1874 / 52 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 02 Mar 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Se. Königliche Hoheit der Prinz von Wales in englisckzer Ge- rals-Uniform mit dem Bande des hohen Orden? vom Schwarzen Adler, Ihre Kaiserliche und Königliche Hohettdre Hronpnnzxssin, Se. Königliche Hoheit der Prinz Cnrl, _IhrexKondigitche Hohett_d1e Prinzessin Jriedrick) Carl, Se. _Kar]erlrche Hoheit der Großfurst Nicolans Constantinowiisrh, älic1tcr Sohn des Grdßfuriten Kdn- ßantin von Rußland, Ihre, Königliche Hoheit“ die _Prm- zesfin Elisabeth, Se. Königliche Pohetr der Prinz Wilhelm von Würrn'mbcrg, Se. Königliche Hoheit der Herzog Eugen von Württemberg, Se. Hoheit der Erbgroßherzog “von, Meck- lenburg: Sireliß, Se. Dur [nncht der _Prinz Friedrich von Hohenzollern. Links von I rer. Ma1e§ai hatten Plan ge- nommen: Ihre Könizxiiche Hoheit dte_ rtnzessin non Wnles, Se. Kaiserlickx nnd Kdniglirhr Hxhrxt der Kronprinz, Hochsi- welchrr über der Generaisuntfornr“ das biaue_ Band des Hoserrband-Ordens trug, Ihre Kbrngltchr H„ohett die Prinzessin Carl, Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich'Cnrl, Ihre Honig- liche Hoheit die Prinzessin Marie,_ Sc; Kdnigliche “Hoheit der Prinz ?sioxander, Ihre Königliche Hoheit die Herzogin Wilhxlm von Mecklenburg, Sc.König1iche Hoheit der Prinz 211191111 5011 Wdrt- temberg, Se. Königliche Hoheit drr Prinz Frrcdrtch Wilhelm (alte- sier Sohn des Kronprinzen), Se. Ydhen der Erbprinz von Snrhsen- Meiningen. Ihrer Majestät derKaiser111=Kmitgtnund dandchsten Herrschaften gegenüber saßen die Botschafter nnd der RetrhSkanJler. Die Tafelmnsik wurde vkon ri:;em Mnfik-Corps dss Kaiser Franz renadier-Re iments e e ui . ' ' . '

G Gegen Exhde der Txafel erhob Sick) Ihre Majestat dtrßnrsrrm- Königin und brachte in deutscher Snrache nuf Ihre Koniglrchen Hoheiten den Prinzen und 'die 'Prtnzesnn vnn Wnles einen Toast ach. Das Orchester midntrie darauf die englische Nationalhymne, während welcher die ganze Versammlung von ihren Plähen erhoben blieb; _ __ . " . . _

Nachdem Ihre Manstqr dre Koanertn-Komgm dw Tafel aufgehoben hnrie, begab Sich Allerhochstdieselbe nach der Bilder- gallerie, wo der Kaffee eingenommen wurde und Ihre Majeftai und Allerhöchstderen Gäsic Cercle machten.

_ Bei der heute Vsrmittag 11 Uhr auf dem Ostbahnhofe erfolgten Ankunft Sr. Königlichen und Ihrer Kaiser- [ichen Hoheit des Herzogs nnd dcr Herzogin von Edinburgh war eine aus einen! Zuge anf Kriegsftarke zmi Fahne und Regimentsmufik vom Kais er Alexander Garde:Grenadter- Regimcni Nr. 1 bestehende Ehrenwaxhe aufgefirllt und der Gouverneur und Kommandant von Berlin, sonne die Vorgesetzten der Ehrenwache anwesend.???

_ Sc. oheii der erzog Elimar von Olden- burg, ObersiéLientenant :*; 1352138 des 1, Yannoversrhen Ulanen- Regiments Nr. 13, ist zur Abstattung personlicher Meldung hier eingetroffen.]

_ Se. Durchlaucht der Prinz- Friedrirh bon Hohen- zollern, Major und eiaiSmäßiger Stnbsoffizier im 1. Garde- Dragoner-chimcni, ist von seiner Ortenirerse hierher zuruck-

gekehrt.

__ Die Ausschüsse des BundeSraths fiir„Rechnung-Z- wesen, für Eisenbahnen, Pdft und Telegrap_hen,1h-U_fknr „3011- und __ .- erfermrrnz "é'n “iind“zwar in 1 Mark- ftücken waren bis zum 8. Februar d. I. 4,872,906 Mark und in Zwanzigpfennigstücken 2,472,794 Mark 20 Ps. au6geprägt worden. In der Woche vom 8. bis 14 Februar 1874 find ferner gyprägt in 1 Mark- ftiicken: in Berlin 129,288 Mark, in Hannover 125,075 Mark, in Frankfnri 58,000 Mark, in Miinchcn145,255 Mark, in DreHden 98,868 Mark, in Stuttgart 109,214 Mark, in Krileruhe 61,613 Mark, in Zwanzigpfennigftücken: in Berlin 102,849, Mark, in Frankfnrt 7083 Mark 60 Pfennigs, in München 52,664 Mark 20 Pfennige, in Dresden 40,500 Mark, in Stuttgart 35,995 Mark 40 Pfennige, mithin stellt fich die Gesammt-AuSprägung in Reichs-Silbermünzen anf 8,312,105 Mark 40 Pfennige und zwar in 1 Markftricken 5,600,219 Mark und in Zwanzigpfen- nigftücken 2,711,886 Mark 40 Pfennige.

An R ei ch S -N ick e l m ünz e n und zwar in Zehn-Pfennigftücken waren bis zum 8. Februar d. I. 670,661 Mark 70 Ps. auSgeprägt worden. In der Woche vom 8. bis zum 14. Februar 1874 find ferner in solchen Stücken geprägt: in Berlin 24,395 Mark 40 Pfennige", in Ynnover 12,514 Mark, in Frankfurt a. M. 25,000 Mark, in ünchm 8028 Mark 90 Pfennige, in Stutt- gart 11,290 Mark 40 Pfennige, in Darmstadt 10,000 Mark, mithin Gesammi-AuSprägung in Reickzs-Nickelmünzcn 761.890 Mark 40 Pfennige. ,

An Reichs-Kupfermünzen waren bis zum 8. Februar d. I. und zwar in 2Pfennigftücken 96,235 Mark 48 Pfennige und in 1 Pfennigsriicken 14,964 Mark 75 Pfennige angeprägt worden. In der Woche vom 8. bis 14. Februar 1874 find an 2 Pfennigstücken ferner geprägt: in Berlin 2507 Mark 80 Pfennige, in Hannover 3870 Mark 70 Pfennige, in Frankfurt a. M. 948 Mark 6Pfennige, in München 2551 Mark, in Stutt- gart 2395 Mark 30 Pfennige, in Kar1Sruhe 2959 Mark, in Darmstadt 1650 Mark; an 1 Pfennigsiücken in Berlin 1195 Mark 30 Pfennige, in Frankfurt 700 Mark, mithin eine Ge- sammt-Ausprägung in Reichs-Kupfermünzen von 129,977 Mark 39 Pfennige, und zwar in 2 Pfennigstücken 113,117 Mark 34 Pfennige, in 1 Pfennigßücken 16,860 Mark 5 Pfennige.

_ Der General-Lieutenani, Gencral-Adjutani Sr. Majesiät des Kaisers und Königs und Commandenr der 11, Division Graf von Brandenburg 1. ist zur Aufwartung bei Sr“. Königlichen Hoheii dem Prinzen von Wales kommandirt worden und zu diesem Zweck von Breslau hier angckommen. Zur Auf- wariung bei Sr. Königlichen Hoheit dem Grafen von Flandern sind der General=Major und Commandeur der 3, Garde-Kavallerie- Brigade Freiherr von Loé und der Rittmeister und Compagnie- Chef Prinz von Cron vom Regiment der Garch du Corps kommandirt.

_ Der Oberst-Kammerherr, General-Lieuienani und General- Adjutant Sr. Majestät des Königs von Württemberg, Freiherr von Spißemberg, sowie der Rittmeister und Flügel-Adjuiani Sr. Majestät des Königs von Württemberg von Sick sind im Gefolge Sr. Königlichen Hoheit des Her ogs Eugen von Württem- berg von St. Petersburg hier eingetro en.

_ S. M. S. ,Elifabeth“ ist am 26. v. Mis. von Gibraltar nach Lissabon in See gegangen.

_ Das Central-HandelSre ifter für dasDeutsche Reich, welches seit Beginn dieses IaXres als besondere Beilage des Deutschen Reichs: und Königlich Preußischen Staatö-Anzei- Jets erscheint, verdankt seine Anregung dein in kaufmännischen

reisen lebhaft gefühlten Bedürfniß, cin Organ zu besihen, aus

welchem alle Eintragungen in den Handelswgiftern sammtlicher

deut en Staaten erfichtlich seien. Die von dem Abgeordneten quhér am 12. Dezember 1872 aUSgespro_chene Ansicht, daß manche der in neuerer Zeit bei dem Aktienweyen "hervorgetretenen Uebesstände verschwinden würden, wenn dix Veroffentlichung. der Statuten sämmtlicher Aktiengesellschaften „im Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staatö-Anzetger 'erfolge, gab m Verbindung mit den Entwürfen der deutschen erlprozrßordnnng und der deutschen Gemeinfrhuldordnung, welche „fur gewrffe Publikationen ein Reiths-Centralblati voransseßen, dte'Anregung, das lehiere mit dem DeutschewRetchö- und Konrgltch Preußi- schen Staais-Anzeiger zu vereinigen. Der Prenßtschg Staats- Anzeigcr war für Preußen und "Lauenhurg ((yon „sert Jahren als Ccniral-PUblikaiionSorgan ruckfichtlrch aUer die Handels- register betreffenden Eintragungen bestimmt _und auch von zahl- reichen preußischen Gerichten zur Veroffentlichnng von anderen Bekanntmachungen benußt worden. Seit seiner Erweiterung zum Deutschen Reichs-Anzeiger hinten fich auch außerpreußische Gerichte desselben zur Inseriion wichtiger Bekanntmnchungenbedieni.

So entstand der Plan, zunachst fur die Eintragungen uns den Handelsregistern, insonderheit dcr Aktiengesellsrhasten, em Central-Publikaiion-Zorgan, das Ceniral-Handcisregtiier_fur das Deutsche Reich, in Verbindung mii dein Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger ms Leben_zu rufen. _

Ein Promemoria, welches den Hohrn verbundeien Regre- rungen Ende Dezember 1). I. dieserhalb uberretcht wurde, fand eine so entgegenkommende Aufnahme, daß das Central-Handeks- register schon jeßt, innerhalb acht Wochen nach dem Er- scheinen der ersten Nummer, in 18 deutschen Staaten als Central- PublikationSUrgan für die betreffenden Bekanntmachungen be- stimmt ist. .

Da der geschliche Termrn"(Nrt._14 d. Hande1e3ges.) ruck- sichilich der Wahl derjenigen Blatter, "in welchen ]rne Bekannt- machungen im Iahre 1874 erfolgen mussen, zur Zeit der Ueber- reichung des Promcmorias dem Ablauf. nahe war und m man- chen Staaten der Anschluß an das gememsame Unternehmen noch Vorerwägnngen nothwendig machie, so konnten nicht _aUejRe- gierungen das Ceniral-Handelsregtstcr fofdrt als Publikations- organ für sämmtliche Eintragungen bestimmen.. Mehrere der- selben mußten fich darauf besckzränken, den Gerichten die Be- kanntmachnng der wichtigeren Eintragungen neben den Lokal- blättern auch im Ceniralorgan nur zn empfehlen, andere fich die "weiteren Entschließungen noch vorbehalten. ' '

Auf diese Weise hat fich fiir das Central-Handelsregistcr em dreifacher Publikationsmodus angebildei: '

3. Preußen, Sachsen-Weimar, die Großherzoglich olden- burgischen Amtherichte zu Birkenfeld, Brake, Nohfelden und Oberstein, Coburg, Schwarzburg-Rudolstadt und Sondershnuien, Waldeck (leßiere beide erst vom Jahre 1875 ab), Reuß ]. L., Schaumburg-Lippe und Lauenburg bennßten das Ceniraldrgan als Publikation für al1e Eintragungen in den HandelSregiftern.

1). Aus dem Königreich Sachsen, den beiden Mecklenburg, den Bezirken der zu a. nicht genannten oldenburgischen Gerichte, Braunschweig, Sachsen-Meiningcn, Gotha, Anhalt, Reuß a; L. und Hamburg werden nur die wichtigeren, nameniltch Aktien:, Kommandiigesellschaften auf Aktien, Genossenschaften und offene Handengesellschaften betreffenden Eintragungen nn Central- Ha11dz_l ' .? Q DaWoi-sx-LZ' ' s()xenanntrn und aUen," „„ - Staaken frei FÜR, NZ" (3117: eJ1r'tnlä

eireffcnde Einiragu ““auf Grund der einzusendenden amtlichen Lokaibekannimachung selbst dem Centraldrgnn znr Veröffent- [WMF aufzugeben. * as Central=Handel§rcgistcr fiir das Deutsche Reich hat somit das ihm gestielte Ziel zwar noch niihi. erreicht, aber es hat fich in der kurzen Zeit seines Bestehens berriis so entwickelt, daß das Vertrauen zu dem voklsiändigen Erfolge wohlbegründet erscheint. In dem kurzen Zeitraum seines Ersihsinens sind schon 21 Nummern ausgegeben wordrn, in denen iibcr 3000 Bekannt- machungen mit mehr als 3500 Firmenveränderungen ic. ent- halten find. Das Gebiet derjenigen 18 denischen Staaten, welche dem gemeinsamrn Unternehmen beigetreten find, zählt mehr als 30 Millionen (Einwohner, umfaßt mithin 0. 72,5 Prozent der Bevölkerung, ZIS Ionischen Reichs.

Bei den Übrigen 9 deutschen Staaten, die fich dem Central- blatt bisher noch nicht haben anschließen können liegt die Zöge- rung nicht in prinzipiellen Bedenken, sondern lediglich in that- sächlichen Schwierigkeiten, die mit der Zeit norden überwunden werden. So 3. B. war in einzelnen :;xnaien fiir das Jahr 1874 den Gerichten die Publikation bereits in so vielen Zeitun- gen znr Pflichi gemacht worden, daß die Regierungen aus Rück- sicht auf den Kostenpunkt Bedenken trugen, ei,;e weitere Publi- kation auch nur zu empfehlen; ferner ist in einzelnen Staaten den Gerichten in der Wahl der Blätter ganz freie Hand ge- lassen, so duß nock) erst ein zeitraubender Schriftwechsel mit den einzelnen Gerichten eintreten mußte.

Die Ueberwindung dieser Schwikrigkciten ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, und wir vertrauen darauf, daß fich der Geltungsbereich des Central-HandelSregisters demnächst über das ganze Deutsche Reich erstrecken wird.

Dadurch wird die Publikation der handelSJerichtlichen Bekannt- machungen durch die Lokal:, Provinzial- und Börsenblätter und das Centralblait des betreffenden Landes nicht ausgeschlossen, vielmehr ist durch das Eentral-Handelsre i er, neben je::cr Pu- blikation hernehend und dieselbe ergänzen?, ein neuer, das ganze Reich umfassender Central-PublikationE-modns geschaffen, der in seiner weiteren Entwickelung auch dem auf anderen gerichtlichen Gebieten gefühlten Bcdürfniß abzuhelfen geeignet ist.

Eine weseniiiche Bedingung der Verbreitung und des

Nuhen-Z ch centralen Publikationsorgans, ein vom Deutsrhen Reichs: und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger abgesondertes Abonnement zu einem billigen Preise, isi bereits erfüllt. . Das Central-HandelSregistrr durch périodische Ueberfichten m zweckmäßiger Anordnung den Umis- und GeschäftSkreisen möglichst nußbar zu machen und auf diese Weise an die in verschiedenen Staaten bereits bestehenden Firmen: und kaufmännische Adreß- bücher als regelmäßige Fortsehung und Ergänzung anzuschließen, ist die nächste Aufgabe, zu deren Lösung bereits die Vorbereitun- gen getroffen werden.

Bayern. München, 27. Februar. Der König hat auf Grund der Ziffer 2 der Allerhö sten Entschließung vom 29. Januar 1869, dte Errichtung einer tatisiischen Central-Kom- mission betreffend, als Sterertreter des Vorßandes diescr Kom: misfion den Ministerial-Rath im Staats-Ministerium des Innern, Eduard v. Schlereth, ernannt. Zugleich wurde derselbe dnrch Entschließung des Königlichen Staats-Minifteriums des Innern vom 20. d. als ordentliches Mitglied der Königlichen |atißischen Central-Kommis on berufen. '

_ 28. Je ruar. In dem zum FEstsaalbaue der Refidenz

gehörigen Saale Carls desGroßen fand heute Nachmittag 41 Uhr

ro e o"ta'el tatt. Es waren hierzu die hier anwesenden Zönßigltßchersi P1rinzxn und Prinzesfinnen rnit ihrem Dienste, die obersten Hofchargen, die Königlichen Mmtfter v. Pfreßßschncr, 1)r. v, Luß, Frhr. v. Prankh, v. Pfeufer, dre StaaiSrathe Oz". v. Fischer und v. Pfeufer, der Herr Erzbischof, der Iubtxar Um- verfitäts-Profeffor Dr. U. Kobeli, sonne mehrere Reichsratheoge- laden. Se. Majestät der König befand fich an der Serie seiner Königlichen Mutter.:Y-Z

Württemberg. Stuttgart, 28. Februar. Vorgestern fand die erste öffentliche Sißung dcs LandeSUmis fnr das Heimathwesen _ der durch das Geseß rom "17. April 1873, betreffend die Einführung des Rcich3geseheéz uber denNUnter- stühungswohnfiß, geschaffenen administranvrtchter11chcn Sprite!)- behörde _ in dem Sißungsi'aal des fruheren Hnndengcrichts statt. Es kamen zwei Fälie erßer Instanz, zur Verhandlung und Entscheidung. Die Parteien waren bei" der Verhandlung nicht vertreien. An die Stelle der Parteworirage_ irat daher der Vortrag des Inhalts der Akten durch den Ber:chierstait_er, auf Grund dessen das Uriheil in beiden Fallen sofort gefaÜt und verkündigt wurde. .

_ Der Direktor v. Binder ist heute „zu einer Konferenz der Reichsthnlkommisfion nach Berlin abgereist.

Baden. Karchrnhe, 28. Februar. Das "Geseßess und Verordnungsblatt Nr. 8 vom 27. d., enthalt Gesche: 1) die Ermächtigung der Eisenbahn-Schnldenttlgnngskaffe zur Aufnahme weiterer Ansehen betreffend, vom 19. Februar; 2) das Budget der Badcanstalien für die Jahre 1874 und 1815 be- treffend, vom 18. Februar. Nr. 9 vom 27. d. enthalt Ersetze: 1) die Aenderung einiger Bestimmungcn der:, Gescßes nom 9. Oktober 1860, die rechtliche Stellung der Kirchen und kirch- lichen Vereine im Staate betreffend, vont 19. Februar; " 2) Ab- änderung einiger Bestimmungen des Genyes vom 8. Marz 1868 über den Elementarunicrrichi betreffend, vom 19. Februar; 3) den FortbildungMnicrrichi beireffend, vom 18. Februar.

Mecklenburg. Schwerin, 28. Februar. Zur Feier des Geburtsrages des Großherzogs i_and herne Vorunt- iag um 11 Uhr im goldenen Saale des Großherzoglichen Schlos- ses Conr nnd um 12 Uhr auf dem Aliengarten _erne Parade statt. Heute Abend um acht Uhr ist Hos-Konzeri 1m_Großher- zoglichen Schioffe nnd FestvorfteUung mc Hryßherzoghchen Hof- Theaier. _ Zur Beglückwünschung Sr; Komglichen Hoheit tra- fen unter Anderen hier ein: der_Kdmgltch' yreußnche außeror- dentliche Gesandte und bcvoilmachiigte M1n11ter, Kammerherr Frhr. v. Rosenberg, der General - Lieutenant r). Tresckdw, kom- mandirendcr General des 1)(. Armee- Corps, m Begleitung des Oberst-Lieurenants v. Lewinsky, Chef des Generalstabesndeffclben, ferner der Kommandant von Altona, General v. Flockhrr, der Oberst v. Preffentin, Commandeur des 27.311fanierie-Regiments aus Magdeburg, Graf Haeseler, Commnndeur des 11._ Ulanen- Regiments aus Perleberg, Oberst v. Tie'ßen und Hennig„Com- mandeur des Großherzoqlich Mecklenburgisckzen Jusriicr-Regtmenis Nr. 90, aus Roüock, Oberst v. Elderhorst, Stadt-Kommandaut von Rostock, und v. Schulß, Ober: Bürgermeister aus Neu-

Ruppin.

Sachsen-Weimar-Eisenach. “Weimar, 28. Februnr. Der GroßherzoglicheHof erhielt gxstern emen kurzen Besuch Ihrxc ;- by» J

owornngJU. ? oxnn “.. zn- «nb Oe!- GLöfin von F [a nd e r n ,“ heute den Ihrer Kaiserlichen Hoheit der Pr i n z es s i u Wilhelm von Baden.

_ In der Sihung des Landtags vom 24. o. M. wurde vom Ministeriisch auf Grund einiger Interpellaiionen zunächst erklärt, daß rücksichtlich der Gerichts-Organisaiion durch die Reichs-Geseßgebung in den nächsten Jahren wesentliche Verän- derungen herbeigeführt würden, die Regierung (1er mit Aus- arbeitung eines Pianes beschäftigr sei, nach desen Bekannt- machung den einzelnen Gemeinden Gelegenheit gegeben werden soile, ihre Rechte geltend zu machen. Hinsichtlich der Fortführung der Gera-Eichichier Bahn nach der Main-Linie wnrde erklärt, daß Bauern, Reuß und Schwarzburg-Rudolftadt in Verhandiun- gen dariiber stehen. Zur Tagesordnung wurde das Geseß über die Bildung von VezirkSverbänden berathen. Der Landtag er- kannte zwar das Prinzip der weiteren Ausdehnung der Sekbß- verwaltung an, verneinte jedoch das Bedürfnis; der Reform. Trotz der dringenden Empfehlung des Geseßes Seitens der Re- giexnng blieb der Landtag bei seinem Bedenken und lehnte das Gries,; ab; die Regierung vermochte ihrerseits die Einbringung eines neu bearbeiteten Eniwnrfs nicht zu versprechen.

SOWarzburg=Sonder6hausen. Sondershausen, 27. Februar. sammlungsstück enthält: Gesch iiber Entschädigung für (3?- wiffe nach §. 7 der Bunde-Z-gewerbcordnung weggefallene Ge- merbeberechtignngen _ vom 17. Februar 1874.

Schanmburg-Lippe. Bückeburg, 27. Fcbrnar. heutigen Tage überreichte der Prinz Gustav zu Ysenburg und Büdingen, Königlich preußischer außerordentlicher Ge- sand er und bevollmächtigier Minister an den Höfen von Olden- burg und BraunschWeig, Sr. Durchlauchr dem Fürsten in feierlicher Audienz ein Schreiben Sr. Majestät des Kaisers und Königs vom 16. d. Mrs., durch welchec3 dersc1be in gleicher Eigenschaft bsi dem Fürstlichen Hofe beglaubigt ward.

Elsaß-Lothringen. Meß, 2. März. In Folge einer Anordnung des Ober-Präfidenien find heute alle von Frankreich eingetroffenen“ Zeitungen nicht wir bisher sofort aUSgcgeben, sondern zuvor einer amtlichen Durchsicht unterworfen worden. _ Wie aus Straßburg gemeldet wird, ist dort dio- sekbe Maßregel verfügt worden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 1. März. (W. T. B.) Heute Vormittag hat bei dem Minister-Präfidenien eine Konfe-

fident des Ab eordnctenhauses und mehrere Depuiirie des Reichs- tages theilnaßmen. Es wurde über die Eintheilung der Zeit zur Erledigung der mannigfachen dem Abgeordnetenhausc noch vorliegenden Gesetze und anderer Geschäfte verhandelt und Jerbei ein allseitiges Einverständnis; erzielt. Hiernach soll vor

siern d. I. eine kurze und in der zweiten Hälfte des April d. I. eine längere Vertagung des ReichSrathes eintreten, leßiere, weil

genommen ist. Ferner wurde die Abficht ausgedriickt, die Land- tage um 15. September er., den Reichörath zum 15. Oktober cr.

geseßes pro 1875 rechtzeitig ermögli t werde.

Horst _den Geseheniwurf, betreffend das MilitarpenftonMormale- vor. Edlbacher beantragte, die Regierung aufzufordern, im Laufe

Das heute aUSJegebene 10. Landes-Geseh- *

Am ..

(W. T. 23.) "

renz stattgefunden, an wrlcher mehrere Minister, sowie der Prä- ,

um diese Zeit ein Zusammentreten der Delegationen in Aussicht **

einzu erufen, damit die verfaffungsmä ige Festßellung des Finanz- *

_ Im U-bgeordnetenhause legtevorgestern der Minifier-

ber Sesfion'Vorlagen betreffs Herstellung der Eisenbahnlinien

Michelsdorf-Kirchhof, Wels-Steyer-Atinang einzubringen. _ Der Antrag Rygers auf Verweisung seines Antrags betreffs Errich- tung ciner Reichs-Hypothekenbank an einen Spezialausschuß Wurde abgelehnt. Sodann begann die Debatte über die Peti- tion der SchafwoÜindustriellen betreffs des Zollverfahrens. Der Finanz-Minifter) rechtfertigte in längerer Rede den Standpunkt der Regierung und erklärte unter Beifall, die Re- gierung werde den Wüns en der Industriellen nach besten Rösten Rechnung tragen un die von den Petenten angegrifjene Ministeriakverordnung im Einvernehmen mit Ungarn demnachst außer Wirksamkeit setzen. Der HandelS-Minifter erklärte, daß in der zollamiiichen Behandlung der Gegenstände des Appretur- verkehrs keine Geseßwidrigkeit Ziege. Die Regierung habe bei den Verhandlungen mit dem Auslande immer die österreichischen Interessen gewahrt, und müsse er gegen die gegcntheilige Be- hauptung protestiren. Sodann wurden die Ausschußanträge an- genommen mit Hinwcglaffnng des ein Tadelövotum für die Re- gierung involvirenden Passus.

_ In der gestrigen Sißung des Abgeordnetenhauses bean- iragie Schönerer die Einseßung eines Ausschusses zur Erfor- schung der Ursachen der Rinderpeft. Die Vorlage betreffs des Mi- litär-PensionSnormal-Z wurde einem Spezialaussthuffe zugewiesen. Der Bericht des PetitionSausschuffes, betreffend die Abänderung der Offertausschreibung des Kricgs-Ministcriums vom 15. De- zember 1873 zur Lieferung von Moniur- und HeereSauSrÜstungs- gegenständen, wurde von Hallrr-ich, Eiskra, Herbst, Sturm, Haase, Sueß, Oberleithner und Mcznik befürwortet und, nachdem der Handels-Minifier Banhans unter dem Beifal] des Hauses erklärt hatte, die Regierung werde im FaUe der An- nahme der Resolution dieselbe dem Kriegs : Minister auf das Nachdrücklichste empfehlen, nahezu einstimmig an- genommen. Umlanst und Genossen brachten einen Antrag auf Aufhebung der Zeitungs-Kantidnen und des Kolportageverbotes ein. Der Präsident sehie auf die Tage?:ordnung der nächsten Sihnng (Mittwoch) die zweite Lesung des Geseßes betreffs Regelung der RechtSverhäliniffe der katholischen Kirche. Smokin verlangte die Anfschiebung derselben, bis die Ausschnßberichic über alle Konfesfions-Vorlagen fertig sein würden und die Regierung auch die anderen erwarteten konfesfionellen Vorlagen eingebracht haben werde. Das Haus acceptirte indeß die TageSordnung des Präsidenten.

Pesth, 28. Februar. (W. T. B.) Der Ministerrath hat, wie die Zeitungen meldrn, in seiner gestrigen Sihung sein DemissionSgesuch abgefaßr und unterzeichnet,

_ Die in der leisten Siizung in zweiter Lesung pasfirien HandelSveriräge wnrden gestern vom Nbgeordneienhause in dritter Lesung angenommen. Der Centralausschuß legte den Bericht über das Notnriaisgeseh vor.

_ 2. März. Der Minister-Prästdent Szlavr; hat der „Pesther Korrespondenz“ zufolge gestern eine zwei Stunden dauernde Audienz bsi dem Kaiser in Wien gehabt und in der- selben mündlich Über die Lage der ungarischen Angelegenheiten referirt. Derselbe hat dabei angezeigt, daß das Ministerium seine Einlassung zu geben beabsichtige; das förmliche Demfffionö- gesnch hat derselbe abcr nicht überreicht, weil der Kaiser, der im Laufe drr Woche sich nach Pesth begiebt, jede weitere Entschlie- ßung bis dahin sich vorbehieli,

Großbritanuiru nnd ' Irland. London, 27. Je- bruar. (A. A. C.) Im Buckingham = Palast fand gestern ein Drawing Rodin (Empfang von Herren und Damen), der erße dieses Jahres, statt, der eine zahlreiche Betheiligung hatte. Außer der Königin, dem Prinzen und der Prinzessin Chrisiian non SchleHwig-Holstein, der Prinzessin Beatrice, dem Prinzen Arthur und dem Herzog von Cambridge, war auch der Herzog von Charirrs und mir wenigen Anc3nahmen das ge- sammte diplomatische Corps zugegen.

_ Im Winds ori" chlos s 8 werden Vorkehrnngen für die Aufnahme des Herzogs und der Herzogin von Edinburgh ge- troffen, wclche dastibst Wohnung nehmen wcrden.

_ Der Graf und die Gräfin von Paris sind nach Paris zurückgekehrt.

_ Der „Times“ wird ans St. Petersburg gemeldet, daß der Kais er sich in Vliesfingen an Bord der Kaisrrlichen Yacht ,Livndia“ nach England einschiffen werde.

_ Während der lehren zwei Nächte wehte ein heftiger Skurm iiber die ganze Insel. Zumal an der schotiischen Küste war der Schaden ein bedeutender.

_ 28. Februar. (W. T. B.) Heute ist endlich der Pro- zeß Tichborne zu Ende gegangen. Das Urtheil erklärt den Prätendrnten des Meineids und des wiffentlirh falschen Zeug- nisses schuldig und spricht gegen denselben 14jährige Zwangs- arbeitssirafe aus.

Frankreich. Paris, 28. Februar. Der Kriegs- Minister spricht sich in einem Rundschreiben anerkennend Über die Errichtung von Kasernen-Viblioiheken aus, die “seit einem Ia re bedeutende Fortschritte gemacht hätten; bereits seien 300 Ka ernen mit solchen Bibliotheken versehen, nnd der Rest solle auch bald damit versehen werden. In vielen Corps hätten die Unteroffiziere und Soldaten die Lesesäke eifrig besucht, und der Sinn, fich zu unterrichten, verbreite sich mehr und mehr. In einigen Garnisonen hätten Gesähenkgeber auch den Anfang mit Errichtung von Bibliothekrn und Lesezimmern außerhalb der Kasernen gemacht, um dort die Unteroffiziere und Soldaten zu empfangen. Der Minister findet jedoch, daß le tere Art von Bibliotheken bedenklich sei. Die Geber möchten be eutet werden, daß solche Bibliotheken nur angenommen werden könnten, wenn fie in die „Kasernen verlegt und unter die ausschließliche Aufsicht und Ueberwachung der Militärbehörde gesteUt würden.

* _ Die Kommission für die Organisarion der Territorialarmee hat ihre Arbeiten beendet und ihren Ent- wurf dem Kriegs-Miniter vorgelegt. Da dieser ihn gebilligt, so kommt er dieser Tage vor die Naiionalversammlung. Die Grundlagen dieses Entwurfs sind: Die Territorialarmee besteht aus 172 Jnfanterie-, 18 KavaUerie- und 18 ArtiUerie-Regi- mentern, sowie aus 18 Baiaillonen Genie und 18 Bataillonen Train. Die Regimenter werden zur Hälfte non Obersten, zur Hälfte von Oberß - Lieutenanis befehligt. Jedes Regiment hat 3 Bataillone zu 6 Compagnien. Die Kavallerie - Regimenter haben 3 Schwadronen. Iede Division zählt 4 Infanterie-Regi- menier, 1 Kavallerie-Regiment, 1/2 Genie-Bataillon, dann Train du 2 Batterien Artiaerie und den Nebendienften. Die Zusam- menseßung der Vataillo::e ist noch nicht festgestellt.

_ Laut einer Ministerialverfügung sollen in allen TZrsenalen und, wenn nöthig, auch unter der (Zivilbevölkerung eme Anzahl Arbeiter verschiedener Profesfionen für Neu- Caledonien angeworben werden. Hauptsächlich wird auf thnüede, Zimmerleute, Schreiner .und Klemßner reflektirt. Es mird denselben freie Ueberf'ahrt und währen drrselben 75 Fr. Gehalt gewährt. In der Kolonie wird daffelbe verdoppelt. Das

„Garde und die Spczialwaffen auszuwählen,_ , Armee mit Mannschaften soll folgendernmßen vor fich gehen. -:Zu- '

Engagement dauert vier Jahre; nach Ablauf dieser Frist haben die Arbeiter das Recht, freie Rückfahrt in die Heimat zu bean- spruchen.

_ 2. März. (W. T. B.) Bei den gestern stattgehabien Ersaßwahlen für die Nationalversammlung wurden nach den bis jeht vorliegenden Nachrichten im Departement Vienne für Lepetii (Republikaner) 30,890 und fiir Beauchamp 26,560 Stimmen, im Departement Vaucluse für Ledru Roüin 16,363 und fiir Billioti 14,757 Stimmen abgegeben. (Vgl. unter Tel. Dep.)

Versailles, 28. Februar. (W. T. B.) In der heurigen Sitzung der Nationalversammlung wurde der Antrag, be- treffend die gerichtliche Verfolgung drs Depuiiricn Melvil Bkon- court, mi: 552 gegen 64 Stimmen angenommen. Bei der darauf folgenden fortgeseßten Berathnng der Sieueroorlagen wurde der Ajlnhag der Kommission auf Besteuerung der Glnswaaren ab- ge e ni,

Spanien. Madrid, 28. Februar. (W. T. B.) Die amtliche Zriiunß veröffentlicht ein Telegramm des Generals Mo- rionesvdm 2 .d. aus dessen Hauptquartier Larigida, In dem- selben heißt es: Die Armee hat die Verschanzungen von San Pedro nicht forciren können; es ist sogar dem Feinde gelungen, unsere Linie an einer Stelle zu durchbrechen. Der General fdr- dert Verstärkungen und einen anderen Ober-Befehlshaber fiir die Armee; er behauptet die SieUungen bei Somorrostro und die Verbindungmit Castro.

_ Das amtliche Blatt enthält ferner ein Dekret des Marschalls Serrano, in welchem er erkläri, daß er, da die Funktionen eines Stanis-Oberhaupies mit denen eines Vor- fitzenden des Ministerrarhes unverträglich seien, auf die Präsi- dentschaft verzichte und nur die Funktionen eines Chefs der Exekutivazewalt beibehalten werde; er habe in Folge dessen „Zabala zum Präsidenten des Ministerrathes ernannt.

_ Serrano und Admiral Topete haben fich in der- gangener Nacht nach Santander begeben.

_ Fast alle Telegraphenlinien smd in Folge des schlechten Wetters unterbrochen.

_ Ein weiteres Telegramm des Generals Mariones an den Kriegs-Minister beziffert die erforderliche Verstärkung auf 6 Baiaiilone. und 7 Batterien mit Kanonen verschiedenen Ka- libers, ]edes Geschiiiz mit Munition zu 500 Schüssen. Primo Rivera ist leicht verwnndet, führt jedoch sein Kommando fort. Die Armee hält fortdauernd die Stellungen von Somorroftro, Minon und Provena bis Milquez besetzt. Die DiSziplin der Armee ist nach der Verfichernng des Generals Mariones vortrefftich.

_ Nach aus dem carliftischen Hauptquartier in Bayonne eingegangenen offizieUen Nachrichten befand sich Don Curse)?- mit seinkm Gencralstabe seit dem 22. Februar in Bar- nacaldo, um den Fortgang der Belagerunchnrbeiien gcgen Bil- bao und die Operationen des Genrrals Moriones gegen die Be- lagerungstruppen persönlich zu überwachen. Dic Ves (hieß ung der Stadt Bilbao begann am 22. Februar mit großer Hef- tigkeit. an Beschießung waren. 1500 Bomben bestimmi, die Carlisten hatten außerdem Werkftätten eingerichtet, in denen täg: [ich 400 Stück Bomben fabrizirt werden konnten. Am 24. Je- bruar unternahm General Motiones einen dreimaligen Sturm auf die sehr steilen und überall durch paffagére Schußwerke nn- zugänglich gemachten Höhen von Somorrostro, er wnrde jede?- Mal mit sehr großen Verlusten zurückgeschlagen. AUe auswär- tigen Konsuln haben die Stadt Bilbao verlassen, die Erobernng von Bilbao wird als zweifellos und nahe bevorstehend betrachtet.

Türkei. Belgrad, 2. iärz. (W. T. B.) Von der Re: gierung ist der Staatsrath Peironiebiis nach London ge: sandt, um dort Über die Aufnahme eine-Z hypothekaristhen An: [ehens znm Betrage von 12 Millionen Francs zn verhandesn.

Rusuänien. Bukarest, 28. Februar. (W. T. B.) Die Kammer hai 8 MiUionen fÜr den Bau von Kasernen und anderen Militärgebäuden bewilligt.

' Rußland und Polen. St. Petersburg, 28. Februar. Wie der „Nik. Boie“ miitheilt, hat die Kaiserliche Yacht „Li- vadia“ Ordre erhalten, sick) am 15. März nach Vliessingen in den Niederlanden zu begeben. Zu gleicher ZcitsoU auch _ wenn das Eis kein Hindernis; bietet _ die Yacht „Dershawa“ fich dort einfinden, welche die |,Linadia“ nach England zu begleiten be- stimmt ist. Sog1eich nach ihrer Rückkunft von dort kehrt die „Livadia“ ins Schwarze Meer zuriick.

_ Ueber die Organisation der russischen Armee nach der Einfiihrung der allgemeinen Wehrpfliaht wird der „Mosk. 3.“ aus St. Petersburg geschrieben:

Die Siärfe der aktiven Truppen zu Jriedenßzeiien soll 750,000 Mann betragen, , darunter 90,000 Mann okaltrnppsn, d. h., Krsis- und andere ähnliche Konmxandos, dercn Fortbestand _für noihivendig gehalten wird. Anfangs 1011 die Libfirht_b€standen haben, dieselben xingehen zu lassen, da fie „drm MilitärrcÜort keinen Nußen bringen“, Wadern nach der Art ihrer Obliegenheiten ,nur dem Civilréffort die- nen“. Doch jverdsn dirselbcn nicbt anfgeiöst Werden, da man befürch- tet, da]; das Ministerium drs Innern nicht im Stande sein werde, alle Obliegenheiten der Loxalkommanros zu bewältigen. Obgleich dns Statut über die Militärpslici'xt eine sschöjährige Dienstzeit fesUeßt, 10 stellt es doch (§. 21) drm Kricgs-Miniiichum frei, auch vor Ablauf dieses Zeitraums Leuic znr Reserve iibcrzuführcn, und soll die Sachs daher dcrariiZ eingerichtet werden, daß die Dirnstzeii bei der Infanterie äs sac-io nur vicr Jahre beirägt. Sowohl die Regimenter als auch die Artillerie wsrden zu bestimmten Cinbcrithimsbezirksn angeschrieben werden und hiernach auch die Diswkaiion der Truppen vorgenommen werden. Somit wird jeder Trupprnilzcil, _mii Ausschluß der Garde und ciniger SI„»e'zinlgaiiungen, nns_ Cinhcimhchcn bcsiehkn. Der Brstand dcr Lokaliruppen wird folgrnder 1ein: &) die Crntralvyrwaltung in jedem Bezirk, d. l). der Chef der Loka1txuppen mit srinexn Stabe; b) in jedem Gouvernement ein Militärchef, gleichfalls rnit 1cincm Stabe. In jedem Kreise (an manchen Orxen für w.?i Kreise) ein Chef der Reservctruppen mit einem oder ZWLi GehiUch und dem noihwendigen Pcrsonal an Schreibern und Leuten zur Verwgliung kes Eigenihnms. Unter der Leitung des Chefs der Reservcn (tehrn auch die Krsis- kommandos. Der Chef der chcrvcn 1).1iin Friedenszeiien die Re- kruicn zu empfangen, die Verzeichnisse dcrim Kreise wohnhafte". Rc- servifien zu führen und für dieselben dj_e erforderliche Anzahl an Uniformsiiickcn für den Fall der Einberufung aufzulwtvahrcn. Auch ist es seine Sache, die Rekruten unter die beim Bszirke ange1chricbcnen Truppeniheile zu vrriheilen, 1owie eine Anzahl von Leutkn für die Die Kompletirung der kompletirt der Chef der Rcmven die bei ihm an- Truppcntheile und schreitet dann erst zur For- Re ervcbataillons, da.: _zwar einen bewndcren Truppenkörper bil et, abcr dcnnyck) nn Zusammenhange mri dem Regiment bleibt. Die Reirrvebataillone haben die Be: stimmung, dic Regimentcr für den Fall eines ?lbgang.8 bei denselben zu kompieiiren, weshalb src stets so zu diriglrcn find, daß sie in zweiter Linie hinter dm _akiwen Truvrzen „Stellung, nehmen. Nach der Bildung der Reserve-Batarllone _wir . dte_Formtrun der Ersaiz-Bataillone Vorgenommm, und zwar 1o Vlelkr in jedem reise, als die Zahl der nach Formirung der Reserven noch vorhandenen

nächst geschrieb€nen mrrung des

-z, Hr. Gkheimer Registrator 131“, Brccht: Die Familie Uhden.

Mannschaften gestaiiei. K&dxeeZ Wkrdén für diese Rcsrwr- und Er- iaß-Bataillone zu Friedrnszeircn nicht bestehen sondern die Linie dru- ictdcn nur auf dem Papier zugexähli, nacb Lißkn, in welche alle die- jenigrn eingciragen w:"rden, die bei der Entlassung Fu: Reserva cin Vlitrst als ausgezaichnei für dnn Froniedieust erhalten. Diese Leute müssen die Chefs dcr Reserven kennen.

_ Der Herzog und die Herzogin von Edinburgh smd heute Abend 8 Uhr mit einem Extrnzuge von hier abge- reist, Sämmiliche Großfürsten waren auf drm Bahnhofs nn- wesend. Der Kaiz' er begleitete die Hohen Neuvermählien bis Gaischina.

" Amerika. Washington, 26. Februar (per Kabel). Prasident Grant hat dem Kongreß eine Botschaft Übersandt, nZdrm er empfiehlt, daß dcr bevorstehenden hundertjährigrnIubi- [annls-Ansfiellnng in Philadelphia ein nationaler wie inter- nnimnaker Charakirr beigelegt werden solle. Im Weiteren räth er an, den Erfolg des Unternehmens durch andere Geseße zu fichern. Der auf diese aniläums-Anssteilung bezügliche Geseh- entwurf ist dem Senat nntrrbreiiei worden.

. _ AUS Toronto wird unéerm 27. d. M. telegraphirt; „Die Handelsbehdrdc des Dominion hat beschlossen, die Wiederherstellnng cinrs GegenseitigkeitSvertrage-Z mit den Ver- einigten Staaten zu begünstigen.

Dir Nr. 9„(11.Ja1)rgang) des „Ccniral-Blatis für das Deuiichr Reich“, [)?MUÖJEJWLU im RrichIkamirr-Nmr (Carl“ Heymanns Vcriag, Bkrijn) Vom 27. Fsbrurr, hai frl-xenrrn Inhalt: A(lgrmexne errvnliiriigxxrrch-Zn: Verivcisungrn von Ausländern aus dem Reichsnglnetc. _ Münzwcsrn: Uebcrffrhi 1":er dir Ausbrägung von RS!chS[111_1113€11_. __ 3011- und Sikuerwescn: Nachmeisung der Ein- nnhnirn nn Wrcbn-lytr'inpcisirnrr fiir den Monat Januar 1874, _ Militarwernx Mitthrihmg, betrrffend andrrweiie Brusnnuna von znr Ausiixll'nng, bon 3011911111911 über die wissenschafiiich6 Qualifikation fur den „ein]adrlggrcnhxlixgrn Militärdisnst berechtigten L€1)ransralikn, _ Marmc m_:d Zchisrahrt: Mittheilung, betreffsnd Sscschiffrr-Prii- fung. _ _Poiiwgwnr Bskanntnmciwngsn, [*e'treffcnd Korrespondsnz- vrrkeLxr mii ergyptcn und Nubien; Frhrpostsendungen nach Italien 713 «chkvmz; “*lorrcxpondcnz mii Gibraltar, _ Konsulaiwssen: Exsqua-

, tureriheiiung.

Reichstags : Angelegenheiten.

Von dcm Deutschen Parlamcnis-Almanach. begründsi und hsrausgrgrbcwvon ])r. Gcorg Hirth ist srcbcn die 11. Anz- gnhr, 1. Marz 1874.t.me,5_1g, Vrrlag von G. Firth 1874) erschiencn. chftlbr enthalt bi_rgrapl)i]chcNoiiz€n_über dic Mitglieder drs Reichs“- tags, Urhcrsichicn [;(-sr di? Wahikrriie nnd drren Abgeordnrie, die Psrwnaitcn dcs anhstagsz, dcs BUndc-Zraihs, drssen Aussäiüssk, drr Ccnira1bchördrn res Druticln'n Reichs, der Mitglieder drs Reichstags nach dem LehcnSaiier )(.

Statistische Nachrichten.

--_- Nack) dsr jkßk anfgrstckln'n Usbersicht der Einnahmen an Folien und gk!1181111_(1)ü11[ich€n Verbrauchsstcuern im Zollgebiet 1ng Deutichrn Reichs für den Monat Ja- nuar d. J. belanft (irh drr Gssammterirag sämmtlichrr in Beiracrt kommxndrn Nbgabcnzrvrigc nuf 6.317,100 Thlr. gsgen 7,085,317 Thlr. im Monat Januar 1873 hat im laufendrn Jahre nlio um 768,217 Thlr. abg-énomxnkni. Von disser Einnahme sind jrdorb in Abzug zu hringcn dic Mis gernrinickzastliche chbnung gezahlten Boni- fikaiionkn für m das Ausland gkführn'n Zuckrr, Tabak, Branntwein rc. mii216,521_T[)1r. grgrn 167,734 Thlr. 1111873, so das"; fich dsr Rcinerirng iännntlichér Zöil-x und Strurrn anf 6,100,579 Thlr. KMM 6,917,583T1)1r.in1873119111. mithin sin? Ahnahmr um 817,004 Thlr, odsr ]],8 Prozent nachweist. Am bedeutendsten war der :'[nsfail bei dcr: ZöÜcn, wrlrhe 1111 Ganzc-n 3,372,495 Thlr. licferten, 879,425 Thlr. Wrnigrr al?) in 1873. 91111; rdem hat die Einnahme abgrnommen wi drr Rübrnzuckcrstrucr (54,520 Thlr.) um 50.252- Thlr., bsi Orr Salz- (truck (1072236 Thin) um 15,895 Thlr., bsi dcr Branniivcinstrusr (402,708 Thlr.) um 4973 Thlr. Cinrn höheren Ertrag als im Vor- jahr Weisen dag-x-grn noch: dir T.:baksstener (33,840 Thlr.) um 15,470 Thlr., dic]1€brrgn_.ngéabgads Von Branntwein (4523 Thlr.) um 3310 Thlr., dir: Brankte'ncr (747,771 Thlr.) um 114,581 Thlr., die Uebrrgnngöabgabr von Birr (22,486 Thlr.) um 180 Thlr.

Wir sich in dcn einzrlnrn Bundcsztnaien der Ertrag der Zölle und“ StYUe-rn im Januar d. I. im Vrrglrich zuin Vorjahre gestaliei hai, läßt fich ans Folgendrm eninebrnen: _Prrußkn 3,356,835 Thlr. (1873: 3,945,673 Thlr.) und zwar: Ojtpran-sn 137,995 Thlr. (1873: 128,068 Thlr.), Wriipreußcn 107,443 Thlr. (1873: 80,217 Thlr.), Brandenburg 469,106 Thlr. (1873: _539,659 Thlr.), P0111m6111205,471 Thlr. (1873: 224675 Thlr.), Poicn 160,803 Thlr. (1873: 137511 Thlr.), Schlrficn 345,570 Thlr. (1873xx359,413 Thlr.), Sachsen 309,054 Thlr. (1873: 365,675 Thlr.), OÖierig-Hoisdin 136,362 Thlr. (1873: 179,I133T[)lr.), Hannov-(r 279,506 Thlr. (1873: 398,77!) T)1r.), Wrstfalcn 223,592 Thlr. (1873: 339,205 Thlr.), Hrssrn-Nassnu 276,767 Thlr. (1873: 310,879 Thlr.). RheinPr-Zvinz 697.225 Thlr. (1873: 875,204 Thlr.) «8 ohenzrllsrn 7939 Thlr. (1873: 7055 Thin); ferner: Lauenburg 2621 ler. (1873: 2955 Thlr.), Haupt-Zollämtcr: Lübeck 44,714 Thlr. (1873: 54,567 Thlr. ), Brcmcn 35,768 Thlr. (1873: 42,083 Thlr. ), .Hamknrg 87,108 Thlr, (1873: 105,064 Thlr.), 1cdann : Bayern 352,067 Thlr. (1873: 373560 Thlr.), Sachirn 428,325 Thlr. (1873: 517,641 Thlr.), Württemberg 280,229 Thlr. (1873: 258,114 Thlr.), Badxn 521.876 Thlr. (1873: 494,945 Thlr.), ,Hexfcn 122,276 Thlr. (1873: 167,038 Thlr.), Mccklcnbnrg - Schwerin und Streltß 42,955 Thlr. (1873: 37,076 Thlr.), Sachsstsimar 15,268 Thlr. (1873:_15,232 Thlr.), Oldenburg 16,873 Thlr. (1873: 26,739 Thlr.), Braunsbwcig 424,481 Thlr. (1873: 411,745 Thlr.), Sack,)!en-Mriningrn 67,793 Thlr. (1873: 60,441 Thlr.), Sachsen-Wténburg 19,730_Thlr, (1873: 20,774Th1r.), SaÖien-Coburg-Gotha 28,383 Thlr. (1873: 27,234 Thlr.), Anhalt 12,478 T*.lr. (1873: 11,589 Thin), «Öijrzbni-g-Rudolsiadt 13,667 Thlr, (1873 : 17 623 Tl)1r.),_ Schwarzbu:g-Qourersiwusen 12,197 Thlr. (1873: 2722 Thlr.), Reuß ä, L. 2106 Thlr. (1873:_ 2840 Thlr.), Reuß 1. L. 11,317 Thlr. (1873: 12,497 Thlr.), ELW; - Lothringen 369,509 Thlr. (1873: 427,671 Thlr.). Hierzu tretsn dann noch die im Gréherzogihum Luxcmbnrg aufgekommenen, mit dem Reiche ga- meinichatlicben Zölle und Steuern im Betrage von 48,525 Tbir. (1873: 49,494 Thlr.)

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Berlin, _2.'März. In der 159. Versammlung des Vereins für die Grjchtchte Berlins am Sonnabend, den 28. Februar, im Bürgersaale d&? Railibamcs, wurden folgende Voriräge gchalirn: (Hr- isien von Hrn; Mngistrats-Sekrciär,Mcycr. 1). Hr_. GeheimerHofraih Scbncier: Dre Englandcr vor Berlin 1620. Gele1en von Hrn. Haupt- rnantnSckmackenburg. c:. Hor: Geheimer Archiv-Raih G. Friedländer: Bcroimcnsia. Gclenn von Hrn. Oberst von Held.

„_ Die Nr. 18 der Wissenschaftlichen Beilage der Letvzigcr Zeitung vom 1. März hat folgenden Inhalt: 0069: äip10makiY1-z 8810111858 Zc-Ziae. ][ Haupiiheil, 4. Band. Urkundem buch der Stadt Msißen und ihrer Klöster. _ Recenfionen, Bespre- chungen u. s. w.

, Darmstadt, 26. Febrnar. Grstrrn 10 Uhr 2 Minuten winde m der Kirchstraße eiue zißmiich berncrkliß'qe ziiicrnde Erd ers ch„1'.“r“tc- rung vkrspnrk, ohne daß ein Getos: wahrgenommen werden konnte.