen Grundzüge anf dic Vcrtrctcr dcs, 1)1c11gen La_ndesthet1s, „deren Zal)[ im Allgemeinen sowohl, als nach xhrer chartrtwn cms dle ver- schisdcnen Bereéotigten dcn [)iefigsn Verhaltmsseu entsprechend gefunden Werden wird. , „ „_
4) Eine Eintheilung des [)xesigen Landrs 111W_al)lkcene nach"d€n bestehenden Landwel)r-Kontpagnie-Bezirken haf 'fich „l)n'r a1_s zwrckmaßrg nicht ergaben. Mancherlei bestehende Unglexchherten" dieser Vrztrke würden zu WWW zu beseitigendcn Schwisrigkettrn gefahr? bgben, und hat man, um diese abzuwenden, nnd bet der gerzngeren Umfangltcbkert des diesseitigen LandeSanthcils von solcher Thetlung Abstand nehmrn zu müssen g:»glaubt, weshalb im §. 6 das ganze Herzogthum als em Wahlkreis angcnommcn ist. _ _ '
5) Die Aenderung der §§. 7 und 8 ist nothwrndtg geworden mxt Rückficht auf die Abweichung des F. „6. ,
6) In §, 15 ist Hier der Mitwrrknng des Landtggs bet Ordnung des Staatshaushalts mik Rücksicht auf, den dresscrngen Z. 17 noch nicht gedacht und smd hier dir §§. 17 HG 24 des Schennfchcn Ent- wurf? als sich zur 3211 nur auf dorttge „Vorschlage beztrhend weg- gela rn. , „
17) Den Vorbehalt des §. 17 und die zur Zen [)xcr noch unter- Niebenen speziellen Vorschläge zur Ordnung der Fmanzen Werden dte Ykrén'ln ?tändÖtmit RÜZPfchtt cttuffj ddie [)rer bestehenden 1chwrer1geren
er ätni e ni ungere orig 11 en. „ „
)8) Endlich ist im §. 18 (Schwerin 25) 111311) dre Stadt Neu- Brandenburg zur Abwendung eines sn“ sonst rnekle1cht treffenden Nach- thrils eingeschaltet Wurden. „ _
Ihr habt, indem ihr die angeschlossenen“Grundzuge an dle gc- treuen Stände hinaußgcbt, auch eurer Seits dieselben zu yeranlassen, das; sie die für die Landtagsproposttion zn wahlcndc Konnte zn Ver- bandlnngcn mit euch ermächtigen, in Ansehung deren anch Wir Uns
der Ho nung [)ingcden da fie zu Erkläruggrn der gekreuen Skände sayren, te emen gedmblichn Abschluß der Sache cnvarten lassen.
Datum Neustreliß, den 30. Januar 1874. 441 wanäabum Zersnjßgimi yr0yrium.
Großherzoglich mchnbnrgische Lanchregicrung.
. tper, An den Landtags-Konnnissarius, Ober Landdrostrn Grafen von Eyben in Schwerin.
Schwerin, 3. Februar. In Veranlassung des zur Zeithier tagenden außerordentlichen Landtages fanden vorgestern und gestern im Großherzoglichen Schlosse Diners von je 140 Per- sonen statt. Zn dem heutigen Hofball smd zahkreiche Einladun- gen an Mitglieder der Ritter- und Landschaft ergangen.
Braunschweig. Braunschweig, 3. Februar. Am Sonntag Nachmittag traf der Erbgroßherzog von Olden- burg hier ein und begab fick; in einer Herzoglichen Equipage nach dem Schlosse, wo größere Tafel staktfand. Abends be- suchte der Prinz das Herzogliche Hoftheater und trat nach Been- digung der VorsteUung die Rückreise wieder an.
SchWarzburg = SonderShaufen. S 0 nd e r s h auf e n, 4. Februar. Die GeseH-Sammlung veröffentlicht ein Geseß, die Einführung einer H U n d 2 st 2 u e r betreffend, vom 20. Januar 1874.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Februar. Ueber die gegenwärtige Stellung und numerische Stärke der einzelnen Fraktionen im Abgeordnetenhause bringt die „N. Fr. Presse“ folgende Details: Die Gesammtzahk aller bisher im RcichSrathe erschienenen Abgrordneten bekrägt 316; davon ent- faUen auf den Klub der Linken 88, auf das Centrum 54, auf den Fortschrittsklnb 57, auf di?“ Demokraten 5, auf den Klub der Ruthenen 15, auf den Polenklub 44, und auf die sogenannte Recht?;partei 30 Mitglieder. Die mährischen Deklaranten find durch 8, die Inngslovenen durch 4, die föderalistischen Dalma- tiner durch 3 Abgeordnete vertreten. Dazu kommen 8s1imm- berechtigte Minister und der Präsident. Die reichs1reue Partei gebietet somit in allen Verfassungsfragen über mehr als die Zweidrittelmajorität.
Niederlande. Hgag, 30. Januar. Dem Kolonien- Min isterinm'ist, wie tn den offiziellen Kreisen mitgetheilt wird, von Batavia eme telegraplnsche Depesche dcs General-Gouver- neurs von Niederländisch-Ostindien zugekommen, welche zwar keine" näheren Angaben Über die Kriech-Operationen in Aichkn xnthalt, ]edqck) meldet, daß der Falk des Kratons aUgemein m'Indten, emen großen und guten Eindruck macht. Ueber den bet der Emnahme des Kratons erlittenen „sehr geringen“ Verlust, dessen das leßte Teleramm des General-Lieutenants van Swieten Ermahnung „gethan, at, smd snherem Vernehmen nach noch keine naheren er1chte „1391 dem Kolonien-Ministerium eingegangen. - Der :Kolomen-thster Fransen van de Putte veranstaltete heute 111 fernem Hotel, wrlches bei diesem Anlaffe prachtvoll illuminirt war, enze große Sotrse zu Ehren des von dem kolonialen Heere m Alchm' errungenen Sreges. Im Galasaale prangte ein Trans- parent mrt emom von den Namen van Swietens und der Kom- mandanten' der Land- und Seemaxht des Expeditionswrps um- gedenen Bilde drs Friedens. Unter den Gästen befanden sich der Prmzfvon Dramen, dre Minister, die fremden Gesandten, die Mitglxeder des StaatSrathes, die höchsten Hofbeamten, viele Mit- glieder betder Kammern der Generalstaaten u. s. w.
-- 31. Januar. Wie man vernimmt, hat der König aus allen Theilen des Landes mehr als dreihundert Beglückwün- schungs-Telegramme, aus Anlaß der Einnahme von Aichins Kraton erhalten. Die Königin hat dieser Tage die Töchter van Swietcns „zu stck) entbieten lassen, um fie zu dem Siege ihres Vaters zu beglückwünschen.
Großbritannien und Irland. London, 2. Februar. Die Königin empfing auf Osborne am Sonnabend den rns- fiscl)en General, Grafen Perowski, der Ihrer Majestät ein eigen- händiges Schreiben des Kaisers von Rußland überreichte, worin
die Vollziehung der Vermählung des Herzogs von Edinburgh“
mit der Großfürstin Marie von Rußland angezeigt wird. Der
. General wnrde alsdann zur Königlichen Tafel gezogen.
- Auf Osborne fand [)eutc unter dem Vorfiß der Königin cin Conseil statt, bei welchem Lord Aberdeen, der Präfident des StaatSrathes, Herr Lowo, der Minister des In- ncrn, nnd drr Earl von Kimberley, Minister für die Kolonien, zugegen waren. Während des Conseiks wnrde Sir Samuel Martin (der frühere Baron des SclwßamtschrichtS) als Mitglied des geheimen Rathes vereidigt.
- 4. Februar. (W. T. B.) Gladstone ist gestern in Greenwich mit 5968 Stimmen als ParlamentSmitglied wiedergewählt worden. Als zweiter Dcpntirtcr für Greenwich wurde der seitherige Vertreter Boord (konservativ) ebenfalls wiedergewählt. Der Lcßterr erhielt 6193 Stimmen.
- Bei den gestrigen Parlament-Zwahlen find der frühere Kanzler des Herzogthuch Lancaster, Chil- ders, in Pontrefact, der Staatssekretär des Innern, Lowe, für die Univerfität von London und der Präfident des Gemeinde:VerwaltungSamkcs, Stansfeld, in Halifax wieder- gewählt worden. In Oxford wurden die früheren Parlaments- mitglieder, der Staatssekretär des Krieges Cardwell und Sir Wm. Harcourt, wiedergewälzlt. In Droitwicl) ist der bisherige konservative Vertreter Sir John Pakington unterlegen. Im Ganzen habc-n bis 1th 242 Wahlen stattgefunden, von denen 106 liberal und 136 konservmiv anSgefaÜen find. Die Liberalen haben bisher 10, die Konservativen 26 Siße gewonnen.
Frankreich. Paris, "3. Februar. (W.T.B.) Der Han- dels-Minister Desseillignr] hat gestern in Nevers eine Rede gehalten, dabei auch von der Verlängrrnng der Gewalten des Mar- sckzaUs Mac Mahon auf 7 Iahregesprockzen und u. A. geäußert, cr halte eincn mehrjährigen WaffenstiUstand der Parteien im Interesse der ArbeitSverhältniffc nnd der öffentlichen Ruhe für dnrckzaus 11011)- wendig. Der künftigen definitiven Lösung der jeßigen Verhält- nisse werde damit gleichfalls gedient werden. DeHhald gelte es einirächtig zu sein, fick) zu beruhigen und zum Wohlergehen des Landes fest und treu zu der Regierung zu stehen,
Versaich, 3. Februar. (W.T.B.) In dcrNational- Vers amm1ung wurde heute die Disknsfion übsr das neue Ste nergcs 81,3 begonnen Und der erste Artikel der Vorlage durchberathen. Verschiedene Gegenentwürfe, namentlich ein An- trag anf Einführung einer Einkommenstener, wnrden adgrlehnt. Morgen wird die Berathung über das Gesetz fortgeseßt werden.
Spanien, Ans St. Jean dean wird dem „Standard“ unterm 31. 1). M16. telegraphirt: „Die Avantgarde des Entsaß- Corps unter Generak Moriones hat Durango erreicht, wo ste ein Treffen mit den Carlisten hatte. Das Resnlfat ist die; jetzt un- bekannt. Einige Kanonenbootc im Nervionfluffe Und eine Ko- lonne aus Castro sollen bei der Aufhebung der Belagerung Von Bilbao mitwirken.
- Ein Telegramm dc-s Renterschcn Bnreans aus Portn- galete mcldet, daß der Carlistenführer Andehaya am 26. v. Mis. cine Deputation der Munizipalität von Bilbao cmpfrng, die fick) erbot, die Stadt in acht Tagen zu übergeben. Andehar]a erwi- derße, er könne nicht mehr als einen viertägigen Aufschnb ge- .wa ren.
Italien. Rom, 29. Januar. Der König verläßt am Freitag Abend Neapel, präftdirt Sonntag Vormittag im Quirinal dcm Ministerratk) und wohnt am Abend der Tafel bei, wozu Se. Majestät anährlicl) die Deputationen des Senats."; nnd der Depnnrtenkammer einladen läßt, welche ihm die NeujahrH- Glückwünsche der betreffenden Körpsrschaften überbrackn haben.
- Die ersteVorlage, welche dem Senate gemacht werden soll, ist der nrue Strafgesexzentwurf.
- 30. Januar. Der gestrige Empfang bei dem deutschen Gesandten, v. Keudell, im Palast Caffarelli war ein sehr zahlreich besuchter. Das diplomatische Corps, Minister und 'viele andere hoHe Staatsbeamte, Senatoren und Deputirte aller Parteien, sowie die angesehensten der in Rom wei[enden Fremden waren zugegen.
- Die Dcputirtenkammer scßte gestern die Verhand- lungen über den odligatorisclyn Elementarnnterricht fort und nahm nach langer Berathung zwei Artikel an. Nach dem einen bkeibt es den Gemeinden überlassen, ob in den Ele- mentarsthulen aucl) Re[igionSunfcrricht crthcilt werden soll oder nicht, und in dem andern wird bestimmt, daß der Elementar- untcrricht unentgeltlich ist. Die Gemeinden dürfen aber mit Zu- “stimmung des Provinzialraths für die Kinder von wohlhabenden Eltern einen jährlichen Beitrag von 5-10 Franks vsrlangen, wenn sie nachweisen können, daß fie zu arm find, die Schulen allein zn unterhalten. -- Während dieser Verhandlungen legte der Abg. Mczzanotte seinen Bericht über den die Papiergeld- Emission betreffenden Geseßentwnrf vor. Auf Antrag des Finanz-Ministers wurde beschlossen, die Berathung des Geseß- entwurfs auf die Tagesordnung für nächsten Mittwoch zu seßen.
**-- Die Kammeraussthüsse prüften gestern die vom Kriegs-Minister vorgeleZten Geseßentwürfe, welche die außer- ordentlichen Kosten für ie Bekleidung der Armee und zum An- kauf von Material für die FeldartiUerie betreffen, und erklärren sick) zu Gunsten derselben. *
- 3. Februar. (W. T. B.) In der heutigen Sißung der Deputirtenkammer richtete der Deputirte Nicotera be- treffs der vom General Lamarmora veröffentlichten Schriftstücke eine Interpellation cm die Regierung. Der Minister der aus- wärtigen Angelegenheiten, ViSconti-Venosta, erklärte, er müsse jede Verantwortung der Regierung für diese Veröffentlichung, die zu verhindern die Regierung völlig außer Stande war, ab- lehnen. Die Veröffentlichung sei um so ernster zu miß- billigen und um so Tiefer zu beklagen, als dieselbe dazu gedient habe, gegen eine der italienischen innig befreun- dete Regierung den Vorwand zu Anschuldigungen zu liefern, die, weil fie vor den klar vor Augen liegenden Thatsachen in ihr Nichts zusammenfielen, doch nur aUein anf mißverständli en Auffassungen beruhen könnten. Die Regierung sei berechttgt, sich in dieser Form und Weise zu äußern, da die leßtere allein der Wahrheit und den freundschaftlichen Beziehungen der Beiden Regierungen, sowie der Solidarität der gemein-
samen Interessen beider Regierungen gegenüber einer Partei entspreche, die aUüberall in Europa agitire und deren Agitation vor Allem nur zum Grund und zum Zweck habe, zu Feindseligkeiten gegen Italien zu schüren. Der Mi: nister fügte zu seiner Erklärung weiter hinzu, die vom General Lamarmora veröffentlichten Dokumente könnten nach seiner An: ficht, auch wenn fie nur einen durchaus vertraulichen Charakter trügrn, dock) nur als öffentliche Dokumente angesehen werden. In der italienischen Geseßgebung fehle es betreffs Publikation solcher öffentlichen Dokumente an ausreichenden Bestimmungen, die Regierung werde fick) deshalb mit der Prüfung dieser Frage weiter beschäftigen und zu geeigneter Zeit diesbezügliche regle- mentarische Maßregeln im Wege der Gcseßgebnng vorschlagen. (Lebhafter Beifakl.) Nach einigen weiteren Bemerkungen Chiave's, der seincr Zeit mit zu dem von dem General Lamarmora ge- bildeten Kabincte gehörte, erklärte der Minister, daß er jede retrospektive Diskusfion über die Angelegenheit gegenüber den großen von Deutschland und Italien erreichten Erfolgen für Überfiüsfig halte. „Yer Zwischenfall war damit crlrdigt.
_ Die Kammer-Aucsschüsje Haben dem vom Marine- Minister vorgeschlagenen Verkauf e einer beträchtlichen Anzahl von Kriegsschiffen zugestimmt, nur wollen 116 den Verkauf auf diejenigen beschränkt wissen, deren Ausbcffernng und Er- haltung mit ihrem Nutzen in gar zu ungünstigem Verhältniss stehen würde. *
Rußland und Polen. St. Petersburg, ]. Februar. Heute Vormittag besuchten Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen den Gottesdienst in der englischen Kirche, wo der Dechant von Westminster 1)r. Stanley die Predigt hielt, auch wohnten die Kronprinzkichrn Hkrrschasten dem Gottesdienst in der Kapelle Sr. Kaiserlichen Hoheit des Prinzen Peter von Oldenburg bei. Zum Dejenner waren dir Hohen Gäste bei Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Großfürsten Ni- Jlnsi Nikolajewiscl) d. A., zum Diner bei Sr. Majestät dcm
at er.
- 3. Februar. (W. T. B.) Der „Regierungs-aneiger“ veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung, durch welche den Personen, welche vor dem Jahre 1871 begangener politischer Vrrbrechen angeschnldigt find, Amnestie crthcilt wird. Das amtliche Blatt publizirt ferner eine Vsrfügnng, welche den Posten eines Gcnerak-Gouverneurs 'von Odessa aufhebk.
Dänemark. Kopenhagen, 1. Februar. Einer der ältesten und angesehensten Veteranrn der dänischen Armee, General-Major Frederik Adolph Wedelfeldt, ist vorgestern, 90 Jahre alt, gestorben.
Asien. Die Londoner Blätter veröffentlichen eine vom 23. Jannar datirte Depesche des Ministers für Indien an den Ge- neral-Gouverneur von Indien, in welcher die von [eßterem er- griffenen Maßregeln znr thülfe des Nothstandes, den die Mißernte in Bengalen verursachen dürfte, gebilligt werden. Dir einzige AchnaHmHmaßrogel, welche der Vicekönig zu geneh- migen stel) weigerte, nämlich das Verbot der Lebensmittelausfnhr, hat die Königlich britische Regierung wiederum in Erwägung grzogen nnd ist zu dem Schlusse gelangt, daß die Einwände gegen diese Maßregel jede Empfehlung zu ihren Gunsten bei Wcitem überwiegen, obwohl fie einen großen Theil der Einge- borenen befriedigen würde. Dir Depesche weist 11.521. darauf hin, daß eine der Hauptursachen der HungerSnoth in Oriffa in 1865 und 1866 die entfernte nnd verhältnißmäßig unzugängliche Lage der Provinz war, während Behar und die anderm nnn betroffenen Distrikte zu den zugänglichften Theilen von Britisch- Indien gehören und von (191211 leitenden Kommunikationslinien durchschnitten werden.
AusCalcntta, 30.Ianuar, wird dem Reuterschen Bureau gemeldet: „Die Regierung wird nach einer ungefähren Schätznng für den ftebcnmonatlichen Unterhalt von 2,500,000 Personen, d. i. 10 Prozent der Bevölkerung der nothkeidenden Distrikte, Sorge zu tragen haben. Sie wird zu diesem Behufe 240,000 Tons Reis bedürfen, die bereits gesteherte Quantität ergirbt eine Reservelieferung von 100,000 TonH.“ Einem Telegramm der „Times“ zufolge hat er."- am 1. ds. M. in Calcuita wieder tüchtig geregnet, in Fokge dessen das Pflügen Thätig im Gange ist. In Onde herrjckn virl-Nothstand durck] Frost und Dürre. In Gonda ist das Elend cbenfaUs sehr groß.
- Yeddo, die Hauptstadt Japans, wnrde, der „21.21.69.“ znfokge, am 8. Dezember von einer großen Feuersbrunst heimgesucht, die 5000 Häuser einäscherte.
Reichstags = Angelegenheiten.
Straßburg i. E., ZFcbruar. (W. T. B,) Im Wahlkreise letkixch-Thann ist be: 1el)r zahlreich Wablbetheiltgung der Kan- didqt der Ultramontancn, Pfarrer Winterer Von Mühlhaufkn, mit srl» großer Majorität Uzm Reichstaxxs-Llbgeordnrten gnvählt worden. Der Kandidat der'elsässnckwn Partei, Klöcker, erhielt gsgcn 700 Stimmen.
Als offizreües Resulkat dcr ReicthagSWahl in Elsaß-Lofhringen rncldet W. T. B.: „_ „
Im 9 Reichstags-WahlkrMe des Bszrrkzs Unterclfaß (Landkreis Straßburg) find nach vorläufiger Ermrttrlung 14,637 Stimmrn abgegrben Wordrn. Hiervvn erhielt 2119in v. Schauenburg (ulira- Montan) 7786; auf den Kandidaten der gemäßigten Partei, Klein, fielen 6163, auf Grouvel, Kandidaten der franzöfijchcn Partei, 642 S1immen. _ „
Jm 10.-Wal)lkrei1e (Hagenau undZLexßenburg) wurde Hartmann (ultxanwntan) mit ca. 13,000 Stimmen gewählt. Der Kandkdat der elsä1fische_n Partei, Ressel, crlnelt gegen 10,000 Stimmen.
Im 13. Wa1)1kr_eije(Bolchcn uud Dirdenhofen) ist Abel (Ultramontan) gewählt.
Im Wahlkreise Saargcmünd-Forhach ist der Kandidat der franzöfifchcn Protestpartei E. Pougnct mti enva 17,000 Stimmen nm Reichstagsabgeordnrten gewäblk worden. Der Kandidat der cl- ?assiscben Partei, Fulter, erhielt gegen 1400 St_immcn,
" Im 2. Wahlkreise drs Bezirks Oberalm); (Mülhausen) ge- wahlt: Haffely (franz.„Protestpartei) mit 14,539 Stimmen. Gru- nelxus, Kandidat der elsassischen Partei, erhtelt 1029, Liebknecht 335 Sttmmcn. «::-Rx TMZ
Im 3. Wahkkreise des Bezirks Oberr11aß (Colmar) ("wählt: Pfarrcr S_qe[)nlein in Neu-Breisack) (ul*ramontan) mit 689 Stim- men. Fabrikant Hartmann in Münster (elsäsfisck)? Partei) erhielt 3594, Schriftsteller Grand in Türkheim 1262 Stimmen.
Statistische Nachrichten.
Die Rübenzucker - Fabriken im Deuts en Zollge- bicte (334) Habrn in der Zeit vom ]. September is ult. De- zember 1). I. tm Ganzen 39,897,804 Ctr. robe Rüben auf Zucker verarbeitet., Jm entsprechenden Zeitraum des Jahres 1872 betrug die Zahl der m Vetrieb befindlichen Fabriken'ZI ?, dt“? Menge der von ihnen verarbeiteten Runkelrüben 38,640,725 Ein, so das; also in der letzten Kgmpagne die Fabrikzahl nm11, die Rübenmengeunt 1.257,079 Ctr. gestiegen rst. Au neuen Fabrtken find hinzugeireten: 21_nSchlefien,
4 Zn Yrov. Sachsen, (einschl. der SchWarzburgischen Unterherrschaften), 4 m annover, 1 m „dcr Rheinprovinz, 2 in Tbütingcn und 1 in Mchlenburg, wogegsn m_Pommem, Bayern und Anhalt je 1 Fabrik außer Betrieb getreten 111. Die in den emzrlnén Staaten verarbeiteten Rubenmcngcn Waren nn Vergleich mit dern Vorjahre folgende: reußen 254 Fabr. 30,066,641 Ctr. (gegen 1872 mehr 994,499 tr.), und zwar: Wcjtprenßrn 1 Fabr. 111,360 Ctr. (mehr 3102 Etc.), Reg. Bez. Potsdam 7 Fabr. 593,825 Ctr. (mehr 93,430 CU,), Rég. Bez. Frankfurt 12 Fabr. 1,303,557 Ctr. (weniger 126,892 Gtr.), "Pommern 6 Jahr. 738,930 Ctr. (mehr 43,260 Str.), Schlenen 49 Fabr. 4,655,375 Ctr. (Weniger 89,774 Gtr.), Sach7cn 149 ,xabr. 18,696727 Err. (mcl)r225,663C1r,), außerdem: SÖWarzburgtsche Unterl)crrschaftrn 2 Fabr. 34,410 Ctr. (wrmgcr 52,265 Cfr), SchlÉwrg-Holstrin 1Fabr. 190,106 (Ltr. (mcbr 36,620 Str.), Hannove-r 15 Fabr. 2,038,630 Cfr. (mrlxr 576,845 CW,), Westfalen 3 Fabr. 58,866 Cn: (wcmger 6115 (Fkt.), Hesssn-Nassau 1 Fabr. 50,260 Ctr. (wrxngrr 9395 Ctr ), Rheinprovinz 8 Jahr. 1,594,595,Ctr. (_mehr 300,020 Gtr.); ferner Bayern 2Fabr, 147,970 Ctr. (Wkntgcr 30,895 Elk.), Württembkrg 6 Jahr. 875,674 Ctr. (mehr 127,8"24, Ctr ), Baden 1 Fabr. 309,040 Ctr, (mrhr 81,480 Str.), Thuringcn 5 Fabr. 467,481 (th (mrhr 173,273 Elk.), Mecklenburg 1 Fabr. 37,820 Ctr. (1872 NichtS), Braunschweig 28 Fabr. 3,680,017 Ctr. (mrbr 31,947 Gtr.), Anhalt 35 Fabr. 4,178,966 Ctr. (weniger 184,364 Gtr.), Luxemburg 2Fabr. 134.195 CU", (mehr 30,495 Etc.). - In dcn übrigsn Sfantcn bez. prkußif cn erwaltungsbrztrkrn, Welche vorstehend nicht aufgrfülnt sind, )at Rubcxnrnkerfabrikation nicht stattgefunden. Munchen, ]. Februar. Von gestern bis (181111? Abends smd aa Cholera 24 Erkrankungen und 15 Todésfälle vorgekommsn.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
_ _Jn Carl Heymann'_s_ Verlag hicrselbst (8117.91n1)111tstr.12) er1ch1en vor Kurzem der R611cbsrich1dcs Prof. ])r. A, Hirsch, Mitglied der Cholera-Kvmmisfion für das Deutsche Reich (erstattet an das Rctchökanzler-Axnt) Übcr „,d as_ Auftreten und den «?er- [auf der C_1ckoler"a in den prenxzi1chen Provinzen Posen und Preußen Wahrend der Monate Mai bis Srptemdsr 1873.“
Karlsruhe, 8, Fcbruar. Der Professor 1101101311115 1)r, A, Stengel an der Universität Heidelbrrg ist zum ordentlichen Professor der Landwirtlxschastslehre an der gcnannkrn Hochschule ernannt Worden.
- Jn Pau ist der sckwttisck)? Rrchthrlehrte Dancvn M'Neill, der in 1867 als Lord Colonsay in den Pairsstand rr- boben wurde, im Alter von 80 Jahren gestorben.
7 LandWirthschast.
Namens dcs Ersten Kongresses Déutskher Wirsknbauer [abc-n dcr Vprfißende Tbilxnan (Bonn), Gyneral-Sckretär drs landwirtlp schaftl1chen Vrrems far Tkwmprqußen, und der Schriftführer G. Liedke (Kappeln), Dtrextor „der landgmrtbschaftlfchen Lshranstalt mit Ver- )uchs-Stanon, _etn Circnlar uber das erlassen, Was im Verfolg drr Yc1ch1üsse dcs Erstsn Kongrsssrs Deutscher Wiesenbauer im Mai 1873 rucksichtltch drr Pckersenscknn Wicsenbau-Metlzode geschebrn resp. vorberettrt 1st.„ Wrr_ entnehmen dem Circular Folgendes: Die Frage bctrZffcnd drs Erwählung cincr Wics-xnbauschule an drr land- Mrthéchaftlxßhcn L-:l)ranstalf_ m Kappeln, liegk dcn Könialicben S_taatL-Behordcn zu Entsche'tdung vor. Herr A. Petersen in Wittkiel bei Kappeln ßSchleswrg) Mrd 111 Folge der Kongreßbeschlüsse auch in diesem Frusnahre cmrn am '13. Apri1 1874 bcginncnden und ca. 14 Tage danrrnden Kursus 'rrrtchten, in dem mit Drainage und Wie- senbau vertraute Techmker m seiner Wic1enbau-M61hode grnau infor- mnt wrrden könnon. Es „wird gcwünfcbt, daß auch die Facblkhrer dcrjrnigcn landwirthschaftltchrn Lehranstalten, an dcnen ükcr Wiesen- ban vorgrfragen wnd, fick) an diesem Knr1us betkyeiligrn und ebrnfo- w01)_l dre Prtersensche Wrcfcndan-Mcthode gründlich cm Ort und Stelle selbst kennen 1crnen, als auch, durch ihre n11turwissenschaftljchc Bil- dung dazu brrtragxn, namcniltcs) die natttrwissrnschastlichen Grundlagen drs Wießnbaneö ubxrlwupt und in Gemeinschaft mit d.n Technikern nach ÜÜM Skiken hm möglichst zu prüfen.
111", Fnchs, Vorsxcher de_r Vérsuchsstation und ])1“. Oenncr, Leh- rer für, dre Natunwffenschastcn _an der laudwirtbschaftlichen Lehr- anstalt m Kappeln, [)Jbrn che1msch€ und ['OkanisthéUnicrs1tchungen des Bestandes yon ersqn vsranstaltet, Wc[ck)€ theiks nach Petersen eingerichtet, 11)eils 110.1) 1111 Naturstande belassen find. Diese Unter- suchungen werdcn spater vqröffrntlichtwrrden. Die Analyse der Gras- proben übrr das VSklMlknlJ dcr stickktoffhaltigen zu drn stfckstofflosrn Nährfto en hat folgende 9 rfulfate ergrben:
1) 5 ci einer im N_atnrznstande_ bei Kappeln bclcgc'nen, zu den brsserrn gcceclmrtcn Wrese war dtes Verlkällniß im grünrn Futter &. von der höchsten Stelle wre 1 zu 10,4, . von der tirfstrn Stelle wie 1 zu 7,63, „0. von der mittlrrcn SkrÜe wie 1 zu 6,96. 2) Bei einrr cbenfaüs nn (sumpfigen) Natnrzustandr brlegcncn Wiese ergab die Analyse dss grünen Fnttrrs cin Vérhälknis; von 1 311757, Z') Bei einer der“ vorigen erse unmittelbar benachbarten, aber nach Pctcrscn eingerrchtcten Wie1e, deren Gras jedoch Überreif War, stellte fick) das Vcrbaltniß auf, 1. 3115,63. 4) V;"i der großcn Wiest dcs Herrn Peterskn 111 21311th91 selbst war das Verhältnis; 8. in fast reinem Grafe wie _1 zu 5,0. 1). in Gras, mit Luzerne nntermiscbt, wie 1 zu 3,95, c.. 111 Gras, mit Luzerne untermischt, Von drr Höchstén StcÜe drr Wiest, Me 1 zu 3,6. untcrmischt, wie 1 zu 3,4.
GeWerbe und Handel.
Jn Herm. Wölferfs Vnchlwndlung zu Leipzig Erscheint ein Handbuch der LetstungSsählchit dcr gesammten In- dustrie Deutschlands mitElsaß-Lothringcn, dchchWeiz und Orsterreichs, yon Chrißrpl) Sa11d1er. Dasselbc brhaw delt sännntüche industrielle G?) astözwrigr, enthält dic Gründung der resp. Finnen und deren Etablj sxmcnfs, soch deren bisßcrigs und nunmehrtge Inhaber dic pontixch-gergraphUch. Lage des Domizils derselben und bezeicßnet in dcr wcztellstkn Wxtse die Leistungen der betreffenden Fabriken. Dieses Handbnck) _nmfaßt Fännntlicbe Zweige dcr Industrie und ist dsr Urberfickytltchkext wsgcn tn fünf Serie'n ge- theilt. Erste Serie: Elsen- und Mctasl-Jndustric, Bcr bau und Hüttenbetricb. Zweite ScrrerChennpÉe Fabrrken und die ?)iermit in Vérbindung stehenden FabrlknttqnsszJS: Farbs1vaarcn-, Parfümerje-, Seifcu- 1111dLich1fabrikem Lctmstedercten, Glas- und Porzellanfabriken, Koksfabriken, Asp[)alt-, Cemrnt-, _Dachpappaw, Baumatcrialeufabriken, Destillationen, C1).1m_pagrter-_, qu_nrur-, 91mm, Sprit- und Essig- fabrikcn, Birrbrauerewn, Farbereten, Blexchrn, Papicr- und Pappen- fabriken, Wack)s-, HZO, Zucker- und Ctchorienfabriken 2c. Dritte Serie: Spénncrsten pdrr Art, 111echanr1che Webereien, Fabriken in Wolle, Tuch, Vaumwdlle, Yldxvoür, Slidk, Halbseide, Leinen, Posamentirwaarcn, Schn, 5 etßwaaren, _Band, Kordeln, Litzen, Kurzrvaarrn, _Blumen, , uten, Kurpfen; Wachstnäx, Tapeten und Roul€a11xsabr1ken__2c. Vierte und„funfte Serie: Fabnkcnmustkalfscher, chirurgischer, _optnchcr, mathxmattscber und physikalischer Instrumente und Gegenstande, V119utene-,_ Gold-, Silbxrz Neusilberwaaren-, Bronze- und Uhrenfabrrkxzn, Bursten-, Kamm-, (Hummi- und Gutta- perchawaarenfabnkcn, Sp1elwaaren- nnd Spielkartenfabriken, Fabriken in Leder und Lederwaaren, „Kardonnagcn. Portefeuille's; “Show und Marmorwqarens, Horw, Elfenbem-, „Holzwaarcn-, Möbcs- und Korb- waarenfczbrrken 26. Von den, drei _Banden, auf welche Ens Werk be- recant, rst Band L.: Der prcußtsche Staat im Uman'g' von 238 Großlex. Oktavbogen berertöcrschienen(1873). Band11.w1rddieübrigen StaatenDeutschlands mxt Elsaß-Lotlzringen und die Schweiz, Band 111_: Qestcrretch-Ungarn umfassen, Ueberfichtlick) gehaltene “» „88 Seiten fullendßRogtster erleichtern den Gebrauch des Handbuchs. “Dem Werke rst em Adressen-Anzeiger beigegeben, der dazu bestitnmt
(1. in Gras, mit schwcdijchem Klre
"ist, auöführlicbe Geschäftöempfeblungen, sowie die Spezißlitäten in _
dex Fabrikaxion, deren nähere Aufführtxng irn Handbucbe en'jeder Fama genndmetm Raum übersteigen Wurde, m Form von nsecateu
aufzunehmen. Der vorliegende 1.Band„eutbält deren auf 1368 Seiten.