1899 / 23 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 26 Jan 1899 18:00:01 GMT) scan diff

Meine Herren, als 14 das Miniftetium im Jahre 1892 über- Verfügung von 1888 bereits vor. war auch damals für die Abänderung dieses Ober- für eine Aenderung der Schulpolitik frage im nördliiben

sand i(b diese Ober-Präfidial- obwohl sie bereits vier Jahre beftanden hatte„ eine ziemlich starke Beroegung Präfidial-Erlaffes und überhaupt in Bezug auf die Schleswig im Gange, diesen Gegeniiändeu zuwenden müsse diesem Ober-Präsidial-Erlaß von 1 allen nordstbleswigsibeu Schulen die Unierricbiösprache der Religionsstundeu. In den Gem und in den dänischen Schulen in d

Behandlung der Sprachen und ich babe sebr bald meine Aufmerksamkeit Der wesentliche Punkt in 888 ist der, daß dadurch in deutsche Sprache als ck mit alleiniger Außnabme einden, wo dänisch gepredigt wird, iesen Gemeinden werden seit der ck 4 Religionsftunden in dänischer che. Aber

vorgeschrieben

Ober-Präfidial-Verfügung wöchentli Sprache gegeben und 2 Religionsftunden in deutscher Spra im übrigen ist die Unterrichtsspracbe nur

Die Beschwerden über diese Verfügung, Sprarbenfrage in den Schulen, miri), mich eingehend nach dem Erfolge, den die O zu erkundigen, und ich habe von bier aus Nord-Schleswig in die dortigen Schulen ob wirklich etreten wären infolge

über diese Ordnung der die an mich berankamen, deranlaßien ber-Präfidial- Verfügung gehabt hatte, Ministerialkommiffarien nacb geschickt, um durchaus sachli in dem Schulbetriebe irgendwelche Mißstände eing der Einführung der deutschen Unterrichtsspracbe oder im Religions- unterricht infolge der Einführung von zwei deutschen Religionssiunden. Die Kommiffarien sind in einer ungemein großen Zahl von Schulen aber ihr Urtbeil ift einstimmig das gewesen, daß" auch nicht ck diefe Ober-Präfidial-Verfügung für den daß die Kinder das Deutsche gut der- ß sie auch für den ReligionSunter-

ck und unbefangen festzustellen,

der leiseste Nachtbeil dur Schulbetrieb entstanden sei, sieben und sprechen lernen, und da richt auSreicbendes Verständnis; baden.

Ick; babe dann noch Veranlaffung putation nordscbleswigscber Geistlicher solche waren, unzweifelhaft war such machten, Präsidial-Verfügung fie angestrebt batte, Schule wieder dänischen S die Herren gefragt: „Ist es richtig, fähigt erscheinen, in Eurem Konfirmationßuuterricbt dem Vort Geistlichen zu folgen und die dänische Predigt vollständig zu ver- stehen?" Darauf ist mir einstimmig von den Herren erwidert worden: soweit können wir nicht geben; die Kinder verstehen die Predigt und verstehen auch den Kon nur hier und da einmal vor, daß die sich nicht decken im Dän nicht gleich ganz klar ist, wollendcs Eingreifen des Geistliche muß, weil er dänisch predigt - wobl nachhelfen.“ nachdem ich diese (Ermittelung gemacht habe, babe ich aufgehört, daran zu denken, die Ober-Präfidial-

Meine Herren, ich würde es tief keklagen, we Aritderung dieser Schulderordnung vom Jahre 1888 der dänischen Handhabe gegeben würde, um in die Schulen in nen es jeßt sebr friedlich bergebt, wieder neuen

genommen, unter denen Gesinnung gegenüber den

herbeizuführen, d. b. in der prachunterricbt einzuführen. Ich habe dann

daß die dänischen Kinder nicht be-

firmationsunterricht. Es kommt ihnen bei ganz schweren Worten, ischen und im Deutschen, die Bedeutung und da läßt sich dann durch ein wohl- n - der ja auch dänisch verstehen Meine Herren,

Verfügung wieder zu ändern. nn jeßt durch eine

Agitation eine neue Nordschleswig. in Le Agiiationxfioff kineinzutragen. Ich bemerke dazu, iondereS Unglück halte, Dörfern aucb dänisch gesprochen wird. Ich glaube, Deutsche Reich sowohl wie Preußen, sind stark genug, sebr wobl ertrasen zu können. ob für uns ein Anlaß vorliegt,

ich strive so. daß ick) es garnicht für ein be- wenn in Nordschleswig in den dänischen

Deutschland, das

Aber, meine Herren, eine ganz andere daß unser Staat in Sprache einer fremden Nationalität pflegt, zu deren Gunsten eine gegen unser feindselige Agitation besteht, und diese (Bravo! rechts.) Ick

Frage ift cs, unieren Sckulen die und zwar einer Nationalität, Vaterland gerichtete, überaus Frage denieine ich auf das Allerbestimmiesi . verneine sie in Nordschleswig und ebenso in der Provinz Posen und in den Distrikten, wo wir zwei Sprachen gemischt baden. reckt§.) Wir haben garnichts dagegen, daß die Leute aber das kann man Von uns nicht verlangen, daß wir unsere Schule ere Mittel dazu hergeben sollen, um die Agitation zu stärken, d unser deutsches Volkstbum gerichtet ist.

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dänisch sprechen ;

die gegen unser Vaterland un (Bravo! „ckck.) Deshalb stehe ich Schwierigkeiten nennt, Anweisung einzelner Le nüsen Nadelfiichen die Le liegt mir ga Tiefsie -; Anträgen der dänischen Agiiawren, der bei uns beiiebenden Säy'ülde'rorrnung, einer Weise vornehmen soll, werden würde, um gegen unser Vaterland zugeben. Ich bin gesonnen, das nicht zu thun. (Bravo! rechts.) Bachmann (ni.): Die dänisck) io vortrefflichen Anwalt gefunden, Er bat die Herr Bartl) meinte, Deutschland gehöre. fie stüven 8

bit“. ich bereit, in einzelnen Schulen und durch bree dahin zu wirken, daß nicht etwa mit un- uie an der Grenze gequält werden - das nx fern; im Géaenibeil, ici) mißdi aber ganz etwas Anderes iii es, ob man. folgend den nun eine prinzipielle Aenderung die sicb bewälsrk Lat,. in ieder. neues Gift gesogen und unser Volköibum vor-

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e Agitation hat in Hetty daß fi: sicb selbit dänische Agitation

Die Dänen ck auf Art. 7 des biem freien Belieben liege, Deuticbland oder zu Dänemark ge- i um die Kreise Hadersleben, Sonder- auch Tondern. Die dänischen Ver- in Fluß. Der dänische Sprachverein, und Hauben angehören, giebt Kinder- dtffxn Tendenz schon aus dem Titel- analt ifi noch viel bedenklicher. Schulverein und religiöse Gesellschaften, die dänische Bevölkerung von dem Bi (h akxubalten durcb Veranstaliuxig Agitation der iii so bekannt, uebi. Redner theilt den Inhalt d folgert aus demselben, daß die so [ahm sei, wie man es darzustellen ck der geistigen Interessen, zeige ' der materieaen zusammenziehen wollen.

Barth einen nicbt beffer hätte vettbeidigen können. fäbtiich befunden. de niLiv zu Preußen und t aber anderer Meinung", dens vnd glauben, da ob Nordschleéwig zu hören 1011. Es handelt sich dade burg, Avenrade und zum 1 eine erhalten die Agitation

dem auch ki: Abgs, Johannsen schriften heraus: einen Kal blatt ersichtlich ifi;

Prager Frie

zu wäblm,

Zweck dienen,

derer religiöser Versammlungen. Die uamenjlich des imelues kaum raab , dänischer Schriften nut dänische Agitation durchaus vftege. Ebenso wie bezügli den Dänen auch den Denisiben nicht den Fall Delbrück (; schleswi er sich endlcb sollten; würde dann würde Rub: und

i.dadieDäu Fieüßrstübmu

zuweisen bra

Jpntefre “'Pada ro e or u eäußert und dabei an aus ejü_ in die gewordenen Zu ande tionalität eine freiete OmeU Frieden ins Land kommen. Dazu sei a Rubtolage als endgültig auerkenntm. habe der Redner Herrn Hanßeu direkt

vor hälten, daß die len aemdieBebauviuuavroteftinmda : Fie Bosnißuug polniYZer Lanadestbeile von Preußen wollen" :? abe ibn aufgefordert, ebenfalls zu ,

Nordschleowigs von Preußen niibt wiiuicbe. Darauf babe elbe geschwiegen, troßdem er Gelegenheit gebabt babe darauf zu antworten. So lange die Johannsen und Han en an der Spike der dänischen Agitation blieben, werde der Kampf weiter bestehen. Seine Pariiei billige durchaus die Maßregeln der Regierung.

Ab . Graf von Moltke (fr.kons.: Wenn ich mich für die Interpe ation babe einschreiben lassen. 0 geschah das nur, weil ich den Interpellanten unsern tiefgefüblten Dank dafür aussprechen wollte daß fie uns Gelegenheit egeben haben, diese Angele enbeit ründlicki n erörtern. Herr Bartß bathemäßigt, fast schü tern ge?prochen, feine Rede war ein auf dem tock aebliebener Artikel der „Kieler ZeitunZ'. Die freisinnige reise hat sich auf die Profe oren Paulsen und aftau berufen. iaene Information in ordschleßwig bat sie nicht eingezo en. Herr Barth bat sicb auf einen evan- gelischen Geistlichen erufen' das ist Wohl das erfie Mal, daß der reisinn sich auf die Geif'tlicbkeit berufen bat. Die Mittheilungen des errn Barth, der seinen GewäbrSmann nicht genannt hat (Zu- ruf: Wir wollen ihn nicht der Verbeßung ausseßeni), stammen wohl von dem Korrespondenten des „Berliner Tageblatts“, welcher eini e Wochen in Nordschleswig zugebracht und nun aus der Que e reichster Erfahrung sein Urtbeil gefälit bat. Ueber Herrn Blell, mit dem sicb Herr Richter identifiziert bat, s weigt man am besten, oder man lacht über ibn. So lange die Skandinavier unter sich nicht einig find, wollen wir ern auf ihre Vundeögenoffenscbaft, die Herr Barth so sebr gerü mt bat, verzichten. Daß Urtbeil der ausländischen Presse geniert uns nicht; die Zeiten, wo wir nach dem Auslande schielten, sind vorüber seit dem Amtöantritt des Fürsten Biomarck. Die Interpellation trägt die Unterschrift sämmtlicber freisinniger Abgeordneten mit Außnabme des Abg. Ehlers, was für uns von Bedeutung ist, und des Abg. Virchow. Die Interpellation fragt, ob der Ober-Präsident die Außweisungen angeordnet hat. Das 1 ja bekannt; Herr von Köller hat es selbst erklärt. Da die Regierung die Ausweisungm mit ihrer Verantwortlicbkeit deckt, ift auch bekannt. Das beweisen die Auslaffun en der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". (Zuruf des Abg. artb: Auf solche Zeitungßbericbte geben Sie etwaSY Ick schmeichle mir, die Zeitungen mit Ver- fiändniß zu lesen. Herr von Köller ist der populärste Mann in Schleöwtq-Holftein. (Zuruf: Bei seinen Untergebenen!) Wir sind ibm dankbar für sein festes Auftreten. Der Fortschritt nimmt ab. (Zuruf: Sie sind bei den Reichßtagßwablen durchgefallen!) Der Fortschritt in Schleöwig-Holstein wendet von seinen alten Führern ab. Ich werde jetzt genötbigi sein, den leichten Galavteriedegen der Satire aus der Hand zu legen . .. (Zuruf: Satire?) In nationalen Fragen werden meine politischen Freunde und die Regierung die auberflöte des nationalen Bewußt- eins nicht eher aus der Hand legen, als bis sie alle mit uns tamen. Die dänische Preffe verftedt unter dem Königlichen Hause nur das danifche; sie spricht nicht von Nordicbleewig, sondern von Südjüiland; das Abfingen der „Wacht am Rhein“ wird als Cbikanieren bezeichnet. (Redner verliest verlesende Aeußerungrn des „Flensborg Avis" über den Feldmarschall Grafen von Moltke.) Der vom preußitcben Abg. Hanßen redigierte . ejmdali“ führteinectwas gemäßi-tere Sprache, die aber immer nochs rf genug ist; er hat z. B. einma davon gesprockoen, daß es dem dänischen Königxpaare noch vergönnt sein möge, den Tag zu erleben, der NordschleSwig wieder mit Dänemark vereinigj. Das sind die friedlichen Zustände, bei dexien man mit den aewöbnlichen Ver- baltungßmaßregcln auskommen 7011! Die deutsche Bevölkerung wird von den Dänen wiribsgsafilich und gesellschaftlich boykottiert. Die deUtscbe nationale P1ene hat in Nordschleewig wenig Einfluß. Der Einfluß der „Kieler eiiung' hat bis jetzt in Nordschleswig iebr weit gereicht. an wird Mittel ergreifexi münen, um eine wirklich nationale Preffe dort zu Waffen. uch die Einwirkung des deutschen Schullebrsrs ifi nicht allzubocb anzuscblagen gegenüber dem Einfluß des feindseliÉen dänischen Hauses. Weder die Polizei. noch die Justiz, noch die irche kann in diesem Zwiespalt das Deutscktdum unterstüßen und schützen. Die Aktion des Herrn von Köiier charakterisiert sich als Abwehr aus- ländischer Angriffe und Schutz des Deutschtvums. Wir sieben nicht auf dem Siandpunkt, daß der Staat vor allen Dingen das Jnrividualrecbt zu respektieren babe, daß er im übrigen sehen e, wie er zu seinem Recht kommt. Es sind 300 Aus- wei ungen erfolgt, darunter befinden sich aber auch die- jenigen, welcbe wegen anderer Verfehlungen, und diejeni en, welche wegen_Tbeilnabme an der Agitation aukgewiesen sind. habe den Auftrag eines meiner politischen Freunde, mitzutbeilen, daß der Kriegerverein in Kapveln die Maßnahmen des Ober - Präsidenten von Köiier durchau§ biüigt. Herr von Köller wird überall mit großer Freude aufgenommen; das beweist, das; es in SchleSwig-Hoistein eine stoße Anzahl von ruhig und anfiändig denkenden Leuten giebt. Wir haben die Interessen der deutschen Bevölkerung in erster Linie zu vertreten. Ich konstaiiere, daß die preußische Regie- rung schon eine Reihe don Maßnahmen zur kulturellen Förde- rung der Provinz getroffen hat; ich hoffe, daß fie auf diesem Wege fortfahren wird. Wenn man seine Blicke durch diese Mauern hindurch ins Vaterland richten könnte, so wird man überall das Gefühl finden: Wir sind Deuische und wollen es bleiben. Ich möchte mit einer kleinen Variante an ein Wort des alten Friv anknüpfen und sagen: Der wird fich Schleßwig nicbt nebmw lassen. Ich schließe mit dem Worte des Liedes: Deutschland, Deutschland über Alles, über Alles in der Welt, wenn es treu zusammenhält.

Vize-Präsident des StaatS-Ministeriums, Finanz-Minifier 131". von Miquel:

Meine Herren! Geßatien Sie mir nur wenige Worte, weil ich Jbren Verhandlungen infolge einer StaaiSminifierial-Sißung nicht weiter werde beiwohnen können. Ich glaube, meine Herren, die Lage und die Frage, über welche Sie fich entscheiden und eine feste Mei- nung bilden sollen, ist schon jest vonommen klar; es ist kaum notb- wendig, noch weiter über die Sache zu sprechen. Ein Jeder von uns, glaube ich, hat jest, wenn er nicht vorher schon unterrichtet war, über die tbatsäcblicl'en Zustände in Nordschleswig ein vollständig klares Bild, und ich bin überzeugt, es wird im ganzen Hause niemand sein, der fich den so sachkundigen und sich lediglich auf eine objektive Dar- ftellang beschränkenden Ausführungen des levien Herrn Redners wird haben entziehen können.

Meine Herren, ich muß auch meinerseits anerkennen, daß der Herr Abg. Dr. Barth die Aufgabe, fich aus der Sackgaffe, in welche sich diese beiden feeifinnigen Parteien bineingebracbt haben, möglichst berauSzureden, in einer sehr intelligenten und feinen Weise gelöst hat. (Heiterkeit)

Er hat wie ein geschickier Advokat alles pro si“- oont-ra zusammen- gestellt, aber immer nur in allgemeinen Wendungen; auf die Basis der tbatsächl'uben Zustände, auf welcher doch allein eine Regierung!-

maßregel beuribeilt werden kann, auf diese Basis sich zu begeben, uns“

die wirklichen Zustände in Schleswig zu schildern, das hat er ver- mieden. (Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen.) Meine Herren, er hat mich persönlich gewissermaßen iuterpelliert, indem er sagn: gerade die deutsche Pbilifierbaftigleit, welcbe glaubt, große Fragen mit kleinen Nadelftichen, mit kleinen polizeilichen Maßregeln lösen zu können, diese Pbilifierbaftigkeit, von der ich gesprochen kälte, von welcher ergeglaubt babe, fie sei nun allerdings in Deutfcbland über- wunden, sie babe bier einen bedenklichen Rückfall in dem alten Polizeistaat gefunden. Diese PbUisietbaftiskeit babe ich aber nicht gemeint, und

ßerdieLdör ung-

“W- “' Ms “Häu- baii ck ank nickt so'vuauu» We:-

die ald: Pbilißtkbaftiakelk lag mit im Sinn, die inder weltbüraer- litben, weisen Betrachtung den Krieg lieber saß in der Türkei als“ bei uns, welche den nötbigen nationalen Stolz, welche -“- iik gebrauche deu Anodruck dreist -- den berethtigien nationalen Egoismus nicbt kannte, jene Pbilifterbaftigkeit, welcbe nicht den nationalen Sinn der Vertbeidiguug des Vaterlandes gegen das Ausland kannte, welche immer fürchtete, Anderen, nämlich den Ausländern, Unrecht zu thun, und immer geneigt war, den eigenen Regierungen, welcbe kräftig die natio- nalen Interessen vertbeidigten, Unrecht zu geben, - dies es Philister- wesen babe ich gekennzeichnet, und ich habe gesagt, diejenigen, welcbe noch jest mehr oder weniger auf diesem Boden stehen geblieben sind,

„werden in der Folge daran keine Freude baden; denn glücklicherweise ifi unser deutsches Nationalgefübl jest so stark, daß eiue solche An- “'

schaumig keinen wesentlichen Boden mehr, im Volke haben kann. (Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen.) Herr Graf Moltke bat hierüber den Herren gleich die Quiitung gegeben, und zwar namens der sämmtlichen Abgeordneten von SchleSwig-Holsi-iu; auch sie haben gesagt: die von der hiesigen Berliner Presse eingenommene Haltung, die von den freisinnigen Abgeordneten und einem vereinzelten Ab- geordneten aus Schleswig eingenommene Haltung wird vom Stand- punkte der Partei, die sie vertreten, ihnen in Schleswig-Holstein nur schaden und in keiner Weise nähen. (Sehr richtig! rechts.) Das ist genau die Bestätigung der Ansicht, die ich über dies Pbilisiertbum außgesvrocben babe.

Meine Herren, uns in Deutschland wird in manchen Beziehungen die Verschmelzung von Grenzprovinzen, die einer anderen Nationalität angehören, schwerer als anderen Nationen, nicht, weil wir es an Ent- gegenkommen iebleu ließen, nicht, weil wir gerade auf dieseProvinzen und für dieselben die größten Opfer verwenden, nicht deswegen, weil wir nicht positiv geistig, wirtbscbaftlicb und sozial diese Provinzen zu heben suchten, sondern, weil wir nicbt in der Lage sind und es wobl auch nicht brauchen, jedenfalls bisher nicht wollten, diejenigen Kraft- mittel anzuwenden, welche in solchen Fällen andere Nationen anzu- wenden nicht scheuen. (Sehr richtig! rechts und bei den National- liberalen.) Beides, pofijive Förderung und nöibigenfalls Re- pression, muß zusammengeben; wir müssen die Machimittel anwenden und, wenn wir sie nicht zur Hand haben, sie da suchen, wo wir sie mit Gerechtigkeit finden können, um solcher feindseligen Agitation, die offen und direkt den Zweck zweifellos verfolgt, Theile von Deutsch- land und von Preußen abzureißesi, mit Erfolg entgegenzutreten.

Meine Herren, die Polen sowohl als in Nordicbleéwig die Dänen genießen alle Freiheiten, alle verfaffungömäßigen Rechte, welche die Deutschen genießen, bei denen es doch nicht vorkommen kann, daß derartige Bestrebungen stattfinden. Wie anders z. B. in Frank- reich! Wenn wir bier Ihnen vorschlagen wollten, die in fremder Sprache, wenn auch von Deutschen herausgege- benen Blätter für Auslandsblätter zu erklären - w'“ würden Sie uns wobl antworten? Meir?!“ Herren, würde Jbr deutsches BiUigkeitßgefübl sagen: das gebt doch zu Mir „' solchen Maßregeln können und brauchen wir auch nicht zu greifen. Und welche anderen Aufgaben schwerem Art auf diesem Boden haben wir als Frankreich! Das kleine Nizza - was will denn das be- deuten, welches obendrein in wiribscbaftlicber Beziehung noch v-a Frankreich abhängt. Und was gcschab in Frankreich? Das radikale Ministerium Bourgeois trat in die Kammer und legte einen Gesetz- entwurf vor, der nur einen Paragraphen hat: jedes in fremder Sprache in Frankreich beraußgegebene Blatt ist ein Auslandsblatt. (Hört, hört! rechts und bei den Nationalliberalen.) Ohne Wider- spruch in der Kammer, da es sich um eine nationale Frage handelte (hört, hört !), ich glaube, mich zu erinnern, sogar einstimmig wurde dieser Paragraph angenommen. Derselbe Minister begab sich dann in den Senat - ick) glaube, an demselben Tage -, die Dringlich- keit wurde erklärt wie in dem Abgeordnetenhause: das Geseß war publiziert. Einige Tage darauf war das große italienische Blatt .Der Pensiero' todt.

Meine Herren, wir verzichten auf solche Mittel; wir glauben auch, sie nicht zu gebrauchen. Vielleicht ist das Bewußtsein von der Gefahr, die in diesen Sachen steckt, in Deutsäzlarxd auch noch nicht groß genug. Wir bekämpfen uns ja selbst noch deswegen, weil das einzige Mittel, diesen dänischen Agitationen mit Kraft entgegenzutreien, hier zur Anwen- dung gekommen ifi. Und wie ist es zur Anwendung gekommen? Es istscbon von einem Vorredner darauf hingewiesen, daß im Ganzen 142 Per- sonen, fast außnabmslos uaverbrirathete Diensiboien, aus Nord- schleöwig ausgewiesen sind, daß davon aber 40 sofort, da sie die Stellung wechselten, die Erlaubnis; erbaten, in Deutschland zu bleiben und auch diese Erlaubnis; erbalien haben.

Da sieht man doch deutlich, daß wir nicht gegen den einzelnen dänischen Dienstboten kämpfen, daß wir nur ein System bekämpfen, maffenbaft Dänen aus Jütland ins Land zu ziehen und durch die Vermehrung der dänischen Bevölkerung und dänischen Kreise einen solchen Druck auf das Deutschtbum aussuüben, daß es sich nicht mehr allein zu wehren vermag. Und dazu soiiten wir nicht berechtigt sein? Aus dieser Maus macht man einen Elefanten, ein gewaltiges Geschrei in der Presse? Regt das ganze Ausland gegen uns auf? stellt uns dar wie Barbaren? - Ia, meine Herren, ich sage mit Be- dauern: in einem anderen Staat und bei einer anderm Nation könnte daß“ schwerlich kassieren. (Sehr richtig! und lebhafter Bei- fall rechts und bei den Nationalliberalen.)

Meine Herren, wir wünschen mit unseren dänischen Mitbürgern in vollem Frieden zu leben. Wir wollen auch hier nur für den Frieden kämpfen, und ich bin überzeugt, wenn diese dänischen Nord- fchleßwiger endlich begreifen, wie nachtbeilig ihnen selbst diese Ngitaiionen sind, wie hoffnungslos sie in ihren Zielen sind, welche großen Vortheile fie von der deutschen Aktion namentlich in der positiven Richtung der geistigen und wiribscbaftlicben Hebung von Nordschleswig selbfi genießen, so wird allmählich immer mehr die Uebertragung durchdringen, daß diese hauptsächlich von der anderen Seite der Grenze in das Land geworfene Agitation zum eigenen sGweren Schaden der dänischen Bevölkerung Nordschlekwigs gereicht.

(Seblaß in der Zweiten Beilage.)

ZweiteBeilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußis

«W123. _

die dänischen Vereine nach ck nicbt, daß die dänis Nordschleßwia däniich wi Wunsch kundgegeben. llicht werden soll, ck| keine Ge

(Schluß aus der Ersten Beilage.) Wir haben vor unseren Miibürgern dänischer Sprache in Nord-

schleswig, vor ihrer Tüchtigkeit, ihrem festen, entschiedenen Charakter den größten Respekt. Ick finde es auch natürlich, daß eine dänisch redende Bevölkerung es unangenehm empfunden hat, daß plößlicb ein Schnitt zwischen ihnen und Dänemark in tieferem Maße, als es früher der Fall“ war, gemacht wurde. Vorher haben diese dänisch redenden Nordschleßwiger sick) wesentlich gefühlt als Schleswig- Holßeinet. Vorder sprachen sie meistens deutsch, das Deutscbtbum prävalierte, und wie sie 1th allmählich dahin gebracht sind nach “den Mittheilungen des Grafen Moltke, daß, wenn sie den deutschen Soldatenrock ablegen, sie sich wieder als Dänen fühlen, so fühlten sie |ck früher, wenn sie den dänischen Rock ablegten, als Schleswig- Holsteiner. (Sehr wabrt rechts.)

Nun, ein solcher Uebergang mag ja unbequem.und nicht_leichl

fein, aber wir alle haben das größte Interesse -- und das hat ja auch der Herr Abg. Barth ausdrücklich anerkannt, daß zweifellos diese

ganze Vereinigung von Nordschleswig und Preußen für eine absolut

definitive allseitig anerkannt werde -, denn die Regierung und der Landtag müssen sich so verhalten, daß diese dänische Agitation nicht in

einzelnen Theilen Deutschlands oder in einzelnen Parteien, wenn auch nur scheinbar, Bundeögenosien zu finden glaubt. (Sehr wahr! rechte.) Ich

muß sagen, daß in dieser Beziehung an der Rede des Herrn Abg. Bartl) nichts außzuießen isi. Er bat die ganze Sache vom nationalen, patriotischen Standpunkt aus behandelt, “er erklärt nur das Mittel, was bier ergriffen ist, für falsch, und ich babe mich gefreut, daß er den Dänen darüber auch nicht den geringsten Zweifel gelassen hat.

Meine Herren, wir wünschen auch mit dem dänischen Staat und

dem dänischen Volk in Frieden und Freundschaft zu leben - und wir hoffen, daß bei der Menge natürlicher, historischer und Stammes- bande, einer Menge wirtbscbaftlicber, gemeinsamer Interessen - denn

in Wahrheit sind diese beiden Völler wirtbscbaitlicb sehr eng ver-

bunden und natürlich auf einander angewiesen -, wenn' die alten

Wunden mal vernarbt sind, diefe natürliche Lage beider Völker erkannt wird und wir mit unserem Nachbarstaat Dänemark in vollem dauernden Frieden und Freundschaft leben. Wie sebr wir das wünschen, und

“?Z'vie sehr wir Rücksicht genommen haben auf geschichtlich leieht erklär-

" '*e noch vorhandene Verstimmungen, geht ja daraus hervor, daß

«„ eines Wissens gegen eine Agitation, die, ich will nirbt sagen durch

die Beböiden, aber doch unter Duldung und Nicbiverbinderung seitens der Behörden von der dänischen Grenze in das preußiicheLand hinein- getragen wurde, niemals reklamiert worden ift, obwohl wir dazu bielleicbt begründete Ursache gehabt hätten.

Meine Herren, ick) hoffe, daß diese Verhandlungen wesentlich zur Klärung der Verhältnisse nach innen und außen dienen werden. Ich kann anetx und uns nur wünschen, daß die ganze Debatte beziehungs- weise ein etwa zu faffender Beschluß nach allen Seiten bin diese An- gelegenheit voliständig erledigt, und daß die deutsche Nation nach dem Wunsche der Schlußworte des Herrn Vorredners auch hier zeigt: Gegen Angriffe, die auf die Gesammination und die Integrität des Reicbs und Preußens gerichtet sind, find beute - wir brauchen es nicht mehr zu wünschen - sind heute alle Deutschen einig! (Leb- hafies Brady rechts.)

Abg. von Vülow-Voibkamp (konf.) erklärt, daß seine Freunde

voUfiändig mit der Haltung der Regierung einverstanden seien, da die Einwanderung zahlreicher dänischer Clemente eine Geiabr in_sich ge- schlosrn babe. Die Zahl der Außwetsuagen sei durchaus nicht eine sehr große, und eine Beunruhigung sei im Lande _nicbt entsxanden, höchstens in der „Kieler Zeitung“ und in den Köpien ibrkr Hinter- männer. Die ganze Fraktion stehe hinter der Regiexung und hinter Herrn von Köller. -

Aba. Munckel (fr. W.): Der Finanz-Minisier glaubi_Herrn Barth das Zeugnis; ausstellen zu müßen, daß er auf dem nationalen Standpunkte liebe, und die Redner glauxcn auch, mit c-roßcm Pathos nationale Gesinnung verkünden zu mänen; D_i_e deutsche Gesinnun zu versichern, soüte man in diesem Haufe nicht mr ndthia ,in-lien It denn nationale Gesinnung und Anerkennung der Zwrckmaßtakeit der Maß- regeln des Oder-Präsidenien von Kölier durchays dasselbe? Wir Wollen wissen, ob die Yk»ßcegeln von der Regierung ielbfi ausgeben oder 01) fie dieselben billigt. Graf Moltke ist wir der Autoriiat der_sNorddeutjchn Allgemeinen Zeitung“ zufrieden geweien. Wir fragen dieYSiaatSregit-„rung trotzdem, um ihr Zugeständnis: zu baden, nicbt hloß vor dem quse, sondern am!) vor dem Lande. Denn die Majo:itat dieses Hayies deck] |ck mit der Majorität des Reichstags nicht. Ist eine dar-ilche Azt- tation mit Zulassung dänischer Behörden getrieben worden, so werden wir uns ja mit “dieser Frage im Reichstage noch beicbaitigen können. Daß deulsch: Sitte, deutichs Recht und deytsches Volkethum auf- recht erkalten werden muß, ,ist seldsiverständlick). 2113er ob man mit den Anßweisunaen zweckmaßtg gehandelt ha!, iii eme andere Frage. Die vom Grafen Moltke angezogenen Artikel. sind älteren Ursprungs; sie geben keinen Anlaß zu den heutigen Maßregeln. Die Agitation hat immer bestanden, em Z-ici'en fur eine gute Regie- rungsvolitik ist is also nichi, daß die Agitation gewachsen, n1cht_ ver- hindert wordenist. Vor mehreren. Jahren antwortete der Unterrichts- Minifier, daß die Regierung mii_ dem aeqenwartigen S_tande der Agitation sebr zufrieden sei, daß die Deutschen und_rie Dancn ruhig neben einander lebiea. Herr von Köller bai erklart„ daß er mm endlich sein Obec-Präfidium antreten wolle. Wenn seine _Maßreaeln erfolgreich wären, könnte man sicb damit einverstanden erklaren.“ Daß manc?e wirihicbafiliibe Existenz dabei zu Grunde gebt, daran 111. kein Z-vei el. Die ')iordscblestviger wurden 1866 Preußen, ebr gegen ihren Wilier. Herr vrn Köüer hat erklärt, „daß er danis (Sprache und Sitte nicbt auxrotten wolle. Das wird ihm auch„mcht gelingen. Den dänischen Gesellschaftsvereinen ba: man Schwierigkeiten bercnei, sie der Konzesfionspflicht unterwerfen wollen u. !. w. Man'wtil den dänischen Eltern sogar das Erziehungsrecht nehmen. Es liegt mtr ein derartiges gerichtliches Urtbeil vor. Der Auztßricbier, der es unterzeichnet hat, ist Mit lied des gegen die Danen agitierendeu deutschen Vereins. Der aisenratb und der zuerst bestellte Pfleger hatten nichts daqeaen einzuwenden, daß ein Vater seine „Tochter anf eine dänische Schule sch cki. Ein jweiier Pfleger fand dann etwas Staatkgeiäbrliäzcs. Ein Däne lebte seit dem 16. Lebensjahre in Schleswig. Er stellte fick) zur Armee, er ließ sich naturalisieren und zadlie 50 .“ Stempel dafür, aber vier Tage ipäier wurde er gus- aewicsen. ib er die 50 „44 wiederbelommen bat, Weiß ich nicht. Bei 160000 dänisch rrdendcn Denkschen mgcbt die Aurweifurzg vdn 300 doch garnichts aus. Wir baiten cin? 1o1che Maßiegel nicht fur aut ud nicht für klug.

In der Front haben wir sie angegriffen!)

Berlin, Donnerstag, den 26. Januar

Abg. Dr. Friedberg (nl,): Der Vorredner kann mit jedem anderen Redner den Wettsireit im Pathos aufnehmen. Ich will diesen Fehler vermeiden. Ein fernere: Fehler war es, daß Herr Munckel die Majoritat des ReiÖSiags aegen die des Landtags aus- spielie. Die Majorijät im Reichsrag kann nur dadurch entliehen, daß sich ihr diejenigen Abgeordneten zugesellrn, die jede Sinats- und Gesellschafwordnuu? negieren. Ich kann es nicht billigen, daß der Vorredner richterlcbe Fandlun en einer Ktijik unterzieht. Das sollte er der_richterli en JnYanz überlassen. Es ist ein »er- derblicbes Sykiem, sich auf Richtersprücbe zu berufen, wenn sie einem passen, ße zu verwerfen, wenn sie einem nicht paffen. Mit dem Politiker Herrn von KMU! haben auch wir im Streit gelegen.

ist handelt er als höchster Verwaltun Ibeamter der Provinz, und i n in dieser wegwerfenden Weise zu be andeln. kann die Autorität der Regierung nicht beben. Cine Heldenjbat bat Niemand in dem Vorgehen des Herrn von Köüer gesehen; das ist eine Verwaltungs- maßreqel und keine Heldentbat. Viel mehr bin ich mit der Be- bandlungsweise des Herrn Barth, die er der Salbe angedeihen ließ, einderftanden. Aber Herr Barth (ollie nichr glauben, des; es in Nordschleßwig keine Leute mehr giebt, die auf den Artikel 7 des rager Friedens spekulieren. Wenn der Abg. Hanßen auf d e Losreißung NordschleSwiZs von Preußen hofft und dann sub in unsere Reiben se 't, so ist das 111 einem anderen Parlamente nicht möglich. Herr Han en wird fich ja darüber noch aussprechen können. Ableagnen wird er das nicht

"können, was vorgebracht ist. Was hier vorgebracht ist, zeigt, daß die

Regierung die Hände nicht in den Schoß legen konnte, obne ihre Pfiicbten gegen das eigene Ladd zu verletzen. Aus den Ausführungen des Kultus- Ministers gebt deutlich hervor, daß der dänischen Sprache die ge- bübrende Rücksicht gewährt wird. Ein Kampf von Schule und Haus braucht daraus nicht zu entstehen. Nicht bloß barmic-se Dienstmädchen sind außgewiefen, sondern aueh solche Personen, die sich an die Spiße der antinaiionalen Agitaiion gesielli baden. Ob die ichon eingetretene Besserung dauernd sein wird, können wir nicht voraussehen. Die Wirkung hat aber eine Abschwächung erxabren durch die Art und Wxise des Auftretens der freisinnigen Partei. Dadurch wurde die Schärfe des Schwerts der Regierung abgestumpft.„ Wir halten cs nicht für angebracht, bei einer solchen nationalen Aktion der National- rt'gierung in den Rücken zu faUen. (Widerspruch Und Zurufe linke: Dem Prinzip der Liebe und Lanamuib haben wir 30 Jahre lam] gehuldigt. Wenn die Agiiawren nicht die Widerstandskraft fühlen, dann werden wir nichts erreichen. Wir wücdcn den größten Werth darauf leden, mii Dänemark in Frieden zu leizen. Wenn er den Frieden schaffen will, dann mag Herr Barth 1eine Rede der- Herren in Kopenbasen halten. Aber von jener Sxite wird nicht derselbe Wert!; auf die guten Beziehungen zu Deutschland gelegt. Wenn Herr Barth Leinen Einfluß dahin geltend machen wollte, daß die Belästigungen der TeutschenYandlungs- reisenden durch eine Taxe, von der der Denunziant die Hälfte erhalt, aufhören, so würde er fich ein großes Verdienst erwerben. Wevn die Ausländer von zu viel verpuffter Staatsenergie !precben, fo hätten fie lieber auf die inländischen Verdaliniüe hinblicken sollen. Das Liebeswerben Gladstone? bat den Jrländcrn Jegenüber nichts genutzt; erst die Kraft Saliebmy's und Balfour's hat einen leidlicben Rieden geschaffen. Ich komme nun zu Herrn Richter, der über seine ede in der „Freisinnigen Zeitung" immer mit einer großen Selbst- beräucberuna 1chreibt. Redner verliest eine Stelle aus der „Frei- sinnigen Zeitung“, in der die Rede des Abg. Richter alsder Mittel- punkt der Debatte bingesteiit wird. Wem: die Unböslichkeit das Entscheidende sei, dann sei Herr Richter allerdings Allen überlegen.

Präsident don _Kroecher: Ich möchte den Redner dock) bitten, den Ausdruck „unböilicb' etwas zu umschreiben. Dcr AUSdruck ist nicht parlamentarisch.

Abg. Dr. Friedberg (iorifabrend): Wenn man alle Sriyen von der Rede des Herrn Richter abzieht, dann bleibt eigetnlich so wenig übrig, daß man glauben könnte, die Vertheidigung drs freifinngen Standpunktes sei von Herrn BleiZi diktiert worden, der sich die Aufgabe zumißt, zwi1chen Deuticbland urid Dänemark Beunruhigungen zu schaffen. Die Deutschen in Amerika beabsichtigen nicht, einen Theil O_on Amerika loxiu- reißen; ebenso liegt es in dcr SÖWSU, wahrend bei uns die Loetrennung eines Grenzdisiriktes erstrebt wird. Herr Richter fordert Gleichbereckotiguna für die Dänen. Wer bestreitet ibizen diese Gleich- dereciztigung? Diese Gleiäoderechtigung ist nicht geiabrdet, wir der- langen aber, daß wir die Herrcn in unserem Hause blciken, und das; es keinen Bruchtbeil der Bevölkerung giebt, dil die LOSreißung auf seine Fahne schreibt. Damit ballen wir uns an die Tradition des Liberaliömus, der nur deshalb wirksam der Einheit vorarbeiien konnte, weil er auch das Nationale auf 1eine Jaime geschrieben batte.

Ab . Hanßen-Apenrade (Däne): Was mir immer _dor-zebalten wird, it em berauSgeriffener Saß aus einer Rede, die ich gehalten habe, ebe ich Abgeordneter war. Ich bin deshalb verhaftet worden. Ich habe nicht so genau verfolgt, wie meine Vernehmungen zu P_ro- tofoll genommen worden sind. _Ich habe die behaurieten Außdtucke niemals gebraucht. Das Px grietz wird in Nordicbicswig sebr 1charf gebanddabt, und iroßdem it 1898 nur ein Preßprozeß gegen die dänische Preffe geführt worden, in welchem 50 „14 Geldstrafe ver- hängt wurden. 1897 sind nur vier Preßprozcne eingeleitet worden, in zwei Fällen sind Bestrafungen erfolgt wegen drs Gebrauchs der Bezeiwvung .Süd-Jütiand'. Der Minister des Innern U'c'id die schleswia-bolsteiniscben Abgeordneten sollten dafür sorgen, daß die Be- amten sich eines anfiändigen Tones gegen die Danen bedienten; Ladd- rälb: baden Wähler, welcbe dänisch gestimmt haben, als Memeidtge, sie haben die beiden dänischen Abgeordneten ais Bezahlte Agitakioren bezeichnet; die Kreisbiätter sprechen davon, daß man den daniscben Redakteuxen einen Siein an den Hals binden und sie in das Meer Werfen sollte. Wie steht es mit der von Dänemark aus beeinflußten Agitation? Es sind von 1867 bis 1890 über 51000_Nordschleswiger nach Dänemark ausgewandert, welcbe dort südjütlandtscbe Vereine x_u gcseliicbaftlichen Zvecken gebildet haben, die auch die Mitiel auk- brinaen für Freipläße auf den däni'cben Schulen. Von Losreißungs- bestrebungen ist dabei gar nicht die Rede. Solche Beschuldigun?en müffen wir mit Entrüstung zurückweisen. Wir haben den W]!!! ck, mit Dänemark wieder vereiniat zu werden. *.*-lber wir stehen aus dem Boden der preußischen Verfassung, Fordern jedoch auä) unsere Rechte als preußische Männer; wir wollen unsere dänqcbe Sprache und Kultur

*aufrecht erhalten.

GebeimerRegierungs-Nath Holtz: Die vom Minister angeführte Aeußerung des Abg. aussen ist 1895 *geiallen. Es kommt darauf an, ob der Vorredner ch noch zu den darin enthxiteneu Anscbariungen bekennt. Er hat das nicht in Abrede gestellt, alio muß er die An- fchauung wohl noch tbeilen. Ein Artikel des Vorredners enthielt eine schwere Beschimpfung des Hochseligen Kanets _Wilbelm ]. Die Anklage wurde eingeleitet, aber konnte nicht durchgefuhrt werden, weil festgesteUt wurde, daß der Artikel noch nicht den Versuch des Landes- verratbs enthielt. Die Bestimmungen des Strafgeseßbuchs reichen also nicht immer aus. Die Vereine sind durchaus iiicht immer sebr darmlos. Redner verweist auf die landwirtbicbaftlicben Vereine, in denen durchaus politische (Gesinnung betbatigx worden fei.

Abg. Jürgensen (vl.): Wenn die Danen fick) bedränZt fühlen durch die Richter, dann sollen sie “[ck an die feitgesesten nsxaxnen wenden und nicht ihre Beswwerdm ier_ vorbringen. Daß die daniscbe Presse eine ungebübrliche Sprache gefuhrt bat, brauche ich nicht erst

chen Staats-Anzeiger.

1899.

;;“ «Wi,? (: e Hiwi

Wenn dieser Wunsch so ist das ungeseßlicb, walt anwenden wollen, s Strafgesevbucb sie nicht treffen. sich ist Herr Hanßen au licher Gerichtssißung angesprochen. die hier als Vertreter des pre welche auf die L frage ich: stimmt _ Abgeordneten? Die der daniscben Agitation hervorgerufen worden; waltungsmaßregeln waren erst die F Regierung die geeigneten Mitte vernichten, damit, der frühere

Darauf Wird die Debatte geschlo

. Aba. Richter (fr. Volks»); liberalen Redner angegriffen worden bin, i beantragt worden. Mit der il) Friedberg mir Selbstberäuäoerung 5 Artikel der „Freisinnigen Zeiiung“ was ich gestern zu Beginn meiner eine trockene Registrande über die

Persönlich bemerkt Abg. Han Standpunkt des Auswruchs stebe, d

Abg. don S1rombeck(3entr Schluß der Debatte das W Friedberg beräucberung' gern ersetzen Dieses liegt dinin. daß man schreibt, ittelpunkt der Debatte gebildet.

Schluß 43/4 Uhr. (Nechnungsvorlagen un halts-Etats.)

zu beweisen, Da können, data

aber praktisch verwir _ Weil die Dänen zuna halb kann da die Gewalt an nicht; das hat er in d ent- Wena Mitglieder des boden ußiscben Volkes erscheinen, Be- ostrennung eines I; das überein mit den Pflichten

Verschärfung der Lage ift von Ich hoffe, daß die

eifen wirdxtum rie Agitation zu Persönlich bemerkt

m von einem national- ist der Schluß von derselben m eigenen Gesvreiztbeit bat“- Der vcrlesene-* [; t aber nichts weiter, als Rede gesagt habe, und dann folgt arlamentßdcrhandlungen. _ en, daß er nicht mehr auf dem en der Minister zitiert babe. .) konstatiert, daß ihm durch den ort abgeschnitten worden “ft Ick will den

ebungen verfolgen, Preußen abzielen, s eines preußischen

olge davon.

Frieden wiederkeb

orgeworfen.

uLdruck „Selbst- durch den Ausdruck ,ein fixrkes Selbst- die eigene Rede babe

onnabend 11 Uhr

Nächste Sißung S Staatshaus-

d zweite Verathung des

Handel und Gewerbe.

Der Außweis der Reichsbank vorn 2 weiiere Stärkung des Standes. Der aesa 885 323 000 (1898 948 637 000, Vorwoche gegenüker um 41090 25791000) 146 dermebrt; (1898 915 157 000, 42 181000 (1898 angewachsen. (1898 564 395 000, 1897 (1898 um 18 252 000, 1897 um 15 74 der Bestand an Lombanrdiord 1897 97 178 000) .44 iii um 15 95 26 235 000) «44 z rammen ist also ein 1897 um 41975000) «44 der Betrag; der umlaafexden 1 096 275 000, eine Abnahme 53 960 000) «44, während d keiten (Giro,;utda'den) mit 464 091000) „46 um 31457 39 814 000) „56 aiißéw0ch102 sind.

3. Januar 1399 zeigt eine mmte Kaffenbeitand von 776 000) „44 hat sich der 000 (1898 um 33 273 000, 1897 um

Metalibeiiand 885 116 000) um 32 165 000 ,

603 498 000) «18

852 480 000

um 28 508 000) „44 630 328 000 hat sich um 43 080 000 0000) „44 vermindert, und auch 74133 000 (1898 82 212 000, 4000 (1898 um 25 976 000, 1897 um ? diesen beiden Anlagekonten zu- um 44 228 000, fiver Seite zeigt Noten mit 1 097 016000 (1898 Vorwoche geaenüber

LFUUÜLU don

urückaegangen; au Rückgang um 59 034000 (1898

1 040 794 000) „46 der 02 000 (1898 um 55 626 000, 1897 um ie s onftigrn täglich fälligen Verbindlich- 436 247 000 (1898 443 397 000. 1897 000 (1898 um 43 234 000, 1897 na

efiellung für Kohlen und Koks dr und in Oberschlesien. M. gestellt 15126, nichi ckck!-

sind am 25. d. M. gestellt 4434, 112-171 recht-

Tägliche Wa-zeng

an der Na An der Ruhr sind am 25. d, gefieÜt keine Wagen In Obersckdleiien zeitig gestillt keine Wagen.

Zwangwerfteigerunge lmtöaericbt 1 Berlin standen die Versteigerung: Friedrichstraße 25/26, erin Anna Miketta gehörig; Gebot von 523 500 .“ blieb Schlesinger , _ Blumenstraße Scbeibler, geb. Yirseland, gehörig; Hoiliefcran Moabit 98, für das Meistgebo der Frau Baumeister _FläÖe 3,24 a; Nußung von Wunsch, Bcrckdsir. 54. - der Zwangsversteigerung Dragoncrstr. belegenen, hörigen Grundstücks Beim König gende Grundstücke zur angeblich Hohen Balthasar zu _ 9240 „sé; für das Meistgebot meister August Müller *- Grundstück Gürtelstraße belegen,

Zis MeiÉigeoÉ enny rie

iurter Aüee 196, Erst wangsvnsteigetung des zu riedenaueriiraße 1 belegenen, in Berlin gehörigen Grundstücks. fahren der ZwangWersteiger Goiystraße 11 und Barbara) Maurermeister H

Beim Könißlicben *- nachbezeicbneten Grundstücke zur derwitiweten Rittrrquisbe Nußungßwettb 29 220 „46;

Meisidietender.

Hermann

Nußungswertl) 6660 „Fi; . W Heinrich,

tdon 98050 514 -- Boeckbfir. 54, geb. Voigt, Fwertb 5700 :X; Ersteherin wurde Aufgehoben wurde das Verfahren in der Münistr. 25 u. 26 rind dem Kaufmann Otio Damerow ge-

cht ][ Berlin sianch fol- Grundstück zu Sch ö n_e b e r g , Fräulein Helene

Fläche 12,65 a; Nuyungéwertb 201 000 „“ wurde der Klempner- Glediiicbstraße

Fritz Eichborn Fg;-

Eickhoff-

lichcn Amtheri Versteie erung: ftaufrnstraße 79 belegen,

Karléruioe aeböriki;

zu Schöneberg, Lichtenberg, dem Restaurateur NußungSwertb 104500 „46 winde rich, p_cb. Haegcricb,

Frau Maurermeister in Friedrichsbera, 1 wurde das Be angeblich Ecke Wieland- Carl Roeseler -- Eingestellt wurde das B xu Schöne berg, angeblich Grundstücks, dem in gehörig. Charlottenburg im Grundbucbe von tt 6233, auf den Namen Bayreuther-

eberin. - Aufgebobex Schöneberg, dem Kaufmann

astraße 78, belegenen offmann in Verl Königlichen Amtsgericht zu ist das Verkabren der Zwa der Stadt Charlottenburg, Maurerpoliers straße 1611]. zu Charlottenburg beleg Die Termine am 28. F 8 t. - Ferner Band 181 Blatt aurermeistets Herm. Knop (Parzelle 21) belegenen Grundst 15. März d. I. fallen fort.

Berlin, 25. Januar. Königlickoen Polizei- Dole-Ztr. für: *

sversteigcruug and 181 Bla ius Wulf eingetragenen,

enen Grundstücks aufgehoben

Nr. 6240 des auf den R eingetrage-cn, Bayreutherftraße

ücks. Die Termine am 14. und

Marktpreise uach Ermittelung“: des 6. (Höchste und niedr 870 .“; 15,90 „zu- - 'Fuiteraersie 13,90 .“; Sorte, 15,30 „14; 14,80 .“ - geringe Sorte 14,10 „44;

Preise-) pee gen 15,00 „Fi;

Sorte 14,70 „44;

- Mittel- chtsirob 3,66 44“,