1830 / 115 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ergreifen, mri unsere Säxiffß'ixc zu retten. Am klügsicii würde ]

es seyn, alle aiif Hanf, Tina und Seegeltuci) seic_ 1807 ge- irgren Taxen aufzuheben. Wohl weiß es der AnYchriß,sdaß sich gegen eine solche TNciaßregel „eine- "Menge Kapitalisten mis das lauteste erheben würden, die lxteber der Marine der Vercinigten Staaten, *.*-„is ihren pcr1önlichen Nußen, zum Opfer bringen möchten. Es“ muß aber etwas zum allgemei- nen Besten geschehen, und zwar bald. Wir nzüffen unsere Abgaben auf den Tonnengchalt auflxeben , unjere Abgaben aiif den Schiffbau ermäßigen und umercn Verkehr mir frem- deii Nationen durch Aufhebung verbotéchnlicher Zölle und Feststellung gegenseitiger Handelsgrmidjäße zu vergrößern “j"uchen. Unsere Politik muß eine andere Gestalt annehmen und das allgemeine Beste 'nicht länger einseirigcxi Ansichten "UND Privar-ancreffcn aufgeopfcrr wrrden.“ C o l u m b i e t:. - Folgendes ist die vom Kongresse in Bogom TM Gc-

rirrai Bolivar am 22. Januar auf seine Borschafc Wii 20scen *

desi". Mts. ertheilte Antwort:

„Das verschlingende UUZLHEUCL“ drr Axiarchie, Scmwr! wird unter uns wüthen, Wenn Sie nns in diesem Angcxibli-ék Verlassen. Sie haben feierlich versprochen, in dcr Ausübnng der höchsten Gewalx zx; bleiben, (xis der Kongreß eiiie "Ver,- faéstmg promulgirexi und die Landrs-Beamrcn crnemxexi wird; Und wenn einerseits das, Setmor! was Sie Colmiibien LMO sich selbst schuldig sind, grwichtige Hitidrrniffe wchr das Vor,- Haben-aufsieilt, Ihre Abdankung von dem Präsidentcn-Amie der Repeiblik znr Vollziehung zu bringen, so i:“k aiidcrerseics der Kongreß gänzlich, arißer Stande, sie anzunehmen, w-cil Jenes Versprechen in demselben Geselze anfgcnoinmcn wwrden, Durch welches der Kongreß raucorisirr ist; daher er der: erste "7271711 muß, es gewissenhaft ZU befolgen. Was Ihren RUf br- x'i'i'fft, so kann dersslbe in keiner Weise durci) die Vei'käxixii- OUnZen Ihrer Afccrredrier leiden. .Das Daseyn dieser Ver- “iixniiniimg ist eine siegreichr Ankwort auf alles drrgieiiich. FahreriSie denn fort, Semwr! Coluxii'béen vor den Gräueln Der Anarchie zu bewahren; hiriicrlassen Sie ihm alö chr,- Mächrniß dirBef:*|igung seiner Gesclxe, darm wird Ihr ohms- i)in schon unsterblicher Name iiOck) glänzender auf den Biät- rern der Geschichte erscheimen, wann dieselbe Zrngniß davon ablegt, wie Sie Alles beiseic geseer, Alles) geopferr Haben, 1111? Um des Glückrs Ihres Vacerlandes willen,“

Iniand.

Beriim, 25. April. Um das Publiéiim ÖÜVOU ix: Kemn- m'ß ZU seßen, was die Kirchen, Elementar1“chu_len und Wohl,- tl)ätigkeits-Anstalten“ des RegierungS-Bezirks When dcm from,- MM und wohlthätigen Sinne ]einer Bewohner für den Zeit- raum der Zuletzt verflossenen 14 Jahre. zu danken haben, hat die Kön? [. Regierung“ daselbst in der ?[chcner Zeitung cine Nachweiung _von den in den Jahren1816 («1820 incl. vorgekormmnenderartigen Vermächtniffen und Schenkungen, so weit sie bei ihr angemeldet worden smd , mitgetheilt. -- Nach Inhalt derselben beécrugen in drm gedachcen Zeitraum die Vermächtnisse u. s. w. .1) „Fiir katholische Kirche:] 134,538 Rihl'r. 5 Sgr. baar, 114 Rrhlr. 23 Sgr. 8 Pf. an

jährlichen Renten und 206 :Morgen 123 Rathen 90 Fuß an*

Lie nheicen; 2) fürÉevanzKelischeKircbeN11,581Rthlr. 5Sg-r. LJ Saar Geld und 5 2Norgen Landes; 3) für die Armen

117,604 Rtl)lr. 0 Sgr. 5 Pf. haar Und 38 Rihlr. 25 Sgr. '

SPZ. an jähYÜ/MU NMUN; 4) für “Schalen 7471Rthlr. 24 Sgr. 9 Ps. baar Geld und 44 Rthlr. an jährlichen Reti- tén'; m_i'rhin im Ganzen 271,194 Riblr. 24 Sgr. 0 Pf. in baarem Gelde, 197 Rthlr. 10 Sgr. 4, Pf. an jährl. Renten Mid 287 “Morgen 89 Rutth 90 FW an Licgrnheiren.

; “":“- Nachrtcbten rms- Stettin vorn LZsten d. zufolge seheiyt die Gefahr des diesjährigen Waffersiandes nunmehr vorüber zu'sryn. Das „Wasser war zwar am Asten d. M. Nachmixtags „5Ulr, bei starkem Nordwesrwinde, auf 1 Fuß ZZZoll aksoxgegxen „ages zuvor um 4 Zoll, gestiegen,. ist jedoch demii ck|..wieder anf 4 Fuß 2 Zell bei Südwind gefallen:

. “Dis _.König-liche Kamrnet'sängerin, Demois'rlle Henriette Sograg; erfreut, nach einer mehrjähriger: Abwesenheit, ]elxst

Wiederum das hiesige Pußlifum durch ihre auch im fernen **

AUSLUUde so “viel“ bewimderte Kunst.“ Nachdem die gefeierte

KüßskleLrin "nun bereits in “geistlicher ». ?usik, 'in Konzerten"

MW Mehrfach auf der Büha're wieder gesungen , imd, folglich

ihre Talente,"11ach allen Richtungen hin genugsam entfaltet-

' bat, !so werden_auchie'r wenigstens einige. suinmarischeBemew kungen) über diese so-verschiede'nartigen und, dennoch meistens

JZPMPBÜMWU Kunstleistungen nicht am Unrechten Platze

,Die Kirchen-Musié bedingt als wesentlichste Eigenschaf- ten des" Gesanges zunächst eine genügeitds Kraft der Stimme z_ur leichten Ausfüllung eines größern Raums; ferner einen» Polchen Grad der Gesangbildung, daß der Vortrag, oht'ie ir- gend durch willkührlichen Zieraci) Überladen zu werden, doeh- bei aller Einfachheir eiiie mannigfache Schatcirung erhält;- und rndlich erfordert die Kirchenmusik durchaus eine tiefere Jnmgkeic dcs Gefühls, ohne weiche dieselbe ihre beabsi tigte, Wirkung auf das Gemüth niem'i'cls erreichen wird. Be rgch-- txt man mm nach diesen Andeutungen die hierher gehörige „Kunstleistung der Dlle. Sontag - welche eine vom Herrn Organisten Hansmann zu wohlthätigen Zwecken veranstaltete“ Aufführmig von Granns Pasfions-Mufik sehr bereitwillig mit ihrem Talente unrerstüßt hat*ck -- so ist zunächst zu be- merken, Haß deren Stimme, ohne von Natur gerade seht:- stark zu 1eyln, doch durch ii)ren reinen metallreichen Klang; Jie große Garnisonkirche, in welcher Das Oratorium aufge- führt wurde, ganz vollüändig erfüllte. Der Vortrag war seriicr dem ernsten Kirchen|yle dUrchgät1gig höchst angemes- sen; auch die Cadenzen waren bei aller Kunst höchst ein- fach und edel , ja seibst in der brillaaten Arie: „Singt dem görrlickwn Prpphrcen“ vcrivandelte Tie Virtuofitäk sich mehr in cixic-n natürlichen Ausdrui'i eines begeisterten Ausschwungs,- mit_welchem die Künstlerin dieses; berühmte Gesangskück in, verßchiedenen Nüanren ditrchznftihren rvxißrc. Dcr Schreiber dieses ?lixfsafzes hatte dakirlbc vielfach von verschiedenen Sän- gerinnen gehört, nie jedoch vernahm derselbe Hier eine so tiefe- Auffassung und eine solche Jnnigkeic des Gefühls. Dieses? abcr bewährre sich noch weir mehr in dem Vorkrage der Re- citativo, wclche, WU itixicrem chen wahrhaft: beseelt, die tiefste Wirkung hervorbrachren; einige Stellen „derselben *-- wie gleich das erste „Grchi'emane“ nnd späkerhin die Worte „ich sage dir, du wirst noch heiice“ Li.s.1v. -- sprachen ge- wiß mächtig ziim Herzen aller fühlenden „Hörer. .

.Das Konzert ist,]"einer heutigen Form rmch, am Meisten eeig- 1191, die Simmw aller erworbriien Kiiniifrrrigkeitexi darzu egen,

.und ÜbU'lMilpk die Griyandkhric der Techtiik' im glänzrndsten Licht:-

zu zeigem. Hier nun gewahrt tnan-bckale.SNitag einen in der:“ That seltenen (Grad drr Kiitiß-Entwiikelmrg, die ein überaus ffeißéges Skridium de::tliä) bekundet. In einem Umfange von etwa Lw-ri Okkaven bewegt die möglichst gleichmäßig ausZebil- dete.Si:imme, die an Tiefe und Kraft etwas gewonnen zu

___haben scheint,; fick) Vollkommen leicht; die Intonation ist,-

wenn auch em vielen “Sängerinnen eigenes leises Hinneigen zur Tiefe hier bisweilen bemerkbar wird , doch im Allgemei- nen rein um“; bestimmt und zeigt selbst im Einselzen der schwir- rigsken Intervalle scecs „die l)öch|e_Sicherheir. Das Aushal- ten der schwellend gehaltenen Töneisc, bis nachher zu deren sanfte- „siem Verklingen hin, so fest, daß man auck) nichr die leiseste Be- bimg wahrnimmt, und eine gleiche Reinheicund Precision zeigen,- anch bsi größesker-Rapiditäc, die diakonischen und-chromaci- schen Skalen. Der Triller-ist hier, bei vollerxStimme,- gerade

' nicht [,)-“Shri" ausgezeichiiec, desto schöner aber erstheint derselbe

dagegen bez“ Anwrndung drr 1116-4271 7060. von der die Künst- !erin überhaupt einen treßlichrn Gebrauch .zu machen weiß;

der Überaus zarte Schmelz darin gewinnt einen in der Thal “Iltenen Licbreiz. In den nicht zu häufig angebrachten Bem

zirrrmgeu endli:h bemerkt man stets einen höchst gebildeten Göschmack, wie denn Überhaitpt der" Vortrag der DM. Son- tag eine Schule des Gesanges verneHmen läßt,_die fast durch- gängig allen Sängerinnen zum Muster empfyhieti werden kam:. -- Der dramatische Gesang endlich *- 1e;11em-tiefern Wesen nach ein steker Ausdriwk leidenschaftlicher Gefühle, -- gleichsam ein Plastischwerdrn des bewegten innern Lebens im"

wechselnden Tonbilbe, bedingt, nächst dem als Mittel zur leichten“:

Darstellung erforderlichrn Grade technischer Fertigkeit, unter an- dernwesentlichen Eigenjchafren zunächst eine iharakcervolle Ton- färbung, die, wenn das durch die CompositionGe ebene nur als"-

,der bestinimtgezeichnete Umriß erscheint, hier alles edeutsam aus;.-

malt und durch stärkere und schwächereSchattirung zu einem leben- vollen Ganzen abgerundet. Dazu nun gehören bejonders ein gr“- wiffer Grad vonTiefe des Gemüths und ein leichtJ, erreg- bares “Innere, im Aru ern aber zugleich. eine für des scenischs Darstellung günstige örperliche Erscheinung. Olle. Sotixcag

nun verbindet mit einer son Natur für „die Bühne wohl "gez-

eigneten Persönlichkeit ein bedeutendes dramatisches Talen'k,

“' und endlich ein vielseitiges Studium der so um assenden thea-

tralischen-Kunsß Die „Künstlerin betrat seit i)rem Hierseyn bereits die gro e Opernbühne wiederum in fünf zum Theil

einander sehr “entgegengesekzten Rollen, nämlich: als „Ro- sine“ tm „Barbier von Sevilla“, als „Hannchen“ in;

„Joconde“, als „Susatme" im „Figaro“, als-„Desde-

*) Sichc Nr. 99 der Staats-Zeitung.

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1“ im Ockello“ und als „Donna Anna“ „im „Don YYY“. Es,_,kanz1 hier der Ort nicht seyti , auf dies? Kunst- leistungen im Einzelneti nähe rexnzugehen; im Allgememen nur ist anzumerken, daß nur den fur die Darstellung zurerchenden Mitteln eine jede Rolle höchst gelrxngen urid zum größeren. Theile wirklich vollendet in ihrem io, versckziedenen Chgrakkrr durchgeführt rbird. Gesang und; Spiel erhalten stets xmen jo bezeichnenden Ausdruck mid eine, so durchweg,koti]equente Grundhaltung, daß das naive Bauermädchen, wre die schalk- hafte Zofe, die um den Tod des Vaters ]ammernde „Tochter, wie die um das Schicksal- des Ausxrwähltrn schmerzlcchsc ban- gende'Geliebte, dadurch zu einem 1ehr hestttnmteti und bedeu- tungsvollen Charakterbilde werden,; dre „Desdemona“ na- mentlich möchte in dieser Htatxstcht wohl nur von der aii fich ungleich mehr für das Tragxsthe berufenen Pasta noch in hö- herer Vollendung gegeben werden.. Von Naxnr, ist Dile. Sontag eigentlich mehr für das Heitere und Lreblcche geeig- net; wie so eben bemerkt ward, l_eisiet dieselbe ]edpcl), durch das fleißigste Studium, auch jetzt "10 höchsi Ausgezeichnetes im Tragischexi Fach. Abge1ehen von. dem trefflichcti Spiel Erscheint die Gesarigskunsk der Olle. Sontag im ckranmcrschen Vortrage so VOÜctidek, daß nicht allein eine an sich charakterloieMUstß dadurch Bedeutung und tieferes „eben gewinnt, _wtrderti 0a]; aller Streit Über die Utmaknr der Oper Überharlpr'hter gleich- sam beschwichtigc wird; dieTöne g_ewitmen „scheinHr-r eine solche Wahrheit des che'ns. und eine Polche Jriizigkrik _der; Aus- drucks, daß, wie es immer sryn sollte, der Gemiig völitg "Nr (115 äsrherisck) verschönerke Rede erscheint und_ der geiitiigrtie Schmerz und die in Trillern bcbende Verzweiflung tri_keir1em auffcillcnd störenden Widerspruchs mehr |ehrti zUnr (Yefnlzl; solche Wirkung vermag, in ticixercr Zeic wohl tiitr dre Joretck) begabré Dlle. Schechner, wenigstens nach einer Richcrxng hin, in einem UVch höheren Grade [)ervorzubringem. Drew beiden größten Deutschen“ Gesangskünsrleritineti straßen, wcnn sie sich auch mehrfach brgegn'en, dock) sichtlich tt_i 1ehr vcrschiedemen Richtmxgen zum höheren, Schönen [l_tid Ueheri, Nachdem Jede in ihrer Weise bereits ein bedriikjarenrs Ztel erreicht hat, in ihren Leistungen einandxer überall wurdrg L.“; genüber. Dlle. Schachner zeigt drm entshiedensien Bernrnxr „das Tragische und hat tmr das-Mehr Liebliciye bis auf emen gewisssn Grad sick) anzueignen gesuch; bei der Dlle Sontag ist, dem --oben Gesagten zufolge, izicses gerade umgekehrt.

Die Stimme," der Dlle; Schechner hac großartige Kraft,-

l)öchske Einfachheit und Natur, “dir drr Dlle, Sontag dage- gen fchmeizetidc Lieblichkcit , größte Vielseitigkeit "und Kunst; jene ergreift, diese entzückt mehr.- So neigt also Dise. Schech- ner sich in der Gesangskunst mehr zum Ideale des Erhabe- nen , Dlle. Sotitag dagegen mehr zur l)öchsten_ ammutlsgen Schönheit. Die so anziehendc Grazie hat aber in aller Kunst Überhaupc stets eine größere Zahl der Bervurrdérer , als die für ein leichteres Auffassen weniger zugängliche Hol)eit„1vor- ans denn, in'Verbindung mit allem hier Gesagten , dre all- gemeinere Wirkung der Dlle. Sonrag, in ihrer an fich nicht unbedingt geringeren Kunsksphäre, sich als ganz natürlich von selbst erklärt. -- Die seltene Gesatigskunst der Dlle. Sontag nat einen Ruf erlangk, dem nur der des Virtuosen Paganini hoch allenfalls zur Seite steht; Beide nehmen in der neue,-

" ren Entwickelungs-Geschichte der Tonkunst eine sehr bemer-

kenswcrthe Stellerin. Wenn nämlich eicle Kehlfertigkeiten 1_md leere Fingerkunscsti'icke einer die natürlichen Kräfte gleich- iam Überbieteuden Technik sich bisher so häufig einzig nur fiir sich selbst geltend machen wollten und "dadurch das tiefere geißige Wesen der Musik bereits merklich beeimträchtigt wurde,- io scheinen sie dagegen alle detikbaren Schwierigkeiten nur be,- skegt zu haben , um dadurch reicher zu werden an Mitteln für den klaren Axisdrmk des irmeren Lebens, und demnach verbinden die-Leistungen „Beider die an sich wenig werthvolle moderne Virtuosität wiederum inniger mit dem wahrhaft Schönen in der so herrlichen Tonkunst. Eine bestimmrere '.![usführung aller bisher gegebenen Andeutungen ist an dieser Stellrnichc thunlich; möge denn auch das Wenige , welches hier über die Kunskleistungen der Dlle; Sontag gesagt wor-

den ist, einigermaßen beitragen zu einer richtigen Wixrxigung

ier vcrdienftvoklen “Künstlerin.

Die Französische Expedition gegen Aigier. _ (Fortsekzung und Schluß.) , „Die Stadt Algier“, fährt Graf v, Laborde in seiner Béscl)reibung des Terrains fort, „liegt am Abhange eines |M?" Hügels und bildet ein Dreieck, dessen lange Seite am Meere liegr Mid das, sich 27-328 Toisen Über dessen Spir- grk erhebend, mit dem Horizonte „Winkel von 15, 20-25 Grad bildet. Auf dem Gipfel dir1es Hügels liegt die ziem- x1ch scar? befestigte Citadelle, Cassaiikah genannt“, in welcher

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der Der) residirt. Von dieser senken sich zur rechten und lin- ken Hand hohe mit einem Graben versehene Mauern herab, die an vielen Stellen nnr durch die Häuser der Einwohner gebildet und nur hier und da durch kleine Schanzen verthei- digt werden; auf beiden Mauern befinden sich kaum 150

schlechte Geschütze]. Zn südwestlicher Richtung und 4-300 '

Toisen von der Citadelle entfernt,'liegc 40 Toisen Über dem Meeresspiegel ein kleines Plateau und auf diesem das soge- tmnnre Kaisersforr, welches den Haupt-Vertheidigunaspunkc ?[lgiers von der Landseite bildet; es erforderr eine Bésa ung von 5-600 Mann. Das Terrain erhebt sich nach üd- west hin allmälig und bilder kleine oben abgeplattece Anhö- hen, welche 5-6 Toisen höher als das Fort liegen. Nach dieser Brschreibimg des Terrains lassen sich die Operationen der Expeditions-Armee leicht im voraus berechnen; diese wer- den zunächst darin bestehen, daß man sich der Zugänge zur Stadt bemächtigt, die umlie enden Hößen beselzt und “vor dem Kaisersfort, welches" die «mdr dominirt, die Laufgräben eröffnet. DasHeer wird fick) wahrscheinlich in zwei Corps theilcn, von denen das eine ausschließlich die Belagerungs- Arbeiten betreiben wird, während das andere als Observa- tioms-Corps die Truppen der Beys von Koriskantina und Til- lery, die ziim Entsakz des Forrs hrrbei'iommen werden, im Zaum hatte:: soli. „Dieses Corps wird fich“daher, wenn die Landumg, wir xiticer Karl U". und Oreilly, auf der thdevon Algier geschehen ist, sogleich linkshin wenden, oder zur Reck),- t-m, wetm die Landmig westlich von Algier bei dem Cap Ca- riue sattgefnndci; hat. Das erstere Corps wird einige der Anhöhen besetzen, welche das Kaisersfvrt beherrschen und mir Hälfe mehrerer Schliichten, wclche die Annäherung er- leichcér;1, gleich nach „Beendigung der ersken Parallele das Breiche-Schirßen eröffnen können. Das Fort kann auf diese 5 „'N': im 8 -- 10 Tagen eingenommen' werden. Inzwischcxi wird Alles von dem Widerstands der aus den Bergen mri“) dcm Innern des Landes herbeigekommenen feindlichen Miissen abhängen und die Armee Anfangs viel- leicht sich gcnörhigk sehen, ihre Kräfte zir concentriren, um einem emrscheidcndet1 Angriff gewachsen zu seyn. Es ist hier der paffendc Ort, emen Blick“ aiif die Streitkräfte der Re- genssckMsk zn werfen. Die gegenwärtige Regierung in Algier

“hat viel Aehnlichkeir mir der alten Organisalion der Türki-

schen „Zanirscharen. Die Machc beruht in der Miliz, welche yen Dey und die anderen Sraarshäupter erwählt; “alle An- gelegenheiten werden im Divan verhandelt, in welchem der Mufti, der Kiaja-Agbass, dcr Kadi nnd der Oberbefehlsha- ber 'der Truppcti ihren Silz» haben. 'Die Verwaltung" der Provinzen Oran, Konstantina "und Tiklery iti den vom Der) aus dem Milizen-Corps gewählten Beys anvertraut; sie sind faktisch von il)m unabhän ig und bezahlen ihm* nur die Ab aben", beinahe wie die Pasgchas im Türkischen Reiche. Das lgierische Heer besteht 1) aus 7 bis 8000 waffenfähi- en Türkisclxen Soldaten ; 2) aus 5 bis 6000 Culuglis oder Tür- ischen Abk mmlitigen, welche als Miliz dienen; 3) aus einer gleichen Anzahl Maurek, welche Serorwsck) oder Suavis heißen; 4) aus den Maurischen und Arabischen Truppen, welche auf Verlangen des Dey von den Beys zusammenbe- rufen werden. Die drei erstgenannten werden die etwa aus 20,000 Matm bestehende Besatzung Algiers bikdem die [eß- tercn smd" Hülfstrnppen , deren Zahl sich schwer bestimmen läßr. „Barbarossa konnte in den Jahren 1535 “und 154'1“zur erthéidignng von Tumis nur 50,000 s..?auren und Araber zniammenbringen; znr Hülfe des Von Karl 7. bedrängten Algier kamen nur 30,000 herbei; aber viel bedeu'tender war ihre Anzahl bei der Landung der Spanier im Jahre 1775 und während des Krieges gegen Tunis im Jahre 1807. „Ge- genwärtig kann man'die Stärke der Truppen, welche aus dem Innern des Landes ankommen werden, Um die Fran- zoyen anzugreifen, ohne Uebertreibung auf, 50,000 Mann be- rechnen ; siesnd meist berieten, aber schlecht bewaffnet „und impo- niret) nur durchihre Masse. Eine zweiteSchlacht, Wie diekbeé Heliopolis und bei den Pyramiden wird darüber Auskunft eben; man darf jedoch “nicht glauben,"sich dadUrch von deri .rabern ganz befreit zu haben;, die Lust um PUJUÖU'U/ die große Armu-th.des Landes und der rcligiöße Fanatismus „wer-

den “beständig einen Schwarm derselben *in Bewegung,“; _

halten, “der die Armee durch Plänkern beunruhigen, ihr“ die' Yerbindmxg mit dem Lager„ abzusc'hnet'den 1Uchet1 und“ uns vielleicht viele Mannschaft'vereinzelt tödten wird. s wird vortheilhast seyn, mit einem Theile der Ar-abixchen kämme bald in Untcrhandlung 'zu treten; inan, kann ihnen Vieh und Getreide abkäufen, während ste „das Benehmen der Beys beobachten syllen, die, nachdem sie geschlagen worden, in ihre Provinzen ziirückkehreti werden. In disser*-Bezie- Hung können die jungen Aegypcter, welche an der Expedition

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