1874 / 34 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 09 Feb 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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14 Stück Lit. 0. i 150 F1. Nr, 3126 3237 3278 3338 3345 34142Y3Éb3540 3549 3652 3678 3752 3841 und 3954 : 21W Fl. = lr.

18 Stück [.j: (1, S. 100 F1. Nr. 4143 4258 4265 4321 4339 4375 4478 4533 4580 4639 4672 4688 4712 4736 4779 4792 4806 mad 4845 : 1800 Fl. : 1028 Thlr. 17 Sgr. 2 Pf.

Jm Ganzm 75 Stück über 30,500 F1. oder 17,428 Thlr. 17 Sgr. 2 Pf.

3).Zur Rückzahlung auf den 1. Oktober 1874.

6 Stück [id. 1). O. 1000 Fl. Nr. 8 250 333 451 686 und 1005 = 6000 F1. : 3428 Thlr. 17 Sgr. 2 Pf.

5 Stück Kit, 1). Hz 500 Fl. Nr. 1314 1369 1430 1648 und 1789 : 2500 Fl. : 1428 *Tblr. 17 Sgr. 2 Pf.

4 Stück 1.161). 3 300 F1. „Tr. 2331 2367 2727 und 2899 : 1200 Fl. : 685 Thlr. 21 Sgr. 5 Pf.

1 Stück 11115. 1). 71. 150 F1. “er. 3899 : 150 Fl. : 85 Thlr. 21 Sgr. 5 Pf.

3 “Stück 1.112. 1). T2- 100 F1. Nr. 4110 4211 und 4410 : 300 F1. = 171 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf.

Jm Ganzcn 19 Stück Über 10,150 F1. oder 5800 Thlr.

4) Zur Ruckzahlung auf den 1. Januar 1875.

15 Stück 1.17. .4. Fr 1000 Fl. Nr. 35 137 184 410 460 466 593 633 643 698 744 781 810 886 und 986 : 15,000 Fl. : 8571 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf.

21 Stück 1111. 4. 5 500 Fl. Nr. 1136 1181 1242 1250 1278 1519 1540 1599 1644 1662 1682 1837 1862 1872 1890 1920 1931 1949 2001 2011 und 2064 : 10,500 Fl. : 6000 Thlr.

10 Stück 1.17. .4. :ck. 300 “Fl. Nr. 2104 2128 2339 2454 2567 2581 2708 2744 2765 und 2771 : 3000 F1. : 1714 Thlr. 8 Sgr.

7 Pf.

8 Stück 11113. 4. 7";- 150 F1. Nr. 3113 3227 3436 3541 3564 3717 4045 und 4082 : F1. 1200 : 685 Thlr. 21 Sgr. 5 5"f.

7 Stück 1.111. 5100 F1. Nr. 4400 4446 4571 4577 4628 4695 und 4819 : 700 F1. : 400 Thlr.

Im Ganzen 61 Stück übcr 30,400 Fl. oder 17,371 Thlr. 12 Sgr. 10 Ps.

Hierzu:

19 Stück Nr. 3 über 10,150 Fl. vdsr 5800 Thlr.

2 M75 Stück Nr. 2 übrr 30,500 Thlr. oder 17,428 Thlr. 17 Sgr. 70 Stück Nr. 1 übcr 30,000 F1. oder 17,142 Thlr. 25 Spr. 9 Pf. S Yu 5HSfumma 225 Stück : 101,050 Fl. oder 57,742 Thlr. 25 . gr. .

Die. Juhaberstdieser Obligationen Werden hienwn mit dem Be- merken m Kruntmß grsxßt, da ' sie die Kapitalbeträge, deren Verzin- sung _nur bis zum betreffendeq ückzabluygsTermin stattfindet, bei der Königlichen Kreiskasse 111 Frankfurt a. M., bei derKönig- lichen Staatß1chy[dcn-Tilgungskcxyse in Berlin, bei jeder Königliche'n Regterungs-Hau_p1ka1fe, sowie bei den König- lichen quztrks-chuptkassen m Hgnnover, Lüneburg und OSnabxuck gegctx Ruckgabe dcr Obligatwncn und der dazu gehörigen nicht verfallenen anscoumZns, nämlich:

bei 905. 1. der 3 Stuck x). 1. April 1875 bis incl, 1877,

2, 3 , 1. Juli 1875 , 1877,

3. 3 1. Oktober 1875 1877,

4. 2 1. Januar 1876 , 1877, sowie dcr Talons erheben könncn.

Der Gcldhctrag der Moa fehlenden unentgeltlich zurückzugebenkcn Zinscrupons wxrd von drm Kapitolbetrage der betreffenden Obligation zurückbehalten.

Restanten aus der:

27. Verloosuna: 1117, 13. Nr. 2308 3517 4236 0, 2043 2968 3942 4180 4470. 1). 75 2769 3223 .J.. 550 3347 4262 und 4704.

28. Verloosung: bib, 13. Nr. 1766 1987 3408 3492. 0. 754 1055 2308 2567 3746. 1). 794 4262. 4,2818 und 4163.

29. Verloosung: 1615.13. Nr. 708 2026 2408 2701 3482 4622 4763 4785. (J. 919 2247 2265 3951 4274 4439. 1). 3415. 4. 37 11§64É78Z5 2023 2801 2837 3661 3745 3951 4168 4251 4272 4412 un .

30. Verloosung: 1.113, 13. Nr. 2869 3583 3669 3900 4191 4203 4212. 0, 1524 2390 2825 3244 4249 4521 4525. 1). 771 2425 14. 263 857 1227 1665 2305 2478 2613 3539 3576 3940 3944 3949 4150 4173 4663 4696 und 4735.

31. Verloosung: 1.17. 13. Nr. 1021 201.9 2233 3562 4190 4672. 0. 490 1409 1845 1870 2741 2761 2919 3331 3447 3546 3708 4438 4545. 1). 836 1155 1353 1782 3587 4465. .4 715 1115 1184 1266 1756 1777 1915 2216 2832 3050 3129 3189 3445 3501 3569 3829 3917 4292 und 4620.

32 Verloofuug: 1.16 13. Nr. 228 455 715 740 1574 1639 1677 1918 2865 2893 3035 3220 3301 3684 3728 3772 4634 4689 und 4781. 0.815 1163 1454 1478 2521 2819 2842 2903 2916 2956 3384 3479 3913 4038 4124 4204 4250 4483 4642 4728. 1), 2552 4354 4566. 14. 12 34 58 160 24! 245 399 652 684 1039 1078 1187 1354 1380 1536 1605 1612 1659 1767 1792 2077 2194 2254 2345 2582 2615 2626 278 2762 3099 3107 3226 3231 3241 3367 3637 438576 3889 3901 4051 4328 4336 4417 4524 4648 4661 4765 und

5.

Die Jnhabxr dieser Obligationen werken wiederholt zu deren Einlösung aufgefordert.

Wiesbaden, dkn 19. Ranuar 1874,

Der Regierungs-Präfident. v. Wurmb.

Yießtcimtxicßes. Deutsches Neich.

Preußen. Berlin, 9. Februar. Ihre Majestät die Kaiserin-Königin war vorgestern in der 5. Vor- lesung des Wiffenschaftlichen Vereins- anwesend, und wohnte gestern dem Gottesdienste in der Garnison- kirche bei. _ Ihre Majestät besuchte Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Elisabeth zu ihrem Geburtstage. _ Das Familien- diner fand bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl statt. _ Heute Abend erwarten die Kaiserlichen Maje- ftäten die Rückkehr Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten des Kronprinzen und der Kronprinzesfin aus Rußland.

__ Des Kaisers und Königs Majestät haben der evgngehschexr Krankenstiftung zu Burgsteinfurt, Regierungsbkzirk Munster, d1e Rechte einer juristischen Person zu verleihen geruht.

_ Der VundeSrath hielt am 7. d. M. die 711. Plenar- fißung unter Vorfiß des StaatÉ-Minifters Delbrück, Vorlagen, betreffend dLU En1wurf cines Geseßes wegen Einschränkung der Gerichtsbarke1t der pguxsckxn Konsuln in Aegypten und die Her- ßellung emer mcdtztmschen Statistik, wurden den betreffenden Ausschüssen überwiesen.

Demnächst wurde dir Kommisston für die Vorberathung des Entwurfs einer Gememschuldordnung gewählt.

Ausschußberichte'wurden erstattet über: 3. den Gesehentmurf wegen Fes1f1c11ung cmes Nachtrags zum Reichshaushalts-Etat für 1874; 1). den Entwurf emes Geseßes wegen Abänderung einiger Beßimmungen dcr Gewerbeordnuug; c:. den Schuß des Urheberrechts an Werken der bildenden Kunst und der Photo-

_ Der,. BunkeSrath und der Ausschuß für Zoll: und

St . 7 “' ' - ' . ' derMÉYYcFZFYrMIÉMesFÉMIM Geßern versammelte sich

_ Die heutige 2.'Sißung des Deutschen Reichstags wurde _um 14 Uhr von dem AlterSpräfideten v. Bonin eröffnet. Am _Ttsche des BundeSraths bcfan den fich der Reichskanzler Fürst v. _BtSmarck, von Bundesbevollmächtigten die Staats:Minister Del- brxxck, v.,Kameke, Or. v.Fäustle, v. Mittnachtu. 21. Nach einigen gejchaftltchcn Mittheilungxn wurde zur Präfidentenmahl ge- schrttten. Bei der Wahl des ersten Prästdmten wurden im Ganzen 294 Stimmze'jtel abgegeben, von Welchen die Abgg. vox) Forckenbeck 263, von Bennigsen 2 erhielten, 29 unbe: schueben waren. Der Abg. von Forckenbeck ist somit anf vier Wochen zum ersten Präfidenten des Reichstags gewählt., (Schluß des Blattes.)

_ Nachdem in der Sitzung des Hauses der Abgeord- neten am Sonnabend, dem 7. 1). MW., dsr Abg. Baudri fich gegen_das Geseß, betreffend Die Verwaltung erledigter kathdlischer Bisthumer, ausgesprochen, wurde die Diskusston geschlossen und dre Vorlage an eine Kommisfion verwiesen. _ Ebenso wurde der Gesetzentwurf, betreffend die evangelische Kirchengemeinde- und Synodalordnung, an eine Kommisfion verwiesen, nachdem stch_der Abg. von Saucken-Tarputséhen entschieden gegen dieselbe erklartkda fie nicht den vom Minister der geistlichen 2c. Ange- legenheiten erregten Hoffnungen entspreche. _Darauf wurde der Gesehentwurf, betreffend die Betheiligung des Staats an drm Unternehmen einer die Stadt Berlin durchschncidenden, von emem Punkte in der Nähe des Ostbahnhofes aUSgehenden Eisen- bahn ngck] Charlottenburg, nach der Fassung der Kommisfion ohne stkusfion in zweiter Lesung angenommen. §§. 2-4 [anten nach den Vorschlägen der Kommisfion:

§. 2. Der hiernach abzüglich der Bauzinsen erforderliche Geldbetrag wtrd bis zur Höhe von 3,000,000 Thalern aus den der Staatsregierung durch das Écsrß vom 11, Juni1873 ((Heso. Samm- lunq, Seite 305) für den Var: dEr Bahn von Berlin na Wetzlar zu Verfügung gesteütcn Geldmatteln entnommen, und bis zu 4,000,000 Thaler,soweitnichtdurchdenStaatshaushalts-Etat oder andere Gesetze Mittel zur Verfügung gestellt werden, durch Vcräußerung eines entsprechenden Betrages von Schuldverschrei- hxxngen aufgebracht. _ WTM- durck) welch? Stelle, in Wclcben B6- tragen, zu Welchem msnzß, zu Welchen Bedingungen der Kündigung und zu welchen Cour en dre Scbgldvsrschrcihungcn verausgabt Werden sollen, bestimmt der Jinanz-Minijter.

Jm Uebrigen kommcn _wvgen Verwaltung und Tilgung der An- lex_he, wxgen Annahme dcrwlch als Pupillrn- und depofitalmäfzige S1cherhett und wegen Verjährung Hcr Zinsen die Vorschriften des Ge1eßcs vom 19. Dezember 1869 (GUeß-Sammlung Seite 1197) zur Lanendung.

§,- 3 _(ncxx).„ Dcr Jahresstat der Berliner Stadteiscnbahngesrn- schaft '1st bezyxxlrch 1366 dem Staate an der Gesellschaft zustchrnden Anthetws all1ahrl1ch m den StaatshaUshalts-Etat aufzunehmen.

§. 4 (neu). Zur Umßhrcibung des Aktienkapitals des Stnatrs yon_7,000,000 _Thaletn auf den Inhaber, zur Veräußerung dcr Akticn, wrote zur AnLubung dcs Stimmrechts?) bci Nnträgm auf Ausdrhmmg des Unternehmens uber dcr; tm Z. 1 qngcgebensn Z1vcch hinaus, auf VerxychrunZ d6s_Gr*-1ndkapttals dcr Ge1eUschaff und Kontrahirnng von Anleihen fur dteyelbe, auffFufic-n Her GcssUfÖnft mit einsr anderen, auf Uebernahme des Bemebrs auf quderen Eisenbahnc'n, auf Auflö- supg dsr Gefeüschast oder auf Veräußxrung der Bahn ist die Grueb- mxgung bexderHauser deS'LandtaZZ erforderlich. AUS, dieser Vorschrift entgegen, einsemg getroffenen-Vemxgungcn sind rrchtsungültig.

_ In der heutigen (47.) Sißung des Hauses der Ab- geordneten, welcher am Ministertisch die Staats-Minifter Camphausen und Dr. Achenbach'mit mehreren RegierungH=Kom- miffarien beiwohnten, Trat das Haus zunächst in die dritte Be- rathung dcs Gesehentwurfs, betreffend die Vetheiligung des Staats an dem UUtcrnehmen einer die StadtBerlin durchschnei- denden, von einem Punkte in der „Nähe des Ostbahnhofes aus- gehenden Eisenbahn nach Charlottenburg.

Der Abg. Dr. Virchow sprach fich entschieden gegen dieselbe ans; besonders tadelte er die Vcrbindung des Staates mit Aktieugeseüschaßen, die gegen sei1tlegis1atorisches Gewissen spräche, und sprach ferne Zweifel an drr Rentabilität der Bahn aus. _ Hiercmf legte der Minister für Handel u. s. W. 1)r. Achen- bach ausführlich den Standpunkt der Regierung dar. Darauf ergriff für die Vorlage der Abg. von 'Benda das Wort, drr be- sonders die Verbindung des Osten?- mit dem Westen als eine:: nicht zu Unterschäxzenden Vorthcik für die StaatsZisenbahnen hin- stellte. Hierauf wurde die Generaldiskusfion geschlossen; in drr Spezialdiskusfion wurden die einzelnen Paragraphen und schließ- lich das ganze (Heseh in der von der Kommisfion vorgeschlagemcn Faffurrg definitiv angenommen.

Es folgte die erste Berathung über den Gesetzentwurf, be- treffend die Aufnahme einer Anleihe von 50,600,000Th1r. zur Er- weiterungdes Staatseisenbahnnehes (S. Nr. 10 5. Bl.) Der Abg. v. WkNWVehlingsdorff machte auf die Linie Berlin- Stargnr? aufmerksam, welche er in dies Geseß aufgenommen zu sehen wunschje. Nachdem noch der Nbg. v. Benda den Wunsch aUSgesprochen, daß bei dieser Vorlage die Tariffrage zur Ver- handlung käme, und der Handels-Minister 01". Achenbach fick) bereit erkkärt hatte, an geeigneter Stelle darüber in Diskusfion zu tretM, wnrde die Vorlage an eine besondere Kommisfion von 21 Mitgliedern verwiesen. Um 121 Uhr vertagte fich das Haus bis Diennag 10 Uhr. '

_ Se. Majestät der Kaiser haben genehmigt, daß die in der_Ordre vom 22. Mai 1862 bestimmte Kommandirung von Ofpzteren des 3. Eötus der Kriegs-Akadcmie nach been- dtgtem Kursgs zu anderen Waffengattungen einstweilen nicht uzehr ftattzuxxndcn'hat, daß dagegen, so lange diese Komman- dlrng ausfaUt, die Offiziere des 1. und 2. Cötus dioser Anstalt auf_1hretr Antrag während der Ferien zwischen dem 1. und 2., forme zwrschen dem 2. und 3. Cökus zu anderen Waffengattungen kommandtrt werden dürfen.

_ In Betreff der Einreichung der Ranglisten, Füh- rung von Personalbogen und Stammliften :c. haben Se. Ma- ]estät drr Kaiser bestimmt:

]) m,.Zukunft ist Sr. Majestät die Rangliste Seitens der Truppextherle 2c. anährlich nur ein Mal, und zwar zum Mai, e_mzurcrchen; 2) jede-Militärbehörde und jeder Truppentheil hat uber Fux zugehörigen Offiziere, Portrpeefähnriche, Militärärzte und dtexemgen Beamten der Militärverwaltung, welche *in die gedruckte Rgngliste aufgenommen werden, Personalbogen zu fuhrerx; 3) jeder Truppentheil hat eine Stammliste zu führen; 4) bet der Geheimen Kriegs: Kan lei ist ein Archiv einzurichten, m welchem außer der _Llufbewahru g der Akten alLer nicht mehr der Armee angehörenden Offiziere ec. anch noch die Stammlisten der dTruppentheile und die Statistik des Offiziercorps bearbeitet wer en.

_ Nack; dem Geseße' vom 2. d. Mis. wegen Erhöhung

graphie; (1. den Entwurf eines Geseßes über die Presse.

Einführung einer Yazsfen- und klassifizirten Ein- kommenßexer vorgxschriebenen Gebühren, sind den Ge- mei;nden, vom 1. Iayuar des laufenden Jahres ab für die ihnen obliegende Erhebung und Veranlagung der Klaffensteuer, nicht wie bisher vier, sondern sechs Prozent und für die bloße Veranlagung der Klaffenstcuer an Sthe des bisherigen einen Prozents drei Prozent der eingezogenen Steuer zu gewähren. Zu den Obliegenheiten der Gemeinde bei dcr Veransagung der Klassensteuer gehört nach §. 16 der darüber untcr dym 29. Mai 1). I. erlassenen Instruktion auch die Zufcrtigung der Steuer- zettel an die Pflichtigen. Mit Rückßcht auf die Erhöhung der VeranlagungSgebühr hat der Finanz=Minister bestimmt, daß (ottan die Anforderung, daß die Erledigung jenes Geschäfts uherall durch die Gemeinden selbst und ohne jede sonstige Bei- hulfe aus'Staatsfonds erfolge, ausnahmslos festgehalten werden muß.. Dte Verfügungen, durch welche die Uebertragung des fraglwhen Infinuationsgesthäfts an die Steuerempfänger oder Exekutoren, beziehungSweise die Gewährung besonderer Rename-

quizeidiener genehmigt worden ist, smd Seitens des Finanz- thstcrs aufgehoben worden.

__ Am Sonnabend, den 7., Abends, fand in dem Festsaale drs h1e11gen Rathhauses die Versammlung zur Votirung erner Dankadresse auf die Resolutionen der engli- schen Sqmpathie-Meetings vom 27. Januar d. I. statt. Der Versammlung präfidirte Prof. 111". Gneist. Nachdem der Genannte, Prof. [)x'. Dorner und der ReichNagH-Abgeord- nete 1)r. Völk gesprochen, wurden die eingegangenen Zustim- mungso-Telcgramme aus Bochum, München, Dresden und Bad Nauheim verlesen. Darauf gelangte die folgende Resolution zur Abstimmung: _

_„YZitglicdcr des Deutschen Rcich§tag€s und [Wider Häuser des prZuxszanandtdes, Vsrtrechr Yer hauptstädtisÖcn VNWaltung und Bu_rgcr1chast_, Manner ds_r Wistcmchafk, Kunst und aÜcr Vkrufsklassen, ver1ammclt1m Rathhame zu Berlin, sagsu den Vérsammlungsn in .St. James „Hall und Erster Hgll ihrsn tie-f cmp“undenrn F*ank für die am 27, Januar 5. J. gefaßten 236719111112 isser Warme Aus- druck dcr Sympqthxxn Englands für den Deutschen Kaiser und die deutsche NÜNOU'UJ threm Widcxspruchr 979711 die Politik der ultra- monta-nkn Parte“! m. drr katholi1chrn Kirche ist ein Untkrpfand dafür, das; „dle beiden Nattoyen axxch „in Zukunft tren zusammen stehen wer- dcn m„n1ann1)aftcm Kampfe fUr die bürgsxliche und religiöse Freihkit ker Volker.

Berlin, dm 7. Februar 1874.“

DreseResolutton wnrde darauf, ohne Widerspruch zu finden, angenommen, und das Komite beauftragt, dieselbe durch den deut- schen „Botschafter dcm Präfidiam der englischen Versammlung uherrmtteln zu lassen. Professor Gneift schloß die Versammlung Mit folgenden Worten:

„Erlaubsn Sie _mir, me1ne Herren, noch zu erinnern an die WOZte emss Zhrwyrdtgxy englt1chcn Staatsmanncs, ein-S altcn, welt- beruhmten Kamyfcrs sur büqurlick)? und rcligiöse Freileit, an die qute Lord Jol'tx Ryssells, wclchs cm die Adrrsse des Deutschen Kaisers ger1chtst ünd. ()'r mgtc: *

, „Mögen auch die E:“nzelhciten allsr dicser Kirchengesetze mir mchk „vollkommen klar [ein, das Weit"; ich, das; die Seite, auf der dxe Suche 1265 Kaqrrs sicht, die dcr Freiheit ist, und daß dcr nn Ka'mYe gsgry xhn befindliche PaPTSmUS dic Sachr: re'r Skxaverrt lit. Lasvxn Sir uns also danken dem vcrdientm altxn Kampfsr dsr Frechctt und im Anschlus; an seine Woxte gclobcn, M' wrÉxbcn IDFNJO treat haltk-n [)zu [Kaiser und zu Reich, und & o_n te un 2103611 mi einem €r* icbcn (* au S&Mar ä Knürr Wilbc1m. Un cr Kajsér leb: hOIck)!“ H ck f ist k H ck D_re Versammlung stimmte dreimal enthufiastisch in dieses

0 ] em.

_ In dem am 6, d. Mts, Abends 11 Uhr 5 Minuten von Berlin ngegangenen Courierzug 1. der Königlichen Ost- bahn entgketjten zwischen dsn Stationen Zanfoch und Gurkow 3 Personemyagen d_urch Ueberfahren cines Stücks Rindvieh, welches fich tm Sklerse befand. Verleßungen von Personen fan- den mcht statt, jedoch erlitt der Zug eine Verspätung von 23/4 Stunden.

An] 8. früh 1,Uhr entgleisten auf dem Bahnhofs Dahms- dorf-Munchechrg m einem dort aus der Richtnng Berlin ein- fahren'den Gnterzuge zwei Wagen in Folgr eines Federbruches. Dte hterdurch herbejgeführte Sperrung des Geleises ist bis 9k/g Uhr Morgens besettigt worden. Von den Personcnxügen hat nur der hrerselbst um 10 Uhr 50 Minuten fahrplanmäßig ein- treffende Krcuz-Verlinrr Lokal-Personenzug eine Verspätung von etwa 45 Minuten erlittsn, .

Heute traf der Courierzug U., Hauptcours der Königlichen Ostbahn, wegen Entgleisung bei Station Güldenboden, mit 5 Stunden und 38 Minuten Verspätung hier ein,

, Bayern. München, 6. Februar. Einer heute Vor- nnttag aus Tkgcrnsce eingetroffenen Meldung zufosgs, ist in dem Bcßnde'n des Pri_nzen Carl keine Verschlimmerung cingelreten, und die Besorgmß, welche man für das Leben des Prinzen hegte, beseitigt.

. _ In drr gestern umter dem Vorßße des Königlichcn Polizei- Drrekwks Freiherrn von Feilixzsck) abgehaltenen Sißung des Ge- sundhettsrgths-Ausschnsscs wnrde u. A. aus Anlaß mehrchr vorlagender Gesuche die Frage behandelt, ob zur Zeit Prozes]1011cu_und anders öffenTliche Aufzüge znläsfig erscheinen; der Ausschuß entschied die Frage einstimmig vcrneinend.

_ Sachsen. Dresden, 6. Frbruar. Der König hat in emcr, drm Königlich bayeriscéen außerordentlickzen Gesandten und bevollmachtigten Minister am hiefigen Königlichen Hofe, ékrei- herr1'1 von Gasser, am heutigen Tage ertheilten Partikular- Audienz dkffen Beglaubigungsschreiben entgegengenommen.

_ 7. Februar. Au] der Tagesordnung der heukgcn Sißung Yer Ersten, Kamzner stand der Bericht der dritten Deputation uber den, dre Verkundzgung drs Unfehlbarkeitsdogmas durch Ver- lesunZ des Fuldaer Hntenbricfes von den katholischen Kanzeln betreffenden'Atrtrag des Abg. Ludwig. Die Zweite Kammer hatte auf „diesen, Antrag beschlossen:

_„an Htc Regtcrung Has Eljucbln zu ricktcn, in geeigneter Weise und tnSbej_0ndcr_e_dn/r§ch Une Bekanntmachung im „Katholischen Kirchcu- btlatte zunZöbst sur Sach1cn“ alsbald öffsutlich zu beurkunden, das; euze Verkundtgung des Unfehlbarkeitsrogmas durch die Verlesung des lekx'nbrlkfks' von dc'n Kanzeln nicht stattgefunden habe und nicht habe stattfmdrn konyen.“

Dre Ma]orttat der 3. Deputation der ErstenKammer |ellte nun Yen Antrag:

, „m _Erwäczung, das; d_ie bish-r abgegebenen Erklärungen der Re- gterung tn genugcnder Weist beurkunden, daß eine Verkündigung des- Unfeh1barkextsdogmas Harck) die Vorlesung jones Hirtenbciefes von den katholischen Kanzcln ntcht stattge_fundcn habe“, und nicht habe statt- finden konnen, dem jenseitigen Bejchlusse nicbt beizutreten.“

Zu dem andern, bei dersekben Veranlassung von der Zwei-

der im §. 15 des Geseßcs vom 1. Mai 1851, betreffend die

ten Kammer gefaßten Beschluss: „die Regierung um Vorlegung

rationen dafür an jene Beamten oder an die Gemeinde: oder *

.nirende 2. Infanterie-Regiment Nr. 120 und morgen dir in

eines Gesehentwurfs wegen Ausübung der wrltlichen Hoheits- rechte “über die katholische Kirche zu ersuchen“, brantragt die ge- sammte“Deputation den Beitritt. Nach längerer Debatte, an welcher fich der Kultus-Minister, Dr. von Gerber, der Staats- Minißer a. D. 1)r. Freiherr von Falkenstein und dsr Bischof Forwerk betheiligten, wurde„der Antrag der DeputaTTMSWajorität, in einer, vom Professor Dr. Fricke beantraZten, bezüglich der Motivirung modifizirten, von der Deputationsmajorität adoptir: ten Fassung mit allen gegen 10 Stimmen, der Antrag der Ge- sammtdeputation gegen 1 Skimme angrnommcn.

_ Die «Zweite Kammer trat heute in die Berathnng des Budgets des Justiz=Minisjcriums ein. In der allgemeinen Debatte verbreiteten fich die Abgg. Pejri und Ludwig Über ver- schiedene Defiderien bezüglich der Justizverwaltung, während die Abgg. Riedel, Fahnauer, 01". Heine und Kirbach, veranlaßtdnrch eine im Berichte mitgetheiltc Zusammrnstellung der an Jnstiz- beamte gewährten Dienstwohnungen, die Frage der Gewährung von Dienstwohnungen und der dafür anzurechnenden Miethpreise einer Erörterung unterzogen. Die Spezialdebatte erstreckte fich ebenfalls vorzngswcise auf diese Wohnungsftage, und es wnrde in dieser Beziehung schließlich auf Antrag der Deputation, bez. des Abg. Jordan, [*kschloffeU, die Staatsregicrung zn ersuchen, für alle Kategorien von Staatsdiencrn, welchenDicnftwohnungen gegen Entgelt eingeräumt werden, wegen Bestimmung des an- zUrechnenden Miethwerthes der TiCUstlUOhnUUgeU den GrUndéaß anzunehmen, daß die Miethprcise in der Regel in einer den örtlichen Verhältniffcn enjsprcchenden Weise festgestellt werden

Württxmberg. Stuttgart, 6. Februar. Am heu- tigen Tage mspizirt der kommandirende General, General der Infanterie v.Schwar13koppcn, das in Weingarten garniso:

Ulm ftationirten Truppen des Württembergischen Armeccorps. _ Durch das vom „St. N.“ veröffentlichte Geseß, [)e- treffend Telegraphsn-Llnlagen, vom 30.Ja1mar, wird zur weiteren Ausbildung des Telegraphenneßes, Erweiterung des Telegraphengebäudes in Stuttgart und zur Beschaffnng be: -sonderer GebäUlichkeitcn hierselbft für die: Telegraphen=Inspektion und die Telegraphenwerkstätfe in der Finanzperiode 1873/75 die Summe von 165,000 Fl. aus den für den Bau von Eisen- bahnen in derselben Jinanzperiode bewilligten Mitteln bestimmt.

Baden. Karlsruhe, 5. Frbruar. Die Zweite Kam- mer bericth heute das Schulgeseß. In der allgemsinen Tr: batte hob Intlekofer die Nothwcndigkeit dcr BeffersteUUng der Volksschullehrer hervor. v. BUß erklärte, mcm müffe die Wohl- fe'ilhcit des Unterrichts ins Auge fassen und deshalb hätte man die Lehrkongregationen, den Unterricht der Lehrschmestern, beson- ders für den Unterricht der Mädchen, nicht ausschließen sollen. Der Staats-Ministcr 111". 30111) erwiderte, daß Regierung und Majorität im Hause mik dcr Lehrthätigkeit von Trdcn und Kongregationen nicht einverstanden seisn, haben ste im vorigen Landtag durch Geseß ausgcsprochen, UUd darüber sci jth nicht zu verhandeln. Bei der hierauf folgenden speziellen Bcrathung gelangte die Kammer bis zu §, 46. Nach den Anträgen dcr Kommisfion erhöht fich der Staatsaufwand um 40,000 Fl., so daß derselbe 23 bis 25 Proz. dcs (Hesammtauftvands bckrägt; hierüber dürfe aber nicht hinausgegangen werden, Wenn das bis- herige Verhältniß der Gemeinde zur Schule im wesentlichen auf- recht erhalten werden 7011e.

Mecklenburg. Schwerin, “7. Februar. Der Erb- großherzog und die «Herzöge Wilhelm und Paul Fried- rich maren gestery hier eingetroffen. Der Herzog Paul Friedrich ist heute Morgen wieder abgereist, und heute Mittag wird der Erbgroßherzog Schwerin wieder verlassen.

Anhalt. Dessau, 3. Februar. Der Landtag hat sämmtliche ihm zugegangenen Vorlagen erledigt und ist hentc geschlossen worden. ,

Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 7, Februar. Die Landesvcrordmmgsn publiziren ein Gescß, betreffend die Fest- steüung dcs Landeskaffen-Etats pro 1874, vom 27. Januar 1874: Der Etat ist in Einnahme auf 206,086 Thlr. 15 Sgr., in Aus- gabe auf 206,086 Thlr. 15 Sgr., nämlich auf 145.377 Thlr. 2 Sgr. 1 Pf. im Ordinario und auf 60,709 Thlr. 12 Sgr. 11 Pf. im Extraordinario, darunter Ueberschuß znr Vcrfi'tgnng mit Zustimmung des Landtages 42,774 Thlr. 21 Sgr. 11 Pf., festgestellt. _ Ferner folgendes Geseß, betreffend die Ressort- verhältnisse des Ghnmafii anÜckcb:1rg, vom 31. Januar 1874: Das Gymnafium zu Bückebnrg wird von Ostern 1874 an Un- serer Regierung unterstellt, vorbkhaltlich dcr Beaufsichtigung des ReligionSUntorrichts dnrchden Lanch-Superiutcndentcn.

Lauenburg. Raßebnrg, 5. Februar. Das Offizickle Wochenblatt für das Herzogthum Lanenhurg veröffentlxcht fol- genden Allerhöchsten Erlaß: '“ -

Auf Ihren Bericht vom 30. v. M. will Ick) grnchméakn, da); in jeder Kirche 176 Herzqgthmus- Lauenburg cine Tafkl crrichteh werde, Wclcbr dcm ,Gsdächtniß dcr, tm lrßten Kriege gegen Frankrel_c_b 57117 dem Felde der Ehre Gcfallercy gewidmxt ist xmd unter der 2111711131111: „Aus diesem Kirchspiele starben für „„König und Vakerland“

die Namen akkcr zu Dem Kirch1pick gehörig gkwcssnen Gsfnsscncn“

enthält. Ich spurl)? hierbci Den Wunsch aus, daß durcky “Oi? frrizyzl. lige Liebesthätigkcit dcr Einzelmn Genzzxtpdcn _der (30111118, m dxejcr Weise das Gedächtnis; der im chtcn erege' fur Komg und Vatrr1ax1d Gefa11encn zu ehrkn, recht bald zur «Zchrklxcbxthg gelange. DMU: Mein Erlaß ist durch das offizieÜe Wochenblatt fur das Hsrzogthum Lauenburg zu r-ubiiziren. B-xrljn, den 30. November 1873. W i [ sj c l m. Für den Minister für Lauenburg, Freiherr von Landsberg. An den Minister für Laucnhurg.

Oefierreich-Ungarn. Wien, 7. Februar. Die _,Wien. Ztg.“ veröffentlicht eine Verordnung dos Handels-Muxqters vom 4. Februar 1874, betreffend die Abwickclung dcr_ nur der Weltausstellung des Jahres 1873 zusammenhangcnden Agenden.

_ In der gestrigen Sißung des Abgeordnetenhauses interpelXirtcn Kover und Genossen den Iustiz-Minifter über die Vorlage der neuen Civilprozeß=Ordnung. Der Minister des Innern beantwortete die Interpellation Harrants und Genoffexn betreffs Verzögerung der neuen Reichsrathahl in Prachanh mit der Erklärung, daß diese Wahl auf den 23. d. M. aUSge- schrieben ist, somit keinerlei Verzögerung vorléege. Der Antrag Steudels auf Beseitigung dsr Kohlenlheuerung wurde dem Aus- schuß betreffs der Lebensmittcltheucrung zugewiesen; Das Gesev, betreffend die Gebührenfreiheit der Verhandxungen zur Durch- führung der Ablösung der Reallasten m Mahren, wurde_ ohne Debatte angenommen. Das Haus nahm ferner unverandert nach der RegierungSvorlage dcn Gesehentwurf, betreffend dre

Lesung an, deSgleichen ohne Debatte den Geseßentjyurf betreffs Aufhebung der Jnseratensteuer und nahm sodann die Wahl der Mitglieder des Staatsgerichtslyofes vor.

_ Tas Subkomite des Ausschusses zur Vorberathung der konfessiqnellen Geseye hat dem Referenten des Ausschnffes, Abg. Or. Sturm, die AuGarbeitung eines Gesetzentwurfs, be- treffend die obligatorische Civilehe, übertragen.

_ Der Königlick) großbritannische Botschafter, Sir Andrew Buchanan, trifft nach längerer Abwrsenhcit in den nächsten Tagen aus Schottland wieder in Wien em. .

_ Ein Kaiserliches Handschreiben an den Finanz-Mimfter genehmigt die theilweise Auflassung der Prager Festungs- werk e zwischen dem Poricer und blinden Thor. Insofern mcht sofort ein Uebereinkommen mit -der Stadtvertretung wegen der Uebernahme der Festungsmauern zu Stande kommt, wird die Dcmolirung in eigener Regie erfolgen. '

_ 9. Februar. (W. T. B.) Der Finanz-Minrster Wird, wie die „MontagSrevue“ meldet, in der morgenden Siyung dks Abgwrdnetenhanses einen Geseßentwurf einbringen, wonach die Bauhanken bei Fufionirnngen von Uebertragungsgebühren befreit seiu soÜen. Dasselbe Blatt wi[[ wiffen, es sei den türkischen Unterhändlern bereits gclungen, wegen einer ncrxen Anleihe für die türkische Regierung, im Betrage von“8 MLU. Pfd. Stcrl. abzuschließen.

P-csth, 7. Februar. Das Oberhaus hat heute den Ge: setzentwurf, betreffend die Ostbahn, mit «6211 gegen 4 Stimmen angenommen, nachdem der Miniftcr-Präfident die Vorlaxe wieder- holt befürwortet hatte.

SckWeiz. Bern. 7. Februar. (W. T. B.) Der Abbé C011ct, Sekretär des Bischofs Mermillod, bei welchem ein Ba!- len des in Bar [6 Duc gedruckten Aufrufs an die Mächte um Intervention zn Gunsten der schweizer Katholiken anfgefnnden war, ist auf Grund der Bestimmungen des Art". 57 der chigen Verfassung artsgewiesen und die Untersuchung wegen der Urhe- berschast Und Verbreitung dieses Schriftstücks aus Mangel an Indizien nicdcrgeschlagen worden.

_ 8. Februar. (W. T. V.) Das Dorf Bassecourt (Altorf) im Berner Jura ist wegsn dort vorgekommener Rnhestörungen von 2 ScharfschüßenC-Impagnien bcjeht worden. _ Von den renitenten Geistlichen aus dem Jura smd 12 von der Internirung im protestantischrn Theile dcs Kan- tons nicht betroffen morden. '

_ Im Kanton St. Gallen ist die neUe strafgesehltche Bestimmung, wonach Geistliche wegen Mißbrauchs dcijmrzrl mit rinsr Geldstrafe bis zu 1000 Franken Und einer Gefängmß- strafe bis zu vier Jahren bestraft werden 1011617, in der Volks- abstimmung mit ca. 19,800 gegen 16,500 Stimmen angenom- men worden.

Niederlande. Hang, 4. Febrnar. Lie Kommisfion der Zweiten Kammer der Gencralstaaten Über 13611 Gr- chentwnrs für Regelung des MünzmcseUs hat?? von der Regierung noch einige Aufschlüsse über die Wendmlg, welche in den Münxverhältniffen zn den Kolonien ei11trc1en würds, ver- langt. Sie hat deshakl), wie nun verlaUtct, erst Ende voriger Woche ihren definitiven Bericht aufsteUcn könnsn.

Großbritannien und Irland. London, 6. Februar. Die Königin wird, dem Hofjonrnal zufolge, am 26. Frbruar, 25. März und an einem noch festzusexzenden Tage im Aprik odcr Mai im Backinghau1:Palast Dram'ng-rooms (Empfang Uhu Herren und Damen) abhalten. Außerdem wird am 13. Marz im genannten Palast cine diplomatische Cour stattfinden.

_ In Eanncs starb um 4. d. der Earl von Howth plöHlich an einrr Herzkrankheit. Der Verstorbene,“ ein irischer Pair, Statthaltcr der Grafschaft Dnblxin, Vice-Admiral von Leinstcr mxd Ritter des St. Patrick-Ordcns, hatte sein 74. Le- bensjahr streicht.

_ Der brasilianische Gesandte am hiefigen Hofe, Baron_de Penedo, ist von seiner Misfion in Rom auf seinen Posten hierher zurückgrkchrt.

Frankreich. Paris, 9. Frbruar. (W T. 23.) Bei den gestern stattgehabten Ersaßw ah1en fur dre Nc;- tionalversammlung wurden, soweit das Resultat [ns jrxzr bekannr gsworden ist, im Departement _Haute- Saane 26,964 Stimmen fÜr Hérffson (Repubbkancr), 21,368 für Marmikr (Monarchist), im Depärtxment Pas de Calais 45,657 Stimmen für Brasme (RZpuhlxk-aner), 39,981 für Sens (Moxmrchist) abgegeben. Tas definitive Wahlergebmx; steht noch nicht fest. _

Versailles, 7. Februar. (W. T. B.) In der heUt1gen Sißung der Nationaloersammlung wurde das Amend?- ment Léon Says, nach welchem drr Betrag der S_ck)uld-leortx- sationsquote um„50 Millionen Francs [)crabgcm111d§ü_werden solLte, mit 434 gegen 249 Stimmen abgelehni. Demnachß erde die Kommtsfion für die Vorberathung „des Antrags, betreuend die gerichtliche Verfolgung des Depntxrten Molotl Bloncourt, gewählt.

Spanien. Madrid, 7. Februar. (W. T. B.) Die Regierung hat ein Dekker erlaffe1), nach ws'lchem a_[le steucr- pflichtigen Unterthemen an dcr Nattonnl : Ankethe Theil nshmen 1911811.

Türkei. Kragujcvax», 7. Febrxmr. Bei Beantwortung einer InterpeüatiOn erklärte der Ministcr-Präfident ix) derS kupi- schina, die Regierung werde in dcr jzächstetr Ses1_101_1V0r[agch, betreffend die Erweitrrang dcr Preßfmnheit, eme wzrkxamere Mz- nisterverantwortlichkeit, dic Erweitcrung dcr Gemcmdeautonomte und die Reorganisation der Adminiftration, einbringen.

_ 8. Februar. (W. T. B.) Der ehemalige Kriegs- Minifter, Oberst Beki - Markowitsch, welcher in) _De- zember U. I. wegen mehrerer ihm (3111? Last gelegter Kriminal- verbrechen von der Skupts china m Anklagezuftanp Verseßt war, ist heute von derselben freigesprochen worden. Dre Se1fion der Skuptschina ist mit der hentigcn Stßung geschlossen worden.

Rußland und Polen. St. Petersburg,. 5. Februar. Auch der Kronprinz von Dänenrark 1st,»wie dre „St. Pet. Ztg.“ nachträglich meldet, mit dtn ubrigen Hohen Herrschaften nach Moskau abgereist. . ,

_ Wie die Moskauer“Blätter ber1chten, trafen am Drenstag, den 3. Februar bald nach 6 Uhr Abends Ihre Kaiserlichen 1,1111) Königlichen Hoheiten Der Kronprinz und die Kronprtn- zes s in des Deutschen Reichs und ,von Preußen,. forme der Herzog von Sachsen=Eoburg=Gotha m Mr_xskau em. Als der Zug mit den Hohen Gästen am Bahnhof htelt, begab _s1_ch der Genrra1=Gouverneur von Moskau, Generaledjutgnt Furjt Dol- gorukow auf die Aufforderung des Krmzprmzen m dxn Waggon Ihrer Kaiserlichen und „Königlichen Hoheiten un? gelenkte sie sq- danu in die Kaiserlichen Paradegemacher, wo Hochstdenselben dre

Behandlung der Gebühren bei Börsenschiedssprüchen, in dritter

obersten Militär- und Civilchargen vorgeßellt wurden. Der

Kronprinz empfing die Ehrenwache vom _Rosstywschexx Insan- terie-Regiment mit drr Fahne, worauf 11ch dre Hohen Gaße in das Kreml-Palais begaben D;»r Y_ahnhof und dre Straßen, welche die Hohen Herrschaften zu pasUrcn haxten, waren festlich illuminirt und mit dichten VolkeF-maffen angeflelt, welche die Fürstlichen Gäste mit freudigen Hurrahrufen be,".rußtrn. Der Kronprinz bcwohnt die Gemächer des Großfürsten Thronfolgers Cesarewitsck», drr Herzog von Cobnrg den Kavalicrflugel, und der größte Theil des Gefolges hat im „*ZkavischonVazar“ Wohnung genommen. Nach eingenommenem Diner machtan dre'Hohen Herrschaften um 9 Uhr Abends in Troiken eine Spazxerfahrt durch die Hauptstraßen dcr Stadt. Am folgenden T'ag'e, _MLZZ- wock), beabfichtig1e das Kronprinzlich: Paar das Trmzkr-ergq- Kloster zu besuchen. . Es find unter Anderem auch anf den Moskauer Sperlmgs- bergen Vorbereitungen zum Empfange des Hohen Gastes ge- troffen, da man annimmt, daß der Kronprinz auch dieSmal _den Ort besuchen Werde, von Tem aus er bei seiner ersten Anweycn- heit in Moskau sich lange des Aublicks der Skadt er- freut hat. Dasselbe Bkatt vcröffenüicht folgende Bekanntmachung: Sr.911ajssfäf der Kaiser hat a?:läßlick) S:"énrs Eintrsffsns in Moskau mit den Hrhxn N:"Uvermählfrn, J. K. H. der Großfürstin Maria Alexandrowna mit S. K. H. drm PrinzknAlkrsd Ernst leßerr von Großbritannien, Harwg von Edinburgh 2618636436 311 bkfelxlkn gsruht: Am 24. Januar um 101 Uhr Mrrgcns [) 13611 sich im großru Krcml-Palais cinxuändsn: alle angsfshsnen P.:“srncn brircrlsi Gc- schlccbts, wclchr Zutritt bci Hofs habxn, die Stxbs- und Obsroffixiere der (Hardr, AMW und Flotte, drr Ads! [*cidsrlci Geschlechts; deszlei- chen das Stnktlmuvk ron Moskau und dre Übrigsn in der Rcüörnz anwesenden Starthäuptcr, di? k111s11ch8 um?.“ artÉländtschc erénkauf- mannschaft nnd die Hankwrrkcr _ die Damsn in hohrn KKMM und Hüten, die Hkrrcn in Galanniforxn,

Z:: v2r1'ammc1n 11.1ka sich: die Damm dcsHof-xs 11112216169113371, MTK)? [“En Zutritt nach drn (Fhwali-ergardm [7.1an _ im Karbarinen-

1.1.11, dic Da1n€n_1€rStadt _ im Vllcxandrr1xa[,_ 116 (Hrnrrale, Stabs- und Obsrvssrzxsre_ _ 1111 “Zlnkrranaxl, dic (»„wxhhargsn und

der Adel _ im Gscrgcmaxl, die Kansmamnsckyafk tmr ki“: Handwer- ker _ im W[adimirsaal,

An 178110"?le Tag? [3.1ka sicb zUrDarÖringung “rer Glückwünsche an I. K. H. die (Htrßfürstin Maria A*anndr-IWUJ und S. K. H. dcn F;)?rzog von Edinburgh im ?[ndrcassaal zn vsrsammsln: alle an- ges€h€ncn Pcrsrnsn beiderlei Gsschlcchts, wclrbc Zutritt bei Hofe ha- ben; von Militärs: dis Gcnrrnik, Die Commnndsnrs dsc Régimsnter und LlrtiÜeriebrigadcn UW dis Obsrstcxx, MLM kiEsen entsvrkcchde Stcklungkn bckleidsn, rie Grnrernrnro, leelsnmrsrbäkle Und Edcllsute mit Grmahlinnkn und T0ch1erk ZU vrrsammctn habn sich die Herrcn um 1 Uhr in GaMuniform. Dis Damen um 2 Uhr, in rusfi- jchsr Tracht.

Aus den von der Moskaner Pokizei grtroffenen Dispofitionen ist crfichtlich, daß am 24. Januar Abends GalavorsthUng im großcn Theater stattfindet, am 25. Jcmnar Ball in dcr Adels- versammluug Und am 26. 23.711 beim Moskartsr Genrras- Gouverneur. *

_ Die brsondcre Session beim Rsichsrath, die bekanntlich mit den Nechxrn eines Drpartcments desselben konsti- tuirk worden ist, um das neUe Wehrgesrh „za bkrathen, soÜ bezüglich der Zahl ihrer Mitglieder rcduzirt werden, da jeßk narf) Erlaß des Statuts Über die Milifärpflirht rie writers Arbeit von 35 Mitgliedern uicht mehr erforderlich sei. Mitglisder dcr Ses- fion sollen noch ferner nrrb1eiben die Minister des Krieges, des Innern und der Finanzcn, der Verweser drs Marias: Ministe- riums und diejenigen Personen drr früheren Scsswm, welche die souveräne Gemalk in dersklven „zu belassen für gut befindet. Für die übrigen Minister ,ist die Theilnahmr an den Nrbriten der Kommisswn mit den Rechten von Mitgliedern tmr dann obliga- torisch, Wenn Fragen, dis ihre Refforts berühren, in Erwägung kommen. Unter den Fragen, welche auf der Tagesordnnng stehM und ihrer Erledigung harren,.nennt die „Neue Zrit“ das Projekt einer Verordxmng über die Einberufung der Reichs- Landwchr und das Projekt ciner besonderrn Verordnung für die verschiedenen Gegenden des Reiches, (mf we'lchc das allge- 1112111? Statut Über die Militärpflicht keine Anwendung findet.

Moskau, 7. Februar. (W. T. B.) (Hestsrn nahmen die Hohen Neuvermählten im Kaiserlichen Palais dic: GTM- wünsche der verschiedenen Korporatiomön entgegen. Abends fand im Theater eine Gala-Vorstcllung statt. Nach dem darauf fol: genden vom Adelsklub vcranstaTtetcn B(tlle tratcn hente früh 3 Uhr Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheitcn dsr Kron- prinz nnd die Kronprinzessin des Dcntsthen Reichs und von Preußen sowie der Herzog 13911 CobUrg die Rückreise nach Brrlin an. Heute 21116110 fmdet Ball bei dem Eexterak-Gou- verneur statt. Morgen Nachmitxag 51/2 Uhr wcrdexr der Kaiser, die Hohen Neuvermählten und die anderen Fürstlrrhkciken nach St. Petershurg zurückkshren.

SchWeden und Norjvegeu. Stockholm, 4. Februar. Der Landeshanptmann dcs Löns Norbotm hat bei der Regie- rung um eine Propofition an dM Reichng angehalten, betref- fend die Anweisung von 30,000 Rtk). zn cincr grßndlichen Untersuchnng der Erzlager in dem gcnannkcn Lan, nach Ausdehnung Und Gehalt. _ Die Regieruma hat zu dcr Theil- nahme Schwedens an der Weltausstelkung in Phrla= delphia von dem Reickßtagc 50,000 Kronen verlangt.

Amerika. Nachrichten aus San Domingo vom 13. d. M. zufolge find dasrlbst jämlxttliche'politisck]? Gefangene in Freihkit gesetzt und alle HandscheUen m das Mscr geworfen worden. Im Lande herrsckzte Ruhe, und Gonzakcz, der neue Präfident, wurde in der Hauptstadt erwartet.

Havanna, 8. Februar. (W. T. B.) Der GeUeral- Kapitän Iovellar hat für dxc ganz; Insel den Vtelagernngs- zustand prokknmirt und 'die MObtltslrung cines Theich der Freiwiüigen, sowie die EmtragunZ aUer Manner zwischen dem 20. und 45. Lebensjahre in die then zur Leistung des Kriegs- dienstes angeordnet.

Asien. Aus Calcutta wird dsa „Times“ unterm 5. d. M. gemeldet: „Wiederum hmten wir einen durchnässenden Regen. Die Ankäufe für den Export vergrößrrn fick). Der Ucbcrschuß von Backergnnge ist spärlich. Die Preise strigen. Sir R. Temple hat aus A(lahabad um Viehfutter und Baum- one für die Nothbauten telegraphirt,“

_ Nach einer offiziellen Depesche aus Atrhin vom 4. 1). nehmen die Häuptlinge dcr Eingeborenen noch immer eine feind- liche Haltung ein und erbauen Forts im Innern des Landes. Von dem General van Swietcn wird indessen dicscm Umstande keine besondere Wichtigkeit beigelegt. Die Einnahme des Kraton hat die Kräfte der Feinde gebrochen; das niederländische Lager ist nicht mehr angegriffen worden. Der General_ van Swieten will, bevor er weitere Schritte thut, abwarten, ob dte Bevölkerung nicht aÜmählig eine wcnjger feindliche Haltung beobachten wird. _ Der Tod des Sultans wird bestatigt.

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