Erste Beilage
zum Deutschen Reicks-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger. *
NL? 22.
Perfonalveränderungen.
Königlich Prenßisthe Armee.
Offiziere, Portepee - Fähnriche 2c. Er_nennungen Beförderungen und Verseßungen. Jm activen ;Heexe. Bcrlin, 16. Januar. v. Heydebreck, Sec. Lk. a. D„ fruher tm GTM. ngt. Prinz Carl von Preußep (2; Bxandenhurg.) Nr. 12, bishér Zn der Schußtruppe Für Deu11ch=O11afr1ka, mtt _dem 26. Ja- nnar d. J. in der Armee, und zwar (1113 See. Lt. ber deux Gren. Regt. König FriEdrick) Wilhßlm 17. (1. Pomm.) Nr. 2, angestsllt.
Bsrlin, 21. Januar. Schlüter, PL".L1. vom U1an.Regt; von Schmidt (1. Pomm.) Nr, 4, vom 1. _Februar d. I. ab ans sechs Mmlafc zur Gestüts-Verwalt. commandtrt. _
VerliU, 22. Januar. Bronsart v. Schelkendorfs, Geza der Inf. und co1nmandirend€r_GenLra1 des F. Armee-Coxps, m Gkncl)mégnng seines Absckyikdsgejuches mit Penfion zur DM,). und
[eiÖzsirig T_x 13. 511ij des Großh, Ykecxk. Gren. NEIL; Nr. 89 ge- JtsUt: anch xsrner in der Anciennktäfslifte dkr Gknercckttat zu quren.
Ab,]"ckyicdsbewilligungen, Jm actiVLn Heere;_B€r[in, 19. Jammr. Kirch11€r, Obérst-Lt. a. D., JUWHÜ etatSmaß. Stabs- offizier im damaligcn 5. Ostprenß, Inf. ngt. Nr. 41, [_:_11161: Cr- tHcilUn. dsr Erlaubniß zum fcrneren_Tragen der U_msorm des Füs. 8118ng; Général-Fsldmarschall Gras MolÉke (Sch167.) Nr. 38, mit scinsr Pxnfion, Fellmer, MaHxTyr a. D., zuleßt Abtheil. Com- Mandsnr im 2. Po m. Feld-Arf. Sgt. Nr.1_7, unfsr Ertbeilung der Erlaubniß zum fernkre'rx Tragen der Untsorm d'es 1. P Fel?=Art. chts. Nr. 2, mit Miner Pknfion, _ zur Dtsp. gestellt.
Im Sanitäts-Corps. Berlin,14.Jax1uax. ])1'. Brig- ger ]„ Assist. Arzt 1. Kl; der NZZ vom Landw. Bezirk 1 Vréslau, aus (111th Militärwerbäktnimen entlanen. _
Bérlin._19. Jammr. Or. Blie] enxr, Stabs- und Bals. Arzf UM] Fü). Bat. des GTM. Rxgts. Gras Kletst von NoÜendorf (1, Wxftprcuß.) Nr. 6, zmn _Obkr-Stabsarzt 2. Kl." und Regis, Arzt DLF Hm“. chts. Landgrax Friedrics) 11. Don Henenéoniburg (2. HLK.) Nr, 14, ])1'. Morlz, Stabs- und Yaks, 5) rzt worn Pommer. Jäger-Baf. Nr. 2,_ zum OHLr-StabFarzt 2. Kl. und Regtö. Arzt dcs (HUM. Negts. Grat Klsist von Nolkendorf (1. Westprsuß.) Nr.6; Di? Unterärzfe: ])r. Eggel Vom Kylbexg; Grc'n. Regt. Graf Gnsiféxmu (2. Pommer,) Nr. "9, unter glck1ch5€tttg€r Verséßung zum Großßérzvgl. Mchenburg. Jager-Baf. Nr. 14, Dr. Franz Dom Jnf. ngt. von Alvknsleben (6. Brandcznlvurg.) Nr. 52, unter glkichzßitiger Vkrseßung zum JUf.Regt. won Stülpnagel (5. Branden- burg.) Nr. 448, ])r. Gotthold vom Magdeburg. “Drag. Regt. Nr. 6, unter gleichzeitiger Vsrchung zxtm Felkz-Art. Regt. Von ScharnHorsk (1. Hannover.) Nr. 10; 1718 Unterarzte der ReserVe: Koby. 131“. Herßfekd vom Landw. Bezirk Königsbkrg, ])1', Romey vom Landw. Bezirk Ostsrode, ])1'. Leis er vom Landw. Bezirk Stow, Matusch vozn Landw. Bézirk Bitterfeld, Dr. PüjZ worn Landw. Bezirk 1 Braunyckwoeig, 131'. Hennig vom
Landw. Bézirk Freistadt, Or. (Hisevius vom Landw. Bszirk 1 Berlin, Dr. Steinkopf vom Landw. Bezirk Halle, Dr. Schild Vom Landw. Bezirk Bitterfekd, Urbanowrcz Vom Landw. Bezirk Rawüscl), ])1'. Henkel vom Landw. Bezirk Lauban, Schubert ' vom Landw. Bezirk Nawitscky, 131“. John vom Landw. Bezirk Schwcidniß, Or. Golds ch1nidf Vom Landw. Bezirk 1 BWHWU, Straéblcr vom Landw. Bezirk Potsdam, 131“. J[[ner vom . Landw. Bézirk Oppeln, ubrick) "Vorn Landw. Bezirk Glogau, Rysr'zkr Vom Landw. ezirk Woblau, Wolff pom Landw. Bezirk Gleiwixz, ])1'. Tornier Wm Landw. Bezirk Effkn,
])r. :»icring “v'om Landw. Bezirk Silgén, ])r. eren Vom Landw. Vezxrk Montjore, Dr. Reuter Vom „andw.
Bezirk Bonn, Roßmann vom Landw. Bezirk NSUß, Ronde vom Landw. Bezirk Düffeldorf, ])r. Pohl Vom Landw. Bezirk Marburg, ])1'. Bardey Vom Landw. Bézirk Schwerin, 1)r. Hoovmann Vom Landw. Bezirk Köln, Dr. Fuchs Vom Landw. Bezirk Jülich, ])1'. Herbel „Vom Landw. Bezirk Oberlahnstein, ])r. S'Fcrn vom Landw. BLerk Altona, Ox. thlf Vom Landw. Bezirk R-xndsÖurg, Seidler vonxLandw'. Bystrk Göttingcxn, Fricke vom Landw. Bszirk Rostock, ])1'. Rezmsrs vom Landw. Bezirk Hambnrg, Schroeder dom Landw. Beztrk Schwerin, Dr. F is cher vom Landw. Bezirk Minden, Or. Seeger yorn Landw. Bezirk Potsdam, Dr. Will erodt Vom Landw. Beztrk 1 Brannsckyweig, 1)1'. van Nes vom andw. Bezirk Hameer, Haakß Vom Landw. Bezirk] Braunschweig, ])r. Golliner yom/Landw. Bezirk CLÜL, ])1'. Regenbogen vom Landw. Bezirk ngsn, 131". KUngelböfer Vom Landw. Bézirk Marburg, Simon vom Landw. Bkzxrk Mainz, ])1". Schrank vom Landw: Bezirk WieHbaden, ])1'. Colombara, ])1'. Katz vom Landw. Bezirk ] Berlm, 1)!"- NotHfuchs Vom Landw. Bezirk Marburg, 131: Reißner vom Landw. Bezirk 1 Darmstadt, Bucherer, Zimmermann vom Laydw. Bezirk “Freiburg, Ludwig vom Landw. Bezirk Straßburg; dlS Unterärzte der Mariue-Res.: ])r. Bock, Sprengsl, Reintjes, V1", Sick Vom Landw. Bezirk Kiel, ])1'. Schubert, Unterarzt dEr Landw. 1. Aufgsk-ots _vom Landw. Bezirk Teltow, _ zu Assist. Aerzken 2. Kl., _ berördert. 1)» Dunbar, Asfist. 5I'lrzt 1, Kl. dsr Res. vom Landw. Bezirk 1 BraunschMig, früHer Asstst. Arzt 1. K!. bei den', 1. Pomm. Feld-Art. Regt. Nr. 2, im activ-Zn SanitätF-Corps, und zwar als Affist. Arzt 1. Kl. mit einem Pakent vom 2. August 1890 bei dem Braunschweig. Inf. Regt. Nr. 92, wieder angestellt. Dr. Pfubl, Ober-Stabsarzt 2, Kl. und Reth. Arzt Vom Hus. Regf. Landgräf Friedrich 11. von HessLn-Homburg (2. Hess.) Nr. 14, als Garn. Arzt. nach Hannover, Baebr, Stabs- und Yaks, Arzt "vom 3. Bat. des Inf. Regis. Graf Dönhoff (7. Ostpreuß.) Nr. 44, «[Z Ablbeil. Arzt zur 2. Abtheil. Hes Feld-ert. Regts. von Pod- “bielski (Niederschles) Nr. 5, ])r. Bxeck, WM- Arzt 2. Kl. Vom 'Jnf.Re-gt. von Stülpnagel'E), Brandenburg.) Nr. 48, zum Cadetfen- Haus? in Köslin, _ versetzt. Or. Ruprecht, _Ober - Staerzx 2. Kl. und Reth. Arzt vom Gren. Regt. Gxaf Kl§1st yon NoÜxndors (1. Westpreuß.) Nr. 6, mit Penfion und ferner bisHengLn Umform, Dr. P asPrLr, Stabs- und Abtheil. szt Von dsr 2. Ather'l. "des Fch-Art. Regts. von Podbiklski (Ntederscbsés) Nr. 5, nut Tension, Or. Jockrver, StabSarzt der Landw. 1. Aufgebofs vom andw. Bezirk Neuß,1)r. Brill, Stabsarzt _der_Landw. „2. Auf- gebots vom Landw. Bezirk 11 Cassel, 131“. Krllftan, Asstft. Arzt 1. Kl. dé; Landw. 1. Aufgebofs vom Landw. Beztrk Molsheim, _ “dsr Abschisd bewiÜigt. - * Militär-Justizbeamte. _ Durch. Verfügung deSGeneral-Audixeursder Armee. 20. Januar." Kiy, Dtv. Auditeur der 34. Div., vom 1. Februar *d. I. ab zur 2. Garde-Jnf. Div. versetzt. _
Königlich Bayerische Armee.
Offiziere, Porte eeiFäHnriche 2c. Eryennungen, Beförderun g en und ersetzungen. Jm ac_tLVSn Hexre. 15- J an u a r. A ur a ck e r, ,Major, btsbex :'- 19. ZlUk-S des 2. «znf. Regis. Kronprinz und commandirt zur DrenstletfiungL dortselbst, auf die erste Hauptmannsstelke im 7. Inf. Regt. Prmz eo old . verseyt.
Durch Verfügung der Inspection der Fuß- Urttllerxe. M e r k l , Feuerwerks-Pr. Lt. vom Act. Depot AUßsburg, , commandtrt *betm Filial-Art. Depot Lechfeld, zum Haupt-La oratortum, R uß ,
OMM- *
Berlin, Mittwoch, den 25. Januar
Jusgsbturg, unter Commandirung zum Filial-Art. Depot Lechfeld, _ er e * .
Fm Beurlauhtenstande. 13. Jannar. Bräutigam, SLT. Lt. Vom 9. Inf. Régt. Wrede, zum 2. Ins. Regt. Kronprinz, Rascbbacher, Sec. Lt. vom 10. Jus. Regt. Prinz Ludwig, zum 3. Inf. Regx. Prmz Kark won Bayern _ beide im Nes. Verhältniß, versegt. Jager (Regknsburg), Sec. Lt. in der Landw. Inf. 1. Auf- gsbots, zUm Pr. Lt.; die Vice-F21dwebek bezw. Vice-Wacbtme'rster: K r a u s (1 wackxn) nn Inf. Leib-Regt., Frhr. v. Li (? !) ig ( [ Münch€n), qut. Fakmr. m:"1. Inp'Regt. Köxxig, Edler v. Stockhammern, Dtmrotk) ([ MUUÖLN) im 2 Ins. REIT. Kronprinz, Gummer (Bamberg) nn 5. Inf.,Regt. Vacant Großhsrzog Ludwi 17. Von Heffexz, Glarner, Dtehm (Ingolstadt) im 10. Inf. 891. Prinz Ludkma, Krauß (1 München) im 12. Inf. ngt. Prinz Arnulf, Mayer (1§).)?1"mcben)4 Brunner (Landshut) im 16.Jnf.Regt., Vacant König Alfvns von [Spanien, S ck) i cke? nd an Z(Kaiserölautern) im 18. Inf. ngt. PrtnzLudwxg Ferxinand, Riedersr, Keßler (1 München) im 3.Fe[d- Art. Regt. Kömgm Mutter, Prachér (1 München) im 1. Train-Bat., _ zu Sec. Lfs, dsr Ref., HU) ([ München), Vixe-Feldw. bei der Inf., zum Ssc. Lt. der“ Landw. 1. Aufgebots, _ besördsrt.
AbsckyixdTbewikligungen. Jm acxith Heere. 15.Ja- nyar. Wktnzterl, Major vwm ,7. Ins. Regt. Prinz Leopold, mtt Pknston' 1an mtt der Erlaubmß zum Tragen der Uniform der Abschred bkwrlltgt.
an Beurlaubkenstands. 13. Januar. Dessauer (Aschufsenßurg), Pr. Lt. von der Landw. Car). 1. Aufgebot?» mit der Erlaubnis; zum Tragsn der Landw. Unifor_m, Scheibenbogen LAUFEN, Sec.L-t. von der Landw.Jnf. 1. Ausgsbot-Z, _ der Abschied
€1Vl tg .
Jm Sanitäts-Corps. 8. Januar. Kemmler, Asfist. Arzt 2. Kl. Vom 17. Inf. Regt. Orff,_ zur Res. des Sanitätscorps, ])r. Sgbanzxnbach (1 Müxxchen), A111st. Arzt 2. Kl. der Ref., in den Frtcdensxtand BEL 17. Jns. Regts. Orff, _ vcrseßt. Kullmer (Ludwigshafkn), 131". Sielmann (Würzburg), ])r. Banholzer (Aungurg), V1". Sti[[_er, Dr.Krummackyer (1 München), 1)1*. Rittsr und Edler v. Peßl (Dillmgen), Dr. Rogler, ])1'. Nurn- bammer, ])r. Dreysel, Pingen, 1)1'. Reyßner,1)r.Pistor, Dr. Veith (1 München), Gerber (Augsbarg)- Stadel, Neu- mayer, Dauß,' Schmidt16in (1 MünchM), Mohr (Würz- burg), ])y. Schtl d (1 München), Unterärzte der Res., zu Asfist. Aerzten 2. K!. der Res. befördert. _
Bcamte dsr Milifär-Verwalfung. 14, Januar. Weiß, Unter-VFterinär des 4. Feld-Art. Regts. König, zum Véterinär 2. Kl. in _diejkm Trupthheil befördert. '
Teutséher Reichstag. * 29. SiZung vom DKenstag, 24. Januar, 1 Uhr.
Die" erste Yerakhnug deés Gössßentwurfs, betreffend Er- gänzung ch Bestimmungen über den Wucher, wird ortgesetzf. Uebsr dte „Rede dxs Abg. Frohme, der zunächst as Wort hatte, haben nur beretks in der DienngFNummer berichtet. Nach 1l)m erhält das Wort der Nbg. HZYS'(CLUkr.): Ick kaxm mik dem Vorrkdner an- erkengkn, daß nicht (1118 Formen des Wachers durch diesesxGxsetZ geYromxn werden; aber ex hat kkjnen V2rsuch gemacht, den Bé- Ftff des Wxxchers nach xrgsnd enter Richtung bin zu ermöitern. as Bedürsxxtß, den Begriff des Wuchers Miter auszudehnsn, er- kenne auch :ck atx. Der Vorrednér wilT ein Géskß gegen Termin- band'el, Börse, Mtethswucher, 969611 die wucherischen Wirkungen des Arbertöertxages.- Daß da groß? wachkrischs Geschäfte vorgEHLn, gebeich zu;aberzetgen Steunsdoch LMM Weg, Nr zu ihrer Untkrdrückung führt! Wenn dsr Vorrednér ngLn dsn Miethswucher ein scharfss Wort spricht, so kazm ich ihm meine volle Unterstützung zusagen auch nach der Sext'e des Rstentionsrechts hZ1t. Die Bestrebungen zum Schaxz der nakwnalsn Arbeit können wxr fkéjlish nicht unter dkn Begriff des Wnchers stellkn, find aer gern öcréit, ihm nach jeder Richtung hin Entgegen zu arbeitén, und der Vkrsuch, der mit diesern ©6er dazu gcmacht wixd, ist ein Wr" bescheidener. Wir Werden Verjuchén in dEr Commision die Sqch€ scharfkr zu formnliren. Der Abg. Dr. Horwitz spricht _fi chen em sochks GLsLZ aus und bkstreitet zunächst das Bédüksniß. Uerdings at die Zahl der Verur-
theilungen wegen _Wuchers abgenommqn, aber das beweist nur, daß das Wuchergsjeiz Von 1880 gewxrkt hat. Diese Vorkage baFt 88 nur Weiter aus, denn der Wachkx tritt in an eren
Formen auf, die WUch€xer sind sYlauer geworden, und diese wilT das Lséß abschrecken und treffen. Der .lbg, Dr.HorwitZ bszweifelt die Zweckmäßigkeit eines oxchen gelskngéberischen Eingréifens, &? werde lähmend auf den (Hes ästsverkeckr wirken. Dafür liegen deOÖ keine Erfahrungen Vor. Die Régierungsvorlagk' will ja auch in Bétreff des Sachwuchers nur den gewohnheitsmäßtgen und gewerbs- mäßigen Wucher treffkn. Er bat fich f?rner gLWEUde gsgen den Vor- schlag des Abg. Dr. Giese, daß der thhter nicht d'loß strafréchtlich gegen den Wucherer vorgehcn, sondsrn auch gleich _dre Entschädigung der Vermögensbenackytheiligung régeln soU inForm emer Buße, diexdem Bcstraften aufer1egt wird. Der Abg.„])r. Gisse denkt da nicht an die FSUUSZZS (]01'ÖS, die Vor dén Handen des Wucherers beschüyt werden sol]. Deslhalb würde ich kaum die Hand rühren, um gesetz- Yberiscs) dagegen einschreiten zu lassen. Wir denken dabéi an die 5 pfer, die nicht aus fittliYer Verkommenheif oder Dummheit, son- dem aus Noth dém Wu erer VerfaÜLn: an Handwerker, Bauern, Arbeiter, Näkxerinnen, denen systematisch .die Schlinge um den Hals geTegk und zugezogßn wird. In der Commisfion kann vielleicht .ein WSJ, esunden werden, um das sofortige Einschreiken des Straxrt ters ' zu regeln, vielleichf auch schärfere Bestimmungen, gegen dte AuSwucherung durch Wechsel, wcknigstens eine Zinsgrexlze, deren, Ueberschreitung bestraft wird. Der Abg. Wöklmer nzenzte, es ser des Deutschen Reichs Wenig würdig, mit solchen klenzlrcherz Maßnahmxsn den GeschäftsNrkehr zu lähmen. Ich seh? darm kerxten Nachtßeil; daß Deutschland auf diesem Boden zuerst vorgeht, [regt vieUeiÖt daran, daß das deutsckye Volk vor allen anderen den WUIÉR haßt und fich empört gegen so[che Bestrebyngßn, daß das deuts e Volk ein aUSgéprägtes Rechts- und Sitkltéhkettsgefühl 111 dieser Frage bak.
Ab . Schrader (dfr.): Mein€ Abficht war es nicht, heute hier zu sprecßerx. Heute vor'25 Jahren wurde in meiner eimatk) ein CrediTVErem gegründet, der die AbfickZt „Verfolgf, dem ucher ent- gegenzutreten. HTM? soUte das 25jcchr1ge Stiftungsfest stattfindkn und :ck), Hoffte ber dteser Gelegenheit eine weitere Propaganda für das Enztreten gegen dex! Wucher zu mächen. Daß ick) mich heute [),ler theoretrsck) mtt dieser Frage beschäftigen muß, ver- anlaßtxme Aenßerung Hes Absg. Frei errn Von Vuol, welcher meinte, daß, :dre Rede, wek e (ck [ZU Gelegenheit der Berafbung über die Petttzon, gegen “O_en ucher nn Saargebiek 1880 gebalken habe, nicht überemjttmme mtt der Rede des Abg. Dr. Horwitz in der Beurthei- lung 'dreser VoxlaY. Ick habe damccks ausgeführt, daß der Punkt der Petrtwn, dex" dre 'usdebnung des WuchergefeKW auf den Sachwucher verlangte, [ux nnch unannebmbar wäre. uf demselben Stand-
Feuerwßrks-Pr. Lt. vom Haupt-Laboratorium, zum 2. Fuß-Art. Regb- Schret er, Feuerwerks-Lt. vom 2. Fuß-Art. Regt„ zum Art.Depot
punkt steHe teh noch heute und das deckt fich auch mit den Aus- führungen des Abg. Dr. Horwiß. Ick) bin der Meinung, wir
1893.
müssen uns Hier im Pkenum eingehender mit dxr Fyrmuxirung gesetzljcher Bestimmungen befassen; *mat_1_ verlaßf stel) MUNLV daraus, das wird ja schon in dér Commqswn ?Zmachr 'erden. Der Reichstag Verzichtet aber dadurch auf 81115 erner chhttgsten R&M. So1che ("ragen müffen im Jnxereffe des 21391er rm Plenum bcspro Ln werden, damit wir mcht naÖHer etn1ach
nur Vor die Frage gefteÜt werden : anzunehmen oder (1ka- zulehnen. Die tags, was als Wucher anzusöhen sei, Ut schon 1887 in der erwogen worden.
Petitionscommisßon
Damals nahmen die R€gierungZVLrtreter ezüglich des Sachwckrchers noch„emen mxdersn Standpunkt ein als heute und motivirten ihn ausfuhrlich. Heute find die MotiVe sebr allgemkin; man sagt, anf ' dezn Gebiets des «achwucherZ könne ebenso Schlimmes vorkommen wre auf dem Gebikte des Creditwuchers. Das um sein, aber schon da_s besteHende GMF über die Bestrafung des Wu ers ist auf diese FaÜe anMndbar. s ist nichl leicht, die im gegenwärtigen Entwurf angegkbknen Kriterien des Wuchers anzuwenden; viele ehrliche Leute WLkdén dadnrch gßschädigt werden 1111?) die _Wirkung nach der anderen Skike wird eine außerordentlich gexinge ]e'ng. Welcher Anreiz [ikgt in der nezten Form, die das GMF vox1chlägt, für jeden Menschsn, der MT) übervortbeilt glqubt, fiel) an den Skrafrichfec zu wendc-n und das Einschreikmr der GertÖte wegen Wuchers zu verlangen? Cine sokchc Untersuchung kann auch gegen den ehrlichsten Mann eingeleitet Werén, Und für jedén Geschäftsmann ist es außerordeytlick) gefahrlich, einer solchkn au§gescht zu Werden; WEnn _auch dle,_U11tersuch1_mg niedergesch1ag€n wird oder Eine? Freixpre'chuyg erfolgt, so x_st dgmit mchk die ungehéure Schädigung geHoben, dlS fich auZder Embntung “des Verfabrcéns ergiebt. Die ; Lststeklung des Begrxns des Gewerbs- und Géwohnsßciksmäßigenist ni tleicht. Eitz woblbabender Mann, we_[cher diE Gewohuheit Hat, untcrstüßungsbedürstigen _Legten Geld zu leihen, kann leicht der kaabr ausgesetzt werßcn, das ]emand, dEr v_on_th nntsrstüßt ift, ihn d&? Wuchers bxzichttgt. „Dex Nuxxen für denxsmgeu, der unvortkysilbafte Bedingungcn eiggeht, 1st mcht„ jo groß, als mgn glaubt. Die Consequenz der vorg€xchlagen€n Bésxxmmung tstgmr dre, da" die Kreise, dic fich mit Geldleikyen unter "LMPÖLWKZ Bsdmgungsn [:e-?xffen, immer rafßnirter und Joie Prauzren tmnxer höher werden, Bede'lick) ist die Vorschrift, daß bmnen dre: Ykongtezr nach Ablauf dss Kalenderjahres e_ine Abrecanng erfolgen muß, wrdrt- genfalTs dcr ledlsiber den Ampxuck) a_u dx? Zmssn verlkert U_nd einkr Strafe His zu 500 7-6 ausgexcßt i1t. _Cme bescxndere Ogaltfx- cation ist, biSÜn' nicht enthalten. Die einfache TbaUackde, dax; dle Abreclhnung nicht 511111611 drEi Monafßn geliefert wtrd, kann den ebr- [ichsten Mann in?) Géfängniß bringen, auch WEnn ex fich nur eine Nachläsfi kSit dabei hat 311 schulden kmxnnkn [as1en. DZI ist nnger€chk ZRan schsjnkmir bei dem Entwurf zu [ehr Hen SEW- 11achzu EHM, die sich im Reicthage, wemger nn Lßxxde gclkend gemacht aßen. EiniYn comcrvatian Yerrexz RN daS'G-ijsz sogar noc!) nicks weik genug. er Abg. 'Dr. Giese M11 wgar dre ch- ' rech11ich€nFol en des Sachwuch2r§ oder?)“es Wucher?» überßaopk durcb “cen Strafciäyter »Zstimmen lassen. Daöjst äußUst Hexenkßcb. Das «ZN- fabrcn giebk bki ]“ »! en Geschäftzn mchk _die nöfbxge Garautre dafür, daß in sachgsmäszsr Lise e'm lebeil erwkgk. Die verbündeten Re- gierungen ("md dagegen, aber nach BZN Erfabrmxgen, die _wir 1887-90 gsmacht Haben, ist eZ möglich, das; 112 auch diexen Wünjcheu nachkom- an. Woßin 1011 der fortgesetzte Eingrxff des Staates in das ge- TVLTÖNÖL Lkben füHan? Di? Socialdßmofraten sqgén, ang€fichtH dcr Mißstände irn gSjvsrblichen Leben: Sehtjhr, da_zetgt tHY 11an wtcdex, daß LUST Systkm nichts taugt, und was ihr vorschlägt, Mrd 70 [VSUlg Helfsn, daß ihr doch Einmal zu einst gründlichen U1ng€11_a1tung dsr socia- len Zustände: schrcxitkn müßt. GLHLU Sie auf dem bkkcßrittknen" Wege weiter, dann Mrdén Sie vaÜeicht dcn Herren, die Sie zu bekämpfén beabffchtigen, die Wege bahnen. Das deutsche Vylk ist nicht so un- mündig, wie 65 nach derartigen Gkseßexx crschémfx Je mehr _die Léute in den Glanbkn versetzt werden, daß sie_ sich mcht se[b_s_t 5817er können und das; ihnen von Staatswegen gLHolsen werdez: münß, dßßo unselbständigsr wird das Volk und desto„mchr staatltche' Etngrkße tnüffen Sée machen. Jeder Schritt auf diesem Wege ist 611) Schiff zur Socialdemokratie. Wir Haben uns vo_r_1 jeher g(den dtesx ubex- mä“ig€ Ausdehnung des staatlichen Eingretsens erklart, „WSTLFYUT wi yen, das; die Nafion, welche Linx olche Geseßgebgtxg hat, kemeFrastxge: Nation ist und gewerblich m t aus Hern Yohepunkt sxm un_d bleiöen kann. Bei den Verhandlungen tm Jahre 1888 uber dre Petition WLJTU Einschränkung dss Wychers standen der Re(chsxtag upd die R9gi€rung auf einem _viel rthgerezt_Standpunkfe. Dre wett- géhenden Forderungen, die in der Petrtcon angJsprocth ryurden, wnran einmüthig abgelehnt. Man war der Memung," dczß man vielm€hr für Cine wirtbschaftltche Belehrung der Beyolkerung sorgen müsss, und daß d_ie Bewuchérten m übler LaF waren, el)? sie dem Wucherer in die Händßfielsn. qu war der keinung, daß auch der Verein gegen Wucher un Saargßbtet Vor asker) Dingen die BevölksrUng aufklären unk? daß man Mittel zux Verfügung steÜen müsse, um ehrlichkn Credtt zu Verschaffen. Ww standen damaks Triax: auf demselben Standpunkt, note Heute. AÜe Jbre Wuchergeseße 1
mungen
'nd Werthlos im Vergleich, zu dem WS Von Schulze-Delißsth und el_eistet worden ist. Wenn Sie solche Bsstrebungen fördern, 113€rden xe gegen deancher visl mehr than, (115 Wenn Sie einen anzen Ha'ufen Geseßespara rapben machen. Gerade disjcnigen pokitis en Parteten, Hre bestrebk' md, dem Gemsrbestand, dem Arbeiter zu Helfen, soÜten tbr? Mikwrckun Hier nichk Versagen. Bei Berathung unseres Anfrages, beirkffend die 5 erufHVere'me, werden wir sehen, ob die Konservat'WLn geneigl sind, uns auf diesem Gebiete zu folgsn. Knrirexl Sie auf Sympxome, anstaff die Wurzeln der Uebokstände_ anzugrcxfen, so werden SLL, die Unzufriedenßßif im Volke immU größer machen. Dazu wollen wxr “O_ie Hand nicht bieken. Abg. Sck)ne_tdLr-Hnmm (nk); Urner Standpunkt gegenüber der Vorlage ist tm (x_Ugemsinen nichk unfréundlick), wenn leich wir der McFinuyg smd, daß sie i_n vsrsckziedener éinfickzt verßefferungs- bxdürftxg xst. Auch wn memen, daß die isberige GIseßgebung dre Pfizckzten des Staats Jdem Wucher gegenüber nicht erfüklen kann und wxrd, daß fexner eme_ Aenderung der Zustände, auf denen d_er WUFF)? erwachst, drmgend wünsch_cnswertb ist, daß ferner ?xne Auxklarung d??? Vo1ke's, über wirtb1chaftliche Fra en geboten 111,_ und daß ÖW, Crchnstitute mög1ichst verme rt werden anff-en'. Abxr wxr stehen auf dem StandxÖunkt, daß es rxch11g zst, das eme zu thun und das andexe nicht zu (affen. ie Erfahrungen, dre Mr UUTET' der Herrschaft dY-s Htsberigen Wuchergeseßes e1nacht Haßsn, sm?) mchk„derart, daß nnr dre Zumuthung von uns a weiskn nxußfen, dte Schgden _und Lücksn des GeseFZes zu verbessern. Es ist [)mgerxnesen axxf dre gsrmge Anzahl von Unker uchungen und Bestrebungen auf Grgnd dceses Gesstzes und . auf _die verhältnißing große Zak)! Vyn Frexsprxchungen. Abet: dle Wtrksamkeit eines trafgeseßes ist mckyt ledrgltch' nach der Zak)!“ der Verurtbeilungen zu bemessen, ein Strafgeseß wrrkk (zuck) erztehklch auf ,daéz' Volk. Auch aus der gerinéen Zahl der Verurtbetlungen wegen Memerds darf man nicht den Schuß ztehen, daß Strafbestrmmungen über den Meineid überflüsfig seren. err Schulze-Deüxzsch sagte mit Rscht, 1" on der Ausspruch des fitt- ichen Vannes über den Wucherer werde heil am wirken. Die Vorlage will auch die sogenannten Zweckgeschäfte in den Kreis des Wuchers ziehen, und mit Recht. Denn 'w_en1_1 man den Wu er bestrafen wilk, liegt kein Grund vor, drexentgen “durch dre „aschen des Gescßes entschlüpfen zu lasen, dre Credttjvucher be'tretben durch Abschluß von G€schäften, wekckye gxnau, denschben_ wrrtbschaftlichen Zweck Verfolgen. Insbesondere ist hterber an dre Faüezu denken, wo
aiffcisen im Credikwesen