Der Königliche Eisenbahn-Baumeißer Naud zu Saar- brücken ist in gleicher AmtSeigenjckzast nach St. Wendel verseßt worden.
Der bisherige Baumeister Walter Eggert zu Cassel tft als Königlicher Eisenbahn-Baumeister bet der Bebra-Frank- furter Eisenbahn mit dem Wohnfiye zu Frankfurt a. M. an- gestcüt worden.
Der higherige Baumeister Loui? Zimmermann ist als Königlicher Eisenbahn-Baumeister bet der Bebra-Frankfurter Eisenbahn mit dem Wohnfiß zu Hanau angestellt worden.
Ab erei : Se. Excellenz der Wirkliche Geheimx Rath Ober-Bergghaupßtmann Krug von Nidda nach Saarbrucken. ,
Yiehtamtliihes.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 20. März. Se. Majeßät der Kais er und König empfingen heute den General-Lieutenant von Oberniß, den General = Intendanten von Hülsen, den Erb- prinzen Victor von RaTibor, den zur Aufwartung bet Sr. Ma- jestät dem König von Sachsen kommand_irten Genrra! - Luxu- 1enanr von Pape, dcn diesseitigen Militar; „Altach? 111 Wien Major von Finkenstein, den Militär-Attgckx m Paris, Mawr von Bülow, den Prinzen Friedrich Wilhelm 'zu Hohenlohe- Ingelfingen und nahme» nach der Nysfahrt dre Vortrqge des Ministers des Königlichen Hause-I, Frrrherrn yon Schleth und des Geheimen KabinetH-Raths von Wilmowskt entgegen.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz empfing gestern Vormittags SL“ Durchlauchr den Prinzen Friedrich von Hohenzollern und spater einige hohere Militärs zur persönlichen Meldung. ' . _
Nachmiüags 5 Uhr fand im Kronprmzlrchen Palais 11an Familien-Dincr statt. Abend?- 6? Uhr empfing Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz auf dem Nnhalttschen Bahnhofe Ihre Königlichen Hoheixen den Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Sachsen-Wctmar, Hdchstwelche zum Besuche am hiesigen Hofe eingetroffen smd, besuchte um 7-1 Uhr die Vor-
stellung im Opernhause Und erschien Abench 93 Uhr mit Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hohett der Kronprin- zessin auf der Soirée bei Ihren Majestaten.
_ Ihre Königlichen Hoheiten der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin von Sachsen- Wetmar trafen gestern Abend 6 Uhr 45 Min_utc_2n auf dem Anhalter Bahnhofe hier ein Und nahmen im Kömgltchen Schlosse Wohnung.
_ Se. Durchlaucht der Fürst Reuß j. L. ist qm 18. d. M. Abends 9 Uhr 5 Min. hier angekommen und tm
Hotel Royal abgestiegen.
_ Heute treffen hier ein: Ihre Durchlagchten der Fürst und der Erbprinz zu Schaumburg_-L1pye, welche im British Hotel absteigen werden; am" 21. Marz fruh „7 Uhr auf dem PotSdamer Vahnhofe Se. JonxglichrHoheit Her Prinz Ludwig von Hessen, H0chs1g121cher1m Kronprinz- lichen Palais wohnen wird. Am 22. Marz fruh treffen Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog un?) der Erb- großherzog von Oldenburg 1xnd Se. Hohe'tt drr Her- zog Elimar von Oldenburg hier em und ste1gen im Hotel du Nord al).
_ Der BundeSrafh hielt gestern die 19. Plenarfißimg. Den VorfiH führte der SkaaTH-Minister 111“. Delbruck, spater der Minister Dr. von Fäustle. ' _ .
Zur Vorlage kamen: Schreiben des Prafidrziten des Re1chs- tages, betreffend: 3. den vom Reichstage unverandert'angenonx- menen Gescßemwurf wrgen Einschränkyng der" Gerichtsbarkcik der deujsckxn Konsuln in Aegypten; 1). dieBeschluffe des RACHE- tages zu dem E111wurfe einrr Strandungö-Ordnung; c. dl? Be- schlüsse dcs Reichstags zu dem Entwiixfe cines Jmpfgxseßcs.
AuHschußberichte wurden erstattet 1111er: 71. d1evPrufung der Rechnungen der Haupt:Zol1ämTer in deii Hanscßadteri; 1). die Volkszählung im Deutschen Reich? Und die dchcrtheckung der Matrikularbeijräge zu Grunde zu legende Beydlkerung; 0. die zollamtliche Behandlung der bei der Postanstali m Barmbcck aufzuliefernden Bäckereien von Eimvohnrrn außerhalb der Zoll- linie.
_ Im ferneren Verlaufe der gestrigen Sißung seßte der Deutsche ReichStag die zweite Berathung, de-Z Preß- geseßes fort. Die §§. 13 und 14 wurden ohne Diskussion an- genommen: _ ' _
„§. 13. Auf die von den deutichrn Re1chs-, Staats, m:.d Gemeiyde- Behörden, von dcm Reichstage oder von der'Landcsvertremng. einc? deutschen Bunchstaach auIathann Druckscbrtfxen findxn, soweiLMfich ihr Inhalt auf amtliche Mittheilungen beschrankt, die Vorschriften der §§. 6 bis 12 keine Amrenhung. _ , _"
§. 14, Die auf mechamschcm'odcr chemischem Woge y,ervtelxal- tigtcn pcriodischcn Mitthsilungcn (lithographtrte, außgraphtrte. mx- taÜcgraphixte, Durchschriebcne Korrespondenzen) unteritegcy, sofern fie ausschließlich an Redaktiynen verbreitet Werdry, den in diesenx Gesetze für periodZscklx Druckschristcn getroffenen Bestimmungen nicht.
. 1 autet: __ , „§Von Bekanntmachungcn, Plakaten uud Aufrufen. Weickycuoncntltck) angeschlagen, aukgesteÜf oder auf Strchen, öffentlichen Platzen oder an anderen öffentlichen Orten unenfgeltli yorklyeiltiycrdensriixn, muß, bevor der Anschlag, die Ausstellung oder die „Vertheilung beginnt, cm Exemplar an die Ortsprlizeibehörde gegen enze auf Verlangen zu erthcilcnde Bescheinigung unentgeltlich abgeliefert Werden. Ayége- nommen hiervon find die' amtlichen Bekanntmachungen von Reichs-, Staats- und Gemeiudeehördcn, sowie solche Bekanntmachungcn, 5 lokale und Aufrufe, erche keinkn anderen Inhalt l)abcn_, (119 An- ündigungen über gesetzlich nicht verbotene Versammlungen, uber offent- 1iche Vergnü ungen, iibcr gestohlene, verlorene oder, gefuwdxne „Sachen, über Vcrkän , Vermixthungen Oker andcre Nachrichten fur hausliche Zwecke und für den geirerblichen Verkehr." _ Zu diesem Paragraphen lagen 6 Amendements vor, von dene? 'edoch nur eines, an Stelle der Worte „auf Verlangen as Wort „sofort“ zu sehen, angenommen ward. An der sehr lebhaften Debatte bethciligten sich der Kommiffarius des Bundes- rajhs Landrajh von Brauchiisck), die Abgg. ])1'. Marqiiardsen, Wiggers, Parifius, 1)r. Braun, 1)r. Windthorst, Dr. Bahr und 131". Brockhaus.
Fast ohne Diskusfion wurde angenommen: .
§, 16. „Das Recht zum Erlasse polizeilicher Vorschriften und
Verbreitung von Druckschriften (H. 4 und §_. 5) aus Rückficht auf die Ordnung des öffentlichen Verkehrs und o_us den Schuh von Privat- rechtcu wird durch dieses Gescß nicht keruhrk' , .
Die Beschlußfassung über §. 17 xvurde bis zur Abßtmmung über Z. 35 auSgestßt, §. 18 ohne Diskussion angenommen_:
.“ n Zeiten der Kriegsgefahr odcr dcs Krtcgc-ö , konnen „Veroffent- lichungen über Truppenbewegunqen oder Vertheidigungxmitti'l durch den Reichskanzler mittelst öffentlicher Bekanntm4chung verboten Werders" §. 19 lautet: _ . „Oeffentliche Auffordcrungcn mittelst der Presje zur Anfbxmgung der wegen einés Vcrbrechcns odcr Vergehens erkannten Geldstrafen und Kosten find verbotrn.“
Hierzu beantragten die Abgg.: .
1) Wiggers, den Paragraphen zu strmchenx
2) [)k- Wehrenpfonnig, 3. stalt der Worte „eines Verbrechens oder Vergehens“ zu setzen: „einer strafbareqHa-nplung“; b., hinter „Kosten einzuschalten: ,so wie öffemlicbe Be1cheimgungcn tniitxlsx der Presse über den Empfang der zu solchen Ztveckxn gezahlten Britrqgk.
3) ])r. Schroarzc, dem §. 19 1)inzu3ufugcn:_,Das zufolge 1o1chcr Aus“- forderungen Empfangene oder der Werth des1-31ben ist dir Llrmenkasse dcs Orts der Sammlung für verfassen zu erklaren“. .
Nach einer längeren Diskusfion, an welcher fick) die Abgg. 1)r. Wchrenpfennig, Wiggers, 01“. Schwarze, Dr. U. Schrilxe, v. Mallinckrodt und der Referent Dr. Marquarhsen bethciligten, wurde der Antrag des Abg. Dr. Wehrenpfenmg Jul) 3. m na- mentlicher Abßimmung mit 162 gegen 159 Stimmen, 'der An- trag Zub 1). und der Antrag des Abg. Dr. Schwarze mit großer Majorität angenommen. Nachdem dimm noch der ganze 'Para- graph in namentlicher Abstimmung nur 158 gegen 148 Stimmen angenommen war, vertagte fich das Haus um 5Uhr bis Sonn- abend 11 Uhr.
_ In der heut auSgegebenen Nummer _ch_Een'tral- HandelSregifters für das DeutscheRetch 1st die sta- tistische Ucberficht über den Geltungsbereick) deffelber) nach dem neusten Stande mitgetheilt. Das genannte Organ wird hterngch gegenwärtig von 10 deutschen Staaten mxt 25,313,999 Em- wohnern (nach der Zählung vom Jahre 1871) rider 61,6 Pkt?- zent der Gesammtbevölkerung des De'utschrn Reichs als. Publt- ka1ion§organ für alle Eintragungen in d1e HandelSregistcr be- nth. 2) AUS 13 deutschen Staaten (ohne has Großherzogthum Oldenburg und das Herzogthum Sachsen-CoburgZthha, welrhe auch url 1. aufgeführt find, 11) werden. .alle Wixhtigeren Em- tragungen 2c. im (Zentralorgan publtztrt. Diese Staaten zähien 7,547,130 Einwohner oder 18,5 Prozent der Ge- sammjbevölkerung des Deutschen Reichs. Irn Ganzen hat das Central: HandelHregister mithin“ emen offiziellen Gslkungs- bereich, der 32,861,129 Ei'nwohner "oher , 80,1 Prozent der Gesammtbevölkerung umfaßt. 3) Ruck11cht11ch der Eiiztra- gungen aus dem Königreich Bayern find, Wie gestern erwahnt, die Verhandlungen noch nicht zum Abschluß gelangt; auch wegen der Eintragungen aus dem Gxoßherzggthum Baden, dem Fürstenthum Lippe, den freien Stahten LUÖLOk und'Brenzen, sowie dem Reichskande Elsaß-Lothrrngen 1st der eingeleitete Sck)ristwcchsel noch nicht zu Ende gefxzhrt. Im Gayzen ßnd daher nur noch 8 deutsche Staaten rnit 8,148,870 Emwohnern oder 19,8 Prozent, ausweichen dia betreffenden Erntragungen im Central-Handelsregister nicht von den HandengerWten, son- dem nur auf direkten Antrag der Interessenten veranlaßt werden.
_ Ständige Mitglieder einer Deputaujion für das Heimarh- wesen hatten in ihrem Geschäftsberichtc fur das Jahr 1873 eme nähere Instruktion zur formellen Behandlung der Angelegen- heiten, betreffend die Beanstandung drr Wghlen vozr KreistagzZabgeordneten, beantragt. D*.mgemaß haben_dre Minister des Innern und der JustJk dem rwaltungsZcrtchte Folgendes eröffnet: ». . , . Daß die fraglichen Angelegenheiten nn Sinne der Kreis- ordnung als streitige VerwaltungHsachen anzusehen und d'em- gemäß in dem für solche vorgeschriebenen Verfahren zu xrledigen sind, ergiebt fich unzweideutig an'?! dem Gesche vom 27. Marz 1). I., welches bestimmt, daß die den Verwaltimgsgerichlen 111 dem §. 113 der KreiSordnung übertragenen Befugnisse bis zum,]. Ia- nuar 1874 von den Deputationen fiir daS Heimathwesen in dem durch die §. 190 flg. der KrciSordnung vorgeschriebexien Vér- fahren wahrgenommen werden sollen. Das Gesetz voni 27. Marz t). I. ist _ wie der Titel dcffelbenbesagt _ z1_1r Aitsfuhrung "der Kreisordnung erlassen, und kann es unmöglich m der le11cht des Gestngebers gelegen haben, für die Behandkung von Wahl- Angclegenheiten, so lange über dieselben von _den Deputahonen fiir das Hcimathwesen zu entscheiden war, ern von den allge- insincn Bestimmungen der KreiSordmmg abweichendes Verfahren vorzuschreiben., ' ' Miiffen hiernach die in Rede stehenden Angelcgenhriten im kontradiktorischen Verfahren verhandelt werdr_n, so ergtebt fich hieraus auch die NothWendigkeit einer Vertheilung" der Parts,:- roÜen zwischen Kläger und Beklagten. Als Klagrr Wird in diesen Angelegenheiten der Kreistag bezw. dcr KreiSaii'sschuß, welcher nach §. 134 Nr. 1 der Kreuöordnung die Beschluss des Kreistages artSzufÜhren hat, und als Beklagter dcr Kreistags- abgeordnete aufzutreten haben, dessen Wahl beanstandet wor- den ist. Dabei bleibt es dem „Ermessen des Verwaltungs- gerichts überlassen, in Gomäßheit des §._.14_9 lesqß 3 der . Kreisordnung geeigneten Falles auch diejenlgm betzuludrn, durch deren Protest die Beanstandupg der Wahl eines Kreis- tagsabgeordnetcn vcraulaßt Morden ist. „ Erklart der betreffende Kreistagsabgrordnctc, “fich auf das Strertvrrfahch mcht'emlaffen zu wollen, und legt derselbe gleichzeitig sein Mandat nieder„ so bedarf es keiner weiteren Entscheidung des Verwaltung-derick)ts Über die Wahlbeanftandung.
_ Dem Ober-Präsidentxn steht 110€!) ciner Entschei- dung des Ministers des Innern m seiner Eigenschaft als Pra- fident derjenigen Regierung, welche an seinem Wohnorte ihren Siß hat, nach §. 188 der KreiSordnung yum 13. Dezemher 1872 das Recht zu, den Borsiß in dem fur'dcn Bezirk 1encr Re- gierung eingeseßten VerwaltungSgertcht'e aich hann zu übernehmen, wenn er die Führung deß Spezml-Prafihmms der Regierung ganz oder jheilweise dcm Vwe-Prgfidentxn ubertragen hat. Denn auch in dem FaÜe, dgß der_n Vice-anfidenten mrht nur gewisse Kategorien, sondern samxntliche Gxschafte des Regie- rungs-Präßdiums von dem Ober-Prafiycufen iibertragen werdcn, pflegt diese Uebertragung doch nur Mit der Maßgxcbr zu erfol- gen, daß dem Ober-Präfidenten dre Erledigung wtchttgrrer Ge- schäftssachen nail) seinem Ermessen selbst vorbehalten bleibt. Der Ober-Präfident hat daher, sofern er von,der dcm Prqfidenten der Regierung durck) den §. 188 der KretSQrdnung'beigelegten Befugnis; Gebrauch machen will, aufiGrunZ) der Mittheilungen des Vorsitzenden des Vcrwaltunchgerichts uber die m den em- zeinen Sihungen zur Verhandlung gelangenden Sachrti zu ,be- stimmen, in welchen von diesen Sachen er selbst oder in seiner
des Innern den Vorsiß übernehmen nzerden.' Im Falle _der Behinderung des Ober-Präfidenten ift diedBestrmmung hiexubee dem Vice-Präfidenten und event. dem Dirigenten der Abtheilung des Innern zu überlassen.
_ Der Bevollmächtigte zum Bundesrath für ,Hamburg Bürgermeisjer 1)r. Kirchenpauer, ist heute Nachmittag naÖ Hamburg abgereist.
_ Der deut e Bot (: ter in Wien, General-Lientenant von SckmeinißsthenerY II 1:1 Zuits Sk.'Majks1€lt des Kaisers und Königs, ist hier angekommen und 1m ThwrgartenHotel abgestiegen.
_ Der General-Lieutenant von Berger, bisher Komman- dant von Hannover, welcher vor Kurzem zum Gouverneur von Ulm ernannt worden, ist aus diesem Anlaß zur Abstattung per- sönlicher Meldungen hier eingetroffen.
_ Der Gencral-Major Freiherr von Loé, Cymmanheizr der 3. Garde-Kavaüerie-Brigadc, welcher fick) vor einiger Zeit zu dienstlichen Angelegenheiten nach Magdeburg begeben hatte, ck von dort hierher zurückgekehrt.
_ Der General-Mnjor von Barby ]., bisher Comman- deur der 20. KavaUerie-Brigaxc, ist zum Kommandanten von Hannover ernannt worden.
_ Der Oberst und Flügel-Adjutant Sr. Majeßät des Kaiser?- und Königs, Heinrich )(111. Prinz „Neuß, Commaxj- deur drs Königs:Husaremchiments (1. Rheinischer!) Nr. 7, tß mit Urlaub von Bonn hier angekommen. "
_ Unter dem Protektorat Ihrer Kgiserlichen und Kö- niglichen Hoheit der Kronprinzessin mird zu"m Besten Hes Le1tc-Vereins in den Tagen vom 21. bis 27. Marz mi Prin- zcsfinuen-Palais ein Bazar veranstaltet werden. Der Eintritts- preis beträgt am Eröffnungstage, dem 21., 1 Thlr.,_an den übrigen Tagen 5 Sgr. Da außer dem Verkauf xauch eme Ver- loosung stattfinden wird, so werden auchßLo'ose :x 10 Sgr. ver- kauft werden. Geöffxwt ist der Bazar taglich von 11_3 Uhr, Sonntags von 12_2 Uhr. _
_ Zu Inowraclaw _ Haurtamtsbezirk Strczalkowo _ ist für die daselbst neu errichtete fiskalische Saline em Salz- steuer-Amt errichtet worden.
Bayern. München, 17. März. Hinfichxlich der dies- jährigen größerrn Herbstwaffenübungen der m Elsaß-Loth- ringen stehenden bayerischen Truppen wurde nach dem „Corr. v. u. f. D.“ bestimmt, daß die zur Besaßuug von Meß gehoreride Infanterie-Brigade, das 4. und 8. Regiment, an den im sud,- weftlichen Thrile der Pfalz stattßndenden Uebungrn der 4. Di- viswn Theil zu nehmen hat, während das 5. Chev.-Regm_t. an den im Rcich-Zlande abzuhaltenden Manövern der preußischen Truppen Nnthcil nehmen soil.
Sachsen. Dresden, 19. März. Der König und die Königin gedenken fich morgen NachmittaZ nach Berlin zu bx- geben. In dem Gefolge Jhrer Majestaten nZerden_ fich die Ober Hofmeisterin Frau von Globig, Hie. Hofdame Grafin "von Einsiedel, der Ober=Hofmriftrr von Lüttichau und 'der Flagel- Adjutant Oberst von Dziembowskr) befinden. Die ._Rückkehr Ihrer Königlichen Majestäten ist für Montag Abend 111 Aus- sicht genommen. _ . .
Gleichzeitig wird fich auch der KrtrgS-Mrmster General der Kavallerie von Fabrice nach Berlin begeben.
_ Der Staats-Minifter Abeken ist von Berlin zurück-
gekehrt.
Mecklenburg. Schwerin, 19. März. Der Prinz Albrecht von Preußen und die Herzogin Wilhelm- smd am'vorgeftrigen Abend von hier wieder abgereist. . .
_ Dcr Erbgroßherzog ist gestern Nachmittag hier em- getroffen. Sc. Königliche Hoheit tri1t heute in sein 24. Lebens.- jahr. Zur Feier des Tages ist die Rcfidenzsxadt festlich mit Fahnen u11d Flaggen geschmückt. In der Frühe wurde dem Ervgroßhcrzog eine M:)"rgenmustk gebracht, Mttjags fand Parade auf dem Alten Garten statt.
Oldenburg. Oldenburg, 19. März. Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen KUZ- sers wird, wie in den vorhergegangen Jahren, vom O.,“fizier- corps und von den Mitgliedern der Kasnw-Geseljickmst m den oberen Sälen dcs Kafino ein gcmeinschaftlichch Feßdix-écr vergn- staltet, wozu cine zahlreiche Betheiligung bereits gcfichcrt tft. Ebenso findet in dem Gesellschaftcslokal der Union znr Feier des Tags Abends acht Uhr ein Festessen für Herren und Damen statt, wozu alle Mitglieder der Gesellschaft eingeladen smd. Volks- belustigungen und Tanz für Militärs smd in verschiedenen Lo- kalen in Aussicht genommen. . .
_ Der Gr () ß h er zo g hat den Ober-Appellationsgerickzte-Z-Vice- Präfidenten von Beaulien-Marconnay von ssiner Funktion als Mitglied der Avic")sungs-Revifionsbehörde enrbunden und «zn seiner Stelle den Ober-Juftiz-Rath von Wedderkop zum Mit- glied dieser Behörde ernannt. ,
_ Das oldenburgische Dragoner-RegxmentNr.19 wird im Mai 11. I. die Feier seines fünfundzwanzigjähri- gen Bestehens begehen.
Lübeck, 15. März. (H. N.) In seiner heutigen Sißung erklärte fich dcr Bürgerausschuß gutachtlich dem an die Bürgerschaft zu richtenden Antrag auf Kreirung der Sxelle cines Schulrathes zustimmig, fügte aber auf Antrag seiner zur Begntachtung dieser Vorlage niedergeseßt gewesenen Kom- misfian die ausdrückliche Bitte hinzu, daß für diesen Posten nur eine durch Lebensbcruf und Vorbildung speziell dem Schulfache angehörenden Persömichkeit gewählt werden möge. Aus den mündlichen Erörterungen ging hervor, daß die Kommission durch dieien Zusaß ganz ausdrücklich der sonst ctwa möglichen Wahl eineS Geistlichen zum Schulrath habe vorbeugan wollen. _ In der nämlichen SiHung befürwortete die Bürgerschaft auch die Bewilligung der erforderlichen Summe, um durch Beamte der Königlich preußischen Vermcffungsbehörde cine Triangula- „tion ch hiesigen Staathebietes vornehmen zu laffcxi, welche die Grundlage für eine spätere Vermessung und Bonixirung des gesammten landlichen Grundbesitzes unseres Staates bilden soll.
Hamburg, 19. März. In der gestrigen Sißung der Bürgers (haf t wurde zunächst der Senats-Nntrag, betr. Reor- ganisation dcr Polizeiveiwaltung u. w. d. a., auf Antrag von Rie- mann an einen Aussthuß von 7 Personen “vermiesen, Der Senats-Antrag, betr. Begründung und Dottrung eiiier? ,Ham- burgischen Museums fiir Kunst und ererkc, ward definitiv ge- nehmigt. ES wurde sodann die kombtnirtc Berathung 565 Aus- schußberichss über den Senats-Antrgg wegen Erlaß UULS Ge- seHcs, betr. die Deklarationen für die Handels: und Schiffahrts-
Anordnungcn bczüglick) der Art und des Oktc'ö Yes Ayscblags Yon Bekanntmachungcn, Plakaten und Aufrufen, sonne uber die öffentlich
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Vertretung der Vice-Präsident bezw. der Dirigent der Abtheilung
Statistik, sowie die Erhebung einer Deklarations-Abgave, und
über Ersa steuern für Zoll und Accise, und des Senats-Untrags, betr. die rolongaiion der bestehenden geschlichen Verordnungen über 3011 und KonsumtionSabgabe, fortgesetzt. Der Antrag auf Beseitigung der Accise wurde abgelehnt, die Verwandlung des Zolls in eine DekiarationSabgabe aber genehmigt und die Höhe nach dem Anfrage Des Arts auf 1%» festgestellt.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 18. März. Der Erz: herzog Franz, ehemaliger Herzog von Modena, feiert am 24. d. M. sein 40jähriges Jubiläum als Inhaber des 32. un- garischen Linien-Infanterie:Regiments, welches sich in Budapest rekrutirt und dessen Stab in Wien liegt. Das Jubiläum des Regimentsinhabers wird- in Wien gefeiert werden und Deputa- tionen der beiden in Budapest garnisonirenden Bataillone dicses Regiments werden fick) zu dieser Feier nach Wien begeben.
_ 20. März. (W. T. B.) Die ungarische Regierung hat, wie die „Neue freie Presse“ meldet, bei der Kreditanstalt angefragt, ob das von ihr vertretene Konsortium bereit wäre, die zweiten 76 Miklionen dcr ungarisckgen Goldanleihe zu übernehmen. Die Kreditanstalt habe darauf geantwortet, daß das Konsortium während des laufenden Jahres nur ungern eine neue Emission unternehmen würde, doch werde man, wenn es durohaus nöthig sein sollte, der ungarischen Regierung in jeder Weise entgegenkommen.
Pest, 19. März. (W. T. B.) In dem heute abgehal- tenen Ministerrathe haben sich die Mitglieder des Kabinets dahin geeinigt, die Bildung dee; neuen Kabinett.: in jeder Hinsicht zu erleichtern und den künftigen Minister-Präfidenten cinmüthig zu unterstüßen. _ Der Bescheid des K-yiserg auf das Demisstons- gesucl) des Kabinets ist noch nicht erfolgt. Der Präsident des Unterhanscö, Bitw, unterhandelt mit hervorragenden Persönlich- keiten der Deakpartei darüber, ob dieselven geneigt wären, in das Ministerium einzutreten, falTS ihm die Bildung eines neuen Ka- bincts übertragen würde, erzielte jedoch bis jetzt ein wenig be- friedigendes Resultat.
ngram, 18. März. Die in der verflossenen Session vom Landtage votirten Gesetzartikek Über die Regelung des Haus- Kommunionswcsens und über die richterliche GeWalt erhielten die Allerhöchste Sanktion.
SchWeiz. Bern, 19. März. (W. T. B.) Der Vun- deSrath hat das Gesuch der Ursulinerinnen in Prantrut, betreffend die Sistirung der von der Berner Regierung verfüg- ten Aufhebung ihres Klosters, zurückgcmicsen.
Großbritannien und Irland. London, 18. März. Auf Windsor fand gestern Unter dem Vorfih der Königin eine' Kabinejsberathung statt, in welchcr die am Donnerstag zu verlesende Thronrede die Königliche Sanktion erhielt und Herr Gordon, der neue Lord Advokat von Schottland, als Mit- glied des geheimen Raths vereidigt wurde.
_ Die Prinzessin Lonise, vierte Tochlcr der Königin, die an den Marquis von Lorne verheirathet ist, vollendet heute ihr 26. Lebensjahr.
_ Der Prrmier=Minister DiSraeli wurde gestern ohne Oppofition zum Unterhausm-itglied für Buckinghamshire wieder- gewählt, deSgleichen der Schaßkanzlcr, Sir Stafford Northcote, fiir Nord Devon, und Herr Donald Cameron anläßlich seiner Ernennung zum Kammerjunker der Königin, für die Grafschaft Inverneß. Lord Barrinyton, der Vice=Kämmerer dcs König- lichen Haushalts, schlug seinen liberalen Gegenkandidaten in Ehe durch eine Majorität von nahezu 2 zu 1.
_ Der zum Pair ernannte Colonel Iohn Wilson Putten wird, der offizieüen „London Gazette“ zufolgr, als Lord Winmarleigh seiuen SiH im Hause der Lords cin- nehmen.
_ Das von dem Kongreß der englischen Gewerkver- eine gewählte parlamentische Komite hat iii einer SiHUng Re- soluxionen angenommen, welche die Verwcisimg der Fragrn be- züglich der die Brziehnngen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern regelnden Grselze an eine Königliche Kommission mißbilligen und erklären, daß die Zeit für eine sofortige Gesehgebixng in dieser Angelegenheit gekommen sei,
_ 19. März. (W. T. B.) Dae.“- Parlament ist heute Nachmittag 2 Uhr durch eine Kommission im Namen drr Kö- nigin cröffnetworden. Die Thronrcde hebt die außrrordent- lich freundschaftlichcn Beziehungen zu allen auswärtigN Mäch- ten hervor und betont, daß England dcn Einffuß, drn ihm diese freundliche Stellung zu allen auSwärtigcu Mächren gewähre, zur Aufrechterhaltung des Friedens Und zur getreuen Beobachtung der i111ernati0nalen Verpftickxtungen geltend machen werde. Die Vermählung des Herzogs von Edinburgh mit der Großfürstin Marie sei nicht nur fiir die Königin selbst eine Quekle höchsten persönlichen Glückes, sondern bilde auch ein festes Freund- schaftsband zwischen den beiden großen Reichen von Rußland und Großbritannien. Das Ergebnis; des gegen die Ashantis geführten Feldzuges, bei drm die englischen Truppen des höchsten Lobes sich würdig gezeigt hätten, werde hof- fentlich zu befriedigenderen Zustämden an der Westküste Afrikas führen, als dies seither drr Fall gewesen. Betreffs dcr in einem Theile Vengakrns herrschenden HungerSnoth _sei der dortige Gencral-Gouverneur angewiesen, keine Mittel und Kosten zu scheuen, um die Kalamisät zu mildern und derselben nach Kräften zu steuern. Die Thronrede verheißt die sofortige Ein- bringung des Budgets und kündigt fiir die laufende Session die Vorlage mehrerer Gcsethcntwürfe an, durch welche erheb- liche Erlehhterungen in der Uebertragung dcs Grundbrßßes in England, ferner die Ausrehnung der bereits im vorigen Jahre beschlossenen gerichtlichen Reformen auf Irland und Modfika- tionen der in Sihottland giltigen Prozeßordmmg herbeigeführt werden sollen; auch wird das Gesch über die Konzession von Schankwirthschaften in denjenigen Bestimmungen, die zu Be- schwerden Anlaß gegeben haben, gewissen Abänderimgen unter- worfen wcrden. Behufs Prüfung der gesehlichen Beßimmungen, die fich auf die Regelung dcs Verhältnisses zwischen Llrbcitgebcrn und Llrbritnehmcrn beziehen, soll eine besondere Kommisswn niedergeseßt wcrden.
_ (W. T. B.) Nach Entgegennahme der Thronrede haben beide Häuser des Parlaments heute eine Sißung ge- halten, um über den Erlaß einer Adresse auf die Thronrrde zu berathen. Im Oberhaus e wurde die Adresse von Lord Lothian beantragt und von Lord Cadogan befürwortet. Der vorgelegte Entwurf gab zu einer ziemlich lebhaften Debatte Anlaß, in Welcher der Herzog von Somcrset einen Angriff gegen die von Gladstone befolgte irländische Politik richtete, durck) welche nur eine Trennung der einzelnen Theile des Königreiche."- hätte herbei- geführt werden können. Lord Selborne suchte darauf Gladstone zu vcrtheidigen. Von dem Staatssekretär des Aeußcrn, Carl von Derby, wurde darauf hingewiesen, daß die Vermählung des Herzogs von Edinburgh in poli-
tischer Hinsicht nicht unwichtig sei, und schließlich die Adresse vom Hause angenommen. _ Im Unterhaus e wurde die Adresse von Sir W. Stirling-Maxwell eingebracht und von Hrn. Eallender unterstüht. Von Cullogh wurde ein Amende- ment zum Adrcßcntwm-f beantragt, welches die Nothwendigkeit hervorhebt, Maßregeln zur Abstellung dcr HungerSnoth in Ben- galen zu treffen. Gladstone suchte das Verhalten des früheren Kabinets in dieser Angelegenheit zu rechtfertigen und erklärte, er werde indessen dem etwaigen Vorgehen der gegenwärtigen Re- gierung keine Schwierigkeiten in den Weg legen. DiSraeli er- widerte Gladstone und sprach fich gegen die Annahme des Amendements aus, das er für unnöthig erklärte. Sodann wurde das Amendement von dem Antragstellsr zurückgezogen.
_ (W. T. B.) Die deutsche Panzerfregatte „Kaiser“ ist auf der Samuda'schen Werft in Poplar (bei London) heute glücklich vom Stapel gelaufen. Zu der Feierlichkeit war eine aUßerordentlick) zahlreiche Menge von Zu- schauern herbeigeströmt, hauptsächlich Deutsche; der Ablauf des Schiffs ging unter den [ebhafteften Kundgebungen Seitens der Bersammelten von statten. Der deutsche Botschafter, Graf von Münster, war ebenfaÜs univesend. Von der Tochter desselben, Gräfin Marie 1). Münster, wurde im Auftrage des Deutschen Kaisers die Taufe der Fregatte voUzogen, Nach Beendigung dsr Feier fand ein Drjeuner von 200 Gedecken bei dem Werftbefißer Samuda statt, wobeiToaste auf dieÜKönigin von Großbritannien und Irland, den Deutschen Kaiser und die Tauépathin drs Schiffe."- auSgebraoht wurden.
Frankreich. Paris, 20. März. (W. T. B.) Der Marschall-Präsident hat, Dom heutigen „Journal Officicl“ zufolge, an den Herzog von Broglie folgendes Schreiben gerichtet:
„Ich habe soeben die Erklärungen gelesen, rvrlkhe Sie in der Sitzung der Nationalversammlung vom 18, 1). aus Veranlassung der Jnterpcilation Lepöre abgegeben haben. Dieseiven stimmen vollkom- men mit den Ansichten überein, welche ich am 4. Februar 1). J. in meiner Erwicderung auf die Anrede des Präsidenten des Pariser Hundcistribunais kandgegeben habe. ZhieAusfiil)i-ungen haben meine vrlie Zustmrmung und spreche ich Ihnen meinen Dank aus, das; Sie die Amtsbefugnisse, welche mir von dcr NationaWersammiung über- tragen, un? die Pflichten, welche mir für einrn Zcitraum von sieben Jahren durch das Vertrauen der Versammlung auferlegt Wordcn find, 10 richtig dcfinitt habm.“
Der Passus der Rede des Marschalls Mac Mahon vom 4. Februar, auf welchen in dem Schreiben Bezng genom- men wird, wird im Anschlusse an dasselbe von dem „Journak officiel“ reprodnzixt. Die betreffenden Worte lauten:
Am 19. Novcmbcr v. I. hat mir di: Nationalversammlnng die
öff.:1t1iche Gewalt auf 7 Jahre übertragen. Meine crste Pflicht ist es, iibcr dre Ausführung dicscs sonvcräncn Brichwsses zu machen. Seien Sir darübcr ohne Sorgc. Während disscr 7 Jahre werde ich der grgcnwärtigcn, auf geschlichen! Wege gcsckmffcnen Ordmmg der Dinge von erermann Achtung zu Verschaffrn wissen. _ _ (W. T. B.) Das Journal „Univers“ ist gestern zum ersten Male nach der Suspension desselben wieder erschienen. Das Blatt veröffentlicht ein vom 31. Januar datirtes Schreiben des Papstes an Veuillot, in welchem dieser ermahnt wird, die Verfolgung, der er jehr mit allen Vertheidigern der Kirche aus- geseßt sei, mit Standhaftigkeit zu ertragen und sein Haupt nicht vor der Afte'rweisheit des Jahrhunderts zu beugen. Der Papst erthcilt darin schließlick) seinen apostolischen Segen an Veuiklot. _ „Univers“ enthält ferner einen heftigen Angriff gegen den Herzog von Yroglie, welchem unter Hinmkis auf dessen liberal katholischen „tandpnnkt der Vorwurf gemacht wird, das zeit- weilige Verbot des Journals nicht auf Gr::nd eiiier diplomati- schen Reklamation, sondern aus persönlichen Motiven erlassen zu haben.
Versailles, 19. März. (W. T. B.) Die National- versammlung genehmigte heute in definitiver Schlußabstim- mnng die Exemtion drr Waaren im Tranfitverkehr und dcr di- rekt in das Nrtsland exportirten Güter von der auf den Eisen- bahntransPort der Frachtgiiter gelegten Zuschlagssteuer und be- schloß darauf, ein Amendement, wonach Stcinkohien und Koks überhaupt von dieser Auflage befreit bleiben soUen, in Erwägng zu ziehen. Auf eine betreffende Anfrage cines Mitgliech gal) sodann der Handels-Minifter Dcffciiligm) die Erklärung ab, daß die Regierung binnen Karzem writere Stenrrvorlagen einbringen werde, worauf die Versammhmg den Beschluß faßte, die Dis- kusfion des neuen Steuergesch?» bis nach beendigter Berathung über die drei ersten Artifrl des Liquidationskonws nuSzusehen, welche das Bridget des KriegS-Ministeriums betreffen.
Italien. Rom, 15. März, Der gestrige Geburtstag des Königs und des Kronprinzen Humbert wurde in ganz Italien feierlich begangen. Jm Rom waren von frühem Morgen an die Häuser frstlick) geschmückt. Um Mittag ließ der Prinz Humbert die Besayung und Nationalgarde Revue passtren, und am Abeiqd war Galatafel im Quirinal, wozu das ganze diplomatische Corps und die Spißen der Civil- und Militär- verrmiltung geladen werden. _ In Neapel brachten die Musik- chöre der Nationalgarde dem Könige am Vorabend seines Ge- burtstages ein Ständchen. Dcr PlcbiScitcsplatz war bcngalisck) beleuchtet. Auf die Evoivarufe der Menge trat der König drei Mal auf den Schloßbalkon und wurde jedesmal enthusiastisck) begrüßt. Nachdem das Ständchen vorüber war, zogen die Musik- chöre unter patriotischen Weiskn nach ihre11Quar1ierenzurück, und das Volk bcgleitcre fie mit Hochrufen auf den König.
_ Der König hat Hrn. Otto Beer das Excquatiir als Gencral-Konsul des Deutschen Reichs in Neapel ertheilt.
_ Der Abgeordnete Pre seiamorra begründete in der vor- gestrigen Sißung der Dep utirtcnkamm er scinen Gesehentwurf, wonach die Mitglieder der Depntirtcnkammer außer unentgelt- licher Beförderung auf Eisenbahnen und Dampfschiffen für jede Kammerfixzung, welcher sie beiwohnen, 20 Franken „Entschä- digung“ erhalten soUen. Nachdem sich mehrere Abgeordnete, der Minister-Präfident gegen den Geschenttvurf erklärt hatte, beschloß die Versammlung mit sehr großer Majorität, ihn nicht in Er- wägung zu ziehen, und ging zur Berathung des zur Reorga- nisation der G es ch w oren en g eri ihre vorgelegten Gesehentwurch über. Der Abgeordnete Puccini setzte au6einander, daß das In- stitut der Geschmorrncngeiichte inItalien fich nicht bewährt“ habe, und ersuchte schließlich die Regierung, eine gründliche Reform derselben vorzuschlagen.
Türkei. K o 11 | a nt in o p e l, 17. März. Zwischen dem S ultan und dem Schah von Persien hat der „Ag. Bord.“ zufolge anläßlich der Unterzeichnung Lines Vertrages zwischen den Regierungen beidcr Länder ein Austausch von Beg [ Ü ck- wünssh ungs-T elegrammen stattgefunden.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 18. März. Die Gesch-Sammlung veröffentlicht nachstehende zwischen Ruß:
land und Oesterreich-Ungarn abgeschlosseneDeklaration
über den gegenseitigenSchuh von Fabrik- und Han- delsßempeln rind Marken:
Auf den Wumcb x§r_Regierung Sr. Majestät des Kaisers von Rußland und Sr. Ma1e1tat dcs Kaiiers von Oeiterreich und Aposto- liscbrn Königs von Ungarn. den rufsijchen Unterlyanen ciner- und den österreichijcbc'n und ungarischen Unterthanen andererseits vollen und wirksamen Schuß der Manufakturerzcugnisse zg gewähren, haben die Uiitcrzcicjxnetcn, mit gehöriger Vollmacht außgestattct, folgende Artikel vereinbart:
Artikel ]. Russixchc Unterthanen in Ocsxcrreich-Unggrn und öster- reichische und ungarische Unterthankn in Rußland grnießen hinsichtlich der Stempcl für Waaren oder deren Räumiwhkcjtcn und der Fabrik. und Handelsßempsl denselben Schutz wie Inländer.
Artikel 11. Russische Unterthanen, welche in OcsterrcichUngxrn und öiterreichische oder ungarische Unteribancn, welche in Rußland ihr Eigentbumsrecht auf ihre Fakrikstcmpcl zu Wahrcn wünicben, “l)xbcn d1e1c Stemwl ausschließlich vorzulegen: Die_ rnsffichen Stempel in de'n andeiskammcrn _ yon Wien für Oesterreich l_111d von Buda- Pi'stl) 711r Ungarn, und die österreichischen oder ungari1chen Stempel: m Si. Petersburg im «Handels- und ManufakkUk"DkPäkkLMka-
_ Arkixel 111. Gegenwärtige Stipulation [*csißt Kraft und Wirk- 1amkiZiT sines TraktatH, bis von der einen oder andern Seite der WMW) verlauxhqr Wird, die Wirksamkeit deffxlben aufzuheben.
; , ur Bekrastigung désscn hach dir Untrrzeicbnrt-n dic gcgenwär- tige Deklaratiyn abgsfaßt und mit ihren Wappensikgkln verschi'n.
2111Sgcferttgt in (111910 in St. Petersburg, am 24. Januar (5.
Februar) 1874. Unterzeichnet: Gorifthakow. . Langenau.
_ Der „Grashdamn“ meldet, daß am 16. März die Ge- seßvorschläge zur geseßlichen Regulirung der Ehen von 1?l'ltglauhigen im Reich-Zrathe zur Verhandlung gekommen 21811.
Schweden und Norivegen. Stockholm, 16. März. Der König und die Königin haben vorgestern aus Anlaß des 67. Geburtstages *der Königin-Wittme auf dem Schlosse ein großes Diner gegek-en und den Verein zur Erinne- rung an den König OHcar 1. und die Königin Josephine 5000 Kronen, die Königin-Wiitwe aber 500 Kr. zur Austheilung an arme Typhus- und Blatternrekonvalescentcn, die aus den Krankenhäusern auSgeschrieben wcrden, geschenkt.
Dänemark. Kopenhagen, 16. März. Der König empfiiig heute in besonderer Audienz auf Schloß Nmalienborg' dcn htcfigen Königlich großbritannischen Gesanrten Sir Charles Leirnor the, welcher bei dieser Gelegenheit dcm Könige das NoNfikationHschreiben der Königin von Großbritannien und Ir- land, betreffend die Vermählung des Herzogs von Edinburgh, überreichte.
' _ 18. März. DUS Folkething genehmigte heilte mik 91 SUMMLU das im Sinne der Linken veränderte Finanzgeseß. DF YLianz:Minister hat ein vorläufiges Bewilligung-ngseß ein- ge ra .
Asien. Ein im Haag eingegangener? Tclegramm aus Buiten- zorg vom 18. d. meldet, daß in Folge des Erscheinens.“- des nieder- ländischen Kriegsdampfers „Metalm Kruis“ fiinf Hafenpläß'e an der Westküste von Sumatra die niederländische Ober- hoheit anerkannt haben.
' Afrika. Die neuesten Depeschen von Sir GarnetWolseley dgtircn großtent'heils aus Fommanah, 13. Februar, und htp richten ansfixhrlich Über die Unterhandlungen, welche dem Frie- dexisschlusse vorangingen. Der erste Botschafter, den König Koifi nach. dem Brande von Kumasfie den Engländern nack)- sgndte, erreichte has Hauptquartier am 9. Februar in Detchiasu. Er wurde Mit einem Gesuche zurückgesandt, daß der König 5000 Unzen 61911326 (116 erste Rate der Kriechentsihädigung zahlen solle. Am 12. erschienen zwci weitere Botschafter des Königs m'Fommanah, die 1000 Unzen Goldes chrbrachtcn und mit Sir Garnet Wolseley die Friedens: Präliminaricn diskutirten. Sie erhohen Einspruch gegen die Höhe der Kriegsciitschädigun _ 50,000 Unzen Goldes _, obwohl der König urspriinglich? diesen Betrag srlher versprochen hatte. Die projektirte ?lquvan- derung des Königs von Adanfi und seines Volkes über den Prah m das Prhtektorat wurde ebenfakls zu eiiier Schwierigkeit gcmacht,_ aber Sir Garnet erklärte ihnen, daß dies der WunTch Yrr Bcvolkerung von Ndanfi selber sci. Man kam sihließlich ubercm, daßUDer untcrzeickmete Friedensvertrag“biimen 14 Tagen nach CapesCoast Castle gesandt Werden sollte. Den amtlichen Depeschcn ist der Wortlaut des Vertrages zugefügt. Derselbe lautet in der Uebersehung wie folgt:
„Vertrag zwiji'lzcn Gsneral-Major Sir Garnet Joscwi) Wolse1ry, Jyhaber dcs Großkrenzes des Mick)nrl- und Gkorgs-Orkcns und Viiitxr, des Bath-Orhrns, als VcKrstcr Jhrcr Majastäk Victoria, Komgm roy Großbrixaniiiet] und Irland, und Saivi Enquie, als Vcrtrrtcr 15.-„r. Ma'jsitat Koffi Kalkalli, Königs von Aschanri,
Art. 1. Ziv_i"1c_1)en „der_Königin von England Und 1[)kk111VundkS“ ,gqnoßcn an der Kaste e*msrxcitJ und dem König von Llschanti und eme_m ganzen Volke anderrrjeus fol] künftig fortwährcnder Friede hcrrjchen.
Art. 2. Dcr König von Lisihanti Verspricht die Summe von 50,000 Unzen aidrrobirtes (Hold als Sch)adlosl)a1tung fiir die Kosten, du?. er Ihrer Majestaf, der Königin von England, durch den 1913th Krieg yermsmht hat, zu zahle'n, und übernimmt es, 1000 Unzen (Hold :*:zxocrzuglich Und Den Rest in jolchcn Ratcn, die Jézrc-r Majestät Re- gierung von Zeit zu Zi'it verlangen mag, zu entrichtsn.
L_lrt. 3. DSL: König von Aschnnti verzichtst fiir fick) und seine Nachfolger auf [cka Recht oder jrdcn Anwrucb auf irgend wclchen Tribut odcr irgend Welche Lehnspflichi von d(n Königen von Dcnkrra, Asfin, Akim, Arqnsi und den andrren Bundesgvnossrn Ihrer Majestät, die früher dcm Königreich L'lscbanti untcrwürfig waren.
' Art. 4. Der König verzichtet für sichv und seine Nachfolger hierdurch ferner für immer auf alle Ansprüche der Oberhoheit über Elmina oder über irgend wi'libc der Stämme, die früher mit der nicderländischm Regierung in Vrrbindrma standen, und auf irgend xvelrben Tribut oder irgend welche LcimSpfsicbt von riesen Stämmxn, 1owie auf irgcnd_1vclchc Zahlung yder Anerkennung irgend welcber'Art Seitens der britischen Regierung in Betreff Elminas odr: irgcnd einés der anderen britisch?!) Fortß uanefißungcn an der Küste.
Art, 5, Der Kom] 11.)in Mort alle seine Truppen aus Lippolouia und dessen Umgebung, sowie (1319 der NachbarsckUft von Dixcove, Second: und der_gngrenzrnden _Kustentinie zurückzie1)c-n.
„_Ltrt. 6. Zw11ch611 Yichanti und Ihrer Maisstät Forts an der Fkujte spl] Handelsfreilxit herrschen, und allzu Personen soll es frei- stchcn,1hre _Waarcn'von der Kmtc nacb Kummfi oder von diesem Plath? nach irgend einer der Bostßungen Ihrer Majestät an der Küste zu, *rmqen.
Art. 7." Der König von ?licbanti verbürgt sicb, daß die Straße von KumaWe na)!) dezn Prahrluss stets offen und in einer Breite von 15 Fuß gebnstbfrci gshaltey werdcn soli.
Art. 8.“ Da Ihrer Majeztät Unterthancn und die Bevölkerung Von Y1chantrsortmi Freunde auf immer sind, verspricht der Köniz, umßdie Liiifrtchtigkeit 1einer Freundschaft für Königin Victoria zn bo- wei1en, sem Bestes zu thun, um drc_ Sitte rer Menschenopfe: Einhalt zu thun, zu dem Behufc,_ um den1e1ben künftig ganx und qar ein Ende zu setzen, da die Stil“? den Gefühlen ailxr christlichen Nationen
zuwider ist.