1874 / 71 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 24 Mar 1874 18:00:01 GMT) scan diff

des allgemeinen Volksfeftes. Bei der großen Parade hatten zunächst zwei Bataillone des 1, Schlesischen Grenadter-Y immts Nr. 10 längs der Promenade vom Gouvxrnementhebau e aus Aufstellung genommen. Sie bildeten die Tste, an welche fich,das 2. Schlesische Grenadier-Regimem Nr. 1.1, und das 1. Bataillon des 4. Nicderschlefischen Infanterte-Regtments Nr. 51,

das Leid-Kürasfier-Re iment (Schlexfisckges) Nx. ] zu Fuß,

und das Schlefis e Feld- Arttller1e-Reg1ment Nr.. 6

angeschlossen hatten, Das Schlefische Tram = Batatllon

Nr. 6 bildete am Ständehause den Schlnß. Dex Com"mandeur

der 22. Infm1terie-Brigade, General-Majoc Kmp mg, fuhrje das

Kommando über die- Parade. Um 12'/2 U r erscknen der

kommandirendc General des 71. Nrmee-Corps Genexal dex: Ka-

vallerie von Tümpling, wobei die Mnfik-Corps d1e Natwnal-

hymne intonirten und die Truppen präsentirtßn. foolgt yon

einer glänzenden Suite befichtigte der Kommandtrende dreTruppen

und brachte das Hoch anf Se. Majestät den Karser ans, 'das

unter dcm Donner der Geschütze von den Truppen mn emem

dreimaligen Hnrrah erwidert wurde. Demnächst exfolgte der

Vorbcimarsck) der einzelnen Regimenter, zuerst in Zugxn," nnd

dann in Compagnieftont. Erst nach 1 Uhr war das 1111ltxartsche

Schauspiel beendet. Später versammelte stck) in verschiedenen

festlich dekorirten Lokalitäten ein große Anzahl von Be-

wohnern, um den Frendentag gemeinsam festlnk) zu begehen.

Bei dem kommandirenden General des 171. Arxnee-Corys

von Tümpling waren die höheren Stabsoffizxerx, m

den Räumen des Centralbahnhofcs die Beamten der Konxgltcknn

Regierung, in dem Logengebäude „Horus“ auf der Znnmer-

straße die Beamten des Appelkations- und“ Stndtgenckns,“ m der Loge „zum goldenen Zepter“ auf der Antomenstraße dte M11-

glieder der drei vereinigten Logen und in dem Snake der Nenen Börse auf der Graupenstraße die städtischen Bxhorden und mele Bürger, welche ein städtisches Ehrenamt bekle1den, nersamnxelf. Bei leßterem Festdiner brachte der Geh. Ratl), Burgermctster 131“. Bartsch, den Toast auf Se. Majestät aus.

Die Königliche Universität feierte ihrerseits den Festtag dnrck) einen erhebenden Akt, welcher Vormittags 11 Uhr 111 dex: §«?lnla Leopoldina unter Betheiligung der Vertreter _der Komglnhen und städtischen Behörden in Breslau, sonxie exnes zahlreichen Publikums stattfand. Prof. Dr. Reifferschetd h_telt dre Festrede „über die Pflege des wahren Idealismus auf _den deutschen Universtäten“, worauf das Resultat der Prüfung 111 Bexreff der eingegangenen PreiSanfgaben bekannt gemacht und dre neuen Aufgaben ausgeschrieben wurden. .

Die Stadt Halle beging den festlichen Tag mcht nur durch kirchliche und mikitärische Feierlichkejten, "sondern auch durch Festakte der Schulen. Der AktuH der Umverftkat begann nm 11 Uhr. Professor Dr. Keil hielt die Festrede und derkund1gte am Schlusse derselben das Ergebnis; in Bezug auf dxe gestelxten akademischen PreiSaufgaben. Aber auch in andoren Krersen fand der schöne Tag seine würdige Begehung. In „der Loge wurde eine festliche Versammlung gehalten, der Krtegerverem von 1866 2c. hatte Konzert, Theater und Bak]; vkranstaltet, und zahlreiche andere Gesellschaften vereinigten fich zn Jeselkigen Mahlen. Während am Abend im Stadt - Theater; eme'Fest- vorfteÜung stattfand, waren die Straßen durch fröhlnhe Kmder- schaaren belebt, welche, mit bunten Laternen anSgerüstef, dnrcl) Umherziehen nnd Iubelruf ihrer Freude an dem Tage Aus- druck gaben. ' , .

Die Garnison der Stadt Hannover [e:tete d'te Feier durch einen großen Zapfenstreich ein, zu welchem sn!) dte Mufik- Corps, begleiten von einer großen Volksmenge, nach dem Schloß- hofe begaben, wo zunächst von den vereintgtenMnfiY-Cor s der Choral: „Nau danket aae Gott“, hierauf d1e Manonal ymne und endlich der große Zapfenstreich mit Gebet exekutirt wurde. Zur Feier des Tages selbst fand in der Schloßkirche Festgottes- dienst statt. Zu der hierauf folgenden Wachtparade auf dem Waterloo-Plaße hatten sick) die Offiziere der Garnison, sowie die Spißen der Civilbeßörden eingefunden. General-Lientenant von Strubberg brachte nach kurzer ergreifender Ansprache das Hoch auf Se. Majestät den Kaiser aus, be leitet von dem Donner der Geschüße, welche die üblichen Saluts üffe abgaben. Die kFestlich beflaggten Häuser gaben) Zeugniß von der Hohen Vere rung, welche Sr. Majestät in allen Kreisen gezollt wird. Mehr als 300 Personen, darunter die Spißen der Militär- und Verwal- tungs-Behörden, versammelten sich zu einem Feämahle. Den Toast auf Se. Majestät den Kaiser brachte der Older-Präsident Graf Ju Eulenburg unter dem Jubel der Versammlung ans, worauf

ie Mufik die Nationalhymne intonirte. Abends fand im König- lichen Schauspielhanse eine Festvorsteüung mil Prolog statt.

Rus Wiesbaden wird gemeldet: Zum Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs war am 22. Mittags nach dem Festgottesdienst bei herrlichem Wetter Parade der hiefigen Garnison auf der Wilhelmstraße. Am Nachmittag wurde im großen Saale des Kurhauses ein solennes Festmahl gehalten, welches von etwa 300 Personen besucht war. Der Regierungs-Präfident von Wurmb brachte den Toast auf Se. Majestät den Kaiser aus. Am Abend war Festvorftellnng im dekorirten Theater; es wurde das einaktige Festspnxl „Hurra!; dem Kaiser“ von G. Gerte! gegeben, worauf Lorßmgs .„Undme“ Tolgte. Die Häuser der Stadt waren reich beflaggt und dw Ka-

ernen Abends illuminirt. Ein großer Festball m den Raumen des Kurhauses beschloß die Feier, welche am Abend voxher durch Glocken eläute, Kanonendonner nnd Zapfenstreich mrt Umzug durch dte Stadt eingeleitet worden war. .

Ueber die Geburtstagsfeier in Dresden entnehmeun tmr dem „Dr. I.“ Folgendes: Der Geburtstag Sr. Maxestgt "des Deutschen Kaisers, zu dessen Feier die Königlichen Ma1esta1en fick) nach Berlin begeben haben, ist, wie wohl im ganzen Dent- schen Reiche, auch hier dieSmal um so feftlxcher begangen nun- den, als mit ihm zugleich die Wiedergenesung Sr. Kmserltchen Ma'eftät von längerem Unwohlsein ge*=eiert werden konnte.. _Yei An ruck) des Tages durchzog eine große Reveille der Mtlttar- mußk die Straßen der Stadt; von den sämmtlichen Staats-

gebanden nnd Kasernen, sowie von den städtischen Gebäuden wehten Flaggen in den Reichs- und in den sächfischen Farben; besonders reiY war das Altstädter Rathhaus dekorirt, wie denn an viele Privathäuser geflaggt hat- ten. Das “Militär hatte den Parade-anng angelegt. Die Glückwünsche der sächs1schen Armee ()(11. Armee - Corps des Reichs-HeereS) hatte Se. Excellenz der Kriegs-MinifteI, Genera[ der Kavallerie v. Fabrice, Sr. Majestät dem Kaiser persönli nach Berlin überbracht, während die der hicfigen Garnison dur den Stadt-Kommandanten, General-LieutenanjFreiherrn v. Hansen, beim hiesigen Königlich prenßisckzen Gesandten niedergelegt wur- den, dem auch die Staats - Minister, die Generalität, die Ver- treter der Stadt und viele distinKnirte Privatpersonen ihre Glück- wünsche_für Se. Majestät den aiser darbrachten. In den Kir- chen wurde der Bedeutung des estlichen Tages von den

feierte den Kaiserlichen MMW" durch Dineys im Kafino der Schühen - Kaserne, im Iaßerhof“ und im Hotel „Stadt Berlin“, und auch von Seiten mehrerer Veretne und Privatkreise waren Fest - Diners veranstaltet. Bex dem hiefigen Königlich prenßischen Gesandten, Grafen v. Solms- Sonnewalde _ dem in den Fruhftunden yon der Kapelleßdes 2. Garde-Grmadier-Regiments Nr. 101 „Katser thhelm Kdnig von Preußen“ eine Morgenmufik gebracht zvorden war _ Hand zu Ehren des Tagez Nachmittags 5 Uhr ezn großes Diner Watt, zu dem die hiesigen obeJeen Reichsbeamten, dze in Dresdxn wohnen- den Königlicl) preußis en Generäle und. hohem Offiztere a. D., sowie zahlreiche andere hier lebende deflmguirte P'reußen geladen waren. Die Kaiserlichen Telegraphenbeamten feterten den Ge- burtstag des Kaisers in ihrem Vereinslokale,'in welchen) dre mit einem Lorbeerkranz geschmückte Büste des Kaisers auf emetn von Topfgewächsen umgebenen Poftament, übexragt' von preußxschen und deutschen Fahnen, aufgefteUt war. Dre Feter wurde durch einen, von einem der anwesenden Telegraphenbeamten gedichteten Prokog, wekchen der Verfasser selb vqrtrug, eingeleitet, hieran schloß sich das von dem Telegrap en-Ynekt'or Schmidt auf Se. Majestät den “Kaiser an9gebrnchtx dretmaltge „Hochk, in welches die Versammlung begeistert emsnmmte; Anek) von dem Verein der hiefigen Postbeamten wurde, der Katserltche Geburtstag in dem zu diesem anecke finntg dekortrten Hexbtgschen Lokale durch ein Festessen gefetert, bet welchen: Posttnspektor Steyer den Toast auf Se. Majestät den Katser ausbrachte. (Der Kaiserli e Ober-Postdirektor, _Geh. 'Poftrnth Strahl, „m_ar durch seine T eilnalzme an dem gletchzemgen Dtner des .Kontg- lick) preußischen Gesandten an dem Feste bet Helbtgs verhindert.) Abends wurden die öffentlichen Pkäßx dnrch Gaskandexabex fest- licl) erleuchtet. _ In ähnlicher Wetß nne m "Dresden tft der Kaiserliche Geburtstag auch in den Übxtgen Stadten Sachsens, besonders „festlich in Leipzig und Chemmß, begangen worden.

In Leipzig fand am 22., nachdem beretts anx Tage vorher in sämmtlichen Schulen eine entsprechende Fexer" ab- gehalten worden war, eine von der Garntson-Z-mufik anSgefuhrte große Reveille durch die Hauptstraßen dxr inneren Stadt und der Vorstädte statt. Die öffentlichen Gebande hatten tnsgesammt reichen Fahnenschmnck angelegt. Am Nachmittage neretmgte nz'an fick) an verschiedenen Orten zu Feftmahlen, so bet dem Prafi- denten des Reichs=Dber-Handengerichts', 1)r.'Pape, der Fußer den Mitgliedern dieses Gerichtshofes d1e_SptYen der Behoxden geladen hatte, im großen Saale des Schußen'anses, xvo „uber 300 Theilnehmer aus Mitgliedern der ubrtgen Katserlxchen, Königlichen und städtischen Behörden, des Skadtverordneten- Kollegiums, des Gelehrten-, andels- und „Gewe'rbftandes 2c. fick) eingefunden hatten, das O fizier - Corps m semexn Kasmo, die Reserve-Offiztere im Hotel de Pruffe'n. Im Schußenhause brachte in Vertretung des durch Unwthem abgehaltenen Buxger- meisters ])r. Koch der Stadtrath ])r. ogel“ em enthusiasttsches Hoch auf den Kaiser aus, in welches die Versamnzlung laut nnd freudig einstimmte. Während der Tafel wurde nn nllgememen Einverständnise folgendes Telegramm an Katsex Wakgelm ak?- gesandt: , Ihrem ruhmreichen, hochverehrten Katser bxmgen dre beim festlichen Mahle im Schüßenhanse deretmgten Burger des reichstreuen Leipzigs freudigen Glückwunsch dar.“ Am Abend hatten beide Stadttheater Vorßeklungen ,mit Festprolog ver- anstaltet. Auel) Zn engeren, préxaten chnsm wurde der Tag me ra e li egangen. ; .

h fUYWT s1t1iech5€§eier des Geburt : Sr. ngeftat m Darm- stadt meldet die „D. ng.“ oon or't Unter dem 23. d. MW,: Die Feier wurde durch einen Zapfenstretch am vorhergehenden Abend eingeleitet. Am Morgen des GebnrtstagsFand YevetUe statt. Die öffentlichen Gebäude und zahlretche Prwaxgebaude waren mit Fahnen festlich geschmückt, Um 91/2 Uhr wan dle große Parqde der Garnison mit Feldgottesdienst auf dem Exerc1rplaße,welcheeme außerordentliche Menschenmenge anzog. Die Parade wurde'von General-Ma'or v. Wichmann, Commandeur der Großherzoglxchen (25.) Kava erie-Brigade, abgenommen und von dem Generczl- Major und Commandenr der Großherzogl. 1. (49) Infanterxe- Brigade v. Förster kommandirt. Am Schlusse „brachte Genera!- Maxor v. Wichmann ein Hoch auf Se. Maxestgt? ans, worauf die aufgestellte Batterie die üblichen Kanonenschuffe loste.

Ein solennes Festmahl der Bürgerschaft und der Beamten, welchem die Vorstände und Mitglieder der Ministerien bex- wohnten, fand im „Darmstädter Hof“ statt. Den Toast 'auf Se. Majestät den Kaiser brachte der Direktor des Großh. Mintfte- riums des Innern, Freiherr v. Starck, mit folgenden Worten aus:

' „Zum drittenmale find wir heuke versammelt, um den Geburts- tag des Deutschen Kaisers festlich zu Hegehen, um Zeugm? abzulegen, daß wir eins find und sein Woklen mtt deux ganzen Dent chland, das vom Bodensce bis zur Ost- und Nordsee diesen Tag fecert und daß wir in der Größe und Einigung des Vaterlandes auch unfern Stolz und unsere Freude finden. Als dieser Tag zum erstenmale m ganz Deutschland gefeierr wurde da war es vor ?luem der Nachall der großen Siege, das Gefühl er Befreiung von _emer xrn tcxn, stets die Ge- müt er bedrückenden Gefahr, die Befriedigung uber dre eederanfrtcht'ung des eutschen Reichs und der deutschen Machtsteklung, was dre Gerster freudig und enthusiastisch benoegte. Solche Erregun en können der Natur der Sache nach nicht dauernd sein., Jetzt gtt ed vor AÜem, die roße Errungenschaft des Jahres „1871_ m harter GexsteSarbext zu be-feLtigen und aUSzubauen. Aber x_vte nnr vordem dem_ glorretchen Fuhrer des deutschen Heeres iu ()nndert Schlachten zuxubelten so blicken wir heute empor zu Kaiser Wilhelm, der dexn deutschen *, olke ein leuchtendes Vorbild ist in ernster strenger_ Arbett zur Be esxrgung der ErrungensYaft des Schwertcß durch dme Werke des neden's. Möge Gott J u erhalten und Sem Beginnen segnen. Se. ajestat der Kaiser lebe hoch!“

Hofgerichts-Direkwr Stüber brachte einen Toast auf Se. Königliche Hoheit den-Großherzog aus. Darauf ward fokgendes Telegramm an Se. Majestät abgesandtn ,

„Die zur begei terien Feier des heuttgen ques veremigten

Festgäste aus a en Kreisen unsxrer Stadt brmgen Ew. Ma-

jestät, ihrem Allergnädigften Katser, dxe ehrfurchtsvollsten nnd

wärmsten Glückwünsche dar.“ ' , " _

Das Offizier - Corps hatte sich, im Mtlttarkafino zu emem Fenmahl verjammelt. Generak - Major Btckel brachte den Toast auf Se. Ma eftät den Kaiser aus.

* _ Se. Majestät der Kaiser und König haben aus Anlaß des Aüerhöch“1en Geburtstages dem General-"Intendanten der Königlichen Séhauspiele, Kammer errn v. Huxsen, das Prädikat Excelkenz durch folgende A erhöchfte Kabmets-Ordre zu verleihen geruht: .

„Um Ihnen Meine Anerkennung für Ihre verdienstlicbe Leitung Meiner Schauspiele, wie nicht minder für Ihre Thätigkeit in den Angelegenheiten des deutschen Tbeaterweseus wiederholt zu bezeigen, willIch Ihnen am heutigen Tage das Prädikat „Excellenz“ verlei- hen, wovon Ich Sie gern in Kenniniß seße.

_ Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und der Erbgroßherzog von Oldenburg nebst Ge olge Zabert Berlin heute früh wieder verlassen und find nach D en- urg zurückgekehrt.

_ Se. Durchlaucht der Prinz Friedxickxzu Hohen- zollern, Major und etatswäßtger StaHSoffizter un 1. Garde- Dra oner-Regiment, hat |ck mn Urlaub nach Frankfurt a. M. bege en.

_ Im ferneren Verlaufe der „gestrigen Stßung des Deutschen Reichstages wurde dre zwette Berathung des Preßgeseßes und zwar speziell des . 27 fortgeseßt. Nach dem Abg. von Maklinckrodt, der beim Scl) uff e des gestrtgen Blattes das Wort hatte, sprachen noch die Abgg. 1)r. Lasker, von Kardorff, MYunke und der Referent Dr. Marquardsen. Dann wurde der §. 7 unter Ablehnung sämmtlicher Amendements m folgender Fassung angenommen: . .

Eine Beschlagnahme von Druckschriften o ne rthxerljche, Anord- nung findrk-mn statt: 1) Wenn eine Druckschri den «zorfckyrtftender §§. 6 und 7 nicht entspricht oder_ den Vorschriften des §. 16 zuwrder verbreitet wird; 2) wenn durch eme Druckschrßft emem auf Grnnd des §. 18 dieses Geseßes erlassenem Verbot uw:der gedandxlf Wird; ,3) Wenn mit der Verbreitung der Druckschri?t der Thatbeuand des "im §. 184 des Deutschen Strafgeseßbuches aufgefnhrten Vergehens beqrun- det wird; 4) wenn in den Fällen des §. 15 d1e„Druckschr1ft den That- bestand eines Verbrechens oder Vergeheanegtuudet.

Die §§. 28_33 wurden ohne Dtskusfion angenommxn:

' §. 28. Ueber die Bestätignng oder Aufhebung_ der vorlaußgen Beschlagnahme hat das zuständtge Gericht zu entschetden. _ :

Diese Ent (heidung muß von der StaatöqnWaltscvast bmncn 24 Stunden nach nordnung der Beschlagnahme beantragt und von dxm Gerichte binnen 24 Stunden nach Empfang des *AntragS-.erlanen

Werden.

Hat die olizetbehörde die Beschlagnahme ohne Anordnung der StaatSanwali (haft verfügt, so MUL? ste dre Absxndung der Ver- handlungen an die leßtere ohne erzug und spatestens kunnen 12 Stunden bewirken. Die Staatöanwaltsxhaft hat entWeder dle Wteder- aufhebung der Besch[agnabme mittelst elner [yfort voÜFtreckbarcn Ver- fügung anzuordnen, oder die ger1chtliche BÜattgung bmnen 12 Stun- den nach Empfang der VCrhandlungen n beantragen.

Wenn nicht bis um Ablanfe des unfxen Tages nach Anordnung der Beschlagnahme er bestätrgende Gertchtsbeschluß, der Behordx, welche die Beschlagnasme angeorrnxt hat, zugeßangen Lst, erltscht die leßtere und muß die rei abe der emzelnen Stucke erfolgen.

§. 29. Gegen den eschlnß des Gerichts, welcher dre vorläufige Besch1agnahme aufhebt, findet ein RxcHtSmxttel ntcbt statt.

„3 Die vom Gerichte bestattgte, vorlaufige Befchlagnab_uxe ist wieder aufzuheben, Wenn nicht bmnen 2 W'ochen-nack) der BMW- gung die Strafverfolgung in der Hauptsache _emgelenet worden tft.

§. 31. Die Beschlagnaßme von Druckschr1ften trxffk dte Exemplaxe nur da, Wo dergleichen zum wacke der Verbrcttung fich befinden. Ste kann siko auf die zur Veröffentltchung dienenden Platten und Formen erstrecken; bei Drucksöhriften nn engeren Sinne hat auf Antrag des BetheicZiglxen statt Beschlagnahme des Saßes das Ablegen des leßtern u e e en.

3 g ek der Beschla na me find die dieselbe veranlassenden Steuen der Schrift unter nfubrung dex verleßten Gesxße zu „bezejchnen. Trennbare Theile der Drackschnft (Betlagen emer Zeitung 2c.), Weslche Yichts Strafbares enthalten, find von der Beschlagnahme aus- n lie en.

: ch§. 32. Wälrend der Dauer der Beschlagnahme ist die Verbrei- tung der von derZelben betroffenen Druckschrtft oder der Wrederakdruck der die Beschla nahme veanlaffenden Steuen unstatthaft.„ ,

Wer mit Kenntniß der verfügten BesäZlagnnhmx dteser Be ttm- mung entgegen handelt, wKrd mtt Geldstra e W funfhundert ark oder mit GefängnY hrs _3 * fechß Mounten bestr st.

§. 33. Zur ntféherdung uber die durch dxe'Pre e begangenen Uebertretungen sind die Gerichte „auch m denjemgen undesstaaten ausschließlich zuständig, wo zur Zett noch deren Aburtheilung den Ver- waltungsbebörden zusteht. ,

Soweit in einzelnen Bundesstaaten eme Mxtwtrkung dc-r Staats-

ist, find in den Fällen der ohne richterliche „Anordnung erfolgten Be- fchlagZabn§1e Y„ kten unmittelbar dem Gertcht vorzulegen. -

u . ,

„Die für Zeiten der Kriegsgefahr,_ des Krieges, des erklärten Kriegs- (Velagerungöö Z standes oder mnerer Unruhen (T_lufrubrS) in Bezug auf die PreJse bestehenden besonderen gesetzlichen Be- stiYmngm bleiben auch diesem Gesetze gegenuber bts auf Weiteres m ra .

Vorbehaltlich der auf den Landeögeseßen beruhenden allgemeinen Getmrbesteuer findet eine besondere Besteuerung der Presse und der einzelnen“ Preßerzeugniffe (Zeitungs- und Kalenderstempel, Abgaben von Inseraten :c.) nicht statt.“ _

lagen eine ganze Reihe von Antragen vor; es beantragten

die Abgg. 1) Krüger die Worte |,den Kriegögefahr“ zn ßreichen. 2) Brockhaus hinter Absaß 1 als Absatz 2 die Worte

1: e en:

z s„yAucb Werden durch dieses Gesetz die Voxscbriften der Landes-

geseße über Abgabe von Frei-Exemplaren an Btbliotheken und öffent- liche Sammlungen aufgehobcn.“

3) Oncken als zweiten Absaß Folgendes aufzunehmen:

„Die in den LandeSgesehen ausgesprochene Verpflichtnng zur Ab- gabe von Frei-Exemplaren an Bibliotheken und öffentlrche Samm- lungen haben Verleger und Verfa er, bezxehungöwerse Herausgeber, emeinsam zu tra en; von Pra twerken mit Abbildungen können rei-Exemplare ni t verlangtnver'den.“

4) v. Schulte als zwetten Abfah den folgenden Paffus aus der Re ierunngvorlage aufzunehmen: . '

,EJenso Werden dnrch die1es Gesetz dte Vqrschrtften der Landes-

e eße über Abgabe yon Frei-Exemplaren an Bibliotheken und öffent-

kicZe Sammlungen nicht berührt.“ "

Nachdem die Abgg. Brockhaus, Oncken und v. Schulte fur ihre Amendements gesprockzen, Wurde§. 34 mit dem Amendement des Abg. v. Schulte angenommen, die übrigen Anträge aber

abgelehnt. Z. 35 lautete: ieses Gesc? tritt am 1. Juli 1874 in Kraft. führung in E s

Seine Ein- aß-Lothringen bleibt einem besondern Gesetze vorbehalten. - Die Abgg. Freiherr v. Hoverbeck und Guerber waXten die gef errten Worte streichen. Dieselben wurden jedoch betbehalten, na dem fick) in lämgerer Diskusston die Abgg. Guexber, Freiherr v. Hoverbeck und ])r. Windthorst für, die Abgg. Mtquel und ])r.

Lasker gegen die Streichung aussesprochm hatten. Schluß

51/2 Uhr.

_ In der heutigen (23.) Sißung deß Deutschen Re'ixhs- Tages, nchher die Bundesbevollmachttgten Staats - Mmrster Delbrück, von Fäustle, Bert u. A. beiwohnten, „beantworteute der Präfident des Reichskanzler-Amtes Staats-thfter Delbruck die beiden Inter: ellationen des Abg. von Bernntl): _

„Ist e ne Ges esvorlage, welche dre Grundnng emer Pensions- kasß fur die inter liebeuen verstorbener „Reichsbeamten bezweckt, in er bevorste enden erbstsefsion des Retchstages zu erwarten?

und die des Abg. Hohenlohe-Langenburg:

Geistlichen in dcr Predigt geda t. Das Offizier: Corps

[' , d 22. 1874. Ber m en kz WilhelMs“

1“ Folge des Münzvertrages vom

anwaltscbaft bei den Gerichten unterster'Jnstanz nicht vorgeschrieben .

„ob von den verb ndeten RYmngen beabsichtigt wird. die in

. Januar 1857 als geseßlicbes * Landtags einem Ausschusses von 15 Mitgliedern.

Zablntxömittel geltenden Vereinstbaler österreichischen GeNäges demna st außex Cours zu setzen ?“

' Dann erleerte das Haus die Abftimmung über den bis hmter §. 35 zuruckgeseßten §. 17 des Preßgeseßes, der in der Fassung der Kommtsfion_angenommen wurde, nachdem der An- trag des Abg._ Guerber m namentlicher Abstimmung mit 162 gegen 156 Sttxnmen abgelehnt war. Die Berathung der zum Preßgeseß vorltegenden Resolutionen wurde bis zur dritten Be- rathung vertagk. Bei laß des Blattes trat das Haus in die erße Berathung des yon en Abgg. ])1'. Völk und Dr. Hinschius beantragten Gesehes uber die Eivilehe ei .

_ Als eine patriotische Festgabe zum 22. at 1). Ludnng Haßn „„Kaiser, Wilhelms Gedenkbchz Y797-r- ZZZZTHYTZYW. é?erz) nx der AbZckztherausgegeben, auf Grund 0 an von etgenen eu erun n ' ' LebenÉhiLYdÉ Jonaréen zu zeichnens.Z ge em urkundltches te n e ung eginnt mit der istori en Entwickl des Charaktexs des Prmzxn Wilhelm.h DasYie Zeit unduxiZ U'mgebung, m_ welcher der ]ngendliche Fürst die ersten Eindrücke, dre ersten Strmmungen polnischen Bewußtseins und Strebens enxpfing, xvon großer Bedeutung gewesen sind, so werden ein- m:rkende Thatsaxhe-n' und denkwürdige Aeußerungen aus dem Nachlaffe er Komgm Luise mitgetheilt. Dle foxgenden Abschmtte schildern den Prinzen von Preußen _ den thnz-Regenten _ den „König _ den Kaiser _ durch kurze tHatsaxhlxche Angaben „der LebenSereigniffe und vor alXem dnrch dre eigenen Ausspruche AUerhöchftdeffelben oder, wo der Zusammenhang es erforderte, durch amtliche Dokumente. weihnTÉn dleesßtern thsckZntttShildet diedFriedensfeier nnd die Ein- a tona en xe es- '

SepteLtlnberd1873. g un Friedensdenkmals am 2. . ns er in den Grundstein niedergele ten Gedä tn“ =Uk YYY das Werk die Worte Sr. Maéestät dexslé]Kc;xzsernr UFZ „Gott, der bisher geholfen hat sei fernerhin mit unzZ' Gott schüße Deutschland seine Für en 11 d ' ' und gebe allerwärts edlen Frieden!“| n sem VW

_ Das Kaiserlich deutsche Kon ulat in Kon tant" hat nach Außweis der in Nr. 36sdes Centrals-HanLdTZTJsex regtsters' fur das :Deutsche Reich enthaktenen Bekannt- machung dieses Blatt fur das laufende Jahr zum Publikations-

organ für die Eintra un en in d s ' sulats bestimmt. 9 g Handelsregtfter des Kon

_ Es scheint noch nicht genügend bekannt n ein da Postkarten nxtt bxzahlter Rückantwort znzm Yaxéverthße von 1'Sgr. emgefuhrt find, welche wegen der gkeichzeitigen Uebermntelung der zur Antwort bestimmten und bereits fran- knten Karte den Korrespondenten eine große Annehmlichkeit bzefen. Yer Absender knnn seine Adresse gleich auf die zweite fur dte Rnckanqurt hesnmmte Karte im Voraus nieders reiben FFF?) dleRtBYkFt der Zleeffe stehergefteÜt, nnd dte besté

_. a ur ge a en wir , a die weite - Wexttg zn Versendung gelangt. ß 3 Karte nicht ander

_ _ Der General der Infanteri? und es der Ob -M' '- tar-Exammations-Kommisston v'on Hollében und deFrObeYst und Comrnandßur des Kadettenhauses von Berlin des Barres haben fich m dtenftltchen Angelegenheiten nach Dresden begeben.

_ Dxr General-Lieutenant von Hauömann In ecten'r der 1. ?kx-tUerie-Inspektion, ist mit Urlaub von PoZ'en, Zr Ge- neral-Maxqr von. Barby„1,' bisher Commandeur der 20. Ka- ZZIxxiee-thgatde, weZcher kurzltdck] szum Kommandanten von Han- " _ nn wor en, aus ie em Anka ur Abt tt '- sonltcher Meldungen hier eingetroffen. ß 6 sa nng p“

_ Der General-Lieutenant und Commandenr der 20. Di-

viswn von Voigts-R e i mit Urlaub v - . angekommen. h 15 | M Hannover [1191

_ JhreDnrchlaucht die verwittwete Für tin von Carolath-Veutkzen hat Berlin nach einem vierwöcZentlichen

Ausenkhalt ente Mitta wiede [ ' abgereist. h g 1: ver affen und :| nach Carolath

Mecklenburg. Nenstreliß 20. Mär . Die rin- YF?) SYLCZdFTrliIke'Én Lthalt [at ßck; mitzder Prianesfin e rwo rgem u ent a te ' nach Dessan zurückbegeben. f h am htefigen HM heute

Braunschtveig. Brannschwei 21. Mär. Die LandeSversaanlnng hat der RegieZnng im Betrczrcge von 5000 Thlxn. dte Mixtek zur Verfügung geftelXt, das Wasser- proxekt wetter _zu prufen, auch ward die zu diesem Zweck ein- gYsthe Komm1sfion, durch den Kammerrath v. Strombeck ver- starkt. _ Wa; _dte Propoßtion wegen Erhöhung der Diäten der LandtagSmnglteder detrifft, so verkangte die Regierung pro Tag 4 Thlr. fur AUStvartige, 2 Thlr. für hier Wohnende, für AuswnrNge (faUs fie Beamte smd) 2 Thlr. 20 Sgr., für Hie- sige (m demselben FalXe) 1 Thlr. 20 Sgr. und für den Präfi- denten 2 Thlr. pro Tng mehr. Die Kommission chlug nur zwei Saße vor und seßte diese, um dieselben der Rei Swährung an- zupassen, auf 10 resp. 5 Mark feß, behielt auch das Mehr für den Prases' mit 6 Mark bei. Nach längerer Diskussion wurden m namentlicher Absttmmung die Regierungsdorlage und die aus der Versammlung gestellten Anträge verworfen, der Kommissions-

ZXTZI dagegen mit 22 gegen 14 Stimmen zum Beschluß er-

Lippe. Detmold, 23. März. Das F. L. Re . 11. An . Blatt“ enthält folgende Bekanntmachunä: g 6

Da dre Mehrzahl dxr aus dem zweiten und dritten Stande zu Landtagsabgeordneten Genmhlten diese Wahl zwar angenommen, bei 1hrer auf heute erfolgten Berufung [jedoch die Ableistung des nach §, 27 _der Verfassung vom 6_.' Jui 1836 vor der Eröffnung des Ln tt_dtageß zu schwskenden Eides verdveigert und hierdurch die Kon- sttturnmg'emes, beschlußfabtgen Landtages zur Zeit unmöglich gemacht YiWesoftwnd aYsßxthlrdeFtllfi öchHtend§tBefesN dZe Elxö nung des auf heute

runn en anaeauuni '

Detmold, den 23. März 1874, g ' MWM“ vertagt"

' Furstltches Kabinets-Ministerium. v. Flothell.

"Oesterreichakngarn. Wien, 23. März. (W. T. B.) Anlaßlich “'des heutigen fünfundzwanzigsten Jahrestages der Schlacht bet Novara und der Verleihung des Maria = Therefia- Ordens an den Feldmarschalk Erzherzog Albrecht hat der Kurs er den Erzher og mit seinem persönlichen Besuche beehrt, nachdem er zuvor 1" on einen schriftlichen Glückwunsch an den- selben gerichtet hatte.

_ Das Abgeordnetenhaus überwies inseiner heuti en Sißung den Antrag auf Errichtung eines eigenen südtirolis en

Peßh, 23. März. (W. T. B.) In der heutigen Sipung des U nt e ck a u s e s bezeichnete "der neue Minister-Präfident Vitto, indem er an die Ursachen der leßten Ministerkrise und an die Geschichte der Bildunéx des neuen Kabinets anknüpxte, als die ?auptsäcthste Aufga edes leßteren, daß die Heilung er schweren ,nanziellen und wirthschaftlichen Gebrechen versucht werde, die m der lehten Zeit zu Tage getreten. Als Vorbedin ung zur Erreichung dieses Zieles betrachte er eine VereinfatZung des ganzen VerwaltungSapparates uad solche Reformen, die auf eine Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einnahmen und Aus- gaben abzielten. Dabei werde das Kabinet bemüht sein, der legislativen Thätigkeit nicht etwa durch Hereinziehung anderer, dazu ni t gehöriger Fragen neue Schwierigkeiten zu erwecken, und au seinerseits nichts unterlassen, um weiteren Spaltungen vorzubeugen. Dasselbe rechne hierbei auf die einmüthige Unter: ftüßung aller Parteien des Hauses.

Schtveiz. Bern, 23. März. (W. T. B.) Aus Ver- anlassung der bevorstehenden allgemeinen VolkSabftimmung über dte Annahnte des Entwurfs der revidirten Bundesver- fajsnng tft vom VnndeSrathe eine an das fchweizerische Volk gernhtete Proklamation erlassen worden, in wel er demsslben die Annahme der _neuen VerfaiIung, die eine One 9 reichen Segens- fur dre kunfttgen Genera onen sein werde, Warm ans Herz gelegt wird.

„Großbritannien und Irland. London, 21. März. Dte offizteUe „London Gazette“ veröffentlicht den Wortlaut“ des aux 3. Dezember zwischen Großbritannien und Oester- rerch-11ngarn abgeschlossenen Vertrages znr gcgenseitigcn Auslrefßrung von Verbrechern.

_ Die Civildienst-Etats für das am 31. März 1875 endende Jahr liegt nun vor. Der erforderliche Totalbetrag be- Faust s1ch auf 18,800,661 Lstr., d. i. 243,456 Lftr. weniger als un vorhergxhenden Jahre.

"_ Cm [neben an9gegebenes parlamentarisches Blanbnck) enthalt dze Emzelheiten des Kredit-Votums, das beantragt werden mrrd, nm die Kosten der Nschant'x-Expedition zn bestreuen. Dre Gesammtkosten betragen 900,000 Lstr. Von dieser Summe Yommen 275,000 Lstr. auf die Armee, 361,000 Lftr. auf M Marme, 162,000 Lstr. anf Kapitän Glovers Expedition und 162,000 Lstr. auf diverse AUSgaben. Die größten Posten unter der Rubrik „Armee“ find 100,000 Lstr. für Provifionen und Jonragx, 40,000 Lstr. für Lastträger und Arbeiter, 39,000 Lstr. fnr Kle'tdnngsstzuke, 31,000 Lstr. für Extrasold und 310,000 Lstr. fnr KUegSWrrathe. Unter der Rubrik „Marine“ find 31,000 Lftr. fur den TruppentranSport und 48,000 Lftr. für Marinevorräthe _ Kohlen erforderlich.

_ Im Hause der Lords überbrachte gestern Earl Beauchamp, "der 'VW-Hofmeister der Königin, eine Botschaft Ihrer Majestat,“ m welcher dem Hause für die ihr übe1sandte loyale Adresse 111 Erwiderung auf die Thronrede gedankt wird. Der Mnrqms vnn Salesbnry (Minister für Indien) legte hier- auf emrge Papxere. bezüglich der HungerSUoth in Ben- galen, auf den Ttsth des Hauses nieder und bennßte die Ge- leg'en'hert, zn etntgen rechtfertigenden Bemerkungen über die vom thstermm fur Indien und dem Vicekönig von Indien zur Lmderung der HungeWnoth ergriffenen Maßregeln. Ein Verbot der Getretdeausfuhr,"mei1u6 er würde nußlos gewesen sein, da die anuhr nichts zu wnnschen üßrig ließ und die einzige Schwierig- kext nux m dem TranSport lag. Eine Einschränkung der Aus- fuhr wurde unter_ den eingeborenen Händlern eine Panik er- zengt .und er wxrklxchen 2Fun ecßnotk) eine, künstliche Knapp- heu'hmzngefugtshaben. ' as iZ Zukunft anbelange, so beab- ficht1ge dre Regterung, eme Anleihe von 10 Millionen Lstr. aufzunehmen, pon nJelcher Summe vor der und nur drei MiÜionen Lstr. erfdrdcrltch [ern nxürden, während er Rest zur Deckung aller mdgltchen' kunfttgen Eventualitäten dienen solle. Außer- dem set es,1m Plane, zehn Dampfer für den TranSport vgn LebenSmxtteln anf [MUSU Flüssen nach der Regensaison, wahrend xvelcher der KarrentranSport bis zu einem gewiffen Grade, gelahmt wexden würde, zu miethen. Es werde auch be- absichttgtk dnrch dje HersteUung von billigen und systematischen Kommnntkatmnswegen, sowie von Vemäfferungxöwerken Fürsorge gegen dxe Wiederkehr eines ähnlichen Unglücks zu treffen. Eine Etsenbahn von Heryen des nothleidenden Distrikts nach Behar," dre den TranSpork wesentlich erleichtern würde, sei bereits im Bau begziffen.

_ n Folge einer ungewöhnlichen Kluth trat e ern die Themse aus ihrem Bett und überschwemmte die im Y:"?den Londons an den Fluß grenzenden Straßen und Plähe. Es wurde dadurch sehr beträchtlicher Schaden angerichtet, und meh- rere Personen ertrunken. Die Wirkungen der Hochflntl) wurden auch 111 den, mei_sten der östlichen Häfen verspürt.

' _ 23. März. (W. T. B.) Das Mitglied für Sunderland, Mr. Gourley, richtete in der heutigen Si ung des Unter- hanses an, die Regierung eine Anfra e, etreffend die Hun- gerJnoth tn Indien. Der Obcr-Se retär für Indien, Lord Hamrlton, gab in Beantwortung der Interpellation die Erklärung ab, daß nach den Mittheikungen der indischen Regierung dort etwa 3 Millionen Menschen der Unterstüßung aus öffentlichen Mitteln bedürftig seien.

. Frankreich. Paris, 22. März. Zum Schluß der ge- smgen Snznng der Nationalversammlung legte General Chabaud-Latonr seinen Bericht über die neuen Pariser Festungswerxe auf den Tisch des Hauses nieder. Der Oberst Chaper ftexlxe hteranf den Annag, daß der Bericht weder gedruckt nnch vert ctlt, und daß über den Geseßentwurf in geheimer Stßung Erathen werde. Bethmont, der fich im Namen der Komm1sfion gegen den Chaperschen Antrag auSsprach, erklärte, die Kommtsson habe fick) „mit 9 gegen 8 Stimmen dahin aus e- sprochxn, "daß keine Gefahr vorliege, den Bericht drucken zu la en und 'm offentlicherS' ung über denselben zu berathen. Der Mrmfterdes Aeußern prach stel) in dem nämlichen Sinne aus: „Mente Herren! Der „Ihnen voxgxlcgte Antrag beweist Seitens unserer acbtbarc'n Kollegen eme rechxmnßtge Fürsorge und ist. zugleich eme neue Kundgebung J res PatrwtrSmus. Mögen" Sie mir aber gestattxn, Ihnen zu bemer en, daß in dem Gesetzentwurf, dessen Bericht anf den _Ttsch des auses niedexgelegt wurde, es fich nur um tt_ne vernunfttge norma e Organixatwn der Vcrtheidißung unseres Ge- biets und unserer ngpt tadt han elt, und ich kann mcht begreifen, wie und von welchex Sette emerknnge-n odxr Besorgnisfe über das kommen konnten, 'was dte augenscheinliche AnLubung unseres Rcchtes legitimer Vertbndxgung ist; Unsere olitik des rtedens, der Beruhigung und der Mäßigung faxlt in 21 er Augen; eder Bringt ihr seine Achtung da_r, ,und es schemt mir eine Art der ortseßung, eine Art der Be- kraftt ung derselben zu sein, am bellen a e, unt der Ruhe und der Wejs ett, welcbe dtese Versammlun beo_ achten wird, jene großen Fragen der Festungswerke und der erthetdigung unserer Hauptstadt und des chterlandes zu diskutiren.“

, _ Dte Verordnung des Prafekten der Seine und Otse betreffs der Abseßung des Maires Herzog von Padoue

In Erwä ung, daß der Herzog von adoue, Maire von Courson l'Aulnay, der ndgebnnnanwobntx, wel e in England am 16, d. M. stattfand, nqchdem _cr emen thnttgen Antheil an ihrer Organi'sation geuytnmen; m Ecwaguug, daß dtese Kundgebung augenx'chet'nlich einen poltttschcn Cbaraktcr_hatte, welche emcm Maire nicht erlaubte, iZ]: anzuwobnen; und da ,der Herr Maire von Courson ['Aulnay dadur , daß e_r sich nicht ent telt, 1hr„anzuwol)nen, gegen die ihm von seinen Funktwnxn aufge- wungene Pflicht handelte; m Anbetracht des Circu- lar? des Hrn. knisters des Innern 2c. verordnet der Präfekt der Semx und Otse nqch Ark. 1: Dxr Herzog von Padoue, Maire von Cour1on ['Aulnay, rst seiner Funknonen enthoben xc.

Spanien, Madrid, 23. März. (W. T. B.) General Loma ist mit 13 BataiUonen in der Nähe von ReNcia, etwa 3 Meilen von Bilbao, eingetroffen. Es wird dieser Bewegung, die die Schwierigkeit der Lage der Carliften vermehrt,.eine ziem- lich ernste Bedeutung beigemessen. Ein weiteres hisr eingegan- ge'nes Telegramm meldet, der carlistische Gencxral Palacios habe seme Truppen bis Guadalajara, nicht weit von hier, vorgeschoben.

Italien. Rom, 23. März. (W. T. B.) Zur BeglüQ- wunsch_ung des Königs bei der heutigenIubelfeier waren Depntattonen des Ssnates und der Deputirtenkammer im Quirinus exschtenen, ebenso hatte die Armee besondere Vertreter abz.esandt, dre Umverfitäten und Schulen, sowie die Vertreter von Wissen- schaft und Kunst und aÜe Provinzialgemeinden waren durch besondexe Deputationen repräsentirt. Der König erwiderte jede der an thn gerichteten Ansprachen und [Job namcnfkick) hervor, dn; Vollendung des nationalen Werkes fei gelungen, wei! Italien der der Joxderung seiner Unabhängigkeit nicht der Achtung vor der Unabhqngigkcit Anderer vergessen habe. Der König sprach ferner seinen Dank für die allseitige Theilnahme anH, wekckge von chr Bevölkerung an dem heutigem Tage knndgegeben wor- den sex und wies darauf hin, daß die. Einhsit Italiens 1th ein Pfand des europäischen Friedens sei. Dadurch daß Rom die Ynnntstadt des Königreich? geworden, feien die Intercffcn der

tmdltsatton und der Religion in gleich hohem Grade gefördert wor en.

, Türkei. Konstantinopek, 23. März. (W. T. B.) Dte ans 2 Griechen, 2 Gregorianern, 2 Haffunisten und 2 Anti- Haffnncften znsammengeseßte, mit der Berathnng betreffs Thei- lung der Güter de_r armenisch-katholischen Gemeinde beauftrngte Kotnmisnon hat ihre leßte Sißnng gehalten. Die Hgffumften erklarten, daß fie derselben nicht offiziel! beiwohnen xvnrden, nnd protestirten gegen eine Theilung der Güter, welche tlxnen als der wahren armenisch-katholischen Gemeinde aklein zu- kamen. Die_ übrigen Mitglieder der Kommisfion drückten ihre Anficht dahm aus, daß die Güter der anti-haffunistischen Ge- memde_ gehörten, wslche von der Pforte offiziekk anerkannt wor- den sex und von der ßck) die Hassunisten freiwillig getrennt hätten.

Sch1veden nnd Norivegen. Stockhokm, 19. März Auf Antrag des zum Vorstßenden der skandinavischen Inr'tftenversammknng ernannten Staatsraths Berg hat der Konrg dux Verwaltung der schwedischen Staatsbahnen ermächtigt, dxn auslandischen Theilnehmern an der Versamnttmxg die Reise fur den hnlben Preis gegen Vorzeigung ihrer Einlaßkarte und den schmedrschen Theilnehmern freie Reise nach der Hauptstadt emznraumen.

' _ Am 17. d. M. _wurde von der Marine-Werfte Motala m Norrkopmg das dritje der dasekbst gebauten 5 Panzerböte vom Stapek gelassen und erhielt den Namen „Berserk“.

Asien. Die „TimeS“ hat aus Konstantinopel ein Tele- grannn vom 20. d. M. erhalten, welches meldet, daß in einem Knlzmetswnseilz,beschloffen wurde, s1ch in das Verlangen der brtttschen Regierung durch Ausliefernnz des Sohnes des Sheiks von Aloxvn, der steh gegenwärtig als Geißel bei der türkischen Armee m Yemen befindet, zu fügen. Es wurde auch be- schlossen, das Gebiet des Emirs von Dbali zu räumen.

Reichsmgs = Angelegenheiten.

Berxin, 24. März. Dem Reichstag ist Seitens des Rei 8- kanzlers dle dritte Denkschrift über die Ausführung dher Munzgeseßgebung ubsrscndet Worden.

Kauft, Wissenschaft und Literatur.

Stuttgart, 20. März (St. A. f. W.) Vor cini en Wo en Wurde m Cansxatf bei der Angrabung des Kellers fürgeinsn AYU- chn m der verlangerten "ausstraxze ein 3“ hoher und ]:)“ breiter vier- serttger Altar aus grob orm em Sandstein von nnzWeifslbnst römi- schem„UrsPrung gefnnden. r [gg umgestürzt cinigs Fnß nnkcr der Oberflache de? vex1chredene Auffahrungcn Wrrathenden Bodens, um tkm hxrum S_tterknochen nnd Scherben von Gefäßen, unter anderem vyn exner großen Amphora. Die vier Seiten des Llltarc's zeigen in vterccktgen Nischen aufrecht „stehende Göttergestalten: cine Juno, nzklcbe m der "Rechten eme „Osoferschale über die Flamme ernes_ Alxares" halt, auf der Lt'n en em sogenanntes Turibulum ((Yefaß fur Rauxherwerk) tragt; emen Merkur mit dem Caduceus („Sä,vlangenstab) m der Rechtxn, zu seinen Füßen cin Thick (Böckchen ?); emen mi„t der Rechten auf die Keule gkstüßten Hsrkuleö, dessen linker Arzu „ww der gleiche, des Merkur verstümmelt ist; und eine Weitere Waxtblt 8, Figur, nyelcbe trotz starker Beschädignng noch mit zicmlicher S1chex)ett als Minerva gedeutet Werden dars. Die Juno genannte thnr, ivelxbe fick) auf anderen Lllfärc'n „des K. Lapidnrinms und sonst zu suddeut1chen Sammlungen ganz ähnlick) findet, ist durch einen über thxe rechte Schulter _vorbltckcnden Pfau deutlich als diese Göttin be- zetchnet'. Eine „andere „Erklärun ]":th darin eine Vesta. Dcr für die Vergleichung nn't a,bnlxchen in urtternberg gefundsncn Altären höchst mteressante Stern lst dem K. Lapidarmm (im Partkcrc des Museums der bildsnden Kunste) zum Geschenke gemacht wvrden.

Getverbe und Handel.

Der Geschäftsxercht dxr Centralbank für Industrie und Handel enthalt-dw Mttthetxung, N der Reingcwinn dcs [eß- ten"Jahrxs |Y im Wesentlichen „nicht an en (Erträgnissen der Ge- sch'afte, vtelme t aus der Reduktion des Grundkapitals herleitet. Die Dtrxktron bat _den mcht unbedentenden Gefammtgewinn zum gro en Theile zu S_peztalreserven - auf m ihren Resultaten noch nicht auxge- klarte Geschaffe, vertveudet; Es verbleibt dann den Aktionärén eine 4prozenttse Dtvtdende, wahrend der Rest im Betrage von 17,441 Tblrn. dem Reservc'fouds zu aÜt, der dadurch auf 49,649 T lr. 20 Sgr. ßetgt. __ Dre. m d. [. bereits veröffentlichte Bilanz ?chließt auf bexdxn Sexten mn 7 747,079 Thlr. 27 Sgr. ab; das Aktienkapi- tal betragt nach dem voÜzqgenen Rückkauf von 2,500,000 Thlr. mm- mebr 10.000.000 Thlr. unt 60prozentiger Einzahlung odsr effektiv 6,000,000 Thlr. _ Das Gewinn- und Verlust = Konto Mist inen GeWmn von 410.969 Thlr. auf, wvvon 293,384 Thlr. beim tien- ruckkans erztelt sind. Von dem Gewinn werden nacb dem Anfrage derDtrekttou 153,528 Thlr. 13 Sgr. in Spezialrcserxn gelegt, der

lautet :

vxrbleibende Nettogewinn von 257,44] Thlr. “findet die oben erwähnte Verwendung.