1874 / 88 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 15 Apr 1874 18:00:01 GMT) scan diff

Dieustzeit seven win. Ich würde diese Ausführungen für an de: Strüe gchalfen haben. wenn sie angeführt wären zur Begründung eincs Amenxemenis zum Militärgescß, durch welches die Bestimmyng des Wehrgeußes von der dreijährigen Dienstzeit abgeändert würde; das wäre der Ort gemfen, wo man nochmals, wie es 1867 bei der Vereinbarung _des Wehraeseßes geschehen ist, die ganze Frage von der zwch-_oder dreZährjgen Dienstzeit fuuäikus hätte diskutiren können; hier ist fie na meiner Anfichi nicht am Plak, denn ich glaube nicht, daß es eine mit den Worten und der Absicht der Verfassung sowohl, als des Webrgefeßes von 1867 311 vereinbarcnde Behauptung wäre, wem: der Saß aufgesteUt werden iollte, daß der Reichstag oder, rich- tiger gesagt, die gesetzgebenden Faxtoren es bei Aufstellung und Ge- nehmigung dcs Militaretatö lediglich in der Hand hätten, die Dauer der Dienstzeit anderweit zu bestimmen, als fie gesetzlich geregelt ist.

Der Herr Vorredner ist sodann übergegangen zu der Frage, ob Kricgßgefahr da sei oder nich_t. Jcb_ unternehme es nicht, ihm seine Uebrrzcugung zu nehmen, daß wir einer langen Reihe von Friedens- jabren cnigegengehcn, ich wiÜ ihm auf dieses Gebiet nicht folgen, und ich würde die7en gsznzen Punkt seiner Rede nicht erwähnt haben, ivenn es nicht meine Psltcht ware, ganz_entfchicden ein Dementi seiner_Be- hauptung zu geben, daß das deutjcbe ankwärtige Amt von der skati- zösischen Regierung demüthigende Schritte crzwnngen hätte; es ixt das eine Behauptung, der ich das firmeUste Dementi geben mr_iß, weil nichts so sehr geeigxiet ist, zwi1ch1n zwei Nationen, die eben Krieg geführt und Frieden gejchlossen haben, den Samen der Zwietracht wieder auszusäen.

Es ist cndlich von dem Herrn Vorredner in Beziehung auf den Art. 62 der AuSlegung enigegengetrcten, Wkllh? einer der gestrigen Redner dieiem Artikel gegeben hat. Er hat ir_i dieser Auslegung einen vöÜigen Mgngel an juristischem Verständniß gefimden, Ich kann ihm dies n1chtzugebcn; er leitet die Unrichtigkeit dcr Behaupiimg aus den Worten 11er: "

Zur Berechnung derselbc'n wird die in dem Art. 60 interi- mistiich festgestellte Präjenzsißrke so laage festgehalten, bis fie durch ein Reichsgeseß abgeändert Ut.

Ich will nur daran erinnern, dar“: das vorliegende Reichsgeseß, Wenn es angenommen wird,_ diese Präsenzstärke dök Verfassung gar nicbt abändert, es ist ganz d1c1elbe.

Sodann nahm der BundeSbevoUmächtigte, Finanz-Minister Camphausen, das Wort:

Meine Hkrren! Dic Acußerung des Hrn. Abg. v, Maklixckrodt, daß 66 MiUiitkk nicht mehr geb.“, veranlaßt mich zu der Bemerkung, daß das Kompromiß, welches unter den Auspizien des Herrn Reichs- kanxlcrs angebahnt worden ist, sich vom ersten Augenblick an meiner volien Zustimmung erfreut hat, daß ich vom ersten Augenblick an davon durchdrungen gervesen bin, das; es darauf ankommt, eine ver- söhnlicbe Politik zu befolgen, daß es darauf ankommt, ein; große geschlossene nationale Partei zu bilden. Wenn Hr. v. Mallinckrodt als Minister nur cine'n solchen anerkennen will, welcher der Politik des Fürsten v. Vi1311111rck entgegkniriii, dann stekle ich Jhnx'n aÜerdingI anheim, auch niich 31: den Richt-M-inistern zu rechnen. _

Dann, meine _Herren, ist davon die Rede gewesen, daß Jeder der beste Interpret seiner eigenen Worte sei, Ich stimme die1er Auf- fassung bei, abcr mit einem Vorbehalt: der Betreffende muß fich nicht zu dem Grund1aße bekenxien: 91 6701511 trags!

Endlich, meine Herrsu, ijt noch die Rede gewesen von den Fi- uanzen Und von der Rückwirkung dsr Ihnen vorgeschlagenen Maßregel guf die Jinanzkraft_der Nation. Da sage ich nun, ich meine, wir willen durch die Erfahrung der [eßtm Krieg doch gelernt haben, daß es keine ge_1unde_re_Fin0nzPolitik gikbk, als ?die, fick) den Frieden zu sichern, da[; es kein fickyereres Mittcl giebt, sich den Frieden zu sichern, als wenn_ man in der Lage ist, den Frieden zu gebieten, und in diese Lage, meme Herren, Wollen wir uns durch den vorliegenden Gesetz- entwurf versetzen.

Demnächst erklärte der stellvertretende Bundes-Bevoümäckg- tigte, General von Voigts-Rheß:

_ Der Herr 91552011 Mallinckrodt _hat auch mich in seine Dis- ku1fion gezogen, der ich der von ihm eitixte Kommissar der Armee- verWaliung m_ der_Kommnfidnsfißung geWejen bin. Er hat zunächst ausgefuhrt, Wie Yet Benitl)cilr_1ng der Rothrvendigkeit der dreijährigen Dienstzeit gegenuber der zweijährigen Autoritäten gegen Autoritäten ständ€n und hat sodann_drei berühmxe Namen: Grolmann, Müffling, und Krausencck init _seinen Vorausießngen in unmittelbare Vcrbin- dung gebracht, _olne ]edoch das: hinzuzufügen, was Herrn von Mal- ltnckrodt )eßt ni 1 mehr_ unbekannt sein konnte, da ich es aus- füknlich 111 der _ Kommrffion dargelegt_ habe, nämlich daß ein wesentlicher Unterichied zwijchen den Aunassungen und Aeußerungen dieser drei Gegeraie besteht und dem, was Hr. v. MaÜinckrodt zu beWeisen beabnchiigt. Die Sachlage war damals folgende: im Jahre 1830 _sollten Tycile der Arrnee mobil werden, konnten es aber nicht vvllstandig, _wril es an Rejerye- und Landivebrleuten iehite. Es ent- stand nun die Frgge, was bester sei, die zweijährige Dienstzeit anzu- nehmen urid so die ganze Armee homogen herzustellen, oder die drei- jabrige Dienstzeit aufrecht_ erhalten und die Lücken durcb Landwehr- rekruten zu dccksn. Vor diese Alternative wurden die Generäle bei Beantwortung _dcr Frage gestellt; fie haben fich enischicden für sivei Jahre, um die Armee hdiyogsn 311 erhalten, Die Allerhöchste Ka- bruetSordre hat es ausdrucklich ausJeiprochen, daß, wbald die finanzielle Lage und die Herstellung nyrznaier Verhältnisse in dem Veurlaubtenstande es gestatfe, Wieder zur dreqahrigep Dienstzeit übergeggngen werden folie. Nach_ 19 Jahren der daznaligcii Ge1ammtdien1tzeit Wurde zur zxveiemhalbxahrtgxn 1m_d spater bei günstigerer Finanzlage zur drei- ]ahrigen Dienstzeit zuru_ckgekel)rt. Herr von Ma inckrodt scheint auch noch an a_nde_re Y_utoritaten zu denkxn. Da fie nicht genannt wvrden find, so bin_1ck nicht in_dcr Lage, _1brcn Werth zu bcnrtlzeilen; ich kann aber dre Ansicht nicht unterdxiicken, daß bei der Frage, ob die Infanterie der zwei- oder dreijahrigen Dien tzcit brdürfe, nur ein er- fahrener Jnfanterie-Ofßzier, dcr die_Friedens-Ausbildung von der In- fanterie geleitet und ihre Führung in der Schlacht und während des Feldzugs gehabt hat, als_ maßgebend anzusehen ist. Ich selbst kann das sehr mr_befangcn erklaren, weil ich nicht Jnfanterie-Offizier bin; 111) stuße mich aher auf dcrs Urtheil vieler erfahrener Infanterie-Offi- ziere, von denen ich kozisjatiren darf, daß ich noch nicht einen gefunden habe, _der bc'_[)auptet 50110, das; die zweijährige Dienstzeit bei der Ju- fcznterie genuge. (39 Wird so oft von Autoritäten gesprochen " find dies aber Kavglleriev Artillerie- oder Jngenieur-Offiziere, fo befreite ich, daß sie in dieser Materie als maßgebende Autoritäten angesehen Werden 01111611. Eine gewandte Feder und eine dreiste Behauptung ist noch langs kein mczßgebcndes Urtheil.

err v. MaÜmckrodt hat in einer etwas cigenthümlicben Weise

_ mmdeftens im Tone - _meme Ausführungen in der Kommission etwa sd dargestellt, als ob 1ch gemeint gewesen sei, den Herren in der Kymmtsfion 1nteressante_odrr komische Anekdoten zu erzählen. Das at nur sehr fern gelegen; ich habe _den .Herren die Lage der Verhältnisse Tenaiz so_ dargestelYt, wie sie ist. Ick) babe entwickelt, das; in dcr aktik ".“ Wesentlicher 11m1chwu11 eingetreten ist, indem wir nicht mehr, rvie ehedem, "dichte Batqi 0116 bekommen haben, in denen Offiziere und Unteroffiziere vor, in und hinter der Front stehen, mit schwachen Tirailleurlin_reu davor oder daneben, und daß eine solche Kolonne selbst bei weniger ausnebildeten Leuten noch genügende Konfi- stenz _hatte. Die [)e1itige_ Taktik findet ihren Ausdruck darin, daß die Trupyen zur Vermeidung _großer Verluste durch die bessere Bewaffnung 111 langen S_chwarmltmen und aufgelöst fechten müssen. Da dadurch em sehr erhohxer_Grad der Auskildunj, eine ungleich stra _ere Gefechts- und Feuerdiszwliix nothwendig ist ist- so erschien es mir Wenigstens * damais auch in dex Kommiifion erkannt Worden. Ich h_abe_ferne_r zu hemmen gejuchf, daß die Art, wie die Kriege der Neuzeit ein eleitßt Werden und fich entwickeln, eine andere ist als fryher, da zwischen dem Moment der Mobilmachung und dem, ivo w_rr auf dem Schlachtfelde erscheinen, nicht mehr wie ehedem, oft 3 bis 4 Monate liegen, eixi_Z_eitraum genügend, um die Truppen auf den Marschetx an militarifche Verhältnisse wieder ein ugewöhnen, sondern daß die Truppen mobil werden, auf die Eiseusaha geben,

auégescbifft werden und ins Gefecht geben. Das sind Thatsachen, die '

nicht czbziileugncn find, _uud wenn Herr v. Mallinckrodt fich ver- gcgemvmtigen Wollte, da[; er Wohl eben so gut wie wir Anderen den

14. Juli geglaubt haben, wir ständen noch vor dem Frieden, und daß *

wir am 6. August bei Wörth un_d Spichern geschlagen haben, dann wird er ferner 1_1icht bestreiten, daß in den bistoxiicben Thatsachen die Qaittuug für die Richtigkcit dessen gegeben ist, Was ich behauptet habe.

Wenn Herr v. Mallinckrodt ferner sagt, das; ich behauptex hätte, Armeen mit zweijähriger und geringerer Dienstzeit seien ge1chlageu wvrden, so habe ich damals nicht hinterm Berge halten kön- nen, weil ich durch ihn pr_ovozirt _worden bin, solche Armeen u nennen. Ick habe die öiterreichi1che und dänische angeführt.

s ist voÜkommen richtig, daß bei viel längerer nomineüer Dienstzeit die österreichische Armee, bedrängt durch finanzielie Schwic- rigkeitcn, zu einer bedeutmden Herabminderung der Dienstzeit hat schreiten müssen; diese Armee hat unglücklich gekochten 1859 und 1866. chn der Herr Abg. von Mallinckrodt, der ja seine Studim über den Fe1d311g1859 gemacht zu haben scheint, das Werk des preußischen Generalstabs nachlesen wil], so wird er finden, daß meine Anführuugeu durchaus korrekt find. _

Wenn der Herr Abg. von Mallinckrodt der Meinung ist, dat; bei Magenta und Solferino die zweijährige Dienstzeit Bei dem Verlust der Sch1achtc_n nicbt entscheidend geiveien ist, 10 bin ick) nicht in der Lage, in diejem Falke dem Resultat seiner Studien zu folgen. Er 111111; mir 1chon erlauben, dem Resultat der'meinigen zu folgen. Diese fiihren mich zu dem Schlusse, daß die österreichische Armee damals nicht in der Verfassung war, in der fie gewesen sein würde, Wenn fie e_ine langere Dienstzeit gehabt hätte. Es wird dem Hrn. v. Mal- linckrodt bei seinen Studien so gut wie mir aufgefallen 1cin, daß die Beurlaubten die neuen GeWehre erst in die Hand nahmen auf dem Matsche gegen den Feind. *

_Wenn der Hr. Abg. v. Mallinckrodt cnklich in Bezug auf die dreixahrige Dii'nstzeit weine Behauptungen bemängelt, so erlaube ich mir der_i (ngenbcrveis zu liefern, indem ich den §. 9 der Verfassung vorzuleycn mir gestalte. Derselbe lautet:

Jeder wvbrfähige Deutsche gehört sieben Jahrc lang, in der

Regel vom voÜendcten 20. bis zum bcginnenden 28. Lebknsjahre dem

stehenden Heere - und zwar die ersten drei Jahre bei den

Fahnen, die letzten vier Jahre in der Reserve - und die folgen-

den fünf Lebensjahre der Landwehr an,

_ _Dg-ksibe ich mir nun eingebildet, es solle so viel heißen: als

prinzipiell [011 der Mann drei Jahre bei der Fahne dienen. Es ist allerdings richtig, das; nich: jeder Mann drei Jahre gcdicnt hat, auch nicht so [ange zu dienen brar'cht, i_veil das Alinea 4 des §. 63 dem Kaiser das Recht giebt, den Präxenzstand zu bes1immen. Herr v. Mallinckrodt Wird wohl wissen, daß bei der Berathung der Verfas- 11_1n_g ausdruchicb voin Vunde6raih§tische erklärt_ ivorden ist: (*I sei die1e Vorjchrist dahin zu verstehen, daß der Kaiier Veurlaubungen bei der Armee eintreten lassen könne. __ Ickx mochte außerdem dem Hrn. Abg. v. MaÜinckrodi noch auf 161ne _Ciiate hinsichtlich der bayerischcn Lirinke erwidern, 1791"; es mir fern liegt, die Verdienste dcrsklben irgend wie „ZU schmälern. Jch ge- sxatie mir 3661“ auf ein soeben ex1chienenes, sehr offiziöses Werk von e:_ncm hzyerqckzen Generalstabs-Osfizier über den Feldzug 1870/71 birizuweiien. _Dort_ Wird wiederholt Und stark betont, daß die kurze Friedensdienstsz die Vkranlassung gewesen sei, daß die bayrriscizen TUWVM _den Strgpazen Und Aystrrngungen dss Krieges zu widcr- stehen Weniger geeignet gewesen 1eicn, als dies der Fall bei längerer Dienstzeit gewesen sein würde.

Ich wiederhole _nach alledem und halte aufrccht das, was ich in der Koxiiniijfion erk_lart habe, daß eine längere Dienstzeit - kei uns die dreqahrrge _- im Frieden den Soldatkn abhärtef, fechten lehrt und a_uf_ den Marsthen und in Bivouaks JLJM Strapazen widerstand- fahig macht.

_ Hierauf bemerkte der Königlich bayerische Bundesbevoll- machtigt_e, Oberst Fries:

Meme Herren! Ich _will nur wenige Worte dem beifügen, was Herr General von Vdigt-Rheeß Eben sagte. Jeb möchte nur dem Herr_n Abg. v. Mallinckrodi bemerken, daß, ungeachtet der Erfolge der 035211 chen Truppen_ bei Wörth und Weißenburg und im ganzen Feldzuge,_ och sehr Wrmzc Offiziere in der bayerischen Armee sein werden, die_ mchtdte Uxherzeugung hätten, es sei die dreijährige Dienst- zeit guch fur die b9yerx1che Armee beizubehalten, leziehungereise soweit fie mchi bestand, einzuführen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

_ Cöln, _10. April. Das niederrheinische Musikfest wird m_den Pßngittagen (24, 25. und 26. Mai), dem festgefeßien Turnus ?usolge, hier gefeiert werden und unter HiÜers Lsiiung im Gürzenich- aale staktfiaden. Yin ersten Tage soil außer der Pastoral-Symphonie von Beethoven Handels „_Samsdn“, cim ZWLÜLU Hillers „Zerstörung Jerufqlems“ und das Triumphlied von Brahms aufgeführt werden; der driite Tag gehört herkömmlich den Künstlern. Zugesagk Haben: YHYUMU - Leutner, Hr. und Fr. Joachim, Hr. Diener nnd Hr.

e per.

München, 11. April. Der ordenjliche Professor an der Univer- sitat L_eyden Dr. C, Selenka ist zum ordentlichen Professor der Zooiogie und vergleichendkn Anatomre an der Universität Erlangen, sowie zum Direktor der damit verbundenen Sammlungen ernannt rvor en.

St. Petersburg, 12. _April. Ueber die Expedition der Si.Pet_eröb11_rg er Naiurs_or1cherge1ellschaft nach Mittel- asien hnngt die „R. S. P. 3." folgende weitere Nacbricbien: Ju Fxxlge einer Verwendung des Fixianz-Ministcrs sind der Naturforscher- ge1ell1chaft 10,000 R01. zugewwßn “worden, nicht aber zur Deckung der Aqßgaben ber _Bethetltgung cm der Amu-Daria-Cxpcdition dcr geogra- phijchen GeieÜ1chask 10ndern _z_ur Außrüstung einer besonderen Expe- dition an_ den Aral- und Kaspnchen See. Die Aufgabe dieser Expe- dition nxnrde darin bestehen, zun_ä_chst die Wasserfauna der beiden Seen z_u erfor1chen und dann den geologqchen Bau und die Landfauna der nörd- lichenGegenden desUst-Uri, vonMangiscblak und desAmu-Darja-Vezirks in den Grenzen unseres Gebietes. Nach dem Llral-See geht W. O. Alenizyn, nach dem Kaspi1chen _See O. 21. Grimm ab, beide zur Er- forscbung der_ Wasserfguna. Die Landerpedition, an der Hr. Barbot de Marny fur geologijche _Untersuchyygen und die Herren Bogdanow urid Student_Bntler0w fur Zoolochhe For1chungen Theil nehmen, Wird sich zunachß mit der Er orichung von Mangisckylak beschäftigen, vpn dort m_n _Viordrandc des Uit-Urt entlang zum Aral-See gehen, diesen durch1ch1ff6n _und fich dann an der Mündung des Anm - Daria ausxkßen_1ass_en. Die Erforschung des alten Bettes des leu-Darja gehort nicht in das Pro ranim der Expedition.

_ Stoekbolm, 10. pril. Einer der Beamten des Königlichen Reichsaxchiys, Kammerherr C, Stlfverstolpe, hat in diesen Tagen eme Reise ins Yuöland angetreten, um während eines längeren Auf- entbqltes 1n Dazzemark, IZorddcutscblaud, Esthland und Liflcmd in den Archiven der großeren Stadte Aktenstücke und Dokumente zu sammeln, welche in Verbindung _stehen_ mit der Geschichte Schivedens Wahrend der Kaluzar-Uxiionszeit und der Glan periode des mächtigen Fansabundes. Die Reiseunkosten bezahlt das eichsarchiv. Bei den

evorstehenden Nachforschungen 1011 die Jabreözahl 1401 als NuSgangs- punkt benußt Werden und max) ho i den Druck der in Frage gestellten Dokumentensammlung schon im erbste d. J. vornehmen zu können,

_ __ Cm Telegramm der Kaiserlichen Akademie der Wissenschuften in _Wien 1311 die Prager Stermvarte zeigt an, daß am 11. April von Wmuecxe in Straßburg ein Komet in der Nähe dcs Sternes ,? im Sterrzbilde des Wassermannes aufgefunden wurde. Derselbe erscheint als embel]er_Nebe1 von_et1va 4 Bogenminutm Durchmesxer. Ob das Gestirn ein neues. bisher noch nicht beobachtetes ist, ann erst durch weitere Beobachtungen entschieden Werden.

Landwirtschaft.

Jm Regierquöbezirk Wiesbaden ist der Stand der Winter- !aaten durchweg em vrelversprecbendcr; der Frost hat nur in Wenigen e_hr boch belegenexn Gegenden Schaden verursacht, im Uebrigeu waren die Saaten hiyreichmd durcb Schnee geschüßt. Auch der Weinstock hat gui uberwnrtert, _das Hoxz _ist vollitßndig reif geworden, wenn ck Zuck?) hlkkstl'lud wieder in tragfahigem Zustande nicht sehr reichlich vor- an en 1

Gewerbe und Handel.

Berlin. Das Verzeichniß_Nr.3 derjenigen Wertbpapiere, deren Ziehungs- und Verloosungslqten die Allgemeine Verivo- sixxtgs-Tabelle desDeutscben Reicbs- undKöniglich Preu- ß_i1ch_e_n _St_aaiS-Anzeigers regelmäßig publizirt, und für welche die Koziigliche O_auptbank in Berlin, hinsichtlich der bei ihr deponirten Pa__viere, die Verpflichtung übcrnimmi, die Ziehungs- uiid Verloosungsmtcn nachxusehen und die Valuta der gezogenen Pa- piere c:;nyztehen oder die Papiere an der Börse zu verkaufen, ist so eben cr1chiencn und kann, mit Probcnummern der Al_lgemeiuen Verlo_o_su_ngs-Ta_h_elle, von der Expediiion des Deuticbcn Reichs- 1_1nd Kontglicl) Preußiichen Staats-Anzeigch, Berlin, 8. 17., Wilhelm- straße 32, i_ind_v0n Carl Heymanns Verlag, Berlin, 8. 17., Anhalt- straße 12, xowie durch alle Buchhandlungen kostenfrei bezogen werden.

Breslau, 14. April. (W. T. B.) In der heutigen General- versatximlung der Aktionäre der Breslauer Wechslerbank wur- den sammtlicbe Gegenstände der Tagesordnung einstimmig genehmigt und uam_ent1ich die Reduktion des Aktienkapitals um 750,000 Thlr. durch Ruckkauf eigcner Aktien be1chlossen,

Cöln, 13. April. Ja der heutigen Generalvi'rfammlung des (Höfner_Bergwerkvereins Wurde die Dividende für 1873 auf 25 Pro- zent sestgcselzt.

Meiningen, 14. April. (W. T. V.) Die heutige Emeral- Versammlting _der Deut_1_chen Hypotl)ekenb_ank_xrtl)cilte der Ver- tyaliuna_ _die itatutenmäßige Dechnrge und ['k1ch[kß die Vertheilung eiiier Dividende von 71- Prozent. Der Dividendencoupdn Nr. 11 wnd demzufolge mit 3 Thirn. ausbezahlt.

Paris, 15. April. _(W. T. V.) Clement Duvernois, Direktor der Banque territoriale d'Espaqnc, und rncbrére andere Mitglieder der Verwaiiung dcr leßteren sind gesien verhaftet worden. Die Bucher der Ge1eklschc1fi wurden mit Beschlag belegt und deren Vurcanx versiegelt. _

_ Vom 1./]3. Juni dieses Jabrcs an wird in St. Peters- burg cine Ausstellung vvn Spinn- und Faserpflanz'en und _ den zu ihrer Bearbeitung dier-licben Gerätben uud Mashinen stattfinden. Die Llnzsigen der Personen, Welche sich an der Ausstellimg [*etHeiligcn ivoÜen, Werden_ bis zum 1./13. laufenden Mynats, die auIznsteUenden Gegenstände 1elbst bis zum 15./27. Mai die1es Jahres angenomnrcn.

Verkehrö-Anstalten.

München, 12. April. Die Eröffnung der Baßnlinie von _Buclxloe nacb Memmiugrn ist nunmehr auf den 1. Mai d. J, sestgeie i; am 1. Jimi _d. I. wird die der Donauilyalbahn von NOZMÖUTJ nach Ingolstadt folgen.

Lübeck, 13.211116. (_H.N.1 Die Konferenz des deutsch- österreichijch -11ngari1chen_ Eijcnbalmverbandes, Welche akljä11rlich mehrere Male abwech1e1nd an den Sitzen der verschiedcnen Direktionen stattfindst, wird am 15. d. Mts. bier abgebaiien Werden; am 16. folgt dann die Konferenz des norddeutsch-österrcichiscben Eisen- bahxwerbandes u-_d am 17. schlicßt fich daran eine von einer grqßcn Zahl Dixckii0116111itg1iedern 1:11d Oberheamten der ver- 1chiedcn711 betheiiigtcn_ Ci1enbalxii-Geseujchaftcn bctchickte Konferenz in der _norddeulsch-1chlefi1cheti Tarisangelegenheit, die da[)in geht, eine Vereinfachung und möglichste Uebereinstimmung der Tarife auf den ver1chiedenen die Verbindung von Norddeutschland mit Schlesien ver- mittelnden Bahnm herbeizuführen, was [chou vor längerer Zeit auf einer in Berlin stattgehabten Konferenz verjucht wurde, jedoch wegen damals mangelnder Vorarbeiten vertagt Werden mußte. -

London, 14.211611. (W. T, B) Das ailantische Kabel Von 1866 ist unterbrochen.

Konstantinopel, 15. April. (W. T. 23.) Hr. v. Lesseps hat dem Vicckönig von Aegypten angezeigt, daß er_ die Arbeiken am Suez- kanal einstellcn und den Kanal selbst schließen Werde, Wenn es bei den 11011 der internatidnalen Kommission der Gesellschaft auferlegten Vedingringen bleiben 10Ütc. Der Vicekönig hat darauf Hrn. v. Leffeps angewie1en, von diesemBorgehen abzustehen, da er anderenfakls die Arbeiten am Kangl fort1e136n lassen würde. Es ist übrigens nicht wahrscheinlich, dat; Hr. v. Lesseps die Arbeiten einstellen wird.

New-York,_ 14. April. (W._T„ B.) Dcr Damvfcr des norddeutschen Lloyd „Rhein“ ist gestern Nachmittag 3 Uhr hier eingetroffen.

Aus dem Wolff'schen Telegraphen-Büreau.

Washington, Tienßag 14. April, Abends. Das R&- präsentantcnhaus hat die vom Senate angenommene Bill, durch welche der Betrag der Greenbacks und der Noten der National- banken, wekche in Umlauf geseßt werden dürfen, auf je 400 Millionen Doll. festgeseßt wird, gleichfalls enehmigt. Ebenso wurde ein ViÜ angenommen, welche die bisZer für die Banken in _ZJFreff der AuSgabe von Noten bestandenen Beschränkungen au 6 t.

Königliche Schauspiele.

Donnerftag, 16. April. Opernhaus. (94. Vorstellung.) Tel]. Große romantische Oper in 4 Akten. Musik von Rosfini. BaUet von Taglioni. Mathilde: Frl. Lehmann. Hedwig: Frl. Lammert. Gemmy: Frl. Horina. Arnold: Hr. Link, vom Königlichen Theater in Hannover, als Gast. TeU: Hr. BeH. Walter Fürst: r. Fricke. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Schauspiel aus. (102. Vorstellung,) Was ihr wollt! Lustspie[ in 4 Akten von Shakespeare. Anfang 7 Uhr. Mittel-

Preise.

Donnerstag, 16. April. Im Saal-Theatcr des „König- lichen Schauspielhauses. Sechzigße Vorstellung der frau- zösischen Schauspieler-Geseüschast. 1316101610 !"Lpl'ÉZLUtQÜoU (10: 1.68 11018 0113116911111. 0011161116 011 11018 36168 [131 Ur. Ilfrsä 1161111601111]. 131'0111161'0 160188€nt8t1011 (19: 11 13111“. qu'une; ports 8011, 011781'18 011 16111166. 1310781136 911 1111 acts 133.1“ Ur, 45111166 (18 131118565 *

Freitag, 17. _April. Opernhaus. (95. Vorstellung.) Flick und Flock. Komrsches Zauber-Ballet in 3 Akten und 6 Bil- Ymisvon Taglioni. Musik von Hert [. Anfang 7 Uhr. Mittel-

ret e. _ Schauspielhaus. (103. Vorstellung.) Narziß. Trauerspiel m 5 Akten von Brachvogel. Anfang halb 7 Uhr. Mittel-Preise.

Die in den Königlichen Theatern gefundenen Gegenstände können von deri Eigenryümsm innerhalb 4 Wochen bei den Harispolizei - Jinpektoren Schewe (Opernhaus) und Hoff- meister (SÖausptels-xaus) m Empfang genommen werden. Erfolgt die Zurückforderung der betreffenden Sachen in der angegebenen Frist nicht, so werden dieselben den Findem ohne Weiteres auSgehändigt.

Redaktion und Rendantur: S ck wie 9 e r.

Berlin: Verlag der Expediiidn (K_essel). Druck: W. Cloner. Drei Beilagen (einschließlich Börsm- uud Handelöregister-Beilage Nr. 52.)

. 3] „MX IUZ.

Königreich Preußen.

Privilegium wegen eventueller Aussabe auf jeden Inhaber lauten- der Obligationen der Stadt Hanau 1m_ Betrage von 600,000 Reichsmark. Vom18.Marz 1874.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen 26.

Nachdem der Stadtratl) der Stadt anau, im Einverständnisse mit dem Bürgerausschuß daselbst, darau_ angetragen hat, der Stadt zu gestatten, über ein zur Bestreityng außerordentlicher stadtischer Be- dürfnisse von dem Reichs-Jnvalidenfonds _aufgenommenes Darlehn im Gesammtbetrage von Sechshunderx Tauiend Mark Reichswährung auf Verlangen des Darleihers auf keden Inhaber lautende Stadt- Obligationen nach Maßgaße der gniegenden Bedingungen angebcn zu dürfen, ertbeilen Wir in Gemaßheit des §. 2 des Gesetzes vom 17. Juni 1833 und der Verordnung vom 17. September 1867 (Geseß-Sammlung (16 1833 Seite 75 und (16 1867 Seite 1518) durch gegenwärtiges Privilegium der Stadt _Hanau zur _AuSgabe von auf jeden Inhaber lautenden Stadt-Obligaiionen _ bis zum Be- ira e von Sechs!) indert Tausend Mark _ReichSwahrung, welche nac? dem anliegendem Schema _m Abschnitten v_on 3000, 1500, 600 und 300 Mark Reichswahrung _auszufertigen, mii vier und einem halben Prozent jährlich zu verzmsen und, von Seiten der Gläubiger unkündbar, na_ch dem festgestellten T1lg11ng§plan0 durch Ausloosung bis spätestens im Jahre 1911 zu amdrtifiren find, rnit Vorbehalt der Rechte Dritter, Unsere lazidcsl)errliche Genehmigung, ohne jedoch dadurch den Jylmk'ern d_er_Obligat10nen in Ansehung ihrer Befriedigung eine Gewähr eistung Seitens des Staates_zu_bew111igen.

Urkundlich unter Umerer Höchsteigenhandigen Unterichrift und bei- gedruckkem Königlichen Jnfiegel. _

Gegeben Berlin, den 18. Marz 1874.

(U.S.) Wilhelm.

Camphausen. Gr. zu Eulenburg. Dr. Achenbach. Provinz Hessen-Nassau. Regierungsbezirk Cas1el. 1.161 ..... (Stadrwavpen) _ Tr. . . . . . Anleiheschein der Stadt Hanau _ über. . „_ ....... Mark Reichsryc"1_[)rri_rig, (AuSgeferiigt in Gemäßheii des landesherrlichsn Privilegii vom 18. März 1874. Amtsblatt der Königliche11§7Regisrurtia zu CasZel vom . . . ten ........ . . S M . . . .

Der Ober-Bürgermeister und Stadtrati) der Stadt Hanau ur- kuudet und bekennt hiermit, daß der Inhaber dißses Linleihe1cheins den Betrag von ...... Mark Reichswährung, _dssjen Empfang hiermit bescheini t wird, von der hiesigen Siadxgemeinde zu _fordern hat.

Die es Kapital bildet einen Theil_ der m Hohe _von 600,000 Mark Reich6währung genehmigten 211116106. Die Verzinsung die1_es Kapitals erfolgt mit Bier und einhalb vom Hundert, und_ die Til- gung der Anleihe mit mindestens (8016111 Prczent de_r KapitaUcbuld, unter Hinzurechnung der ersparten Zinien, naeh Maßgabe der 2111er- höchst genehmigten umstehend abgedruckten Bediqgrzngen. _

Für die Sicherheit des Kapitals und _der Zimen haftetdie Stadt Hanau mit ihrem gesammten gegenwartigen nnd zukunftigen Ver- mögen und mit ihrer Steuerkrgfi.

Hanau, den ....... 187 . .

(Stadtfichei.) _ _ Der Ober-Bürgermeister. Die Mitglieder des Siadtraihs.

Beilage

Berlin, Mittwoch, den 15. April

B e d in g u n g e n zu einer von der Siadtaemeinde Hagau aufzunehmenden Anleihe von 660,000 Mark ReQöxvähruxxg.

_ Der Siadtratl) und der Bürgeraus1chux3 der Stadt Hanau haben be!,chiossen, zur Erbauung eines neuen Realschulgebäudes, zur Criveite- rung des städtischen Gußwerks und znr Bestreitung der Kosten für andere außergewöhnliche Gemeindebedürfnisje im Ganzen die Summe von 600,000 Mark Reichswähmng _durch eine aus dem Reichs-Jn- validenfondc zu entrichmende Anleihc der Stgdtgemeinde Hanau zu beschaffen, welche mit 4.1 Prozent jährlich verzinslich, von Ssiten des Gläubigers und der Schuldnerin unkundbar ist, und vom Jahre 1874 ab eine:; regelmäßigen Amortisation mit j51)r[1ch Eins Vom Hundert des ur1prünglichen nominellen Schyldkipitals uiiter Hinzurechnung der ersparten Zinsen unterliegt, so dax; die Tilgungipätestens im Jahre 1911 heendet_ ist. _

Ueber dicse Anleihe soll eine auf den Reichs-Jnvalidenfonds [au- fende SchuldVerschre'ibung ausgefertigt werden, in Welcher dem Gläu- biger, bezießuriZSiveife dessen Rechtsnachfolger, das Recht eingeräumt wrxd, dieie Schuldvcischrcibung 'cderézeit ganz oder tbeichise gegen aui den Inhaber laufende, mit ins,cheinen 1161120016Anleiheicheine der Stadt anau von einem (85111111111- Nominaldetrage, welcher dem noch nicht getilgtcn Betrage der Schuld glcich kommi, umzu- tauschen. _ _

Für diese eventuell auszufertigendcn, alls dcn Inhaber lau16nden StadtanlethcfÖeine gelten die nachfolgenden Bcjtimmungcn:

&. Die Schuldverschreibungen werden in Abschnitten von 3000, 1500, 600 und 300 Mark Rcichsw_äl)rung ausgrfcrtigt. Der Dar- leiher, rew. desien Rcchthnachfolger tvird h_estinxmen, Wie groß die Zahl der Schuldscheine jeder dieser (Haftungen 16111 1011.

1). Die Schuldverikhreik-ungen wckrden mii halbjährlich am 1, Juli und 31. Dezember fälligen Zinscoupons für einen Zeitraum 00.“- 5 ??)hren und mit einem Talon zur Erneuerung der Zinsconpons ver e en;

9. die fäÜigcn Zinscoupons Werden in Hanau bei der Stadtkasse und in Berlin und Frankfurt a. M. bei dexi von dem Stadtrat!) der Stadt_ Hanau zu bestimxnenden und öffentlich bekannt zu machenden Einlösungsstelley eingelöst; _ _

(1. der Zinien[aixf_ der ausgeloosten Schuldver1chreibungen cndigt an dem für die Einlöiung bestimmten Tage“

6. die behufs der Amortisation ausgelooiten Sckyuldverschreifoungen Werden in dem FäUigkeitstermine der AmortisationSraten an dem auf die Ausldosung folgendkn 2. Januar zum NominalWerthe bei der Siadtkaste in Hanau, sowie bei den durch den Stadtrats) der Stadt Hanau zu bestimmenden und öffentlich bekannx zu machmden E_inlösungs- stellen in Berlin und Frankfurt a. M eingelöst. Spätestens drei Monate VOL“ den; Fäsligkeitstermine find die zur_Einlös_11ng gelangen- den Schu1dvec1chrcibungen durcb dez) inöBeclin er1cheinenden „Reichs-Anzeiger“ Oder das an denen Stck]? tretende Organ, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung in Cassel oder das an dessen Stelle tretende Organ, und Durch mindestens je ein in Frankfurt a. M. und in Hanau erscheim'ndes öffentliches Blatt bekannt zu 111801611. Die

die Namen der gewälxltcn Blätter, sowie etwaige Aenderungen der- selben, in dem „Reichs-Anzeigcr“ [*r-11111115

f. durch die untsr 6. bezeichneten Blatter erfolgen aueh die son- stigen, diese Anleihe betreffenden Bekanntmachungen, insbe1ondere die

im Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

187“.

Bezeichnung der Einlösungsftellen für die Zinscoupons und die einzu- lösenden Schuldverschreibungcn; _

J. Kapitalbeträge, welche innerhalh 30 Jahren nach VW. Rück- zahlungSiermine nicht erhoben worden,_ 1OW1e die innerhgll; funf Jah- ren nach Ablauf des Kalenderjahres, in _Welchem fie faklig geworden, nicht erhobenen Zinsen verjahren zu _Guiiiten der Stadt; _ _

11. das Aufgebot und die Amortisation verlore'ner oder vernichteter Antheilscheine erfolgt nach Vorsthrift der kurhesfiyehen Vergrdnuxg vom 18. Dezember 1823 bei dem Königlichen Kreisgerichte zu Hanau (Ver- ordnung 00111 26. Juni 1867 §. 101. _

Zinßanchmtte können weder aufgeboten noch amoriifirt Werden. Doch soll * emicnigeu, Welcher den Verlust eines Zinsabschnittes vor Ablauf der fünfjährigen Veq'äHrungsfrist bei dem Stadtrathe anmeldet und den stattgelabten Befiß des_ Zinsabschnitts durch Vorzeignng der Schuldverf reibung oder in 1onst glaubhafter Weise darthui, nach Ab- lauf der Verjährungsfrist der Betrag des angemeldeien und bis dahin nicht vorgekommenen Zinsabschnitts gegen Quittung ausgezahlt Werden.

Beim Verluste eines Talons erfolgt die Ausfertigung der neuen ZinSab1chnitts-Serie an den Inhaber der Schuldverrchreibung, wenn solche rechtzeitig zu diesem Zwecke vorgezeigt nxird;

i. für die Sicherheit der Anleihescheine, iowie für die pünktliche und unverkürzie Zahlung der Zinjen 1)afi6t die Stadtgemeinde Hanau mit ihrem ganzen gegenwartigen und zukünftigen Vermögen und ihrer Sieuerkrufi.

Hanau, den ........ 187 . .

ProvinzHessen-Nas1au.RegierungsßezirkCasfel. . , . „ter Coupon für 1ieHä1fte1874. Littr, . , 110 ..... Am . . . ten ......... _18 . . . zahlt die Stadtkasse zu Hanau dem Ueberbringer die1es Coypons ..... Mark . . . Pf. Reichswährung Für 43% Zinien des Antheils von ...... Mark Vom Anis en hiefiger Stadtkasse vom . . . ......... 187 . . pro erstes Halbjahr 18 . . . . _ Unterschrift des Ober-Bürgermeiiiers in Lettkrn. (Eigenbändige NizmenMnterschrift de's Stadtiekretärs.)

(Stempel.)

Verjährt Ende 18 . . ..

Auf der Rückseite. Fällig am . . ten ....... 18 . . . ...... ar . . . . . . Pfennige Reichswäbrung, zahlbar durch die Kämmerei-Kasse zu Hanau, sowie in Berlin und zu Frankfurt a. M. bei den von dem Stadtrathe der Stadt Hanau zu bestimmenden und öffentlich bekannt zu machenden Stellen.

Regierungsbezirk Cassel. Talon zum Anleihescbeine der Stadt Hanau vom . . ten ....... 18 . . L-ikk ..... Nr ...... über ...... Mark Reichswäl)rung. Der Inhaber dicses Talons empfängt gegen dessen Rückgabe .:n genanntem Anleihestbeine die Zinsabsxbniite Nr ..... bis . . . , ein-

Provinz Hessen-Nafsau.

letzteren Blätter wählt der Stadtrats) der Stadt H1nau und macht ; schließlich zur Erhebung von 43 Zinien für die Periode vom 1. Ja-

nuar bis einschließ1ich ......... Der Siadirath.

(Trockenstxmvel) _ _ (Unterschrift iu Leitern.) (Eigenhändige Unie11christ des Stadtsekreiärs.)

Status der Deutschen Banken nik“. März 18743)

(Verglichen mit Ende Februar 1874.) (In Tausenden von Thalern.)

„461.173,

Kassen- Gcgen anWei- N (11:1 e n d , un Februar fremde

1874. Bank- noten.

der Banken. vorrath.

i 1

Meiail- - Ende sungen ?

i

GUM GWM Ende 5 . Ende

Februar WWU" Februar Lombard._ Februar 1874. _ 1874. _ 1874.

1 1 1 | 1

Gegen Effekten Gegen ' Um- ' Gegen Ende und Ende sonstige _ Februar *, Bank- . Februar Aktiva. 5 1874. '

19983178,

_ , Gegen lanfsnde Ende Depofiten.„ “Ende * sebruar

noten. ,; 1874. Z 1874.

1 |

eu ische Bank ............

r Zan des Berliner Kassenvcreins. . . 708 166 6,917

Danziger Privatbank 334 *- 17 54

Ritterschaftliche Privatbank in Pom-

239,860 „4 5,660 5,129 ;

mem 378 ,+ 16 123 __ ,

Yoscner Provinzialbank ........ 309 12

reslauer xtädtische Bank ...... 340 1- 13 127

6 80 = 5 34 * 21 Z 414 _

20 14 ,_ 3 10 ; 3,184 _

- 878 Z 3 208 , 76 191 ;

327 57 ,

Kommunaltändische Bank für die preußische Obex-Laufiß ....... 336 Magdeburger rivatbank 319 Hannoversche ank 1,382

4711“

ankfurter Bank_ ........... 12,244 andgräftich hessi] e Landesbank in

om nr 1). . . 94 C5 ische 5Zrivailrank ......... 334 Sächsische Bank in DreSden ..... 13,065 Leipziger Bank. . . ._ ......... 3,351 Leipziger Kassen-Verein ........ 367 Landständische Bank in Bausen . . . 393 Wüxüembergische Notenbank ..... 3,513 Badische Bank ............. 7,018 Bank für Süddeufichland ...... 4,963 Weimarische _Bank 1,483 BraunscHWeigische Bank ........ 1,432 Gothaer Privatbank .......... 1,072 Anhalt-Dessauische Landesbank . . . . 251 Thuringxilxche Bank .......... 791 Geraer ank .............. 1,578 Kommerzbank in Lübeck ........ 389 Bremer Bank ' . . 2,729

244

28 211 3 _

52 44 18 "-

27 -- 579

2 68 ' 29 224 ;

. Z e t t e l b a 295 140,147 ' 2,390 26,387 1 4,910 464 5,168 552 2,325 ,' . 116 25 2,969 30 413 * 343

115 4,460 68 645 -1 ,332 2 1,455 132 419 209 118 2,056 71 1,065 95

63 2,683 160 23 2,058 45 1,388 12 520 85 76 3,376 303 1,370 3,135 919 13,969 1,523 1,671

207 0 82 2,920 74 190 16,937 1,433 6,1 17 8,087 583 2,251 1,313 _ 750 _ 1,099 7,156

221 1,008

10,243 25 1,515

10,364 1,089 1,572 2,984 113 821 4,267 108 1,057 2,989 94 268 1,511 24 29 2,992 220 324 3,244 460 789 1,333

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') incl. 2,068,000 hlt. courfirende Pfandbriefe und 350é1r100 Thlr. Reservefond.

') incl. 1,869,648 T lr. Hypothekenforderunkpen für Real e

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1,777 1]: 423,457 j+30,536

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