1874 / 86 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 13 Apr 1874 18:00:01 GMT) scan diff

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sorge gciroffxn, daß gewisse ._Kasscn bezeichnet stud, Welche das Ein- lwuygSgeichaii [*ewrgcn. Bex diesom Ein|ösungsgxschäft haben die ernerungcn 1111111111116) karjan festhalten müfsa'n, das; der feste Cours, weicher dcn preußiicbsn Friedrichsd'orsfür die preußischen Kassen bei- gxlcgi war, von Anfang an beschränkt gewefcn ist auf Friedrichsd'or, die nicht mehr „wie ein gewisses Bmchtheil _ es kommt auf die Be- zeichnung der einzelnen As; nicht an _ an Gewicht verloren hatten. Nur innerhalix dieser Grenzen hatten die preußischen Frikdricbd'ors bei dm preußischen Kassen festen Cours und nur-innerbalb diescr Grenzen hat das Reich_fich für vvrpftichtei gehalten, diese Münzen zu übernehmen. Die preußischen_Friedricbsd'ors „haben bckanntlich einen gefeßlichn Cours in Süddcutichland nicht gehabt, fie haben einen le- diglich konventionkÜen Cour?) gchabi, der sogar übkr ren preußischen Kqssencours um 5 Kre'uzcr hmgusging. Daß nun bei dem Einlösungs- geichäst scibst in einzclnen Fallcn Weiterungen entstehen können, daß die 211139111611 Beibciligten mituntir nicht so rasch abgefertigt werden, wie sie wünfchcn_ möchtetx, ka_11n ich durchaus nicht in Abrede stellen, ich halts es sogar im icht wahrscheinlich. Das Einlösungs- geschäft begann tiaci) der Bekanntmachung drs BundeIratbs am 1. April. Meyn m den ersten Tagcp des April das Publikum, Welsbks die Mnnzen hai, fich ihrer 1osort enilcdigm will, 10 entsteht ein Andrang an drn Kassen,_der a_11ch mii dcn allerbesten Einrichtungen ganz Kaiumoißwendig nicht 19 mW zU bewältigen ist, wie die Inter- essentin es wünichcn._ Die Zeit für die Einlösung ist auf drei Mo- natc,sestgeseßt, und 1ch__glaube,_ dq); diese Frist .Über und über Zeit ewal)ri, um „das Einloiungsgeichaft mii Ruhe und ohne Nachtheil 'r das Publikum vornshmm 311 können.

_ Vor der Berathnng des Nachtragsetats erklärte der Bundeöbevolimächiigte, Wirkl. Geheime Rath v. Phiiipsborn]:

Msine Herren! Jck) bitte um die Erlaubnis), zu Position 4 einige erläuicrnde chcrkungrn zn machst! Und daran eine 231th zu knüpfen.

Ju Position 4 st_€i)t:

Zum Ankaufe zws1er Grundstücke auf der Jnse1 Koo-Tung-su für

das von Fodckww nail) Amoi) zu vkrlegende Konsulat.

Dies entiprack) der damaligen Lage der Sache. Nach den seit einigen Tagen" .1116_Cl)1na cingeggngsnen Nachrichisn hat fich indos; die S_ach1agc etwas geandert. E, ist nur gelungen, das erste Grundstück kauflich zu erwerben, “das andcre nicht. Der Kdniul hat sich in der Lage gischen, ein aizdkrczs Grundstück zu erwsrbcn, auch günstig gele- gen, biklxge'r 1111 Preise, im Ucbrigen aber doch so, das; cinig1*Ba111ich- keiten erforderlich iind. Wenn man 21.1168 zusammcnrcchnei nach den ups g§wordencn Ariichlägen uiid Vorlagrn, 10 wird fick) die Toialsnmme u1chtandcrn; da ]cddcl) that1üch_lich cine Llsnderung eingkiretcn ist, so_gla-nbie man Verpsiiwtri zu )ein, einen Zusatz zu machsn dahin, dat; n1chi blos vom Linkausc neuer Grundstücke geiprochen, sondern am Schlusjc noch gesagt Werde:

irwie znr Hersteilung" der erforderlichen Ba_11[ichkeiten.

Ick) ,bxmcrke gu-Zdruckltch, da); die Totalmmxne fick) nicdt änderi, daß in dtexer Bczirhung cine Nsnderung nicht beabfiäxtigi noch vvrge- schlagen Wird; es handelt sick) hier nur, drr Wahrheit treu zu bleiben und aus.?zuipreche'n, was in_der Absicht der chirrung liegt.

Ich_bin _deödalb beauftragt iixt inmen der verbündeten Regie- rungen die Bitte auszusprechen, dai; die1€r Zusatz angcnommen werde.

Statistische Nachrichten.

Die Lebexisversixherungsanstalt für die Armee und Marmi? dat ihren eritcii Rechcnsäéaftskerichr veröffentlicht. Nack) demselben imd in den eriisn 3 Aufnahmcterminrn, 1. Juli 1872, 1. Januar 111181. _Juli 1873 1725 Personen mit 1,347,700 Ver- ficherungsmmmcm die Anstaltaufgenommen wvrdrn, yon drncn am 31. Dezember „1873 fick) in derselben noch 1700 Pérsonen mit 1,322,300 Thlr. V.-§:ck._(dur_chichniiiltch 778 Thlr.) und 46,660 Tbir. 18 Sgr. 2 Pr. Pram1e besandey. _ Von den_ Vcrficdorikn warm" 379 mit 80,400 Tl;_lr_.V.-S. zum Beiiriit verpflichtete Offizicre, Aerztc imd odere Militarbcamik, 1321 Wi 1,241,900 Thlr. freiwillig Beigetrctene. Von den Versicherten 'stardrn 6 mit 5300 Thlr. V.-S., 11 Persomn und 7,700 V.-S.'w§nigrr, als nach den Sterblichkeitsiachen anzu- uehuwn War. Die Einnahmcn betrugen bis Ende 1873 61,592 Thlr.

16 Sgr., zu den Audgabm ist eine Llslerböchste Subvention bswinigi wvrkcn, "von welcher 16,056 Thlr. 28 Sgr. 4 Pf. verwendet wvrden sind. Fur Todesfäilo ist nichts zu bezahlen gewesen, weil sämmtliche _Versichorté fick) noch 111 der GéfÜHkÖZLit brfinden. Dcr Sicherheits- sonds betrug Ende 1873 56,651 Thlr. 28 Sgr. 10 Pf., der Verwal- tungsfonds 1957 Tblr. 9 Sgr.

Stuttgart, 9. April. Im Laufe des vergangenen Jahres1873 si_nd_aus dem KHnigreich Württemberg 420 Mann _ 351ein- jahrig-, 69 dre1= und vierjähriz-Freiwillige in die Armee ein- getreten. Davon kamen aus den Aushebungsbezirken: Stuttgart Stadt 140, Ulm 29, Reutlingen 16, Ludwigdburg 15, Heilbronn 11, KlrchYetF 11, Eßlingen 10, aus den übrigen Ober-Amtsbezirken von _ .

London, 10. April. Ueber Liverpool wanderten im März 6068 Perionxn nach transatlantifcch Häfen aus, d. i. 7343 wenigsr als tm korreipondirenden Monat des Vorjahr»

Kunst, Wiffenschaft und Literatur.

Berlitz, 13, Avril. Dex Vérein für die Geschichie Berlins hielt am Sonnabend icme 162. Versammlung im Bürger- Saale des Ralhbauses, in Welcher Hr. ArÖiv-Rath 1)1'. Hassel einen Vortrag hielt über „Berlin im chruar 1813“.

Aus der Pfalz, 7. April. (Karlsr. Zig.) Auf den Hößcn dcs Hgardtgebirges, wechr fich unmitkclbar hinter dem Städtchen Dgrkhxim xrhsben, zieht fich ein mächtiger Steinwall im weiten Um- kreis 6111; im VolkSmund beißt _e_r dic Heidenmauer. Wer aber 1395 Volk gewesen, da?» dies??) R1s1enwerk aufgethiirmt, um sich da- bintcr'zix schußcn, ist bis 1th nicht ermittelt. Es Wurden schon allerlk_1_Nachforfchungen cm Ort und Stelle versucht, fie ichciterten aber'iammtiicl) an der Schwierigkeit drr Llusgrabungcn. Nun Hat sich 111 neuester Z-sit ein Verein in Dürklzcim gebildet, welcher die fruhercxi Versuche wiader aufnehmen, vor Allem aber sich ausreichende Grldmriiä sichern wil), um die Ausgrabungen nach einem festen Plan niit aniequenz bcircihen zu können. Einige Nacbgrabungcn, die er emitWetle-n vkr1uchswch2i1e vornahm, haben schon eine reiche Ausbeute gelicfsrt, niimxntlicl) Reste von tböncxncn, thrils mit der Hand, theils (1111 der'Drehicheide geformten Gefäßen vrrickyxedener Gattungen, dann 9111 Stßinwerkzeug von etwa 20 Cextimeier Länge und eincn bronzenrn Fingerring. Jnnxrlwib der Ringmauer finden sich auch viercckige, mit M*.uern Uinschlrsicne Plätze; sine dieser Mauern Wurde auch unter- 1uchi, und man fand, da); fie aus rcgclmäßx'g ge1chichteten, durch Kalk- 111örtel yerbundknen Steinen erbaut war, am den Ecken durcb Fels- blöcks géjiüizt.

_ Dcr Großherzoglich Weimarsche Archivar Dr. C. A. Burk- hardt hat soeben einen Proivsktus für ein „Handbuch der deut- icben _Und öfterreicbiicben Archive:“ außgesrndei. In diesem Werke 1011er) nicht nur die Staatsarchive 1ondcrn auch die städtischem, standßthcrrltciMn und überhaupi aiie solciZe berücksichtigt Wcrdcn, Welche dxr h11toriichanorschung zuganglich find. Das vkrsandte Formular bittet um Einsendung _von Nachricht binfichtlick) folgender Punkte an d:*n_ _GMannien: 1) Osficielier Name des Archivs, Sitz desselben, Gc- srbastsstuudrg; 2) Bmmtenpersonal mit Vornamen, Rang. einschließ- 1ich der DTaiistkw und Diener; 3) Archivbestandthkile, Namen der einveriUbte-n Lircbwk, der unter dxrielbc'n Verwaltung stehcnden; 4) Literatur, überhauvt Nachweiie über die Geichicdie der betreffenden, Archive; 5) leressen standssbcrriichsr und an: derrr Archive, wclche, weniger bekannt, Brachtung verdienen; ArshlVL, Werde ungeordnxi sind; 6) Normen für die Benutzung; oi) Aktsnv'criendnng zulaifig? 7) Erklärung Übrr BetHeiligung an eine'r Bereinigung der Archivbeamien Pfingsten 1875 in Eisknack); 8) Wunicbe in Vrzug aus die Hersteklung des Buchs. _ Wclcke Schaizr noch_unquanni in den Archiven rußen, hai kürzlicf) der von qucker vkronxntlichte Yerichi über das Archiv der Stadt Straßburg gezeigt, das nicbt nur fur die Kunde von Elsaß inicrcssani, sondern, was das 16. Jahrhundert betrifft, von gwßrr Bedeutung ist.

Gewerbe und Handel.

_ London, 9._Avril. Die AuZiveiie des Handelsamtcs für M a rz bekunden _cme fqrtgexe te Abnahme des Handels. Der dcklarirte Wert!) der Ausruhr in die em Monat betrug 20,100,814 Lstrl., gegen

21,744,218Lstrl. im März 1873, d; i. eine Abnahme von 1,643 404 Lstrl. oder 711 %. deVergleich Mit Marz 1872 beirägt die Reduktion iydeß nur „ck %. D1e „Kobleyausfubr umfaßte ],129,740 Tonnen segen 977,324 Tonnen im Marz 1873, d. 1. ein Zuwachs von 15é%. wäh- rend d1_e Zunahme im Werts) nur 2? beträgt. Die Ver chiffungeu in Cizext und Stahl zeigexi eine bnahme von 22 % in der Quantitat und 16,). % tm WZrtl). Von Webestoffm figu- men Baumwollsabrtkate mit einer Abnahme von 9 , und Wollenstosse von 17%. Dagegen ist der Export von Leinen toffXn um 72% und von Scidenfadrikatcn um 24% im Werthe gestiegen. Unter den wemgen Axttkeln, dle _cinen Zuivachs in ihren Wertbbeträ- sexi aufwmcn, l*efinden_fich Vier und Ale mit 40%, Chemikalien mit 18%, Telcgraphcndrabte mit 481% und Schafswoüe mit 38%. Die ha11pt_sach1ichste Abnahme bat stattgefunden in Kleidungsstücken 20%,_ Steingutwaaren 22-1- %, KurzWaaren 14%, Meiallwaarm 15%, 8eder1chyb§s 35% und Ma1chinen %%. Blei und Zinn zrigen wieder eme gcjxeigeric Ausfuhr, Die Einfuhr des Monats betreffend, so betragt _1Hr deklaritier Totalwcrth 29,748,865 Lstrl. gegcn 29.850,113 Litrl. in 1873 und 27,819,883 Lstrl. in 1872, d. i. eme Abnahme yon nahezu 7% gegen 1872. An Baumwvlie bctrug-n die Zufub'cxn 1,273,241 Ctr. im Werthe won 4,811,156 Lstrl. gegen 1.418,029 Cir. im Wcrthc'von 6236,216 Lstrl. im März 1873, an Weizen 3,082,48_5 Ctr. im Werthe von 2,035,968 Lstrl. gegen 2,820,8_09 Ctx. tm Werthe vpn 1,839,527 Lstrl., und an Mehl 594,005 Cir. im Werthe von 572,394 Lstrl. gegen 645,791 Ctr. im Werthe von 606,636 Lsirl. im korrespondirendcn Monat des Vor- jahres. _Der Gesaniuziweril) der Vericbiffunqen während der ersten drei I)ionatc_dic]e_s Jahres belief sich auf 57,802,084 Lstr]. gegen 62,367,366 Ljirl. 111 der ParaÜelperiode von 1873, d. i. eine deuktwn von nahezu 8%.

Brüssel, 11, April. (W. T. B.) Die hiesige National- Vank hat den Diskont von 6 auf 5 % herabgeseßt.

Verkehrs-Anstalten.

Triest, 13, Aprii. (W. T, B.) _Der Lloyddamvfer .Pro- gre11o“ 1i_t beute Morgsn 3 Uhr m1t der ostindisch*chinesischm Uebkrlandpojt ,aus Alexandrien hier ringkiroffcn.

Rom, 12. April; (W. T. V.) Zwiicbcn dem Finanz-Minister und dem Arßxüs-thster und dem Frhrn. von Rothkchild haben w18derholie Besprechungen, stattgefundcn. Zwrck derseiikn ist eine Trennung dcö1talienischcn Netzes derSüdbahn.

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 14. April. Opernhaus. (93. Vorstellung.) Mar- garethe,. Oper in 5 Akten. Musik von Gounod. Baliet von Tagliom. Mqrgarethe: Fr. Mallinger. Siebel: Frl. Lammert. Faust: Hr. Niemann. Mcphiftopheles: Hr. Salomon. Valentin: Hr., BeH. Anfang halb 7 Uhr. Hohe Preise.

' Schauspielhaus. (100. Vorstellung.) Die Grille. Länd- liches Charakterbild in 5 Akten von Cs). Birch-Pfeiffer. Fanchon: Fr. Niemann-Raabe, als leiste Gastrolie. Anfang halb 7 Uhr. Mitici-Preise.

' Dienstag,. 14. April. Im Saal-Theatcr des König- liche_n Schauspielhzmses. Neunundfünfzigste Vorstellung der fran- zofisthen Schauspreler-Gesellsthaft. (211116161138 rsprésautatjM (18: Uovtgoxs.

Mittwoch, 15. April. Opernhaus. Keine Vorstellung.

Sohauspielßaiis. „(101. Vorsteliung.) Die zärtlichen Ver- wandten. Lustsptek m 3 Aufzügen von R, Benedix. Frl. Schwarzenberg, vom Stadttheater in Brünn, als Gast. Vor- her: Em Afrikareisendcr. Plauderei in 1 Akt von Emile Najac. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Königliches Schauspielhaus.

Die Königliche Bühne feierte gestern das 100jährigc Iudiiäum der ersten Aufführung des „GHH von Ver- lich1ngen“, welckzi'r am 12. April1774 von der Kochschen Geselischast deutscher Schauipieler zum ersten Male hier dar- Heist?“ wurde. Die damalige Ankündigung [autete wörtlich, wie 9 g :

_ -_„Mit Seiner Königl. Maj. in Preussen allsrgnädigstem 1317171114110 wird von dcr Kochischen Gesellschaft Deutscher SEYM- spieler Zum Erstenmahl aufgeführst: Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand. Em ganz neueéSchauspisl von fünf Ackten, Welches nach einer ganz besondern, und jeßd ganz ungewöhnlichen Eitir1chtung 'von emen gelehrten imd scharfsinnigen Verfasser mit Fleiß verfertiget wordeii. Es, sol], wie man sagt, Nack) SchakcE-pear- schen Geschmack angfaßt sein. Man hätte vieÜeicht Bedenken getragen, solches 11111 die Sch]aubühne zu bringen, aber man hat dein Verlangen vieler Freunde nachgegeben. Und so viel, als Zeit und Plaxz erlauben wollen, Anstaltgemacht, es anfzuführen. Auch Hat ma_n sick), dem gkehrtesten Publica gefäUig zu machen, alle' erforderlicheKoften auf die nöthigenDccdrationen und neuen Kleider gewand, die in den damaligcii Zeiten iiblich waren.“ Es folgt sodann das Verzeichnis; der Personen. Die Darsteller der Hauytwlleii waren foigende. GHH: Hr. Brückner, Elisa- beth, senie 'Frau: Md._ Starkin, Marie, seine Schwester: Md. He111schm, Georg, sem Reutersjunge: Hr. Klotsck], Lerse, sem Reuteernccht: Pr. Withöft, Adalbert von Weislingen: Hr. Hencke, Hans von SLUUHT Hr. Miiiler, Franz von Sickingen: Hr. Kliiiige. Adelheid von Walldorf: Md. Spenglern, der Kayser Maximilian: Hr. Spengler, der Bischof von Bauiderg: Hr. Mar- tini, “Olearius: Hr. Withöft, Franz: Hr. Qnequo, Bruder Martin: Hr. Martini. Dcr Verfasser ist erst [Ulf dem Zcitel vom 28. April 1774 genannt, und zwar wurde damais das Stück bezeichnet als „vom Herr111). Göde inFranck- furthRam Mayn“, und erst im November „1115 vom Herrn 11. Gdthe.“ Eine Anmerkung macht darauf aufmerksam, das; „M diesem Siück auck) ein BaUet von Zigennern vorkomme“ uiid daß „die Einrichtung dieses Stückes am Eingange auf eiiien & [131-6311 Blatte für 1 Gr. zu haben“ sei. Am Schluß heißt 893: „Der Schaiiplaß ist in dem gewöhnlichen Comödien- Jause m der Behrenstraße. Die Person zahiet im erstkn Range

ogen und Parqnet 16 Gr. Im zweiten Range Logen 12 Gr. Im Amyizitheciter 8 Gr. UNd auf der Gallerie 4 Gr. Der Anfang 111 pracise um 5 Uhr.“

Der Erfolg des Stückes war ein so vollftändiger, daß das- selbe 6 Tage hintereinander und in demselben Jahre noch 8 Mal zur Darstellyng kam, Das Schauspiel war epochemachend, in- sofern et."? mit einem Schlage die auf der aristotelischen Theorie der „drei Einheiten“ fick) stüßende falsche französische Klasfizität diirch die Wucht Shakespeare'sckzen Reali-Zmus zu Boden warf und an die Stelle des hohlen Pathos die lebendige Sprache des Volks sexzte, abgesehen von (dem Unistande, da auch der Stoff dem Publi- kum der damaligen Zeii, das fi wie die handelnden Personen des Stacks an der Schwelle einer neuen KulturepockJe befand, Veranlaffung_ zu Vergleichgngen bieten konnte. Die Koch'sche Gesellschaft fuhrte das Stuck nach der Bearbeitung auf, die Goethe im Jahre 1773 unternahm, während der erste Entwurf,

die „„dramatifirte Geschichte“ des GHH, aus dem Jahre 1771 stammt. In ]ener Form, welche auf der Bühne 5 Stunden in Anspruch nahm, wurde der GHH von 1774_1795 29 Mal gegeben. Im Jahre 1796 ward die Verwaltung deH deutschen Schauspiels, das 10" Jahre früher in das Schauspielhaus am Gensd'armen- markt ubergefiedelt war, in Ifflanch Hände gelegt. Und nach- dem'Goethe. in den Jahren 1803_1804 eine nochmalige Um- arbxttmrg fiir die Weimarsche Bühne vorgenommen, wurde der „GOY“ uritcr Iffiand in dieser nenen Form 1805 hier einstiidirt und ist seitdem bis gestern 99 Mal an der Königlichen Bühne zur Aufführung gekommen.

. Nack; den' von rn. E. L. Barth gesammelten Notizen spielten den GOZ: Briickner von 1774_77 24 Mal, Flcck 1795 5 Mal, Maitausck) von 1805_1815 16 Mal, Rebenstein von 1827-32 9 Mal, Rott von 1833_51 25 Mal (inzwischrn 1848 Grita 1 Mal), Hendrichs von 1856-64 26 Mal, Bern- dal voii “1864-74 23 Mal. Der [eßtgenannte Künstler und gegenwartige Inhaber der Titelrolle gab von 1856 _64 den Jrgnz von Sickingen und 1848 _ 49 den Max Stiimpf. Was. die Geschichte der Übrigen Hauptrolien betrifft, so 1]t die Elisabeth seit 1862 in den Händen der Fr. Yreitbaci), (fruhx'r Frl. Döilinger), die Marie gaben Bertha imd Clara Stich (spatere Hoppé), Frl. Viereck und Fr. Kierschner, seit 1862. Frl. Bergmann. Der Georg wird seit 1860 von Frl. qulxom dargestellt; frührr waren darin von männlichen und weiblichen Kräften thäiig: Hr. Maurer, Mlle, Beck, Hr. Lombard, MÜe. Aug. Lange, Hr. Eduard Krüger (1832 _ 42), Hilti (1845 _ 56) und Fr. Formes. Den Adalbert von Wcißlingen gaben 11. N. Beschort von 1805 bis 1814, E. Devrient von 1829_1842, Dessdir 1850 1 Mal, Hendrtchs „1851 1 Mal, Licdiks 1856_1871, Karlowa 1867 1 „Mal, seit 1872 6 Mal. _ Die Adclheid wurde 11. 21. gr- spielt [3011 Mad. Spenglern, Mile. Ddbbelin (1776_77), Mad. 2811171111111?) (1795), Mad. Bethmann (1805_1814), Mile. Dü- ring nachher Creli11gcr(1815_1849), MÜe.Unze1marm nach- her Fr. Werner (1830_33), Fr. Thomas (1849_51), Fr. Hoppe» nachher Liedtke (1856 _ 61), Fr. Kierschner (1862_1867) 18 Mal, Fr. Erhartt (1867_1874) 15 Mal. Als Darsteller des Franz smd vcrzeichnet: QUequo, Brückel, Teller, Butenop, Bethmann, Stich 12 Mal, Krüger, Criisemann, Schunke, _Grua, Hendrichs (1840_50), v. Lavallade, Parti), Dito Dc'vrient (1860-“61), Karlowa, Dahn, Robert und Lud- w1g (fett 1872). Den Hans von'Selbixz spieiten: Müller, Unzelmann (1776_1795), Labes (1805_1815), Gern Sohn (1827_1851), Döring (1856-74) 49 Mal. _ Unter den Darstellern des Bruder Martin waren Gern (Vater), Lemm (1809_14), E. Devrient (1827), Franz (1829_49) rc.

Die gestrige Aufführung des Schauspiels war eine der Be- deutung des Triges würdige. Den Mittelpunkt des Interesses bildete die meisterhafte Leistung des Hrn. Berndal als GHZ, der sich eines besonders reichen und wohlverdienten Veifalls zu erfreuJZn hatte.

er Vorstellun wohnte I re „Kimi li e o eit die ri - zesfin Carl bei. g h g ck H h P n

Die Ausstellung des Vereins der Gartenfreunde . _ Berlin;? in der Reitbahn “des Königlichen Kiiegs-Ministeriums wurde am Sonnabxnd Vorwittags eröffnet. Die gkschmackvolie Anordnung der rx1chlyali1_gen Ausstellung, welche nach den Statuten dcs Vereins all- kaigrné 1tatizufindcn hat, haben die Kunstgäriner Ende und Stephan ie org .

Beim Eintritt fällt das Auge dcs Beschauers auf ein pracht- volleß Exemplar der Araucaria BidMlLi, das fich durch gute Kultur ebenio )ehr als durch Elqgaiiz der Form aUSJcichuct. Dasselbe ist aus drm "Gariexi des Königlichen Kriegs-Ministsriums ausgesteÜt wor- dcn, der 11ch anßcrdem noch mit einsm großen und Prächtigen Coni- fcrengrudpe kxtheiligt hat. Eine reizende Umgebung der erstgenannten Viraucarm BWMM [711det dic Alecengruppe des Hrn. Eggebrecht (Gzirien drs deisuls Wagner), die1eibe besteht theils aus indischen, 198114 11116 pont11chcn'Erempiarkn. Den Hintergrund des Saales nch- 1nen Wie immer tropiiche Pilanzeg in Form zweier großer Palmen- gruppen elit, die vox) den Hrrn. Stephan und Allardt a11SgestcÜt sind. Unter dxn1€lben befinden fich auch einige blühende “03.113, Hr. Oder-Gartnxr Stephan (Gurion von W. Borchert Fun,) hat eine Blainenfoniaiie arrcingiii, bei der_dic WaHserstrahlcn durch lange rgnkige Gewcche erießi sind. Ebenw anmut ig ist die Statue des Knchn,der1tatt des Wasiers Blumen in die Höhe bläst. Das Bumm d1cser Fontaine Wird durch buntblätirigc Pslargonien gebildet, die „Hr. Ober-Gartncr Kempin (Busse) geliefert hat. Das Sorirmcni vrn Hyacintdkn des Hrn. C. F. Cboné zeichnet sich durch Reichhaltxgkcit aus. Seitie Azaleen, die gleich am Eingang: zu einer großkn Gruppe verainigt sind, machen den vortheilhaftesten Ein- druck. „Die Firma des Hrn. Bading ist mit einer Gruppe schöner Hortaimn vertrxien. Hr.Hoff1naun, der Vorfißcnde des Vereins, l_wierte musterhaste Azalecngruppen. Von Hrn. Bluil) ist die Aus- steifung niit 6111er m'ucn selbstgrzüchixten Azalee beschickt. Diese rosa- rotl)e Bametät stammt von einer weißen und einer zirgelfarbcncn Azalee. Jm Hintergrunde aus, dem künstlich hergeftcliti'n Hügel, hat Hr. Al- 1ar_dt cms Gruppe aus zum Theil ivorihvollcn Conife'ren und Agaven auxgestcllt, darunter die' mcrkwurd1ge Agave Filifera. Ganz in der 9113126 stLbM au'f dekor1rirn__§1ckosiamcnten, fur Jeden sichtbar, die Buxtrxi Sr. Majestat des Kai1er§ und Jhror Majestät der Kaiserin, d:e_cr1tcrc mit ein_em Lorbeerkranze, die lcßirre mit einem Kranz von Rossa und Myrtl)en geschmuckt. Zwischen den Büsten befindet sich e11_1 Bluxmnitsch, vpn Hrn. Stephan komponiri. Alpcnrosen find iu Fu_[le_vertrct€n., Eme bemerkanrrtbe Rojengruppe hat Hr, Wendt ansgeitclii. Be1 den Arrangements abgeschniticncr Blumen haben die Hrn). Maschncr, Rumpf, Grothe fich [)ervor gethan, und besonders Verdienxt der Todtenxranz des Ersteren Erwähnung.

WFS die Pretvarthcilung _betrifft, so crbielt Hr. Stephan den PKW Sr. Majsstat des,Kai1ers; er hatte sich als Ordnér _wie als Aussieller um dais (Gelingen drr Aussteklung verdient gemacht. Der Preis Ihrer Maxestat de_r Kaiiexin wurde Hrn. Eggebrecht in HFW cincs prachtigrn geschnitzten Ttiches von Eiwenholz zuerkannt. „te Vom Verein gestiftete goldene Medaille erhielt Hr. C. F. C oné, die Von Hrn. W. Borchardt „jun. gestiftete goldene r. Ba ing. Der Preis des Prof. Schulß-Schulßenstein wurde rn. Allardt zugesprochen.

Redaktion und Rendantur: 'S ch 1- i eg er.

Berlin: Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Eerr.

_ Drei Beilagen (einschließlich Börsen- uud Handelsregister-Beilase Nr. 50.)

BFTZHTJL

zum Deutschen Reickxs-Asizeiger imd Köiiiglick) Preußisiijen Staats-Anziiger.

„NH 86.

Königreich Preußen. Finanz-Ministerium.

B e k a n n t m a ck 11 n g , betreffend die Außcrcoursseßung der Landes- goldmünzen und der landeSgeseYlick) den inländischen Münzen gleichgesteüten ausländischen Goldmünzen.

Auf Grund der Artikel 8, 13 und 16 des Münzgeseizes vom 9. Juli 1873 (9"ieichs:GeseHdl. S. 233) hat der BUnde-Z- ratk) die nachstehenden Bestimmungen getroffen:

§. ]. Vom 1. April 1874 an gelten sämmtliche bis zum Inkrafttreten des Geseizes, betreffend die Yiusprägung von Micha,?- goldmimzen, vom 4. Dezember 1871 (Reickß-Gesxßbl. S. 401) geprägten Goldmünzrn der deutschen Bundesstaaten nicht ferner als geießlickzes Zahlungsmittel.

Es ist daher vom 1. Npril1874 ab aaßer den mit dcr Einlösung beauftragten Kassen Niemand verpflichtet, diese Gold: münzen in Zahlung zu nehmen.

Von demselben Zeitpunkte ad verlieren die lande-deseßlicl) den inländischen Münzen gieichgesteüten aiisländischen Gold- münzen die Eigenschaft als geseßliches ZahlungE-mittel. Eine Einlösung derselben findet nickzt stati.

§. 2. Die im Umlaufe befindlichen LandecZgoldmünzen wer- den in den Monaten April, Mai und Juni 1874 von den durch die Landcs-Ceniralbehdrden zu bezeichnenden Kassen derjenigen Bundesstaaten, welche die Goldmünxen geprägt haben, bezw. in deren Gebiet dieselben geseßliches ZaßlungSmittci find, nach dem in den §§. 3 und 4 festgeseßten WertHverhäiiniffe für Rechnung des Deutschen Reichs somohl in Zahiimg angenommen, 1112; auch gegen Reichö=Goldmünzen, bzgws. Landes-Sildermünzen um- gewechsclt.

Nack] dem 30. Jani 1874 werden Landev-Goldmünzen auch von diesen Kassen weder in Zahlung noch 3111“ Umwcckzielung angenommen :

F". 3. Die Einlösung der nachstehend verzeichneten Gold- münzen erfoigt zu dem dabei vermerkten festen Werthverhältniffe:

preußische Friedrichsd'dr zu . 5 Thlr. 20 Sgr. knrhesfiscße Pistoien 311 . . . . . . . 5 20 württembergische, badische, Großherzoglick) hessische Zehn- und Fünf=Guldenstiickc zu 10Fl.bez........... württembergische Dukaten (Prägung keit

1840)zu.......... „45„

badische? anaien (Prägung seit 1837, sog.

Rheingolddukaien) zu . . . . . . 35

badische 500-Kreuzer'stücke zu . . . . . 8 20

§. 4. Fiir alle im §. 3 nicht aufgrführten Goldmünzen deuischer Bimchstaaten wird lediglich der Wsrtk) ihres Gehalts an seinem Golde mit 1395 Mark oder 465 Thaler für das Pfund Feingold vergütet.

Zu diesem Beßuf ist der Kasse bei Einlieferung der Gold- münzen, dereii Einlösimg beabsichtigt wird, ein Verzeichnis; der- selben, in welchem die einzelnen Münzsortsn nack) Stückzahl, GattUng (Bild) und Iahrcszahi summarisch aufzuführen smd, in zwei Exemplaren einzureichen, deren eines nach er- folgter Prüfung mit EmpfangHbescheinigUng zurückgegeben wird und gegen dessen Vorzeigung und Rückgabe seiner Zeit, falis fick) sonstige Nnsiände nicht ergeben haben, die Zahlung des von der Münzverwaltung festgeseßten Metallwerihes erfolgt. Der Zeitpunkt, von welch€m ab die Ein- lösungsbeträge erhoben werden können, wird von den Landes- behörden bekannt gemacht werden.

NufDeiikmün.-,e1t, Schaumiinzsn und ähnliche iiicht aus- schließlich zum Umlauf bestimmte Münzftiicke finden obige Be- stimmungen keine Anwendung. .

§. 5. Die Verpflichtung zur Annahme und ziim Umtausch (§. 2) findet aiif durchlöcherte und anders, als durch den ge- wöhnlichen Umlauf im Gewicht verringerte, ingieichem auf ver- fälschie Münzstücke keine Anwendnng.

In Betreff der Grenze der Gc1vichic3minderung, innerhalb deren die dnrck) den Umlan im Gewicht verringerten Goldmünzen der in §. 3 aufgeführten Prägungen als voilwickitig angenom- men werden, verdicidt es bei den hierüber getroffeiien landes: gescleichen Bestimmungen. In Ermangelung derartiger Bestim- mungen sollen Goldmünzen, deren Gewicht um nicht mehr als fünf Tausendtheile hiuter dem Normalgewicht zurückbkeibt, als vollwichtig gelten. ' _

Ergiebt fick) bei der Gewichtsprüfung eme größere Differenz, so wird der Metallwerth der Goldmünze nach Maßgabe der Be- stimmung im ersten AbsaHe des §. 4 vergütet.

Berlin, den 6. Dezember 1873. .-

Der Reichskanzier. In Vertretung: Delbrück.

Zur Ausfiihrung der vorstehenden, in dem Reich4-Geseßblaii pro 1873 Seite 375 publizirten Bekanntmachung wxrd hicrm1t Folgendes bestimmt: .

1) Die Einlösung der im Gebiete des preußischen Staat?- geprägten, mit dem 1. Aprii d. I. außer Cours tretenden Landes- goldmi'mzen, als 2/1, 1/1 und '/: Fricdrich§d'or, % und '/: Kronen preußischen Gepräges, 2/1„ 1/1 und 1/2 Pistolen, Dukaiin, 1/. und

F1. _ Kr.

Berlin, Montag, dsr. 13. April

d. I.*durck) nachbezeichnete Königliche Kaffen zu bewirken: ]. in Berlin: die Gencral-Staaiskaffe, " das Haupt=Steueramt für inländische Gegenstatide und das Haupi-Steucramt für ausländische Gegenstande; 11. in den Provinzen: die chierunch=Hauptkaffen, die BezirkH-Hanptkaffen in der Provinz Hannover, die Landes:,Hauptkaffe in Sigmaringen und die Kreiskasse in Frankfurt a. M.

2) Die preußischen Friedricth'or werden zu 5 Thlr. 20 Sgr. in dem Julie angenommen, resp. mngewechselt, wenn sie voll- wichtig odcr 11111,“ durch den geivöhnlichen Umlauf im Gewicht verringert sind, und zum Mindesien folgendes Gewicht haben: 1).. Die von 1750 bis 1820 anf freien Stempeln

geprägte1iFriedrichsd'dr.

3. die halben von 63,944 preußischen Nß,

1). die Janzen von 127,83»;

0. die Oppelien von 256,776

13. Die seit 1821 im Ringe geprägte_n Friedrichsd'or. u. die halben von 64,661 preuxzischen AZ, 1), die ganzen von 130,328 (“. die doppelten von 260,656 „_

Das erwiihnie preußische Oeruht auf der alteren Ge- wichtsdrdnung. _ §§. 19 und 20 der Anweismig z1zr Ver- feriigung der Probemaße und Gewichte vom 16. Mai 1816. (Geieß-Sammlmig Seite 149) _ nach welcher

16 Ns; 1 Grän, 288 18 Grän 1 Loth, 4608 A)“; 288 Grän 16 Loth : 1 Mark ausmachen.

Die kiirhesfische11 Pistolen werden gieichfails 311 5 Thlr. 20 Sgr. angenommen resp. umgeweckzsrlt, wenn sie vollwickgtig, oder nur dUrck) den gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verrin-

crt md. g s3) Lediglich durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringerte Friedrichsd'orstücke, deren Mindergewicht größer ist, als das vorstehend angegcbsne Minimalgewicht (Pasfir- gewicht), ferner alle übrigen vorstehend unter Nr. 2 nicht erwähnten Landesgoidmünzen des prenßischen Staatsgsbiets werden nur nach dem Werthe ihres Gehalte?- cm feinem Golde eingelöst; das Pfund Feingold wird mit 1395 Reichs- mark oder 465 Thalem vergütet; die Auszahlimg der «Zergüiung fiir die abgelieferten Stücke erfolgt nack) FeststeUUng des Metal]- werths Seitens der Miinzverwaltung durch diejsnige Eiiildsungs- kaffr, zu weicher die Stücke eingeliefert smd.

Der Zeitpunkt, von wrlckgern ab die Beträge dieses Meiall- werths erhoben werden können, wird demnächst für Berlin durch den Deutschen Reichs- und Königlioh Preußischen Staats-Anzeiger, für die Provinzen durch die Regierungs- Amisblätter von den betreffenden Einlösungskaffen bekannt gemacht werden.

4) Das nach §. 4 der obigen Bekanntmachung des Herrn Neichskanziers der Einlösungskasse bei Einlieferung der Gold- münzen in zwei Exemplaren einzureichende Verzeichniß derselben ist nach folgendem Schema anzufertigen:

V e r z e i ck 11 i f; der

bei der ........... Kasse zu ....... vdn dem ....... zu ....... am . . ten . . . . . . . . . 1874 cmgeliefericn Landes-

goldmünzen, fiir wslchc der V1) der Münzveertung icstzufeizende Metailweril) vergütet wird.

furt u. s. m. ist während der Monate April, Mai und Juni *

«;o ,p. O! O

an Fsingold ergeben '

2.

3! tende

11r zu vergu

Bezeichnung.

der einzelnen Münzsorten

nach Gattung (Bild) und Jahrsözahl.

Brutto-ericht Die Lieferung hat Metaliwerih beträgt (pro Pfd. 465 Thlr.)

Laufende Nummer. Stückzahl dicser Mün sorten

“&" Y , . -. =I. 47“ s: .“

559 “K.

. Von 1750 [1151820 auf freien Siemprln geprägtePreumiche % Friedricth'or . . . . . Seit 18:21 im Ringe geprägte Preußi1che 2/1 Friedrichsd'or . Prcußisckyez Kronen von 1858 bis1865 . . . . . . .

Hannoversche 1/. Pistolen Von 1834 bis 1845 . . . . ,

Hannoversche 1/, Kronen von ; ; 1859 bis 1865 . . . . . . ;

Summa . . * 1

geschrieben: Einhandert und „. » drei Stück Goldmünzen. ( (Ori) dc'n..ien ....... 1874. ,

-___,___„„- H Der daf

'/: Kronen hannoverschen Gepräges, 9/1 und ",./1 Pistolen kur- hesfischen Gepräges, Dukaten der vormals freien Stadt Frank-

(Name und Stand dss Ein- ! 1 [[ zahlers der (Holdmunzc-n.) [ : 1

_7,_

_1874.

Von dem Einlieferer der Goldmünzen werden nnr die Ko- lonnsn 1, 2 und 3 des vorstehend vorgeschriebenen Verzrirhniffes nach den darin angcgebrnen Beispielen aiisgefüilt, während die Kolonnsn 4, 5 Und 6 in dem zweiten, von dsr Einlösungskaffe der Miinzverwaltung eiiizUseiidendmi Exempicire 11011 der Leß- ieren aUSgefÜÜi wcrden.

Bei demnächstiger Zahiimg des für die eingeliofsrtc'n Mün- zen festgesetzten Metanerths wird der Betrag deffexben von dem Empfängkr in dem von ihm znriickzugebsndcn, mit Em- pfaiigsbescheinigung dcr Einldsimgskaffr vsrsehencii Exemplare des gsdachten Verzeichnisses, nach vorheriger Ausfiiliung der Koiomien 4, 5 und 6 deffeideii Seitens der Ei1iids111igskasse, qUiiiiri.

5) Formulare zu dem mi 4 vorgestdricdencn Vrrzeichniffe werden auf Verlangen von den Einlösungskaffeii unsiiigeltiick) verabfolgi. .

6) Der Einiieferer hat für jede der in dem Verzeichnisse aufgeführten Miinzfdrtcn besondere Packeis (Boilies, Diiien ic.) zu bilden und auf denselben 311 vermerken: dir Laufende Niimmer des Verzeichnisses, die Miinzsorte Und dersn Stüiizahi ; auch find sämmtliche einzelne Packete, Miche beimfs Priifung ihres

[Inhalis Seitens der EiniösnngS-Knffe leicht zu öffnen sein

müffeii, (11711 nicht Uerfirgeit werdon diirfen, in einem Geiammt- packet, bei größeren Qnaniitäten in ZUJLÖUUDLULM Beuiel mit einem Etiquette einzulirfern, auf welchem der Name des Ein- zahlecm, der Einzahlimgstag, die Gesammt-Stiickzahl der darin befindlickzrn Goldmünzen Und die betreffende EinlöstmgH-Kaffe angegeben ist. Berlin, am 17. März 1874. Der Finanz-Ministsr Camphausen.

Bekanntmachung. Im Anschlnß an meine Bekairiitmachung vom 17. v. MW., betreffend die Außerkurssexzung imd Einlösimg der LandeH=G01d- münzen (Dentsther Reiche"- und Köiiigiick] Preußiscßer Staats: Anzeiger vom 20. v. MTH), wird nachstehend das geseßiick) zu- lässige Mindestgewicht der prcnßisckxn Friedrichsd'dr in Grammen (500 Gramm gieick) Ein Pfund Münzgewicht im Sinne des Artikc1 ] des Miinzverirages vom 24. Januar 1857; Preußische GLstZ-Sammiung, Seite 312) angegedrn. Die preußischen Friedrichsd'or werdM cm dsn Einidsungs: kassen zu 5 Thlr. 20 Sgr. in dem Falle angenommem bezie- hiitigSrveise umgewechselt, wenn sie voilwishtig oder nur diirch den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringert find imd znm Mindesten folgendes Gewiciyt [)1111911: 11. Die von 1750 bis 1820 auf freien Stempeln geprägten Friedrichcöd'or: . die halben von 63,944 preuß. gleich 3,245 Gramme, . die ganzen von 127,388 do. 6,490 dd. . die doppelten von 256,776 dd. 13,03, do. 15. Dic seit 1821 im Ringe geprägten Friedrickzsd'dr: . dic halben von 64,664 preuß. gleich 3,282 Gramme, . die ganzen von 130,328 do. 6,614 do. , die doppelten von 260,656 do. 13,923 do. Berlin, den 7. April 1874. Der Finanz-Minister. Camphausen.

Getverbe und Handel.

Das badkriicha Gewerbkxnuscum in_ Nürnberg hat kürzlich eincn Katalog dcr Ankänsx uind Ge1chenk§k voii drr Wiener Weltausstelwing Verösentlichi. Bei den 111 Wim fur die Sammlungen des Muscums K_Lmacbten Ankäufen wnrde zuxikichst der Gesichtsvunkt festgehalten, da); die zu erWerhrndsn (_ngeniiayde bleibendcn Warth und die soqsnannic MOÖLJTÜLÜ 1116g11chst außer Bciracht 311 bleibcn babe. Nur durii) Fettddliswdieiss Grßchis- punktes War ss iiiög1ich, die „Milstermnxmiung“_ drs Muicmns alixnaixitxh programmmäßig zu gcstalicu, so da); 111 geich1ch111cher Ucbrriicii _die technologisri) grglicdrricn Grnppin anrchnde_1111d bxledrrnde Briipielß für di? verschiedensten Zweigs der _KunstindzUtric dicken, _ Das bei den, an das Museum gekomnienen, 3ahlre1che11 _und werthvollsn Ge- schenken die alciche Rücksichi 111671 111 VOÜLM Mai,? gendixinicri msrden konute, ergab sick) aus dcn Umstand?» Jmme1_k)1_n 111 111chts,11n- brauchbares erworben wwrden und einzelne Gogrnitande find cxeexgnei, andersn ähnlichen Instituten ch Landes in Tamch odcr nls Gsichenk zugefüdrt zu 1vrrden. Da die Einrichtungen drs Vinieiiws noch ge- raumk Zeit in Anspruch nchnxcn und dadurch die Ansitkllung der Sammlungen vcrzögerr wird, 10 sind dis Crivcrßimgcii fur dastu- seum, io Mit dicielben bis jetzt emgc-gizrigrn find„in drin Saale, wclcbcr später der „Permanetxten Liusitcllung“ leyMsWÜ, di)n_e Rücksicht auf die programmmäßige Einiheiiimg, znr'Beß-chitmmg gus- qestkÜi, Es wird durck) die Aufstellung medi ailem eine 1isdrriichi über die Bereicherung dchammlungi-n geboten, _311 Welchcr dteWicner Weltausstellung Veranlassung boi, _1ondcrn_xs 191111116) cm? Gclqerz- 9811 icin, einen Blick auf die heutige Kritisttnduitxie zu Wsrscii. Die Anordnung der verschiedenen Arbeiteti zersailiMin s1inf Hauptgrupvdn, Welche nach dem verarbeiteten Matermi 11)rc_(d;1nt[)e_1lung finden. Die: selbkn glirdcrn sich als Mstallarbmtcn, lenarbsiten, (HiasZrbZiien, Holzarbeitkn und Textiiarbeilcn. J'n untergrordncier Weije icblicizen sich noch Arbeiten aus Stein, Papicr, _Leder 11. dcrgl. gn,„'und find verschiedene Naturprodukte und Gegenstande, wclcho ansOttisn'und Gebräuche Bezug haben, angerciht, „Emechvadere 9151601111119 1311de einige Werkzeuge und Maschinrn, dic auf Kosten des Gewerbvercmes

in Nürnberg erworben wurdcn.

““ "

' " 7 A i * V Oeffentltch ev “ze gcx* Inserate nimmt an die autorifirte Annonccn-Eweditionvon ,

Iuseraten-Expeditiou dex; Deutch en Uelch5-aneitger3 un d Königin!) -rcnßischcn „Lötany-L-xnzeigerx: Berlin, Wilhelm-Strasze Nr. 32,

Steckbriefe und Untersuchungs-Sacheuo Gräiz, gehoren am 26. Mai 1850 311 Grünberg, v')

Nachstehende Militärpflickjtigen: 1) RobcrtOs- Ernst Wiihelrxi Siebsrt, geboren a111_ 31. August. Wald Bartsch, geboren am 5. Juli 1847311 Saabor, 1850 zu Grunberg, 7) Jrlylann Jo1epl) Eduard Kreis Grünburg, 2) Friedrich Wilhelm Theodor Schalkenbacb, gcborcn am 13. Dezember 1850 zu

Yaliwaß, geboren am 19. März 1847 zu Glasfabrik Grünberg, 8) H

91319, Kreis Grünßerg, 3) _Carl Julius O_tio Kappel, geboren am 24. Ma1 1849 3U_PO[U11ch- Nettkow, Kreis Grünberg, 4) Julms Joiepl) Se:

lowsky, geboren am 18. November 1849 zu Kolzig, 1850 311 Grünberg, 11) Robert Johann Belißki, Kreis Grünberg, 5) Johann Christoph Reinhold geboren am 13.

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sache- :. Konkurse, Subhaftationsn, Aufgebote, Vox- ladungen 11. dergl. 3 Verkäufe, Vervackokungen, Sybmisffonen 21.“. X *. Verloosunß, Amortisation, stzaylung u. s. 12). von öffent 1

6 Verschiedene Beka-UtmaaMngek. ?. ?i'e-arische Us!:ézKen 8. Familien-Nachrichten.

chen Papieren. rater Btllnge.

5. IndustrieüeEtabliffements. Fabriken u.EroLhndel.

Heimathsbercciytigt in Grünberg, 12) Friedrich Louis Theodor Graße, geboren am 30.911511 1851 in Grünberg, 13) Friedrich Wilhelm! FurcHtegoitScbiii- rade, geboren am 6. Juni 1851 m Gruriberg, find cinricl) Moriiz Leutlof, gedorsn am [ angcklagi: als Inländer sich dem Eintritte m den 21. September 1850311 Grünbsrg, 9) Gustav Adolph Dirnst dcs stehenden ce-res 0di dcr Floß? MMU) _ 0 , Jäkel, gcborsn 11111 18. Juni 1850 zu Prittag, KWS entzogen zu [)ahen, da sie ohne Erlaubmß Entweder unierem :1ud1enzma1e, 3111111161" 7... Grünbsrg, 10) Hugo Wolfsky, geboren am ".5. März das_BundxiZJeZbict verlassen habendder nach er€lchkcm

miliiärpfltchilgen Alter sich außerhalb drs Bundes- Drzembcr 1851 zu Prag in Böhmen, gebiets aufhalten, _ Vergehen Wider F. 140 des

Rudolf Vw e in Berlin, Leiyzig, Hamburg, Frank- furt a. M., regina, Halle, prag, Wien, „München. Nürnberg, Straßburg, Iürith und Stuttgart.

ck **:.

9. Central-Handels-Regisier _ Erscheint 111 sepa-

dsuischcn Strafgcießbuches. _ Es ist deshalb gegen fie durch Bc1ch1uß des unterzeichnetkn Gerichts vom heutigen Tage wegen unerlaubter Aquanchung aus dem Bundesgebicte die Untersuchung crössnet und Tirmin zur öffcntlichen 111ünd1ichcn Verhandlung ayf den 18. Juni d. J., Vormittags 11 Uhr, 111

“'“ 34, anberaumt wvrden, zu Welchem dieselben untcr derEVcrwarnung yorgeladeu werden, zur isstgrscßtejn' Stunde zu er- 1cheincn und die zu ihrer Vertheidigung dienenden