geseßlichen Bestimmungen von der gedachten Anstalt au9geschloffen worden, was hierdurch bekannt gemacht wird. Berlin, den 24. Januar 1874. General-Direktion der Königlich Preußischen Militär-Wittwen:Pensions-Anftalt.
Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.
Dem E. P. Heinr. Ochwadt zu Louisenthal, Regierungs- Vezirk Trier, ist unter dem 31. Januar 1874 ein Patent auf eine Dampfmaschinen-Steuerung in der durch Zeichnung und Beschreibung nachgewiesenen anammenseßung und ohne Jemanden in der Anwendung bekannter Theile zu beschränken, auf drei Jahre, von jenem Tage an gerechnet, und für den Um- fang des preußischen Staats ertheilt worden.
Yichtaxntlitfjes. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 5. Februar. Ihre Majestät die Kaiserin=Königin besichtigte das Magdalenum und war im Augusta-Hospital anwesend.
_ Ihre Kaiseriichen nnd Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die „Kronprinzessin find, wie telegraphisck) gemeldet wird, vorgestern Abend um 6 Uhr wohi- behalten in Moskau eingetroffen. Die englischen Prinzen find
gestern Abend um 6 Uhr dahin abgereist.
_ Die Einnahmen gn Zöllen und gemeinschaft: lichen Verbrauchssteucrn im Zollgebiet des Deutschen Reich?- (mit Einschluß von Luxemburg) haben in der Zeit vom 1. Januar bis zum Schlusse drs Monats De- zember 1873 überhanpt 92,670,939 Thlr. betragen. Die einzelnen Abgabenzweige partizipiren an dieser Summe folgender- maßen: Ein: und Achgangszokl mit 44,784,471 Thlr., Rüben- zuckersteuer mit 14,960,788 Thlr., Salzsteuer 1nii11,120,991 Thlr., Tabakssteuer mit 338,171 Thlr., Branntweinsteusr mit 15,894,657 Thlr., UebrrgangSabgabe von Branntwein mit 37.758 Thir, Brauftcuer mit 5,248,642 Thlr., Uebergangsab- gabe von Bier mit 285,461 Thlr. In den einzelnen Bundes- ßaaten find hiervon aufgekommen: in Preußen 61,326,627 Thlr. (Ostpreußen 2,238,232 Thlr., Westpreußen 2,153,333 Thlr., Brandenburg 8,067,017 Thlr., Pommern 4,036,912 Thlr., Posen 2,741,787 Thlr., Schlesien 7,510,655 Thlr., Sachsen 12,067,166 Thlr., Suhle-Zwig-Holstein 1,854,596 Thlr., Zannover 5,293,522 Thlr., Westfalen 2,982,879 Thlr., Hessen-
affau 2,749,794 Thlr., Rheinprovinz 9,630,734 Thlr.); ferner in: Hohenzoliern 56,140 Thlr., Lauenburg 38,005 Thlr., bei den Haupt-Zoilämiern Lübeck 356,347 Thlr., Bremen 510,560 Thlr., Hamburg 1,347,992 Thlr.; sodann in: Bayern 3.965,789 Thlr., Sachsen 6,159,940 Thlr., Württemberg 1,872,473 Thlr., Baden 2,595,302 Thlr., Hessen 1,682,094 Thlr., Mecklenburg: Schwerin und Streliß 593,066 Thlr., Sachsen-Weimar 329,447 Thlr., Oldenburg 510,313 Thlr., Braunschweig 2,367,642 Thlr., Sachsen-Mciningen 512,703 Thlr., Sachscn-Akiendurg 204,897 Thlr., Sachsen-C-oburg-(Hotha 246,427 Thlr., Anhalt 1,937,169 Thlr., Schwarzburg-Rudolstadt 115,544 Thlr., Schwarzbnrg- Sondershausen 41,202 Thlr., Reuß ä. L. 20,735 Thlr., Reuß j. L. 135,336 Thlr., Elsaß-Lorhringen 5,046,230 Thlr, welchen Beträgen dann noch von Luxemburg 698,960 Thlr. hinzutreten.
Von der oben angegebenen Zolleinnahme sind im Ganzen 3,878,156 Thlr. Bonifikationen (darunter 25,013 Thlr. Ein- gangNoU, 1,041,032 Thlr. Rübsnzuckerfteuer, 1856 Thlr. Salz: ßeuer, 82,671 Thlr. Tabakssteuer, 2,703,465 Thlr. Brannt: weinsteuer und 24,119 Thlr. Braustener) in Abzug gebracht Warden. Der hiernach verbleibende Netto = Ertrag sämmtlirher Steuerzweige [19111 fich auf 88,792,783 Thlr. gcgen 81.882,745 Thlr. im Vorjahre, zeigt also für 1873 eine Zunahme um 6,910,038 Thlr. Was das bei den einzelnen Steuerzweigen im Vergleich gegen ]872 hervortretende Mehr oder Weniger betrifft, so ist zunächst bezüglick) der 35116.“ zu erwähnen, daß der Netto- Ertrng der Zölle von 44,759,458 Thlr. denjenigen des Vorjahres um 4,012,867 Thlr. Übersteigt, welches Mehr der Hauptsache nach durch den stärkeren Verkehr, welcher vom Achlandé mit zol]- pflichtigen Gegenstanden stattgefunden hat, hervorgerufen ist. Die Er- träge der Rubenzuckersteuer nach Abzug der gezahlten Bonifikationen beliefen sich auf 13,919,756 Thlr. gegen 12,011,085 Thlr. in 1872; das Mehr von 1,908,671 Thlr. kommt lediglich auf Rechnung der günstigen Rübcnernten von 1872 und 1873. Die Braufteuer lieferte nach Abzug der fiir ancchführtss Bier gr- zahlten Steuervergütung einen Ertrag von 5,224,523 Thlr. (gegen1872 mehr 736,108 Thlr.), die Ueberganchahgabe von Bier 285,461 Thlr. (gegen 1872 mehr 56,614 Thlr.); das Mehr in 1873 ist Folge der in fortwährendem Zunehmen be- griffenen Bierproduktion bez. der stärkeren Ueberfuhr von slid- deutschem Bier. Bei den übrigen Abgabezwcigen find die Dif- ferenzen der Erträge gegen 1872 im Allgemeinen von geringerer Bedeutung gewesen. Es steUt sich der Netto:Ertrag: der Salz- ßeuer anf 11,119,135 Thlr. (gegen 1872 mehr 75,757 Thlr.), der Tabaksfteuer anf 255,500 Thlr. (gegen 1872 weniger 76,800 Thlr.), der Branntweinsteuer auf 13,191,192 Thlr. (gegen 1872 mehr 174,588 Thlr.), und der UcbergangSabgabe von Brannt- wsrn auf 37,758 Thkr. (gcgen 1872 mehr 22,233 Thlr.).
_ Im weiteren Verlaufe der g e | rig e n Sißung erledigte das Ka 11 s der A b g e o r d n e t e n eine Anzahl von Petitionen und ahlprufungen. Um 41 Uhr erfolgte der Schluß der Sißung.
_ In der heutigen (44.) Sißung des Hauses der Ubgeordnetxn, welcher am Ministertische der Vice-Präfident dxs StaatS-Min'tfteriums, Finanz-Minifier Camphausen, sowie die Staats-MinistM 1)r. Leonhardt und Dr. Falk mit mehreren RegierungskomMffarien beiwohnten, trat das Haus zunächst in die _erste Beraihung "des Gesehentwurfes wegen Dekla- ration und Erganzung des Geseßes vom 11. Mai 1873 uber dre Vorbildung und Aufteilung von Geist- lichen. Gegen die „York"age erhielt zunächst das Wort der Abg. Reichendperger, der m langerer Rede sich gegen die Abänderung der Artikel 15 und 18 wendete. Für den Geseßentwurf sprach der Abg. Richter (Sangerhausen). der die Plenarberathung vorschlug, weil der Gesehentwurf keme Schwierigkeiten machen wurde. _ Hierauf wurde die Diskusßon geschlossen, und in na- mentlicher Abftimmung die Verweisung an eme Kommission mit 190 gegen 177 Stimmen abgeleth Zum Schluß der Siyung wurde „noch der Eingang eines Nachtrags zum Etat Seitens drs JmanzZMinifters angekündigt. Schluß 1 Uhr. Nächße Sihung-Frettag 10 Uhr. (Dritte Berathrmg des Etats.)
_ Der Finanz-Minister hat die Provinzial-Steuer-Direk- wren in Folge des Gesetzes vom 30. Januar 1874 angewiesen, die Erhebung der Mahleingangssteuer von Stärke, Dextrtn, Starkegummi und Stärkepuder mit dem 1. Februar d. I. einstellen und die etwa nach diesem Zeitpunkte erhobenen Betrage zurückerstatten zu lassen, dabei aber auf nach: folgende_ Punkte aufmerksam gemacht:
Starke (Kraftmehl) und Puder unterlagen bisher schon anderen Ma 1emgangSsteuersäßen, als Mehl, und find von [eß- terem durch_ ic alien Abfertigungsbcamten bekannten Merkmale zn unterscheiden. _ Die Befreiung der ersteren von der Steuer konnte aber 'zu dem Versuche anreizen, Gemische beider Waaren a_ls steuerfreies Kraftmehl in mahlfteuerpflichtige Städte einzu- fahren. Es entsteht die Frage, ob solche fraudulose Unter- nehctlizrungen gcwmnbringend und wie ihnen zu begegnen sein mo e.
„Zunächst lgffen Gemische aus Kraftmehl und anderem Mehl nur eim? deschrankte Verwendun zu; der Absaß derselben in stxuerpfitchngen Städten wird des aid nothwendig ein engbegrenzter sem. Auch die Preisverhältniffe der betreffenden Waaren stehen zum Theil ihrer Vermischung rntg-gen... .
" Ethemisch aus Weizenmehl und Weizenstärkc würde als Starke nicht mehr verwerthet werden können; der mögliche Ge- w1nn_an' Steuer würde also durch die Entwerthung der Waarc voilstandtgl aufgxwogen werden, Wenn das Gemisch auch nur zur HalfteWetzenstarke" enthält, weil die Preisdifferenz beider Fabri- 1xtat'etdte Steuer fur Weizenmehl etwa um das Doppelte über-
erg.
Die Vermischung von Weizenmehl mit dem billigeren Kartoffel- krafimehl wnrde dagegen gewinnbringem sein können, Allein das _Vorhandensem von Weizenmehl in angcbiich steuerfreiem Kraftmehl 1st_ dnrch das Bamihlsche Verfahren zuverläsfig festzustellen. Die Kartoffel enthält bekanntlich keinen Kleber; bei der Fa- “brikatton 'der Weizenstärke wird derselbe sorgfältig entfernt. Reine Wetz'en- oder Kartoffelstärke ist aiso frei von Kieber und die Ansscheidung von solchem durch das Bamihlsche Verfahren ans 611161), als steuerfreie Stärke angesprochenen Waare würde .die Vermrschung mit Weizenmchi beweisen.
Die, Vernnschung von Roggenmehl nnd Weizenstärke wird dnrch die Prei-Zverhäiwiffe auSgeschloffen Die Vermischung rnit „Kartoffelstärke wiirde wenig gewinnbringend sein und solche Gemische find gleichfalls unschwer erkennbar.
Nach den Zugesteliten Erminrlnngen verliert nämlich Weizen- und Kartoffelsiarke schon durch den .Zusaß eines Theiss Mehl zu drei Thrilen Srärke der ihr eigenthümlichen Glanz. Das Gemrsch" hat, je nachdem es Weizen: -oder Rog- genmehl enthait, einen gelblichen oder heÜgrauen Far- brnton, während reine Weizrnstärke blendend weiß, Kartoffel- stque durchscheinend weiß ist. Beim Reiden zwischen den Finger- sp'txzen 86le das Gemisch nicht das sandartige, knirschende Gefüge rrmer Starke. Durch das Bamihlsche Verfahren kann auch aus einem Gemisch von Stärke nnd Roggenmehl der, von dem Wei- zenkleber bekanntlich wesentlich verschiedene Roggenkleber UUSge- schieden werden.
Es wird hiernach zur Unterdrückung frauduloser Unterneh- mungen drr rnehr edachten Art genügen, daß die Abfertigungs- b'eamten die eingehende Stärke sorgfältig revidiren, und wenn einzelne Empfanger ungewöhnlich große Mengenbezichen, oder bei der Revision ÖUZch Besichtigung und Gefühl die Vermuthung erregt wrrd, daß em Gemrsch von Stärke und Mehi vorliege, dlc Uiiktersachung der Waare durch das Bamihlsche Verfahren hcrbeifuhren. _,
' Starke Und Puder, welche fich am 1. Februar er. etwa in Niederlagen fur unverßeuerte mahlsteuerpflichtige Gegenstände be- finden sollten, können den Niederlegern sofort gegen Entrichtung des Lagergeldes :e. zu freier Verfügung Überlassen werden.
_ Se. Durchlaucht" der General-Lieutenant Lr ia §U1t€ der ?lrmre, Hermann Fnrst zu Hohenlohe-Langenburg ist hier eingetroffen und nn Hotel Petersburg abgestiegen.
getroffen: der General-Lieuicnant und Kommandant von Stettin, Freiherr vo n der O sten gen. Sack en und der General=Major und Commandeur der 3. Kavallerie- Brigade von Lüderiß, beide von Stettin.
" _ Das Mitglied des Bundesrathcs für Hamburg, Bürger- rncnter Vr. Kirchenpauer ist gestern Abend von dort hier eingetroffen; s ein bisheriger Vertreter, der Senator Dr. S chrr) ed er gedrnkt fich morgen nach Hamburg zurückzubegeben.
_ Der Courierzug 11. der Königlichen Ostbahn traf eute urn 9 Uhr, 28 „Minuten, also init 3Stunden 41 Minuten hVer- sparung, hier ein. Grund: Beim Zurücksehen dcs Zugrs U18. in Trebmß entgleiste die Maschine, wodurch beide Girise gesperrt waren.
_ Die Wirkung der erheblichen Ermä i un des acker- portos macht fich bereits grltend, da aUsZitgi it? Bchn im Monat Januar 1874 gegenüber Januar 1873 mehr anqe- kowmen find: 29,528 Siück und mehr anfgeliefert: 33,075 Stuck. Es ergiebt dies einen, täglichen Zuwachs von 2000 Packeten allein im Berliner Postverkehr.
. _ Mit Bezug auf die Nachricht über die Versandung des Pillnuer Seegatts geht uns zur Berichtigung resp. Vervoll- ftandrgnng derselben Seitens der Hafenbau-Inspektion folgende Mittheilung zu: Der heftige Nord=Wcst-Sturm des 27./28.1). M. hatte ailerdmgs daz"; Seegait so versandet, daß am 29. U. M. Morgens in der Emsegclungs- (Baken-) Linie nur 2,46 m (7* 10“) und _sudlich davon in einer breiten Rinne (Leuchtthurm- Muhle) 4,87 m. (15“ 6“) Wasserstand gefunden wurde; der mit Hochwasser stark auSgehende Strom beseitigte aber die Sandbank sehr bald, so daß am Abend desselben Tages bereits 3,61 m. (11“ 6“) resp. 5,49 111. (17“ 6“) Wasser vorhanden war, und heute (3. Februar) 4,24 m. (13“ 6“) resp. 5,81 11). (18“ 6“) vorhanden find.
Diese Maaße beziehen fich auf den Mittelwa er und von 2,4 m. (7,8“) am Pillauer Pegel. _ Wegen des hdsherß Wasser- standes konnten schon am 29 31 o. M. Dampfschiffe mit 5,65 m. (18 ), heute. (3. Februar) Mit 6,15 m. (19' 7 “) Tiefgang aus- gehen und einkommen.
Bayern. :ckünrhen, ]. Jebuar. Heute wurde der Ent- wurf des BrandversrcherungSgeseßes nach der ersten Le- sung des besonderen Ausschusses auögegeben.
Sachsen. Dresden, 4. Februar. (Dr. I.) Die Erste Kamzu er nahui m _ihrer heutigen Sißung den Bericht der 1. De- putgtwn uber die d erirenden Beschlüsse der beiden Kammern bezuglich des Entwur ;; einer Landtagsordnung entgegen. In
_ an Nbstattung persönlicher Meldungen sind hier ein:
den meisten Punkten Feantragte die Deputation und beschloß die Kammer d_en Beitritt zu den jenseitigen Beschlüffen, nur einige wenige Punkte, 3. V. der Antrag aiif eine Vertagung jedes Landtags nach seiner Kon'itituirung, sowie die Fragen, ob fich an Interpellationen eine Debatte anschlicßen dürfe, und ob den Kgmmer-Mitgliedern freie Fahrt auf den Eisenbahnen zu ge- wahren sei, wurden dem Vereinigungs-Verfahren vorbehalten, obwohl auch bei diesen Punkten Stimmen für Adoptirung der Beschlüsse der Zweiten Kammer sich vernehmen ließen.
_ Die Zweite Kammer brachte heute die Berathung des Budgets des Kultus-Ministeriums zu Ende. Die den städti- schen Realschulen zu gewährenden Zuschüsse, die Seminare und die Mittel, dem Lehrermangel abzuhelfen, die Zahl der nach dem neuen Bolksschulgeseße anzusteilenden Distrikts-Schulinspekwren, riefen eingehende Debatten hervor, Es wurde beschlossen, die Averfionalhettrcixxe für die Städte mit fertigen Realschulen zweiter Ordnung, m Hdhe von je 4000 Thlrn. in das Budget einzu- steilen; dte.Err1chtung _von 116 Freistellen bei den Seminaren zu genehxmge'n und die Regierung zu ermächtigen, diese Zahl nach Bedurfntß noch zu vermehren, Anträge aber der Abgg. Uhle und Penztg, welche" dem Lehrermangel abzuhelfen bezwecken, der Regjernng znr Erwagung zu überweisen. Gegen den Vor- schlag dcr Fmanzdeputation, welche nur 19 Schulinspektoren an- gestellt wissen wxll, bewiUigte die Kammer auf Antrag des Abg. Dr. PÜULH, welcher vom Antragsteller, den Abgg. Walter, von Konnerrß, l)r. Biedermann und dem Kultns-Minister ])1'. von Gerber warm befürwortet wnrde, der Regierung 25 Schulinspek- roren mit einem durchschnittlichcn Gehalte von 2200 Thlrn. Die iibrigen Bewiüigungcn wurden iiberal] in der von der Deputa- tion vorgeschlagenen Höhe ausgesprochen. Die Kammer nahm sodann emen Vertagungsantrag an, beschloß aber, morgen eine Sitzung zu halten. -
_ Gestern hai bei dem Staats-Minister Generas der Ka- vallerie von Fabrice die erste diesjährige Soirée stattgefunden.
Leipzig, 4. Februar. Die Königin trifft heine Abend 91 Uhr hier ein.
Heffen. Darmstadt, 3. Februar. Die Erste Kammer hat die Berathnng des Antrags Landmann auf Aufhebung der Zeseßltchen Bestimmnngen, durch welche den Gemeinden bei Aus- udnngnhres Iagdrßchts besondrre Beschränkungen auferlegt smd, mri Ruckficht auf ,die Abwesenheit des Berichterstatters au-deseßt. Bet Berathung iwer die verschiLdenen Anträge und Petitionen wegen drrStaats- und Provinzialftraßcn, sowic der Vorlage anf Bemlltgung von 250,000 fl. aus StaatSmitteln zur Ge- wahrung von Subventionen an Kommunal-Korporafionen zur Erbauung von chansfirten Straßen, wurde besagte Proposition abgelehnt,“ dqgegen der Regierung die Bereitwilligkeit ausge- sprochen, 1p9ztcile Verwiilignngcn zn gewähren.
_ Ter Jinanz-Minister erklärte, wie dem „Fr. I.“ tclegraphnt Wird, in der heutigen SiYung der Ersten Kammer, daß Ende 1875 das Budget einen Uederschnß von 11 Millionen aufweisen wird.
_ 4. Februar. (W. T. B.) Die Ersie Kammer ist heuie bet drr Berathung des Volksschulgeseßes den Be- schlussen der Zweiten Kammer, betreffend die AusschließunJ der
“Ordensgristlichcn vom Unterricht in den Volksschulen, m1t15
gegrn 12 Stimmen beigetreten. Bei der Bcrathung des Ge- meindegesches wurde der Antrag wegen der direkten Wahl der Burgermeister angenommen.
"Mecklenburg. Schwerin, 3. Februar. Nachdem das Zewahlte Kom:te h'euxe Vormittag von 10 Uhr an erathen arte, trat heute Mittag 1 Uhr das Plenum des Lan" tages zu einer kurzen Versammlung zusammen. Es wurde in d el- ben bcsch_loffen: man ersuche die Herren Landmarsxhälle, bei en betdcrsetttgsn Kommiffarien um Verlängerung der Frist z'ur Ab- gabe der standtschen Antwort 36 029111; ])r0[)0§itnm nachzusuchen.
Braunschwkig. Braunschweig 4. Februar. Wie das „Br. Tgbl.“ berichtigend mittheilt, wir nicht der Erbgroß- herzog, sondern der Herzog Elimar von Oldenburg am Sonntag am Herzoglichen Hof zum Besuch.
Anhalr. Dessau, 30. Januar. Der Landtag hat hente den die Erbschaftssteuer betreffenden Gcseßentwurf mit al1cn gcgen_2 Stimmen angenommen, nachdem der 1. März 1873 als Tcrmm festgesteüt ist, von welchem an das Geseß in quftntretxn-so.11. Darauf wurde der die Herstellung einer Ylenhformigksit m Beziehung auf das gerichtliche Sportel- und «tempelwesen betreffende Geseßentwurf, nachdem derselbe noch- mal?: vom Syndikus verlesen worden, mit allen gegen 4 Stim- men angenomrxieri', _ Viele Debatten veranlaßtc der Bericht der Kommission fur Kirchen- und Schulangelegenheiten über den Antrag des Abg. Hartung wegen Uebertragung der Leitung des Volksschulwesens auf Herzogliche Regierung. Dem von den Abgg. „Urfin und 111“. Kretzschmar nnterftüßten Antrags war die Komintsfion beigetreten. Derselbe ist so geftclit: der Landtag woilc beschließen, zu beantragen, daß die Leitung der Schul- crngekegenhxit von der _der kirchlichen getrennt und einer staat- lichen Behorde "baldthunlichst übertragen, der dadurch veranlaßte Aufwand_abcruder den Etat verausgabt werde. Staats-Minifter von Larnch versicherte,.daß die Staatsregierung dem Anfrage nachkrmmcn werde. Dre konfessioneüen Gegensäize sollen abge- schwacht, werden. Bet der namentlichen Abstimmung stimmten nur zwei Mitglieder gegen die Annahme.
Spaterjwurde von der Finanzkommission über die Vorlage, betreffend die Kostrn für den Behördenhausbau, Bericht erstat- tet" und schlioßltch im Namen der Kommission folgende drei An: trage gesteÜt: ]) Der Landtag kann nicht umhin, sein Bedauern artSzusprerhM, daß die StaatSregierung durch genauere An- schlags nxch*«.sch0n früher von der Höhe der Baukosten eine be- stnnmtere Ueberzeugung gewonnen und dem Landtage davon Mittheilung gemacht hade; 2) der Landtag crthcilt seine Zu- stimmung, daß sowohl die postulirten 250,000 Thin, als auch n9ch.200,000 Thlr. zur Vollsndnng des Baues und zur innern Einrichtung aus den auf Anhalt fallenden Kriegskostenentschädi- gnngnglder'n bemilltgt werden; 3) der Landtag bshält fich vor, bei Prufung der “Baurechnungen auf die Verwendung der be- erthen Mittel nn Einzelnen zurückzukommen. Von den drei Anfragen kam der 2. zuerst zur Abstimmung und ward mit allen gegen 3,“ darauf der 1. mit allen Stimmen gegen 7 und endlich der 3. einstimmig angenommen.
. _ 3. Februar. Gestern fand bei dem erzo ein rö eres Diner statt, zu weichem unter Anderen ar?!) diegLath aßgs- abgeordneten Einladungen empfangen hatten.
Neuß: Greiz, 3. Februar. Der Für und die Für in find aus Buckeburg heute im bchen Wohlseinft hier wieder ?in-
getroffen.
Lippe. Detmold, 4. Februar. Das „F. Lipp. R. u. !. Bl.“ veröffentlicht folgendes Schriftßück:
Die tiitec1chaftliche Korporation hat in der letzten Nummer „der hierher eingereichten Beschlüsse vom 27. Januar c_r. das Domamal- Abkommen vom 24. Juni 1868 bsrührt, und bm ich beauftragt, der ritterichaftlichen Korporation in dieser Beziehung Folgench zu er-
idern: _ _ ,
w Seine Durchlaucht wissen wohl, daß es 3_u Poxhstihrem irk-[zaften Bedauern gelungen ist, im Lande irrige Meinung zu verbreiten, als sei durch das DominiabAbkommcn _da_s Interesse des _Landxs zu Gunsten des Fürstlichen Hausxs gc]chad:gt._ Wie unrichtig diese An- schauung ist, geht _aus der einfachen Thamachx hsrvrr, daß drr fur den Fürstlichen ZOs-Hausbali, von den Revcnnm des „Domgxnnch übrig bleibende ctrag um cine bedeutende'Summe gcrmgcr nt, als vorAbschluß des DomaniaL-Abkrmmens. Semerurrhlaucht wurde es sehr erwünscht sein. wenn die wahre_Sac1)lage uberall bsernntWare, und würden Höchstdicselben daher auch knnYedenk-sniragen, einer geordneten Landesvertretung alle diejenigen, Ausklarnngen gsbkn nnd Mittheilungen machen zu lassen, welche für kme is_rgfaltigx und unbrfangr_ne Beur- theilung erforderlich smd. Höchstdenielhcn iiegiielbstredcnd eme Scha; digung des Landes chen so fern, als Sie sick) nbsrzeugt [)altcn, da[; auch im Laure die Absicht nicht vrrwaliet, den Rechten des angestamm- ten Fürstenhausrs zu nahe kreten zn Wollen. __
Bevor choch eine geordnete Landesverirxtung vorhanden nt, kann von einer solchen Erörierung und einer Weiteren cntgegenkoinmsndcn Erklärung, wie solche Von der Ritterschaft erbeten worden, nicht wohl die Rede sein, und wird daher das Zustandrfomrnen emos Landtags die nächste Aufgabe aller derer sein, wrlche die jkkßlgkn dsdanrriichcn Zustände beseitigt sehen Wollen.
Detmold, den 3. Februar 1874.
Fürstliches Kabinets-Minisirrinm.
von Flottwell.
Bremen, 4. Februar. Die Bürgersckzaf-t seßtenheute die Budgetberathung fori. Der Srnatskdmmiffar Burger- meister Gildemeister gab eine Uebersicht uber die „finanziellen Resultate des Jahres 1873. Nach den Mritheisnngen des Senatskommiffars über Einnahme und Au-Zgabedes Jahres 1873, wie fich dieselben nach den vorläufigen Ermritelnngen steÜe'n, ergiebt fich ein Defizit von 100,000 Mark. Aue.? den verschie- denen Zahlenangaben erhcllt, dqß Bremens Anthcil an der fran- zöfischen Kriegsentschädigung„mn 659,300 Mark und fur vom Reich erscßte Kosten der Munzreform dre Summe von 274,900 Mark einging. Das Budget wurde mit «;ermgchodifikationen genehmigt. _ Es fand sodann noch auf Anirag Tebelmanns eine Debatte über die chige Form des Spezxalduchtg statt. Die Bürgerschaft [ehnie einen Anirag, welcher die nahere Br- zeichnung der Verfasser der Spezialbndgets auf denselben fur
die Zukunft veriangi, ab.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. Fedruar. Die Kai- serin ist am 1. d. M. von Pefth in Wien cmgrtroffen.
_ Vorgestern wurden die vom Kaiser gest'ifteien'Kriegs- medaillen an die Truppen der hiesiZen Garmson feierlich ver- theilt.
_ 5. Februar. (Wiener 3.) Wie verlauiet, _hat fick) die Krrditanstalt im Verein mit anderen größeren Instiintcn bereit erkiärt, der ungarischen Regierung sofort nach Annahmse der Oftbahnvorlage im Oberhause die Mriiel_"znr Ruckeinlosung von 30 Millionen Sekondprioritäten znr Verfugung zu stellen.
Pesth, 3. Februar. (W. T. B.) Ueber die heutige Abstim- mung in der Oftbahnfrage ist Fqlgendex; nachzufragrn": Nnch der rektifizirten Stimmliste besteht die Negrerunxzézmajorttat nicht aus 11, sondern aus 13 Stimmen. Bet der Adnimmung waren sämmtlichs Verwaltung-Zräthc so wie (1116 Deputirten, die bei der Frage persönlich interesfirt find, abwesend. Von der Fraktion Lonhay siimmte Johann Lonhah für, IosephLonhah gegen die Vorlage. Die Linke wird bei der morgigen dritten Lesung aber- mals namentliche Abstimmung verlangrn und fordert ihre ?in-
hänger auf, voilzählig zu erscheinen.
SchWeiz. Bern, 4. Februar. (W.T. B.) .Die renitcn- ten Geistlichen des Berner Jura haben der dem Bundes- rathe gegen ihre von dem hiefigen RegierungSrathe verfngte In- trrnirung in den alten Kantonstheilcn Protest erhoben.
_ Wie vcrlcmtet, findet" die Volksradstimwung über die revidirte Bundesverfassung am 19.21pr*1[d.I.ftatt.
Großbritannien und Irland. London, 3. Februar. Der deutsche Boisehafter am hirfigen Hofe, Graf Mirnster, ist vdn einem Besuche des Herzogs Und der Herzogin von Manchester auf Schloß Kimbolton nach Pmsfia-House zurück- gekehrt.
_ Der Minister des Innern, Lowe, wurde heute ohne Opposition znm Vertreter der Londoner Universität im Hause der Gemeinen wiedergewählt.
_ 5. Februar. (W. T, B.) Bis jekt haben 339 Wahlen zum Parlamente stattgefunden, von denen 181 konservativ und 158 liberal ausgefallen sind. Die Konservativen hahen bisher 43, die Liberalen 19 SiHc gewonnen. In Brndford ist Fdrfter (Vice-Präfident des Departements des öffentliche,“.n' UnterrrchtS) wiedergewählt worden. _ In Sheffield und einigen anderen Orten haben gestern aus Veranlassung der Wahlen Unruhen
stattgefunden.
Frankreich. Paris, 4. Februar. (W. T. B.) Der Marschall-Präsident hat heute in Begleitung des Seine- Präfekten und des Polizei-Präfekten das Hospital Hotel de Dieu und daranf das Handels-Tribunal besucht. Der Präfident dcs Tribunals hielt eine Anrede an den Marschal], in welcher- er der Hoffnung Ausdruck gab , daß die Geschäfte einen neuen Auf- schwung nehmen würdsn, nachdem die Regierung eine feste Grund- lage gewonnen habe.
_ 5. Februar. (213.335. V.) Das „Iournal officiel“ bringt heute den Wortlaut der Erwiderung, welche der Marschall Mac Mahon gestern auf die Anrede des Präsidenten des andels- Tribunals gehalten 'hat. Der Marschall entgegnete ehterem darnach Folgendes: „Die Arbeiten zur WiederhersteUung der durch den Krieg herbeigeführten Beschädigungen der Forts und Befcsti: gungen um Paris werden noch in diesem Jahre eine große An- zahl von Arbeitern 7 beschäftigen. Unter" den Gründen, welche Sie für den schleppenden Gang der Geschafte anführten, erwähn- ten"'Si“é“dek'Béfür"“chiüjig'm"für den Bestand der politischen Ord- nung und der Zweifel, welche in der Bevölkerung über die Sta- bilität der Regierung verbreitet seien. Vor eini en Monaten wären mir diese Befürchtungenbegreifltch gewesen, eute scheinen
Jahres hat mir die Nationaiversammlung die Gewalt auf 7 Jahre übertragen. Meine erste Pflicht ist es, über die Ausführung dieser.": Beschlusses zu wachen. Seien Sie darüber ohne Sorge. Während dieser 7 Jahre werde ich der gegenwäriigen, auf geseßlichem Wege geschaffenen Ordnung der Dinge A tung zu verschaffen wissen und so werdkn wir, hoffe ich, die Ru e in den Gemüthern und das Vertrauen wiederkehren sehen. Das Vertrauen läßt sich nicht durch Verordnungen herstellen, aber mein Verhalten wird derartig sein, daß es von selbst wiederkehren wird.“ _ Das „Journal officiel“ veröffentlicht ferner eine Verfiigung, weiche die Ersaywahlen znr Nationalversammlung für die Departements Vaucluse nnd Vienne auf den 1. März anberaumt. Versailles, 4. Februar. (W. T. B.) Die National: versammlung seßte heute die Berathung des neuenSteuer: geseßes fort. Ein Gegenentwurf, welcher die Besteuerung der Gewebe verlangte, wurde, nachdem er von dem Handel?- : Mi: nister lebhaft bekämpft worden war, mit 462 gegen 145 Stim- men abgelehnt.
vorigen öffentliche
Spanien. Aus Santand er wird der „Pall Mall Gazette“ vom 2. d. M. telegraphirt, daß General MorioneS die zwischen Logrono und Vittoria gelegene carlistische Festung La Guardia eingenommen hai.
Italien. Rom, 31. IanUar. Die Deputirtenknmmer nahm gestern bei der Berathung über den obligatorischen Elementar-Unterric1)t den Artikel an, welcher bestimmt, daß Eltern Und Vormünder ihre Kinder und Mündel nach vollendetem sechsten Jahre in die Elementarschule zu schicken haben, "und daß, Wenn fie dieselben nicht in die Gcmcindesahule schicken, fie drm OrtSvorstande nachzuweisen haben, wie fie dnrch Privat- oder väterlichen Unterricht für die Erziehung ihrer Kinder und Mündel Sorge tragen.
_ Aus Mailand wird die Abreise dcs Prinzcn Napo- leon nach Prangins gemeldst. Es bestätigt fich, dcn „It. N.“ zufolge, das; er dort die Prinzessin Clotilde nach Paris abholen und dann mit der ganzen Familie in Paris seinen bleibendsn Aufenthalt nehmen wird,
_ Der am 5. Dezember 1). I. zwischen Ocßerreich und Italien abgeschlossene Vertrag über die gegenseitige Anerken- nung der nach dem Mo-«soomschen Systeme vorgenommenen T0nnengehaitsbeftimmnng dcr beiderseitigen Schiffe ist durch Königliches Dekret vom 11. d. M. rechtskräftig geworden.
Griechenland. Athen, 24. Iannar. Die Gemeinde- wahlen find nunmehr deendigt. In der Stadt Athen wnrde der frührre Bürgermeister, H. Khrakos, mit großer Stimmen: mehrhrit wieder gewählt. Derscibe hat fich um die Siadt be- sonders durch die neue Wasserleitung verdient gemacht, durch welche Athen mit gutem und reichlichem Trinkwasser versorgt wird. _ Am Tage nach der Wahl wurde das Königliche Dekret vsröffenilichi, das die Kammer auf den 23. Januar alt. St. einbcrirft. Diewegcn der Unruhen unterbrochenen Vorlesungen an der Universität find wieder aufgenommen worden und nahmen bis jrht einen rnhigrn Verlauf, da die Haupträdeleührer noch in den Provinzen find, wo fie an den Gemeindewahlen theilge- nommen haben. _ Durch das lehterwähnte Erdbeben hat die nordwestiiche Mauer der Akropolis einen gefährlichen Riß er- haiten, der den unter den Felsen angelegten Häusern Verderben droht. Derselbe wird baldigst ausgebessert werden.
Schkoeden und Nortvegem Christiania, 31.Ianunr. Di:: Ankunft des Königs und der Königin ist jeßt auf den 3. nächsten Monats, Vormitttags 10 Uhr, be- stimmt. Die Dauér des Aufenthalts ist auf 10 Tage festgeseßt.
_ Die Mehrzahl der Mitglieder des Storthings haben fich heute und gestern bereits eingefunden, und am Montag werden die ersten, vorbereitenden Sihungen beginnen, welche die Prüfungcn der Wahlen als Objekr haben. Nach der Geschäft?:- ordnnng wird dann ein Jomite von 15 Mitgliedern gewähli, welche die Wahlen prüfen, und dieseH Komite wird wahrschein- lich am Mittwoch, den 4. nächsten Monats, sein Reiuméz abgeben.
Dänemark. Kopenhagen, 1. Februar. Die dänische Meterko mmiss ion, welche im August 1). I. niedergeseht wurde, hat am 25. Dezember ihr Gutachten abgegeben. Die Mehrzahl der KommisfionSmitglieder befürwortet die Einführung des Meter- snstems, soweit möglich gleichzeitig mit dem neuen Münzshstem, vorerst alH zuläsfig neben dem alten System, aber nach einer angemessenen Frist als das allein gcseßliche. Die Minorität will dagegen das Metershstem nicht als durch Geseß befohlenes Maß: shfiem eingeführt sehen, sondern bringt in Vorschlag, daß es vom 1. Januar 1875 an gestattri sein möge, daffelbe neben dem jeßt geltenden Maaß: und Gewichtssystcm zu benuYen.
_ Wie die „A. A. C.“ mittheilt, werden der Prinz und die Prinzessin von Wales ans Rußland in Kopenhagen erwartet.
Amerika. Ach Rio de Janeiro wird der „A. A. C.“ unierm 8. r). M. Folgendes gemeldei: Der Bischof von Olinda wurde in Pemambuco am 3. d. M. von Beamten des obersten Gerichtshofes verhaftet und in einem Regierungsdampser nach Rio de Janeiro gesandt. Auf Ansuchen des französischen Reprä- sentanten ist die Konsularkonveniion zwischen Frankreich und Vrnfilien auf weitere sechs Monate prolongirt worden, um die VoUendung der Unterhandlungen zn ermöglichen. Das fran: zöfische meirische System ist im ganzen Reiche in Kraft ge- treten. Die Kaffee: und Vaumwollkauflente find Über- eingekommcn, 10 Kiiogramme zum EinheitSpreis zu machen. Der Sack Kaffee ist auf 60 Kilogramme festgestellt. _ Nach- richten vom La Platafluß bestätigen das wirkliche„Ende des Krieges in Entre Rios, obwohi einige Banden noch nicht ihre Waffen niedergelegt haben. _ Unter den Einwanderern, die in Buenos Ahres Quarantaine halten, herrscht die Cholera und mehrere Erkrankungsfälle soUcn, wie es heißt, in der Stadt selber vorgekommen sein. Schiffe von der Konföderation werden in Montevideo einer Quarantaine unterworfen. I)as Küftenkabel
wird ziemlich häufig benußt.
Asien. Aus Galenita wird der „Dailh News“ unterm
3. d. M. telegraphirt:
„In ganz Bengalen regnete es gestern, heftig. Das Maximum in Rungpore Waren drei Zoll. Beträcbtltcber Regen firl auch 111 Behar, aber in Tirbut nur ein Viertel Zinks ,ZoÜes. Der Regen kommt zu spät, um die Saaten zu bevoriheilen, aber er wird dem Vicbfutter zu Gute kommen. In Ober-Tirbut herrscht bereits großar
wurden im Januar über 56,000 Tous exportirt. Die Preise steigen allmählich.“ '
Afrika. Die „Times“ veröffentlichen ein auf Befehl des Khedive au9gearbeitetes Exposé der Finanzen Aegypten- während der [eßten zehn Jahre. Demselben ist zu entnehmen, daß die Einkünfte Aegypten?» von 4,813,970 Lstr. in 1864 auf 10,571,048 Lstr. in 1873 stiegen, (ein ausnathweises Steigen in 1872 war die Folge einer theilweisen Amortisation der Grund- steuer), Und daß die Erträge aus den während des ganzen kk“ wähnten Zeitraums kontrahirten Anleihen fich auf 26,949000 Lftr. beliefen, so daß die Einkünfte in den zehn Jahren 98,102,720 Lftr. betrugen. An der andern Hand stell- ten sich die Aue.":gaden während des Zeitraum?- auf 112,561,784 Lftr. EH verbleibt somit ein Defizit in der Gestalt einer schwebenden Schuld von 14,359,064 LÜK- das aus der jüngst emittirten neuen Anieihe zu decken sein wird. Diese Anleihe wird die Totalschnld ;kieghptens anf 49,000,000 Lftr. in 7 proz. Obligationen mit einer jährlichen Zinsenlast von 3,430,000 Lstr. bringen. Von den Einkünften der zehn Jahre wnrden 16 Million-In Lftr. direkt odcr indirekt vom Suezkanak absorhirt, 900 Meilen Eisenbahn kosteten nahezu 16 Miilionen Lftr., 21 Millionen wurden der Verbesserung dch Dampfbooß, Post- und Handelsdienstes gewidmet, 5MiUionen wurden unter die Nothiridenden der Rinderpest vertheilt, und 13Mi11ionen betrugen die Kosten der Baksrfchcn Expedition nach dem weißen Nil.
_ Noch in London eingegangenen Meldnngen ans Cape Coast-Caftle war General Wolseley am 19. Innuar nur noch einen Tagemarsch von Cnmasfie entfernt und beabsichtigte am 23. Januar den Angriff auf diesen Ort auszuführen. Der König der Aschantis hatte als Friedensrinterhändier einen deutschen (][-Z Gefangenen in seinen Händen befindlichen Missw- när an den General abgesandt.
D118__C0UTSÜUch der Deutschen Reichs-Postvcrwal- in_ng, 1874 Fqbruar, 1. Abtheilung, Vsrlag der Königlichen Ge- bc'nnen Obcr-Hoxbuckydruckerei (R. v. Dcckrr), ist sorben außgegeben. Dameibr _entdalt: _die Eifenbahnvcrbindnngrn in Druischwnd und der öéjterrcirdijcb-nngarijchcn Monarckyic nnd Uebersicht drr bestehenden Rnndrsne-Trurcn mii Angabe der Billetprcisr, brarbciiei iin Cours- burean Och Kainrlichrn Gensral-Prstamts, nnd umfaßi die bis zum 1. Fsbrnar cingctrrirnen rcsw._1nit denisrlbcn Tage ?intrriendkn Aende- rungen in drm (Hanne drr Eixenbahnzügé. Frcner blsibt noch gültig Adideilung U., Januar-Februar, cnthaltsnd die bedruisndrrrn Er1xnba1'nronten in Europ.],„außsr Deutsch1and und Oesterrcicb, frrner Prstverhindungen in Deut_1ch[and und drn angrsnzsndcn Ländrrn, Dampfichiff - Conrje, Renstonrrn zwischen mchrsrrn Hauptorien Enroyas, Tarif für Crnricr- und Extraposien, Wygeinaßr, Münz- vzrgleichungs-Tabrlie, Zusammensteliung dcr Besiimnmnqen Über Bc- nußung dcr Telegraphrnlmirn und Gebührentarif 22. Mit 2 Karten.
Neichötags : Angelegenheiten.
Bei der am 2. d. M. statigehabten cngrren Wahl im 9. Pots- darner Wahlkreis? (Krsne Zaun) -Be[zig, Jütsrbog -Luckenwalde) ist dsr Ohrr-Regierungs-thl) von Diederichs zu Marienwerder mit 8854 Stimmen zum Rsichstags-Rbgrordncten gewählt Worden. Sein Grgnsr, Riticrgutsbrsiizrr von Wqßdrrf, crhixlr 4647 Stimmen.
Als offizisllcs Resultat der ReichSirrgSwahl in Elsaß-Loihringen mridet W. T. B.: Im 11, Wahlkrciie des Bezirks Untrr : Elsaß (Indern) gcwäblt: Gni-Fchrr Eduard Teutsck) in Wingrn (fran- zöxijchr Partei) 11168850 St.; Fabrikant Eugen Rkuß in Zabcrn (ci1ä1sischc Parisi) erhielt 6378 St.
Landtags = Angelegenheiten.
Berlin, 5. Februar. In der gestrigen Sißung dcs Hau- ses der Abgeordneten erklärte dcrIustiz-Minister l))".Lcon- hardt Über den von dem Abg. Schlüter eingebrachten Geseh- entwurf, die Beseitigung der geistlichen Sühneversnchr drtrcffend:
Meine Herren! Die Königliche Staaisrcgirrung ist nichi in dcr Lags, den Antrag zu nnterstüßrn; fi? min; ibn virimrhr bskämpien. Ick brabsrchtigr wenigstens zur Zrit nich!, zu f()nci zu »[ajdjren; das hrißi, ich will nicht nähsr untcriuckoen, (".* 65 richrig sri, das Eheschei- dungsvcrfadrc'n durch_ eincn Vrrgängigxn Zühnxvrrjuch zn chingén, _ wie dieicr SüixnrNriuck) zu gestalten 121, _ck Geistlicheznzuzichén1cicn rder nicbt, _ ob die aniciyung cine Fakultativ? odcr orligatoriiwe sein Tol]. Ich will nur béiläufig rem »:rrn Antragstsllcr bcmsrkkn, daß ein Sülxncrcrwcd untrr Zuziehung yon Gsistlickykn odcr ein geistlicher Sühneverjuch ksinr Eig-mthümlirbksii des Preußischen Staates ist, daß iqlche Einriciztung-n vielmklyr fast in alien Staaisn bestehen, in den großen wie in den kiinen. -
Nach dem Erngarigr des Antrags .WZC nach dsn münd- lichsn Arußzrungen dcs Hrrrn Antragstriixrs rrblickx dieser in drr Brfcingung _ drr Sühncversuwe drr G:istlich€n einc Kon- sequenz dcs Gsießes Über die veränderte Ebrichiicßungéform. Eins solche Konsrquenz kann _ich in kcin-xr Wciss anerkennen. Ich würde ailerdings diefe Konnqnonz ankrkcnncn, wrnn dic (Zl)? durch die EhUchließungT-focm ibrcn Charaktrr gsändrrr hätte; das ist aber kcianchgI der Fail. Dic Ei)? ist jkizt Und wird auch swäter nicht sein ein obiigaiori1cher V:»rirag, visimrhr cin Lébstisvrrhältniß von großer fiitlirhrr und rcliZiöjcr Bcdrntung. Selbst rio Römer bezeichneten die Ehe als Linr aomnmniaaijo (iirini qunex bnmani iuris um".- iianntén, von ganzwsrcinz-clirn Ausklainnrn adgcsehen, nur die bürgerliche Chrswlicßnng. Jsl)_ will " nicht vrrkrnnsn, daß die verändrrte Ehcichlicßnngswrm eZine _Rnckwirkung haben kann auf das matcrieUe Edereäxk- 1cwc1t _ daisclbc beru : anf kirchlicher Ordnung. Ich wiki .anrrkz'nnrn, daß eine bürgrrli ,L Edrsckxllcßangsform und eine geirtlickye _Grrnhtsbarkcit in Einfachen fich mchi wohl vcrirägt; abrr ich kann nrchtanerkcnnrn, das; mit einem Eheversahrcn vor Sinatsgerichten dre anichnnT von Geistlichen uu- vsreinbar sei; Der Sühnrvcrmch ni ein. prozcyjnaliiciors Institut, cc bildet cinrn Gcgenstand dcs Entwnrxs emcr Rxlchsprozcszordnung für bürgrrlichc Rechxsstreitigkrncn. _Dis1cr Entwurf der Rrichéprozrßord- nung wird in drralirrnächnenZeit kemRenhswae zugehsn, Und merdcn damit die Fragen zurBurhandlnnq„konnnxn, Miche fick) aufden Sühne- versucb in Chesachxnxbeziebe'n. _D!€_Kon1gliche Yiegicrung Hält es nicht für zuläsfig,_ jedenfalls. absr nicht sur angcmcjjsn, daß durch das [*e- antragte ©2168 dcr RcrchE-Gexseßgcbnnx präjudizirt wsrde.
Ein zivxiter so_rmalcr Einwand nt rein praktischer Natur: wenn der Antrag zurn GMS erhoben wxrd, was_würrc denn der Herr An- tragsteüer errsnhcn? DS?- waFZ er nach 1einer Motivirung crrcichcn will, überaÜ nicht, Wenigstens in dem bei Wsitem größten Theile der Monarchie. nicbt. _ Syweit das Grieß von 1844 Plaß greift, - werden d:: Verhaltnlsje" durch diesen Antrag gar nicht be- rührt, _ Es bestehen namlich verschiedene Systeme in * Betreff des Suhgeversnrhes. In dem einen Staate gilt ein gcrichtlichct Siihnevenuch, in dem andern Staate cin geistlicher Sühnevxxsuch. Die allgemeine, Gerwhtßocdnung kannte einen grricbtlichcn Sühnrver- uch_unter Zuzrehung von Geistlichen. Es sonic das Gericht unter _
uzielxung _des S_e-Zlsorgers oder eines andern Gristlicheu unter den Yariexen die Sahne versuchen. Diese Einrichtung der allgemeinen mcbtsordnung ist aufgehoben durch das Geseß von 184.4, undan
NÄHstand und die Einwohner essen wilde Wurzeln. Der Transport
mir dieselben nicht mehr “begründet. Am 19. November
von Getreide in das Juncre wird energisch betrieben. Von Calcutta
diejStelie des gxrichtliéen Sühneoerfuchcs unter Zuziebung vim Geistlichen rst em geitlicher Sühuev'ersuch getreten. Darin ist