Militäri er Seits: wurde der Festtag in herkommltcher Weise begaan: bei der Rcveikle wurde _von der Kuppel der Schloßkapelle von dem Mufik-Corps eines hiesigen Garde-Kainl- lerie-Regiments ein Choral geblascp. Um 10 Uhr bega_nn er Gottesdienst in derGarnisdnkircheundm der katholiichen St.Mtcha_e1s - kirche, bei welchem die Truppenihcile der gesammten Garmsdon durch Deputationen vertreten waren. Um 12 Uhr fand an _er Königscvache fiir die Gcneralität u_nd das Offizier:Corps die Paro e- Ausixabe statt. Zu derselben Zeit _wurden_auf dem KomgSplaß 101 Kanonenschüffe gelöst, _:_do_zu die Gcschulze vom Garde-Feld-
" ': „' ent komman 11" waren. _ ge AMÜJYLJYYmder Erkrankung des Reichskanzlers Fursten von _ Biswarck war das diplomatische Corps bei dem Oberst=Kammerer km
Grafen von Rcdcrn zu einem Festmahle Versammelt, wahrend YFM periodische, so ist der verantwortliche Redaxteur mit der Strafe dxs Thäters zu belegen wenn nicht durch besondere Umstande die Annahme seiner T ätersibaft ausgeschlossen erd.
: ekretär des Auswärtigen Awtes, StaatsZMimster ?)?UYJFÖS die Beamten dcs Auswärtigen Amies emge_la_den haite. Der Präsident des Reichskanzlcr-Amts, Staats-Mixuster Delbrück, gab den Mitgliedern des Bundesraths und den Rathen des Reichskanzler-Amtes, dcr Vice -_§1_3rafident des Staats- Minifteriums, Staats- und Jinanz-Mimster_Campbciusen,_ den _ voriragcxidcn Rüthen des Staats- und des Fmanz-thmsteriiims m und die übrigen MinisterZ dcn voriraWnRarhen ihrer Refforis Festdiners. _ «4, IDF
Die Mitglieder des Deutschen Reichstages atten sich m_ er Kaiserqalierie, die Präsidenten und Raths des Kammergerichts und die Mitglieder der Obsr-StaatHanwaliWast im Hotel Royal und die städiisckxn Behörden im Rathhause quFrxtmahlen ver- etmgtDie Königliche Friedrich=Wilhelms-Univerfität beging den «[ Allerhöchsten Geburtstag Mittags 12 _Uizr _m der großezi Aula in feierlicher Wsise, während die Komgiicbrn Akademien der Wiffrnschaften und der Künste, die erstere_bereits vorgestern, zur Feier des Tages öffentliche Sißunzzew hielten. _ Auch in den Gymnasien, Realschulen und den ubrigen Lehranstalten wurden n bereiis am Sonnabend feierliche Akte abgehqlien.
In den Königlichen Theatern Fanden FestvorsteüunJen statt, welche durch Prologe und die Klange der_IubZlouverture eingeleitet wurden. Auch die Vorsteilungen m_ sammtlichen übrigen Theatern der Rcfidenz wurden durch festlickge Worte _er- öffnet, denen zum Theil Ausfuhrungen von Siucken patrio- ' en In alis ol te. _ _ tisch Den hSchluxz Fer ailgemeinen Feier bildete Abends em_e um_- fangreiche Illumination, als deren Glanzpunkte ix_am_e_ri__t__l_i_ch__d_t_c_i Linden und deren nächste Umgebung hervoriraten.x WHYQW _
_ e. Köni [i e () eii der Großherzog von Ol- denburSg traf gestTriickiriZ Zit Gefolge, dyn Oberst-Lieutenazits t und Flügeladjutantcn Zedelius und von Heimburg und Premixr- Lieutenant von Adelebsen Hier ein und nahm Wohnung im Hotel Royal.
_ Se. Durchlaucht der Fürst Reuß j. L. ist heute früh nach Gera zurückgekehrt.
_ In der heute unter Vorfiß des Staats:Minifters 1)r. Delbrück abgehaitcnen 20. Pkenarfißurig des Biziidesrgths wurde Über die Behandlung der Vereinsthaler osterrerch1schen
Gepräges berathen.
_ Der Aus uß des BundeSraths imd die vereinigten Ausschüsse für Hsaéidel und Verkehr Und fur Rechnungswesen hielten heute Siizunaen. _
' _ Im ferneren Verlaufe der Sißung am 21. d. M. seßte der Deutsche Reichstag die zweite Berathung des Preßgeseßes fort. §. 20 desselben lautet: _ & _ _ _
Die Aiiklageschriit oder andere amtltcbeC-cbriftstzicke eines Straf- prozesses dürfen durch die Presse nicht eher vkroffkntlicbt Werden, _als bis dieselben in öffkntlicber Vsrhatidlung kund gegeben worden smd oder das Vsrfahren sein Ende erreicht hat. _
Der Abg. Graf zu Eulenburg beantragte, die Faffung der
. 01 enden ([ us ent ielt: | § 2T0Oife kamen dFr s(xöescHWOYeycn und Schöxfen dürfen in iniungen nur bei der Mitihiilung iiber die Zusammen eßung des Gerichts ge-
annt Werden. _ n Gegen diesen leßten Antrag sprachen_s1ck) die Abgg. ])r. Marquardsen, Herz, 1)r. Schwarze, 1)r. Reichensperger und 1)r. Banks aus, für denselben der Kommisarius des VundeSraths, Land- raik) von Brauchitsch. _ In der Abstimmung wurde der Vor-
la der Kommission angenommen. _ fck gC-Zleichzeitig zur Diskussion gesteUt wurden die §§. 21 und 22:
§. 21. Mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark oder mit Haft oder mit Gefängnis; bis zu 6 Monaten _werden bestraft: _
1) Zuwider'handlungen gegen die m den §§. 17 (Verbot geWisser ausländischer Zeitungenx, 18 (Plakate), 19_ (Aufforderung zur Auf- brin ung bon Geldstra en) und 20 (Veroffentlichung von Anklage- schrthen) enthaltenen Verboie. _ _
2) Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen der §§._6, 7 (Name des Druckers, Verlegers und Redacteurs) und 9 (Quaiifika- tion des Redactems), Wel_c_he durch falsche Angaben niit Kenntnis; der
' ti keit be an en Wer en. _ UWYH Sira?e ?rifft den Verleger einxr periodischen Druckschrift aucb dann, wenn er wiFenilich geschehen laßt, daß_ auf derselben eme
erion als verantw_ort_li _erstRedacteur benannt ivird, Welche an d'ér kiion nickt beizei ig i . _ eda§_ 22. VZiit Geldstrafe bis 150 Mark oder mti Haft Werden be tra t: , „ _ s 1f) Ziiwid_i_'_rba;_idx_ungen gegen die §§. 6, 7, 9, die nicht durch §. 21 i er 2 etw en tn ; _ Zff 2) ZYwiderhandlungen gegen die §§. 8, 10 UUd15 (PALM- e em [are ' _ x Yi) Zdividerhandlungen JVP die §§. 11 (Aufnahme amtlicher Bekanntmachungen) und 12 ( erichtiguyg falfcher Angaben).
Zu den Fällen drr Ziffer 3 iriit die Verfolgung nur quf Antrag ein, und hat das Strafurtheil zugleich die Aufnahme des eingesandten Artikels in die nächstfolgende Nummer anzuordnxn. _
Hierzu lagen zahlreiche Aenderungsantrage vor; es wurde aber auf Antrag des Abg. Wölfel nur Almea 4 des §. 21 fokgendermaßen geändert: _ _ _
“* Dieselbe Strafe trifft den Verleger eincr periodijchen Druckichrtfh wenn “er wissentlich geschehen läßt, daß auf derselben em: Person fälschlich als Redacteur genannt wird. _
An der Diskussion betheiligten fick; die Abgg. Baron von Minnigerode, Struckmann, Wölfel, Abeken, HuUmann und Dr. _ ]):star'quardsen und der Kommiffarius des BundeSraths, Land- rath von Brauchitsch, der sich" besonders gegen den Antrag des Abg. Nbeken aussprach, daß der Redacteur die Aufnahme einer Berichtigung verweigern könnte, wenn er die Richtigkeit seiner
Behauptungen beweisen könnte. Die Diskussion wandte sich dann dem von der Kommission gestriYLenen §. 20 der RegierungSvorlage zu: er mittelst der Presse den Ungehorsam gegen das Geseß oder
die Verleßung von Gesehen als etwas Erlaubtes oder Verdienstlichcs
, w' d mit Ge äu ni oder Festungshaft bis _311 2 Jahren Ysißxxtt Sirtid mildemfde [Ystände vorhanden so mx Geldstrafe bis zu 600 . ,- _,
vo ee enen andlungen mittelst der Presse verübt, wird mit Ge- fätliZnsifxb nichiFZnter drei Monaten und bis zu vier Jahren bestraft.“
Bundesrathes Landrath v. Brauchitsch, gegen denselben sprachen die Abgg. v. Kardorff uiid Traeger. darmif mit allen gegen Eine Stimme abgelehnt.
' t a baren andlung, so find der verantwortliche Redacieur,_d_er Mikegsex, fder Drécker, derjrniqe, welcher die Druckschrift geiverbsniaßig veririeben oder sonst öffcntlich verbreitet bat (Verbreitcr), soweit fie
Geldstrafe bis zu Eintausend Mark oder mit Haft oder mii, Festungs-
ZZZ JKZJWÜY Umstände die Annahme der Vernachlässigung
er li tmä i en Sor falt ausgeschlossen wird. klzyleibéfjedhoch fsiiZ jede der9 benannten Pcrionxn angescblpsser), _wenn sie als den Verfasser oder den Einsendcr, Mit dessen Einwckbgung die Veröffentlichung geschehen ist, oder Wenn es sicb um eine mcht perio- dische Druckschrift handelt, als den HerauSgcber derselben, oder als
i" di an des er ten Urtbeils nachweist Wklche in dem Bereich Fel? YFtYliciém g(iberyciltseines deutschen Buxidesstgais fich__befindet, oder falis fie verstorben ist, sich zur Zeit der 5Lzewffentlichung be- fanden bat, -
die e errten Worte „durch besondere Umstände“_ abzuändern in „der? is)?)rliegenden Umständen nach“. An der Diskussion bethei- ligten fick] die Ab g.1)r.Schwarze, Struckmann und Dr. Banks.
Zeugnis; über die Perjon des Verfassers, Herausgebers und Einsenders zu Nriveigern.
BundeSraths, Landraih von Brauchitscl); derselbe wurde aber nach einer kurzen Debatte angenommen.
Minister Delbrück, und andereBundesbedollmäckztigte beiwohiiten, wurde zunächst das Geseß, betreffend die_Erwerb1_i_ng einxs Grundstückes behufs Erbauung _einesGebaudes fur die Kaiserliche Botschaft in Wien in dritter Lesung
definitiv genehmigt. geseßes fort. §, 26:
wurde ohne De
des Blattes noch Nicht zur Abstimmung gelangt. An der sehr lebhaften Debatte über denselben betheiligten steh außer der_n Kommiffarius des BundeSraths, Qandrath von Brauchttsch, die Abgg. 1)r. Marquardsen, Herz, von Puttkamer (Lych)_, ])r. vori Treitschke, Sonnemann, und von Mallinckrodt, der beim Schlusse des Blattes das Wort noch hatte.
zur Entscheidung von Beschwerden gegen Ve_r- fügungen derdstäLdtischen P?lizeive§wßa§_ter_ hItteleeZnZ Bc irkSre ierun ie ut f aus ? ro en, n er e e a Regierungsvorlage wiederherzUsteUen, welche zu Anfang des desz 9 I sch J P ck H
Zusammenhange steht), indem er den städtischen Polizeiverwaitern eine gleiche Exekutivstrafgewalt, wie den Amtsvorstehern b_c1legt, beziehungsweise den KreiSauSschuß als die Berufungsinstanz fur der-
7]. erwähnten besonderen FäUe von polizeilichen Anordnun- gen im Auge gehabt haben könne. _ _ bat sick) mit dieser Auffassung nicht einverstanden erklart und seine Ansicht wie Holgi begründet.
weist auf den späteren, in einem anderen Abschnitte enthal-
-- .
, .:“:x-"LF-é_'__**;5:“x."“xzz . * IIK D Wer ___YLké ];66 des Sirafgeseßbuchcs fur das DeWe dietch
Diesen Paragraphen befürwortete der Kommiffarius des
Der Paragraph wurde
Die §§. 23 und 25 wurden in der Diskussion“ zusammen- faßt: _ _ K. 23. ' V antworilichkeit fur Handlungen, deren Strafbar- t Zurck) detéééenhaii einer Druckschrift begriindet rvrrd,_bestimmt fi_ch ck) den bestehenden aklgcmeinen Strafgeseßen. Ist die Druckschrift
§. 25. Begründet der Inhalt einer Druäscbrift den Thaibestand
cbt nacb §. 23 als Thäter oder Theilnehmer zu bestrafen find, mit bis zu einem Jahre zu belegen, wenn nicht Die Bestrafung
nen der in obiger Reihenfolge vor ihr Bcnannien eine Person bis
Von dén hierzu vorliegenden zahlreichen Awendements wurde ur das des Abg. 131“. Banks angenommen, tm §. 23 und 25
§. 24. Der cdacteur, Verlager und Drucker find berechtigi, das
Gegen diesen Paragraphen sprach der Kommiffarius des
Hierauf vertagte sich das Haus gegen 51 Uhr bis heut 1 Uhr.
_ In der eutigen (22.) SiYung des Deuts chen Reichs- ages, welcher Yer Präsident des Reichskanzler-Amtss Staats-
Dann seßte das Haus die zweite Berathung des Preß-
Die Strafverfolgung derjenigen Verbrechen und Vergehen, irelhc durcb Druckschriften strafbaren Inhalts begangen Werdßn, imme der- jenigen sonstigrn Vergeben, Welche in diesem Geseke mri Strafe bc- drobi find, vchährt in sechs Monaten,
anenommen.
H, 27, der v der Beschlagnahme Handelt, war bei Schluß
_ Rücksichtlick) der Kompetenz der KreiSausschüsse §. 79 der Kreisgrdnung (welcher mit §. 80 in logischem
gleichen Strafanordnungen hinsteiit, nur die- in §. 135 Zub 1. bis Der Minister des Innern
Weder der . 79, noch der §. 80 der KreiSordnung ver- tenen §. 135, während sonst in dem Geseke die zur Erläu- terung früherer Paragraphen dienenden Bezugnahmen auf spätere Paragraphen nichtfehlen, wie bexspielchise die Allegate in den §§. 60 und 65 beweisen. Aber abgesehen hiervon ent- spricht die Auslegung der BezirkSregierung weder dem Wort- laute, noch dem Sinne derselben. Der Absaß 1 des §. 79 giebt dem Landrathe, dem Amts-
und dem Or19vorsteher die Befugniß, in Nusübixng ihrer Polizeigewalt die durch ihre geseßlichen Befugnisse gerecht- fertigten Anordnungen durch Anwendung der gescßlichen Zwangs- mittel durchzuseßen, Die folgenden Abfäße des Paragraphen ent- halten nähereVorschriften iiber die von den genannten Beamten an- zuwendenden Zwangswittel, und der leßte Absaß legt den Polizeiver- waltern in den zu Landkreisen gehörigen Städten g [ eick) e Befugnisse bei, wie den letSrwrstchern. Wenn es hiernach nicht zweifelhaft erscheint, daß der §. 79 die Befugniß der AmtSrwrfteher zur An- wendung der geseizlichen ZwangSmiitel in allen zu ihrer Kom- petenz gehörigen polizeilichen Angelegenheiten (§. 59 Nr. 1) geregelt hat, so ist durch den Schlußsaß des §. 79 in gl sich er Weise auch die Befugnis; der städtischen Polizeiverwalter geregelt. Es wiirde allck) an jedem legislativen Grunde gefehlt haben, die Exekutivgewalt der städtischen Polizeiverwalter niir für die im §, 135 aufgefülzrten und nicht zu [eich auch für die übrigen zu ihrer Kompetenz gehörigen polizeili en Angelegenheiten zu ordnen. Ist dies aber der Fall, so erstreckt sich nach §. 80 Absaß 1
und 2 auch die Kompetenz des Kreisausschusses zur Entscheidung von Beschwerden über exekutivische Anordnungen und Strafsest- seßungen städtischer Poli eiverwalier nicht nur auf dte]e_n_i en dieser Erlasse, welche in den im „135 aufgeführteü polizetlt en Angelegenheiten ergangen smd, ondern auf alle, _ _ städtischen Polizeiverwaltern im Landkreise kraft ihrer polizei- lichen Befugnisse getroffenen * exekutivischen - Anordnungen und Straffestseßungen überhaupt. Der Absaß 3 des . 80 enthält sogar noch eine Erweiterung der Kompetenz des reiSausschuffes, indem er den [eßteren auch zur Entscheidun darüber beruft, ob im Sinne des §. 6 des Geseßes vom 11. Ma
von den _
§. 79 sein oder nicht _ als gefehwidrig oder unzulasfig auf-
en it. _ _ _ zaheb.*LZZensngleicl) hiernach dem KreiSaussch_uffe dieBexugmß zustehi, über Beschwerden Einzelner gegen Yerfugungen stadtischer Polt- zeiverwalter zu entscheiden _ s_1e_ mogen die un §_. 135 besonders aufgeführten oder andere polizeilich? Angelegenhetten betreffe? _ so ist doch im Uebrigen das bisherige _Aufsichtsrecht der Bezirks- Regierung über die städtischen Polrzewerwaliungen beßehen ge- blieben und derselben dadurch die im (_illgemxnieii staatlichen In- teresse erforderliche Einwirkung auf dte polizeilichen Angelegßn- heiten der Städte in ausreichendem Maße gcwahri. EtwaiFe Differenzen, welche mit dem einen oder anderen KreiSausschu e bei der Ausübung dieses Aufstchtswchts vim Se1t_en der Re- gierung entßehen möchten, werden durcl)_dre Vermrttelng des VerwaltungSgericbts, in welchem der Prasident der Regierung jeder Zeit den Borfiß übernehmen kann, unschWer ihre Aus- gleichung finden.
_ Dur Allerhöchste Kabinets-Ordre _vom gestrigen Tage ist bestiénmt worden, daß die Offiziere de_zs Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1, des Kaiser Franz (Harde- Grenadier-Regiments Nr. 2, des 3. Gardx-GrenqdießRegtinsnis Königin Elisabeth, des 4. Garde:Grenadier-Regtments Komgm und des Garde-Schüßen-Batailions auf den Aermelpalten des Waffenrocks Stickereien zu tragen haben.
_ Das Kaiserlich russische Gefolge, wriches Ihre K_mserluhe Hoheit die Herzogin von Edinburgh nach _London Zelextete, _be- stehend aus der Kaiserlichen Ober-Hofmeißerm Furßm_W1a- semskr), Ober-Stallmei'ster Fürst Wladimir Bartatxnsxy und General von Ozerow, ist gestern Morgen_ von dort bier eingetroffen U11d Abends nach St. Petersburg weitergereist.
_ S. M. S. „Nrcona“ ist am 15. d. Mis. in Mel- bourne angekommnen. An Bord ist Niles wohl.
Ba ern. München, 21. März. Wie die_„2_ll[g. _Ztg.“ vernimmt? hat So. Majestät der König an den_Koni_g Victor Emanuel anläßlich dessen 25jährigen Rxgterungszubilaums ein herzliches Glückwunschschreiben gerichtet und ist der bayerische Gesandte am italienischen _Yofe, Frhr. v. Bibra, be- auftragt worden, daffe[b_e am_ Zubtlaumstage, 23. Marz, im Quirinal dem König zu uberretchen.
e en. Darm tadt, 20. März. Am 24. d, M. wird der Fßnfisnz-Ausschusß der Zweiten Kammer, welcher seit dem Tode des Abg. Meß keine Sitzung gehalten, unter _dem Vorfiße des Vice-Präfidenten der Kam_mer, Abg. Georg, Wieder zusammentreten, um eine Reihe v01_1 Sißungen abzuhalten. Als erster Gegenstand der Berathung ist das Nachtrags-Budget be- zeichnet. _ Braunfehtveig. Braunschweig, 20. Marz. (Mgdb. Ztg.) In der gestrigen Sißung der Landesversaminiung fand die Schlußberathung iiber den Entwurf einer re_v_tdt_rten Feuerordnung statt. Auf Antrag des Staatssztstertums wurden die § . 30 und 31 als §. 2 und 3 wrederhergefteUt. In denselben andeit es sick] um ie Ernennuxig eiiies Brand- direkwrs für jeden Kreis auf 3 Jahre durch die KretSversaznm- lungen, sowie um Veranstaltung von Versammlurigen Seitens der Branddirektori'n, um gemeinsame, das Feuerloschwesen be- treffende Angelegenheiten zu beraihen. DteParagrapben wurden bei namentlicher Abstimmung Mit 22 gegen 18 Stnnmen und mit ihnen das ganze Geseß angenommen. _ Zu der Geseßes- vorlage iiber den bäuerliche1_;(_§_3_rundbes1ß ward ebenfaUs im Gan en die Zutimmung ert ei . _"
Inzder heuiigxn Sißung erstattete diebetreffe11deK9mm1sfton Bericht über die Propofition de_treffs des Vertrage.“- zwrschen dem Herzoge und der Stadt Genf. deatin fand die Schluß- berathung über den Entwurf, betreffend die Emrechnung der Woh- nungSgeldzuichüsse in die Pension_ der Beamten, statt. Auch wurde der Vorschlag der Kommisswrx m Bezug_auf _den Antrag, es möchten die WobnungSgeldzusckwffe auch 111 die _Wtitwen- pensionen eingerechnet werden, angenommeri. _Danachgjt die Re- giewmg ersucht worden, die Angxlegenheit m Erwagnng zu ziehen. Zum Schluß kam das Pro1ekt, vom Harze Wasser her- beizufchaffen, zur Sprache.
Schmarzburg = Sondershausen. S o n d e r s [) au f e n, 21. März. Das heute au9gegebene 12. LaydeSJeseHsawm- lungsftiick enthäit: Höchste VerordnunÉ die errchberechtigung der Realschule zu Arnstadt mit der zu ondersszausen zur Ab- haltung von Maturitäts - Prüfungen und zur _Ausstellung von Zeugniffen der Reife betreffend _ vom 10. Marz 1874.
Lauenburg. R a ß e b u r g, 21. März. Am 26. d. M. findet eine Sißnng der Ritter- un d La n dsch aft statt.
Oe erreich-Ungarn. Wien, 22. März. (213. T. B.) Die „Wißner Zeitung“ veröffentlicht in ihrem amtlichen Thet_l die Ernennung des Grafen Franz Zichr) zum Botschafter m Konstantinopel, ferner die Ernennung des bisherigen Muiister- Refidenten in China, Freiherrn von Calicc, zum diploniatisYn Agenten und General-Konsul in Bukarest. Der ehemalige e- neral-Direktor der Wiener Weltausstellung, Freiherr von Schwarz, ist zum Gesandten in den Vereinigten Staaten, und d_er_bis_he- rige Sterertreter des General-Konsuls m London, M_tms1ert_al- Rath Ritter von Schäffer, zum Mimster-Refidenien fur China und Japan ernannt worden. Den Postßn des Leßteren uber- nimmt provisorisch der bisherige diplomatische Agent imd Gene- ral-Konsul Schreiner. _
_ Das Reich5geseßblatt veröffentlicht das Geseß vom 18. März 1874, betreffend die Steuerfreijahre für Neu:, Um- und Zubauten. _ _
_ Das Abgeordnetenhaus ießte gestern die Bud et- debatte fort und erledigte die Budgets des Minisieriums e_s Innern, des Ministeriums für die LandeSvertheidigung, samte mehrere Titel des Kultus- und Unterrichtsbudgets.
_ 23. März. (W. T. B.) Die „MontagSrevue“ meldet, die Kommission des Herrenhauses für die konfessionellen Vorlagen habe die Geseßvorlage über die äußeren Rechte der katholischen Kirche mit geringen Modifikationen in drr Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen. Zum Berichtersxatter _der Kommission sei HaMer bestellt. Die Verhandliing uber diese Gesehvorlage im Herrenhause finde möglicherweise bereits am Donnerstag statt.
Zara, 21. März. Der Bischof von Lesina, Georg Dubo- kovich, ist heute in Folge eines Schlaganfailexö gestorben.
Pefth, 21. März. Die in das Kabinet neu eingetretenen Mitglieder smd heute vereidigt worden. _ _
_ (Wien.Z.) Das neue Ministerium Wird sich Montag Vormittags um 10 Uhr dem Unterhause, um 11 Uhr dem Ober- hause und Montag Abends dem Deak-Klub vorfteUen. Im
1842 eine polizeiliche Verfügung _ dieselbe mag eine _auf po- lizeiliche Zwangsvollstreckung gerichtete Verfugung im Sinne des
gestrigen Ministerrathe wurde der Vorschlag angeregt, den Be-
Sißung 'der Na t io n a l v er s a mmlu n g legte der Berichterstatter
richt des Neunrr-Ausschusses ohne vorgehende Diskussion im Plenum _des Emundzwanziger-Nussck)uffes dem Abgeordneten- hause mit_ dem Antrage vorlegen zu lassen, das Operat dem neuen Ministerium zuzustellen, damit fich dasselbe über die zu treffenden Regierungsmaßregeln und vorzulegenden Geseßeniwürfe äußern könne. In diesem Falle würde der Reichstag vor den Osterferien nur noch die Delegationswahien vornehmen und fick) bis ungefähr 20. April vertagen.
' _ „Naplö“ rechnet auf eine kurze Dauer der diesjährigen Delegationssession. Für meritorische Arbeiten der LkJiS- [ative blieben dann die zWeite Hälft-z Mai und der ganze Juni. Ende Juni würde der Reichstag bis zum Herbste vertagt. Der NeunerauSschusz wird seinen Bericht dieser Tage dem Einand- zwanziger-Aiisschuffe vorlegen, und erwartetman, daß der leßtere diesen Bcricht ohne jede meritorische Diskussion dem Hause unter: breiten werde.
_ _ Gbyczr) erschien heute in der Club-Konferenz der Mittelpartei, um der Partei für ihre Unterstiißung zu danken, m_id erklarte, er wolle auf die künftige Haltung der Partei seiner Person gege_nüber keine Presfion ausüben. Do- znahtdt) versixherie _1m Namen der Partei , dieselbe werde ihm auch kunfitghm ihre Sympathien bewahren. _ Nachdem fich Ghyczr] enifernt hatte, wurde der Beschlußantrag diskutirt, dic Mittelpartei möge ihre Sonderstellung im Reichstage aufrecht erhaltxn, Gigbczt] auf's Wärmste unterstiixzen und dem Ministerium gegeniiber e_mc frruudliche Haltung beobachten. Die Majoriiät accepttrtex dissen Antrag. Die Minorität, welche heftig opponirte, meldeie ihren Austriit an, Die Fusion der Achtundvierziger- Pgrtei Mit der Fraktion Mocsary stößt aiif Schwierigkeiten. Die Gegner des FustonSprojektes, Csanadi] und Iranyi, onen unt 12 Parteigenossen selbständig die Achtundvicrziger Partei aufrecht erhalten und „Magyar Ujsag“ ais Partei- Organ weiter erscheinen lassen.
_ Der „Pesther Lloyd“ erkiärt die Wiener Mrldung, wo- nach die ungarische Regierung bei der österreichischen Kredit- A_nftalt Wigen Begebnng der zweiten 76 Millionen der unga- rischen Goldanleihe angefragt haben soll, für unbegründet. Das Biatt fugt hinzu, es handle fick] nur um Anfragen, welche auf Wiener Zeitungönachrichten iiber die Nothwendigksit der Begebiing der_ An_leihe in den nächsten Monaten von auswärti- gen Hausern in dieser Beziehung nach Wien und Pesth gerichtet worden seien.
_Niederlande. Hang, 21. März. (W. T. B.) In der heutigen Siizimg der Zweiten Kammer gelangte die Inter- pellation des Deputirten Meschert betreffs des Krieges in Aichtn zur 'Berathung. Der Minister der Kolonieu, Fransen Dc111_ de Pulis, erklärte in Beantwortung derselben, die Regierung sei _m der Lage, alle finanziellen Erfordernisse des Krieges be- streiten zu können, es seien nock) 28 Millionen disiwnibel von den für 1874 bewilligten Beträgen. Der Krieg müsse fortgesexit werden, bis die Niederlande ein befriedigendes Resultat erzislt hatten. Die Absichten der Regierung seien darauf gerichtet, siri] darzer-nd in Aichin festzuseßen und die kkeineren Vasallenstaaten zu zwmgen, die niederländisciée Oberhoheit anzuerkennen. Die be- stehenden Verträge genügten -nicht mehr. _ Der Minister legte zugleich noch cmige als geheim bezeichneteAktenstücke vor, und wurde darauf die Writerberathung der Interpellation auf unbe- stimmte Zeit vertagt.
_Großbritannien und Irland. London, 20. März. Die Königin wird nicht diese Woche, wie man erwartet, son- dem erst am nächsten Dienstag nach London kommen.
_ Der «Herzog und die Herzogin von Edinburgh empfingen gestern im Vuckingbam-Palast Deputationen der Kor- porationen von London, Edinburgh und Dublin, sowie der englischen Presbyterianer-Geiftlichen, die ihnen anläßlich ihrer Verheiratbung Glückwunsch-Adreffen überreichten. Morgen be- geben sich die oben Neuvermählten zu einem Besuckze der Königin nach Windsor.
_ _ Die durch die Bildung des neuen Ministeriums be- dmgien Neuwahlen smd mm voliendet. Während die größere Zahl der neuen Minister ohne Opposition wiedergewählt wurde, hatte Colonel Taylor, der neue Kanzler des Herzogthums Lan- caster,_um seinen Siß fiir die Grafschaft Dublin :viederzuerlan- gen, m der Person des Herrn Parneil,“ eines Anhängers dcs „Horne Rule,“ eincn Gegenkandidaten zu bekämpfen. Bei der Abstimmung schiug er ihn aber mit einer Majoritiit von 961 Stimmen.
__21. März. (W. T. B.) Generai Wolseley und sein Geweralitab sind in Portsmouth eingetroffen und werden im Laufe des heutigen Tages hierselbst erwartet.
_ _ Das Unterhaus genehmigte eine vom Schaßkanzler eingebrachte Vorlage, betreffend die Gewährung eines Supple- mentarkrcdits im Gesammtbetrage von 900,000 Pfd. Sterk. zur Bestreitung von Ausgaben, die durch den Nschantikrieg veran- laßt find. 800,000 Pfd. Sterk. werden von diesem Betrage fiir das laufende Jahr in Anspruch genommen.
_ _ 22. März. (W. T. V.) Disraeli hai den Empfang emer Deputation abgelehnt, welche seine Verwendung zuGunften der gefangen gehaltenen Fenicr nacbsuchcn wollte.
_ 23. März. (W. T. B,) Der General Sir Garnet Wolseley ist gestern von der Königin empfangen worden.
Frankreich. Paris, 21. März. Das „Journal officiel“ veröffentlicht das Geseß, betreffend die von der Nationalver- sqmmkung genehmigte Erhöhung einzelner Steuern und die Einführung neuer Steuern.
_ Die Kommisfion für die Prüfung des Gesetzes über die Verlangerung _der Vollmachten der Gemeinderäthe hielt porgestern eine Sißung und beschloß, den Herzog von Yroglte gestern zu vernehmen. Die Kommission ist bekannt- ltck) gegen den Entwurf. Nach den Vorgängen in der Kammer- tßung_ vom 18. d. _M. kann es aber keinem Zweifel unterliegen, aß die Kammer die Beschlüsse der Kommission, falls sie gegen dxn RegierungSantrag find, umstoßen wird. _ Die Kommission fur den Buchhandel hielt am 19. d. M. ebenfaUs Sißung. Die allgemeine Diskussion wurde geschlossen. -
_ _.Der für den 1. April erwartete Wechsel in der Gar- n_tson"von Paris wird nicht eintreten. Die eisernen Lafetten fur die neue 24er Kanone sind endgültig angenommeti. Das Urtiileriekomite hat auch einen neuen Zünder für die Feldgeschüße adoptirt, Die Fabrikation der Granaten für die Jeldgeschüße wird mit Eifer betrieben. Die Artillerie- Behörde hat bei“ ver- schiedenen Gießereicn in Paris 500,000 bronzene Schrauben für Granaten bestellt; in zwei Monaten soll eine gleiche Bestellung erfolgen. Die Granaten selbst werden in den Eisengie ereien des Departements der Eure gegossen; sie werden aber in den
Militärwerkftätten fertig gestellt. Versailles, 21. März. (W. T. B.) In der heutigen
* mit denjenigen Häusern, mit welchen fie die Anleihe von 1873
Batbie den Bericht der Dreißiger-Kommission über das Wahl- gcsrß und General Ehabaud-Latour seinen Bericht über die Be: fe1tigungc5arbeiten um Paris vor. Oberst Chaper beantragte, d_en_leßterc:4 nicht drucken zu lassen und in geheimer Sißung hieriiber zu beratben. Der Minister der auöwärtigen Angelegen- heiten, Herzog von Decazcs, bekämpfte diesen Antrag, indem er ausführte, Niemand könne gegen die Maßregeln Einspruch er: heben, welche das französische Volk für seine Vertheidigimg trafe. Die Politik der Regierung sei eine durchans friedliche, eine öffentliche Diskussion der Vorlage werde diesen friedlichen (?_haraZter nur bestätigen. Der Antrag Chaper ward hierauf (: gc e Ut.
Bayonne, 22. März. (W. T. B.) Der Pfarrer Santa Cruz ist auf der fraiizösisck)-spanischen GkanC Seitens der französischen Behörden verhaftet und hierher in Gewahrsam ge- bracht worden.
Portugal. Lissabon, 21. März. (W. T. B.) Der Marine-Minister hat dsn Cortes das Budget für die Kbldnien vorgelegt und dabei die Bewilligung von einer Miliion Frs. zum Ankauf und zum Bau von Kriegsschiffen, sowie überhaupt zur Retablirung der Flotte beantragt.
Italien. Rom, 18. März. Die Dcputirtenkammer beendete gestern die Generaldiskusiion iiber die Reform der Geschwornengerichte. Mehrere Abgeordnete begründeten Verbejierungsanträge, zogen fie aber nach den Gegenerklärimgen de_r KommisfionSmitglieder und des Minister Sicgelbewahrers Wieder zurück, Darauf wurde die Generaldiskuifion geschlossen und tt_i die Berathung der einzelnen Artikel eingstreien. Zuvor ward jedoch der nachstehende Entwurf zur Adresse verlesen, welche dii' Deputirtenkammer dem König an seinem 25jäh- rigen Regierungsjubilänm unterbreiten will:
_„Sire! Es find nun 25 Jahre, seit Ihre Majestät den Thron bestisßen [)abi'n, Welchen Ihr erbabkner Vater freiwiiiig verbissen batte, nachdem er vergeblich den Tod auf dem Schlachtfclde geiucht batte," Er ließ Ihnen als C1bschaft dis Anfgabc", ein cbrcnvrll-s l_lngluck Wiedcr gut zu machen und große Geschicke zu erfülicn, Sic ubcriiahmcn dies?- Crbscbaft mit dem festen VorsaZL, die von eincm Widrigrn Sibicksale diktirtcn Dekrete Wii'dkr zu tilgen. An ji'nem traurigen Tage gelobiin Sie fich, das Königreich Italien horzustellen. Das war Jbr Gelübde am Tage von Novara, am 23, März 1849. Sie haben es gklösi. Jm Vrrlaufe von wenigen Jahrcn haben Sie drn Weg von einem Jahtlwndert zurückgelcgi. Es ivnr ein rauhsr, von S_chwirrigkeiten und Gefahren dnrchkreuzter Weg. Aber uner1chütterlichen Glaubens, festen Vorsatzes und unbeugsamen WiÜens, wsder Verlockungen noch Gegcnvorstcllungen nachgebcnd, im Vcrirausn auf die Gerechtigkeit der Sache und auf die Kraft liberaler Institutionen und voll Liebe zum Volke haben Sie ails Schwierig- ki-iie'n befisgt,_ alien Gefahrsn, gctroßt und glücklich bssianden. Si? haben das Ziel crreicht. Italien ist hcuie frei und einig und nimmt den ihm gebübrenden Platz unter den civilisirten Völkern ein. In- dem Sie die glorreicbsten Ucberlieferungkn der Vsrgangi-nheit mit den edcistrn Béitrsbungen der Gegenwart verbanden, haben Sie das größte civilisgtorische Werk der Neuzeit vollbracbi, haben Sie aus Italien eiiie Nation ur-d aus dieser Nation ein Beispiel der Froihrit und Eine Bürgschaft dcs_ Friedsns gi-macbt. Indem Siedsn Jtalimern ihre Zauptstadt zuriickerdberten, verdienien Sie fich dcn Beifaii und den
(ink ker INLUÉ-heik und retteten sowvbl die Religion wie die Civili- sation aus großem Unglück.
_.Sire, atx diesem fiir Sie, für Jbrc erhabene Dynastie und für Italien so glucklicben Tage schließt sich eine denkwürdige Geschichts- periode von 25 Jabrcn ab. Bei solcher GH e der Erinnerungen er- hebt sich das Gcfühl dcr Dankbaxkeit gegxn w.“Majestät höher und lebendiger. Die ganze Nation cmpfindst cs. Die Deyuiirienkammer biiket Ew. Majrstäi, den respkki- und liebevollen Ausdruck desselben gnädig cnigegcniiehmcn zu ivoÜen. Ja, Sire, Jiaiim dankt anen, Europa bewundert Sie, dis Gesibicbte wird Ihren Namen preisen.
Die Adresse wurde einstimmig angenommen. _ Zr. Min-
gheiti legte hierauf der Kammer den Nechnu11gsabs)[uß der Staatskasse am Ende des Iahrss 1873, das rektifizirte Budget des Jahres 1874 und den Voranschlag für das Jahr 1875 vor, indem er einige eriäuternde Bemerkungen daran knüpfte. Das Defizit des Jahres 1873 schließe mit 133 MiÜio- nen, 35 weniger als man erwartet hätte, ab. Die Einnahmen des Jahres 1873 haben den Voranschlag um 30 Miilionen iiber- troffen, und das rektifizirte Budget des Jahres 1874 weise ein um 10 Miilionen günstigeres Resultat anf, als im Voranschlagc berechnet gewesrn war. Das Defizit von 1874 werde nicht über 128 MiUionen betragen, und wenn nicht unberechenbare 1111- glücksfälle einträtex, brauche der Staat weder neues Papier- geld auszugeben noki) Ankeihen zu machen, wie man schon seit einer Reibe von Monaten böswilliger Weise zn verbreiten suche. Für das Jahr 1875 sei ein Defizit von nur 79 Milk. in Ausfirht; cr gehe jedoch bei dieser Berechnung von der Vor- aiisseßung aus, daß Italien Frieden im Innern behalte und keinen „Krieg mii dem Ausiande bekomme, daß die Steuern regelmäßig (wie in den leßten Jahren) einkommsn und keine unnötizige AUEJaben gemacht wrrden, und daß die Ernte gut ausfallc.* Weiter theilte der Minister:Präfident mit, daß er der Kammer nächstens einen Entwurf zum Ankauf der römischen Eisenbahnen durch den Staat vorlegen werde, daß aber die Verhandkungen zur Ueberlassung derselben an eine andere Gesellschaft noch zu keinem Resultate gefiihrt hätten, Zum Sihluß erklärte er, daß er ohne die Genehmigung der von ihm vorgeschlagenen Finanz- maßregeln nicht an der Spiße der Regierung bleiben könne. Darnach ward die Sißung geschlossen. _ Nach der vom Finanz-Minifter veröffentlichten Ueber- sicht der im Februar verkauften Kirchengüt-zr, wurden in diesem Monate 1076 Stück für 2,928,196 L. 34. verkauft und im Januar 815 Stück für 2,151,645 L., und vom 26. Oktober 1867 bis Ende Februar 1874 KUSS in Ailem 96,567 Stück fü 452,737,738 L. 96.
_ 22. März. (W. T. B.) Der König wird aus Veranlassung seines morgigen 25jährigen Regierungs- Iubiläums bereits heute das diplomatische Corps empfangen und die eingetroffenen eigenhändigen Begliickwünsckzungsfchrciben des Deutschen Kaisers, der Kaiser von Rußland und Oesterreich, der Königin von England, des Präfidenten Mac Mahon, sowie ein Gratulations-Telegramm des Präsidenten Grant ent- gegenne men. _ Zahlreiche Deputationen smd bereits hier eingetro en, um dem „Könige ihre Glückwünsche zu der Feier darzubriiigen. -
Griechenland. Athen , 22. März. (W. T. B.) Fünf englische FrLgatten find in dem Piräeus eingetroffen.
Türkei. (W.T.B.) Wie aus Paris, 21.März, Abends, gemeldet wird, hat die türkische Regierung dem Vernehmen nach
kontrahirte, einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem ste von dieser Anleihe 200,000 “Obligationen, welche von jenen Häusern fest übernommen waren, aber noch nicht placirt find, gegen Zah- , lung von 297'/ Frcs. pro Obligation zurückkauft; die Kaufs- summe ift inner alb 6 Monaten zahlbar. Die betreffenden Bank-
Option bezüglich der tion der Anleihe übrig gebliebenen 800,000 Obligationen und auf das ihnen zustehende Recht, der Pforte die Kontrahirung einer neuen Anleihe vor dem Februar 1875 zu untersagen. Die Pforte brabfichtigt, fick) mittelst des Gesammt- restes der Obligationen: aus der Anleihe von 1873 die nöthigen Fonds zu beschaffen, um bis im April fälligen Coupons zu be- zahlen und andere Bedürfnisse zu bestreiten.
Rumänien. Bukarest, 21. März. (W. T. B.) Aus "dem S enat ist in Gemäßheit der Bestimmungen des Art. 78 der rumäniscben Verfaffung, nachdem die vierjährige Legislatur- periode abgelaufsn ist, die eine Hälfte der Sknatoren durch das Loos ausgeschieden. Die diesjährige vcrlängerte Session des Senats wird jcdoch durch die bisherigen Mitglieder zu Ende ge- fiihrt werden.
_ 22.März. (W.T.B.) VomFinanz-Minister sind der_Depzxitrtsnkamnier Geseßentwürfe, betreffend die Auf- n_ahme_ Ll_1_1€k Anleihe von 27 Millionen Franken und betreffend die Emsnhrung_ des Salzmonopols vorgelegt worden.
_ 23. Marz. (_W. T. B.) Das gestrige Geburtsfexst des Deutscqen K_aisers wrirde von den hier lebenden deut- schen Staatsangehdrtgen durch einen feierlichen Gottesdienst in der evangelqckzen Kirche und hisrauf durch ein Banket festlich begangen. Der deutsche General=K0nsul v. Pfucl führte bei dem letzteren den Vorfiß; der Toast auf den Kaiser wurde mit dem größten EiithufiaSmus aufgenommen.
_ Rußland und Polen. St. Petersburg, 21.März.
Die B_ucharasche Gesandtschaft ist gestern von Petersburg abgereist, nachdem fie fick) am 18. bei dem General-Goiwerneur von Turkestan verabschiedet hatte. _ _ _ Die Frage von der Gleichstellung der IUden mit der ubrigeii _Yevöikcrung des Reiches in Betreff dsr mit der Leistung der Militarpflicht nach dem neuen System verbundenen Rechte und_Pfi1ck)ten _soll, der „St. Pet. Zig.“ ziifolge, noch vor dem Begtim der nachsten RckriitirUng zum Aastrag gebracht werden, ch dre Resuliate der Arbeiten der Militärpfiicht-Kommisfion be- reits dem Reichsrath znr Prüfimg zugegangen find.
__ __ Gegenwärtig find, wie die „N. 3.“ bérichtet, die Chefs sammtltcher Kavallerie-Divifionen in Pktcrsburg versammelt, um anden Arbeiten eines bcsondersn Komitcs theiizunehmen, dessen Ansgabe er.“- ist, Abänderungen im gegenwärtigen Ka-
valleric-Reglemeni nach Preußischem Muster in Erwägung zu ziehen.
_ Schiveden und NorWegeu. Stockholm, 18. März. Em Antrag, betroffend die Einführung der sck)wedischen Sprache ale."- Gegenstand der mündlichen Priifung beim Abgange von der Gelehrtemschuie ist von dem dazu eingeseßten Linssrhusse ver- worfen, qbcr gritern von der Zweiten Kammer nach einer [angrn Dr_skiisfiozi ohne Abstimmung angenommen worden.
Christiania, 18. März. Das Stdrthing hat heute ohne Debatte das gcmeinschaftliche schwedisch-norwegische Handels- und Seefahrtsgeseß (Mellemrigswven) ange- nommen.
_ _ Dar; Konstituiions-Komite bat am Sonnabend sem Gutachten iiber die Siaatsraths-Angelegenheit ab- gegeben." Dir Mshrzahl befürwortet die Durchfiihrung der Re- form ohne ]ede Verbindung mit den übrigen Bestimmungen, welche von der Regierung als Bedingungen für ihren Anschluß aii demselben vorgeschlagen worden find. Es läugnet nicht, daß die m Y_etreff der Löhnungszulagen eingebrachten Vorsckjläge unabhängig von der StaatSrathssache behandekt zu werden ver- dienen, aber meint, daß jede Sache fiir sich in Erwägung gezogen werden müßte, und daß sie in keinerlei unanflöslichen Zusam- menhang mit einandrr gebracht werden dürften.
Dänemark. Kopenhagen, 19. März. In der am gestrigen Tage zuerst abgehaltenen Folkethingssißung wurde vom Finanz-Minister der Vorschlag zu einem interimiftisrhen Finanzgeseß fiir 1874_75 eingebracht. Der Präsident theilte mit, das; dieser Vorschlag ihm in einem Schreiben vom Finanz-Minifter, Dat. den 28. v. Mis, angemeldet worden sei. Er habe es jedoch für das Richtigste gehalten, die Behandlung des Finanzgeseßes im Fokkething zii Ende führen zu lassen, bevor
das interimistiscbe Finanzgeseß vorgeschlagen wiirde, und hatte
fick) davon Überzeugt, daß durch diese Hinaussckziebung keine be- rechtigten Riickfichten bei Seite geschobenxwürden.
Der Geseßvorschiag lautet folgendermaßen:
§_ 1. Bis zur Emanirung dcs Finanzgeseßes für das Finanz- jahr vom 1. April 1874 bis 31. März 1875, aber jedenfalls nicht über den 30, April d. J. hinaus wird die Rigierung ermächtigt, vor- läufig die nothwendigcn laufenden Ausgaben nach den bisi)€r geltenden Zißgeln zu besorgsn, icdocb so, daß dis Haupisuinmi'n und besonderen Y_oite,_ivelch_e m_)» Vorschlage ziim Finanzgrystz für das gsnannte zmanzjahr nicbt chr1chritien Werbcn, so wie auch dic vorgeschriebenen Steuern und Nbgabrn einzufordern. §. 2. Diises Grieß tritt am 1. April 1874 in Kraft.
In der heutigen Sißung des Folkethings wnrde das Gessi; einstimmig nach einer kurzen Bemerkimg des Abgeordneten Berg, daß der gestellte Termin für die Giitigkeit des int. Finanzgeseßes zu kurz sein dürfte„ wenn das jeßt ans Lands- thing nach beendigter dritten Behandlung im Folkething iiber- gegangene Finanzgeseiz wieder zum Foikething zurückkehren und dann noch einmal aus Landsthiiig überwiesen werden sollte, einßimmig zur zweiten Berathung überwiesen.
Amerika. Washington, 20. März. (21. A. C.) Der Senat hat die Armee-Etats im Betrage von 28,000,000 Dollars genehmigt. Infolge dieser Etats wird die Effektivstärke der Vereinigten Staaten-Armee um 5000 Mann reduzirt. _ Die Regierung hat den cubanischen Freibeuterdampfer „Edgar Stuart“ mit Beschlag beicgt.“
New-York, 23. März. _ (W. T. B.) Nachrichten aus Mexiko melden, daß die religtöfe Bewegung stel) weiter aus- gedehnt und auch in Puebla zu Exzeffen geführt hat. Die dor- tige protestantische Kirche wurde von einer Volksmenge angegriffen und der Geistliche gemißhandeii.
Buenos-Ayres, 14. Februar. Der Kontrakt für die Eisenbahn von Buxnos Ayres nach Chili ist, der „A A. C.“ zufolge, vom _Muiister des Innern unterzeichne worden. Die Länge der Lime ist 840 Meilen und ihre Kosten find auf 6 Millionen Pfd. Sterl. veranschlagt. _ Die Cholera herrscht noch iwmer; es kommen täglich etwa vier TodeSfäl-le vor. -- “ Rio de Janeiro, 23. Februar. (21.21.62) Die „Anglo Brafilian Times“ sagt, daß der Majestät des Civilgeseßes Genüge geschehen sei, _indem das Ober-Tribunal mit nur einer Gegen- stimme der) Bischof von Olinda für schuldig fand und ihn mit einer Majorität von 6 gegen 2 Stimmen zu dem Mittleren St_rafmaße von 4 Jahren ZwangSarbeit veruriheilte. _ Die_ wahrscheinliche Erwählung des Generals Mitre zum Prasidenten der Argentiniscben Republik hai die
häuser verzichten auf jede Reklamation und auf alle Rechte der
Befürchtung, daß ein Krieg mit der Konföderation drohe,
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