1893 / 22 p. 7 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Jan 1893 18:00:01 GMT) scan diff

smd. Ich bin nicht in der Lage, den Fakl nach einer solchen Dar- stßÜung ohne Vorbereifung zn beurtheilen, abér ich werde gern die Anfrage, die hier gemacht ist, in Erwägung zieHen. Soviel ich von dem Hsrrn Vorredner Verstanden Habe, scheint mir aher das VerfaHren an fich nicht unrichtig zu sein. Denjenigen Per- sonen, welche Berufung erheben, steht es ja vöUig frei, alle Beweis- mittel, die fie zur UntLrftützung ihrer Berufung für zweckdienlich baltkn, schriftlich anzuführen, und dann müssen diese BsWeise auf- genommsn werdsn. Wenn mm, wie die Erfahrung [€hrt, schrjft- liche Bsrufungen häufig sehr mangelhaft motivirk, génügende B&Mise gar nicht angegeben smd, und der Commissar fick) bsmüHt, “sch an Ork und StelTe zu begeben, um durch mündliche RückspraÖe mit dcn Cknfiten mehr zu erfahren, so kann ick) darin keine Beschwerde für die Censiten finden. Das, was sie schriftlich niederlchn können _ und der Herr Vorredner sagt ja, daß es [Lichter wäre, ihre Mei- nung schriftlich Einzureich€11-, das wird ja naturgemäß der Prüfung?;- commisfion vorgslegt und muß, Wenn es releVant ist, näher geprüft und kaSiSMäßig festgestellt [Vékdkm

Ich sehe also noch nicht r&bt, wo in dieskm Falle die Bkschkverde likgt. Wynn der Herr Commissar in manchen FäÜen den Leutkn, die Berufung crhobcn Habén, gerathen hat, sie faÜen zu lassen oder ihre Ansprüche zu ermäßißen, so Wollen die Hkrren Wohl bedsnken,

daß eine ganze Menge yon Bérufungen vöÜig unbegründet erbokxn smd, und da kann er sehr wohl im einzelnen Falle im besten Glauben den Leutkn den Rath geben, um ihnen unnötHige Kosten zu ersparsn. Abkr ich will übst

den workiegenden FaÜ nicht urtbkilen. Wir haben überhanpt den Grundmt; im Tjnanz-Ministerium, gerade bei der erstsn Veranlagung Und den nächsten Veranlagungkn, die fick) daran knüpfsn, (211€ Be- schwerden, die an uns in Bézug auf das Verfahren g€richt€t jverdm, auf das sorgfältigste Und eingehendste zu prüfen und WMA da rükksichkslss Abbilfé zu fich8rn, Wo wirklich Mißständé und Mängel im erfahren sxch gezeigt haben.

Abg. Bödiker (Senta): Man sagt, daß_die Nkuregeluxtg dsr Disnstajtkrsstufen für die Verwaltung eixxe Erxparniß herbßisühren wird. Das kann man jetZt nicht controliren. Viklleicht steUt diZ Régikrung nach fünf oder sechs Jahren einTableau über die Wirkung dieser Neuregelung auf. Das Dienstalter sol! bercchnst werdsn von dem Eintritt in die ctatsxnäßige Stklllmg an. Das gsnügt noch nicht, BLW". die Diätare müßen oft lange auf Anstellung warten. JLYT soÜ ja dahin gewirkt werden, Faß fick nach vier Jabrkn angesté t werken. Wenn das aber nicht 5361635851, dann sollte man dxn übst? vier Jahre hinauséehenden Zeitraum auf die Dienstzeit anrechnen.

GLHLier O er-Finanz-Ratk) Lehnert füHrt aus einer Zu- santhLFnstellung an, daß eine Mehrau§gabe aus der Nsurkgslung ent e-L.

Abg. Krak) (freicons.) glaubt, daß die Nkuregélung manche Un- gleichhsjten mit sich bringen wird. „Ueberßya-s Versahren de'r Berufs- commisjionen sind auch in Schleszyrg-Hol1tem Klagen [aut géworden, namentlich über allzuqroße vkxatort7che Nathorschungcsn.

Abg._])r. Sattler (nl,) begrüßt dre Cmführung des Systems der Dienstalterszula en als großen Fortschritk und hofft, daß ('s dem- nächst auch lich Hein wxrde, die samten in einzelne großen Muffen mit einer Ein eitsscala zuyammenzufaffen. .

Abg. Dr. von Heydebrand und der Lasa glaubt, daß der der Neuregcsung die Kreissecretäre gegenüber den RegierungE-Secre- Tären benachtbeikigt find, obg1eich man für das erstexe Amt nur altere Personen auswählen kann. _ ' _

Gébeimer Ober-Finanz-Natk) Lehnerxwetst nach, daß dxe betdZn Arten “cer Beamten voUständiq gleichmaß1g behandekt find; n) 24 Jahren erreichen béide daI höchste Gebalx, davon enffaÜen ber den * Regierungs-Secretären sechs (1fo das Asfiytentenamt, achtzehn auf das Secrstariat, während die KrLiMcrctäre nicht Asfistkxxten wkrdep,

Abg. Dr. Friedberg (nl,) beklagt, da diE mit festen Einßexts- 'Häszen angestelkten Beamtkn von dsn Diensta terSzusagen au§geschlossen eren.

GLHeimer Ober-Finanz-Ratk) Lek)„n€rt entgégnet,_ daß eine Be- rücksichtigung dieser Beamten nicht angangig sei, da diexe sonst andéren gegenüber bévorzugt werden würdén. _ _

Für die Umwandlung von dratarrschen Stellen 111 etatSMäßige _smd 1700 000.47: mehr_ erforderlich geworden, die die Commisston zu genehmrgen empfiehlt.

Abg. Dr. Sattler (ul.): Es ist fraglich, ob man nicht bei dieser außerordentlicben Maßregek von einer besondxren Bevorzugung dsr Militäranwärter hätte absehen müssen. „Drese gelangen jetzt schnechr zur LlnsteÜung, als die älteren Civikanwgrter.

Geheimer Ober-Finanz-Ratk) Lehnert: Dte MikitarVErwalqutg bkstand auf ihrem Rechte der alternirendcn Ansteüung von Mjlrtax- anwärtkrn, was auch berechtigt ist, da. „[extere fich metst m höherem Mter befinden. Wenn einmal Mtlxtaranwarter fi mcht finden, so treten Civikanwärter ein, es tritt dann nach er ein leEglcich ein. _ _ _

Abg. Bödiker (Centu) meint, daß dadurch dre Cwckanwarter erst recht geschädigt werden. , , _ _ _

DW MehraUSgaben werden bexytlltgt, sOWth ste rm Etat des_Finanz-Minist€riums zur Erscbemxxng kommen; ebenso der Next des Etats des Finanz:Mintster1um-3.

Schluß 4 Uhr.

Höhe der Schneedecke in Centimetern am Montag, den 23. Januar 1893, um 7 Uhr Morgens. M i t g 8 U) 8 i [t vom Königlich preußischen Meteorologischen Institut. (Die Stationen find nach Flußgebieten geordnet.)

Memel (Dang?) -, TUfit (Memel) 32, Jnftérburg (Pregel) 32, Heiksberg (Pregel) 18, Köningerg i. Pr. (Prkgcs) 27.

Weichsel.

GroF-Blandau (Bobt,Narew) _, Czerwonkxn (Bobr, Naxew) _, Marggra owa (Bohr, Narew) _. Klauffeu (Pxffa) _, Netdenburg (Wkra) 37, Ostexode (Drewenz) 20, AltstadtWrewenz) 19, Thorn _, Konitz (Brahe) 18, Bromberg (Brahe) 16, Verént, (Fersex) 51, Marienbur Nogat) 32, Lauenburg i. P. (cha) 43, Köslm (Mahlen- bach) -, É welbein (Rega) 45. O d e r. . Leoßschülz (Zinna) 27, Ratibor 28, Beuthen (Klodniß) 27, Oppeln 27, Wölfelsdorf (Glaßer Nei e) 25, Vrayd(G[a13erYerffe)-, Reinerz (Gla er Neiffe) _, Gkaß Glatzer Netffe) 26, Gorkversdorf Glatzer MR?) 64, Friedkand (Glaßer Nexffe) 63, Wetgelsdorf(Gla er eiffe) 13, osenberg (Stober) 36, Breslau 32, LreZmUKaleach)“ 1, Xraustadt (Landgraben) 36, Grünberg 35, Gottxs erg (Bober) _, Krummhübel (Vober) *, Wang (Bober) 93, Eichberg (Bokek) 40, ' Schrciberhau (Bober) _, Warmbrunn (Bober) 35, Bunzlau (Bober) 28, Görlitz 2(zZ-Zausixzer Neisse) 30, Frankfurk 25, Ostrowo (Warth?) 30, ofen ( arthe) 22, Tremessen (Warthe) 15, Samtsr (Warthe) 25, «Prosch (Wartbe) 42, Neustettin (Marthe) 37, Deuts Krone (Warthe) 22, Landsberg (Marthe) 12, Stettin 23, Pammm_(J na)28, Prenzlau (Uecker) 24, Demmin (Peene) 27, Putbus 27, Kirchdorf" auf Poel 40, Rostock Warnow) 25, Se eberg (Trave) 18, Lubeck

„* . . ,

bur

F'o' r17, Gramm (Fladsau) _, Westerland auf Sylk _, Wyk auf

_, Husum 19, Meldorf 25.

Elbe.

Torgau 20, Dessau (Mulde) 9, Rudolstadt (Saale) 15, ("ena (Saale) 18, Ilmenau (Saale) _, Stadtilm (Saale) *, DingeÜädt (Saale) 22, Erfurt (Saccke) 12, Sondershausen (Saale) 11, Nord- Öausen (Saale) 19, Halle (Saale) 18, Klostermansfeld (Saale) 17, Bernburg (Saale) 15, Quedlinburg (Saale) 12. Harzgewde 23, Magdeburg 16, Nkustrelilz (Havel) 35, Kottbus ( avel) 32, Dahme (Havel) 25, Berlin (Hayek) 30, Bkankenburg bei erlitt (Havel) 26, Spandau (Hawe!) 24, Heinersdorf (Kr. Teltow) (Havel) -, Poksdam (Havel) 25, Brandenburg (Hafel) 23, Kyriß (HWA) 35, Gardelegen (Wand). 31, JeeZe (Aland) 20, Waren (Elde) 30, Marnitz (Elde) 29, _Schwe_xrn (Elde) 35, Uelzen (Ilmenau) 14, Lünsburg (Ilmenau) 19, Neumunster (Skör) 20, Bremervörde (Oste) -.

W e s e r.

Meiningen (Werra) 25, Liebenstein (Werra)23, Al_tmorsöhen (Fulda) 18, Schwarz€nborn (Fulda) 30, affel (Fulda)16, Vrelefeld (Werre) 13, Herford 19, Scharfenstein (Al]er) _, Ilsen- burg (Alker) 17, Vraunscbkveig (AUer) 21, Celle (Al]er) 17, Göttingen (Aller) 18, Herzberg (Aller) 34, Klaustbal (AUT) 55, Seesen (Aller) 14, Hannover (Aller) 24, Bremen 15, Oldenburg(Hunte)13, Elsfleth 16, Jever 17. , E

m s.

Gütersloh (Dalke) 15, Münster i. W. 15, Lingen13, OZnabrück

(Haase) 12, Löningen (Haase) 12, Aurich 15, Emden 12. R b e i n.

Darmstadt 20, Coöurg (Main) 28, Frankenheim (Main) -, Frankfurt (Main) _, Wiesbaden -, Geisenheim 17, Birkenfeld (Nahe) 27, Schweinsberg (Lahn) 23, Rauschenberg Lahn) 22, Mar- burg (Lahn) 38, Weilburg (Lahn) 30, Schneifek-Forst aus (Mosel) _, Bitburg (Mosel) 25, von der eydt-Grube (Mosel) 18, Trier (Mose!) 10, Neuwied 24, Sikgen Sieg) 30, Hachenburg (Sieg) -, Köln 12, Krchld 12, Arnsberg (Ruhr) 26, Brilon (Ruhr) 30, Lüdenscheid (Ruhr) 33, Alt-Asténberg (Ruhr) _, Mülheim (Ruhr) 17, K*[ebe 7, EÜewiek (Yffel) _, Aachen (Maaß).

Der Höhe von 1 am. Schneedecke entsprachen:

alda (Fulda) 24,

am 22. Januar 1893 in N€idenburg - 1.4 111111 Schmelz- , 23. , Altstadt ÜWNÖW 1.7 wasser. 19. . Schivelbein (Rega) 1.9 .

' ZZ“ ' ' ' §95schüß ]?"Z ' '

' ' |- ' ' arkg " ' '

22. . Ostrowo (Oder) 1.6 ,

22. . Samter 0,9

20. ., Nordhausen 1,4 ,

23. „, Potsdam (Elbe) 1.4 „,

ZZ. . ., Brandenburg 1 Z.?

n ' ' ' L e ' ' '

20. , . KlaustHal x(Wes“) 2.3 ,

, 22. v.d.H?ydt-Grub€ , 1,1

23. ., Neuwred (RHLm) 1.3 .

22. . Brilon 1.3

Entstheidungen des Reichsgerichts.

DiE ..auf hoher See“ auf einem deutschen Schiffe, gleiclwiel ob auf einem Kriegs: oder Staatsschiffe oder auf emem Schiffe Der Handelsmarine, be angenen,Verhrechen oder Ver- geben find, nach einem Urtbei des Rexchsgertchfs, 17. Strafferxais, vom 21. Oktober 1892, als im Gebiet des Deutschen Retchs begangen zu bestrafen.

_ Pflanzen, welche aus anderem Boden nach einem Grab- bügel übertragen und daselbst zur Umpßanzung des Hügels ux den Boden einchflanzt find, find nach exnkm Urtheil des Rerchsgexxchts, 11. Strafsenats, vom 1. November 1892, im Sinne des preußtjchen F8[d- und Forftpolizeigesetzes vom 1. April 1880 als „Bodenerzsug- niffe einer Gartenanlage“ zu erachten; ine Entwendung Dom Grabhügel ist demnach ni t als Dtebstahl aus § 342 des Strafgesetzbuchs, sondexn nur a 6 F eldfrsvel aus § 18 BLE Feld- polizeigesetzes zu bestrafen.

Kunst und Wissenschaft.

Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. Sißung vom 11. Januar 1893.

Herr Obérlehrer Dr. J. Bolte tbeilte aus Einar auf der König- lichen BibliotHek befindlichen Hochdeutschen Anekdokensammlung, dre der Dichter L. Tieck gegen Ende des Vorigen JaHrHunderts aufge- zeichnek hat, mehrere G81chichten mit, die riedrick) dM Großen und einzekne skiner Offiziere, wie den General auen ien, dsn bekannxen Goumzrneur von Breslau, den General von Meyer, von Ramm, von Mentzel], betreffen und als charakteristiscbe Aeußerungen exner entslxhxvindendén soldatischsn Periode in den Verlinkr Bürgerkretsen um :e en.

Herr Oberlehrer [)1'. Tschirch aus Brandenburg a. H. bexichtete über eine: von ihm neuerdings_ im Brandenburger Stadtarchiv auf- efundens Urkundenabs rift, dle Uebertragung der Mark Braxxden- urg von Jobst an den arkgrafen Wilhelm Von Meißezx bYtreffend. Die Vom 16. Oktober 1402 datirte Urkunde rst weder er Riedel ab- gedruckt, noch skitdem bkkannt geworden. An der Echtheit des Stücks ist kaum zu zweifeln, da uns ein Schreiben des preußischen Hochmxtstexs an den Mmkgrafen Wilhelm vom 6. November 1402 erhalten tft, m welchem jener diesen Wegen des erlangten Bxfißes der Mark beglückwünscht, und so setZt denn schon die bisbsrige G€1chichtsschreibung z. B. Herde- man das Vorhandensein des Vertrages voraus, ohne fernen Wortlaut zu kennen. Die Urkunde ist in Berlin angestellf, während die Zeit- umstände und Jobsks Jtinerar seinen Aufenthalt in_ Berlin sehr unwahrscHLinkich mach€n. Es ist daher anzunehmen, daß dre Urkunde von einem Bewoümächtigfen ausgefertigt wordenist. Der Vortragende findet einen HinWLis auf diesen, den Hauptmann der Mark (es nya): damals Balthasar Von Sch[reben), in der stark abgekürzkßn Aufschr1f1s. _ Die Urkunde überautwortet Wilhelm yon Merßer) dre Mark miT allen Rechten und/Einkünften, giebt ihm die Befugmß, Beamte ein- und abzusexzen, geistliche und weltliche Leben zu Verleihen, bis zur vöüißen Entschädigunß füt: entstandene Kosten und Schaden. - Bekannt ich war diese 118 ertragung der Mark an Wilhelm von Msi en nicht die erste. Schon 1395 war das Land von Jobst an Wilhe m gegen be- deutende Darlehen übexantwortet Worden, und Mannen und Städte Hatten dem neuen Inhaber schwöxen müssen. Doc? ist diese Ab- tretung nichf als eine reine Verpfandung anzusehen, ondern Wilhelm wurde Mitregent und Statthalter, ohne daß best (mf Regierung und Einkünfte tbatsachlich verzichtete. 1402 nun war zwar Wilhelm noch Statthakter, fühlte fich aber im Befiße seiner Rechte bedrohf, aks König Sigißmund seinem Vetter Jobst die Herrschaft über den unglücklichen Wenzel und sein Böbmerland entriß, Wenzel mit sich nach Wien führte, Jobst aöer des ungarischen Thron olgerechts beraubte und den österretchiscben Herzogen die An- Warts aft auf den BÜZ her Mark Brandenburg Verschrieb. Damals knüpfte fich das Vexftandm zwtsckyczx dem klugen Meißner und dem bedrängten Jobst wxeder fe ter. Wilhelm unterstützte ihn durch Hilfs- truppen und neue Darlehen, ugxd als Dank wurde ihm die erwahnte Urkunde ausgestellt, dre fretxtch nicht die geringste praktische Wtrkung gehabt hat. Denn m den folgenden Heimsuchungen der Mark bleibt der Markgraf von Meißen dem Lande fern, während Johann Von Mecklenburg Schußberr und Statthalter der Mark wird.

(Trave) -, Eutin ( chwentincck 19, S „leswig (Schlei) 14, Flens-

Herr Dr. Hin e sprach im Aus fuß an die Arbeit von Toe e- Mittler über den * affecberkehr szchen Berlin und HamburgYM

* 4

17. und 18. Jahrhundert. Der Bau des Friedrich Wilhelms-Kanass der 1668 Heendet wurde, gab den Berliner Schiffern einen mächti er; Antrteb, dle ancuxrenz mtt den Hamburgern, die diesen Verkehr is- her [ast ausschl'teßluh heßerrscbt Hatten, aufzunehmxn. 1700 kam es zu zxmer gemem chaftlxch€n Regelung der Schiffahrt zwischen beiden Thetlen," dexen _ngxptpunkt, ,die Einführung der Reihe- fghrk, „fur dre marknchen Ethchrffer, die sich übri ens 1716 zu etper Güde zxxsammenthaten, zunachst eine erwünschte Beéchränkung der bisherxgen ruckfichtslos ausgebeuteten Ueberlegenbeit der Hamburger bedxutete. Der Coycurrenzkampf nahm jedoch bald wieder eine schqrfxre Form an; die Hamburger banden fick) in den zwanziger und drerßtgxr'xßahren nicht mehr an jenen-Vertrag und sucßfen die Berliner gewonnenen Pofitron zu verdrängen. 1731 wurden

p_[anmaßrg aus der dre Hamburger S iffe in Lysin mit Beschlag belegt, 1746

vorx dem Werke 7: mit Berlin gänzlich aus 6 [o en. Wabxknp disses Kampfes mit den amburgern Ich?) ffder kurmarktschen Elbsäytffergilde 1733 eine geschlossene Mit-

g'liederzahl _und' ein ausschließendes Privile tt" ungen, dre ste bis in die Reformzeit zu5 za Z fSstgeHaltxn hat. In die 50 er und 60er Jahre fäÜt ihre 5 [UWSZSÜZZ fett den 70 er Jahren ging sie mit dem EsbHandel und demBerlm-Hamburgex Verkehr'überHaupt zurück. Es war ein Vorgang, der m der engstenVerbmdung mxt'dem gesammten wirthschastspolitischen Systemstandchs Preußerx fur seme mittkeren Provinzen seit Friedrich WlthÜU 1. und, namentltck) unter Friedrich dem Großkn angenommen hatte, _und das rm ngensaß zu frü eren Bestrebungen darauf hinaus- ltef, dle als ausfickytslos exkarxnte Beförderung des Außenhandels und dss Durchgqngsverßhrs nut elner energischen Entwiäekung desinneren Verkßbrs und der etgezxen roduction zu vertauschen und die Grenzen gegen das Außland Wirths aftspylitisch mehr und mehr abzuschließen. Ntcht _mehr. dt;? EM, sondsrn dre Oder war es, der die Hauptftage der fridertctamschen Verwaltung gkwidmet war. _ Jm Kunstgewerbe-Museum find für kurze eit die Prgcs tgerßtbe „aus;;estexxt, welche in der EHrenhalUx de? Welt- ausfte ung xn CHtcag„o_1k)r_enPlat5 finden sollen. Da die für den Bedarf arbextende Jnduttrte mcht tm stande ist, kostbare, don Künstler- hatxd entworfene Prmxksxücke herzusYeÜen, so bat im Auftrage der Netch§commisfion Prosenor Dr._Lejsing es übernommen, von den hrengeschenken, Welche wahrend der letzten Periode für hervor- raZends Perxönlichkeit€n gefertigt worden find, eine möglichst glanzc-rnde Sammlung zu Veranstalten. Es find jetzt bereits 67 Kunst- werke von 26 Befißern vereinigt und ausgestellt; manches wird ?Ich noch anschlisßen. Außer Spitz? stehen die von Seiner Majetät dem Kalter Alkergnädtgst bewilkfgten Kunstwerke des Hohenzollern- Museums, Hie kostbarsten Adressen an Kaiser Wilhelm 1. und KaiserFrtedrich, sodann in_ reicher Zahl die Ehrenpreise, Welche der Kaxser an Regatta-Vkrsme, [wei Ja brennen und ähnüchen Yeranlaßunchn gestiftkt Hat, zumeist ua des Kais-er ' persön- [tchkn Jnte-ntronen durch Gustav Lind gefertigt. Prinz Heinrich von Preußen hat die filbkrne Bowke, ein Geschenk von der Ri,tt€r7chaft der Provinz ,Sckxléswig-Holstein, Hergelfehen. Fürst Vtharck und die Kamille des Grafen Moltke babkn aus den SÖÜHM von Schön aufen und Kreisau bereitwilligft die höchst- vollendkten Stücke zur_Verfügung gesteüt, vieles, was bisher auf keiner Aussieüung geweyen: der grxÉe Tafelaufsay aus dem Geschenk der thdustrieUen an den Fürsten jsMarck, der Ebrenbumpen der deutschen SWdentsn, prachtvolT ausZestattete Ebrenbürgc-rbriefe deutscher Städte, darunter die * B1attsr yon Adolf Menzel,

HewiUigt worden, Berech- nfang dieses Jahrhunderts

die Tafel von München und die mit Juwelierarbeit be- deckte Caffetke von Hanau find bier vereinigk. Die König- liche kademie der Künste Hal die Vokivtafel des

Ministers von Goß1er berßekikben, der Minister Von Skosä) den ÉWerneerHrenWrein, O er-Bürgermeister Voß einen prachiyollen

afeTanmaZ mit Muschelwerk. Ganz Hervorragend find die Arbeikcn Von Otto Léssing, Repüken der Yon ihm angßfübrten Ehren- geschenke. - Der große Hölzerne Parnllon, für die Aussteüung der chemischeankZustrie in Chicago bestimmt, bleibt bis zum 29.Ja: nuar im Lichthose des Mujeums ausgestellt. er Romanist_ und Kirch2nrecht§lebrer Freiherr von Scheuerl, vordem Professor an dsr Universität Erlangen, ist laut Msxldxéng d&? „W. T. B.“ vom gestrigen Tage in Nürnberg ge or an.

-* Aus Wien wird von demselben Bureau der gestern Abcnd erwlgte Tod ders Professors Otto Kahler gemeldet. '

' Mttglied

Der Ingenteur : General Ed u ar d Th i [so t, mchrercr gelehrten GeselTschaften, ist nqch einsr Meldung aus S t. P Stersburg gkstorben.

Literatur.

Geschichfe. , _

17. Forschun en zur Brandenburgts en und Preu- ßischcn GeschitZte. Herausgegeben- von [bert Naudé. 5. Band, 2. älfte. (Pr. 6-74) Leipzi , Duncker und Humblot, 1892.- Im ersten ufsaß des vorliegenden eftes behandelt G. Wolf ein wichtiges Kapitel in dér Entwicklung des brandenburg-preußisÖen Teritoriums: Die Beziehungen Brandenburgs zu Magde- bur im 16. Jahrhundert. Das Kurfürstenthum Brandenburg, das tm 15. Jahrhundert eine hervorragende Stellung im Reith ein- Mwmmen hatte, trat im 16. seit der Abtrennung der fränkischen

* arkgraffchaften mehr und mehr an Bedeutung zurück und wurde allmäHlich von seinem NachbarKursachsen überflügelt. Arm von Natur Und in ungünstiger geographischer Lage, mußte es dana streben, sein Gebietzu Vergrößem,wennes wiedereineführendepolikis eSTeÜuu ein- nehmen wolltx. Zu dem Zwecke schlossen die Kurfürsten im aufe desNeformatt-ynsjabrk)underjs tHeils Erbverträge mit deutschen Fürsten, thetls suchten Fe durcb ErwSrbung benachbarten Gebiets ihre Grenzen bxffer zu gbesta ten. So richteten ste Vor allem ihr Au enmerk auf die Crwex ung des blxchst günstig elegenen ErzbisXHums agdeburg. Da m dtésem Hochsttft dex Protségntißmus bereits esten Fuß ge- faßt Hatxe, so strebten dre Hohcnonern seit Joa im 11. danach, Prinzen ihres Hauses" zu Coaxjutoren und Erzbischöfen wählsn zu lassen „unh, so dre Sacularisatwn und Anne ion Vorzubereiten. Da aber dre sgchfis er) Kurfürsten fick) mit äbnli en Projecten trugen, so begann zw_tschen" exden Fürstenbö en einhestiger Wettkampf, der mit alLen Mitteln'emer rxzck11chtswsen Dip omaTie geführt wurde. DenHoHenzolle xvaren d1eUmstande rm axlgememen günstiger als den Wettinern: es gelang tbnxn, dem brandenburgtsk en Prinzen Sigismund die erzbischöfliche Wurde zu verschaffen, wa rend dessen _Amtsführung das Regiment der HoheyzoÜern m Magdebur popular wurde und die ewangelische Lehre Wetters Fort[chr1tfe ma te, sodaß an eine Säcularisation zu Gunsten des chmes Brandenburg gedacht werden konnte. Dieser Plan wurde fretl'rck) dur_ch den Tod dks Prinzen und die Bemühungen der Sackysen Verettelt, mdeffen gelang es doch, troxz 6111er G6 en- anstrengungen deH Kurfürsten von Sachsen, wiederum einen Ho en- zollern zum Admtmstrator von Ykagdebur und Halberstadt wählen zu kassen, der fich 95er manche Beschrän ung seiner Machtbefugniffe durch dqs Domkapttel gefallen [a'ffen mußte. AÜerdings war hiermit noch Ulkht, dre dquernde Vereinigung Ma deburgs mit Branden- burg, bewirkf: dtese erfxxxgte erst 100 Fabre später unter der Regterung des Großsn Kursurfterx. In dem zweiten Aufsatze wendet ßchFele Ra fahl ge en Fritz Zrckermann, der in einer Unter- u unguberdas runden urg-"pommersche Lehensverhältniß bebaxtptZk Hatte, das; den Markgrafen von Brandsnburg die Zehens- bohett uber Pommern erst dure)? Kaiser Friedrich 11. verlieben sei. DUISLLY sucht Rachfahl nachzuwet en, daß die brandenburgische Lebens- bobext ubsr Pommern bxretts 1früher, um, das Jahr 1200, bestanden habe. Eben aus Wesentltch po emisch ist die folgende Abhandlung, in der Exnst 5 erner *die Schri Von Thömes, den Antheil der Jesxtttext an der preu is en Königskrone, bespricht.„ Diese Arbert, dre schon so viel ntgegnungen hervor erufen bat, wtrd hier v_on emem gründlickyen Kenner der preußi?chen Geschichte noch emmal ausführlich beleuchtet. Nach Verner übersteht Tbömes, der Weder nellen nock) Literatur über den Gegenstand

genügend beherrscht, gänzlich, daß die Beiden Jesuitenpatres Wolff und