1830 / 60 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ten, dem Herz:) e von Newcastle _geéanfé. Ex“ Habe diesen jedoch “nichr al:; sgeinen Patron angepchen, sey vwlmehr, nach,- dem er sein Geld bezahlt , «15 ein unabhängiger Engxänder, der sein Vakerland liebe, in das Paklamenc cixxgecréten. Ein schlochres Motiv habe er niemals gehabt„ "dem: hätw er unconskétutéoncllen A::fforderumgcn Folge leisten wollen , so würde er einen SLH mit großer Leiäztigkeéc' hadcn erlamgen können. -- Ver-käuékéchkeék, fuhr er fort, sex; Über das ganze Land verbreitec, und das, was in East-Reksord vorgefalxen, wäre noch “gar néchts im Vex'leeiche zu dem allgemein eréxxge- führten Gebrauche. “Man bet:rachte Nikhk sowdhl dan; fü“: ein Verbrechen, daß Beßecl)xn'.xx angctwmmcn werde, als die Un,- geschickléckyk'céc, cs merken zu laffen, so wie bei den Sparkdncra das St-ehlen keit; Verbrechen gewesen sey, die Cnrdeck'unxx aber eine Schnmch zur "Fokge gehabt hade. - SchTés§éich sprach sch der Redner 'mik Zadignation chs-U dic Prozess? aus, die kürzlich gegen die freie “*J,ckreff“-: Engkands ver- ängx wox'den seycn, und sag'ce, er xx:x“xssc de;; Gciwrax- nwald diessrhalb Ununmnmdcn radeln, jchn M7?!“ CML)

einmal sein eégener (des Rcdners) ssl)? geschéxékek Yerkheédi- .

ger gewesen sey. --„ Der Gesrcr'al-Anwald LT'WÖ'CÖU'TZ darauf, er hätte chdffr, daß nmu, da dic cmväézncen Pxo- ,zcsse näck)|ens vollstätxdég zm“ Spracklzs gsdrackzc wcrden “ydl- len (durch Sir C. Wctherekl, nnd zwcrr NWT erst am 8. Mdrz, wie es früher hieß, so::dcrn schon am nächskext Ddtmerskage) »vor der Haird m'khk weiter darauf anspécfen wÜrde. Da es inzwischen eéxmml geschehen sexy, so wolle er un'; dkmcréxn, daß er auf keéncn Theil seiner juristischen Laxsfhaßn mic wl- cher Zufriedenheit zurückblicke , als auf die ÉÜL'th'ck) von ihm geleiteten gerichtlichen Verfolgu:1g-;-11(Hörtck.“ Cr sex) cin (Ulf; richtiger Freund der Preß-Freéheét; d-xr Preß-Tyraxneé xxoerde er sich jedoch “immer widersefzem. „Isk es wohl,“ s(LZké Lk, zu rechtfertigen , daß ein öffemlicher oder Privat-Ch-axakker der Gnade eines MMWM Überlassen bleibe, der sich Uicxzk „scheut, die niedrigster: Falschheéken, die gröbsten Veriämudmx- _gen auszxxsprccden? D:“e von mir geleitex-en Verfolgxmgexx waren eben so nothwendig , um dem allgcxncéncxx CHNWLM der Presse eine CHrenrettung zx: verschaffexy «Ls um das Publikum vor ihren T))?ißbräxWen zu scHüéx.:311,“ «- Schließlich sagte Sir'Zames Scax'lckk, daß, wem; er das:;eé nicht seiner» Uederze'ugung emäß zn “T)Wdeén gcgkaUdk [Nice, er die übrigens von einer ury gebingtM ZeriMlécZen Vcr- folgun' en nichr eingejeiter haben würde, da er Ninczwcgcs seine (Zessnnungen einer Parte'r zum OWZ,“ gebrachc hade. -- Herr Peel, der die Rede des Sir“ Yx'ancés Bxxx'dckr e:“xxe vonihrem eigenltichen Thema ganz adwcéchende naUZUe und *die Bemerküug macdre, d&)? die jeßk in SCHWMLZ sexZ-eZTDM Lehren sich schwerlich in der von dem schu Barozxec widsc „“so sehr gepriesenen frühern Zeét der Coxxsxikniton Würden nacl)weise1i“laffe'n, fügre hiUzu, daß das gcgemvärkigc Reprä- setxkatéolks-Systexn dock) nicht soxscheckxc seym é'öm1e,;dx1 Pikczmd andere berühmte Parlamentégliedex' aks Vertreter fÜr FLcckeU, [wie die angegriffsnen , sick) bemerklich gexxmckx hätten. Wotlk? man

"den Mitgliedern Diäcen bewiUigen, 10 würde dies eime Aus-_

gabe von nicht weniger“ als 270,000 Pfd. vemérsachexx. Diss ' aber dürfte schwerlixh das Bertraneu des Volks in ste, WM:) 7es etwa nicht im rechten Maaße vorhanden wär-x, vsrm-shrow. "Für die Offenheitdanksnd; womikder Antragende (Marq. _von 'Blandford) zu Werke gegangen sey, erklärt? er, daß er ebensoof- ' fen und ohne Umschwetf seiner Motion slch :viderssZen müss . -- ' Herr O'Connéll erklärte sich für denAnrrag, ohne jxd'dck) den iäten-Vorschlag billigen zn kö_t1nel1.' „Ohnedées, sagte er, er- hielten schon 78 Mitglieder des Unterhauses 180,000 Pfd. an' Gehalten; unstreitig scyen es [anker ehremverthe und ge,- Wissenhafce Männer , aber wem: sie einmal ein gewiffeUhaf; [tés Votum abgäben , so müßten se die Folgen dock) empfin- den. Zeuge davon sey »das ehremverxhe 'Und tapfere Mitglied ' fürSligo (Gen. King), der aus der Liste der „Königl. Kam,- merherren geskrichen worden , weil _er * es wagke , eit; ge,- " **:vissenhaftes Votum abzugeben. Jeden müsse er darum" de- nunziren, der für seine Dienste im“ Pariamence von der

Krone oder irgend einem- Audern sich bezahlen lasse"; dennxer *

_jbleébe denselben Gefahren untemvorfen. Dagégen skimme er “' anz“ für eine mehr pdpuläre chrä'senkation. Es sey be,- . 'annt, daß 24-3 OIZitglteder. dieses Hauses von Pairs er- satmt werden , 159 von Mitgléedern des U:;terhauses selbst, “' und 22 vom Schaßamle; 424 Mäxmer seyeu also in die- sem Hause, „die man, nichts wsnigér ale; “Repräsentan- ten nennen könne; das. “ganze Volk ader "werde von “nicht mehr als 134 Mitgliedern vertreten. diese Angabe zwar schon“ vom Jahre 1793 her, al- lein seitdem sey das angeng-Jdené Veryälttüßßdrxrch 100“ neu _ in_dasParlamenx gekommene; .itglieder (für Irland) unstreitig Wch Vergrößert-_wörd'e“t1. Denn“ Uiiccr'diesen befänden sich

Es rühre '

nxn' 21, die nicht von Individuen, sondern vodelke selbst erwählc'werdexx. - Er sey ganz dafür, durch eine Reform der Wahxen , mdem man das Recht allen Steuerzahlenden :Tbcrcragg, “den alten demokratischen Geist wieder einzuführen, „Durch dtesen Geist aklcin wären Venedig, die SchWeiz und die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika zum Wohlskande gelangx Dtescr Geiss würde am!) in England “dem Throne nexxe Sicherheit und dem Volke dauernde Wohlfahrt verleihen. - C'r hoffe, man „werde, dem Beispiele der Niederländer fol- gend, das BUdget so lange verwerfen , bis ein freisijmiges Regi-srUngs-Syskcm versprochen werde. -- Hr. Broughäm [_chxnkw zwar dem Vorschlage des Marquis v.VY seénen Bex“,- 7all_, koxmée 35 jedoch én seinen einzelnen Theilenxnicht gut,- hcißen und „xchlug dafür als AmendeMenc die Resolution vor, „daß das Hans der Mcim-mg sey, eine Reform der Volks- Rerräsentacion würde sehr zwechmäßig erscheinen.“ -- Mar- qms vor? Blandford“ nahm "keinen Anstand, seinen Vor- ,sckUag dtxsem Amendemente unterzuordnen, das darauf zur Absianmg kam und (wiexgescern gemsldet) von 160 gegen 57 Skéxxxmexx verw'orfen wurde.

Lou_d9n, 20, Febr. In dev gestrigen Séßung des Un- rex!) (: 11765 kam ch bei Gelegenheir des Budgeks zu sehr leb- [)MTTUDEÖULTM, [)LFOUDERS hinsichts dcrAuögaben des Kriegs.- Departemexrks. Dcr „Oberst Davis hatte in der Form eines Ilmexrdemeuks den Vorschlag gemzxcht, daß“ das Budget vor- läUfig UM' fktr 3 Monate bewilligt werde. Der Vorschlag xvm'de jcdock) von 225 gegen 93 Stimmen verworfen. Ein anderes von HMO Hnme gemachtes Amendement," die Zahl der Lamdk'mxppen noch um 10,000 Mann zu vcrringern,wurde ebenfalls, zu» zwar von 167 gegen 57Stimmeu xo e'r“worfen.

_ Depesxckzen VON unserm Botschafter in St. Peterstrg, darn'c vom 5. _Febrxxak, sind heute im auswärtigen Amte “an- gekommen. 4 ' - ,

Gsscern fand wiederum einKabineks-Rath statt, bei dem die Minéßcr zwxi Stunden zusammen blieben. "

7st dem “féxy das x;ahr 1830 entworfenen amtlichen Mi- likajr-QZM von Großbricanien geht hervor , daß unsere, Ka- vallcöée, mécEiasthluß der ix“: Ostindien befindlichen , sich auf 831€?) Pferde, Und unsere Infanterie auf 109,000 Mann be;- länft.. DS; Axxsgaben für dieses „Heer sind mit'6,8.30,*100 Pfd. 7 Shift. 1 D. in _Anschläg ge rachc worden. '

Der Bischof von London ix? von seinem kürzxéch :erlitke- nen Ynfalle beMahe ganz w'éeder hergestellt, ohne daß eine “Fénsstdtwidxmg der vcrwnndeten Stellen stattgefunden hat“.

Dem Standard zufolge “hat Sir Walter Scocc an

„cém'r sehv schweren Krankheit in Cdinburg danéeder gelegen;

gegemwärtig soll man jedoch schon seiner völligen Rewnva-les- cenz xägkicl)_n1ehr entgegen sehen.

Zum Wiederaufbau des ab ebrannten Englischen O ,?“rn- hanses wcrden bcxeécs wieder A?Nalten getroffen, und g äubc Man, "dasselbe schon bis zum 1. Juli widder herstellen zu "kön,- Nen. Die“ Eröffnung einer neuen Straße von der Waterloo- Brücke «Ws soll damit verbunden werden. "

Deutschland.

Dresd-xn, 27. Febr. IJ. KK. HH. der Kronprinz umd die Frau Kronpi'inzessin von Preußénfind gestern Nach- wirtangier angéédmmen“ und in den für Höchstdieselben in Zereitxchafc gehaltenen Zimmern“ im Königl. Schloß abge- QWZLU. ,

Hannover, 26. Febr. Der vorgestrége Geburtstag unsers so ixmég verehkten General,-Gouvcrneurs, Königliche Zoheét, ist hier, wie überall im Lande, mir den innigsten

Ünschen für das Wohl und die Zufriedenheit des _allen Hamwvevanern so thcuren Fürsten begrüßt worden. Zur Feéer

" dZeses Tages hatten Ihre Königl. .!" oheéc- die Herzogin von

Cambridge im Palais eine zahlrei e (Gesellsclmst zum Ball

“und Souper zu vereinigen geruht. Gestx'rn “wurde im Schau-

spielhause ein von dem ])-*. Mumenlagén gedichteter Prolog gesprochen und nachmals die Oper: alentine von Mailand, zum erstenmale aufgeführt; '“ Die auf* Veranlassung Sr. K. H. ""des Hekzogs von Cambridge anz 18. Februar zum Besten der Arr'nen veran- skakltere öffentxtshe Tedoute hat eénen Ertrag von 1063“Rchlr. e ieferc. ' . 1 , 9 Stuttgart, “23." Febr. “(In der am 20|en d. gehalte-

“bcn 15ten Sikzung der „Kammer 'der Abgeordneten wnrdedée

gemeinschaftliche ständische Adresse in Betreff der 'Verwüs- gung von 3500 Rekruten, je auf die Jahre 1830 bis 1833 zum Vortrage ebkächc und erhielt die Fustimmung dex_Kan7-“ wer. Sie ent)älc am Schlusse die erwahrung, daß_dte Verwilséguag für ein, viertes Jahr hinfichtléch des GWP-

Beilage

441 Beilage zur„* Allgemexx'nen “Preußischen Staats-Zeitung- M 61.

saßes, daß ein solches Ansnnen nur für eine Periode von drei Jahren an die Stände zu gelangen habe, eben so wenig zu „einemPräjudiz für die Zukunft gereichen solle, als dieses früher bei der Steuer-Verwillf ung für ein vrertcs Jahr der FaU gewesen sey." - Demnäch erstattete die Peté-réons-Kom-

mix-fion einige Berichte.

M ü nchen, “20. Febr. ** Das hier erscheinende Tagblatt „das Inland“ enthält folgenden Artikel: „Seßt einigen Ta,- gen ist in unsern Lese-Vereinen ein gegen den bedauernswür- digen Uaxf'ug hiesiger Tages-Literatur' gerichteter „Aufruf“ in Umlauf gekommen. Der Gegenstand, welcher hierdurch end-

1ic1) einmal öffentlich zur Sprache und vor das Forum des ,

gebildeten Publikums gebracht wird„ ist von der höchsten Wichtigkeit und verdient- eine ernste Behcrzigun'g. Die un,- wür'digenFchden mehrerer von unsernTagsblättern, ihre Frivolität und Unwiffénheit bci Erörterungen der Angeleger- eiten des Staats nnd“ der Kirche, ihre frechen Eingriffe in Familienverhälmisse, ihr pöbelhafter Ton 11. s, w., haben der Zonrnalißik bereics in der öffentlichen Meinung so viel ge,- schadet, daß man anfängt, die Tagblatcschrciber zur frechen und unwissenden Rahuléscerei in eéxw Ecke zu werfen. Die Gefahr , welche" aus einer so verkehrten Richtung der Jour,- nale dem guten Geschmack, denguten Sitten, der Preßfrei- l)eét und dem Rufe Baierns im Auslande droht, is? in ge,- dachcem Aufrufe 'treffend bezeichnet, indem zugleich alle wohl,- gesinnten Baiern auerfordert werden, sich zur Verbannun

_von dergleichen umv rdi en Blättern aus der guten Gesel,- schaft zu verbinden.“ M chten sich doch bedenkende uud ein- finßrciche Männer für eine so theure Sache an die Spitze Zellen und durch ihr: Beispiel; zur Ehre und Wohlfahrt un,- jers Vaterlandes,„eine so gemeZtmülzige Absicht fördern helfen !“

Q e“ | e r r e i ch. Wien, 22. Febr. Am 4ten dM. Morgens gegen halb 6

Uhx war _zu Hieflau im Brucker Kreite eine schwache „Erd,- Erxcht'jttermxg zu verspüren und dabei ein Brauxen wie- das

eines Sturmwindes zu vernehmen. Z'" einerdVicrtelßunde därauf, folgte jedockx eine heftige schmrkelnde Bewegung mit einem gewa'lti-gen Stoße, begleitet von einem donnerähnléchen dympfen Geröse. Das Schwanken mag 5 Sekunden ange- halten und die Richtung von Nordost gegen Südwesk ge.-

-nommen haben, und War so heftig, daß die noch Schlum-

mernden aus dem Bette geworfen zu werden glaubten, die Fenster klirrten, die hölzernen Gebäude und Brücken krach-

“ten, die an der Wand hängenden Bilder und Spiegel wank-

ten und das lockere Gemäuer von den Decken fiel. Dabei war es windstill und der Himmel düster umwölkt , obwohl er am Tage vorher„ am Abende , und auch außerdem am Tags.se1b|..4*el)r klak- und rein war. Obschon dieses Erdbeben im gan en BezirkeHieflau verspüre wurde , so hat es doch keilneb eschädigung- an Menschen „oder Gebäuden zur Folge ge)a t.

Auch die Bewohnev der_ Herrschaft Gutenstein wurden in der Nachc vom 30jken auf den Zlßen v. M. durch eine so heftige Erderschr'icterung aus dem Schlafe geweckt, daß mehrere derselben ihre Häuser-und “Hütten noch in 'der Raxhc verließen.. In den folgenden Tagen stieg die

“Kälte: dergeskalt, .daß see am 5. Februar Morgens 25

Grad erreichte. „Sonntags , den 70:11, trat bei anhalten- derKälte „ein fürchrerliches Schneege|dber ein, welches mit plötzlicher Nachlassung in der Nacht auf- den 8. Februcxr in Thanwetter und selbst in warmen Regen überging.

Schwetz. -

Zürch- 20- JWP Von der “Hand "eines RechtheJehr- tetx dvs, Kantons Ur: smd vor Kurzem Abrisse der Civil- Rechtspflege MW der Skkaf-Rexhtspfiege dieses Kantons ge-

" , liefert worden. Die 11 e u e Z:“! r ch : r Fe 1 t u n g theiLc daraus

fol «ende Darstelluxrg des Strafrechts- erfahrens in Maleßz- !* eu [mit: „Krimjnal-Verbreckxen (sa t der Verf.) “werden vom Landmt e, gestraft. Wenn mm Zchon in allen bisher bekichmtcn Men das Verfahren einseitig, das Recht des Beklagtetrvéelfaxb geJhrdend und allen Grundsätzen einer Yugmund gerechten érwalrung derZukU zuwider (| , so ck .es. noch mehr ,das“ Verfahren in .daeézsaM Sobald nämlrch eine Anklage “Uf Maleßz beim Landammann “Ye;

e-

* lsJc wird,“ so hat dieser das Recht und die Pflicht, den

uMgken vekhaften zu lassen. Sogleich werden die vom

Kläger'geskelicen Zengen verhört und deren Aussagensodann _

dem Rache vorgetragen. Beßätige auch 'nur einer die An-

'linquencen anzuwenden.

gabe des Klägers , so“ erklärt der Nach, au einmalé e hören der qu enx-Aussagenß das Verbrechfen fÜr ZJFalYiT umd durch du: es Urtheil ist auch schon die lebenslät'cgliche Ehrldstgkett des Inquisiten ausgesprochen. Von diesem Urtheése gn wtrd er als Verbrecher präsumérr und aus demPolizcé-Verhafc m emen engen kalten Kerker geseßt, wo er auf Stroh liegen muß. Der “Ratderwählt aus sich zwei Verhör-Réchter , wélche das De_standmß de? Inquisiten einzuholen haben. Von Zeit zu Zett geben dtexe Vcrhör-Réchter von ihren Bemühungen dem Raths Kunde, Utzd “dieser entscheidet, je nachdem die Ver- höre lauten, ob dee Akten spruchreif scyen oder nicht. Im lekztertz Falle, und wenn der anuific mit dern Geständnisse zögertx erlaubt der Nach, anf geschehene Anfrage. den Ver;- hör-thhcern, ikkt'iiionus 791-03105 und 1'03168 geg'en den De- Diese ierritionez besteheU darin, daß dem Beklagten der Henker vorgeführt wird, oder daß ihm eme gewisse ZahkStreéch aufgemeffen wird, welche je nach Umständen vermehrt und verschärft werden dürfen.“ In Un- cerwalden wenderman in solchen Fällen auch noch feurigen ZnyderKan. Zam (Mücke ßnd die Verbrecher des Kantons Um, wreedazdbrige Volk, jo einfach, redlich und offen, daß thr Gestandmß“gewdhnlW-erfolgt, ohne daß diese Hülfsmit- tel [:::-erfahrener, mir dem menschlichxn Herzen eben so wenig als nur den Klughcétsrcgcln der Strafrecht5-Wissenschäfc ver- trzmter,„ Verhör-Réchter müssen hervorgesucht wcrden. Auch w_trd zucht eben strengdarauf geachtet, daß das Geständ- nur der Klage in dnrcbgängigem CinkTange stehe. -Wé1d nun ,denn-Raths von den Verhör-Réchxern Über das erfolgt: GeständznßBerichc ersratter, so erklärt dieser die Akten für spruchrecf, ]eßk, den Rechtscag fest und ruft den““Malefiz-Lank.“ ratl) _(oder wre xv auch heißt) deu zweifacher: Landrath äls Strasbehörde z::jammcn. Eben dieser Rath erlaudr dem Verhör-RiMer, wenn er es verlangt (denn nach dem Gesetze ist er selbst der Vertheidigcr des Beklagten!)/ „einen Verrei- diger für den Delénquenten zu beskimmen. Diesem Vertßei- digsr wcrden darm die Akten überliefert und ihm auch der Zutritt *zum Verhafxeccn gestattet. Zur Bearbeitung der Ver- rhéidigungs-Rcde ist ihm aber in der Regel nur eine Zeit- frisi von einigen Tagen eingeräumt, indem der am Sonn,- abend gehaltene Rat!) den Reichstag in der Regel auf den t1äch|folgenden„ Dienstag oder Mittwoch festseßc. Auch wer- den demselben alle Angriffe auf den geführten Prozeß, alle Cinreden gegen die abgehörten Zeugen streng untérsagt. Der Delinquenc, mag er nun einen Mord begangen oder“ nur ein Schaf ab der Allmend (von 'der Weé-de)-*ge|oh- len haben, wird unterdessen mit den Sterb-Sakramenten versehen und vom Geistlicven mehreremale, und so oft er es verlangt, besucht. Unter dem Vorsikze des Landammanns versammelt M) der »))?alefiz-Landsrarl) , Welcher nichts an- ders a!s ein multiplézirter Rath ift , indem der Rath , also die vorberathende Und untersuchende Bekörde, und so är auch die Verhör-Richter, im 5))?alefiz-Landratée Silz und cémme baden. Alle Mitglieder des Landrachs sind auch Mitgliéder diejes leßtercn Raths , mit dem einzigen Unterschiede, daß ihnen der Besuch des erstern geboten, der des letztern aber freigestellt T|. Jedem Mitgliede dcs Landxathes“ wird von den Gemeinden noch ein sogenannter Mitrach b“_eégegcben. Dieser doppc“lte Landrat!) hdrc nun den Auszug aus den Akten (höchst selten dse Akten selbst!) an und ladet den Delinquenten vor, welcher, von zwei Get lichen und dem Gerichtsdieuer geführt, auftritt und sich an die Kniee'wirft." Es wird ihm nochmals der Extrakt der Prozeßakten vorgelesen und sein Ge- ständnis; vom Landammann noch einmaleingeholt,;worauf der Malefiz-LMdraY durch einen förmlichen Beschluß dem Dakin- quenten einen ertheédiger aus Gnaden gestartet. Der Ver- thcidiger „unterzieht |Y dänn seiner Pflicht nur unter der. Reservation, daß die ertheidigung weder “ihm noch den Sei- m'gen zu Präfudiz oder Nachthefl ge'r'ei'chen solle.“ Mga findet dtex sen Vorbehalt in "allen alten und neuen Protokollen; Erke- weést augenscheinlich, daßdman den Verb_recher--nls den F! ] aller“ Mensch'en und nicht einmal der Vértheidkguzixg _wxer" achte. ** Darum Ward auch einLandsfürsprech ig--txexxe|2n „Ta- gen mic ziemlichem Aerger ein Vertheédiger djoj's Lasteks- ge- nannt, weil er in seiner Rede das vorlte e_ude .MYÜVWU nach philosophéschon und jurißischen PWM en zu;; K "rtheK'xn und „deswegen,'weui stens nach dem Urt_ leder “. icbter, 'zu verkleinern sachte". ._ * as“ ganze Straf-Verfahken beweist" .wie wenig bürgerliche" Freiheit und Ehre bei Verbreäzern' i_n ÖKK genommen wird, und wie weniY die. Theorje einer vert n'?- Zégenh S„trafx- Gerechxigkeit in n bicher Diugang “gefun- en at. * ' '